JSP Page
3.Vernetze dich mit deiner Klasse
Deine Klasse ist nicht dabei?
 
Einloggen
Eingeloggt bleiben
Eingeloggt bleiben
Neu bei SchulLV?
Schalte dir deinen PLUS-Zugang frei, damit du Zugriff
auf alle PLUS-Inhalte hast!
PLUS-Zugang freischalten
Vielen Dank, wir überprüfen die Anfrage und geben schnellstmöglich Rückmeldung.
Schullizenzen für Schüler und Lehrer
SchulLV ist Deutschlands marktführendes Portal für die digitale Prüfungsvorbereitung sowie für digitale Schulbücher in über 8 Fächern.
Neu: Zugänge deutlich ermäßigt über die Schule kaufen!
Ich habe unverbindlich Interesse daran und bin...
Schüler
Lehrer
Eltern
Auswahl: Ich bin Lehrer
Infos unverbindlich anfordern
Um Ihren Testzugang bereitzustellen, benötigen wir noch folgende Angaben:
Absenden

Multiple Sklerose

Skripte PLUS
Download als Dokument:

Einführung

Wie schon in dem Skript „Störungen" des Kapitels „Neurobiologie" erwähnt wurde, zählt Multiple Sklerose, kurz MS, zu den schwerwiegendsten Nervenerkrankungen. Neben der Epilepsie ist sie auch eine der häufigsten neurologischen Krankheiten bei jungen Erwachsenen. Das Problem an dieser Krankheit ist, sie den Menschen verständlich zu machen, was an der Besonderheit dieser Krankheit liegt. Ihr Verlauf ist von Patient zu Patient verschieden und lässt selbst noch viele Fragen offen. Da man eine allgemeingültige Aussage über MS nur begrenzt machen kann, nennt man sie auch die „Krankheit mit 1000 Gesichtern".

Was ist MS?

Die Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems, die von Ärzten auch oft Enzephalomyelitis disseminata genannt wird. Das heißt auf Deutsch: eine im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündung.
Du kannst dir das Gehirn als eine Art Schaltzentrale vorstellen, in der Signale über das Rückenmark zum Körper gesendet oder von dort empfangen werden. Diese Signale werden dabei von den „elektrischen Kabeln" des Rückenmarks geleitet, verschiedenen Nervenfasern, die von einer Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben sind. Der Stoff, aus dem diese Schutzschicht besteht, wird Myelin genannt.
Bei der MS entstehen Entzündungsherde im Bereich dieser Schutzschicht, weswegen Botschaften nicht mehr so wirkungsvoll übertragen werden können. Deshalb können Menschen, die an MS erkrankt sind, z.B. ein Kribbeln in den Extremitäten verspüren, vermehrt stolpern oder Schwierigkeiten beim Sehen bekommen. Diese Entzündungen entstehen vermutlich durch einen Angriff der körpereigenen Abwehrzellen. Wenn ein oder mehrere (= multiple) Entzündungsherde auftreten und es zu körperlichen Störungen und Ausfällen kommt, nennt man das einen Schub. Das bedeutet nicht, dass plötzlich ein Anfall auftritt, stattdessen entwickelt sich dieser häufig über Stunden oder Tage hinweg und klingt nach einiger Zeit wieder ab. Anschließend an solch einen Schub kann entweder die normale Funktion wieder aufgenommen werden, oder das entzündete Nervengewebe vernarbt (= sklerosiert).
In Abbildung 1 findest du die Darstellung einer Nervenzelle mit seiner Nervenleitbahn und deren, durch Antikörper, geschädigte Schutzschicht.
Abb. 1: Nervenleitbahn mit Isolierschicht.
Abb. 1: Nervenleitbahn mit Isolierschicht.

