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Inhaltsangabe

Skripte
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Textgrundlage Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie Erster Teil, durchgesehene Auflage, Stuttgart, Reclam 2000 (Erstausgabe 1808).
#faust

Definition

Eine Inhaltsangabe dient dazu, dem Leser einen groben Überblick über die Handlung in einem Text oder Buch zu geben, die er dann nachvollziehen kann, ohne das Werk oder den Text gelesen zu haben.

Unterschied Inhaltsangabe – Nacherzählung

Beim Verfassen einer Inhaltsangabe besteht die Gefahr, eine Nacherzählung zu schreiben. Der Unterschied besteht darin, dass eine Nacherzählung nicht nüchtern, sachlich und objektiv sein muss – im Gegensatz zur Inhaltsangabe. Spannungsaufbauende Elemente sind in einer Nacherzählung erwünscht, in einer Inhaltsangabe jedoch unbedingt zu vermeiden. Außerdem ist eine Nacherzählung viel ausführlicher und vom Verfasser selbst wird bestimmt, was genau nacherzählt wird und was nicht.
#inhaltsangabe

Aufbau

Wie jeder andere Text auch, den man in Deutsch verfasst, muss auch die Inhaltsangabe dem üblichen Schema folgen:
EinleitungHauptteilSchluss

Einleitung

In der Einleitung der Inhaltsangabe, die aus wenigen Sätzen (auch Basissätze genannt) bestehen sollte, müssen die folgenden Punkte genannt werden
  • Autor des Textes bzw. Buches
  • Titel
  • Textgattung
  • Erscheinungsjahr
  • grobe Zusammenfassung der Handlung
Musterbeispiel:
Die 1808 erschienene Tragödie Faust. Der Tragödie Erster Teil von Johann Wolfgang von Goethe handelt von dem mit seinem Leben unzufriedenen Dr. Heinrich Faust und dessen darauf folgenden Pakt mit dem Teufel.
Musterbeispiel:
Die 1808 erschienene Tragödie Faust. Der Tragödie Erster Teil von Johann Wolfgang von Goethe handelt von dem mit seinem Leben unzufriedenen Dr. Heinrich Faust und dessen darauf folgenden Pakt mit dem Teufel.
Formulierungshilfen für die Einleitung
  • Im (Erscheinungsjahr) erschienenen (Gattung) (Titel) von (Autor) geht es um (Handlung).
  • Der/Die/Das (Erscheinungsjahr) erschienene (Gattung) von (Autor) behandelt (Handlung).
#inhaltsangabe

Hauptteil

Damit du im Hauptteil nichts Wichtiges vergisst, kannst du dir die siebenW-Fragen“ stellen:
  • Wer sind die wichtigsten Charaktere?
  • Was passiert in dem Text bzw. der Lektüre?
  • Wie kommt es dazu?
  • Wo findet die Handlung statt?
  • Wann spielt der Text bzw. die Geschichte?
  • Weshalb handeln die Figuren so, wie sie handeln?
  • Welche Auswirkungen hat dies auf die weitere Handlung?
Außerdem solltest du
  • die Handlung objektiv und sachlich wiedergeben und deine persönliche Meinung nicht miteinbeziehen.
  • deine eigenen Worte verwenden und nicht paraphrasieren
  • keine Details erwähnen, die für das grobe Verständnis der Handlung nicht unbedingt notwendig sind
  • der Chronologie des Textes folgen
  • keine sprachlichen Ausschmückungen einbauen
  • keine direkte Rede verwenden
  • den Text nicht analysieren oder interpretieren, sondern objektiv und nüchtern wiedergeben
#inhaltsangabe

Schluss

Im Schluss ziehst du ein Fazit, das objektiv sein sollte – auch hier darf deine Meinung nicht mit einfließen. Auch kannst du die Bedeutung der Textstelle für das Gesamtwerk aufzeigen oder reflektieren, inwiefern sie die Charaktereigenschaften der Protagonisten widerspiegelt.
#inhaltsangabe

