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Aufgabe D

Aufgaben
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Untersuchendes Erschließen pragmatischer Texte – Textanalyse

Aufgabe

  • Analysiere die Radioansprache Thomas Manns vom August 1941.
  • Berücksichtige die Kommunikationssituation und die eingenommene Perspektive.
#analysieren#rede#thomasmann

Thomas Mann: Deutsche Hörer! (1941)

$\,$
Deutsche Hörer!
Die größte moralische Wohltat, die man dem deutschen Volk erweisen kann, ist, daß man es zu den unterdrückten Völkern rechnet. Denn wie sollte das Urteil über Deutschland lauten, und welche Hoffnungen könnte man für die Zukunft auf Deutschland setzen, wenn es die
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Untaten, die es unter seinem gegenwärtigen Regime begeht, freien Willens und mit klarem Bewußtsein beginge? Ihr, die ihr der Stimme der Freiheit lauscht, die von außen kommt, fühlt euch offenbar als Angehörige eines unterdrückten Volkes, und die Tatsache allein, daß ihr lauscht, ist schon ein Akt geistigen Widerstandes gegen den Hitler-Terror und der geistigen Sabotage des blutigen und unabsehbaren Abenteuers, in das er euch Deutsche gestürzt hat.
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In Rußland verblutet die Jugend Deutschlands millionenweise; eure Machthaber geben zu, daß allein schon dieser Feldzug in den Winter dauern wird, und unterdessen wachsen die fast unerschöpflichen Kräfte der Gegenwehr heran in einer Welt, die Frieden wollte, nur an Frieden dachte und zunächst fast hilflos der in sieben Jahren aufgebauten deutschen Kriegsmaschine gegenüberstand. Es wird Fürchterliches über Deutschland kommen, wenn
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der Krieg weitergeht, noch ein Jahr, noch zwei Jahre, und er wird weitergehen, denn daß ihr den Großteil der Menschheit besiegt, welcher den Plänen Hitlers widersteht, glaubt ihr wohl selbst nicht mehr. Deutsche, laßt es nicht zum Äußersten kommen! Ihr solltet selbst die niederträchtige, euch unsäglich herabwürdigende Herrschaft von euch schütteln, in deren Hand ihr durch ein finsteres Verhängnis gefallen seid, ihr solltet beweisen, was die Welt
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immer noch zu glauben sich zwingt, daß Nationalsozialismus und Deutschland nicht ein und dasselbe sind. Geht ihr mit Hitler durch dick und dünn bis ans Ende, so wächst eine Rache heran, vor der jedem graut, der es gut meint mit Deutschland. Seht, wie die unterdrückten Völker Europas sich wehren gegen denselben Feind, der auch euch unterdrückt. Wollt ihr geringer, charakterloser, feiger sein als die anderen? Bedenkt, daß das Rüstzeug zur
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Versklavung der Welt eurer Hände Werk ist und daß Hitler seinen Krieg nicht fortsetzen kann ohne eure Hilfe. Verweigert eure Hände und tut nicht mehr mit! Es wird für die Zukunft ein ungeheurer Unterschied sein, ob ihr Deutsche selbst den Mann des Schreckens, diesen Hitler, beseitigt oder ob es von außen geschehen muß. Nur wenn ihr euch selbst befreit, habt ihr ein Anrecht, teilzuhaben an der kommenden freien und gerechten Völkerordnung.
Quelle: Thomas Mann: Deutsche Hörer! Sondersendung vom August 1941. In: Thomas Mann: Gesammelte Werke in Einzelbänden. Hrsg. v. Peter de Mendelssohn, Bd. An die gesittete Welt. Politische Schriften und Reden im Exil. Frankfurt am Main: Fischer Verlag 1986, S. 500 f.

Erläuterungen:
Thomas Mann (1875, Lübeck – 1955, Zürich), Schriftsteller, v. a. Romanautor, Essayist; 1929 Nobelpreis für Literatur, 1936 Emigration in die USA, wo Thomas Mann zum Repräsentanten des deutschen Exils wurde.
