Inhalt
Smarter Learning!
Inhalt
Bundesland, Schulart & Klasse
Bundesland, Schulart & Klasse
BY, Gymnasium
Baden-Württemberg
Berufl. Gymnasium (AG)
Berufl. Gymnasium (BTG)
Berufl. Gymnasium (EG)
Berufl. Gymnasium (SGG)
Berufl. Gymnasium (TG)
Berufl. Gymnasium (WG)
Berufskolleg - FH
Gemeinschaftsschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Hauptschule
Realschule
Werkrealschule
Bayern
Fachoberschule
Gymnasium
Mittelschule
Realschule
Berlin
Gymnasium
Integrierte Sekundarschule
Brandenburg
Gesamtschule
Gymnasium
Oberschule
Bremen
Gymnasium (G8)
Oberschule (G9)
Hamburg
Gymnasium
Stadtteilschule
Hessen
Berufl. Gymnasium
Gesamtschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Haupt- und Realschule
Hauptschule
Realschule
Mecklenburg-Vorpommern
Gesamtschule
Gymnasium
Niedersachsen
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Integrierte Gesamtschule
Kooperative Gesamtschule
Oberschule
Realschule
NRW
Gesamtschule
Gymnasium
Hauptschule
Realschule
Sekundarschule
Rheinland-Pfalz
Gesamtschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Saarland
Gemeinschaftsschule
Gesamtschule
Gymnasium
Realschule
Sachsen
Gymnasium
Oberschule
Sachsen-Anhalt
Fachgymnasium
Gesamtschule
Gymnasium
Sekundarschule
Schleswig-Holstein
Gemeinschaftsschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Thüringen
Berufl. Gymnasium
Gemeinschaftsschule
Gesamtschule
Gymnasium
Regelschule
Klasse 5
Klasse 12
Klasse 11
Klasse 10
Klasse 9
Klasse 8
Klasse 7
Klasse 6
Klasse 5
Fach & Lernbereich
Fach: Deutsch
Mathe
Deutsch
Englisch
Bio
Chemie
Physik
Geschichte
Geo
Lernbereich
Lektürehilfen
Abitur
VERA 8
Abitur
Prüfung
wechseln
Abitur
VERA 8
Smarter Learning!
Schneller lernen mit deinem SchulLV-Zugang
  • Zugang zu über 1.000 Original-Prüfungsaufgaben mit Lösungen von 2004-2019
  • Alle Bundesländer und Schularten, empfohlen von über 2.300 Schulen in Deutschland
  • Digitales Schulbuch: Über 1.700 Themen mit Aufgaben und Lösungen
  • Monatlich kündbar, lerne solange du möchtest
Jetzt Zugang freischalten!

Aufgabe 4

Aufgaben
Download als Dokument:PDF

Materialgestütztes Verfassen eines informierenden Textes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Verfasse einen Vortragstext mit dem Titel „Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik“.
    $\rightarrow$ Nutze zur Gestaltung die Materialien 1-8 und ergänze sie durch im Unterricht erworbenes Wissen und persönliche Erfahrungen
    $\rightarrow$ Bezüge auf die Materialien können ohne Zeilenangabe unter Nennung der Autorin / des Autors und ggf. des Titels erfolgen
    $\rightarrow$ Dein Vortragstext soll etwa 1200 Wörter umfassen
An deiner Schule soll ein Abend mit Bildern, Liedern und Lesungen von Texten aus der Epoche der Romantik stattfinden.
Deine Aufgabe ist es, die anwesenden Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler in einem einführenden Vortrag über das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik zu informieren.
An deiner Schule soll ein Abend mit Bildern, Liedern und Lesungen von Texten aus der Epoche der Romantik stattfinden.
Deine Aufgabe ist es, die anwesenden Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler in einem einführenden Vortrag über das Motiv des Reisens in der Literatur der Romantik zu informieren.
#zentraleraufgabenpool#rede#romantik

Material 1: Flyer zur Veranstaltung an deiner Schule

Material 2: Ludger Grenzmann, Romantik (2002)

