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Peter Stamm

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Steckbrief

Autoren: Peter Stamm
Abb. 1: Peter Stamm in Genf, 2012.
Autoren: Peter Stamm
Abb. 1: Peter Stamm in Genf, 2012.
#agnes#peterstamm

Biographie

1963 geboren im schweizerischen Scherzingen im Kanton Thurgau, wuchs Stamm als Sohn eines Buchhalters mit drei Geschwistern auf. Nach der Primar- und Sekundarschule begann er mit 16 Jahren eine Lehre zum Kaufmann. Auf seinem weiteren Weg legte er auch noch die Matura, das schweizerische Abitur ab. 5 Jahre später begann Stamm seine Studienzeit. Er studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und arbeitete nebenher als Praktikant in psychiatrischen Kliniken. Keinen dieser Studiengänge führte er zu Ende.
Nach Abbruch seines Studiums 1990 begann Stamm seine Arbeit als freier Autor und Journalist für das Satiremagazin Nebelspalter.
In engen, ländlichen Verhältnissen aufgewachsen, zog es ihn als jungen Mann in die großen Städte der Welt. Seine Reise begann in Paris, von wo er nach einiger Zeit doch wieder zu den Eltern zurück kehrte. Doch wieder hielt es ihn nicht lange in der Heimat. Es zog ihn nach London, New York, Skandinavien und Ende der Neunziger nach Berlin.
Die Menschenmassen in den Städten boten Stamm viele neue Geschichten, die er aber wegen des Lärms und der Unruhe nicht zu Blatt brachte. Er sammelte also seine Materialien und kehrte zum Schreiben in ruhigere Städte zurück. Heute lebt er mit seiner Familie in Winterthur. Die Stadt habe seiner Meinung nach die richtige Größe, um Geschichten zu sammeln und um diese auch zu Papier zu bringen, aber auch die richtige Größe, um nicht in der dörflichen Einöde zu versinken.
Mit seiner ersten Veröffentlichung Agnes begann seine Karriere als Schriftsteller. Doch der Weg bis dahin war nicht einfach. Das zuerst als Novelle angedachte Buch war nicht zum Verkauf geeignet, so blieb es einige Jahre liegen. Weil die Geschichte zu schön war, schrieb er sie um und fand 1998 einen Verlag für seinen neuen alten Roman.
Seine literarischen Produktionen sind weit gefächert. Er schreibt Hörspiele, Drehbücher, Satiren, journalistische Texte, Prosa, Romane und Erzählungen.

