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Aufgabe 3

Aufgaben
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Interpretation eines Kurzprosatexts

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Kurt Tucholsky (1890-1935), Die Katze spielt mit der Maus
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Text.

Kurt Tucholsky (1890-1935): Die Katze spielt mit der Maus

 
Sie stehen alle im Kreis, die Soldaten, und blicken alle auf einen Punkt. Ich trete hinzu. Die schwarz-weiße Katze hat eine Maus gefangen. Die schwarz-weiße Katze, unser Kompanie-Peter (eine Dame, allerdings), Peter der Erste, ein junges Tier, noch nicht völlig ausgewachsen, aber auch nicht mehr niedlich genug, um in die Hand genommen zu werden.
5
Die Maus ist noch springlebendig – Peter muß sie eben erst gefangen haben. Peter ist tagelang auf dem Kriegsschauplatz herumgelaufen, Peter hat sich eigenmächtig von der Truppe entfernt, also hat sie Hunger, also wird sie die Maus gleich fressen.
Die Katze läßt die Maus laufen. Die Maus flitzt, wie an einer Schnur gezogen, davon – die Katze mit einem genau abgeschätzten Sprung nach. Mit der letzten Spitze der
10
ausgestreckten Pfote hält sie die Maus. Die Maus zappelt. Die Pfote schiebt sich langsam hin und her, die Pfote prüft die Maus. Die Katze liegt dahinter und dirigiert das Ganze. Aber das ist nicht mehr ihre Pfote – das ist ein neues Tier, das nur für den Zweck erschaffen ist, ein wenig, so grausam wenig schneller als die Maus zu sein. Die Pfote hebt sich, die Maus stürzt davon – sie darf stürzen, ja, das ist gradezu vorgesehen. Die Pfote waltet ihr
15
zu Häupten und schlägt sie im letzten Augenblick nieder. Die Maus quiekt. Jetzt wird das Tempo lebhafter.
Hurr – die Maus läuft, ein weites Stück. Satz. Hat. Und wieder – und wieder. Manchmal sieht die Katze mit ihren grünen, regungslosen Augen erschreckt ins Weite, als habe sie ein böses Gewissen und befürchte, daß jemand kommt. Jemand – wer sollte kommen?
20
Jetzt läuft die Maus langsamer. Wie eine «laufende Maus»1, die man kaufen kann; sie wackelt etwas, als ob das Uhrwerk da drinnen schon ein bißchen klapprig wäre. Und wieder hat sie die Katze. Diesmal läßt sie sie nicht los. Sie streichelt sie mit der steifen Pfote; die streckt sich wohlig aus und schnurrt. Du meine kleine Gefährtin! Es ist fast, als bedaure sie, daß die dumme Maus nicht auch mitspielt. Sie soll irgendetwas tun, die Maus. Die
25
Katze dehnt sich … Ich habe sie! ich habe sie! Ach – das ist schön – die Macht, die süße, starke Macht! Ich habe die Oberhand – und sie wird ganz lang vor Behagen, so lang, daß vorn die Kralle abrutscht und Maus entwischt. Es ist nicht mehr viel mit ihr – sie humpelt, fällt auf die Seite, quietscht leise. Wieder hat sie die Katze, aber als sie jetzt losgelassen wird, regt sie sich nicht. Sie ist tot.
30
Das bringt die Katze außer sich. Wie? Die Maus will nicht mehr? Sie ist nicht mehr lebendig, nicht mehr bei der Sache, kein halb widerwilliges Spielzeug, bei dem der Hauptreiz darin bestand, daß es sich sträubte? Hopp – dann machen wir sie lebendig! Hopp – der Tod hat mir in mein Spiel nichts hereinzuspielen, das sage ich, die Katze! Und packt die Maus mit den Zähnen, schüttelt sie und wirft sie sich über den Kopf und springt hoch in
35
die Luft und fängt sie wieder auf. Die Katze ist toll2. Sie rast, sie tobt mit dem kleinen grauen Bündel herum, das sich nicht mehr bewegt, sie tanzt und wälzt sich über die Maus. Dann gibt es einen kleinen Knack; der Höhepunkt ist überschritten, die Katze beginnt erregt, doch schon gedämpft, zu knabbern. Knochen knistern – die Maus wird im Querschnitt dunkelrot – – –.
40
Aber das ist keine Allegorie. Eine Allegorie ist ein Sinnbild, eine rednerische Form des Vergleichs, ein, wie es heißt, veraltetes Hilfsmittel. Das aber ist Leben – ist nichts andres als unser menschliches Tun auch. Es ist kein Unterschied: das war eine Katze, und wir sind Menschen – aber es war doch dasselbe.
Die arme Maus! Vielleicht hätte sie fleißig turnen sollen und allerhand Sport treiben – dann
45
wäre das wohl nicht so schlimm für sie abgelaufen. Oder vielleicht haben ihre Vorfahren gesündigt, die auch einmal Katzen waren und sich dann in Nachdenklichkeit und Milde so langsam zur Maus herunter degenerierten. Wer weiß –.
Die Katze ist eine Sadistin. Aber das ist ein dummes Wort; man denkt dann gleich an eine rothaarige Zirkusgräfin mit hohen Juchtenstiefeln 3 und an verwelkte Mummelgreise im
50
Frack, die ihr die Füße küssen und blödsinnige Komplimente lallen. Nein, so war das gar nicht, das mit der Zirkusgräfin ist nur der letzte Grenzfall.
Natürlich ist die Katze ein Tier wie andre auch. Und sie ist stärker als die Maus, und das hat sie ausgenutzt weit über die Nahrungsfrage hinaus. Sie hatte die Kraft.
Und die Maus litt.
55
Und dieser Schnitt klafft durch alles, dieser Riß spaltet alles – da gibt es keine Brücke.
Immer werden sich die zwei gegenüberstehen: die Katze und die Maus.

