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Bertolt Brecht

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Steckbrief

Autoren: Bertolt Brecht
Abb. 1: Bertolt Brecht, 1954 (hier zum Nachweis).
Autoren: Bertolt Brecht
Abb. 1: Bertolt Brecht, 1954 (hier zum Nachweis).
Beruf:
  • Nach Realgymnasium und Kriegs-Notabitur studierte er Medizin und Philosophie
  • Von 1918 - 1919 wurde er zum Militärsdienst verpflichtet
  • Ab 1920 begann Brecht seine Karriere als Schrifsteller, Regisseur, Dichter, Musiker, etc.
#brecht

Biographie

Kindheit und Jugend

Am 10. Februar 1898 wurde Bertolt (Berthold Eugen Friedrich) Brecht in Augsburg geboren. Sein Vater Berthold Friedrich Brecht war zuerst kaufmännischer Angestellter, arbeitete sich dann zum Direktor der Papierfabrik Haindl hoch. Seine Mutter Sophie Brecht, geborene Brezing, stammte aus einer gehobenen Beamtenfamilie. Gemeinsam mit seinem kleinen Bruder Walter und zwei Hausmädchen wuchs Brecht in zwei Wohnungen der Papierfabrik in Augsburg auf. Brecht hatte schon als Kind mit schweren Herzbeschwerden zu kämpfen, was viele Kuraufenthalte mit sich brachte.
Schon während der Volksschule und dem Realgymnasium wurden Brechts Neigungen zur Literatur deutlich. Er brachte die Schülerzeitung Die Ernte heraus, leitete sie und schrieb die meisten Berichte und Texte dafür. 1917 legte er das Kriegs-Notabitur ab, dass für Schüler eingerichtet wurde, die freiwillig dem Heer beitreten wollten. Aber auch Schüler wie Brecht, die nicht für den Kriegsdienst geeignet waren, konnten das Notabitur ablegen.
Autoren: Bertolt Brecht
Abb. 2: Brechthaus in Augsburg (hier zum Nachweis).
Autoren: Bertolt Brecht
Abb. 2: Brechthaus in Augsburg (hier zum Nachweis).
1921 starteten die ersten Aufführungen von Brechts Stücken in den Theatern und die ersten Gedichte und Texte wurden veröffentlicht. Nachdem er von der Schwangerschaft seiner zweiten Geliebten Marianne Zoff erfuhr, heirateten die beiden. Ein Jahr später reiste Brecht nach Berlin, um weitere Kontakte zu knüpfen und lernte dabei die Schauspielerin Helene Weigel kennen, mit der er ein Verhältnis begann. 1924 zog er nach Berlin um am Deutschen Theater zu arbeiten. Helene Weigel gebar sein drittes Kind. In den folgenden Jahren arbeitete Brecht in ganz Deutschland an seinen Theaterstücken, inszenierte und führte Regie. Dabei entwickelte er sich immer mehr zum Kommunisten und schrieb Werke mit politischen Zielen.
1927 ließ Brecht sich von Marianne Zoff scheiden, um dann zwei Jahre später Helene Weigel zu heiraten, die das zweite gemeinsame (Brechts viertes) Kind auf die Welt brachte. Der Beginn der Zusammenarbeit mit Kurt Weill läutete auch die Entstehung des epischen Theaters ein. Mit der Dreigroschenoper feierte Brecht zusammen mit Weill einen der größten Theatererfolge der Weimarer Republik. Brecht war aber nicht nur im Theater erfolgreich, er schrieb die Jahre über auch Lieder, Romane, Erzählungen und Gedichte.

Leben im Exil

Ab 1930 wurden Brechts Aufführungen stark von den Nazis gestört, 1933 wurde eine Aufführung sogar von der Polizei unterbrochen. Er wurde des Hochverrats angeklagt, was ihn zur Flucht zwang. Mit seiner Familie reiste er von einer Exilstation zur nächsten. Durch seine Kontakte fand er Unterschlupf in Prag, Wien, Zürich, Carona und Paris, bis hin zur Insel Fünen in Dänemark. Brechts Bücher und Werke wurden währenddessen in Deutschland verboten und verbrannt. Auch die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm aberkannt. In Paris jedoch durften seine Inszenierungen mit Helene Weigel als Hauptdarstellerin auf die Theaterbühne, in Prag wurden seine Gesammelten Werke veröffentlicht. Von Dänemark aus flüchtete die Familie nach Finnland um dann über Moskau nach Los Angeles zu reisen. Währenddessen fand in Zürich die Uraufführung von Mutter Courage und ihre Kinder statt. Aber auch in Amerika konnte Brecht nicht richtig Fuß fassen, denn er wurde als feindlicher Ausländer registriert. Trotzdem schaffte er es mit seiner übersetzten Fassung des Stückes Leben des Galilei auf die amerikanische Bühne. Brecht wurde auch für die amerikanische Politik zum Dorn im Auge und reiste zurück nach Paris, um sich dann in der Schweiz niederzulassen.

