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Aufgabe B

Aufgaben
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Untersuchendes Erschließen literarischer Texte – Textinterpretation

Aufgabe:
  • Interpretiere den Auszug aus dem dritten Aufzug, erster Auftritt aus G.E. Lessings Dramatischen Gedicht Nathan der Weise (1779).
  • Untersuche dabei besonders die Gestaltung der Figur Recha.
  • Berücksichtige dramentheoretische Konzepte Lessings.
#interpretieren#dramentheorie#lessing

Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise (1779)

Dritter Aufzug, Erster Auftritt

Recha und Daja.
 
Recha.
Wie, Daja, drückte sich mein Vater aus?
„Ich dürf ihn jeden Augenblick erwarten?“
Das klingt - nicht wahr? - als ob er noch so bald
5
Erscheinen werde. - Wie viel Augenblicke
Sind aber schon vorbei! - Ah nun: wer denkt
An die verflossenen? - Ich will allein
In jedem nächsten Augenblicke leben.
Er wird doch einmal kommen, der ihn bringt.
10
Daja.
O der verwünschten Botschaft von dem Sultan!
Denn Nathan hätte sicher ohne sie
Ihn gleich mit hergebracht.
Recha.
15
Und wenn er nun gekommen, dieser Augenblick; wenn denn
Nun meiner Wünsche wärmster, innigster
Erfüllet ist: was dann? - was dann?
Daja.
Was dann? Dann hoff ich, dass auch meiner Wünsche wärmster
20
Soll in Erfüllung gehen.
Recha.
Was wird dann in meiner Brust an dessen Stelle treten,
Die schon verlernt, ohn einen herrschenden
Wunsch aller Wünsche sich zu dehnen? - Nichts?
25
Ah, ich erschrecke! …
Daja.
Mein, mein Wunsch wird dann an des erfüllten Stelle treten; meiner.
Mein Wunsch, dich in Europa, dich in Händen
Zu wissen, welche deiner würdig sind.
30
Recha.
Du irrst. - Was diesen Wunsch zu deinem macht,
Das Nämliche verhindert, dass er meiner
Je werden kann. Dich zieht dein Vaterland:
Und meines, meines sollte mich nicht halten?
35
Ein Bild der Deinen, das in deiner Seele
Noch nicht verloschen, sollte mehr vermögen,
Als die ich sehn, und greifen kann, und hören,
Die Meinen?
Daja.
40
Sperre dich, soviel du willst! Des Himmels Wege sind des Himmels Wege.
Und wenn es nun dein Retter selber wäre,
Durch den sein Gott, für den er kämpft, dich in
Das Land, dich zu dem Volke führen wollte,
Für welche du geboren wurdest?
45
Recha.
Daja! Was sprichst du da nun wieder, liebe Daja!
Du hast doch wahrlich deine sonderbaren
Begriffe! „Sein, sein Gott! für den er kämpft!“
Wem eignet1 Gott? was ist das für ein Gott,
50
Der einem Menschen eignet? der für sich
Muss kämpfen lassen? - Und wie weiß
Man denn, für welchen Erdkloß man geboren,
Wenn man's für den nicht ist, auf welchem man
Geboren? - Wenn mein Vater dich so hörte!
55
Was tat er dir, mir immer nur mein Glück
So weit von ihm als möglich vorzuspiegeln?
Was tat er dir, den Samen der Vernunft,
Den er so rein in meine Seele streute,
Mit deines Landes Unkraut oder Blumen
60
So gern zu mischen? - Liebe, liebe Daja,
Er will nun deine bunten Blumen nicht
Auf meinem Boden! - Und ich muss dir sagen,
Ich selber fühle meinen Boden, wenn
Sie noch so schön ihn kleiden, so entkräftet,
65
So ausgezehrt durch deine Blume; fühle
In ihrem Dufte, sauersüßen Dufte,
Mich so betäubt, so schwindelnd! Dein Gehirn
Ist dessen mehr gewohnt. Ich tadle drum
Die stärkern Nerven nicht, die ihn vertragen.
70
Nur schlägt er mir nicht zu; und schon dein Engel,
Wie wenig fehlte, dass er mich zur Närrin
Gemacht? - Noch schäm ich mich vor meinem Vater
Der Posse!
Daja.
75
Posse! Als ob der Verstand nur hier zu Hause wäre! Posse! Posse!
Wenn ich nur reden dürfte!
Recha.
Darfst du nicht? Wenn war ich nicht ganz Ohr, sooft es dir
Gefiel, von deinen Glaubenshelden mich
80
Zu unterhalten? Hab ich ihren Taten
Nicht stets Bewunderung; und ihren Leiden
Nicht immer Tränen gern gezollt? Ihr Glaube
Schien freilich mir das Heldenmäßigste
An ihnen nie. Doch so viel tröstender
85
War mir die Lehre, dass Ergebenheit
In Gott von unserm Wähnen2 über Gott
So ganz und gar nicht abhängt. - Liebe Daja,
Das hat mein Vater uns so oft gesagt;
Darüber hast du selbst mit ihm so oft
90
Dich einverstanden: warum untergräbst
Du denn allein, was du mit ihm zugleich
Gebauet? - Liebe Daja, das ist kein
Gespräch, womit wir unserm Freund' am besten
Entgegensehn. Für mich zwar, ja! Denn mir,
95
Mir liegt daran unendlich, ob auch er …
Horch, Daja! - Kommt es nicht an unsre Türe?
Wenn Er es wäre! horch!
Quelle: Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Stuttgart: Reclam, 2000, S.64-66
1eignet: hier im Sinne von gehört
2Wähnen: Denken, Vorstellung
#dramenauszug#lessing#nathanderweise
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$\blacktriangleright$ Den Auszug aus Gotthold Ephraim Lessings Drama „Nathan der Weise“ interpretieren. Dabei insbesondere die Gestaltung der Figur Recha sowie die dramentheoretischen Konzepte Lessings berücksichtigen.