$\,$
[…] Vor allem seit etwa 1808 scheut die Romantik nicht die Auseinandersetzung mit den gewerblich-industriellen Veränderungen. Sie sucht auch, den von ihr favorisierten Menschentyp im Kontrast zu dem durch Gewerbefleiß, Existenzsicherung, Gewinnstreben und Anpassung langsam sich deformierenden Bürger, dem Philister zu entwickeln. […]
5
Fernweh und Wanderlust bestimmen zahlreiche romantische Helden, so Franz Sternbald (Tieck), Heinrich von Ofterdingen (Novalis), Florentin (Dorothea Schlegel), Christian im „Runenberg“ (Tieck), Peter Schlemihl (Chamisso), Taugenichts (Eichendorff). Auch in vielen Liedern wird die Sehnsucht nach der Ferne besungen (Wilhelm Müller: „Die schöne Müllerin“; Tieck: „Sehnsucht“; Eichendorff: „Der frohe Wandersmann“, „Allgemeines Wandern“, „Nachts“,
10
„Der verliebte Reisende“).
Aus der Enge ihrer Lebensverhältnisse machen sich die Helden auf, eine Welt zu suchen, die - hervorgelockt durch alte Lieder oder geheimnisvolle Andeutungen - als Ahnung oder sehnsüchtiger Traum in ihrer Phantasie entstanden ist. Nur eines geringen Anstoßes bedarf es jeweils, und es wird Abschied genommen von einem treuen Freund, einer liebenden Mutter,
15
einem verehrten Meister. Eine durch Familiensitte und gesellschaftlichen Brauch vorgezeichnete, zumeist auch gesicherte Existenz wird gegen ein vages Reiseziel, ein Leben in der Fremde, eine ungewisse Zukunft getauscht. […]
Aus: Ludger Grenzmann: Romantik, in: Geschichte der deutschen Literatur, hrsg. von Joachim Bark und Dietrich Steinbach, Bd. 2: Klassik - Romantik, hrsg. von Wilhelm Große und Ludger Grenzmann, Leipzig - Stuttgart - Düsseldorf 2002, S. 94, 126 f.

Material 3: Joseph von Eichendorff, Das Marmorbild (1819)

Vorbemerkung: Am Beginn der Novelle nähert sich die Hauptfigur Florio der italienischen Stadt Lucca und trifft dort einen Fremden.
$\,$
[…] Welches Geschäft führt euch nach Lucca? fragte endlich der Fremde. Ich habe eigentlich gar keine Geschäfte, antwortete Florio ein wenig schüchtern. […] Ich habe jetzt, fuhr dieser nun kühner und vertraulicher fort, das Reisen erwählt, und befinde mich wie aus einem Gefängnis erlöst, alle alten Wünsche und Freuden sind nun auf einmal in Freiheit gesetzt. Auf dem Lande
5
in der Stille aufgewachsen, wie lange habe ich da die fernen blauen Berge sehnsüchtig betrachtet, wenn der Frühling wie ein zauberfrischer Spielmann durch unsern Garten ging und von der wunderschönen Ferne verlockend sang und von großer unermeßlicher Lust. - Der Fremde war über den letzten Worten in tiefe Gedanken versunken. Habt Ihr wohl jemals, sagte er zerstreut aber sehr ernsthaft, von dem wunderbaren Spielmann gehört, der durch seine Töne
10
die Jugend in einen Zauberberg hinein verlockt, aus dem Keiner wieder zurückgekehrt ist? Hütet Euch! - […]
Aus: Joseph von Eichendroff: Das Marmorbild, in ders., Ahnung und Gegenwart, Sämtliche Erzählungen I, hrsg. von Wolfgang Frühwald und Brigitte Schillbach, Frankfurt/M. 2007, S. 385 f.

Material 4: Rüdiger Safranski, Romantik. Eine deutsche Affäre (2007)

