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Aufgabe B

Aufgaben
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Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Literarische Strömungen und Epochenbegriff: Aufklärung - Empfindsamkeit - Sturm und Drang
$\blacktriangleright\;$ Text:
Johann Wolfgang Goethe: An Luna (1767/68)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere das Gedicht von J. W. Goethe An Luna unter besonderer Berücksichtigung der Sprechsituation.
Text
J. W. Goethe: An Luna (1767/68)
$\;$
Schwester von dem ersten Licht[1],
Bild der Zärtlichkeit in Trauer!
Nebel schwimmt mit Silberschauer
Um dein reizendes Gesicht;
5
Deines leisen Fußes Lauf
Weckt aus tagverschloßnen Höhlen
Traurig abgeschiedne Seelen,
Mich und nächt'ge Vögel auf.
Forschend übersieht dein Blick
10
Eine großgemeßne Weite.
Hebe mich an deine Seite!
Gib der Schwärmerei dies Glück;
Und in wollustvoller Ruh
Säh der weitverschlagne[2] Ritter
15
Durch das gläserne Gegitter[3]
Seines Mädchens Nächten zu.
Des Beschauens holdes Glück
Mildert solcher Ferne Qualen,
Und ich sammle deine Strahlen,
20
Und ich schärfe meinen Blick;
Hell und heller wird es schon
Um die unverhüllten Glieder,
Und nun zieht sie mich hernieder,
Wie dich einst Endymion[4].


[1] Die Schwester vom ersten Licht: Die Mondgöttin Luna (bzw. Selene) ist der griechischen Mythologie zufolge die Schwester der Morgenröte, Eos
[2] weitverschlagne: hier im Sinne von: weit entfernt
[3] das gläserne Gegitter: vergittertes Fenster
[4] Endymion: in der griechischen Mythologie der schöne und ewig jugendliche Liebhaber der Mondgöttin Selene (röm. Luna); Endymion ist ein schöner Hirte, Jäger oder Astronom in Karien (Kleinasien). Selene verliebt sich in Endymion. Sie versetzt ihn in eine Höhle auf dem Berg Latmos in Karien. Dort lässt sie ihn mit der Hilfe von Zeus in ewigen Schlaf sinken, um ihn vor dem Tod zu bewahren und ihm ewige Jugend zu schenken. Jede Nacht kommt sie zu ihm in die Höhle und zeugt mit ihm insgesamt fünfzig Töchter.
Quelle: Johann Wolfgang Goethe: An Luna. In: Goethes Werke in zwölf Bänden. Erster Band, Gedichte 1.
Berlin und Weimar: Aufbau-Verlag 1981, S. 25 f.
Die Textwiedergabe folgt der Quelle.
#goethe#gedichtinterpretation#stilmittel
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Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Literarische Strömungen und Epochenbegriff: Aufklärung - Empfindsamkeit - Sturm und Drang
$\blacktriangleright\;$ Text:
Johann Wolfgang Goethe: An Luna (1767/68)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere das Gedicht von J. W. Goethe An Luna unter besonderer Berücksichtigung der Sprechsituation.
Tipp
$\blacktriangleright\;$ Bei der Gedichtinterpretation wird von dir verlangt, dass du einerseits Inhalt und Form des Gedichtes genau analysierst und andererseits es auf dieser Grundlage interpretierst. „Interpretieren“ heißt, dass du das Gedicht deutest. Dieses Verfahren ist im Grunde subjektiv, so dass verschiedene Auslegungsweisen möglich sind. Es geht also für dich nicht darum, die einzig wahre Interpretation zu liefern, sondern eine fundierte Interpretationshypothese zu erarbeiten und sie dann zu belegen und begründen.
$\blacktriangleright\;$ Die Aufgabenstellung enthält manchmal einen bestimmten Aspekt, auf den du in deiner Interpretation eingehen musst: hier handelt es sich um die Sprechsituation, also wer spricht, ob und wer angesprochen wird und mit welcher Intention.