In dieser Aufgabe sollst du den gegebenen Textausschnitt interpretieren. Du sollst das Gespräch zwischen Daja und Recha untersuchen und herausarbeiten, welche Bedeutung dieses Gespräch hat. Die Grundregeln der Textinterpretation gelten also auch hier: Deine Lösung sollte aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss/Fazit bestehen. Deine Interpretation sollte sich in erster Linie damit befassen, wie Recha dargestellt wird. Deute, welche Ansichten sie im Gegensatz zu Daja vertritt und um was es genau in dem Gespräch geht. Gehe hierbei vor allem auf Rechas Rede ein.

Hier einige Fragen, an denen du dich orientieren kannst:
  • Was unterscheidet Recha von Daja?
  • Inwiefern ist Recha gläubig und was sagt sie über Gott, Religion und den Glauben?
  • Aus welcher Schicht stammt Recha?
  • Ist Recha ein stereotypischer, eindimensionaler Charakter?
Mit Hilfe dieser Fragen, wird deine Interpretation ein voller Erfolg! Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Textinterpretation schreibt, kannst du einen Blick in unser Skript Methodik: Interpretation: Textinterpretation werfen!
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Thema:
Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise (1779), III/1.
Textgrundlagen:
Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise. Stuttgart: Reclam, 2000, S. 64-66.

Aufgabe:

$\blacktriangleright$ Den Auszug aus Gotthold Ephraim Lessings Drama „Nathan der Weise“ interpretieren. Dabei insbesondere die Gestaltung der Figur Recha und die dramentheoretischen Konzepte Lessings berücksichtigen.

Tipp
In dieser Aufgabe sollst du den gegebenen Textausschnitt interpretieren. Du sollst das Gespräch zwischen Daja und Recha untersuchen und herausarbeiten, welche Bedeutung dieses Gespräch hat. Die Grundregeln der Textinterpretation gelten also auch hier: Deine Lösung sollte aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss/Fazit bestehen. Deine Interpretation sollte sich in erster Linie damit befassen, wie Recha dargestellt wird. Deute, welche Ansichten sie im Gegensatz zu Daja vertritt und um was es genau in dem Gespräch geht. Gehe hierbei vor allem auf Rechas Rede ein.

Hier einige Fragen, an denen du dich orientieren kannst:
  • Was unterscheidet Recha von Daja?
  • Inwiefern ist Recha gläubig und was sagt sie über Gott, Religion und den Glauben?
  • Aus welcher Schicht stammt Recha?
  • Ist Recha ein stereotypischer, eindimensionaler Charakter?
Mit Hilfe dieser Fragen wird deine Interpretation ein voller Erfolg!

Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Textinterpretation schreibt, kannst du einen Blick in unser Skript Methodik: Interpretation: Textinterpretation werfen!

Tipp
In dieser Aufgabe sollst du den gegebenen Textausschnitt interpretieren. Du sollst das Gespräch zwischen Daja und Recha untersuchen und herausarbeiten, welche Bedeutung dieses Gespräch hat. Die Grundregeln der Textinterpretation gelten also auch hier: Deine Lösung sollte aus einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss/Fazit bestehen. Deine Interpretation sollte sich in erster Linie damit befassen, wie Recha dargestellt wird. Deute, welche Ansichten sie im Gegensatz zu Daja vertritt und um was es genau in dem Gespräch geht. Gehe hierbei vor allem auf Rechas Rede ein.

Hier einige Fragen, an denen du dich orientieren kannst:
  • Was unterscheidet Recha von Daja?
  • Inwiefern ist Recha gläubig und was sagt sie über Gott, Religion und den Glauben?
  • Aus welcher Schicht stammt Recha?
  • Ist Recha ein stereotypischer, eindimensionaler Charakter?
Mit Hilfe dieser Fragen wird deine Interpretation ein voller Erfolg!

Wenn du noch einmal nachlesen möchtest, wie man eine Textinterpretation schreibt, kannst du einen Blick in unser Skript Methodik: Interpretation: Textinterpretation werfen!

Das Drama „Nathan der Weise“, das 1779 von Gotthold Ephraim Lessing veröffentlicht wurde, handelt von dem Leben des Juden Nathan, der von dem muslimischen Herrscher Jerusalems, Saladin, auf die Probe gestellt wird, indem er die Frage nach der richtigen Religion beantworten soll.

Die gegebene Textstelle beinhaltet den ersten Auftritt des dritten Aufzuges. Hierbei kommen Recha sowie Daja vor, die miteinander reden und auf die Rückkehr Nathans warten, der sich auf die Suche nach dem Tempelritter begeben hat. Der Temprelritter rettete Recha vor einiger Zeit aus einem brennenden Haus, weshalb ihn Nathan nun sucht, um ihm seine Dankbarkeit zu zeigen. Recha malt sich aus, wie es wohl sein wird, wenn sie ihren Retter wiedersieht und was danach passieren wird. Daja wartet ebenso gespannt auf den Tempelritter, wünscht sie sich doch nichts sehnlicher, als zurück in ihr Heimatland zu gehen. Sie möchte Recha diesen Wunsch näherbringen, die darauf mit Unverständnis reagiert, denn sie möchte, egal was die Zukunft bringt, hier bei ihren Liebsten bleiben. In diesem Gespräch werden die verschiedenen Positionen der beiden Frauen sehr deutlich. Der Auftritt endet als ein Geräusch zu hören ist, da sich jemand dem Raum nähert.

