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Erzählperspektiven

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Autor $\neq$ Erzähler

Bevor wir mit den verschiedenen Erzählperspektiven starten, ist es wichtig zu verstehen, dass der Autor niemals mit dem Erzähler gleichsetzt werden darf. Der Autor ist eine reale Person, der das vorhandene Textstück im wahren Leben verfasst hat und dessen Name immer unter dem Titel oder unter dem Text steht. Der Erzähler hingegen ist eine fiktive Stimme, die uns durch das Geschehen führt. Diese fiktive Stimme kann Teil der Geschichte sein, muss aber nicht.

Erzählperspektiven

Es gibt verschiedene Erzählperspektiven in Texten. Man kann einmal danach gehen, in welcher Person der Erzähler spricht und dann kann man auch noch betrachten wie viel die Figur oder die Stimme, die spricht, von dem Verlauf des Geschehens weiß.

Ich-Erzähler

  • 1. Person Singular
  • sitzt im Kopf der Figur
  • denkt und fühlt wie die Figur
  • auktorial $\Rightarrow$ erzählend
  • personal $\Rightarrow$ erlebend
Beispiel: Auktorialer Ich-Erzähler

„Heute, am fünften November, beginne ich mit meinem Bericht. Ich werde alles so genau aufschreiben, wie es mir möglich ist. Aber ich weiß nicht einmal, ob heute wirklich der fünfte November ist. Im Lauf des vergangenen Winters sind mir einige Tage abhanden gekommen. Auch den Wochentag kann ich nicht angeben. Ich glaube aber, dass dies nicht sehr wichtig ist. Ich bin angewiesen auf spärliche Notizen; spärlich, weil ich ja nie damit rechnete, diesen Bericht zu schreiben, und ich fürchte, dass sich in meiner Erinnerung vieles anders ausnimmt, als ich es wirklich erlebte. Dieser Mangel haftet wohl allen Berichten an. Ich schreibe nicht aus Freude am Schreiben; es hat sich eben so für mich ergeben, dass ich schreiben muss, wenn ich nicht den Verstand verlieren will. “
(Max Frisch - Homo Faber)

Beispiel: Personaler Ich-Erzähler

„‚Sabeth‘, fragte ich, ‚was ist los?‘
Sie stand vor meiner Türe; ohne zu klopfen.
‚Sag's doch!‘ sagte ich.
Sie stand barfuß und trug ihr gelbes Pyjama, darüber ihren schwarzen Kapuzenmantel; sie wollte nicht eintreten, sondern nur nochmals Gutnacht sagen. Ich sah ihre verheulten Augen - ‚Warum soll ich dich nicht mehr lieb haben?‘ fragte ich. ‚Wegen Hardy oder wie er heißt?‘
Plötzlich ihr Schluchzen -
Später schlief sie, ich hatte sie zugedeckt, denn die Nacht durchs offene Fenster war kühl; die Wärme, scheint es, beruhigte sie, so daß sie wirklich schlief trotz Lärm draußen in der Straße, trotz ihrer Angst, daß ich fortgehe.“
(Marlen Haushofer - Die Wand)

Auktoriale Erzählperspektive

  • 3. Person Singular
  • allwissender Erzähler
  • Erzählereinmischungen (Kommentare, Wertungen, Vorausdeutungen, Anrede des Lesers)
  • entscheidet welche Informationen er an den Leser weitergibt
  • Erzähler > Figur
Beispiel: Auktoriale Erzählperspektive