1 Gemeint ist ein Blechspielzeug
2 hier: im Sinne von verrückt oder wild
3 Lederstiefel
Aus: Kurt Tucholsky: Die Katze spielt mit der Maus.
In: Ausgewählte Werke, Bd. 1, Reinbek bei Hamburg 1986,
(Rowohlt Verlag), S. 24 ff. Erstveröffentlichung 1916.

Interpretation eines Kurzprosatexts

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Kurt Tucholsky (1890-1935), Die Katze spielt mit der Maus
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Text.
#kurzprosa#kurttucholsky#interpretieren

Kurt Tucholsky (1890-1935): Die Katze spielt mit der Maus

 
Sie stehen alle im Kreis, die Soldaten, und blicken alle auf einen Punkt. Ich trete hinzu. Die schwarz-weiße Katze hat eine Maus gefangen. Die schwarz-weiße Katze, unser Kompanie-Peter (eine Dame, allerdings), Peter der Erste, ein junges Tier, noch nicht völlig ausgewachsen, aber auch nicht mehr niedlich genug, um in die Hand genommen zu werden.
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Die Maus ist noch springlebendig – Peter muß sie eben erst gefangen haben. Peter ist tagelang auf dem Kriegsschauplatz herumgelaufen, Peter hat sich eigenmächtig von der Truppe entfernt, also hat sie Hunger, also wird sie die Maus gleich fressen.
Die Katze läßt die Maus laufen. Die Maus flitzt, wie an einer Schnur gezogen, davon – die Katze mit einem genau abgeschätzten Sprung nach. Mit der letzten Spitze der
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ausgestreckten Pfote hält sie die Maus. Die Maus zappelt. Die Pfote schiebt sich langsam hin und her, die Pfote prüft die Maus. Die Katze liegt dahinter und dirigiert das Ganze. Aber das ist nicht mehr ihre Pfote – das ist ein neues Tier, das nur für den Zweck erschaffen ist, ein wenig, so grausam wenig schneller als die Maus zu sein. Die Pfote hebt sich, die Maus stürzt davon – sie darf stürzen, ja, das ist gradezu vorgesehen. Die Pfote waltet ihr
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zu Häupten und schlägt sie im letzten Augenblick nieder. Die Maus quiekt. Jetzt wird das Tempo lebhafter.
Hurr – die Maus läuft, ein weites Stück. Satz. Hat. Und wieder – und wieder. Manchmal sieht die Katze mit ihren grünen, regungslosen Augen erschreckt ins Weite, als habe sie ein böses Gewissen und befürchte, daß jemand kommt. Jemand – wer sollte kommen?
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Jetzt läuft die Maus langsamer. Wie eine «laufende Maus»1, die man kaufen kann; sie wackelt etwas, als ob das Uhrwerk da drinnen schon ein bißchen klapprig wäre. Und wieder hat sie die Katze. Diesmal läßt sie sie nicht los. Sie streichelt sie mit der steifen Pfote; die streckt sich wohlig aus und schnurrt. Du meine kleine Gefährtin! Es ist fast, als bedaure sie, daß die dumme Maus nicht auch mitspielt. Sie soll irgendetwas tun, die Maus. Die
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Katze dehnt sich … Ich habe sie! ich habe sie! Ach – das ist schön – die Macht, die süße, starke Macht! Ich habe die Oberhand – und sie wird ganz lang vor Behagen, so lang, daß vorn die Kralle abrutscht und Maus entwischt. Es ist nicht mehr viel mit ihr – sie humpelt, fällt auf die Seite, quietscht leise. Wieder hat sie die Katze, aber als sie jetzt losgelassen wird, regt sie sich nicht. Sie ist tot.
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Das bringt die Katze außer sich. Wie? Die Maus will nicht mehr? Sie ist nicht mehr lebendig, nicht mehr bei der Sache, kein halb widerwilliges Spielzeug, bei dem der Hauptreiz darin bestand, daß es sich sträubte? Hopp – dann machen wir sie lebendig! Hopp – der Tod hat mir in mein Spiel nichts hereinzuspielen, das sage ich, die Katze! Und packt die Maus mit den Zähnen, schüttelt sie und wirft sie sich über den Kopf und springt hoch in
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die Luft und fängt sie wieder auf. Die Katze ist toll2. Sie rast, sie tobt mit dem kleinen grauen Bündel herum, das sich nicht mehr bewegt, sie tanzt und wälzt sich über die Maus. Dann gibt es einen kleinen Knack; der Höhepunkt ist überschritten, die Katze beginnt erregt, doch schon gedämpft, zu knabbern. Knochen knistern – die Maus wird im Querschnitt dunkelrot – – –.
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Aber das ist keine Allegorie. Eine Allegorie ist ein Sinnbild, eine rednerische Form des Vergleichs, ein, wie es heißt, veraltetes Hilfsmittel. Das aber ist Leben – ist nichts andres als unser menschliches Tun auch. Es ist kein Unterschied: das war eine Katze, und wir sind Menschen – aber es war doch dasselbe.
Die arme Maus! Vielleicht hätte sie fleißig turnen sollen und allerhand Sport treiben – dann
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wäre das wohl nicht so schlimm für sie abgelaufen. Oder vielleicht haben ihre Vorfahren gesündigt, die auch einmal Katzen waren und sich dann in Nachdenklichkeit und Milde so langsam zur Maus herunter degenerierten. Wer weiß –.
Die Katze ist eine Sadistin. Aber das ist ein dummes Wort; man denkt dann gleich an eine rothaarige Zirkusgräfin mit hohen Juchtenstiefeln 3 und an verwelkte Mummelgreise im
50
Frack, die ihr die Füße küssen und blödsinnige Komplimente lallen. Nein, so war das gar nicht, das mit der Zirkusgräfin ist nur der letzte Grenzfall.
Natürlich ist die Katze ein Tier wie andre auch. Und sie ist stärker als die Maus, und das hat sie ausgenutzt weit über die Nahrungsfrage hinaus. Sie hatte die Kraft.
Und die Maus litt.
55
Und dieser Schnitt klafft durch alles, dieser Riß spaltet alles – da gibt es keine Brücke.
Immer werden sich die zwei gegenüberstehen: die Katze und die Maus.