$\,$
[…] Ein Gesang über den verführerischen Sirenengesang[1] ist das Gedicht „Frische Fahrt“, mit dem Eichendorff die späte Sammlung seiner Lyrik eröffnet […]. Laue Luft kommt blau geflossen, / Frühling, Frühling soll es sein! / Waldwärts Hörnerklng geschossen, / Mut'ger Augen lichter Schein; / Und das Wirren bunt und bunter / Wird ein magisch wilder Fluß, / In die schöne Welt
5
hinunter / Lockt dich dieses Stromes Gruß. // Und ich mag mich nicht bewahren! / Weit von euch treibt mich der Winde / Auf dem Strome will ich fahren, / Von dem Glanze selig blind! / Tausend Stimmen lockend schlagen, / Hoch Aurora[2] flammend weht, / Fahre zu! Ich mag nicht fragen, / Wo die Fahrt zu Ende geht!
Dieses Gedicht setzt die Motivtradition der großen Ausfahrten und Irrfahrten fort, die mit der
10
Odyssee und der Argonautensage[3] beginnt und […] bis in die Neuzeit reicht. Die Romantiker machen daraus die Fahrt ohne Ankunft und Ziel, die unendliche Fahrt eben […]. Die Hingabe ans unendlich aufgeschobene Reiseziel ist das Einverständnis mit der unendlich aufgeschobenen Sinnerfüllung. Eichendorff ist kein Dichter der Heimat, sonder des Heimwehs, nicht des erfüllten Augenblicks, sondern der Sehnsucht, nicht des Ankommens, sonder der
15
Abfahrt. […]


[1] Sirenen: weibliche Fabelwesen der griechischen Mythologie, die mit ihren betörenden Gesängen vorbeifahrende Seeleute anlockten, um sie zu töten
[2] Aurora: Morgenröte, auch römische Göttin der Morgenröte
[3] Argonautensage: Sage von der Fahrt des Iason und seiner Begleiter auf dem Schiff Argo nach Kolchis am Schwarzen Meer, der Suche nach dem Goldenen Vlies und dessen Raub
Aus: Rüdiger Safranski: Romantik. Eine deutsche Affäre, München 2007, S. 213 f.

Material 5: Christiane Krautscheid, „Und jeder Schritt des Wandrers ist bedenklich“. Eine Wanderung durch die Motivgeschichte (1998)

$\,$
O wandern, wandern meine Lust!
Herr Meister und Frau Meisterin
laßt mich in Frieden weiterziehn und wandern!

(Wilhelm Müller)[1]
5
Von wegen Wanderlust – einen schönen Schwindel hat der Dichter der Nachwelt da aufgetischt. Jener fröhlich wandernde Müller ist eine freie Erfindung der Kunst, der Literatur vor allem. Mit den historischen Handwerksburschen auf der Walz[2] hat der Mythos, der den Wanderer und die Kulturpraxis des Wanderns umgibt, nichts gemeinsam, im Gegenteil: bis weit in das 19. Jahrhundert hinein fehlte dem „Unterwegs-Sein“ jeder Hauch von Romantik. Viele
10
Berufsgruppen waren aus ökonomischem Zwang auf ständige Fußmärsche von Ort zu Ort angewiesen. […] Ihnen ging es nicht um das „Unterwegs-Sein“, sondern um das Ankommen. An einem Ort, der Arbeit und Einkommen sicherte. […]
Die Wanderungen der jungen Romantiker nehmen eine andere Richtung. „Nach innen führt der geheimnisvolle Weg“, heißt die Parole bei Novalis. Nicht objektive Welterfahrung, sondern
15
subjektives Sich-Finden in der Natur, die zum Spiegel des eigenen Innern wird. Der Wanderer ist jetzt die Personifizierung romantischer Sehnsucht nach dem Unendlichen. Und zur unbestimmten Sehnsucht paßt das Wandern ins Blaue besser als eine zielgerichtete Fahrt. […] Der romantische Wanderer ist immer auf der Suche: nach einem unbekannten Glück, nach einer entfernten Geliebten, einem Seelenfreund. Ist er fündig geworden, sehnt er sich danach, erneut
20
auszuziehen. „Sehnsüchtig sah ich jedem Wandersmann nach, der auf der Landstraße vorüberzog, wie wohl ist Dir, sagte ich, daß Du Dein ungewisses Glück noch suchst! Ich hab’ es gefunden“, heißt es in Franz Sternbalds Wanderungen von Ludwig Tieck. […]


[1] Wilhelm Müller (1794-1827): Dichter der Romantik, Verfasser des 1823 von Franz Schubert vertonten Gedichtzyklus' Die schöne Müllerin (1821); der Auszug stammt aus dessen erstem Gedicht Das Wandern; vgl. auch Material 7.
[2] Walz: mehrjährige Wanderschaft eines Handwerksgesellen
Aus: Christiane Krautscheid: „Und jeder Schritt des Wandrers ist bedenklich“. Eine Wanderung durch die Motivgeschichte, online unter: http://www.christiane-krautscheid.de/christianekrautscheid-der-wanderer-motivgeschichte.html; zuletzt aufgerufen am 07.12.2016

