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Max Frisch

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Steckbrief

Autoren: Max Frisch
Abb. 1: Max Frisch, Gedenkmünze.
Autoren: Max Frisch
Abb. 1: Max Frisch, Gedenkmünze.
Beruf:
  • 1930-1933 studierte Frisch zunächst Germanistik an der Universität Zürich und arbeitete nebenbei als Journalist.
  • 1936-1941 wollte er das Schriftstellersein ablegen und studierte, mit dem Darlehen eines Freundes, Architektur in Zürich.
  • 1939-1945 absolvierte Frisch seinen aktiven Dienst bei der Schweizer Armee.
  • Bis 1954 arbeitete Frisch als Architekt, bis er dann sein Büro aufgab, um als freier Schriftsteller zu leben.
#maxfrisch#homofaber

Wichtige Werke

  • 1945
    Bin oder Die Reise nach Peking (Erzählung)
    Nun singen sie wieder (Drama)
  • 1946
    Santa Cruz
    Die chinesische Mauer (Dramen)
  • 1949
    Als der Krieg zu Ende war (Drama)
  • 1950
    Tagebuch 1946-49
  • 1953
    Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie (Komödie)
  • 1954
    1957
    1964
    Stiller
    Homo faber
    Mein Name sei Gantenbein
    Diese drei Romane zählen zu den Klassikern der Moderne und bilden das Prosa-Hauptwerk Max Frischs.
  • 1958
    Herr Biedermann und die Brandstifter
  • 1961
    Andorra
    Beide Dramen sind zugleich politische Parabeln und gehören oft zum literarischen Kanon des Deutsch-Abiturs.
  • 1968
    Biografie: Ein Spiel (Drama)
  • 1971
    Wilhelm Tell für die Schule (Essay)
  • 1972
    Tagebuch 1966-71
  • 1975
    Montauk (Erzählung)
  • 1978
    Triptychon (Drama)
  • 1979
    Der Mensch erscheint im Holozän (Erzählung)
  • 1982
    Blaubart (Erzählung)
  • 1989
    Schweiz ohne Armee? Ein Palaver
  • 1990
    Jonas und sein Veteran (Drama)