1 Gemeint ist ein Blechspielzeug
2 hier: im Sinne von verrückt oder wild
3 Lederstiefel
Aus: Kurt Tucholsky: Die Katze spielt mit der Maus.
In: Ausgewählte Werke, Bd. 1, Reinbek bei Hamburg 1986,
(Rowohlt Verlag), S. 24 ff. Erstveröffentlichung 1916.
#kurzprosa#kurttucholsky
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Thema:

Kurt Tucholsky (1890 - 1935), „Die Katze spielt mit der Maus“. In: Ausgewählte Werke, Bd. 1, Reinbek bei Hamburg 1986 (Rowohlt Verlag), S. 24 ff.

$\blacktriangleright$ Erster Schritt: Vorarbeit

Um einen Text möglichst gut interpretieren zu können, ist es sehr wichtig, dass du inhaltlich alles (bzw. so viel wie möglich) verstanden hast. Nimm dir also ruhig viel Zeit für die Vorarbeit.
Das Lesen des Textes nach der Drei-Schritte-Methode empfiehlt sich hier:
    1. Im ersten Schritt „scannst“ du den Text gewissermaßen, d.h. du liest ihn sehr schnell, um einen ersten Eindruck davon zu bekommen.
    2. Im zweiten Schritt liest du ihn sorgfältiger und klärst Unklarheiten. Du kannst jetzt auch schon anfangen, Schlüsselbegriffe und sehr wichtige Textpassagen zu markieren. Beachte hierbei aber die Regel „weniger ist mehr“. Ein Text, bei dem der Großteil markiert ist, bringt dir nicht viel.
    3. Beim dritten Lesen brauchst du dich nun nicht mehr nur auf den Plot (also den Inhalt in stark verkürzter Form) zu konzentrieren, da du diesen bereits erfasst hast. Du kannst jetzt auf Details achten, wie z .B. Metaphern, die dir bei den vorherigen Durchgängen noch nicht aufgefallen sind, o. Ä.
Auf einem Thesenpapier kannst du dir nun Notizen machen, die ungefähr dem Argumentationsaufbau bzw. der Struktur deiner Interpretation folgen. Wenn du Schwierigkeiten damit hast, einen Text relativ frei zu verfassen, mache dir so viele Notizen wie möglich. Auch wenn du dadurch viel Zeit für die Vorarbeit benötigst, helfen sie dir jedoch später ernorm beim Verfassen deiner Interpretation.

$\blacktriangleright$  Zweiter Schritt: Das Verfassen der Interpretation
Wenn du mit der Vorarbeit fertig bist, beginnt die eigentliche Textinterpretation. Wenn du nicht mehr genau weißt, was man dabei beachten muss, kannst du dir bei DeutschLV im Basiswissen das Skript zur Textinterpretation anschauen.
Wie jeder andere Text auch, besteht eine Textinterpretation aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Wichtig bei einer Interpretation ist: Es gibt nicht die eine richtige Lösung und alle anderen sind falsch, so wie du es von einer Mathe-Aufgabe kennst.

Die meisten Texte lassen sehr viel Interpretationsspielraum; wichtig ist, dass du deine Interpretation begründest! Solange du dies machst und dich an gewisse, unbestreitbare historische Fakten hältst, wie bei Alfred Polgars Kurzprosatext beispielsweise die Vorkriegszeit des Zweiten Weltkriegs, bist du mit deiner Interpretation auf der sicheren Seite.