  • Vorarbeit: Zuerst musst du den Text lesen und dir Notizen dazu machen: Autor, Epoche, Hauptaussage, formale Merkmale. Analysiere den Text sehr gründlich. Aus dieser Analyse wirst du die Elemente herausarbeiten müssen, die als Grundlage für deine Interpretationshypothese und Interpretation fungieren werden
  • Gliederung: Grundsätzlich muss deine Gedichtinterpretation folgende Teile aufweisen:
    Einleitung - Hauptteil - Schluss
    Jeder Teil deiner Arbeit soll folgende Bestandteile beinhalten:
    Einleitung: Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Gattung, Hauptaussage des Textes
    Hauptteil: vier Unterpunkte: kurze Inhaltsangabe, Formulierung der Interpretationshypothese, formale Analyse, eigentliche Interpretation
    Schluss: Zusammenfassung der Hauptaussage - Fazit über die Interpretationshypothese
  • Bei einer Gedichtinterpretation sollst du auf die Form und die Sprache des Textes noch mehr achtgeben: in einem Gedicht gibt es sehr häufig ein Metrum, ein Reimschema und zahlreiche Sprachmittel, die du erkennen, analysieren und interpretieren musst.
Tipp
$\blacktriangleright\;$ Bei der Gedichtinterpretation wird von dir verlangt, dass du einerseits Inhalt und Form des Gedichtes genau analysierst und andererseits es auf dieser Grundlage interpretierst. „Interpretieren“ heißt, dass du das Gedicht deutest. Dieses Verfahren ist im Grunde subjektiv, so dass verschiedene Auslegungsweisen möglich sind. Es geht also für dich nicht darum, die einzig wahre Interpretation zu liefern, sondern eine fundierte Interpretationshypothese zu erarbeiten und sie dann zu belegen und begründen.
  • Vorarbeit: Zuerst musst du den Text lesen und dir Notizen dazu machen: Autor, Epoche, Hauptaussage, formale Merkmale. Analysiere den Text sehr gründlich. Aus dieser Analyse wirst du die Elemente herausarbeiten müssen, die als Grundlage für deine Interpretationshypothese und Interpretation fungieren werden
  • Gliederung: Grundsätzlich muss deine Gedichtinterpretation folgende Teile aufweisen:
    Einleitung - Hauptteil - Schluss
    Jeder Teil deiner Arbeit soll folgende Bestandteile beinhalten:
    Einleitung: Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Gattung, Hauptaussage des Textes
    Hauptteil: vier Unterpunkte: kurze Inhaltsangabe, Formulierung der Interpretationshypothese, formale Analyse, eigentliche Interpretation
    Schluss: Zusammenfassung der Hauptaussage - Fazit über die Interpretationshypothese
  • Bei einer Gedichtinterpretation sollst du auf die Form und die Sprache des Textes noch mehr achtgeben: in einem Gedicht gibt es sehr häufig ein Metrum, ein Reimschema und zahlreiche Sprachmittel, die du erkennen, analysieren und interpretieren musst.

Einleitung

Deine Interpretation beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: An Luna
  • Autor: J. W. Goethe
  • Erscheinungsjahr: 1767/1768
  • Inhalt: In dem Gedicht „An Luna“ von Johann Wolfgang Goethe, das auf das Jahr 1767/68 datiert ist, schwärmt ein lyrisches Ich von seiner Faszination für den Mond und berichtet von seiner unerfüllbaren Sehnsucht, zum Mond in den Himmel aufzusteigen.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, das Gedicht zu interpretieren. Führe dazu zunächst eine formale Analyse durch. Dafür musst du die Anzahl der Strophen und Verse, das Metrum und das Reimschema ermitteln.
Für die Interpretation des Inhalts gehst du am besten Strophe für Strophe vor - so kannst du verhindern, dass du bei deiner Interpretation Aspekte vergisst. Neben dem Inhalt sind aber auch die sprachlichen Mittel, die Goethe verwendet, essenziell. Lasse diese aber nicht einfach so stehen, sondern erkläre immer, warum die Mittel eingesetzt werden, denn sie haben immer die Funktion, den Inhalt auf eine bestimmte Art und Weise hervorzuheben und zu unterstreichen.