Ursachen

Es ist noch nicht klar, was die Ursache von MS ist. Man geht davon aus, dass es eine Ansammlung von Ursachen gibt, die MS auslösen.
Auf jeden Fall spielt das Immunsystem, das Abwehrsystem des Körpers, dabei eine wesentliche Rolle. Dies ist eine oft vertretene Theorie und besagt, dass die MS eine immunologische Erkrankung ist. Das Immunsystem schützt den Körper normalerweise vor Krankheitserregern, die in den Körper eindringen, indem es diese unschädlich macht. Ein Teilbereich dieses Abwehrmechanismus richtet sich bei der MS gegen den eigenen gesunden Körper, weil der Mechanismus falsch programmiert ist. Deshalb kann es z.B. wegen einer Fehlsteuerung innerhalb des Immunsystems, oder der irrtümlichen Erkennung körpereigener als fremde Substanzen, zur Bildung von Antikörpern kommen. Durch das Anheften an die Schutzhülle der Nervenfasern können diese dort Schädigungen und Störungen verursachen. Das ist eine Verselbstständigung oder Automatisierung des Immunsystems, woher die Begriffe Autoimmun oder Autoagressiv kommen.
Abb. 2: Ein Gen auf der DNS.
Abb. 2: Ein Gen auf der DNS.
Man untersucht derzeit auch, ob genetische Faktoren an der Verursachung von MS beteiligt sind, was aber nicht bedeutet, dass MS durch direkte Vererbung übertragen wird. In Abbildung 2 ist ein Gen zur Verdeutlichung dargestellt. Man ist der Meinung, dass eine "Neigung", die einen anfälliger für die Erkrankung macht, weiter gegeben wird. Vermutet wird unter anderem auch, dass Einflüsse von Umweltfaktoren, wie z.B. Virusinfektionen im Kindesalter, Faktoren sein können. Es ist mittlerweile klar, dass Rauchen vor Erkrankungsbeginn das Risiko steigert und vor allem Übergewicht in der Kindheit die Entstehung von Multipler Sklerose im Erwachsenenalter fördert. Aber, MS wird wahrscheinlich erst ausgelöst, wenn mehrere Bedingungen und Einflüsse zusammenkommen.

Wie kann MS festgestellt werden?

eine Schwierigkeit bei MS ist, dass es ein vielseitiges Erscheinungsbild hat. Viele der Erstbeschwerden von MS können eventuell auch auf Grund von anderen Krankheiten auftreten. Doch ist es wegen etlicher neuerer Untersuchungsverfahren in den letzten Jahren einfacher geworden eine MS festzustellen. Trotzdem ist es auch für einen erfahrenen Arzt schwierig, im Frühstadium der Krankheit die Krankheitszeichen exakt einzuordnen.
Abb. 3: Computertomograph. Hier zum Bildnachweis
Abb. 3: Computertomograph. Hier zum Bildnachweis
Zuerst wird die Krankheitsgeschichte aufmerksam erhoben und anschließend eine ausführliche neurologische Untersuchung durchgeführt. Ausgehend von der Erscheinung, dem Zustand und den Veränderungen des Körpers eines Patienten, sind meist verschiedene Untersuchungen notwendig. Der Neurologe führt dann meist schon in der Praxis eine der häufigsten Untersuchungen der Sehnerven durch, die Schachbrettmusteruntersuchung. Um andere Erkrankungen des Nervensystems auszuschließen, wird die Röntgenschichtuntersuchung Computertomographie(= CT) eingesetzt. Für die CT wird ein Computertomograph verwendet, der in Abbildung 3 zu sehen ist.
Mit der der Kernspintomographie, oder Magnetresonanztomographie (= MRT) lässt sich eine bedeutend genauere Aussage treffen. Dabei wird statt mit Röntgenstrahlen mit Magnetfeldern gearbeitet. Jedoch kann eine MS auch mit dieser Technik nicht mit genügend Sicherheit festgestellt werden.
eine weiterhin wichtige Untersuchung ist die des Nervenwassers. Eiweißkörper, die darin enthalten sind, deuten auf eine spezielle Form der Entzündung im Zentralnervensystem hin, doch kann man auch hiermit eine MS nicht absolut beweisen.
Generell können teilweise Wochen, Monate oder sogar Jahre vergehen, bis eine Diagnose eindeutig feststeht. Bekommt man als Patient die Diagnose „MS", sollte man mit seinem Arzt reden, um herauszufinden, ob es sich um eine klinisch eindeutige MS oder zunächst nur um einen MS-Verdacht handelt.
Als Fazit ist das Feststellen, ob es bei den Beschwerden um MS handelt, mit dem Zusammenfügen eines Mosaiks vergleichbar: Je mehr Teile zusammenpassen, desto sicherer wird die Aussage.