Der britische Rundfunk BBC hatte 1938 begonnen, Sendungen in deutscher Sprache zu verbreiten, vor allem Nachrichten und politische Kommentare. Die Sendungen konnten in Deutschland mit einem normalen Radiogerät empfangen werden und wurden trotz Strafandrohung eingeschaltet.
Thomas Mann hielt für die BBC von 1940 bis 1945 monatlich Rundfunkansprachen an „Deutsche Hörer!“. Sie wurden in Kalifornien, wo Thomas Mann lebte, aufgezeichnet.
Manns Ansprache vom August 1941 wurde einige Wochen nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 und damit zu einer Zeit gesendet, zu der die maximale Ausdehnung der nationalsozialistischen Einflusssphäre erreicht war. Zu dieser Zeit befanden sich das Deutsche Reich und die USA noch nicht im Krieg miteinander.
#thomasmann#rede
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$\blacktriangleright$ Die Radioansprache Thomas Manns unter Berücksichtigung der Kommunikationssituation und der eingenommenen Perspektive analysieren.
In dieser Aufgabe sollst du den vorliegenden Text unter besonderer Berücksichtigung der Kommunikationssituation und der eingenommenen Perspektive analysieren. Der Operator analysieren bedeutet, dass du sowohl elementare inhaltliche, als auch formale und sprachliche Merkmale der Radioansprache Thomas Manns aufzeigst. Eine Textanalyse orientiert sich gewöhnlich an bestimmten Aspekten, die du berücksichtigen sollst. In dieser Aufgabe ist das die Kommunikationssituation und die Sprecherperspektive. Eine Textanalyse ist bestenfalls in drei Teile gegliedert: Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Die Einleitung deiner Analyse sollte folgende Elemente enthalten:
  • Autor, Titel und Textart
  • Ort und Datum der Erscheinung
  • Was ist der Leitbegriff (der zentrale Begriff) des Textes?
  • Darstellung des Leitgedankens
Folgende Elemente sollten auf jedenfall in deinem Hauptteil stehen:
  • Die Wiedergabe der Gedankenstruktur
  • Die Erläuterung sprachlicher Merkmale (Wortwahl, Satzstruktur, rhetorische Mittel, …)
  • Die Intention des Autors; möchte dieser kritisieren, warnen, informieren, unterhalten, …?
Im Schlussteil berücksichtigst du folgende Aspekte:
  • Deinen Eindruck vom Text
  • Die Rolle des Autors
  • Eigene Stellungnahme
  • Überzeugt der Text?
  • Besitzt der Text Aktualität?
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Thema:
Redeanalyse Thomas Mann: Deutsche Hörer!
Quelle:
Thomas Mann (1875-1955): Deutsche Hörer! (1941)
Aufgabe:
$\blacktriangleright$ Die Radioansprache Thomas Manns unter Berücksichtigung der Kommunikationssituation und der eingenommenen Perspektive analysieren.
Tipp
In dieser Aufgabe sollst du den vorliegenden Text unter besonderer Berücksichtigung der Kommunikationssituation und der eingenommenen Perspektive analysieren. Der Operator analysieren bedeutet, dass du sowohl elementare inhaltliche, als auch formale und sprachliche Merkmale der Radioansprache Thomas Manns aufzeigst. Eine Textanalyse orientiert sich gewöhnlich an bestimmten Aspekten, die du berücksichtigen sollst. In dieser Aufgabe ist das die Kommunikationssituation und die Sprecherperspektive. Eine Textanalyse ist bestenfalls in drei Teile gegliedert: Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Die Einleitung deiner Analyse sollte folgende Elemente enthalten:
  • Autor, Titel und Textart
  • Ort und Datum der Erscheinung
  • Was ist der Leitbegriff (der zentrale Begriff) des Textes?