Leben in der DDR

Nach fünfzehn Jahren Flucht zog es Brecht und seine Familie zurück nach Ost-Berlin. 1949 fand die Premiere von Mutter Courage und ihre Kinder des gegründeten Berliner Ensembles in Berlin statt. Durch ein Gastspiel des Ensembles in Paris gelang Brecht der internationale Durchbruch. Er erhielt in Moskau den Stalin-Friedenspreis.
Im August 1956 starb Brecht an den Folgen seiner Herzkrankheit im Alter von 58 Jahren.

Werk und Einordnung

Schon früh begann Bertolt Brecht seine Texte zu Papier zu bringen. Mit der Schülerzeitung startend, schrieb er Gedichte, Dramen, Erzählungen, Hörspiele, Opern, Lehrtexte und Prosa. Mit seinen Werken übte Brecht Kritik gegenüber der Politik aus, weswegen er zu Zeiten des Nationalsozialismus auch auf der Schwarzen Liste stand. Aber auch die fünfzehnjährige Flucht vor den Nazis hielt ihn nicht vom Schreiben ab.
Über zweitausend Werke konnten trotz der Bücherverbrennung und der Verbote noch gesammelt und archiviert werden, darunter auch seine Werke Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, die Dreigroschenoper, Leben des Galilei, Mutter Courage und ihre Kinder, Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui und Der gute Mensch von Sezuan.
$\blacktriangleright$ Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny ist eine Oper über eine Stadt, die in der Wüste Nordamerikas aus dem Nichts errichtet wird und in der man glücklich ist. Die Stadt floriert, niemand muss arbeiten und trotzdem wächst die Stadt fast wie aus Geisterhand. Eines Tages nähert sich ein Hurrikan, und Paul, ein Holzfeller aus Alaska, erfindet im Hinblick auf das nahende Ende das Gesetz: „Du darfst!“ - Alles ist erlaubt, solange man Geld hat. Der Hurrikan dreht in letzter Minute ab und verschont die Stadt aber die neuen Gesetze ziehen schwere Folgen mit sich. Paul setzt sein ganzes Geld auf einen Boxkampf und verliert. Sein eigenes Gesetz bricht ihm den Nacken, denn wer kein Geld hat, wird zum Tode verurteilt. Die Oper endet damit, dass Chaos ausbricht und demonstrierende Gruppen die Straßen entlang marschieren.
Kurt Weill kreierte die Kompositionen für die Oper, Brecht war für die Texte zuständig. Die Uraufführung, die am 9.März 1930 in Leipzig statt fand, wurde von Anhängern der NSDAP gestört, sodass das Stück nur mit Mühe zu Ende gespielt werden konnte.
$\blacktriangleright$ Die Dreigroschenoper
Das wohl bekannteste Stück Brechts ist Die Dreigroschenoper aus dem Jahre 1928. Zusammen mit Kurt Weill erschuf er ein Werk, von dem Lieder bis heute noch von Künstlern wie Louis Armstrong, Frank Sinatra und Robbie Williams gecovert wurden. Die Dreigroschenoper zählt als eines der ersten Stücke zum epischen Theater und wurde in Moskau, Paris, Warschau, Prag und sogar in der USA gespielt. Die Handlung spielt in England, jedoch wird die Weimarer Republik kritisiert. Es wird die Geschichte von Großstadtkriminellen erzählt, in der Hauptrolle der Straßenräuber Mackie Messer. Sein Schwiegervater will ihn verraten und an den Galgen bringen und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
$\blacktriangleright$ Leben des Galilei