Material 6: Ludwig Richter, Wanderschaft (um 1859)

Material 7: Wilhelm Müller (1794-1827), Der Wegweiser[1] (1823)

$\,$
Weiser stehen auf den Straßen
10
Weisen auf die Städte zu,
Und ich wandre sonder Maßen[3],
Ohne Ruh, und suche Ruh.
Einen Weiser seh ich stehen
Unverrückt vor meinem Blick;
15
Eine Straße muß ich gehen,
Die noch keiner ging zurück.


[1] Der Wegweiser: Das Gedicht entstammt Wilhelm Müllers 1823 erschienenem Gedichtzyklus Die Winterreise und wurde von Franz Schubert 1827 als Kunstlied für Singstimme mit Klavierbegleitung vertont.
[2] Wüstenei[e]n: öde, leere Gegenden
[3] sonder Maßen: ohne Maßen, maßlos, grenzenlos
Aus: Wilhelm Müller: Der Wegweiser, in ders., Werke, Tagebücher, Briefe, hrsg. von Maria-Verena Leistner, Bd. 1: Gedichte I, Berlin 1994, S. 180.

Material 8: David Deißner, Eichendorff, der Wanderer mit Bodenhaftung (2007)

$\,$
[…] Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die berühmte Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ (1826) veröffentlicht wurde, als ihr Autor selbst gerade eine feste Anstellung als Regierungsrat gefunden hatte.
Wie glaubhaft ist es, wenn ein fleißiger Amtsstubenjurist in heiterem Ton das Leben eines
5
faulenzenden Jünglings besingt? […]
Es drängt sich hier der dringende Verdacht auf, Eichendorff kompensiere mit seiner Dichtung die Enge des eigenen Lebens […].
Doch der latente Vorwurf greift zu kurz, dass all jene romantischen Träumer und sehnsuchtsvollen Wanderburschen, die dem Ruf des Posthorns flgend das Weite suchen,
10
nichts weiter als die Geisteskapriolen eines Biedermanns seien. Denn Eichendorff wusste nicht nur um die Lust des entfesselten Wanderlebens, es ging ihm nicht nur um den für die Romantik wesenhaften Ausbruch aus der Normalität des Gesellschaftslebens, er benennt in seiner Dichtung immer auch die Gefahren der romantischen Sehnsucht. […]
Aus: David Deißner: Eichendorff, der Wanderer mit Bodenhaftung, in: Die Welt vom 25.11.2007; online unter https://www.welt.de/kultur/article1393635/Eichendorff-der-Wanderer-mit-Bodenhaftung.html; zuletzt aufgerufen am 18.07.2017
Bildnachweise [nach oben]
[1]
Public Domain.
[2]
Public Domain.
[3]
Public Domain.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt freischalten
Infos zu SchulLV PLUS
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Login
Kurzlösungen
Download als Dokument:PDF

Materialgestütztes Verfassen eines informierenden Textes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Reisen in der Romantik
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Verfasse einen Vortragstext mit dem Titel „Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Romantik“

Vorarbeit

Bevor du beginnst, sieh dir die gegebenen Materialien genau an. Mache dir Notizen, was dir dabei auffällt. Überlege, was du aus dem Unterricht über die Epoche der Romantik gelernt hast.

Einleitung

Überlege dir für die Einleitung eine kurze Begrüßung für die Zuhörer. Nenne dabei das Thema deines Vortrags.
Begrüßung
  • Sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich sehr, dass Sie heute so zahlreich zu unserem Abend der Romantik erschienen sind.
  • Thema: Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Romantik