Einleitung

  • Name des Autors
  • Titel des Textes
  • Erscheinungsjahr
  • Textgattung
  • Wirkungsabsichten des Textes
  • Hinführung zum Haupttteil (nicht mehr als wenige Sätze!)
  • wichtig: die Einleitung kurz halten!
Hauptteil

  • Inhaltsangabe
  • Interpretationshypothese
  • formale Analyse des Textes
  • Interpretation des Textes
Schluss

  • Schlusssatz

Beim Verfassen von Einleitung, Hauptteil und Schluss kannst du die Faustregel 10% - 80% - 10% im Kopf behalten: 10% deines Textes sollten die Einleitung sein, der Hauptteil sollte mit 80% natürlich den längsten Part deines Textes einnehmen und 10% der Gesamtanzahl der Wörter für den Schluss sollten genügen.

Einleitung
10 %
Hauptteil
80 %
Schluss
10 %
Einleitung
10 %
Hauptteil
80 %
Schluss
10 %
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Interpretation eines Kurzprosatexts

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Kurt Tucholsky (1890-1935), Die Katze spielt mit der Maus
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Text.
Tipp
$\blacktriangleright$ Erster Schritt: Vorarbeit Um einen Text möglichst gut interpretieren zu können, ist es sehr wichtig, dass du inhaltlich alles (bzw. so viel wie möglich) verstanden hast. Nimm dir also ruhig viel Zeit für die Vorarbeit.
Das Lesen des Textes nach der Drei-Schritte-Methode empfiehlt sich hier:
    1. Im ersten Schritt „scannst“ du den Text gewissermaßen, d.h. du liest ihn sehr schnell, um einen ersten Eindruck davon zu bekommen.
    2. Im zweiten Schritt liest du ihn sorgfältiger und klärst Unklarheiten. Du kannst jetzt auch schon anfangen, Schlüsselbegriffe und sehr wichtige Textpassagen zu markieren. Beachte hierbei aber die Regel „weniger ist mehr“. Ein Text, bei dem der Großteil markiert ist, bringt dir nicht viel.
    3. Beim dritten Lesen brauchst du dich nun nicht mehr nur auf den Plot (also den Inhalt in stark verkürzter Form) zu konzentrieren, da du diesen bereits erfasst hast. Du kannst jetzt auf Details achten, wie z .B. Metaphern, die dir bei den vorherigen Durchgängen noch nicht aufgefallen sind, o. Ä.
Auf einem Thesenpapier kannst du dir nun Notizen machen, die ungefähr dem Argumentationsaufbau bzw. der Struktur deiner Interpretation folgen. Wenn du Schwierigkeiten damit hast, einen Text relativ frei zu verfassen, mache dir so viele Notizen wie möglich. Auch wenn du dadurch viel Zeit für die Vorarbeit benötigst, helfen sie dir jedoch später ernorm beim Verfassen deiner Interpretation.

$\blacktriangleright$ Zweiter Schritt: Das Verfassen der Interpretation
Wenn du mit der Vorarbeit fertig bist, beginnt die eigentliche Textinterpretation. Wenn du nicht mehr genau weißt, was man dabei beachten muss, kannst du dir bei DeutschLV im Basiswissen das Skript zur Textinterpretation anschauen.
Wie jeder andere Text auch, besteht eine Textinterpretation aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Wichtig bei einer Interpretation ist: Es gibt nicht die eine richtige Lösung und alle anderen sind falsch, so wie du es von einer Mathe-Aufgabe kennst.
Die meisten Texte lassen sehr viel Interpretationsspielraum; wichtig ist, dass du deine Interpretation begründest! Solange du dies machst und dich an gewisse, unbestreitbare historische Fakten hältst, wie bei Alfred Polgars Kurzprosatext beispielsweise die Vorkriegszeit des Zweiten Weltkriegs, bist du mit deiner Interpretation auf der sicheren Seite.

Einleitung
  • Name des Autors
  • Titel des Textes
  • Erscheinungsjahr
  • Textgattung
  • Wirkungsabsichten des Textes
  • Hinführung zum Haupttteil (nicht mehr als wenige Sätze!)
  • wichtig: die Einleitung kurz halten!
Hauptteil
  • Inhaltsangabe
  • Interpretationshypothese
  • formale Analyse des Textes
  • Interpretation des Textes
Schluss
  • Schlusssatz
Tipp
$\blacktriangleright$ Erster Schritt: Vorarbeit Um einen Text möglichst gut interpretieren zu können, ist es sehr wichtig, dass du inhaltlich alles (bzw. so viel wie möglich) verstanden hast. Nimm dir also ruhig viel Zeit für die Vorarbeit.
Das Lesen des Textes nach der Drei-Schritte-Methode empfiehlt sich hier:
    1. Im ersten Schritt „scannst“ du den Text gewissermaßen, d.h. du liest ihn sehr schnell, um einen ersten Eindruck davon zu bekommen.
    2. Im zweiten Schritt liest du ihn sorgfältiger und klärst Unklarheiten. Du kannst jetzt auch schon anfangen, Schlüsselbegriffe und sehr wichtige Textpassagen zu markieren. Beachte hierbei aber die Regel „weniger ist mehr“. Ein Text, bei dem der Großteil markiert ist, bringt dir nicht viel.
    3. Beim dritten Lesen brauchst du dich nun nicht mehr nur auf den Plot (also den Inhalt in stark verkürzter Form) zu konzentrieren, da du diesen bereits erfasst hast. Du kannst jetzt auf Details achten, wie z .B. Metaphern, die dir bei den vorherigen Durchgängen noch nicht aufgefallen sind, o. Ä.
Auf einem Thesenpapier kannst du dir nun Notizen machen, die ungefähr dem Argumentationsaufbau bzw. der Struktur deiner Interpretation folgen. Wenn du Schwierigkeiten damit hast, einen Text relativ frei zu verfassen, mache dir so viele Notizen wie möglich. Auch wenn du dadurch viel Zeit für die Vorarbeit benötigst, helfen sie dir jedoch später ernorm beim Verfassen deiner Interpretation.

