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Aufgabe 1

Aufgaben
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Interpretation und Vergleich der Pflichtlektüren („Werke im Kontext“)

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Max Frisch (1911-1991): Homo Faber
Georg Büchner (1813-1837): Dantons Tod
Peter Stamm (*1963): Agnes
$\blacktriangleright\;$Aufgabenstellung:
  • Interpretiere die Textstelle; beziehe das für das Verständnis Wesentliche aus der vorangehenden Handlung ein.
#maxfrisch#interpretieren#homofaber
Frischs „Homo faber“ und Büchners „Dantons Tod“:
  • Untersuche in einer vergleichenden Betrachtung, welche Selbstbilder Walter Faber und Georg Danton haben und wie sich diese auswirken.
Bitte beachte, dass der Schwerpunkt der Gewichtung auf der zweiten Teilaufgabe liegt.
Brauchst du mehr Informationen zu Agnes, Dantons Tod oder Homo faber?
Schau doch in unseren Lektürehilfen nach!
Lektürehilfe zu Agnes
Lektürehilfe zu Dantons Tod
Lektürehilfe zu Homo faber
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Lektürehilfe zu Agnes
Lektürehilfe zu Dantons Tod
Lektürehilfe zu Homo faber
#untersuchen#vergleichen#büchner#dantonstod

Max Frisch: Homo faber (Textauszug)

$ \,$
Seit ich weiß, wie alles gekommen ist, vor allem angesichts der
Tatsache, daß das junge Mädchen, das mich in die Pariser Opéra
begleitete, dasselbe Kind gewesen ist, das wir beide (Hanna auch)
mit Rücksicht auf unsere persönlichen Umstände, ganz abgese-
5
hen von der politischen Weltlage damals, nicht hatten haben
wollen, habe ich mit mehreren und verschiedenartigen Leuten
darüber gesprochen, wie sie sich zur Schwangerschaftsunterbre-
chung stellen, und dabei festgestellt, daß sie (wenn man es
grundsätzlich betrachtet) meine Ansicht teilen. Schwanger-
10
schaftsunterbrechung ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit.
Grundsätzlich betrachtet: Wo kämen wir hin ohne Schwanger-
schaftsunterbrechungen? Fortschritt in Medizin und Technik
nötigen gerade den verantwortungsbewußten Menschen zu
neuen Maßnahmen. Verdreifachung der Menschheit in einem
15
Jahrhundert. Früher keine Hygiene. Zeugen und gebären und im
ersten Jahr sterben lassen, wie es der Natur gefällt, das ist pri-
mitiver, aber nicht ethischer. Kampf gegen das Kindbettfieber.
Kaiserschnitt. Brutkasten für Frühgeburten. Wir nehmen das
Leben ernster als früher. Johann Sebastian Bach hatte dreizehn
20
Kinder (oder so etwas) in die Welt gestellt, und davon lebten
nicht 50%. Menschen sind keine Kaninchen, Konsequenz des
Fortschritts: wir haben die Sache selbst zu regeln. Die drohende
Überbevölkerung unserer Erde. Mein Oberarzt war in Nord-
afrika, er sagt wörtlich: Wenn die Araber eines Tages dazu kom-
25
men, ihre Notdurft nicht rings um ihr Haus zu verrichten, so ist
mit einer Verdopplung der arabischen Bevölkerung innerhalb
von zwanzig Jahren zu rechnen. Wie die Natur es überall macht:
Überproduktion, um die Erhaltung der Art sicherzustellen. Wir
haben andere Mittel, um die Erhaltung der Art sicherzustellen.