Bertolt Brecht schrieb sein Theaterstück das Leben des Galilei 1939 im dänischen Exil. Es wurde 1943 in Zürich uraufgeführt und zählt zur Gattung des epischen Theaters, wenngleich sich in ihm auch viele Elemente des klassischen Dramas finden. Die Handlung spielt im Italien des 17. Jahrhunderts, in einer Zeit des Umbruchs. Zentral im Stück ist einerseits die Darstellung, wie die Kirche mit ihrer Macht umgeht, andererseits die Rolle der Wissenschaft. Eine oft diskutierte Frage ist, ob die widersprüchliche Titelfigur Galilei zum Helden taugt. Der Wissenschaftler Galileo Galilei versucht sich mit Erfindungen über Wasser zu halten. Als dies aber nicht funktioniert nimmt er den Jungen Marsili als Schüler auf, um sich etwas Geld zu verdienen. Marsili erzählt Galilei von einer Erfindung aus Holland, dem Fernrohr, welche Galilei nachbaut und teuer verkauft. Mit dem Fernrohr beweist er, dass sich die Planeten um die Sonne drehen und nicht, wie bisher geltend, die Planeten sich um die Erde drehen. Doch diese Entdeckung führt zu einer Krise zwischen Kirche und Wissenschaft. Die Kirche wirft ihm vor ein Ketzer zu sein und verbietet eine weitere Kundgebung dieser Theorie. Um der Folter zu entgehen, widerruft Galilei seine Theorie. Ein Exemplar der verbotenen Schrift kann jedoch durch einen jungen Helfer namens Satri über die Grenze geschmuggelt werden.
Autoren: Bertolt Brecht
Abb. 3: Proben des Berliner Ensembles zu Mutter Courage und ihre Kinder (hier zum Nachweis).
Autoren: Bertolt Brecht
Abb. 3: Proben des Berliner Ensembles zu Mutter Courage und ihre Kinder (hier zum Nachweis).
$\blacktriangleright$ Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
Brecht schrieb Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui 1941 im finnischen Exil. Das Stück ist auch der Gattung des epischen Theaters zuzurechnen und wurde 1958 uraufgeführt. Brecht stellt darin Hitlers Weg zur Macht im Deutschen Reich bis seiner Machtübernahme in Österreich allegorisch dar. Das Wort „aufhaltsam“ im Titel weist darauf hin, dass der Aufstieg Hitlers zu verhindern gewesen wäre. Im Fall des aufhaltsamen Aufstiegs des Arturo Ui dient das Chicago während der Zeit der Prohibition als Muster für das Deutsche Reich. So wie in Chicago Politik, Wirtschaft und Gangstertum (Bandenkriege) zusammenhingen, waren für Brecht Politik, Wirtschaft und Faschismus miteinander verbunden.
$\blacktriangleright$ Der gute Mensch von Sezuan
Das zwischen 1938 und 1940 im Exil geschriebene Stück Der gute Mensch von Sezuan handelt von der Chinesin Shen Te. Drei Götter besuchen die Provinz Sezuan um zu beweisen, dass es auf der Erde gute Menschen gibt. Auf der Suche nach einer Unterkunft nimmt die arme Shen Te die Götter auf. Aus Dankbarkeit schenken diese ihr viel Geld, mit dem sie ihren Wunsch erfüllen kann, einen Tabakladen zu eröffnen. Shen Te verspricht den Göttern nur noch Gutes zu tun. Da sie aber zu gutmütig ist, wird sie von den Armen ausgenutzt und verliert ihr Geld. Daraufhin verkleidet sie sich als Shui Ta, ihren erfundenen Vetter, und schlüpft in die Rolle eines Gauners, um sich vor dem Ruin zu retten. Shen Te ist fortan fast nur noch als Shui Tan unterwegs und wird beschuldigt, Shen Te umgebracht zu haben. Sie kommt vor Gericht und muss sich vor den drei Göttern rechtfertigen. Sie beichtet alles und zieht ihr Fazit daraus, dass es nicht möglich sei gut zu sein und doch zu leben. Brecht lässt das Ende offen, damit der Zuschauer sich das Ende selbst ausmalen kann.

