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Aufgabe 5

Aufgaben
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Analyse und Erörterung pragmatischer Texte
Schwerunkt Erörterung

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Arbeite die Kernaussagen des Textes heraus.
#analysieren
  • Setze dich mit Greiners Position auseinander.
#erörtern#textgebundeneerörterung

Ulrich Greiner: Schönheit muss man lernen

In: DIE ZEIT Nr. 4 / 22. Januar 2015
 
Naina, so nennt sich eine Siebzehnjährige aus Köln, hat eine veritable Bildungsdebatte ausgelöst, als sie im Netz bekannte, Gedichte analysieren zu können, aber keine Ahnung „von Steuern, Miete oder Versicherungen“ zu haben. Unsere Bildungsministerin Johanna Wanka hat denn auch mitteilen lassen, sie finde Nainas
5
Beitrag erfreulich und sei dafür, „in der Schule stärker Alltagsfähigkeiten zu vermitteln“. Da war er wieder, der ewige Vorwurf, dass die Schule nicht auf das Leben vorbereite, sondern die armen Kinder mit unnützen Gedichten behellige.
Was ist nützlich? Diese Frage beschäftigt Naina, sie beschäftigt auch die bestallten1 Pädagogen und die Eltern. Die Antwort ist klar: Lesen, Schreiben, Rechnen in der
10
Grundschule; Naturwissenschaften und Ökonomie an den Gymnasien, dazu Verkehrssprachen wie Englisch und Spanisch. Sozialkunde ist von Vorteil, Sport lüftet den Kopf. Alles, was anwendbar ist und ertüchtigt, erscheint uns als nützlich. Und was spräche dagegen, den Schülern beizubringen, wie man eine Steuererklärung
macht?
15
Ob die These von einer immer komplexeren Lebenswelt wirklich zutrifft, ist gar nicht die Frage. Das Gefühl, es verhalte sich so, ist dominant, und es bestimmt das Aufgabenfeld der Schule. Dieses vergrößert sich ständig. Kulturtechniken wie der Umgang mit dem Computer und dem Netz, mit Medien, Mode und Werbung sind Themen der Curricula2. Die Schule dient der Vorbereitung auf den Beruf, und die
20
meisten Berufe, in denen man Geld verdienen kann, erfordern technisch-ökonomische sowie kommunikative Fertigkeiten.
Wo aber bleibt das Schöne? Eine seltsame Frage, die heute kaum jemand mehr versteht. In den alten Schulen jedoch, wo man Griechisch und Latein, Musik und Kunst studierte, wo man Homer und Shakespeare, Horaz und Molière las, wo man
25
Gedichte von Schiller oder Mörike auswendig lernte, war das gar keine Frage. Es gehörte dazu. Nein, ich rede nicht von der Feuerzangenbowle, die dazu diente, eine schwarze Pädagogik zu vergolden3, sondern Von der Nützlichkeit des Unnützen.
So lautet der Titel einer Streitschrift des italienischen Literaturprofessors Nuccio Ordine […]. In der Einleitung schreibt er, er wolle den Begriff der Nützlichkeit „in einem
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anderen, viel universelleren Sinn verstehen und darüber nachdenken, was es mit der Nützlichkeit jenes Wissens auf sich hat, dessen Wert vollkommen losgelöst ist von jeder Zweckbestimmtheit“. Ordine wendet sich gegen das ökonomische Nützlichkeitsdenken, und er befürchtet, dass es „nach und nach unser Erinnerungsvermögen auslöschen und damit den Geisteswissenschaften und den alten Sprachen
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den Garaus machen wird, ebenso wie der Fantasie und der Kunst“.
Wie weit dieses Denken in unsere Köpfe vorgedrungen ist, erkennt man daran, dass sich die scheinbar nutzlosen Fächer mit unmittelbaren Zwecken rechtfertigen. Latein, so die Begründung, diene dem Erlernen grammatischer Strukturen und erleichtere den Erwerb des Englischen. Frühzeitige Musikerziehung sei gut für den
40
Mathematikunterricht. Kunstunterricht stabilisiere die Psyche. Wer so argumentiert, begibt sich in eine Begründungsfalle, aus der er nicht mehr herauskommt. Denn leicht ließe sich entgegnen, Latein sei ein Umweg, die Zeit für das Übersetzen von Horaz wäre besser verwendet, wenn man sie gleich ins Englische investierte.
[…]
45
Ein Lehrer des Altgriechischen, den ich einmal fragte, wie man sein Fach begründen könne, entgegnete: „Das können Sie gar nicht begründen, es ist schön!“ Es fällt übrigens auf, dass die Freunde der alten Sprachen nur noch für eine halbierte humanistische Bildung eintreten. Griechisch spielt fast keine Rolle mehr.