  • Darstellung des Leitgedankens
Folgende Elemente sollten auf jedenfall in deinem Hauptteil stehen:
  • Die Wiedergabe der Gedankenstruktur
  • Die Erläuterung sprachlicher Merkmale (Wortwahl, Satzstruktur, rhetorische Mittel, …)
  • Die Intention des Autors; möchte dieser kritisieren, warnen, informieren, unterhalten, …?
Im Schlussteil berücksichtigst du folgende Aspekte:
  • Deinen Eindruck vom Text
  • Die Rolle des Autors
  • Eigene Stellungnahme
  • Überzeugt der Text?
  • Besitzt der Text Aktualität?
Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine Radioansprache des deutschen Schriftstellers Thomas Mann, welche als Sondersendung im August 1941 über den britischen Sender BBC an die Öffentlichkeit verbreitet wurrde. Thomas Mann lebte zu dieser Zeit als Exilant in Kalifornien und hielt für die BBC von 1940 bis 1945 monatlich Rundfunkansprachen an „Deutsche Hörer!“. Manns Ansprache im August 1941 wurde einige Wochen nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 gesendet. Zu dieser Zeit war die maximale Ausdehnung der nationalsozialistischen Einflussspähre erreicht.
Die Ansprache von Thomas Mann beschreibt die Kriegsgeschehnisse in Russland und die Auswirkungen des Kriegs für Deutschland. Der Schriftsteller appelliert dabei an alle Deutschen und versucht sie dazu zu ermutigen, gemeinsam mit allen anderen Ländern gegen Hitler zu kämpfen. Mann ist dabei davon überzeugt, dass kein Weg an der Niederlage Deutschlands vorbeiführen wird, da der Widerstand immer weiter wachsen werde. Auch deshalb versucht er die Deutschen zu ermutigen, sich den Gegnern anzuschließen und an die Zukunft zu denken. „Es wird in Zukunft ein ungeheurer Unterschied sein, ob ihr Deutsche selbst den Mann des Schreckens, diesen Hitler, beseitigt oder ob es von außen geschehen muss “ (Z.$\;$24-28.).
Einleitung

Textgrundlagen
Der Leitbegriff des Textes ist der Krieg, der noch nicht zuende ist und sicherlich noch Jahre andauern wird (vgl. Z.$\;$15). Die Folge des Krieges sieht Thomas Mann allerdings in jedem Fall in dem Untergang Hitlers.
Leitbegriff
Der Text lässt sich in drei größere Sinnabschnitte einteilen.
Im ersten Sinnabschnitt (Z.$\;$1-10) versucht Thomas Mann eine Erklärung für das Handeln der Anhänger Hitlers zu finden und versucht das Verhalten durch ein Handeln ohne freien Wille und klarem Bewusstsein (vgl. Z.$\;$5f.) zu entschuldigen. Er spricht danach direkt die deutschen Gegner des Nationalsozialismus an, seine Hörer, die seiner Meinung nach alleine aufgrund des verbotenen Lauschens des Senders zum unterdrückten Volk zählen müssen. Er muntert sein Auditorium auf, indem er ihnen aufzeigt, dass sie bereits durch das Hören schon geistigen Widerstand gegen Hitler leisten. Er beschützt die Deutschen in geringem Maße, da seines Erachtens keiner derartige Auswirkungen der Manipulation Hitlers vermutet hätte. Er spricht von einer „geistigen Sabotage“ (Z.$\;$8f.) und einem „unabsehbaren Abenteuer[s], in das er [euch] Deutsche gestürzt hat“ (Z.$\;$9).
Der zweite Sinnabschnitt (Z.$\;$10-17) beschreibt die aktuellen blutigen Geschehnisse in Russland und das Wachsen der Gegenwehr einer Welt, die eigentlich Frieden will. Der Schriftsteller warnt vor Fürchterlichem das über Deutschland kommen wird (vgl. Z.$\;$14), wenn der Krieg weitergehen sollte. Und er ist davon überzeugt, dass er noch mehrere Jahre andauern wird, da die Zahl der Gegner Hitlers nicht mehr zu stoppen sein wird.