Biographie

Max Frisch wurde am 15. Mai 1911, als Sohn des Architekten Franz Bruno Frisch und dessen Frau Karolina Bettina geboren. Obwohl die Familie in einfachen Verhältnissen lebte, ermöglichten die Eltern den Kindern ein Studium ihrer Wahl. Max entschied sich für ein Germanistikstudium mit dem Nebenfach „Forensische Psychologie“, welches er jedoch nicht beendete. Mit Beginn des Studiums begann er auch mit seinen ersten journalistischen Arbeiten. Seine Arbeit ermöglichte ihm viele Reisen quer durch Europa, finanziert durch die Artikel, welche er vor Ort schrieb.
1934 gelang ihm seine erste Buchveröffentlichung mit dem Roman Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt. Im Jahr darauf reiste Frisch zum ersten Mal nach Deutschland, wo er mit der NS-Ideologie konfrontiert wurde. Damals bezog er zwar Stellung gegen den Antisemitismus in seinen Tagebüchern, konnte aber seine unpolitischen Romane problemlos in Deutschland publizieren.
1937 unternahm Frisch den Versuch, sich von der Literatur zu lösen. Er verbrannte seine Schriften und begann Architektur zu studieren. Er schrieb zwar nun keine poetischen Werke mehr, hörte aber nie auf, Tagebuch zu führen. Das poetische Schreiben nahm er, mit Beginn des Krieges und seinem Dienst bei der Schweizer Armee, wieder auf. Diese Notizen veröffentlichte er später in Zeitschriften und Büchern.
Während den sechs Jahren des aktiven Dienstes bei der Schweizer Armee hatte Frisch insgesamt 650 Diensttage. Er war daher nicht total eingebunden und konnte sein normales Leben weiterführen. Somit war es ihm möglich, 1940 sein Studium der Architektur zu beenden und ein Jahr später seine erste Anstellung als Architekt wahrzunehmen. Hier lernt er seine Kollegin und zukünftige Frau Gertrud Constanze von Meyenburg kennen.
Im Jahr 1942 heiratete das Paar und Max gründete sein eigenes Architekturbüro. In den zwei darauf folgenden Jahren wurde zunächst die gemeinsame Tochter Ursula und dann der Sohn Hans Peter geboren. Frisch entwarf in seiner Zeit als Architekt zwar mehrere Gebäude, verwirklicht wurden aber nur drei. Dies hing auch damit zusammen, dass er sich meist nur vormittags im Büro aufhielt und sich Nachmittags der Literatur widmete. 1944 begann Frisch Dramen zu schreiben und für das Theater zu arbeiten. In den darauf folgenden Jahren unternahm er zahlreiche Reisen und viele seiner Werke werden uraufgeführt. 1949 wurde die gemeinsame Tochter Charlotte geboren.
Frisch wendete sich verstärkt der Literatur zu und beschloss 1954, sich von seiner Familie zu trennen, da sie nicht mit seiner Arbeit vereinbar sei. Kurz darauf verkaufte er sein Architekturbüro, bezog eine kleine Wohnung und wurde freier Schriftsteller.
1959 ließ sich Frisch von seiner Frau scheiden und führte bis 1963 eine Beziehung mit der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Sie war auch der Grund, warum er 1960 nach Rom zog. Nach dem Ende der Beziehung lernte Frisch die 28 Jahre jüngere Studentin Marianne Oellers kennen, mit welcher er in Rom eine Wohnung bezog. Gemeinsam mit ihr kehrte er 1965 in die Schweiz zurück. Drei Jahre später heiratete das Paar.
Marianne begleitete ihn bei zahlreichen Reisen und Uraufführungen, bis die Ehe nach zehn Jahren scheiterte, aufgrund von Frischs Werk Montauk. In diesem biographischen Werk schrieb er offen über die beidseitigen Affären, was zu einem Streit und zunehmender Entfremdung führte.
Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich Frischs gesundheitlicher Zustand. Alter und Vergänglichkeit nehmen immer größere Rollen in seinen Werken ein. 1984 zog er, nachdem er abwechselnd in Berzona und New York lebte, wieder nach Zürich. Hier starb er am 4. April kurz vor seinem 80. Geburtstag.
Max Frisch zählt zu den wichtigsten Autoren der Nachkriegszeit. Er galt als jemand, dem es an Lebensernst fehlte. Sein Handeln war bestimmt durch den Wunsch nach Veränderungen und beruflichem Wandel. So war er zwar zweimal verheiratet, führte aber währenddessen zahlreiche Affären, welche er offen eingestand. Ingeborg Bachmann forderte in der Beziehung die gleichen Rechte ein, worauf er mit starker Eifersucht reagierte. Hier zeigt sich seine komplizierte Persönlichkeit, welche sich auch in seinen Werken widerspiegelt.
Dort stellt er umfangreich die psychischen Prozesse einzelner Personen dar und behandelt Themen wie „Ich-Verlust“ und „Identitätsproblematik“, Probleme mit welchen sich Frisch selbst häufig auseinandersetzte. Kaum ein anderer Autor ließ so viele biographische Erlebnisse in seinen Werken wiederfinden. So schreibt er in Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt und J'adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen über den Maler Jürg Reinhart, welcher wie Frisch zwischen seiner Kunst und seiner Liebe hin und her gerissen ist. In Montauk schreibt er offen über seine Liebesbeziehungen und die Affären seiner Frau.
Diese psychologischen Werke Frischs entstanden meist als Reaktion auf Lebensveränderungen. Dabei geht er, wie kaum ein Anderer, auf die psychologischen Prozesse seiner Personen ein und stellt diese in einer Art und Weise dar, dass er damit gleichzeitig seinen Lesern einen Spiegel vorhält und diese zum Nachdenken anregt.
Quelle: Metzler Autoren Lexikon; Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart.

Werk und Einordnung

Hauptthema bei Max Frisch ist die Selbstentfremdung des modernen Menschen und dessen Ringen um Identität in einer ebenso entfremdeten Welt. Auch das Verhältnis zwischen den Geschlechtern wird problematisiert sowie das Verhältnis von Schuld zu Unschuld, Zufall zu Schicksal, Natur / Mythos zu Technik. Allgemein ist sein Werk sozialkritisch, teilweise autobiographisch geprägt (s. o.).
Die Identitätsfrage gewinnt in Andorra an Gewicht. Ebenso wird sie im Homo faber gestellt. Der Gegensatz zwischen fremdem Bildnis und menschlicher Identität wird deutlich, wobei das Bildnis als Schicksal erlebt wird - entweder als Fremd- oder Selbstzuschreibung. Ersteres widerfährt dem Protagonisten Andri, dem von den Andorranern fälschlicherweise das Bildnis des Juden zugewiesen wird, bis er die ihm aufgedrängte soziale Rolle akzeptiert, während für Letzteres Walter Faber steht, der sich selbst über das Bildnis des Technikers definiert.
In seinem Roman Stiller schreibt Frisch zur Frage von Bildnis und Identität: „Jedes Bildnis ist eine Sünde. Es ist genau das Gegenteil von Liebe […] Wenn man einen Menschen liebt, so läßt man ihm doch jede Möglichkeit offen und ist trotz allen Erinnerungen einfach bereit, zu staunen, immer wieder zu staunen, wie anders er ist, wie verschiedenartig und nicht einfach so, nicht ein fertiges Bildnis.“
Im Homo faber wird außerdem der Gegensatz von technisch-wissenschaftlichem Weltbild und metaphysischen Schicksalsmächten aus der Sicht eines rationalistischen Ingenieurs geschildert: „Ich glaube nicht an Fügung und Schicksal, als Techniker bin ich gewohnt mit den Formeln der Wahrscheinlichkeit zu rechnen. Wieso Fügung? […] Ich brauche, um das Unwahrscheinliche als Erfahrungstatsache gelten zu lassen, keinerlei Mystik; Mathematik genügt mir.“
Frischs Werk verschließt sich einer klaren epochalen Zuordnung.