Das Schöne kann man nicht begründen, es ist evident. Wer ihm begegnet, sieht
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sich überwältigt, er will davon erzählen. Wer Mozart zum ersten Mal hört oder Botticelli4 zum ersten Mal sieht, wer die vollkommene Rundung des Pantheons5 betritt, wird, wenn er nicht vollkommen stumpf ist, eine Ahnung davon bekommen, was Schönheit ist. Das heißt aber auch: Man muss ihr begegnen, sie erkennen können. Das erfordert historische Kenntnis, ein geübtes Auge und Ohr. Darauf hinzuwirken
55
sollte gute Schulen beschäftigen.
[…]
Schönheit als philosophisch-ästhetische Kategorie lässt sich ehren und erlernen. Das ist auch deshalb notwendig, weil die Konsumwelt mit ihren Verheißungen lockt. Was als schön zu gelten hat, zeigen uns die Produzenten, indem sie uns mit Waren
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versorgen, deren Schönheit mit dem Preis zu- und mit ihrer Marktpräsenz abnimmt. Schön ist nur das je Allerneueste. Näher betrachtet, handelt es sich bloß um das Gefällige. Das Gefällige ändert sich, das Schöne bleibt.
[…]
Dem Hass auf das Schöne begegnen wir im Vandalismus der Sprayer, die jede
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renovierte Fassade markieren; in der Wut der Fundamentalisten, die Bildnisse gegnerischer Kulturen in die Luft sprengen. Vielleicht hat es noch nie eine Zeit gegeben, in der das Schöne solcher Verachtung und Wut ausgesetzt war, Schönheit jedoch verlangt von uns, die Welt mit Ehrfurcht und Aufmerksamkeit zu betrachten. Ob ihr Studium dazu beitragen kann, uns zu besseren Menschen zu machen, wie
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Literaturprofessor Nuccio Ordine glaubt, ist ungewiss. Sicherlich macht es uns klüger, und deshalb sind die scheinbar unnützen Schulfächer, die es derzeit schwer haben, so wichtig. Und was Steuern sind, wird Naina früh genug lernen.
1 bestallt: fest angestellt
2 Curricula: Lehrpläne
3 Feuerzangenbowle: Roman bzw. Film, der die autoritäre Schulwirklichkeit („schwarze Pädagogik“) des Kaiserreichs verharmlost.
4Sandro Botticelli (1445-1510): Italienischer Künstler der Renaissance
5Pantheon: Antikes Bauwerk in Rom
#zeitungsartikel
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Analyse und Erörterung pragmatischer Texte
Schwerunkt Erörterung

Erster Aufgabenteil
$\blacktriangleright$  Die Kernaussagen des Textes herausarbeiten
Im ersten Teil der Aufgabe geht es darum, zu zeigen, dass du den Kommentar von Ulrich Greiner verstanden hast. Nachdem du dir den Text mehrmals durchgelesen hast, solltest du also in der Lage sein, den Sachverhalt in eigenen Worten wiederzugeben und die Argumentation Greiners aufzuzeigen. Damit du dich hierbei auf die wesentlichen Kernthesen konzentrierst, ist es am besten, wenn du während des Lesens die wichtigsten Argumente und Belege farbig markierst.
Worauf du besonders achten solltest, ist, dass dein Sprachstil sachlich und objektiv bleibt. Erst im zweiten Aufgabenteil ist deine eigene Meinung gefragt. Vermeide außerdem unbedingt eine bloße Inhaltsangabe des Textes und setze dich auch mit der stilistischen Gestaltung (Sprache, Stilmittel etc.) auseinander.
Außerdem solltest du bei diesem Aufgabenteil darauf achten, die Gedanken von Ulrich Greiner im Konjunktiv wiederzugeben.

Ein mögliches Vorgehen, wenn du die Aufgabe im Abi vorgelegt bekommst, kann zum Beispiel so aussehen:
  1. Du liest den Text mehrmals aufmerksam durch. Hierbei kannst du mit der Drei-Schritt-Lesemethode arbeiten:
    • Im ersten Lesedurchgang kannst du erst einmal versuchen, den Plot (also den groben Inhalt) zu erfassen.
    • Beim zweiten Mal Lesen bietet es sich an, die Kernaussagen des Autors und die wichtigsten Begriffe zu markieren.
    • Wenn du den Text schon besser verstanden hast und ihn nun zum dritten Mal liest, kannst du dir die jeweiligen Abschnitte rechts oder links am Rand kurz zusammenfassen. Dies erleichtert dir sowohl den ersten Aufgabenteil des Zusammenfassens als auch deine Eröterung im zweiten Aufgabenteil.