Im dritten und letzten Abschnitt (Z.$\;$17-29) appelliert Thomas Mann an alle Deutschen, sich der Macht Hitlers zu widersetzen und diese abzulehnen. Mann weist auf, dass Hitlers Macht der deutschen „Hände Werk“ (Z.$\;$25) sei. Er möchte den Deutschen damit sagen, dass Hitler auf jeden Fall untergehen wird, aber dass die Deutschen jetzt noch versuchen sollten, den Nationalsozialismus von Deutschland abzugrenzen und ganz bewusst die Hände (vgl. Z.$\;$27) zu verweigern. So versucht er die Deutschen zu ermutigen, Hitler zu widerstehen und sich den Menschen der anderen Völkern anzuschließen, um gemeinsam gegen Hitler zu kämpfen. Er möchte den Deutschen zeigen, dass sie nicht alleine sind und sich zusammen gegen Hitler auflehnen können. Auch die Folgen für die Zukunft Deutschlands verwehrt er dem deutschen Volk nicht. So sagt er, dass es „in Zukunft ein ungeheurer Unterschied sei[n], ob ihr Deutsche selbst den Mann des Schreckens, diesen Hitler, beseitigt oder ob es von außen geschehen muss“ (Z.$\;$26-28). Nur wer sich selbst von Hitler befreit, hat in Zukunft ein Anrecht auf ein freies und gerechtes Leben (vgl. Z.$\;$28f).
Sinnabschnitte
Die Radioansprache von Thomas Mann kennzeichnet sich vor allem durch moralische Argumentation. Er versucht durch anfängliches Verständnis und Ermutigungen alle Deutschen dazu zu motivieren, bewusst Kämpfe in Hitlers Namen zu verweigern. Gleich zu Beginn versucht er eine Erklärung für das Verhalten der Anhänger Hitlers zu finden und entschuldigt das Handeln dadurch, dass die Deutschen ein unterdrücktes Volk sind, welches von Hitler ins Verderben gestürzt wurde. Allerdings sieht er dies als „größte moralische Wohltat, die man dem deutschen Volk erweisen kann“ (Z.$\;$1). Es wird deutlich, dass der Schriftsteller kein bewusstes Verständnis aussprechen möchte. Allerdings sieht er das Gute im Menschen und gesteht sich ein, dass das Ausmaß der Manipulation Hitlers nicht zu erahnen war.
Hervorzuheben ist auch der moralische Bogen den Thomas Mann spannt. Wohingegen er zu Beginn noch den „geistigen Widerstand[es]“ (Z.$\;$8) seiner Hörer, der alleine durch das verbotene Hören seiner Ansprache entsteht, lobt, fordert er zum Ende hin eine direkte Verweigerung der Hände (vgl. Z.$\;$26) und demnach nicht mehr nur eine geistige, sondern auch eine körperliche Verweigerung. Im strategisch guten Moment setzt er am Anfang und Ende seiner Ansprache zwei rhetorische Fragen ein, mit denen er an den gesunden Menschenverstand appellieren will (vgl. Z.$\;$2-6; Z.$\;$22-24). Die „Jugend Deutschlands“ (Z.$\;$11), die millionenweise in Russsland verblutet, soll den Verlust aufzeigen, der entsteht, wenn Hitler Folge geleistet wird, anstatt gegen ihn zu kämpfen. Durch die Darstellung, dass die Deutschen nicht bei klarem Verstand sein können, wenn sie Hitler folgen, entsteht ein ernormer moralischer Druck auf das Auditorium, seine Meinung zu ändern. Am Ende fragt er, ob die Deutschen, die sich als Gegner Hitlers bekennen, aber sich nicht gegen ihn wehren „geringer, charakterloser, feiger sein“ (Z.$\;$24) wollen, als die anderen. Dadurch wird auch zum Schluss noch einmal moralisch dazu gedrängt, seine persönliche Ansicht gegenüber Hitler zu ändern. Thomas Mann appelliert im letzten Abschnitt an die Deutschen, den „Mann des Schreckens“ (Z.$\;$27) zu beseitigen, da es in Zukunft einen großen Unterschied machen werde, ob Deutschland sich selbst gegen Hitler stellt oder ob der Untergang durch außen hervorgerufen wird. Nur wer sich selbst von Hitler befreit, hat ein Recht darauf, in Zukunft in einer freien und gerechten Welt zu leben.