Außerdem ist in der Aufgabe gefordert, dass du besonders die Sprechsituation berücksichtigen sollst. Analysiere also wer spricht, ob und wer angesprochen wird und mit welcher Intention.
Gehe bei deiner Interpretation auch auf den Bezug des Textes zum Titel ein und erkläre, wie diese zusammenhängen. Es bietet sich an, dies nach der Interpretation der vier Strophen zu machen, denn dann hast du den gesamten Inhalt erfasst und nicht erst Teile davon.
Formale Analyse
  • 3 Strophen à 8 Verse
  • Metrum: vierhebiger Trochäus
  • Reimschema: umarmender Reim (abba)
1. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Das lyrische Ich spricht die Mondgöttin Luna an als Schwester der Morgenröte
  • Es schwärmt von Lunas zartem Licht inmitten der nächtlichen Dunkelheit, dem reizenden Anblick und ihrem sanften Ziehen über den Himmel
  • Das lyrische Ich erklärt, dass Luna nicht nur Geister und Vögel aufweckt, sondern auch das lyrische Ich
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Bild: „Schwester von dem ersten Licht“ (V. 1)
    $\rightarrow$ Mondgöttin Luna als Schwester der Morgenröte, die als erstes Licht bezeichnet wird; verdeutlicht auch, dass kaum jemand das Licht des Modes zu schätzen weiß, wie es das lyrische Ich tut
  • Metapher: „Zärtlichkeit in Trauer“ (V. 2)
    $\rightarrow$ beschreibt das zarte, sanfte Licht, das die schwarze Nacht erhellt, die sonst Traurigkeit verbreitet
  • Alliteration: „schwimmt mit Silberschauer“ (V. 3)
    $\rightarrow$ der Gleichklang vermittelt sprachlich das Gefühl des sanften Silberschauers im Nebel
  • Widerspruch zwischen „leisen Fußes Lauf“ (V. 5) und „weckt“ (V. 6); zeigt auf, dass der Mond eigentlich keine Personen weckt
  • Bild: „abgeschiedne Seelen aus tagverschloßnen Höhlen“ (V. 6/7)
    $\rightarrow$ scheint Geister zu meinen
  • Das gleichbleibende Reimschema hilft, die Ruhe und Verträumtheit zu vermitteln
2. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Das lyrische Ich schwärmt davon, dass der Mond große Weiten überblicken kann
  • Das lyrische Ich ruft Luna an, es zu sich in den Himmel zu holen
  • Es fleht, dass es sich dieses Glück sehnlichst wünscht
  • Das lyrische Ich malt sich aus, wie es wäre, bei Luna zu sein, wie es auch auf die Welt herabblicken könnte und seine Geliebte beim Schlafen beobachten könnte
  • Die Faszination für den Mond des lyrischen Ich gleicht beinahe eine Liebesbeziehung
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Ausruf: „Hebe mich an deine Seite!“ (V. 11)
    $\rightarrow$ Eindeutige Aufforderung an Luna
  • Alliteration & Parallelismus: „wolllustvoller Ruh / weitverschlagne Ritter“(V. 13/14)
    $\rightarrow$ Der Gleichklang und parallele Aufbau vermittelt Ruhe und Glückseligkeit
  • Metapher & Alliteration: „gläserne Gegitter“
    $\rightarrow$ Meint ein vergittertes Fenster, hinter dem sich das lyrische Ich normalerweise gefangen fühlt
3. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Das lyrische Ich sieht selbst ein, dass sein Wunsch, an Lunas Seite zu sein, sich nie erfüllen wird
  • Den Mond von seinem Zimmer aus anzuschauen, ist sein einziges Glück
  • Dass er den Mond anschauen kann, lindert seine Sehnsucht
  • Er versucht, in der Nacht jeden Moment auszukosten und saugt alle Eindrücke auf
  • Als der Morgen naht, wird das lyrische Ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und erwacht aus seiner Träumerei
$\blacktriangleright$ Sprache
  • „Glück“ und „Qualen“ am Ende der beiden ersten Verse der Stophe gegenübergestellt