  2. Überlege dir kurz eine Struktur für deinen Text. Am besten gehst du chronologisch (d.h. du folgst dem Text der Reihe nach von oben nach unten) vor.
  3. Schreibe deine Zusammenfassung kurz und prägnant. Fasse dabei einfach die wichtigsten Aussagen zusammen, stelle Thesen und Argumente vor. Wichtig dabei ist, dass du nicht nur eine reine Textzusammenfassung verfasst, sondern auch kurz auf den Schreibstil des Autors eingehst. Vergiss dabei nicht, wichtige Textstellen als Zitat in deinen Text einzubauen und diese mit einer Zeilenangabe (bei direkten Zitaten) oder einem Vergleich Zeilenangabe (z.B. Vgl. Z. 16; bei indirekten Zitaten) zu versehen.
Wichtig ist, dass du bei der Ausarbeitung im Kopf behältst, dass der Schwerpunkt der gesamten Aufgabe bei der zweiten Teilaufgabe liegt. Das heißt für dich: Verwende nicht zu viel Zeit auf diese Aufgabe.
Zweiter Aufgabenteil
$\blacktriangleright$  Dich mit Greiners Position auseinandersetzen
Im zweiten Aufgabenteil sollst du dich mit Ulrich Greiners Ausführungen auseinandersetzen, d.h. du sollst den Text erörtern. Das heißt, dass du dich auf Basis deines Textverständnisses (erster Aufgabenteil) kritisch mit den Gedankengängen auseinandersetzen sollst. Dazu musst du seine dargelegten Thesen und Argumente kritisch durchleuchten. Überprüfe also, ob Reinhards Ausführungen schlüssig und sinnvoll sind.
Folgende Fragestellungen können dir dabei helfen:
  • Sind die Argumente des Autors nachvollziehbar und stichhaltig? Wo siehst du strittige oder anfechtbare Punkte? Erscheint dir der Aufbau des Artikels schlüssig?

  • Kannst du persönlich den Ansichten Greiners zustimmen? Oder lehnst du sie eher ab? Fallen dir eigene Argumente ein, die Reinhards Thesen untermauern oder widerlegen können?
Es geht jetzt also darum, dass du eine eigene Position beziehst und diese darlegst. Du bist völlig frei in der Ausgestaltung deiner eigenen Meinung, du musst diese nur argumentativ untermauern. Dafür kann es hilfreich sein, wenn du auf einem Blatt Papier Pro- und Contraargumente sammelst und sie sinnvoll anordnest. Dann kannst du sofort loslegen! Wichtig ist hier, dass du – obwohl du nun kommentieren und bewerten sollst – einen sachlichen Schreibstil beibehältst.
Wenn du dich noch unsicher fühlst, kannst du noch einmal in unserem Skript unter Methodik Erörterung: Textgebundene Erörterung nachlesen, wie du die Erörterung am besten verfasst.
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Analyse und Erörterung pragmatischer Texte
Schwerpunkt Erörterung

Erster Aufgabenteil
$\blacktriangleright$  Die Kernaussagen des Textes herausarbeiten
Tipp
Im ersten Teil der Aufgabe geht es darum, zu zeigen, dass du den Kommentar von Ulrich Greiner verstanden hast. Nachdem du dir den Text mehrmals durchgelesen hast, solltest du also in der Lage sein, den Sachverhalt in eigenen Worten wiederzugeben und die Argumentation Greiners aufzuzeigen. Damit du dich hierbei auf die wesentlichen Kernthesen konzentrierst, ist es am besten, wenn du während des Lesens die wichtigsten Argumente und Belege farbig markierst.
Worauf du besonders achten solltest, ist, dass dein Sprachstil sachlich und objektiv bleibt. Erst im zweiten Aufgabenteil ist deine eigene Meinung gefragt. Vermeide außerdem unbedingt eine bloße Inhaltsangabe des Textes und setze dich auch mit der stilistischen Gestaltung (Sprache, Stilmittel etc.) auseinander.
Außerdem solltest du bei diesem Aufgabenteil darauf achten, die Gedanken von Ulrich Greiner indirekt im Konjunktiv oder direkt als Zitat wiederzugeben.

Ein mögliches Vorgehen, wenn du die Aufgabe im Abi vorgelegt bekommst, kann zum Beispiel so aussehen:
  1. Du liest den Text mehrmals aufmerksam durch. Hierbei kannst du mit der Drei-Schritt-Lesemethode arbeiten:
    • Im ersten Lesedurchgang kannst du erst einmal versuchen, den Plot (also den groben Inhalt) zu erfassen.