Lessing sprach sich für das sogenannte „offene Drama“ aus, das sich zwar noch in Teilen an der Theorie Aristoteles orientiert, was zum Beispiel den Aufbau in fünf Akte betrifft, jedoch die Identifikation des Lesers mit den Charakteren forderte. Daher entschied sich Lessing die Personen nicht eindimensional und stereotypisch zu gestalten, sondern vielmehr Persönlichkeiten zu erschaffen, die die Vielfalt menschlicher Emotionen und Gedanken in sich vereinen. Dies lässt sich vor allem an Rechas Auftritt in der gegebenen Textstelle erkennen.
Zu Beginn des Auftritts fragt Recha Daja, ob es nicht bald soweit wäre, dass ihr Vater Nathan zusammen mit dem Tempelritter, ihrem Retter in der Not, auftauche. Da Nathan zuvor davon sprach, dass Recha „ihn jeden Augenblick erwarten“ (Z. 3) darf, findet diese, dass schon „viel[e] Augenblicke“ (Z. 5) vergangen seien seitdem ihr Vater fort sei. Sie besinnt sich dann aber ganz nach Lessings Dramentheorie und möchte den vergangenen Augenblicken nicht nachtrauern, sondern die zukünftigen Willkommen heißen und ganz in diesen leben.
Sie scheint eine Träumerin zu sein, die die Welt zu begreifen versucht. Sie möchte philosophieren und so kommt es zustande, dass sie sich fragt, was an die Stelle ihres Herzens treten wird, wenn ihr Wunsch, den Tempelritter endlich wiederzusehen, erfüllt wurde. Sie denkt darüber nach, was nach der Erfüllung eines Wunsches noch kommen kann, da dessen Erfüllung doch eine gewisse Leere hinterlässt (vgl. Z. 21-24). Als Daja darauf antwortet, dass sie hofft, dass ihr eigener Wunsch an besagte Stelle tritt (vgl. Z. 26-27), verneint Recha. „Du irrst. - Was diesen Wunsch zu deinem macht, [d]as Nämliche verhindert, dass er meiner [j]e werden kann.“ (Z. 31-33). Daja möchte den christlichen Tempelritter und die christliche Recha miteinander vermählen, da sie so hofft, in ihr Heimatland, das christliche Abendland, zurückzukehren. Recha widerspricht jedoch, da sie sich durch ihre Verbundenheit zu Nathan und dessen Heimat in Jerusalem zu Hause fühlt. Daher möchte sie diesen Ort oder ihren Vater nicht verlassen.
Nachdem sie diesen Vorschlag direkt abgelehnt hat, möchte Daja wissen, ob sie derselben Auffassung wäre, wenn ihr Retter selbst den Wunsch äußern würde das Land aufzusuchen. (vgl. Z. 41-44) Daja vertritt die Meinung, dass es Schicksal gibt und dieses durch Gott besiegelt wird, sodass man sich diesem Willen fügen muss (vgl. Z. 40). Durch diese Äußerungen wird klar, dass sich Daja komplett Nathans Lehre verschließt und dessen Glaube an die Gleichberechtigung der Religionen nicht teilt.
Auch Recha bleibt dieses Verhalten nicht verborgen, denn sie kritisiert sofort Dajas Rede über Gott. Sie wirft die Frage in den Raum „was ist das für ein Gott, [d]er einem Menschen eignet? der für sich [m]uss kämpfen lassen?“ (Z. 49-51) und kritisiert damit die Kreuzzüge, in denen ihr Retter auch gedient hat. Des Weiteren möchte sie wissen, was Nathan Daja angetan hat, damit er ihr Verhalten verdiene (vgl Z. 55-56). Sie vergleicht Dajas Reden mit Blumen und sich selbst mit einem Boden, in den Nathan die „Samen der Vernunft“ (Z. 57) gestreut habe. Durch Daja fühle sie ihren „Boden, wenn [s]ie noch so schön ihn kleiden, so entkräftet, [s]o ausgezehrt durch […] [ihre] Blume[n]“ (Z. 63-65). Sie möchte damit verdeutlichen, dass, obwohl sie Dajas Glauben akzeptiert, dieser bei ihr auf keinen fruchtbaren Boden stoßen wird, denn Recha besitzt ihren eigenen Glauben an die Dinge. Sie vertritt die Meinung ihres Vaters und möchte dem Leben und dem damit verbundenen Sinn offen gegenübertreten.
In ihrer letzten Rede dieses Auftritts betont sie nochmals, dass sie Daja immer zugehört habe und ihrer Religion gegenüber aufgeschlossen sei, dass sie aber dennoch etwas gelernt habe: „Doch so viel tröstender [w]ar mir die Lehre, dass Ergebenheit [i]n Gott von unserm Wähnen über Gott [s]o ganz und gar nicht abhängt.“ (Z. 84-87) Somit ist sie der Auffassung, dass die Ergebenheit gegenüber Gott nichts mit dem Denken über Gott gemeinsam hat und von diesem nicht abhängig ist. Man kann Gott gegenüber also ergeben sein, ohne sich auf eine Religion festzulegen und deren Inhalt zu predigen.

Diese Gedankengänge zeigen, dass Recha ein multidimensionaler Charakter ist, der nicht dem Adel angehört, somit die Ständeklausel aufhebt und es wagt, Religion und Gott zu hinterfragen. All diese Faktoren machen sie zu dem Sinnbild Lessings Dramentheorie, da ihre Motive psychologisch begründbar werden, indem sie sie ausspricht.
#dramentheorie#analysieren#interpretieren#charakterisierung
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