  • Anfangsreim: „Und / Und“ (V. 19/20)
    $\rightarrow$ Der Anfangsreim unterstützt das Gefühl von Sehnsucht und „Ich will mehr“
  • Steigerung: „hell und heller“ (V. 21)
    $\rightarrow$ Steigerung ist die sprachliche Entsprechung für den immer heller werdenden Tag
  • Bild: „unverhüllte Glieder“ (V. 22)
    $\rightarrow$ Das lyrische Ich steht offenbar nackt und ohne Scheu im Mondlicht
  • Das lyrische Ich vergleicht seine Situation mit der, als Luna sich in den Hirten Endymion verliebte und von ihm auf die Erde gezogen wurde
Sprechsituation
  • Der Sprecher ist ein lyrisches Ich
  • Personalpronomen „Ich“ und Possesivpronomen „mein“ kommt mehrfach vor
  • Das lyrische Ich bezeichnet sich selbst später als „weitverschlagnen Ritter“ (V. 14)
  • Das Gedicht gleicht einem inneren Monolog, allerdings wird gedanklich der Mond bzw. die Mondgöttin angesprochen
  • Das lyrische Ich schwärmt von Luna und fleht sie an, ihn zu sich zu holen
  • Es weiß aber, dass die Bitte nie erfüllt werden wird
Bezug zum Titel
  • Der Titel „An Luna“ macht direkt deutlich, an wen sich das Gedicht richtet
  • Die Anrede lässt das Gedicht wie ein Brief wirken
  • Dass Luna direkt im Titel genannt wird, zeigt, dass Luna die Gedanken des lyrischen Ich beherrscht

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage, die Intention, des Gedichts noch einmal kurz zusammenfassen. Du kannst hier auch sagen, welche Gefühle das Lesen des Gedichts in dir ausgelöst und in welche Stimmung es dich versetzt hat.
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Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Literarische Strömungen und Epochenbegriff: Aufklärung - Empfindsamkeit - Sturm und Drang
$\blacktriangleright\;$ Text:
Johann Wolfgang Goethe: An Luna (1767/68)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere das Gedicht von J. W. Goethe An Luna unter besonderer Berücksichtigung der Sprechsituation.
In dem Gedicht „An Luna“ von Johann Wolfgang Goethe, das auf das Jahr 1767/68 datiert ist, schwärmt ein lyrisches Ich von seiner Faszination für den Mond und berichtet von seiner unerfüllbaren Sehnsucht, zum Mond in den Himmel aufzusteigen.
Formal gesehen besteht das Gedicht aus drei Strophen, die jeweils acht Verse aufweisen und dessen umarmende Reime im vierhebigen Trochäus geschrieben sind. Betrachtet man „An Luna“ inhaltlich, so wird in der ersten Strophe beschrieben, wie das lyrische Ich die Mondgöttin Luna als Schwester der Morgenröte anspricht. Goehte nutzt hierfür das Bild „Schwester von dem ersten Licht“ (V. 1), das zudem verdeutlicht, dass kaum jemand das Licht des Mondes zu schätzen weiß, so wie es das lyrische Ich tut. Es schwärmt von Lunas zartem Licht inmitten der nächtlichen Dunkelheit - die sonst Trauer verbreitet - durch die Metapher „Zärtlichkeit in Trauer“ (V. 2), dem reizenden Anblick und ihrem sanften Ziehen über den Himmel. Dieses gleicht einem „Silberschauer“ (V. 3), dessen Gleichklang durch die Alliteration sprachlich das Gefühl des sanften Silberschauer im Nebel vermittelt. Der Widerspruch zwischen „leisen Fußes Lauf“ (V. 5) und „weckt“ (V. 6); zeigt auf, dass der Mond eigentlich keine Personen weckt. Doch das lyrische Ich erklärt weiterhin, dass Luna nicht nur Geister - die durch das Bild der „abgeschiedne[n] Seelen aus tagverschloßnen Höhlen“ (V. 6/7) beschrieben werden - und Vögel aufweckt, sondern auch das lyrische Ich selbst. Das gleichbleibende Reimschema hilft außerdem, die Ruhe und Vertrautheit der Nacht zu vermitteln.