    • Beim zweiten Mal Lesen bietet es sich an, die Kernaussagen des Autors und die wichtigsten Begriffe zu markieren.
    • Wenn du den Text schon besser verstanden hast und ihn nun zum dritten Mal liest, kannst du dir die jeweiligen Abschnitte rechts oder links am Rand zusammenfassen. Dies erleichtert dir sowohl den ersten Aufgabenteil des Zusammenfassens als auch deine Eröterung im zweiten Aufgabenteil.
  2. Überlege dir eine Struktur für deinen Text. Am besten gehst du chronologisch vor (d.h. du folgst dem Text der Reihe nach von oben nach unten).
  3. Schreibe deine Zusammenfassung kurz und prägnant. Fasse dabei die wichtigsten Aussagen zusammen, stelle Thesen und Argumente vor. Wichtig ist außerdem, dass du nicht nur eine reine Textzusammenfassung verfasst, sondern auch ein wenig auf den Schreibstil des Autors eingehst. Vergiss nicht, wichtige Textstellen als Zitat in deinen Text einzubauen und diese mit einer Zeilenangabe (z.B. Z. 16 bei direkten Zitaten) oder einer vergleichenden Zeilenangabe (z.B. vgl. Z. 21 bei indirekten Zitaten) zu versehen.
Wichtig ist, dass du bei der Ausarbeitung im Kopf behältst, dass der Schwerpunkt der gesamten Aufgabe bei der zweiten Teilaufgabe liegt. Das heißt für dich: Verwende nicht zu viel Zeit auf diese Aufgabe.
Tipp
Im ersten Teil der Aufgabe geht es darum, zu zeigen, dass du den Kommentar von Ulrich Greiner verstanden hast. Nachdem du dir den Text mehrmals durchgelesen hast, solltest du also in der Lage sein, den Sachverhalt in eigenen Worten wiederzugeben und die Argumentation Greiners aufzuzeigen. Damit du dich hierbei auf die wesentlichen Kernthesen konzentrierst, ist es am besten, wenn du während des Lesens die wichtigsten Argumente und Belege farbig markierst.
Worauf du besonders achten solltest, ist, dass dein Sprachstil sachlich und objektiv bleibt. Erst im zweiten Aufgabenteil ist deine eigene Meinung gefragt. Vermeide außerdem unbedingt eine bloße Inhaltsangabe des Textes und setze dich auch mit der stilistischen Gestaltung (Sprache, Stilmittel etc.) auseinander.
Außerdem solltest du bei diesem Aufgabenteil darauf achten, die Gedanken von Ulrich Greiner indirekt im Konjunktiv oder direkt als Zitat wiederzugeben.

Ein mögliches Vorgehen, wenn du die Aufgabe im Abi vorgelegt bekommst, kann zum Beispiel so aussehen:
  1. Du liest den Text mehrmals aufmerksam durch. Hierbei kannst du mit der Drei-Schritt-Lesemethode arbeiten:
    • Im ersten Lesedurchgang kannst du erst einmal versuchen, den Plot (also den groben Inhalt) zu erfassen.
    • Beim zweiten Mal Lesen bietet es sich an, die Kernaussagen des Autors und die wichtigsten Begriffe zu markieren.
    • Wenn du den Text schon besser verstanden hast und ihn nun zum dritten Mal liest, kannst du dir die jeweiligen Abschnitte rechts oder links am Rand zusammenfassen. Dies erleichtert dir sowohl den ersten Aufgabenteil des Zusammenfassens als auch deine Eröterung im zweiten Aufgabenteil.
  2. Überlege dir eine Struktur für deinen Text. Am besten gehst du chronologisch vor (d.h. du folgst dem Text der Reihe nach von oben nach unten).
  3. Schreibe deine Zusammenfassung kurz und prägnant. Fasse dabei die wichtigsten Aussagen zusammen, stelle Thesen und Argumente vor. Wichtig ist außerdem, dass du nicht nur eine reine Textzusammenfassung verfasst, sondern auch ein wenig auf den Schreibstil des Autors eingehst. Vergiss nicht, wichtige Textstellen als Zitat in deinen Text einzubauen und diese mit einer Zeilenangabe (z.B. Z. 16 bei direkten Zitaten) oder einer vergleichenden Zeilenangabe (z.B. vgl. Z. 21 bei indirekten Zitaten) zu versehen.
Wichtig ist, dass du bei der Ausarbeitung im Kopf behältst, dass der Schwerpunkt der gesamten Aufgabe bei der zweiten Teilaufgabe liegt. Das heißt für dich: Verwende nicht zu viel Zeit auf diese Aufgabe.
