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Einführung

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Definition

Epik ist neben Lyrik und Dramatik eine der drei großen Gattungen der Literatur. „Epik“ ist ein Sammelbegriff für erzählende Literatur, in der als vergangen angenommene Geschehnisse in Prosa- oder Versform festgehalten werden.
Erzählt wird im epischen Präteritum, sodass der Eindruck entsteht, die Ereignisse fänden in einer fiktiven Gegenwart satt. Im Gegensatz zum Präteritum, das eigentlich die Vergangenheit beschreibt, hat das epische Präteritum also Gegenwartsbezug. Es kann dabei Sätze geben wie „Er war sehr nervös. Morgen war sein Deutsch-Abitur.“
Der Begriff Epik stammt vom griechischen Wort epikos ab, was so viel bedeutet, wie zum Epos gehörend bzw. erzählend. Hierbei wird der Zusammenhang zu dem historischen Ursprung, dem Epos, deutlich.

Formen

In der Epik wird in Groß- und Kleinformen unterschieden.
Großformen:
  • Dazu gehören: Epos, Saga, Roman, Autobiografie und Biografie
  • Es gibt Vordergrund- und Hintergrundhandlungen
  • Mehrere Handlungsstränge oder selbständige Episoden greifen ineinander
  • Es gibt viele verschiedene Figuren innerhalb der Handlung
  • Epische Breite durch Abschweifungen oder Reflexionen
Kleinformen:
  • Dazu gehören: Novelle, Erzählung, Kurzgeschichte, Fabel, Parabel, Essay, Anekdote, Ballade, Verserzählung
  • Es gibt nur einen Handlungsstrang
  • Die Handlung ist auf den Schluss hin konzipiert