Form und Sprache

In seinen früheren Arbeiten bedient sich Frisch poetischer Metaphorik und mitunter epigonaler (un-schöpferisch, nachahmend) dichterischer Gestaltung. Später hielt er sich knapper, verzichtete auf einen bedeutungsschweren Stil und benutzte zum Teil mundartliche Wendungen (Frisch: „Ich schreibe im allgemeinen sehr gesprochen.“).
Auch stellte er sich die Frage, was mit Sprache überhaupt sagbar sei, um schließlich zu einer skeptischen Haltung zu gelangen. So lässt er den Protagonisten Stiller im gleichnamigen Roman ausrufen: „Ich habe keine Sprache für meine Wirklichkeit!“
In seinen Tagebüchern führt er aus, dass wir mit Sprache die eigene Erfahrungswelt eigentlich nur umschreiben können. Da das eigentlich Erlebte unsagbar bleibt und als Spannung zwischen den Worten verharrt, ist Frischs Sprache die eines ewig Suchenden.
Gleichzeitig ist das Tagebuch die für den Schweizer typische Prosaform. Sowohl die Romane Stiller und Homo Faber wie auch die Erzählung Montauk sind bspw. als solches aus der Sicht ihres jeweiligen Protagonisten angelegt.

Homo faber als Beispiel

Der Roman Homo faber. Ein Bericht ist besonders abiturrelevant und steht in vielen Aspekten exemplarisch für Frischs Gesamtwerk. Er reflektiert Themen wie soziale Rolle und Bildnis, Zufall und Vorherbestimmung, gescheiterte Partnerschaft und Ehe bzw. das Verhältnis zwischen den Geschlechtern allgemein (hier mit autobiographischen Bezügen), Technikgläubigkeit und Frischs Amerikaerfahrung.
Es handelt sich um einen Rollenroman, in dem ein fiktiver Ingenieur in der ersten Person erzählt. Der Untertitel verrät, dass es sich um einen Bericht, also eine Form der objektiven Schilderung handelt.
Diese Erwartung des Lesers erweist sich allerdings bald als illusionär. Zwar findet sich das technisch-wissenschaftliche Selbstverständnis Fabers in einer kurzen, knappen und exakten Sprache wieder, die keinen Wert auf Ausschmückung legt. Wir finden auch oftmals genaue Orts- und Zeitangaben sowie Ellipsen, die auf Fabers Verwaltungstätigkeit hinweisen. Seine Anglizismen, die eine gewisse Weltgewandtheit suggerieren wollen, seine eingestreuten grammatischen Verirrungen (der falsche Konjunktiv „Ich war gespannt, als fliege [statt ,flöge'] ich zum ersten Mal in meinem Leben“) sowie die Ungenauigkeiten und Widersprüche, in die er sich verwickelt, kontrastieren aber mit seinem eigenen Anspruch. Sie weisen den Bericht als etwas Subjektives aus, dessen Vieldeutigkeit zur Interpretation einlädt. Außerdem hebt sich seine kalte Schilderung von dem schicksalhaft anmutenden und auf Mythen (Die Ödipussage) anspielenden Erlebten ab.
Nach Sabeths Unfall erzählt Faber nicht mehr chronologisch. Dadurch entsteht gerade nicht der Eindruck, es handle sich um einen Tatsachenbericht. Stattdessen nimmt der „Bericht“ die Form einer Selbstrechtfertigung des Protagonisten an. Dieser will eigentlich die Geschichte seines Lebens schreiben, um am Ende zuzugeben, dass nichts davon stimmt. Auch seine Beteuerungen, er glaube nicht an Fügung, drängen den Leser dazu, die gegenteilige Vermutung gleichermaßen in Betracht zu ziehen. Sein propagiertes Weltbild des rationalistischen Technikers kann als Verdrängungsmechanismus interpretiert werden, um einer Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld zu entgehen. Gleichzeitig wird ebendieses Weltbild zunehmend erschüttert.
Frisch äußerte zu seinem Protagonisten: „Er lebt an sich vorbei, und die Diskrepanz zwischen seiner Sprache und dem, was er wirklich erfährt und erlebt, ist das, was mich dabei interessiert hat. Die Sprache ist hier also der eigentliche Tatort. […] Wir sehen, wie er sich interpretiert. Wir sehen im Vergleich zu seinen Handlungen, daß er sich falsch interpretiert. Wäre das in Er-Form, so wäre ich als Autor der herablassende Richter; so richtet er sich selbst.“
Bildnachweise [nach oben]
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