Vorarbeit

Lies den Text mehrmals sorgfältig, bevor du beginnst, ihn zusammenzufassen. Hierfür empfiehlt sich das Drei-Stufen-Lesemodell:
  • Erster Lesedurchgang
  • Beim ersten Lesedurchgang geht es lediglich darum, die Handlung grob zu verstehen. Du kannst dir dafür auf einem Extrablatt Notizen zu den Personen und den wichtigsten Geschehnissen machen oder mit Randnotizen arbeiten.
  • Zweiter Lesedurchgang
  • Beim zweiten Mal kannst du einen Textmarker zur Hand nehmen, um das Wichtigste zu markieren. Hier bietet es sich an, mit zwei verschiedenen Farben zu arbeiten, um Handlung und Interpretation besser unterscheiden zu können. So verhinderst du auch, eine Textinterpretation zu schreiben statt einer Inhaltsangabe.
  • Dritter Lesedurchgang
  • Wenn du den Text zum dritten Mal liest, kannst du auf Einzelheiten achten, wie z. B. die Mimik und Gestik der Hauptpersonen, die auf bestimmte Charaktereigenschaften schließen lassen. Obwohl solche Details für eine Inhaltsangabe irrelevant sind, kannst du gut damit arbeiten. Denn je besser du den Primärtext verstanden hast, desto leichter wird dir die Zusammenfassung des Textes fallen.
*Anmerkung: Wenn du einen ganzen Roman zusammenfassen sollst, kannst du natürlich nicht mit drei Lesedurchgängen arbeiten. Du solltest dieses System dann auf die wichtigsten Passagen anwenden und alle anderen Stellen sehr sorgfältig und aufmerksam lesen.

Zusammenfassen in drei Schritten

Um sicherzugehen, dass man beim Zusammenfassen eines Textes keinen wichtigen Schritt vergessen hat, kann man nach dem Drei-Schritte-Modell vorgehen.
#zusammenfassen

Erster Schritt

Im ersten Schritt wird der Text in inhaltliche Abschnitte unterteilt. Man ordnet jedem Abschnitt eine Überschrift zu und fasst anschließend stichwortartig den Inhalt zusammen. Der erste Schritt ist somit wichtig für die Unterscheidung zwischen relevanten und irrelevanten Aussagen.

Zweiter Schritt

Auf Basis der stichwortartigen Zusammenfassungen aus dem ersten Schritt kannst du dann einen zusammenhängenden Text verfassen. In diesem Schritt steht bereits die sprachliche Eigenleistung im Mittelpunkt, weshalb der Primärtext nicht mehr angeschaut werden sollte.

Dritter Schritt

Im dritten Schritt verfasst du den Schluss, der ein Fazit der Handlung darstellt. Hierfür kannst du dir noch einmal deine in Schritt eins verfassten Überschriften anschauen.

Die wichtigsten Regeln für eine gute Inhaltsangabe

Um eine gelungene Inhaltsangabe zu schreiben, kannst du dir die folgenden Leitfragen stellen:
  • $\checkmark$ $\quad$ Habe ich die Struktur Einleitung - Hauptteil - Schluss eingehalten?
  • $\checkmark$ $\quad$ Ist die Inhaltsangabe im Präsens verfasst?
  • $\checkmark$ $\quad$ Habe ich den Handlungsverlauf zeitlich korrekt wiedergegeben?
  • $\checkmark$ $\quad$ Habe ich meine eigenen Worte und keine Zitate verwendet?
  • $\checkmark$ $\quad$ Ist meine Sprache nüchtern und sachlich?
  • $\checkmark$ $\quad$ Habe ich spannungsaufbauende Elemente vermieden?
  • $\checkmark$ $\quad$ Habe ich Details ausgelassen und nur das Wichtigste wiedergegeben?
  • $\checkmark$ $\quad$ Ist meine Inhaltsangabe frei von direkter Rede?
#inhaltsangabe

Beispielaufgabe

Aufgabe: Schreibe eine Inhaltsangabe zu der Szene Abend aus Faust I, bei der du alles oben Erwähnte beachtest.
Aufgabe: Schreibe eine Inhaltsangabe zu der Szene Abend aus Faust I, bei der du alles oben Erwähnte beachtest.