Hauptteil

Im Hauptteil musst du nun anhand deiner Materialien und deines Wissens den Vortragstext ausarbeiten und dabei auf das Motiv des Reisens in der Romantik eingehen. Zunächst solltest du jedoch die Romantik kurz in den zeitlichen Kontext einordnen.
Einordnung in den zeitlichen Kontext
  • literarische Romantik: 1795 - 1848
  • Romantik wird nochmals unterteilt:
    $\rightarrow$ Frühromantik (bis 1804)
    $\rightarrow$ Hochromantik (bis 1815)
    $\rightarrow$ Spätromantik (bis 1848)
  • zentrale Motive der Romantik:
    $\rightarrow$ Reisen
    $\rightarrow$ das Schaurige, Unterbewusste, Fantastische, Leidenschaftliche, Individuelle, Gefühlvolle und Abenteuerliche
  • bildet Gegensatz zur Industrialisierung
  • wesentliche Vertreter: E.T.A. Hoffmann, Joseph von Eichendorff, Ludwig Tieck, Bettina von Arnim, die Brüder Grimm, Novalis und Clemens Brentano; Heinrich Heine gilt als letzter Vertreter der Romantik
Informationen aus den Materialien
$\blacktriangleright$ Material 1
  • Bild von Caspar David Friedrich
  • „Wanderer über dem Nebelmeer“
  • 1818; Ende der Hochromantik, Anfang der Spätromantik
  • eines der bekanntesten Bilder zur Romantik
  • Motive des Reisens, der Sehnsucht
$\blacktriangleright$ Material 2
  • Auseinandersetzung der Romantik mit den gewerblich-industriellen Veränderungen
  • Fernweh und Wanderlust bestimmen zahlreiche romantische Geschichten und ihre Helden
  • sichere Existenz wird ausgetauscht durch ungewisse Zukunft und vages Ziel
$\blacktriangleright$ Material 3
  • Reisen als Befreiung
  • Wünsche und Freuden können gelebt werden
  • Gefahren beim Reisen durch Verlockung
$\blacktriangleright$ Material 4
  • Romantik als Fortsetzung von großen Aus- und Irrfahrten wie Odyssee oder Argonautensage
  • Reise ohne Ankunft und ohne Ziel
  • Motive von Eichendorff: Heimweh, Sehnsucht und Abfahrt
$\blacktriangleright$ Material 5
  • bis ins 19 Jahrhundert fehlte dem Reisen jeder Hauch von Romantik
  • Handwerkslehrlinge auf Wanderschaft; wegen Ausbildung, nicht wegen Abenteuer
  • Ziel war Ort, der Arbeit und Einkommen sicherte
  • junge Romantiker verstehen unter Wanderung ein subjektives Sich-Finden in der Natur
  • Wanderer als Personifizierung romantischer Sehnsucht nach dem Unendlichen
    $\rightarrow$ das Wandern ins Blaue passt besser als zielgerichtete Fahrt
$\blacktriangleright$ Material 6
  • Bild zweigeteilt
  • oben sind Menschen unbeschwert, frei, wandern
  • unten sind Menschen eingesperrt in Käfig; eingesperrt in die Enge des Alltags
  • Reisen als Befreiung aus dem Alltag
$\blacktriangleright$ Material 7
  • Lied und Gedicht
  • lyrisches Ich im Gedicht ist Reisender
  • wandert abseits der bekannten Wege
  • möchte keine anderen Menschen treffen
  • ohne Ruhe sucht er Ruhe
  • Reise ins Unbekannte
$\blacktriangleright$ Material 8
  • Glaubhaftigkeit Eichendorffs wird angezweifelt
  • schreibt über das Leben eines faulenzenden Jünglings, während er selbst in einer Amtsstube als Jurist tätig ist
  • Frage, ob Eichendorff die Enge seines eigenen Lebens damit kompensiert?
  • benennt in seiner Dichtung nicht nur positive Seiten des Reisens, sondern auch Gefahren
Reisen heute
  • Urlaub, Entspannung, Entfliehen des Alltags
  • Work and Travel: Verbindung von Arbeit und Reisen, um fremde Länder kennen lernen zu können
  • Schulaustausch, Auslandsjahr, Au-Pair: Internationale Verbindungen stärken, neue Freundschaften schließen, fremde Sprachen besser beherrschen, Selbstständigkeit lernen

Schluss

Am Besten wäre es, wenn du am Schluss nochmals dein Ergebnis zusammenfasst und dich bei deinem Publikum für dessen Aufmerksamkeit bedankst.
  • das Reisen war in der Romantik wichtiges Motiv
  • in Wahrheit war Wanderschaft nicht so romantisch, wie von Dichtern beschrieben; diente dazu, die Leser gedanklich mit auf Reisen zu nehmen und sie aus ihrem Alltag zu locken
  • Reisen dient auch heute noch dem Entfliehen des Alltags
  • Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit!
  • Ich wünsche Ihnen heute noch eine wunderbare Reise durch unseren Abend zur Romantik!
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt freischalten
Infos zu SchulLV PLUS
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Login
Lösungen
Download als Dokument:PDF