30
Heiligkeit des Lebens! Die natürliche Überproduktion (wenn
wir drauflosgebären wie die Tiere) wird zur Katastrophe; nicht
Erhaltung der Art, sondern Vernichtung der Art. Wieviel Men-
schen ernährt die Erde? Steigerung ist möglich, Aufgabe der
Unesco: Industrialisierung der unterentwickelten Gebiete, aber
35
die Steigerung ist nicht unbegrenzt. Politik vor ganz neuen Pro-
blemen. Ein Blick auf die Statistik: Rückgang der Tuberkulose
beispielsweise, Erfolg der Prophylaxe, Rückgang von 30% auf
8%. Der liebe Gott! Er machte es mit Seuchen; wir haben ihm
die Seuchen aus der Hand genommen. Folge davon: wir müssen
40
ihm auch die Fortpflanzung aus der Hand nehmen. Kein Anlaß
zu Gewissensbissen, im Gegenteil: Würde des Menschen, ver-
nünftig zu handeln und selbst zu entscheiden. Wenn nicht, so er-
setzen wir die Seuchen durch Krieg. Schluß mit Romantik. Wer
die Schwangerschaftsunterbrechung grundsätzlich ablehnt, ist
45
romantisch und unverantwortlich. Es sollte nicht aus Leichtsinn
geschehen, das ist klar, aber grundsätzlich: wir müssen den
Tatsachen ins Auge sehen, beispielsweise der Tatsache, daß die
Existenz der Menschheit nicht zuletzt eine Rohstoff-Frage ist.
Unfug der staatlichen Geburtenförderung in faschistischen Län-
50
dern, aber auch in Frankreich. Frage des Lebensraumes. Nicht
zu vergessen die Automation: wir brauchen gar nicht mehr so
viele Leute. Es wäre gescheiter, Lebensstandard zu heben. Alles
andere führt zum Krieg und zur totalen Vernichtung. Unwis-
senheit, Unsachlichkeit noch immer sehr verbreitet. Es sind im-
55
mer die Moralisten, die das meiste Unheil anrichten. Schwanger-
schaftsunterbrechung: eine Konsequenz der Kultur, nur der
Dschungel gebärt und verwest, wie die Natur will. Der Mensch
plant. Viel Unglück aus Romantik, die Unmenge katastrophaler
Ehen, die aus bloßer Angst vor Schwangerschaftsunterbrechung
60
geschlossen werden heute noch. Unterschied zwischen Verhü-
tung und Eingriff? In jedem Fall ist es ein menschlicher Wille,
kein Kind zu haben. Wieviele Kinder sind wirklich gewollt? Et-
was anderes ist es, daß die Frau eher will, wenn es einmal da ist,
Automatismus der Instinkte, sie vergißt, daß sie es hat vermeiden
65
wollten, dazu das Gefühl der Macht gegenüber dem Mann, Mut-
terschaft als wirtschaftliches Kampfmittel der Frau. Was heißt
Schicksal? Es ist lächerlich, Schicksal abzuleiten aus mecha-
nisch-physiologischen Zufällen, es ist eines modernen Menschen
nicht würdig. Kinder sind etwas, was wir wollen, beziehungs-
70
weise nicht wollen. Schädigung der Frau? Physiologisch jeden-
falls nicht, wenn nicht Eingriff durch Pfuscher; psychisch nur
insofern, als die betroffene Person von moralischen oder religiö-
sen Vorstellungen beherrscht wird. Was wir ablehnen: Natur als
Götze! Dann müßte man schon konsequent sein: dann auch kein
75
Penicillin, keine Blitzableiter, keine Brille, kein DDT, kein Ra-
dar und so weiter. Wir leben technisch, der Mensch als Beherr-
scher der Natur, der Mensch als Ingenieur, und wer dagegen re-
det, der soll auch keine Brücke benutzen, die nicht die Natur
gebaut hat. Dann müßte man schon konsequent sein und jeden
80
Eingriff ablehnen, das heißt: sterben an jeder Blinddarmentzün-
dung. Weil Schicksal! Dann auch keine Glühbirne, keinen Mo-
tor, keine Atom-Energie, keine Rechenmaschine, keine Narkose
- dann los in den Dschungel!
Aus: Max Frisch: Homo faber. Ein Bericht,
Frankfurt/M. 1977,
(Suhrkamp Verlag), S. 105 ff.
#maxfrisch#romanauszug#homofaber
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Interpretation und Vergleich der Pflichtlektüren („Werke im Kontext“)

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Max Frisch (1911-1991): Homo faber
Georg Büchner (1813-1837): Dantons Tod
Peter Stamm (*1963): Agnes
Erste Teilaufgabe:
$\blacktriangleright$ Interpretiere die Textstelle; beziehe das für das Verständnis Wesentliche aus der vorangegangenen Handlung ein.