$\blacktriangleright$ Zweiter Schritt: Das Verfassen der Interpretation
Wenn du mit der Vorarbeit fertig bist, beginnt die eigentliche Textinterpretation. Wenn du nicht mehr genau weißt, was man dabei beachten muss, kannst du dir bei DeutschLV im Basiswissen das Skript zur Textinterpretation anschauen.
Wie jeder andere Text auch, besteht eine Textinterpretation aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Wichtig bei einer Interpretation ist: Es gibt nicht die eine richtige Lösung und alle anderen sind falsch, so wie du es von einer Mathe-Aufgabe kennst.
Die meisten Texte lassen sehr viel Interpretationsspielraum; wichtig ist, dass du deine Interpretation begründest! Solange du dies machst und dich an gewisse, unbestreitbare historische Fakten hältst, wie bei Alfred Polgars Kurzprosatext beispielsweise die Vorkriegszeit des Zweiten Weltkriegs, bist du mit deiner Interpretation auf der sicheren Seite.

Einleitung
  • Name des Autors
  • Titel des Textes
  • Erscheinungsjahr
  • Textgattung
  • Wirkungsabsichten des Textes
  • Hinführung zum Haupttteil (nicht mehr als wenige Sätze!)
  • wichtig: die Einleitung kurz halten!
Hauptteil
  • Inhaltsangabe
  • Interpretationshypothese
  • formale Analyse des Textes
  • Interpretation des Textes
Schluss
  • Schlusssatz

Beim Verfassen von Einleitung, Hauptteil und Schluss kannst du die Faustregel 10%-80%-10% im Kopf behalten: 10% deines Textes sollten die Einleitung sein, der Hauptteil sollte mit 80% natürlich den längsten Part deines Textes einnehmen und 10% der Gesamtanzahl der Wörter für den Schluss sollten auch genügen.

Einleitung
10 %
Hauptteil
80 %
Schluss
10 %
Einleitung
10 %
Hauptteil
80 %
Schluss
10 %


Der Kurzprosatext „Die Katze spielt mit der Maus“, der 1916 von Kurt Tucholsky verfasst wurde, handelt von der Thematik des Krieges und der damit verbundenen Machtfrage. Dargestellt wird dieser Konflikt durch eine sehr alltägliche Situation, dem Verhältnis zwischen einer Katze und einer Maus.
Einleitung
  • Autor, Titel
  • Jahr, Gattung