In dem Kommentar Schönheit muss man lernen, der in der vierten Ausgabe der Zeit am 22. Januar 2015 veröffentlicht wurde, setzt sich Ulrich Greiner mit der Aussage einer siebzehnjährigen Schülerin auseinander, die die mangelnde Vorbereitung der Schule auf das tägliche Leben kritisiert hatte. Sie könne eine Gedichtanalyse in vier Sprachen schreiben, habe aber keine Ahnung von „Steuern, Miete oder Versicherungen“ (Z. 3).
Zu Beginn seines Kommentars setzt sich Greiner mit dem „ewige[n] Vorwurf“ (Z. 6) auseinander, dass man in der Schule nichts lerne, was einem den Alltag erleichtere, indem er die „nützlich[en]“ (Z. 8) Fächer definiert: „Alles, was anwendbar ist und ertüchtigt, erscheint uns als nützlich“ (Z. 12).
Im nächsten Absatz geht Greiner auf das Gefühl von einer „immer komplexeren Lebenswelt“ (Z. 15) ein: Schule habe den Zweck, uns auf den Beruf bzw. das Berufsleben vorzubereiten (vgl. Z. 19) und deswegen seien „Kulturtechniken“ (Z. 17), wie zum Beispiel das Erlernen von Fähigkeiten im Zusammenhang mit Computer und Internet, schon Teil des Lehrplans geworden.
Gegen dieses „ökonomische Nützlichkeitsdenken“ (Z. 32 f.) wehrt sich der Autor unter Zuhilfenahme der Streitschrift Von der Nützlichkeit des Unnützen des italienischen Literaturprofessors Nuccio Ordine. Fächer, die nicht dem „ökonomischen Nützlichkeitsdenken“ entsprechen, das Ordine in dieser Streitschrift problematisiert, werden laut Greiner anderweitig gerechtfertigt: beispielsweise so, dass sie einem anderen Fach zugute kämen. Dies führe laut Greiner aber schnell in eine „Begründungsfalle“ (Z. 41).
Das Schöne könne man ihm zufolge nicht begründen, es sei „evident“ (Z. 49). Um Schönheit erkennen zu können, benötige man dem Autor der Zeit zufolge jedoch Übung. Für diese Übung zu sorgen, sei die Aufgabe der Schulen (vgl. Z. 54 f.).
Was wir als schön empfinden, hänge Greiner zufolge allerdings auch von der „Konsumwelt“ (Z. 58) ab: „Schön ist nur das je Allerneueste“ (Z. 61). Er kommt allerdings zu dem Schluss, dass das Schöne bleibe (vgl. Z. 62) und sich lediglich das „Gefällige“ (Z. 62) ändere.
Im letzten Absatz resümiert der Autor, dass der Hass auf das Schöne nie so groß gewesen sei wie heute (vgl. Z. 66 f.). Fächer, die auf den ersten Blick unnütz erscheinen mögen, seien, laut Greiner, auf jeden Fall dazu da, uns klüger zu machen (vgl. Z. 70) und das Wissen, das man brauche, um im Alltag zu bestehen, könne man auch dann noch lernen, wenn man es wirklich brauche (vgl. Z. 72).
Ulrich Greiner wechselt in seinem Kommentar ständig vom umgangssprachlichen zum bildungssprachlichen Schreibstil. Dieser Wechsel wird bereits im ersten Satz deutlich: „Naina, so nennt sich“ (Z.1), was umgangssprachlich formuliert ist, wird im Satz gefolgt von „veritable Bildungsdebatte“ (Z. 1 f.), was wissenschaftliche bzw. bildungssprachliche Ausdrucksweise ist.
Dieser Gegensatz zieht sich durch den gesamten Kommentar Greiners. Die umgangssprachlichen Formulierungen „hat denn auch“ (Z. 4) und „Da war er wieder“ (Z. 6) stehen im Gegensatz zu Greiners komplexem Satzbau. Dieser findet sich beispielsweise in Zeile 16: „Das Gefühl, es verhalte sich so, ist dominant, und es bestimmt das Aufgabenfeld der Schule“.
Rhetorische Fragen (z.B. in Z. 12 ff.: „Und was spräche dagegen, den Schülern beizubringen, wie man eine Steuererklärung macht?“) stehen der Verwendung von fachsprachlichen Ausdrücken („Curricula“, Z. 19) gegenüber.
Auch bei Greiners Argumenten merkt man den Gegensatz: Er bezieht sich in einem Absatz seines Kommentars auf einen Bekannten, den er einmal etwas gefragt hat („Ein Lehrer des Altgriechischen, den ich einmal fragte“, Z. 45), dem entgegen steht die Verwendung wissenschaftlicher Fachliteratur (des italienischen Literaturprofessors Nuccio Ordine, vgl. Z. 27 - 35).