Der erste Teil der Aufgabe verlangt eine Interpretation der vorliegenden Textstelle aus Max Frischs „Homo faber“. Beachten musst du neben der Interpretation die Einordnung der Textstelle in den vorangehenden Handlungsverlauf. Überlege dir also, was davor passiert ist, und was davon du erwähnen musst, damit man die Stelle richtig versteht.
Der Hauptaspekt bei dieser Textstelle liegt darauf, wie Walter Faber sich hinsichtlich des gewollten Schwangerschaftsabbruchs rechtfertigt und versucht, sich von Schuld freizusprechen. Überlege dir bei deiner Interpretation, wie du die Rechtfertigung und die Argumente Fabers aufsplitten kannst. Manche seiner Argumente beruhen auf dem technischen Fortschritt, andere auf der Natur. Überlege dir also, in welcher Reihenfolge du die Textstelle anhand verschiedener Aspekte interpretieren möchtest.
Neben der inhaltlichen Interpretation und der Einordnung in den Handlungsverlauf sind bei einer Interpretation immer auch sprachliche Aspekte zu beachten. Hierbei ist neben der Beschreibung von sprachlichen Besonderheiten auch die Wirkung eben dieser auf inhaltlicher Ebene wichtig und in der Interpretation mit zu beachten.
Bedenke bei der Ausarbeitung der ersten Teilaufgabe, dass der Schwerpunkt deiner Arbeit auf der zweiten Teilaufgabe liegen soll. Demnach musst du deine Zeit einteilen und dich beim Verfassen der Interpretation auf das Wesentliche konzentrieren. Ganz wichtig ist, dass du unnötige Ausschmückungen und Wiederholungen vermeidest und keine Inhaltswiedergabe verfasst. Bring wichtige Interpretationsaspekte auf den Punkt und formuliere präzise. Jede bedeutsame Erkenntnis solltest du wie gewohnt durch ein aussagekräftiges Zitat oder einen eindeutigen Textverweis belegen.
Zweite Teilaufgabe:
$\blacktriangleright$ Frischs „Homo faber“ und Büchners „Dantons Tod“:
Untersuche in einer vergleichenden Betrachtung, welche Selbstbilder Walter Faber und Georg Danton haben und wie sich diese auswirken.
Hier sollst du die zwei Figuren, Walter Faber und Georg Danton hinsichtlich ihres Selbstbildes vergleichen. Überlege dir verschiedene Aspekte, in denen sich die zwei Protagonisten gleichen oder unterscheiden. Als was identifizieren sie sich? Wie stehen sie zum Thema Moral, Schicksal und Genuss? Wie stehen sie zum Tod? Gliedere deinen Text zunächst wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss.
In deinem Hauptteil gehst du nacheinander auf die Aspekte ein, die du miteinander vergleichen willst. Widme am besten jedem Charakter einen Abschnitt pro Vergleichsaspekt.
Es bietet sich an, zuerst Walter Faber zu behandeln und dann erst Georg Danton, denn so kannst du auch deine Ergebnisse aus der bereits interpretierten Textstelle aus Teilaufgabe 1 mit einbringen. Erkläre also zuerst, wie Faber zu dem Aspekt steht und dann wie Danton zu dem Aspekt steht. Wenn du Dantons Ansicht erörterst, kannst du direkt Vergleiche ziehen, sobald sich etwas von Faber unterscheidet oder ihm gleicht. So hast du deinen Vergleich bereits in Dantons Abschnitt beinhaltet. Anschließend an die drei Textblöcke kannst du dann deine Erkenntnisse vergleichen.
  • Einleitung
  • Hauptteil
    • Aspekt 1
      • Aspekt 1 bei Faber
      • Aspekt 1 bei Danton inklusive Vergleich
    • Aspekt 2
      • Aspekt 2 bei Faber
      • Aspekt 2 bei Danton inklusive Vergleich
  • Schluss/Fazit/Abschließender Vergleich
Natürlich ist die Lösung hier, nur eine mögliche Variante. Davon kann deine Ausarbeitung punktuell durchaus abweichen. Dennoch sollten zentrale Aspekte auf jeden Fall vorkommen. Wenn du diese anhand anderer Beispiele oder Textstellen bearbeitet hast, ist das natürlich kein Problem.