Der Text spielt zu Kriegszeiten und beschreibt eine Momentaufnahme einiger Soldaten, die ihrer Kompanie-Katze dabei zusehen, wie sie eine Maus fängt und mit dieser ein gefährliches Spiel treibt. Die Katze beginnt zuerst damit die Maus freizulassen, um sie kurz darauf wieder in ihre Gewalt zu bringen. Dies geschieht so lange bis die Maus an ihren Verletzungen erliegt und tot ist. Der Tod der Maus führt zu einem wilden Tanz zwischen ihr und der Katze, die volltrunken vor Macht ist. Dieser Tanz endet schließlich damit, dass die Maus von der Katze gefressen wird. Der Text selbst nimmt Stellung zu dieser Geschichte und stellt dabei in den Vordergrund, dass es sich nicht um eine Allegorie handele, sondern um das Leben als solches, das genau so gut auf den Menschen übertragen werden kann. Das ungleichmäßige Machtverhältnis zwischen Katze und Maus soll im Mittelpunkt stehen und zeigen, dass es keinen Weg gibt, dieses Verhältnis zu überwinden.
Hauptteil
Inhaltsangabe
  • Wer?
  • Wie?
  • Wo?
  • Wann?
  • Was?
Wie bereits erwähnt, veröffentlichte Tucholsky „Die Katze spielt mit der Maus“ im Jahre 1916, also genau in der Zeit als der Erste Weltkrieg herrschte. Anhand des Lebenslaufs Tucholskys lässt sich erkennen, dass er selbst als Armierungssoldat im Ersten Weltkrieg diente. Diese Art von Soldat kämpfte nicht, sondern beschäftigte sich überwiegend mit dem Bau, der Instandhaltung und dem Betrieb der Befestigungsanlagen. Tucholsky selbst sah sich dementsprechend als Pazifist sowie Antimilitarist. Der Kurzprosatext verdeutlicht seine grundlegende Abneigung gegenüber bewaffneten Konflikten und insbesondere Krieg, die er dem Leser durch den treffenden Vergleich zum Kampf zwischen Katze und Maus verdeutlicht.
Analyse
Interpretation
  • Kontext: Erster Weltkrieg
  • Tucholsky und Erster Weltkrieg
  • Pazifist und Antimilitarist
Gleich zu Beginn des Textes nutzt Tucholsky das breite Wortfeld des Krieges, um die Situation einzuordnen. So ist die Rede von einer „Truppe“ (Z. 7) aus „Soldaten“ (Z. 1), die „Kompanie-Peter“ (Z. 3) dabei zusehen, wie er mit einer Maus spielt. Dem Leser bleibt hierdurch eine Interpretation erspart. Er kann direkt ableiten, wie die Atmosphäre ist und an welchem Ort sich die Charaktere befinden (vlg. Z. 6). Man kann sich dadurch die Situation bildlich vorstellen und besser in die Geschichte „eintauchen“.
  • Wortfeld: Krieg
  • Atmosphäre
Bei „Kompanie-Peter“ (Z. 3) handelt es sich um ein Tier, das zahlreiche Gegensätze vereint. So ist zum Beispiel die Rede von einer schwarz-weißen Färbung (vgl. Z. 2), die eine Antithese darstellt. Schwarz und weiß sind Gegensätze, dadurch, dass es sich um die dunkelste sowie die hellste Farbe handelt. Außerdem ist die Rede von einem jungen Tier (vgl. Z. 3), das jedoch „nicht mehr niedlich genug [ist], um in die Hand genommen zu werden“ (Z. 4-5). Früh musste diese Katze lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, da sie vermutlich überwiegend Kriegsschauplätze kennt. Des Weiteren wird sie Peter (vgl. Z. 3) genannt, obwohl es sich um „eine Dame“ (Z. 3), also eine Katze und keinen Kater, handelt. Diese Gegensätze ergeben Sinn, sobald man die Katze als Symbol für einen Menschen betrachtet. Der Kampf zwischen ihr und der Maus ist ein gewaltvoller Konflikt getarnt als Spiel und kann somit als Krieg angesehen werden. Menschen, die sich im Krieg befinden, vereinen ebenfalls viele Gegensätze in sich. Zum einen wäre da der Umstand, dass sie ihr Vaterland verteidigen wollen und daher an vorderster Front kämpfen, zum anderen haben sie auch das persönliche Interesse unbeschadet aus diesem Kampf zu gehen und wieder nach Hause zurückzukehren. Sie müssen täglich einen inneren Kampf ausfechten, indem es darum geht, ihren Vorgesetzten zu gehorchen, obwohl sie sich damit in Lebensgefahr begeben.
  • Kompanie-Peter
  • Antithese, Gegensätze
  • Kriegsschauplatz
  • Katze als Symbol für Menschen
  • innerer Kampf von Soldaten
Dieser innere Kampf kommt vor allem durch das ungleiche Machtverhältnis innerhalb der Kompanie zustande, genau wie bei Katze und Maus. Als Peter die Maus fängt, ist es klar, dass „die Maus gleich [ge]fressen“ (Z. 7) wird. Somit weiß der Leser bereits vor Beginn des eigentlichen Geschehens, wie die Geschichte ausgehen wird und obwohl der Ausgang sowohl für den Leser als auch die Soldaten, die zuschauen, klar ist, lesen beziehungsweise beobachten sie weiter. Die Motivation der Katze ist sehr wahrscheinlich der „Hunger“ (Z. 7) , der sie plagt. Es handelt sich also um den Gang der Natur, etwas ganz natürliches, denn jedes Wesen muss sich auf eine Art ernähren. Doch anstatt die Maus direkt zu verspeisen, folgt nun ein grausames Spiel. Die Katze beginnt mit der Maus zu spielen. Sie fängt sie, lässt sie frei, um sie um ihr Leben laufen zu lassen. Die „Maus stürzt davon“ (Z. 14) „das ist gradezu vorgesehen“ (Z. 14) und der Leser fiebert mit, befindet sich ganz im Verlauf der Geschichte und kann sich alles bildlich vorstellen. Er hofft ohne Verstand darauf, dass es der armen, kleinen Maus gelingt aus den Fängen der Katze zu entfliehen. Ihre Pfote mitsamt der Krallen stellt für die zierliche Maus ein Gefängnis dar, aus dem sie ausbrechen möchte. Als sie jedoch endlich freigelassen wird, ist dies natürlich viel zu einfach, denn die Katze möchte ihr Spiel weitertreiben. Durch zahlreiche anaphorische Satzanfänge (vgl. Z. 8-11) und Wiederholungen (vgl. Z. 10-11) wird Spannung aufgebaut und so kommt es wie es kommen muss: Die Katze schlägt die Maus „im letzten Augenblick nieder“ (Z. 15) und damit nicht nur sie, sondern auch die Hoffnung des Lesers. Nachdem nun bereits klar ist, dass dieses Treiben nicht alsobald enden wird, wird die Spannung z.B. durch Ellipsen (vgl. Z. 17) aufrecht erhalten. Der andauernde Kampf zwischen den beiden Tieren, indem es um Leben und Tod geht, kann als Krieg gedeutet werden, wodurch die Tiere erneut durch Menschen, genauer Soldaten, ersetzt werden können.
  • ungleiches Machtverhältnis
  • Ausgang der Geschichte bereits klar
  • Katze wird von Hunger geplagt
  • natürlicher Lauf der Dinge
  • grausames Spiel beginnt
  • Spannungsaufbau
  • Hoffnung
  • Leser fiebert mit
  • Hoffnung wird im letzten Augenblick zerstört