Materialgestütztes Verfassen eines informierenden Textes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Reisen in der Romantik
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich sehr, dass Sie heute so zahlreich zu unserem Abend der Romantik erschienen sind! Das Zeitalter der Romantik ist von einer gewissen Aufbruchstimmung geprägt, die sehr häufig in volkstümlichen Liedern oder auch romantischer Literatur gespiegelt wird. Um die Relevanz des Themas für die damalige Zeit festzuhalten lautet das Thema des heutigen Abends Unterwegs - Das Motiv des Reisens in der Romantik.
„The world is our home“, „Collect moments not things“, „To travel is to live“ - Heutzutage verbindet man das Reisen ja mit Urlaub, dem Erkunden von anderen Städten oder Gegenden und mit dem generellen Entspannen. Es ist eine kurzzeitige Flucht aus dem eigenen Alltag, vermutlich aus dem Arbeitstrott und allem, was daheim auf einen wartet. Reisen kann das eigene Leben bereichern, die Erfahrungen, die in einem fremden Land gemacht werden prägen einen für immer. Man begegnet neuen Kulturen, anderen Menschen und nimmt jedes Mal einen Teil davon mit zu sich nach Hause - in Form eines Souvenirs oder einer Abwandlung einer Charaktereigenschaft, aber auch durch Fotos beispielsweise. Wir geben heute Unsummen an Geld dafür aus, die Welt immer wieder von neuem zu erkunden und neue Länder kennenzulernen und nutzen Konzepte wie Work & Travel um Arbeit und Reisen zu verbinden und um uns auf fremde Länder einzulassen. Der Schulaustausch, das Auslandsjahr, ein Au-Pair-Jahr - dadurch kann man internationale Verbindungen stärken, neue Freundschaften schließen, ein Netzwerk aufbauen, fremde Sprachen besser beherrschen und seine Selbständigkeit verbessern. Doch war dies schon immer so? Ist der Urlaub oder das Auslandsjahr ein Phänomen, gar eine Erfindung der Postmoderne? Oder fühlten die Zeitgenossen vergangener Zeiten - etwa der Epoche der Romantik - auch den Drang, Neues zu entdecken?
„Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben“, so Kurt Tucholsky. Kurt Tucholsky zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Er schrieb zahlreiche Gedichte und Gedanken über das Abreisen, Fortbewegen und Heimkehren, über Ziele, Erlebnisse und Erinnerungen. Während der Epoche der Romantik entwickelte sich das Reisen geradezu zu einer Bewegung, die alle Menschen aus ihren Häusern trieb. Die Romantik ist eine literarische Epoche, die den Zeitraum 1795 - 1848 umspannt. Zeitlich wird sie nochmals unterteilt in die Frühromantik, Hochromantik und Spätromantik. Zentrale Motive der Romantik sind unter anderem das Reisen, aber auch das Schaurige, Unterbewusste, Fantastische, Leidenschaftliche, Individuelle, Gefühlvolle und Abenteuerliche. Diese Epoche bildet einen starken Kontrast zur eher maschinellen, anonymen, physischen Industrialisierung. Wesentliche Vertreter der Romantik sind vor allem E.T.A Hoffmann, Joseph von Eichendorff, Bettina von Arnim, die Gebrüder Grimm oder auch Heinrich Heine, der als letzter Vertreter der Romantik gilt.
Titel etwaiger romantischer Werke tragen oftmals Titel wie „Winterreise“, „Sehnsucht“, „Der frohe Wandersmann“ oder „Der verliebte Reisende“. Demnach spielte das Reisen oder auch das Wandern eine zentrale Rolle für die Künstler der Romantik. Viele positive, aber auch einige negative Aspekte des Wanderns oder des Reisens flossen in jene Werke ein.