Werk und Einordnung

Für seine Werke erhielt Stamm unter anderem den Rauriser Literaturpreis (1999) und den Rheingau Literaturpreis (2000). Bei größeren Auszeichnungen konnte Stamm bislang noch nicht punkten, was er selbst damit begründet, dass seine Bücher schwer vermittelbar seien. Im Mittelpunkt seines Schreibens stehen oft ganz normale Menschen in ganz normalen Alltagsgeschichten. Ihm geht es weniger darum, verrückte Geschichten zu erzählen, als darum, eine genaue Abbildung des Alltags darzustellen. Er könne nur über Dinge schreiben, die er auch kenne und sehe. Die Leser sollen sich mit den Charakteren, die Stamm erschafft, identifizieren können. Sein Ziel ist es, den Menschen eine Stütze und einen Denkanstoß für das eigene Leben zu geben.
Peter Stamm beherrscht die dezenten Handlungen und die leisen Töne. Seine Texte hält er schlicht und kühl, was stark an sein literarisches Vorbild Ibsen (Henrik Johan Ibsen (1828-1906), norwegischer Schrifsteller und Dramatiker) erinnert.
In Stamms ersten und bislang bekanntesten Roman Agnes erzählt er die Geschichte eines vierzigjährigen Autors aus der Schweiz. Der Ich-Erzähler E. wohnt in Chicago und lernt die Physikerin Agnes kennen. Er entwirft eine Geschichte in der Geschichte und Agnes fügt sich der Fiktion, statt der Realität zu folgen. Aus der anfänglichen spannenden Liebesgeschichte wird bald kühler Alltag, Agnes wird krank, der Ich-Erzähler fühlt sich unwohl. Mehr und mehr fließen Fiktion und Wirklichkeit ineinander und E. lässt sich zunehmend von den Bildern leiten, die er von Agnes erschaffen hat. Agnes wird schwanger und die Wege der beiden trennen sich. E. verbringt seine Zeit mit Louise, die er auf einer Party kennengelernt hat, und denkt dabei nicht weiter an Agnes. Als diese jedoch eine Fehlgeburt erleidet, kommt er zu ihr zurück. Ihr Verhältnis bleibt aber gestört. E. schreibt ihre Geschichte zu Ende, ohne dass Agnes etwas davon weiß. Eines Abends kommt er nach Hause, der Computer summt. Agnes hat das Ende der Geschichte gelesen und ist verschwunden.
1990 erschien die Kurzgeschichtensammlung mit dem Titel Blitzeis. Stamm kritisiert die emotionale Verkrüppelung der heutigen Gesellschaft. Die Charaktere befinden sich an verschiedenen Orten, sind jedoch alle auf der Suche nach etwas oder versuchen sich vor etwas zu verstecken. Alle scheinen einsam und allein zu sein, immer in Bewegung.
Sechzehn Jahre später schrieb Stamm erneut einen Roman (An einem Tag wie diesem) über einen vierzigjährigen Junggesellen aus der Schweiz, der in Paris als Lehrer unterrichtet. Sein Leben ist leer und ziellos, und obwohl er seit 18 Jahren in Paris lebt, fühlt er sich wie ein umherirrender Tourist, der nie ankommt. Er hat zwei Geliebte, die ihn regelmäßig besuchen, doch auch das füllt ihn nicht aus. Eines Tages erinnert er sich an seine erste und einzige Liebe, für die er damals keine Worte fand. Er kündigt seinen Job und startet eine Reise in seine Heimat, auf der Suche nach ihr. Eine junge Praktikantin, die sich kurz vorher in ihn verliebt hat, begleitet ihn. In der Schweiz trifft er auf seine Jugendliebe, spricht mit ihr, verlässt aber bald wieder das Dorf, um der Praktikantin zu folgen, die ihn aufgab, als sie von seiner anderen Liebe erfuhr.
Im Erzählband Seerücken, der 2011 erschien, beschreibt Stamm zehn Geschichten verschiedener Figuren, die mit großer Trauer zu kämpfen haben. Die Charaktere sind abgeschieden, sehen wenig Sinn in ihrem Tun, und kämpfen mit persönlichen Krisen, die sie sich nicht eingestehen wollen. Ein Ehepaar kämpft mit der Ehe, ein Pfarrer hat keinen Zugang zu seiner Gemeinde, einer Klavierlehrerin fehlt das Talent.
In vielen Kurzgeschichten und Romanen Stamms scheint man ihn als Person wiedererkennen zu können. Das Motiv des vierzigjährigen Schweizers taucht mehrere Male auf, die Charaktere wohnen oft in großen einsamen Städten wie Paris, New York und Chicago, haben gewöhnliche Berufe, sind immer auf der Suche nach etwas, scheinen aber nicht zu wissen, was genau sie suchen und sind deshalb ständig in Bewegung.
Neben den autobiographischen Zügen der Charaktere scheinen die Selbstentfremdung, die Geschlechterrolle, die damit zusammenhängende Unfähigkeit, Gefühle auszudrücken und die andauernde Unzufriedenheit Leitmotive zu sein, die sich durch alle Geschichten ziehen. Das Ende bleibt meist offen, ein Happy End bleibt dabei aus, weshalb Scheitern der Charaktere damit aber nicht unbedingt gegeben ist. Stamm möchte dem Leser überlassen, wie er sich die offenen Fragen selbst beantwortet, ob er sich sein eigenes Happy End stricken möchte oder nicht.