Durch den Wechsel zwischen Umgangssprache und (wissenschaftlicher) Fachsprache möchte der Autor seinen Kommentar vermutlich einem breiten Leserpublikum zugänglich machen.
Zweiter Aufgabenteil
$\blacktriangleright$  Dich mit Greiners Position auseinandersetzen
Tipp
Im zweiten Aufgabenteil sollst du dich mit Ulrich Greiners Ausführungen auseinandersetzen, d.h. du sollst den Text erörtern. Der Operator setzt voraus, dass du dich auf Basis deines Textverständnisses (erster Aufgabenteil) kritisch mit den Gedankengängen auseinandersetzen sollst. Dazu musst du seine dargelegten Thesen und Argumente kritisch durchleuchten. Überprüfe also, ob Reinhards Ausführungen schlüssig und sinnvoll sind.
Folgende Fragestellungen können dir dabei helfen:
  • Sind die Argumente des Autors nachvollziehbar und stichhaltig? Wo siehst du strittige oder anfechtbare Punkte? Erscheint dir der Aufbau des Artikels schlüssig?

  • Kannst du persönlich den Ansichten Greiners zustimmen oder lehnst du sie eher ab? Fallen dir eigene Argumente ein, die Reinhards Thesen untermauern oder widerlegen können?
Es geht jetzt also darum, dass du eine eigene Position beziehst und diese darlegst. Du bist völlig frei in der Ausgestaltung deiner eigenen Meinung, du musst diese nur argumentativ untermauern. Dafür kann es hilfreich sein, wenn du auf einem Blatt Papier Pro- und Kontraargumente sammelst und sie sinnvoll anordnest. Dann kannst du sofort loslegen! Wichtig ist hier, dass du – obwohl du nun kommentieren und bewerten sollst – einen sachlichen Schreibstil beibehältst.
Wenn du dich noch unsicher fühlst, kannst du noch einmal in unserem Skript unter Methodik Erörterung: Textgebundene Erörterung nachlesen, wie du die Erörterung am besten verfasst.
Tipp
Im zweiten Aufgabenteil sollst du dich mit Ulrich Greiners Ausführungen auseinandersetzen, d.h. du sollst den Text erörtern. Der Operator setzt voraus, dass du dich auf Basis deines Textverständnisses (erster Aufgabenteil) kritisch mit den Gedankengängen auseinandersetzen sollst. Dazu musst du seine dargelegten Thesen und Argumente kritisch durchleuchten. Überprüfe also, ob Reinhards Ausführungen schlüssig und sinnvoll sind.
Folgende Fragestellungen können dir dabei helfen:
  • Sind die Argumente des Autors nachvollziehbar und stichhaltig? Wo siehst du strittige oder anfechtbare Punkte? Erscheint dir der Aufbau des Artikels schlüssig?

  • Kannst du persönlich den Ansichten Greiners zustimmen oder lehnst du sie eher ab? Fallen dir eigene Argumente ein, die Reinhards Thesen untermauern oder widerlegen können?
Es geht jetzt also darum, dass du eine eigene Position beziehst und diese darlegst. Du bist völlig frei in der Ausgestaltung deiner eigenen Meinung, du musst diese nur argumentativ untermauern. Dafür kann es hilfreich sein, wenn du auf einem Blatt Papier Pro- und Kontraargumente sammelst und sie sinnvoll anordnest. Dann kannst du sofort loslegen! Wichtig ist hier, dass du – obwohl du nun kommentieren und bewerten sollst – einen sachlichen Schreibstil beibehältst.
Wenn du dich noch unsicher fühlst, kannst du noch einmal in unserem Skript unter Methodik Erörterung: Textgebundene Erörterung nachlesen, wie du die Erörterung am besten verfasst.
Ulrich Greiner kommentiert in Schönheit muss man lernen die Aussagen der Schülerin Naina. Diese hatte die mangelnde Vorbereitung durch Schulbildung auf den späteren Alltag kritisiert. Er ist der Meinung, dass man schöne Fächer (vgl. Z. 46; laut Greiner gehören dazu die Geisteswissenschaften und die alten Sprachen, wie z.B. Altgriechisch) in der Schule nicht zu begründen brauche, da sie „evident“ (Z. 49) seien. Die Aufgabe der Schulen sei es jedoch, den Schülern „Schönheit als philosophisch-ästhetische Kategorie“ zu lehren, da die Schüler ein Bewusstsein für das Schöne entwickeln sollen, um es überhaupt erkennen zu können (vgl. Z. 53). Wie sie eine Steuererklärung machen und was sie bei Mieten und Versicherungen beachten müssten, lernen sie laut Greiner noch früh genug (vgl. Z. 72).