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Interpretation und Vergleich der Pflichtlektüren („Werke im Kontext“)

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Max Frisch (1911-1991): Homo faber
Georg Büchner (1813-1837): Dantons Tod
Peter Stamm (*1963): Agnes
$\blacktriangleright\;$ Erste Teilaufgabe: Interpretiere die Textstelle; beziehe das für das Verständnis Wesentliche aus der vorangehenden Handlung ein.
Tipp
Der erste Teil der Aufgabe verlangt eine Interpretation der vorliegenden Textstelle aus Max Frischs „Homo faber“. Beachten musst du neben der Interpretation die Einordnung der Textstelle in den vorangehenden Handlungsverlauf. Überlege dir also, was davor passiert ist, und was davon du erwähnen musst, damit man die Stelle richtig versteht.
Der Hauptaspekt bei dieser Textstelle liegt darauf, wie Walter Faber sich hinsichtlich des gewollten Schwangerschaftsabbruchs rechtfertigt und versucht, sich von Schuld freizusprechen. Überlege dir bei deiner Interpretation, wie du die Rechtfertigung und die Argumente Fabers aufsplitten kannst. Manche seiner Argumente beruhen auf dem technischen Fortschritt, andere auf der Natur. Überlege dir also, in welcher Reihenfolge du die Textstelle anhand verschiedener Aspekte interpretieren möchtest.
Neben der inhaltlichen Interpretation und der Einordnung in den Handlungsverlauf sind bei einer Interpretation immer auch sprachliche Aspekte zu beachten. Hierbei ist neben der Beschreibung von sprachlichen Besonderheiten auch die Wirkung eben dieser auf die inhaltliche Ebene wichtig und in der Interpretation mit zu beachten.
Bedenke bei der Ausarbeitung der ersten Teilaufgabe, dass der Schwerpunkt deiner Arbeit auf der zweiten Teilaufgabe liegen soll. Demnach musst du deine Zeit einteilen und dich beim Verfassen der Interpretation auf das Wesentliche konzentrieren. Ganz wichtig ist, dass du unnötige Ausschmückungen und Wiederholungen vermeidest und keine Inhaltswiedergabe verfasst. Bring wichtige Interpretationsaspekte auf den Punkt und formuliere präzise. Jede bedeutsame Erkenntnis solltest du wie gewohnt durch ein aussagekräftiges Zitat oder einen eindeutigen Textverweis belegen.
Tipp
Der erste Teil der Aufgabe verlangt eine Interpretation der vorliegenden Textstelle aus Max Frischs „Homo faber“. Beachten musst du neben der Interpretation die Einordnung der Textstelle in den vorangehenden Handlungsverlauf. Überlege dir also, was davor passiert ist, und was davon du erwähnen musst, damit man die Stelle richtig versteht.
Der Hauptaspekt bei dieser Textstelle liegt darauf, wie Walter Faber sich hinsichtlich des gewollten Schwangerschaftsabbruchs rechtfertigt und versucht, sich von Schuld freizusprechen. Überlege dir bei deiner Interpretation, wie du die Rechtfertigung und die Argumente Fabers aufsplitten kannst. Manche seiner Argumente beruhen auf dem technischen Fortschritt, andere auf der Natur. Überlege dir also, in welcher Reihenfolge du die Textstelle anhand verschiedener Aspekte interpretieren möchtest.
Neben der inhaltlichen Interpretation und der Einordnung in den Handlungsverlauf sind bei einer Interpretation immer auch sprachliche Aspekte zu beachten. Hierbei ist neben der Beschreibung von sprachlichen Besonderheiten auch die Wirkung eben dieser auf die inhaltliche Ebene wichtig und in der Interpretation mit zu beachten.