Verlauf der Krankheit

eine MS verläuft bei jedem Patienten anders ab, was eine genaue und individuelle Voraussage für einen Patienten unmöglich macht. Doch bedeutet das nicht, dass eine MS auch immer schwer verläuft. Die MS verläuft stattdessen bei einer Vielzahl von Erkrankten gutartig. Die ersten Anzeichen der Krankheit bilden sich häufig ganz und gar wieder zurück, die entzündlichen Herde heilen überwiegend ab. Selbst bei einer nicht vollständigen Rückbildung sind die Störungen meist nur noch relativ schwach und der Patient ist von ihnen nur gering beeinträchtigt.
Aber abhängig vom Krankheitsverlauf kann es auch sein, dass sich Beeinträchtigungen fortwährend anhäufen und nicht wieder verschwinden. Die Krankheit führt trotzdem nur in Einzelfällen, weniger als 5%, im Verlauf weniger Jahre zu schwereren Behinderungen. Die sogenannte „5-Jahres-Regel" besagt: 5 Jahre nach Beginn der Krankheit entspricht der Grad der Behinderung etwa drei Viertel des Behinderungsgrades nach 10 bis 15 Jahren.
Studien besagen, dass zu Beginn die Krankheit meist schubförmig ist, mit einer Häufigkeit von bis zu 90%. Bei den restlichen 10% nimmt die MS einen lang-andauernden (= chronischen), fortschreitenden Verlauf. Bei etwa 30-40% der Patienten mit dem schubförmigem Verlauf, geht die Erkrankung nach 10-15 Jahren ebenfalls in einen chronischen, zunehmenden Verlauf über.
Die Unvorhersagbarkeit des Verlaufs der ©SchulLV 2015Multiplen Sklerose ist eine psychische Belastung für Neuerkrankte und ihre Angehörigen. Zusätzlich werden sie durch die teilweise extremen und großteils einseitigen Darstellungen der Krankheit noch weiter verunsichert. Um ein Bild der Krankheit zu bekommen, das mehr der Realität entspricht, sind Gespräche mit Ärzten und anderen MS-Erkrankten im individuellen Fall sehr hilfreich.
Bildnachweise [nach oben]
[1]
© 2015 – SchulLV.
[2]
Public Domain.
[3]
http://commons.wikimedia.org/ wiki/File:Computertomograph_ Sensation16.JPG – © MBq
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt Einzellizenz freischalten
Infos zu SchulLV-Plus
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Noch kein Content verknüpft: Verfügbaren Content anzeigen!
Verfügbarer Content
Alle verknüpfen
Mein SchulLV
Bundesland, Schulart & Klasse
BW, Berufskolleg - FH
Oberstufe
Fach & Lernbereich
Fachauswahl: Bio
Digitales Schulbuch
Experimente
Inhaltsverzeichnis
Lernbereich Digitales Schulbuch
Biochemische Grundla …
Cytologie
Stoffwechsel
Anabolismus
Katabolismus
Genetik
Klassische Genetik
Zytogenetik
Molekulare Genetik
Humangenetik
Gentechnik
Immunbiologie
Neurobiologie
Erregungsleitung
Störungen
Beispiele Reizübertr …
Evolution
Evolutionsprozesse
Physiologie
Organe
Ökologie
Ökosysteme
Biotische Faktoren
Abiotische Faktoren
Stoffkreisläufe und …
Mensch und Umwelt
Verhaltensbiologie