Die Katze lebt ihre Macht über die Maus vollkommen aus und genießt diese zutiefst. Sie ist der Maus klar überlegen, indem sie größer, schneller und mächtiger ist. Sie könnte dem Ganzen ein Ende bereiten, kann und will jedoch nicht aus der Situation ausbrechen, da die Macht wie eine Droge auf sie wirkt. Genau so verhält es sich mit Menschen, die machtgierig sind. Sie wollen immer mehr und geben sich nicht mit dem zufrieden, was sie bereits besitzen. Um das zu erreichen, was sie begehren, immer mehr Macht, gehen sie sogar über Leichen wie z.B. in einem Krieg. Ab und zu bricht jedoch bei jedem Wesen, so auch bei der Katze, kurzzeitig das „böse[…] Gewissen“ (Z. 19) durch und man hinterfragt, was man gerade tut und ob jemand kommen könnte, der der Situation gefährlich wird. Dasselbe Gefühl durchfährt auch die Katze in der Geschichte, wenn sie „mit ihren grünen, regungslosen Augen erschreckt ins Weite“ (Z. 18) starrt. Die Angst durchfährt sie, die Angst ob sie ihre Macht verlieren könnte, beruhigt sich dann jedoch selbst mit einer rhetorischen Frage, denn „wer sollte kommen“ (Z. 19), der ihr und ihrer Machtposition gefährlich werden sollte?
  • Katze besitzt Macht über Maus
  • Katze kann und will die Situation nicht beenden
  • Katze treibt das Spiel immer weiter
  • böses Gewissen
  • Wer kann der Machtposition gefährlich werden?
Das Spiel geht nun schon einige Zeit, was nicht spurlos an der Maus vorbeigeht. Mittlerweile ist sie „ein bißchen klapprig“ (Z. 21) wie „eine laufende Maus, die man kaufen kann“ (Z. 20) bis die Katze sie auf einmal nicht mehr los lässt. Je greifbarer der Tod für die kleine Maus wird, desto wohler fühlt sich die Katze (vgl. Z. 22-27). Die Frage nach dem nahenden Ende drängt sich dem Leser geradzu auf. Somit wäre logischerweise der Tod der Maus der große Erfolg, also das Ziel, das die Katze verfolgt. Als der Tod jedoch nach einem erneuten Spielzug seitens der Katze eintritt (vgl. Z. 29), ist diese völlig „außer sich“ (Z. 30). Ihre Entspannung und der Genuss der Macht sind dahin, da man über Tote keine Macht mehr ausüben kann. Man kann sie weder besitzen, noch ihnen Leid zufügen, was also soll die mächtige Katze nun mit dieser Maus, deren einziger Daseinsgrund darin bestand ein „halb widerwilliges Spielzeug [zu sein], bei dem der Hauptreiz darin bestand, daß es sich sträubte“ (Z. 31-32)? Der Machtdurst der Katze geht sogar so weit, dass sie sie wieder lebendig machen möchte (vgl. Z. 32), da sie sich von dem Tod nicht in ihr Spiel hereinspielen lässt (vgl. Z. 33). Sie stellt sich und ihre Position daher über die Macht des Todes und herrscht somit nicht nur über Leben und Tod, sondern will sogar den Tod selbst beherrschen. Dieses Verhalten lässt darauf schließen, dass sich die Katze als gottgleich betrachtet. Ein ähnliches Verhalten findet man zum Beispiel bei Diktatoren, die nach immer mehr Macht trachten und ihre Gier nicht stoppen können. Sie lassen oftmals riesige Skulpturen errichten, damit sie öffentlich geehrt werden. Sie möchten genau so viel Macht wie Gott besitzen, teilweise denken sie sogar an Weltmacht. Und genau darum geht es auch im Krieg, Besitztümer sowie Grenzen eines Landes ausweiten, immer mehr Macht erlangen und diese Art der Gier kennt keine Grenzen.
  • Maus ist angeschlagen und verletzt
  • Spiel dauert weiter an
  • Je näher der Tod, desto entspannter die Katze.
  • Maus ist tot
  • Katze ist außer sich
  • Tod darf keine Macht über Katze haben
  • Katze stellt sich über den Tod
  • gottgleich
  • Machtdurst, Machtgier
Während die Katze immer noch ganz benebelt ist von der verloren gegangenen Macht über das kleine Geschöpf, beginnt sie einen fürchterlichen Tanz, bei dem sie die Leiche „über den Kopf“ (Z. 34) wirft, „hoch in die Luft“ (Z. 34-35) springt und „sie wieder auf[fängt]“ (Z. 35). Der Punkt, wenn sie „[…] sich über die Maus [wälzt]“ (Z. 36), kann als Wendepunkt betrachtet werden, da sie nun die Lust daran verliert ihr Spiel weiter zu treiben. Sie kann ihre Machtposition nicht weiter ausleben und muss die Wahrheit erkennen, denn das Spiel ist vorbei. Nachdem sie nun also den „Höhepunkt“ (Z. 37) überschritten hat, beginnt die Katze mit dem eigentlichen Grund ihrer Jagd, der Nahrungsaufnahme. Die Spannung ist nun gebrochen und die Handlung wird entschleunigt. Das Fressen der Maus wird durch Alliterationen (vgl. Z. 37-38) unterstrichen und bewirkt, dass die Atmosphäre gedämpft, ruhiger und final wirkt. Dieser Wendepunkt bedeutet, dass es ebenfalls im Krieg immer einen solchen gibt. Krieg kann über Jahre andauern, doch irgendwann gibt es einen Verlierer und natürlich auch einen Gewinner. Der Gewinner konnte nun also beweisen, dass er mehr Kraft, Stärke und letzten Endes auch Macht besitzt und er es deshalb verdient zu gewinnen.
  • verlorene Machtposition
  • Katze tanzt mit Leiche
  • Wendepunkt
  • Höhepunkt wurde überschritten
  • Nahrungsaufnahme beginnt
  • Atmosphäre
Nun ist der Kampf entschieden, die Spannung vorüber und der Leser erhält eine Anweisung, wie er den Text zu deuten hat. Es handele sich dabei um „keine Allegorie“ (Z. 40), sondern um das „Leben“ (Z. 41). Die tierischen Handlungen können mit „unser[em] menschliche[n] Tun“ (Z. 42) gleichgesetzt werden, denn auch wir verhalten uns nicht anders. Laut Tucholsky unterscheidet uns demnach nichts von Tieren. Wir verhalten uns genau so animalisch und ergeben uns unseren Trieben, obwohl wir einer höher entwickelten Spezie angehören und zu Mitgefühl sowie Liebe fähig sind. Doch leider auch nur, wenn wir es wirklich wollen. Die Katze missbrauchte ihre Macht über die Maus, indem sie diese „weit über die Nahrungsfrage hinaus“ (Z. 53) nutzte. Wäre sie den Naturgesetzen gefolgt, so hätte sie die Maus gejagt, getötet und gefressen, aber stattdessen wollte sie ganz in den Genuss ihrer überlegenen Position kommen und trieb ein furchtbar grausames Spiel mit der Maus. Es gibt nur wenige Texte, die dem Leser genau sagen, wie sie etwas zu verstehen haben. Diese Besonderheit zeigt, dass der Autor kein Risiko eingehen wollte, von jemandem missverstanden zu werden. Es ging ihm nicht darum eine literarische Meisterleistung zu kreieren, sondern vielmehr darum, die Realität mit einem Vergleich zu verdeutlichen. So lange es verschiedene Machtpositionen innerhalb der Gesellschaft gibt, wird es auch immer Menschen geben, die diese Macht gegenüber Schwächeren missbrauchen werden (vgl. Z. 52-56). Hierbei ist es auch ein Fehler anzunehmen, dass Menschen etwas für ihre eigene Machtposition können. In der Regel sind diese Verhältnisse von der Natur aus gegeben und können auch nicht geändert werden. Die einzige Möglichkeit das Leben miteinander zu meistern, wäre demnach die eigenen Grenzen und Freiheiten sowie die anderer Menschen zu akzeptieren und zu respektieren. Daher sollte niemand, der eine mächtigere Position innerhalb der Gesellschaft besitzt, diese Position gegenüber Anderen missbrauchen, sondern aufgrund gewisser Werte und gesellschaftlicher Normen agieren.
  • Spannungsabbau
  • Text ist keine Allegorie
  • Kampf kann auf Menschen übertragen werden
  • Leben als zentrale Aussage
  • Wenn man sich von Trieben leiten lässt, ist man ein Tier.
  • Menschen müssen an ihre Menschlichkeit denken / daran arbeiten
  • Machtmissbrauch wird es immer geben, so lange keine Menschlichkeit herrscht
  • Grenzen und Freiheiten aller Menschen