„An einem unfreundlichen Novembertag wanderte ein armes Schneiderlein auf der Landstraße nach Goldach, einer kleinen, reichen Stadt, die nur wenige Stunden von Seldwyla entfernt ist. Der Schneider trug in seiner Tasche nichts als einen Fingerhut, welchen er, in Ermangelung irgendeiner Münze, unablässig zwischen den Fingern drehte, wenn er der Kälte wegen die Hände in die Hosen steckte, und die Finger schmerzten ihm ordentlich von diesem Drehen und Reiben. Denn er hatte wegen des Falliments irgendeines Seldwyler Schneidermeisters seinen Arbeitslohn mit der Arbeit zugleich verlieren und auswandern müssen. Er hatte noch nichts gefrühstückt als einige Schneeflocken, die ihm in den Mund geflogen, und er sah noch weniger ab, wo das geringste Mittagbrot herwachsen sollte. Das Fechten fiel ihm äußerst schwer, ja schien ihm gänzlich unmöglich, weil er über seinem schwarzen Sonntagskleide, welches sein einziges war, einen weiten, dunkelgrauen Radmantel trug, mit schwarzem Samt ausgeschlagen, der seinem Träger ein, edles und romantisches Aussehen verlieh, zumal dessen lange, schwarze Haare und Schnurrbärtchen sorgfältig gepflegt waren und er sich blasser, aber regelmäßiger Gesichtszüge erfreute.“
(Gottfried Keller - Kleider machen Leute)

Personale Erzählperspektive

  • scheinbar erzählerloses Erzählen
  • aus dem Blickwinkel einer Figur
  • weiß nicht alles
  • Leser erhält nur die Sicht / die Informationen der einen Figur
  • Erzähler = Figur
Beispiel: Personale Erzählperspektive

„K. wartete noch ein Weilchen, sah von seinem Kopfkissen aus die alte Frau, die ihm gegenüber wohnte und die ihn mit einer an ihr ganz ungewöhnlichen Neugierde beobachtete, dann aber, gleichzeitig befremdet und hungrig, läutete er. Sofort klopfte es und ein Mann, den er in dieser Wohnung noch niemals gesehen hatte, trat ein. Er war schlank und doch fest gebaut, er trug ein anliegendes schwarzes Kleid, das, ähnlich den Reiseanzügen, mit verschiedenen Falten, Taschen, Schnallen, Knöpfen und einem Gürtel versehen war und infolgedessen, ohne daß man sich darüber klar wurde, wozu es dienen sollte, besonders praktisch erschien.“
(Franz Kafka - Der Prozess)

Neutrale Erzählperspektive

  • quasi erzählerloses Erzählen
  • keine individuelle Optik einer Figur
  • Erzähler greift nicht in das Geschehen ein (keine Kommentare, Wertungen)
  • Erzähler < Figur
Beispiel: Neutrale Erzählperspektive

„Ein junger Mann geht durch eine Grünanlage. In einer Hand trägt er ein Eis. Er lutscht. Das Eis schmilzt. Das Eis rutscht an dem Stiel hin und her. Der junge Mann lutscht heftig, er bleibt vor einer Bank stehen. Auf der Bank sitzt ein Herr und liest eine Zeitung. Der junge Mann bleibt vor dem Herrn stehen und lutscht. Der Herr sieht von seiner Zeitung auf. Das Eis fällt in den Sand. Der junge Mann sagt, was denken Sie jetzt von mir? Der Herr sagt erstaunt, ich? Von ihnen? Gar nichts. Der junge Mann zeigt auf das Eis und sagt, mir ist doch eben das Eis runtergefallen, haben Sie da nicht gedacht, so ein Trottel? Der Herr sagt, aber nein. Das habe ich nicht gedacht. Es kann schließlich jedem einmal das Eis runterfallen. Der junge Mann sagt, ach so, ich tue Ihnen leid. Sie brauchen mich nicht zu trösten. Sie denken wohl, ich kann mir kein zweites Eis kaufen. Sie halten mich für einen Habenichts. Der Herr faltet seine Zeitung zusammen. Er sagt, jung Mann, warum regen Sie sich auf? Meinetwegen können Sie soviel Eis essen, wie Sie wollen. Machen Sie überhaupt, was Sie wollen. Er faltet die Zeitung wieder auseinander. Der junge Mann tritt von einem Fuß auf den anderen. Er sagt, das ist es eben. Ich mache, was ich will. Mich nageln Sie nicht fest. Ich mache genau, was ich will. Was sagen Sie dazu? Der Herr liest wieder in der Zeitung. Der junge Mann sagt laut, jetzt verachten Sie mich. Bloß weil ich mache, was ich will. Ich bin kein Duckmäuser. Was denken Sie jetzt von mir? Der Herr ist böse. “
(Helga M. Novak - Das Eis)
#erzählperspektive#erzähler
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