Erzählperspektiven

In der Epik werden verschiedene Erzählperspektiven definiert, die sich durch die Rolle des Erzählers in der Handlung unterscheiden. Allerdings muss eine Perspektive nicht die ganze Erzählung über beibehalten, sondern kann auch gewechselt werden.
Auktorialer Erzähler Personaler Erzähler Ich-Erzähler
Allwissender Erzähler, der nicht am Geschehen teilnimmt Erzähler, der durch die Augen einer oder mehrerer Figuren das Geschehen beschreibt und reflektiert Erzählerfigur, die selbst am Geschehen teilnimmt
Er- oder Sie-Form Er- oder Sie-Form Ich-Form
Die Außenperspektive überwiegt: berichtendes Erzählen mit epischer Distanz des Erzählers zu den Figuren und der Handlung. Die Innenperspektive überwiegt: die Gedanken und Gefühle einer Figur können beschrieben werden, Erzählung aus der Sicht dieser Figur, beschränkt auf deren Bewusstseinshorizont Der Erzähler vereint erzählendes und erlebendes Ich: er kann sein Innenleben unmittelbar reflektieren, aber andere Figuren nur von außen beschreiben.
Der Erzähler kann zwischen Orten und Zeiten hin und her springen, kann Worte und Gedanken der Figuren ausbreiten oder verschweigen, werten und urteilen oder den Leser direkt ansprechen. Informationen über Zeit und Ort werden meist vermittelt, indem der Erzähler aus der personalen in die auktoriale Form wechselt. Durch erlebte Rede herrscht ein hoher Grad an Unmittelbarkeit vor: der Erzähler ist kaum mehr wahrnehmbar. Kaum epische Distanz: der Erzähler ist Teil der Handlung, erzählt, was passiert ist. Kennzeichnend für Autobiografien, Biografien, Briefe, Reportagen und Berichte.
Bsp.: Der Beginn von Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas
„An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Rosshändler, namens Michael Kohlhaas (…) einer der rechtschaffensten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit.“
$\rightarrow$ Figur eingeführt und bewertet; Umstände sind dem Erzähler bekannt
Er ritt einst, mit einer Koppel junger Pferde (…) ins Ausland, und überschlug eben, wie er den Gewinst (…) anlegen wolle.“
$\rightarrow$ Er-Form; Gedanken beschrieben
Bsp.: Franz Kafkas Die Verwandlung
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“
$\rightarrow$ erzählt, was Gregor sieht; Er-Form
„‚Was ist mit mir geschehen?‘, dachte er. Es war kein Traum.“
$\rightarrow$ der Erzähler kennt Gregors Gedanken; dialogische Form
Bsp.: Der Briefroman Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe
„Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße“
$\rightarrow$ Ich-Form; der Erzähler beschreibt seine Gefühle
„Noch gar einen braven Mann habe ich kennen lernen, den fürstlichen Amtmann, einen offenen, treuherzigen Menschen. Man sagt, es soll eine Seelenfreude sein, ihn unter seinen Kindern zu sehen“
$\rightarrow$ beschreibt den Amtmann aus der Außenperspektive; kennt dessen Gedanken nicht
Auktorialer Erzähler
Allwissender Erzähler, der nicht am Geschehen teilnimmt
Er- oder Sie-Form
Die Außenperspektive überwiegt: berichtendes Erzählen mit epischer Distanz des Erzählers zu den Figuren und der Handlung.
Der Erzähler kann zwischen Orten und Zeiten hin und her springen, kann Worte und Gedanken der Figuren ausbreiten oder verschweigen, werten und urteilen oder den Leser direkt ansprechen.
Bsp.: Der Beginn von Heinrich von Kleists Novelle Michael Kohlhaas
„An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Rosshändler, namens Michael Kohlhaas (…) einer der rechtschaffensten und zugleich entsetzlichsten Menschen seiner Zeit.“
$\rightarrow$ Figur eingeführt und bewertet; Umstände sind dem Erzähler bekannt
Er ritt einst, mit einer Koppel junger Pferde (…) ins Ausland, und überschlug eben, wie er den Gewinst (…) anlegen wolle.“
$\rightarrow$ Er-Form; Gedanken beschrieben
Personaler Erzähler
Erzähler, der durch die Augen einer oder mehrerer Figuren das Geschehen beschreibt und reflektiert
Er- oder Sie-Form
Die Innenperspektive überwiegt: die Gedanken und Gefühle einer Figur können beschrieben werden, Erzählung aus der Sicht dieser Figur, beschränkt auf deren Bewusstseinshorizont
Informationen über Zeit und Ort werden meist vermittelt, indem der Erzähler aus der personalen in die auktoriale Form wechselt. Durch erlebte Rede herrscht ein hoher Grad an Unmittelbarkeit vor: der Erzähler ist kaum mehr wahrnehmbar.
Bsp.: Franz Kafkas Die Verwandlung
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“
$\rightarrow$ erzählt, was Gregor sieht; Er-Form
„‚Was ist mit mir geschehen?‘, dachte er. Es war kein Traum.“
$\rightarrow$ der Erzähler kennt Gregors Gedanken; dialogische Form
Ich-Erzähler
Erzählerfigur, die selbst am Geschehen teilnimmt
Ich-Form
Der Erzähler vereint erzählendes und erlebendes Ich: er kann sein Innenleben unmittelbar reflektieren, aber andere Figuren nur von außen beschreiben.
Kaum epische Distanz: der Erzähler ist Teil der Handlung, erzählt, was passiert ist. Kennzeichnend für Autobiografien, Biografien, Briefe, Reportagen und Berichte.
Bsp.: Der Briefroman Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfgang von Goethe
„Eine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen, gleich den süßen Frühlingsmorgen, die ich mit ganzem Herzen genieße“
$\rightarrow$ Ich-Form; der Erzähler beschreibt seine Gefühle
„Noch gar einen braven Mann habe ich kennen lernen, den fürstlichen Amtmann, einen offenen, treuherzigen Menschen. Man sagt, es soll eine Seelenfreude sein, ihn unter seinen Kindern zu sehen“
$\rightarrow$ beschreibt den Amtmann aus der Außenperspektive; kennt dessen Gedanken nicht

Erzähltechniken

Die Handlung kann in epischen Texten auf unterschiedliche Arten vom Erzähler dargeboten werden. Grob unterscheidet man die Techniken dabei in Erzählerbericht und Figurenrede.
Erzählerbericht:
  • Textelemente, die dem Erzähler direkt zugeordnet werden können
  • Der Erzähler berichtet über die Handlung, beschreibt oder kommentiert das Geschehen.
  • Unterscheidung in Showing und Telling
    • Showing: keine Einmischung und Bewertung durch den Erzähler, bloße Wiedergabe zeitlicher Vorgänge, Bsp.: Sie sucht ihr Telefon und will Tim endlich anrufen.
    • Telling: Erzähler mischt sich mit Kommentaren, Bewertungen, Rückgriffen und Leseransprachen ein, er gibt aktuelle Geschehnisse wieder, Bsp.: Verzweifelt sucht sie ihr Telefon, das sie mal wieder verlegt hat und will endlich Tim anrufen, mit dem sie sich vor zwei Wochen heftig zerstritten hat.
Figurenrede:
  • Das Geschehen wird durch Äußerungen oder Gedanken von Figuren vermittelt
  • Direkte Rede
    • Szenisch unmittelbar, der Erzähler tritt hinter die Figur zurück
    • 1./2. Person Indikativ
    • Bsp.: „Ich muss Tim unbedingt sprechen. Ich halte das nicht mehr aus. Ich muss ihm endlich alles erklären."
  • Indirekte Rede
    • Berichtende Form, bei der der Erzähler als Vermittler erkennbar bleibt
    • 3. Person Konjunktiv
    • Bsp.: Sie sagte, sie müsse Tim unbedingt sprechen. Sie müsse ihm endlich alles erklären.
  • Erlebte Rede
    • Darstellung aus der Innensicht einer Person
    • 3. Person Indikativ Präteritum
    • Bsp.: Sie musste unbedingt mit ihm sprechen. Sie hielt es nicht mehr aus, musste ihm endlich alles erklären.
  • Innerer Monolog
    • Wiedergabe von Gedanken in einer Art Selbstgespräch
    • Erzähler tritt zurück, Mitfühlen mit der Figur ist unmittelbar möglich
    • 1. Person Indikativ Präsens
    • Bsp.: Ich muss ihn unbedingt sprechen. Ich halte das nicht mehr aus! Ich muss ihm endlich alles erklären.
  • Bewusstseinsstrom
    • Protokollartige Wiedergabe von Gedanken, Emotionen und Wahrnehmungen
    • 1. Person Indikativ Präsens
    • Bsp.: Tim. Oje. Ich muss ihn unbedingt sprechen. Jetzt. Endlich alles erklären. Wo ist das Telefon? Schnell!