Tucholskys Intention war es anhand einer kurzen Geschichte über eine Katze und eine Maus die vielschichtigen Machtpositionen innerhalb der Gesellschaft zu verdeutlichen und kritisch zu hinterfragen. Er ist der Auffassung, dass gewaltvolle Konflikte vor allem aufgrund von Machtgier und Machtmissbrauch zustande kommen und man daher an die Menschlichkeit appellieren muss, um zukünftigen Kriegen aus dem Weg zu gehen und dementsprechend aus der Vergangenheit zu lernen. Handeln wir jedoch nicht aus Menschlichkeit, sondern folgen unseren Trieben und Leidenschaften, dann sind wir nicht besser als Tiere und entwickeln uns zurück.
Schluss
  • Gesamtaussage des Textes in wenigen Sätzen zusammenfassen
  • Was wollte der Autor bewirken / bezwecken?
Wichtig: Hierbei handelt es sich um eine Lösungsvariante. Um eine gute Note in deiner Interpretation eines Kurzprosatextes zu bekommen, solltest du die folgenden Punkte beachten: Deine Interpretationshypothesen sollten immer belegt sein. Wenn du dich unter der Verwendung von Zitaten am Text orientierst, bist du auf der sicheren Seite. Außerdem ist natürlich, wie immmer in Deutsch, das Beachten von Rechtschreibung und Zeichensetzung und einer guten Ausdrucksweise essentiell.
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