Hauptteil

moralische Argumentation
Interressant ist dabei, wie sich die Schuldzuweisung innerhalb Manns Rede wendet. Wohingegen er anfänglich sein Publikum und somit die Deutschen in Schutz nimmt und Hitler für das ganze Kriegsgeschenhen verantwortlich macht, spricht er gegen Ende direkt die Deutschen an und beschuldigt sie nun für das Ausmaß des Krieges mitverantwortlich zu sein. Er appelliert an die Deutschen, „es nicht zum Äußersten kommen“ (Z.$\;$17) zu lassen, es sei an der Zeit die „herabwürdigende Herrschaft“ (Z.$\;$18) abzuschütteln und zu zeigen, dass „der Nationalsozialismus und Deutschland nicht ein und dasselbe sind“ (Z.$\;$20f.). Die Deutschen sind also nicht die Verursacher des Krieges, haben aber dennoch eine Mitschuld, weil sie bislang immernoch in den Krieg ziehen. So versucht Mann die Deutschen wachzurütteln und ihnen aufzuzeigen, dass sie sich immernoch gegen Hitler entscheiden können.
Schuldzuweisung
Sprachlich fällt auf, dass Thomas Manns Rede im hypotaktischen Stil verfasst wurde. Die Hypotaxen bewirken, dass komplexe Gedankengänge Manns veranschaulicht werden, wodurch die Ansprache gut verständlich ist. Dieses Stilmittel findet sich auch in weiteren Radioansprachen Manns wieder. Auch durch Verwendung zahlreicher rhetorischer Figuren, wird zum einen die Verzweiflung des Autors, aber auch seine Hoffnung deutlich. Auffällig sind die zahlreichen negativen Worte, die sich in der gesamten Radioansprache wiederfinden, wie „unterdrückt“ (Z.$\;$2), „blutig“ (Z.$\;$9), „Fürchterliches“ (Z.$\;$14), „niederträchtig“ (Z.$\;$18) und „charakterlos“ (Z.$\;$24), um nur einige zu nennen. Der Neologismus „Hitler-Terror“ (Z.$\;$8) sowie das Oxymoron „blutiges Abenteuer“ (vgl Z.$\;$9) und die Umschreibung Hitlers mit den Worten „Mann des Schreckens“ (Z.$\;$27) zeigen die negative Einstellung des Autors gegenüber dem Nationalsozialismus. Hervorzuheben ist auch, wie Thomas Mann nicht nur inhaltlich, sondern auch ganz gezielt durch seine Wortwahl eine Gegenposition zum Nationalsozialismus einnimmt. Er spricht von „eure Machthaber“ (Z.$\;$10) und „euch Deutsche“ (Z.$\;$9) und auch der „Stimme der Freiheit (Z.$\;$6)“, seiner Stimme, die aus den Vereinigten Staaten zu den Deutschen spricht. Somit richtet er seine Rede aus der Distanz zu seinen eigenen Landsleuten. Interessant ist hierbei, dass der Exildeutsche sich selbst sicher in den USA fühlt, da Deutschland zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Krieg mit den USA stand. Durch die Verwendung der Metonymie „[der] Mann des Schreckens“ (Z.$\;$27) wird zudem hervorgehoben, dass es keinen schrecklicheren Mann gibt, als Hitler. Damit möchte der Autor auf die unglaubliche Bösartigkeit Hitlers aufmerksam machen. Auffallend sind auch die beiden Sätze im Imperativ, die in der zweiten Hälfte der Ansprache auftauchen. Die Sätze „Deutsche, laßt es nicht zum Äußersten kommen!“ (Z.$\;$17) und „Verweigert eure Hände und tut nicht mehr!“ (Z.$\;$26) sprechen die Deutschen direkt an und prägen sich daher in den Köpfen der Zuhörer ein. Der Superlativ „zum Äußersten“ (Z.