In der zweiten Strophe schwärmt das lyrische Ich davon, dass der Mond große Weiten überblicken kann. Es ruft anschließend Luna an (vgl. V. 11), es zu sich in den Himmel zu hohlen, es fleht gar, dass es sich dieses Glück sehnlichst wünscht. Dies wird durch den Parallelismus und die Alliteration „wollustvoller Ruh / weitverschlagne Ritter“(V. 13/14) deutlich, die außerdem Ruhe und Glückseligkeit vermittelt. Das lyrische Ich malt sich zudem aus, wie es wäre bei Luna zu sein, wie es auch auf die Welt herabblicken könnte und seine Geliebte beim Schlafen beobachten könnte. Die Metapher und Alliteration „gläserne Gegitter“ (V. 15) meint hierbei ein vergittertes Fenster, hinter dem sich das lyrische Ich normalerweise gefangen fühlt. Die Faszination für den Mond des lyrischen Ichs gleicht hier beinahe einer Liebesbeziehung.
Die letzte Strophe thematisiert die Einsicht des lyrischen Ichs, dass sein Wunsch, an Lunas Seite zu sein, sich nie erfüllen wird. Doch der Anfangsreim „Und / Und“ (V. 19/20) unterstützt das Gefühl von Sehnsucht und „Ich will mehr“. Den Mond von seinem Zimmer aus anzuschauen, ist sein einziges Glück und lindert gleichzeitig seine Sehnsucht. Außerdem versucht das lyrische Ich, in der Nacht jeden Moment auszukosten und diese ganzen Eindrücke aufzusaugen. Als der Morgen jedoch naht - durch die Klimax „hell und heller“ (V. 21), die die sprachliche Entsprechung für den immer heller werdenden Tag ist -, wird das lyrische Ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und es erwacht aus seiner Träumerei. Zum Schluss vergleicht das lyrische Ich seine Situation mit der, als Luna sich in den Hirten Endymion verliebte und von ihm auf die Erde gezogen wurde.
Der Sprecher in Johann Wolfgang von Goethes Gedicht „An Luna“ ist ein lyrisch Ich, die Personalpronomen „Ich“ und Possesivpronomen „mein“ kommt mehrfach vor. Der Titel selbst macht direkt deutlich, an wen sich das Gedicht richtet und diese Anrede lässt das Gedicht fast wie einen Brief wirken. Dass Luna direkt im Titel genannt wird, zeigt, dass Luna die Gedanken des lyrischen Ichs beherrscht. Später bezeichnet sich das lyrische Ich selbst als „weitverschlagnen Ritter“ (V. 14). Das Gedicht gleicht außerdem einem inneren Monolog, allerdings wird gedanklich der Mond bzw. die Mondgöttin angesprochen. Das lyrische Ich schwärmt von Luna und fleht sie an, ihn zu sich zu holen. Trotzdem weiß es aber, dass diese Bitte niemals erfüllt werden kann.
Betrachtet man Goethes Gedicht „An Luna“ unter Anbetracht der oben genannten Thematiken, so fällt auf, dass das lyrische Ich einem Traum hinterherjagt, den er niemals erreichen wird - ein typisches Merkmal der Epoche Sturm und Drang im Sinne von emotio statt ratio. Trotzdem kann der Leser die Situation des lyrischen Ichs gut nachvollziehen, denn es gibt immer etwas, an das man ständig denkt und das unerreichbar scheint. Dies kann allerdings auch als eine Art Flucht vor dem öden Alltag gesehen werden und somit als Ablenkung und Beschäftigung.
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