Form und Sprache

Peter Stamm: Ich will, dass die Leser nicht ans Lesen denken. Sie sollen nicht auf die Sprache achten. Sie sollen nicht an Sprache denken. Mein Ziel ist erreicht, wenn die Leser nicht merken, dass sie ein Buch in der Hand halten, dass sie eine Art Tagtraum haben. Wenn das klappt, dann entsteht der Eindruck, es liest sich leicht.1
Die im Zitat skizzierte Form und Sprache des Schweizer Autors zieht sich genauso durch seine Geschichten wie seine Motivik. Mit seinen kurzen, trockenen und schmucklosen Sätzen entsteht ein verknappter Stil.
Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang wieder sein Debütroman Agnes, der in die Kategorie des postmodernen Romans eingegliedert werden kann. Diese Art von Roman entstand in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts und wird als Gegenbewegung zur Moderne angesehen. Anstatt den Sinn der Wirklichkeit zu suchen, wird dieser Faktor in der Postmoderne absichtlich vernachlässigt. Charakteristische Züge sind die Sinnlosigkeit und das Durcheinander. Die Figuren haben keine Mög-lichkeit zur Entwicklung, bleiben auf der Stelle stehen oder entwickeln sich sogar zurück. Das Leben kommt ihnen fremdgesteuert vor, sie sind nicht in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen.
In Agnes finden sich zahlreiche Referenzen zu literarischen und nicht-literarischen Texten. Literaturwissenschaftler sprechen in diesem Fall von Intertextualität. Dies bedeutet, dass literarische Texte nicht isoliert, aus sich heraus verstanden werden können, sondern dem Einfluss anderer Texte und Textstrukturen unterliegen. Dieser Einfluss kann in Form von Zitaten oder Verweisen sichtbar sein. Diese Anspielungen eröffnen jeweils neue Interpretationsmöglichkeiten für Agnes und sind mit den Leitmotiven des Romans verknüpft.
In Stamms Erzählungen wird oft die personale Erzählform im Sinne des Ich-Erzählers verwendet. Sprache und Stil sind dabei am treffendsten als lakonisch zu charakterisieren. „Lakonisch“ stammt aus dem Griechischen (lakonikos) und beschreibt eine kurze, bündige Ausdrucks- oder Schreibweise, die eher wortkarg und schmucklos wirkt. Ihr Gegenteil ist die epische Weitschweifigkeit, wie wir sie etwa bei Thomas Mann finden.
Meist sind kurze Hauptsätze aneinandergereiht, statt durch Konjunktionen verbunden.
Ausschmückende Adjektive finden sich in den Geschichten kaum, kein Wort wirkt verzichtbar oder überflüssig. Da die nüchterne Sprache kaum Emotionen transportiert oder verrät, entspricht sie auch oft der Gefühlskälte der Charaktere.
Dialoge werden häufig monoton aufgebaut. Der Leser muss sich die Verknüpfungen und Übergänge selbst herstellen.
Stilistische Mittel wie Metaphern, Vergleiche und der verschiedene Gebrauch der Tempora werden dafür sehr gerne von Stamm verwendet.
In den Geschlechterrollen wird das Männer- und Frauenbild mit Beziehungsängsten und Kommunikationsschwierigkeiten dargestellt. Zwar hegen die Männer in Stamms Geschichten oft den Wunsch nach Liebe und Zuneigung, können sich aber am Ende nicht oder nicht richtig ausdrücken und versagen. Die Frauen schweben zwischen Macht und Machtlosigkeit, sind mal selbstständig, mal abhängig.
Auch die Wohnorte der Protagonisten sind sich ähnlich. Oft spielen die Geschehnisse in großen Städten wie New York, Paris, Chicago. Sie stehen in Stamms Geschichten metaphorisch für die Einsamkeit. Die Charaktere fühlen sich trotz Menschenmassen alleine, nicht geborgen. Doch flüchten sie aufs Land, hält es sie auch dort nicht lange. Auf der ständigen Suche nach der Zufriedenheit schwanken die Figuren zwischen groß und klein, laut und leise, wie es auch Stamm als junger Mann selbst erging.
Mit diesen Stil- und Sprachmitteln gelingt es Peter Stamm stets, eine abgekühlte und abgeschiedene Welt zu erschaffen.
1http:// Seerücken, Pascal Fischer: www.ndr.de/kultur/literatur/buchtipps/nbseeruecken101.html [10.03.2014]

Wichtige Werke

  • 1998 Agnes (Roman)
  • 1999 Blitzeis (Kurzgeschichten)
  • 2001 Ungefähre Liebschaft (Roman)
  • 2003 In fremden Gärten (Erzählungen)
  • 2006 An einem Tag wie diesem (Roman)
  • 2008 Wir fliegen (Erzählungen)
  • 2009 Sieben Jahre (Roman)
  • 2011 Seerücken (Erzählungen)
Bildnachweise [nach oben]
[1]
https://goo.gl/vjZPPG – Ludovic Péron, CC BY-SA 3.0.
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