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Zelle, Gewebe, Organe

Skripte
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Einführung

Die Zelle: Zelle, Gewebe, Organe
Abb. 1: Der Aufbau eines Legobaggers
ähnelt dem unseres Gewebes.
Die Zelle: Zelle, Gewebe, Organe
Abb. 1: Der Aufbau eines Legobaggers ähnelt dem unseres Gewebes.
Vielleicht hast du schon einmal mit Lego Technik einen Bagger gebaut. Dabei benutzt du die kleinen Legosteine, um einzelne Bestandteile des Baggers zu konstruieren: Den Arm, die Karosserie usw.
Der Aufbau unseres Körpers ist diesem Prinzip gar nicht unähnlich. Wir bestehen zwar nicht aus bunten Legosteinen, aber aus anderen, kleinen Bausteinen: den Zellen. Wie wir aus diesen einen ganzen Organismus zusammen bauen, das wollen wir uns in diesem Skript einmal näher anschauen.

Unterschiedliche Legosteine

Das spannende am Bauen mit Lego ist, dass es nicht nur eine Form von Bausteinen gibt. Es gibt große, kleine, flache, hohe, dicke, dünne und viele mehr. Sie alle sind speziell geformt, um später im zusammengesetzten Bagger eine eigene Aufgabe zu erfüllen. Genauso ist das auch bei unseren Zellen.
Im Skript über Organelle haben wir uns mit dem grundlegenden Aufbau einer Zelle beschäftigt. Es gibt bestimmte Bestandteile, die fast jede Zelle beinhaltet, und dennoch gibt es Unterschiede zwischen den Zellen.
Die Zelle: Zelle, Gewebe, Organe
Abb. 2: Vergleich verschiedener Zelltypen:
Nervenzelle (links), Epithelzelle (rechts oben)
und rotes Blutkörperchen (rechts unten)
Die Zelle: Zelle, Gewebe, Organe
Abb. 2: Vergleich verschiedener Zelltypen: Nervenzelle (links), Epithelzelle (rechts oben) und rotes Blutkörperchen (rechts unten)
In der Abbildung 2 siehst du verschiedene Zelltypen. Du siehst die längliche verzweigte Nervenzelle (links), die kleine Epithelzelle (rechts oben) oder das kernlose, rote Blutkörperchen (rechts unten). Jede dieser Zelle ist für ihre Aufgabe ideal geformt. Man nennt das die Spezialisierung der Zelle. Die Nervenzelle ist wie ein langer Draht geformt und kann damit gut Signale weiterleiten, während das rote Blutkörperchen voll von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff und Sauerstofftransporter, ist.

Vom Baustein zum Gewebe

Eine spezialisierte Zelle kommt selten allein. Sie treten häufig in Gruppen, den Zellverbänden, auf und formen so eine spezialisierte Struktur, das Gewebe. Wir wollen uns hier einmal die wichtigsten Gewebearten anschauen und ihre Aufgaben betrachten.

Tierische Gewebe

  • Muskelgewebe: Muskeln sind wichtig für unsere Fortbewegung. Sie bestehen aus langen Fasern. Ein Muskel greift an einem Knochen an und bewegt diesen, indem er sich verkürzt und so an ihm zieht. Die langen Fasern können sich verkürzen und diesen Zug so ermöglichen.
  • Stützgewebe: Neben den Muskeln, mit denen wir uns fortbewegen, benötigen wir noch Gewebe, dass uns eine feste Form verleiht. Das übernehmen die Zellen des Stützgewebes. Zu dem Stützgewebe zählen nicht nur unsere Knochen- und Knorpelzelle, sondern auch das Bindegewebe, welches unsere Organe festigt.
  • Nervengewebe: Das Nervengewebe ist für die Weiterleitung von Informationen in unserem Körper zuständig. Entweder transportieren sie Sinneseindrücke ins Gehirn oder Bewegungsbefehle vom Gehirn an unsere Muskeln. Ohne das Nervengewebe könnten wir uns nicht bewegen oder fühlen.
  • Epithelgewebe: Das Epithelgewebe ist das Deckgewebe, dass alle inneren und äußeren Oberflächen bedeckt. Egal ob es auf unserer Haut ist oder in unserem Darm, die Epithelzellen sind die Barriere zwischen drinnen und draußen.

Pflanzliche Gewebe

  • Abschlussgewebe: Das Abschlussgewebe der Pflanze ähnelt stark dem Epithel der Tiere. Diese Schicht, die Epidermis, schützt die Pflanze vor Austrocknung oder Krankheitserregern.
  • Palisadengewebe: Dieses Gewebe hat seinen Namen von seiner Form. Es besteht aus vielen, länglichen Zellen, die, wie ein Palisadenzaun, nebeneinander stehen. Die Zellen in diesem Gewebe enthalten viele Chloroplasten für die Photosynthese.
  • Schwammgewebe: Wie ein Schwamm besteht dieses Gewebe aus einigen Zellen und großen, freien Zwischenräumen. In diesen Zwischenräumen ist viel Platz für Gase, welche für die Photosynthese benötigt werden, oder als Produkte der Photosynthese wieder abgegeben werden.
  • Festigungsgewebe: Das Festigungs- oder auch Stützgewebe formt und festigt den Aufbau der Pflanze.

Gewebe miteinander kombinieren

Nun da wir unsere verschiedenen Gewebetypen für unterschiedliche Zwecke zusammengebaut haben, können wir daraus etwas größeres konstruieren, ein Organ. Ein Organ ist ein Zusammenschluss aus mehreren Gewebearten, die eine übergeordnete Aufgabe erfüllen.
Betrachten wir z.B. die Haut: Ihre Aufgabe ist der Schutz des Körpers und gleichzeitig das Tasten. Um die Haut zusammenzubauen, fangen wir mit Stützgewebe an. Damit formen wir die grobe Struktur unserer Haut. Als Abgrenzung zur Außenwelt bedecken wir die Haut noch mit einer Epithelschicht. Fehlt also nur noch der Tastsinn. Dazu benutzen wir das Nervengewebe und bauen spezialisierte Sinneszellen in die Haut ein und legen Nervenbahnen bis in das Gehirn.
Fertig ist unsere Haut.
So haben wir ein eigenständiges Organ geformt. Wenn mehrere Organe zusammen eine Funktion erfüllen, z.B. wenn unser Mund, die Speißeröhre, der Magen und die Därme zusammen für die Verdauung zuständig sind, dann spricht man von einem Organsystem.

Alles zusammengebaut

Wir haben nun unsere spezialisierten Zellen unter die Lupe genommen, haben mehrere dieser Spezialisten zu eigenen Geweben geformt und aus den unterschiedlichen Geweben Organe oder sogar Organsysteme geformt. Zum Abschluss bleibt uns nur noch übrig, die einzelnen Organe und Systeme zu einem großen Ganzen, dem Organismus, zusammenzusetzen. Damit du bei all diesen Fachbegriffen nicht durcheinander kommst, stellen wir den Aufbau eines Lebewesens noch einmal in einer Abbildung 3 zusammen.
Die Zelle: Zelle, Gewebe, Organe
Abb. 3: Ein Organismus in seine Bestandteile zerlegt
Die Zelle: Zelle, Gewebe, Organe
Abb. 3: Ein Organismus in seine Bestandteile zerlegt
Bildnachweise [nach oben]
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Public Domain
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