Zeitstruktur des Erzähltextes

In der Epik kann man von einer doppelten Zeit des Erzählten sprechen und in Erzählzeit und erzählte Zeit differenzieren.
Die Erzählzeit bezeichnet die Zeit, die beim Erzählen bzw. Lesen der Handlung vergeht. Sie ist also gleichbedeutend mit der Zeitspanne der sprachlichen Realisierung bzw. der räumlichen Ausdehnung des Textes in Seitenzahlen.
Die erzählte Zeit dagegen ist die Zeit, die in der Geschichte selbst vergeht und damit die Zeit, über die sich die Handlung erstreckt. Sie kann aufgrund von Datierungen innerhalb der Erzählung festgemacht werden.

Erzähltempo

Basierend auf die Unterteilung in Erzählzeit und erzählte Zeit kann das Tempo der Erzählung variieren und in folgende Formen eingeteilt werden:
Zeitdehnendes Erzählen:
  • Die Erzählzeit ist länger als die erzählte Zeit
  • Detaillierte Wiedergabe eigentlich schnell ablaufender Bewusstseinsprozesse
Zeitdeckendes Erzählen:
  • Die Erzählzeit und erzählte Zeit sind gleich lang
  • Dialoge, erlebte Rede, innerer Monolog
Zeitraffendes Erzählen:
  • Die Erzählzeit ist kürzer als die erzählte Zeit
  • Ereignisse werden zusammengefasst und gerafft
    • Aussparung/Zeitsprung: Zeitabschnitt wird übersprungen
    • Sukzessive Raffung: fortschreitende Aneinanderreihung von Geschehnissen, z.B. „Dann… und dann…“
    • Iterative Raffung: fasst einen Zeitraum durch Angabe regelmäßig wiederholender Geschehnisse zusammen, z.B. „Immer wieder…“ oder „Wie jeden Freitag…“
    • Durative Raffung: beschreibt etwas den ganzen Zeitraum Überdauerndes, z.B. „Die ganze Zeit über…“ oder „Während des gesamten Urlaubs…“
Rückwendungen:
  • Unterbrechung, um Geschehnisse nachzutragen, die früher passiert sind bzw. Informationen an passender Stelle nachzureichen
    • Aufbauende Rückwendung: erst im zweiten Teil der Erzählung wird erklärt, warum und wie es zur aktuellen Handlung kam
    • Auflösende Rückwendung: am Ende des Textes werden Lücken aufgefüllt und fehlende Informationen nachgeliefert
    • Eingeschobene Rückwendung: blendet vorangegangene Erlebnisse ein, um auf etwas zu verweisen oder etwas zu vertiefen
Vorausdeutungen:
  • Unterbrechung, um Geschehnisse vorwegzunehmen
    • Zukunftsungewisse Vorausdeutung: dem Horizont der Figur zugeordnet, subjektive Hoffnung oder Furcht ohne genaue Angaben zur Zukunft
    • Zukunftsgewisse Vorausdeutung: dem Erzähler zugeordnet, der mehr weiß als die Figur und Angaben über das künftige Geschehen macht
Das zeitdehnende, zeitdeckende und zeitraffende Erzählen gliedert den Erzähltext in verschiedene Abschnitte, stört aber die Chronologie des Textes nicht. Im Gegensatz dazu unterbrechen Rückwendungen und Vorausdeutungen die Chronologie des Erzählten.
#epik
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