$\;$17) setzt der Autor bewusst ein, um zu verdeutlichen, dass das Ausmaß des Krieges enorm sein wird. Dadurch wird noch einmal Thomas Manns Dringlichkeit, sich gegen Hitler zu wehren, deutlich. Sinnbildlich fordert Mann seine Zuhörer auf, die herabwürdigende Herrschaft von sich zu schütteln (vgl. Z.$\;$18), als sei es ganz einfach. Die Antithese „durch dick und dünn“ (Z.$\;$21), gleichzeitig noch eine Alliteration, klingt leicht ironisch und durch den deutlichen Rhythmus dieser Aussage kann Mann so seine Botschaft an das Publikum intensivieren. Sie sorgt für Ausmerksamkeit und bleibt somit den Zuhörern im Gedächtnis. Mithilfe der Hyperbel „unerschöpfliche[n] Kräfte“ (Z.$\;$12), die immer weiter wachsen und sich Hitler zur Wehr setzen, untermalt Mann die Aussichtlosigkeit des Sieges Deutschlands. Allerdings wird durch die Vorausdeutung auf eine „kommende[n] freie[n] und gerechte[n] Völkerordnung“ (Z.$\;$29) seine letzte Hoffnung deutlich. Er ist davon überzeugt, dass die Freiheit und die Gerechtigkeit auch für Deutschland wiederkommt, allerdings gönnt er dies nur den Deutschen, die sich gegen die NS-Politik stellen.
Stilmittel
Thomas Manns Intention in seiner Radioansprache, ist, wie in allen seine Sendereihen, den Deutschen den grausamen Krieg und dessen Auswirkungen zu verdeutlichen. In der Sondersendung vom August 1941 ist es Mann sehr wichtig, die Deutschen endgültig wachzurütteln. Dies gelingt ihm auf verschiedene Art und Weise: Zum einen zeigt er den Deutschen auf, dass der Krieg nicht mehr gewonnen werden kann, zum anderen warnt er vor den Folgen, die den Deutschen bevorstehen, wenn sie sich Hitler nicht widersetzen (vgl. Z.$\;$27ff.). Seine Rede ist ein direkter Aufruf, sich körperlich gegen Hitler zu wehren und sich dem Krieg zu verweigern. Es macht den Anschein, als sei es Mann ein dringliches Anliegen, den Deutschen zu offenbaren, in welcher aussichtslosen Lage sie sich befinden. Allerdings sei es noch nicht zu spät, sich selbst vom Nationalsozialimus abzugrenzen. Der Autor will den Deutschen zeigen, dass sie den Großteil der Menschheit, welche den Plänen Hitlers widerstehen, nicht mehr besiegen können. Allerdings ist es ihm wichtig, dass Deutschland in Zukunft nicht mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt wird, sondern dass auch die Deutschen in Zukunft eine Chance haben, in Frieden zu leben. In seinem letzten Abschnitt verdeutlicht Mann daher noch einmal die Auswirkungen für die Deutschen nach dem Krieg und den Unterschied, den es macht, ob Hitler von außen oder vom deutschen Volk selbst beseitigt wurde. Dadurch ruft er noch ein letztes Mal zum Widerstand gegen Hitler auf und appelliert direkt an das Gewissen der deutschen Menschen, die sich um ihre Zukunft sorgen. Seine Zuhörer werden so gewarnt, dass sich der Krieg nicht nur im Jetzt abspielt, sondern auch Auswirkungen auf die Zukunft hat.
Mann hat Angst vor der Rache, die Deutschland erwartet und will daher die Menschen warnen und dazu bewegen sich endgültig gegen Hitler und somit den Nationalsozialismus zu stellen. Auch wenn er sich klar vom deutschen Volk abgrenzt, wird zum Ende hin deutlich, dass Mann es gut mit Deutschland meint und einen Ausweg sucht.