Form und Sprache

Brecht war ein unangenehmer Zeitgenosse, denn mit all seinen Werken, sei es Musik, Lyrik oder das epische Theater, schnitt er Themen an, die die Menschen nicht lesen, geschweige denn hören wollten und machte sich damit nicht nur politische Gegner.
$\blacktriangleright$ Musik und Misuk
Brecht schuf nicht nur das epische Theater, sondern auch den Begriff Misuk, der sich von Musik ableitet. Durch diese Wortschöpfung wollte sich Brecht über die damalige Emotionalisierung der Musik lustig machen. Sein Ziel war es die Misuk so einzusetzen, dass sie die Realitiät und die Prinzipien des epischen Theaters widerspiegelt.
$\blacktriangleright$ Lyrik
Brecht legte bei seinen Texten großen Wert darauf, die Menschen auf Missstände aufmerksam zu machen und sie wachzurütteln. Seine Gedichte sind kühl, erschreckend und wenig geschmückt mit Gefühlen.
$\blacktriangleright$ Episches Theater
Bertolt Brecht erschuf in den 1920er Jahren das epische Theater und hat damit die Literatur nachhaltig geprägt. Das epische Theater ist ein Theaterstück mit erzählenden Elementen und ist dem dramatischen Theater entgegengesetzt.
Die sonst übliche Illusion der in sich geschlossenen Welt des Dramas wird hier bewusst durchbrochen, um eine einfühlende Identifikation der Zuschauer mit den Figuren durch eine kritische Distanz zu verhindern.
Das epische Theater ist somit weniger als Unterhaltungs-, sondern vielmehr als Lehrstück mit Kritikfunktion zu sehen.
Basierend auf der Theaterkonzeption von Bertolt Brecht hat das epische Theater folgende Grundbausteine:
  • Verfremdete Handlung
    Durch den Schock darüber, dass das scheinbar Verständliche nicht zu verstehen ist, soll der Zuschauer zum richtigen Verstehen angeleitet werden
  • Kritische Distanz zwischen Dargestelltem und Zuschauer
  • Einsatz von Verfremdungs-Effekten
  • Offener Schluss
    Der Zuschauer soll selbst die Antworten finden
Verfremdungseffekte sind dramaturgische Mittel, die verhindern sollen, dass sich der Zuschauer in die dargestellte Realität hineinversetzt und mit den Personen mitfühlt. Durch den Einsatz dieser V-Effekte soll die Illusion zerstört werden und eine kritische Distanz entstehen.
Bertolt Brecht betrachtete die Verfremdungseffekte deshalb auch als Instrument zur Aufdeckung gesellschaftlicher Widersprüche.
Beispiele für solche V-Effekte sind die Anreden ans Publikum, die Lieder, die Inhaltsangaben, der Verzicht auf Bühnenrequisiten und die sichtbare Bühnentechnik.
Die V-Effekte in Textvorlage finden sich durch gleichnishafte Charaktere, die beliebig austauschbar sind, ungewohnte Blickwinkel, örtliche und zeitliche Distanzen und austauschbare Szenen.
Im Hinblick auf den Aufbau und die Gliederung lässt sich das epische Theater als offenes Drama definieren. Mehrere Handlungsstränge sind gleichzeitig und gleichberechtigt, das Geschehen setzt unvermittelt ein und häufig fehlt ein eindeutiger Schluss.
Bertolt Brechts Theaterkonzeption des epischen Theaters wendete sich ganz gezielt gegen die Unterscheidung zwischen dramatischer und epischer Form, die auf Aristoteles zurückgeht. In Brechts Augen entsprachen die strengen Gattungsgrenzen in keinster Weise mehr der immer komplexer werdenden Welt und ließen sich daher so nicht mehr halten.
Anders als beim aristotelischen Drama sollte die Handlung nicht mehr als fest vorgeschrieben gelten. Der Zuschauer sollte erkennen, dass die Handlung auch anders verlaufen könnte, als auf der Bühne dargestellt wurde.
Ein Mitdenken und Neugierde beim Zuschauer wollte Bertolt Brecht dadurch entstehen lassen, dass er dem aufgezeigten Vorgang oder den Charakteren das Bekannte und Einleuchtende nahm und sie völlig verfremdet darstellte.
Der Zuschauer sollte beim epischen Theater erkennen, dass soziale, politische, kulturelle und wirtschaftliche Situationen sowie der Mensch selbst veränderbar sind.

Wichtige Werke

$\blacktriangleright$ Opern
  • Dreigroschenoper (1928)
  • Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1929)
  • Die Verurteilung des Lukullus (1951)
$\blacktriangleright$ Dramen
  • Baal (1918)
  • Trommeln in der Nacht (1922)
  • unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui (1941)
  • Leben des Galilei (1943)
  • Herr Puntila und sein Knecht Matti (1948)
  • Der kaukasische Kreidekreis (1949)
$\blacktriangleright$ Romane
  • Dreigroschenroman (1934)
  • Die Geschäfte der Herrn Julius Cäsar (1957)
$\blacktriangleright$ Tragödien
  • Mutter Courage und ihre Kinder (1941)
$\blacktriangleright$ Lehrstücke
  • Der gute Mensch von Sezuan (1942)
$\blacktriangleright$ Gedichte und Lieder
  • Hauspostille (1927)
  • Svendborger Gedichte (1939)
  • Hundert Gedichte (1951)
  • Gedichte, Auswahl(1955)
  • Gedichte und Lieder (1956)
  • Gedichte sieben (1961)
Bildnachweise [nach oben]
[1]
goo.gl/BfN2gl – Jörg Kolbe,CC BY-SA 3.0 de.
[2]
https://goo.gl/XHY4gy Peter Bubenik,CC BY-SA 3.0 de.
[3]
https://goo.gl/k5u19D - Katja Rehfeld, Bundesarchiv CC BY-SA 3.0 de.
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