Musterlösung

Abend
Ein kleines reinliches Zimmer
Margarete ihre Zöpfe flechtend und aufbindend.
Margarete.
Ich gäb was drum, wenn ich nur wüsst
Wer heut der Herr gewesen ist!
Er sah gewiss recht wacker aus,
Und ist aus einem edlen Haus;
Das konnt ich ihm an der Stirne lesen -
Er wär auch sonst nicht so keck gewesen. (Ab.)
Mephistopheles. Faust.
Mephistopheles. Herein, ganz leise, nur herein!
Faust (nach einigem Stillschweigen).
Ich bitte dich, lass mich allein!
Mephistopheles (herumspürend).
Nicht jedes Mädchen hält so rein. (Ab.)
Faust (rings aufschauend.)
Willkommen süßer Dämmerschein!
Der du dies Heiligtum durchwebst.
Ergreif mein Herz, du süße Liebespein!
Die du von Tau der Hoffnung schmachtend lebst.
Wie atmet rings Gefühl der Stille,
Der Ordnung, der Zufriedenheit!
In dieser Armut welche Fülle!
In diesem Kerker welche Seligkeit!
(Er wirft sich auf den ledernen Sessel am Bette.)
O nimm mich auf! der du die Vorwelt schon
Bei Freud und Schmerz im offnen Arm empfangen!
Wie oft, ach! hat an diesem Väter-Thron
Schon eine Schar von Kindern rings gehangen!
Vielleicht hat, dankbar für den heil'gen Christ,
Mein Liebchen hier, mit vollen Kinderwangen,
Dem Ahnherrn fromm die welke Hand geküsst.
Ich fühl, o Mädchen, deinen Geist
Der Füll und Ordnung um mich säuseln,
Der mütterlich dich täglich unterweist,
Den Teppich auf den Tisch dich reinlich breiten heißt, Sogar den Sand zu deinen Füßen kräuseln.
O liebe Hand! so göttergleich!
Die Hütte wird durch dich ein Himmelreich.
Und hier!
(Er hebt einen Bettvorhang auf.) Was fasst mich für ein Wonnegraus!
Hier möcht ich volle Stunden säumen.
Natur! Hier bildetest in leichten Träumen
Den eingebornen Engel aus;
Hier lag das Kind! mit warmem Leben
Den zarten Busen angefüllt,
Und hier mit heilig reinem Weben
Entwirke sich das Götterbild!
Und du! Was hat dich hergeführt?
Wie innig fühl ich mich gerührt!
Was willst du hier? Was wird das Herz dir schwer?
Armsel'ger Faust! ich kenne dich nicht mehr.
Umgibt mich hier ein Zauberduft?
Mich drang's so grade zu genießen,
Und fühle mich in Liebestraum zerfließen!
Sind wir ein Spiel von jedem Druck der Luft?
Und träte sie den Augenblick herein,
Wie würdest du für deinen Frevel büßen!
Der große Hans, ach wie so klein!
Läg, hingeschmolzen, ihr zu Füßen.
Mephistopheles (kommt).
Geschwind! ich seh sie unten kommen.
Faust. Fort! Fort! Ich kehre nimmermehr!
Mephistopheles.
Hier ist ein Kästchen leidlich schwer,
Ich hab's woanders hergenommen.
Stellt's hier nur immer in den Schrein,
Ich schwör Euch, ihr vergehn die Sinnen;
Ich tat Euch Sächelchen hinein,
Um eine andre zu gewinnen.
Zwar Kind ist Kind und Spiel ist Spiel.
Faust. Ich weiß nicht soll ich?
Mephistopheles.
Fragt Ihr viel?
Meint ihr vielleicht den Schatz zu wahren?
Dann rat ich Eurer Lüsternheit,
Die liebe schöne Tageszeit
Und mir die weitre Müh zu sparen
Ich hoff nicht dass Ihr geizig seid!
Ich kratz den Kopf, reib an den Händen -
(Er stellt das Kästchen in den Schrein und drückt das Schloss wieder zu.)
Nur fort! geschwind! -
Um Euch das süße junge Kind
Nach Herzens Wunsch und Will' zu wenden;
Und Ihr seht drein,
Als solltet Ihr in den Hörsaal hinein,
Als stünden grau leibhaftig vor Euch da
Physik und Metaphysika!
Nur fort! - (Ab.)
Margarete mit einer Lampe.
Margarete. Es ist so schwül, so dumpfig hie
(sie macht das Fenster auf)
Und ist doch eben so warm nicht drauß'
Es wird mir so, ich weiß nicht wie -
Ich wollt', die Mutter käm nach Haus.
Mir läuft ein Schauer übern ganzen Leib -
Bin doch ein töricht furchtsam Weib!
(Sie fängt an zu singen, indem sie sich auszieht.)
Es war ein König in Thule
Gar treu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Einen goldnen Becher gab.
Es ging ihm nichts darüber,
Er leert ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
So oft er trank daraus.
Und als er kam zu sterben,
Zählt er seine Städt im Reich,
Gönnt alles seinem Erben,
Den Becher nicht zugleich.
Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Väter-Saale,
Dort auf dem Schloss am Meer.
Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut,
Und warf den heiligen Becher
Hinunter in die Flut.
Er sah ihn stürzen, trinken
Und sinken tief ins Meer,
Die Augen täten ihm sinken,
Trank nie einen Tropfen mehr.
(Sie eröffnet den Schrein, ihre Kleider einzuräumen, und erblickt das Schmuckkästchen.)
Wie kommt das schöne Kästchen hier herein?
Ich schloss doch ganz gewiss den Schrein.
Es ist doch wunderbar! Was mag wohl drinne sein?
Vielleicht bracht's jemand als ein Pfand,
Und meine Mutter lieh darauf.
Da hängt ein Schlüsselchen am Band,
Ich denke wohl ich mach es auf!
Was ist das? Gott im Himmel! Schau,
So was hab ich mein' Tage nicht gesehn!
Ein Schmuck! Mit dem könnt eine Edelfrau
Am höchsten Feiertage gehn.
Wie sollte mir die Kette stehn?
Wem mag die Herrlichkeit gehören?
(Sie putzt sich damit auf und tritt vor den Spiegel)
Wenn nur die Ohrring' meine wären!
Man sieht doch gleich ganz anders drein.
Was hilft euch Schönheit, junges Blut?
Das ist wohl alles schön und gut,
Allein man lässt's auch alles sein;
Man lobt euch halb mit Erbarmen.
Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch Alles. Ach wir Armen!
Erster Lesedurchgang
  • Randnotizen