Greiners Kommentar ist schlüssig aufgebaut: In der Einleitung gibt er kurz einen Überblick, auf welches Ereignis er sich bezieht. Die Einleitung ist so geschrieben, dass auch ein Leser ohne Vorwissen über den Tweet der 17-jährigen, der die „veritable Bildungsgdebatte“ (Z. 1 f.) ausgelöst hat, weiß, um welches Thema Greiners Kommentar sich dreht. Anschließend gibt Greiner eine Definition der nützlichen Fächer, damit die Leser im Folgenden wissen, worum es geht.
Im Hauptteil „hangelt“ er sich dann gekonnt von Argument zu Argument und von These zu These. Man kommt schnell in einen Lesefluss und kann der Logik gut folgen.
Sein Kommentar schließt mit dem Fazit, nämlich dass Naina noch früh genug lernen werde, was Steuern sind (vgl. Z. 72).
Der Aufbau des Kommentars des Zeit-Autors ist durchaus schlüssig; seiner Argumentation stimme ich jedoch nicht in allen Punkten zu. Was genau gegen seine Argumentation spricht, werde ich im Folgenden darlegen.
Er stellt die These auf, dass das Gefühl vom Vorhandensein einer „immer komplexeren Lebenswelt“ (Z. 15) unsere Zeit bestimme. Da die meisten Berufe heutzutage technisch-ökonomische und kommunikative Kompetenzen (vgl. Z. 20 f.) erfordern, habe sich der Lehrplan also dementsprechend angepasst und Themen wie der Umgang mit Computer und Internet seien jetzt ein Bestandteil davon geworden.
Wenn die Schule aber der Vorbereitung auf den Beruf dient, warum sollte man dann nicht Kompetenzen wie den Umgang mit Steuern, Miete und Versicherung vermitteln? Dabei handelt es sich schließlich um Fertigkeiten, die man in jedem Beruf benötigt.
Außerdem kann man den Schülern damit vermutlich auch ein wenig die Angst vor der gefühlt so komplexen Lebenswelt nehmen, die sie nach der Schule erwartet. Denn im sicheren, einfachen Umfeld der Schule bekommt man alles vorgegeben, die Tage sind allein schon durch den Schulbesuch auf eine bestimmte Weise strukturiert, man wohnt noch bei den Eltern und hat nahezu keine Sorgen, muss sich um (fast) nichts kümmern. Wenn dann die Zeit des Studiums oder der Ausbildung beginnt, muss man sich zum ersten Mal selbst um die Organisation des Alltags kümmern: Man muss sich eventuell selbst versichern, nach einer Wohnung (oder Wohngemeinschaft) suchen, den Mietvertrag unterschreiben. Alles, was vorher, im sicheren Kokon der Heimatstadt, nicht einmal einen Gedanken wert war, erscheint nun zunächst als eine riesige Hürde.
Aus diesem Grund wäre es durchaus sinnvoll, solche Kompetenzen schon in der Schule zu vermitteln, da die Schule auf den Beruf vorbereiten soll und das Studium oder die Ausbildung einen wichtigen Schritt auf diesem Weg darstellt. Wenn man in dieser Phase schon organisierter ist, wird das auch dem späteren Berufsleben zugutekommen, da man bereits über wichtige Kompetenzen, beispielsweise Selbstorganisation, verfügt.
Weiter rechtfertigt Greiner die Existenz der schönen Fächer damit, dass sie in den „alten Schulen“ (Z. 23) auch zum Lehrplan gehört hätten, ohne dass ihr Vorhandensein damals hinterfragt worden wäre.
Dieses Argument des Zeit-Autors wirkt allerdings wie eine „Früher war alles besser“-Aussage. Es ist vollkommen normal, dass sich der Lehrplan im Laufe der Zeit ändert und angepasst wird. Fächer im Lehrplan beizubehalten, nur weil sie schon immer ein Teil davon waren, ist in keinster Weise sinnvoll. Wenn Fächer beibehalten werden, dann sollte es eine bewusste, durchdachte, pädagogisch sinnvolle Entscheidung sein, die nicht auf Gewohnheit beruht.
Von den alten Schulen schlägt Greiner den Bogen zu der Schrift eines Literaturprofessors, der sich in Von der Nützlichkeit des Unnützen gegen das „ökonomische Nützlichkeitsdenken“ (Z. 32) ausspricht. Greiner zufolge sei dieses Denken so weit verbreitet, dass wir z.B. das Fortbestehen von Latein als Fach in der Schule mit dem Nutzen für Englisch rechtfertigen.