Bedenke bei der Ausarbeitung der ersten Teilaufgabe, dass der Schwerpunkt deiner Arbeit auf der zweiten Teilaufgabe liegen soll. Demnach musst du deine Zeit einteilen und dich beim Verfassen der Interpretation auf das Wesentliche konzentrieren. Ganz wichtig ist, dass du unnötige Ausschmückungen und Wiederholungen vermeidest und keine Inhaltswiedergabe verfasst. Bring wichtige Interpretationsaspekte auf den Punkt und formuliere präzise. Jede bedeutsame Erkenntnis solltest du wie gewohnt durch ein aussagekräftiges Zitat oder einen eindeutigen Textverweis belegen.
Der Roman „Homo faber“ von Max Frisch, dessen Erstausgabe 1957 erschien, handelt von dem technisch-rationalen Ingenieur Walter Faber, der seine bis dato unbekannte Tochter trifft, unwissentlich Inzest mit ihr begeht und schließlich ihren Tod miterleben muss. Sein Selbst- und Weltbild wird durch diese Ereignisse zutiefst erschüttert und er durchlebt seine Vergangenheit aufs Neue.
Einleitung
Die zu interpretierende Textstelle ist eine Art Monolog Fabers, er hält ein Plädoyer auf den Schwangerschaftsabbruch. Faber versucht dadurch eine Rechtfertigung aufzustellen, warum er und Hanna damals entschieden haben, das ungeborene Kind abzutreiben und nicht zu gebären und großzuziehen. In seiner Argumentation geht er rigoros und apodiktisch - also keinen Widerspruch duldend - vor. Er versucht, mit einer grundsätzlichen und allgemein gehaltenen Reflexion über das Thema „Schwangerschaftsabbruch“ von seiner Schuld abzulenken.
Hauptteil
Inhalt der Textstelle
Dieses Plädoyer stellt einen Einschub aus der Erzählgegenwart der „ersten Station“ Fabers dar. Er schreibt diesen Teil während seines Hotelaufenthaltes in Caracas. Der Einschub steht zwischen dem Aufenthalt in Paris und der Reise durch Italien. In Paris besucht Faber zusammen mit Sabeth die Pariser Opéra - eine für ihn glückliche Erinnerung, wie er in der vorangehenden Textstelle mehrfach betont. Damals wusste er jedoch noch nicht, dass Sabeth seine Tochter ist, die er zusammen mit Hanna zeugte. Denn Faber ging immer davon aus, dass Hanna das ungeplante Kind, wie von ihm gewollt, abgetrieben habe. Kurz vor der Textstelle trifft Faber - ebenfalls in Paris - auf Professor O., der als lebendes Symbol des Todes im Roman steht, was ein Grund dafür sein könnte, dass Faber den Einschub über Schwangerschaftsabbruch, die Entscheidung zwischen Leben und Tod, an dieser Stelle bringt. Die Textstelle zeigt Fabers eingefahrene Denkmuster auf und präsentiert ihn als Meister der Verdrängung.
Einordnung der Textstelle
Am Anfang der Textstelle erklärt Faber, dass er mit „mehreren und verschiedenartigen Leuten“ (Z. 6f.) über das Thema Schwangerschaftsabbruch gesprochen hat und dass diese - „wenn man es grundsätzlich betrachtet“ (Z. 8f.) - die gleiche Ansicht teilen wie er selbst. Dass er das Bedürfnis hat, mit anderen Leuten über das Thema zu sprechen, beweist, dass Faber nicht damit abgeschlossen hat. Er sucht Leute, die seine Meinung teilen und ihm so die Bestätigung geben, dass er damals richtig gehandelt hat und sich nicht schuldig fühlen muss. Auffällig ist auch, dass er betont, dass es nicht nur seine, sondern auch Hannas Entscheidung war (vgl. Z. 3). Allgemein redet Faber die ganze Zeit von „Wir“ (Z. 3) und nicht von „ich“. Durch diese Verwendung versucht Faber, die Schuld von sich zu laden. Zusätzlich zählt er als Gründe für die Entscheidung neben „unsere[n] persönliche[n] Umstände[n]“ (Z. 4) die „politische Weltlage“ (Z. 5) auf, die schwierig für Hanna als Halbjüdin war, ein für ihn nicht zu ändernder Umstand, an dem er nicht Schuld ist, der einfach da ist.