Zweiter Lesedurchgang

  • für die Inhaltsangabe wichtige Handlung
  • für die Inhaltsangabe wichtige Interpretationen

Dritter Lesedurchgang

  • Interpretationen, die nicht mit in die Inhaltsangabe miteinbezogen werden, aber dem besseren Verständnis der Textstelle dienen

Inhaltsangabe

In der Szene Abend aus Johann Wolfgang von Goethes 1808 erschienener Tragödie Faust I erkennt die Protagonistin Margarete den Wert der wahren und nicht an die Eheschließung gebundenen Liebe. Faust hingegen verfolgt weiterhin seinen Plan mit dem Ziel, Gretchen so schnell wie möglich zu verführen.
Nach ihrer Begegnung mit dem Gelehrten Dr. Heinrich Faust in der Szene Straße denkt Gretchen am Abend über den geheimnisvollen Fremden nach, dessen Anfrage um Geleit sie rigoros abgelehnt, die Berührung jedoch für einen Moment zugelassen hat.
Als Gretchen ihr Zimmer verlässt, betritt Faust ihre Kammer. Das kleine, ordentlich geputzte Zimmer erinnert ihn an Gretchens Unschuld und er bereut - in ihrem Sessel sitzend - seine anfängliche Einstellung ihr gegenüber. Trotzdem deponiert er in ihrem Schrank ein Schmuckkästchen mit wertvollen Ohrringen, das Mephisto für ihn gestohlen hat, um Gretchen so schnell wie möglich zu seiner Geliebten zu machen.
Gretchen kehrt nichtsahnend zurück in ihr Zimmer und beginnt, das Lied vom König von Thule zu singen. Es handelt von einem König und seiner Geliebten, die er über den Tod hinaus und unabhängig von Standesgrenzen geliebt hat. Dass Gretchen selbstvergessen dieses Lied vor sich hin summt, zeigt, was sie sich wünscht: Wahre, ewig währende Liebe.
Als die junge Frau das Schmuckkästchen findet, wundert sie sich, wer es in ihrem Schrank deponiert hat, legt dann aber doch den Schmuck an und bewundert sich im Spiegel.
Diese Szene zeigt sehr gut Gretchens und Fausts gegensätzliche Einstellungen zum Thema Liebe: Obwohl Faust von Gretchens ihren Charakter widerspiegelnden Zimmer berührt ist, so stellt er ihr das Schmuckkästchen in den Schrank. Gretchen hingegen träumt weiterhin von bedingungsloser Liebe.}
Anmerkungen zur Musterlösung
  • Bei einer Inhaltsangabe zu einer Szene aus einem Buch ist wichtig, nicht nur zusammenhanglos die Handlung aus dieser Szene wiederzugeben. Fasse auch die vorangegangene Handlung kurz zusammen, die zum Verständnis der Szene nötig ist.
  • Du musst allerdings auch aufpassen, keine Zusammenfassung aller Szenen bis einschließlich der geforderten zu schreiben.
  • V. a. bei Werken wie Faust musst du darauf achten, keine Szeneninterpretation zu schreiben. Die Interpretation zum Lied vom König in Thule (Vgl. V. 2759 - 2782) sollte zwar in die Inhaltsangabe miteinbezogen werden, allerdings nur mit wenigen Sätzen.
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