Intention
Ich halte die Ansprache von Thomas Mann an das deutsche Volk für teilweise gelungen. Durch die Argumentionsweise, die Verwendung rhetorischer Figuren sowie die sprachliche Ausarbeitung durch Warnungen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass viele deutsche Zuhörer wachgerüttelt und sich den Folgen des Kriegs bewusst wurden. Auch wenn sich der Krieg in den Folgejahren zu einem Weltkrieg entwickelte, glaube ich, dass die Rede bei den deutschen Hörern gut ankam und sie sich in seinen Worten wiederfinden konnten. Allerdings glaube ich, dass sich Thomas Manns Absicht, die Deutschen dazu zu bewegen, sich Hitler körperlich zu widersetzen, als schwer herausstellte. Zum einen hörten nicht alle Deutschen, die sich geistig von der NS-Politik abgrenzten den damals verbotenen Radiosender. Somit richtete sich die Ansprache nur an einen geringen Teil der deutschen Bevölkerung. Zum anderen könnten sich die Menschen dennoch machtlos gefühlt haben oder Angst vor den Strafen oder um das eigene Leben gehabt haben. Ich denke, dass gerade die Menschen, die trotz des Verbotes den Radiosender gehört haben und damit bereits in kritischer Haltung gegenüber dem Nationalsozialimus standen, die Ansprache von Thomas Mann nachvollziehen konnten. Die moralische Argumentationsweise wurde vom Publikum sicherlich verstanden und angenommen, allerdings erwies es sich als schwierig, sich wirklich Hilter zu verweigern. Die Macht Hitlers war zu groß und die Angst um das eigene Leben immens. Der verzweifelte Grundton in Manns Ansprache spiegelte sich sicherlich auch in seinem Auditorium wider, das seine Worte dankbar annahm, sich allerdings machtlos fühlte. Daher denke ich, dass das Bestreben Manns positiv angenommen wurde, sich allerdings aufgrund einer nur geringen Anzahl an Hörern und Ängsten der Deutschen nicht durchsetzen konnte. Sicherlich hätte seine Ansprache ein anderes Ausmaß gehabt, wäre die Rede nicht über einen verbotenen Sender an die kritischen Deutschen, sondern öffentlich an das gesamte Volk geraten. Zu dieser Zeit wäre dies aber undenkbar gewesen.
Schlussteil

persönliche Stellungnahme
Abschließend gilt es, noch einmal erneut auf die Kommunikation des Schriftstellers einzugehen. Wie erwähnt, verfasste Thomas Mann seine Ansprachen im sicheren Exil in den USA, wo zu dieser Zeit noch kein Krieg mit dem Deutschen Reich herrschte. Da sich Mann im Exil befand, konnte er sich unbesorgt kritsich gegenüber des Nationalsozialsmus äußern. Sein Auditorium stand, wie bereits angedeutet, vermutlich nicht hinter dem politischen Kurs der Nationasozialisten. Durch Manns örtliche Distanz fiel es ihm zweifellos leichter, an die Deutschen zu appellieren, da er in einem freien Land lebte und nicht dem direkten Druck des Nationalsozialsmus ausgesetzt war. Er erweckt den Eindruck, als sei es ganz einfach, sich Hitler zu widersetzen. Sicherlich wünschten sich viele der deutschen Zuhörer ein Ende des NS-Regimes, allerdings wurden diese durch Unterdrückung und Terrorisierung von Protesten abgehalten. Daher stellt sich die Frage, inwiefern eine solche Radiosendung die Menschen wirklich zu einem Widerstand ermutigen kann. Vielmehr könnten Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung in denen vertieft werden, die bereits eine Antipathie gegenüber der NS-Politik verspüren, sich aber wehrlos fühlen.
Kommunikationssituation, eingenommene Perspektive
#stilmittel#these#argumentationsstruktur#thomasmann
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