Zentrales Motiv war hierbei natürlich die Natur. In der Romantik galt die Natur als Spiegel der Seele und der eigenen Empfindungen. Der Kosmos der Natur war für die Romantiker sicherlich kein statischer Mechanismus, sondern ein lebendiger Organismus. Aufgrund dessen wurde oftmals der Wunsch nach Einklang und Verschmelzung mit der Natur geweckt, welcher nur durch das Wandern erfüllt werden konnte. Bereits schon Novalis sagte: „Nach innen führt der geheimnisvolle Weg.“ Dieses Zitat besagt, dass man durch genau jene Wanderschaft oder das Reisen zu sich selbst findet. In der emotional geprägten Welt der Romantik ist dies ein Ziel, das viele verfolgten. Durch die politischen Unruhen - der Vormärz beispielsweise - war es umso wichtiger, in dem eigenen Inneren gefestigt zu sein. Dies war innerhalb der spießbürgerlichen Strukturen jedoch nicht möglich, weshalb sich eine Sehnsucht nach der Natur und dem Reisen entwickelte. Alles in ihnen schrie nach der Befreiung der einengenden Muster und der Erkundung der Natur.
In Eichendorffs Das Marmorbild wird dem Leser das Reisen als Art Befreiung zugetragen, denn Wünsche und Freuden können direkt ausgelebt werden, die Natur gilt als Sehnsuchtsort, den es zu erkunden gilt. Der Protagonist Florio reist nach Lucca, da er schon seit seiner Kindheit einen Drang verspürt, die Berge und die Landschaft um ihn herum zu erkunden. Er ist regelrecht verzaubert von ihnen. Diese Sehnsucht ist auch deutlich in Caspar David Friedrichs Bild „Wanderer über dem Nebelmeer“ wahrzunehmen. Diesem Wanderer liegt sprichwörtlich die ganze Welt zu Füßen - ein Gefühl, welches damals noch mehr Menschen in die weite Ferne hinauslockte. Er steht auf einem Berg, überblickt Täler und Berge, ist sogar über dem Nebel erhoben. Ein gewisses Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit umgibt ihn - getrieben von einer unstillbaren Sehnsucht.
Zahlreiche romantische Geschichten und deren Helden werden vom Fernweh und der Wanderlust bestimmt und gleichen so einer Auseinandersetzung der Romantik mit den gewerblich-industriellen Veränderungen. Generell wird die sichere Existenz ausgetauscht durch eine ungewisse Zukunft und ein vages Ziel. Ludwig Richter beschreibt dieses Phänomen in seinem Bild „Wanderschaft“ - es zeigt einerseits die Unbeschwertheit der Wanderer, andererseits das Gefühl der Bedrängnis, welches Menschen, die in der Enge des Alltags gefangen sind, empfinden. Reisen wird dabei als Befreiung aus dem regulären, restriktiven Leben angesehen.
Natürlich gibt es jedoch auch negative Aspekte, die es in Bezug auf das Reisen in der Romantik zu betrachten gilt. Caspar David Friedrichs Wanderer, der über dem Nebelmeer thront verkörpert nämlich nicht nur das Gefühl der Erhabenheit - nein, er vertritt auch ein Stück weit Isolation und soziale Kälte. Zudem ist das Wandermotiv oftmals auch mit einer inneren Rastlosigkeit verbunden, die sich dann in tagelangem Wandern widerspiegelt und mit einem Gefühl der Auswegslosigkeit einhergeht. Die Wanderung ist nämlich nicht nur Flucht vor dem langweiligen Leben, sondern auch eine Verdrängung der eigentlichen Probleme.
Doch nicht das Ziel ist der Weg, sondern der Weg ist das Ziel. Unter diesem Aspekt lässt sich das Motiv der Reise in der Romantik eindeutig zusammenfassen. Es ging nie darum, an eine gewisse Destination gebunden zu sein oder einen bestimmten Ort zu erreichen, es ging vielmehr darum, die Sehnsucht vollkommen auszuleben. Nicht das Ankommen stand im Mittelpunkt, sondern die Abfahrt. Schon die Griechen hatten dies erkannt und Geschichten der Odyssee und die Argonatuensaga publiziert - Fahrten ohne Ziel, die ins Unendliche gingen. Genauso verhält es sich in der Romantik mit dem unersättlichen Wunsch nach unendlicher Freiheit. Dieses Gefühl hält bis heute an, viele Träumen von einer Weltreise ins Ungewisse, vom Fahren auf der Route 66. Einfach um der Flucht des Alltags Willen.
#rede#romantik
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt freischalten
Infos zu SchulLV PLUS
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Login
Folge uns auf
SchulLV als App