Ökonomisches Nützlichkeitsdenken liegt aber, wenn man genauer nachdenkt, jeder Entscheidung zugrunde. Man entscheidet sich immer für die Alternative, die mit möglichst großem Nutzen verbunden ist und dafür möglichst wenig Einsatz erfordert. Und auch die Entscheidung, in der Schule das Wissen über Steuern, Miete und Versicherungen zu vermitteln, wäre von diesem ökonomischen Nützlichkeitsdenken bestimmt. Denn die Schüler müssten sich das Wissen so nicht mehr selbst aneignen, sondern bekämen es vermittelt und hätten somit möglichst wenig Aufwand bei möglichst hohem Nutzen.
Des Weiteren ist Greiner der Meinung, dass sich Schönheit als „philosophisch-ästhetische Kategorie […] lehren und erlernen“ (Z. 57) lässt.
Man kann Kindern allerdings nicht ein Empfinden für Ästhetik beibringen und dies sollte auch nicht der Sinn und Zweck der schönen Fächer sein. Ein weiterer Punkt, der gegen diese These Greiners spricht, ist die Tatsache, dass man Begeisterung für etwas nicht erzwingen kann. Wenn man möchte, dass Kinder Spaß am Schönen haben, bringt es nichts, ihnen dieses Wissen zwanghaft, weil im Lehrplan vorgeschrieben, zu vermitteln. So erzeugt man eher ihren Widerstand gegen die Fächer bzw. gegen die Schönheit, für die man eigentlich ihr Interesse und ihre Begeisterung wecken wollte.
Das abschließende Urteil des Zeit-Autors ist, dass schöne (scheinbar unnütze) Schulfächer uns auf jeden Fall klüger machen (vgl. Z. 70).
Dies ist jedoch kein Argument, das für das Beibehalten von Geisteswissenschaften und alten Sprachen im Lehrplan und gegen das Einführen von Kompetenzen in den Themen Steuern, Miete und Versicherungen spricht. Denn auch das Einführen eines solchen alltagbezogenen Faches würde die Schüler klüger machen. Und sie könnnten das Wissen auch direkt anwenden, was z.B. bei alten Sprachen, wie Latein, defintiv nicht der Fall ist.
Dennoch bin ich der Meinung, dass die von Greiner so genannten schönen Fächer, also Geisteswissenschaften und (alte) Sprachen (vgl. Z. 46), unabdingbarer Bestandteil eines jeden Lehrplans sein sollten. Das Wissen über die Geschichte von Europa bzw. der ganzen Welt und ein solides Grundwissen über Politik (also die Fächer Geschichte und Gemeinschaftskunde) gehören zum Allgemeinwissen. Sprachen wie Englisch, Französisch und Spanisch sind von großem Nutzen, wenn man reist und auch die alten Sprachen sind nicht unnütz. Sie fördern das Sprachgefühl und Latein, beispielsweise, bereitet auch auf den späteren Beruf vor, wenn man beispielsweise Arzt werden möchte.
Doch auch die Einführung eines Fachs, in dem Alltagskompetenzen vermittelt werden (die Frage wäre dann natürlich noch, wie dieses Fach heißen sollte; das stellt allerdings das kleinste Problem dar) fände ich durchaus sinnvoll.
Greiners „Schwarz-weiß-Argumentation“ ist wenig sinnvoll: Sein gesamter Text legt nahe, dass man sich entscheiden müsse. Laut Greiner setzt man entweder Nainas Vorschlag um und gestaltet die Themen der Lehrpläne alltagsbezogener oder man bleibt dabei, die Schüler in schönen Fächern zu unterrichten.
Warum ist aber nicht beides möglich? An Schulen in Baden-Württemberg ist es ab der elften Klasse möglich, Wirtschaft als Leistungskurs zu wählen. Dieses Fach wurde ebenfalls neu eingeführt mit dem Gedanken, Schüler besser auf Berufe in der Wirtschaft bzw. ein wirtschaftswissenschaftliches Studium vorzubereiten. Warum also sollte man nicht auch ein Fach einführen, das die Schüler ab der zehnten Klasse haben und in dem Alltagskompetenzen, vermischt mit dem wirtschaftlichen Hintergrundwissen, vermittelt werden? Ob man dieses Fach als Leistungskurs anbieten sollte, ist natürlich noch einmal eine andere Frage.
Aber es spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, ein solches Fach an Schulen einzuführen. Und wenn die Schüler in einer Stunde gelernt haben, wie man bei einer Steuererklärung am besten vorgehen sollte, können sie sich danach mit dem Schönen beschäftigen, indem sie Lateinvokabeln oder etwas über die Geschichte Deutschlands lernen.
#argumentationsstruktur
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