Interpretation
  • Bestätigung von anderen
  • „wir“ nicht „ich“
  • äußere Umstände sind Schuld
Faber spricht während seines Plädoyers nicht von Schwangerschaftsabbruch sondern von „Schwangerschaftsunterbrechung“ (Z. 7f.), ein Euphemismus der der Schuldvertuschung dient. Er redet sich selbst ein, dass der „verantwortungsbewußte Mensch“ (Z. 13) so vorgeht, wenn ein Kind ungeplant unterwegs ist, er spricht von der „Würde des Menschen“ (Z. 41) und dem Selbstentscheiden (vgl. Z. 42) als eine Art Dogma. Somit versucht Faber zu rechtfertigen, dass Verantwortung und Würde ihn damals dazu getrieben haben. Für die meisten Menschen stellt dieser Aspekt der Verantwortung allerdings einen Widerspruch in sich dar: Nennt man es nicht eigentlich dann Verantwortung, wenn man sich für das Kind entscheidet, anstatt das „ungewollte Nebenprodukt“ einfach zu „entfernen“? Faber setzt weitergehend „Verhütung und Eingriff“ (Z. 60f.) auf eine Ebene, hier geht es ihm wieder um den „menschliche[n] Wille[n]“ (Z. 61), was er mit der Aussage „Kinder sind etwas, was wir wollen, beziehungsweise nicht wollen“ (Z. 69 f.) noch einmal zuspitzt. Faber vertritt also ganz klar die Ansicht, dass der menschliche Wille das höchste Gut ist. Wer kein Kind will, soll auch keines bekommen, ob nun verhütet wird oder später eine „Schwangerschaftsunterbrechung“ eingeleitet wird, macht für ihn keinen Unterschied.
  • Euphemismus
  • Verantwortung und Würde
  • Verhütung und Abbruch auf einer Ebene
Im „Fortschritt in Medizin und Technik“ (Z. 12) sieht Faber ebenfalls eine Rechtfertigung für Schwangerschaftsunterbrechungen. Habe es früher „keine Hygiene“ (Z. 15) gegeben und seien viele Kinder im ersten Jahr gestorben „wie es der Natur gefällt“ (Z. 16), müsse heutzutage der Mensch dafür sorgen, dass es nicht zu viel Nachwuchs gebe („Verdreifachung der Menschheit in einem Jahrhundert“, Z. 14f.). Faber tut gerade so, als drohe der Menschheit eine Überbevölkerung, wenn nicht der kleine Mann bei ungewollter Schwangerschaft einen Eingriff vornehme. Durch seine Aussage „Konsequenz des Fortschritts: wir haben die Sache selbst zu regeln“ (Z. 21f.) mit verbloser Nominalphrase am Anfang, verstärkt er diese Ansicht noch einmal. Ganz rational seinem Weltbild entsprechend, sieht Faber die Existenz der Menschheit auch unter dem Aspekt der „Rohstoff-Frage“ (Z. 48) und der „Frage des Lebensraumes“ (Z. 50). Er ist der Ansicht, dass gar nicht mehr so viele Menschen gebraucht werden würden, besser wäre es, den „Lebensstandard zu heben“ (Z. 52).
  • Fortschritt in Medizin und Technik
Die Frage nach Moral und Ethik sticht Faber ebenfalls aus. Seiner Meinung nach war es früher auch „nicht ethischer“ (Z. 17), dass Menschen Kinder zeugten und gebaren, trotz des Wissens, dass einige der Kinder bereits sehr früh sterben würden. Diese Aussage zeigt Fabers verquere Ansicht zu dem ganzen Thema, denn es ist einfach absurd, den Schwangerschaftsabbruch auf eine Ebene damit zu stellen, dass Menschen in der Vergangenheit Kinder gebaren, die aufgrund von widrigen natürlichen Umständen nicht lange zu leben hatten. Auch gegenüber Gott, an den Faber ja eigentlich gar nicht glaubt, rechtfertigt er sich etwas zynisch. Denn seiner Meinung nach haben die Menschen ihm „die Seuchen aus der Hand genommen“ (Z. 39), Fabers logische Schlussfolgerung daraus: „[W]ir müssen ihm auch die Fortpflanzung aus der Hand nehmen“ (Z. 39f.). Indirekt sagt Faber aus, dass er weder moralische noch religiöse Vorstellungen hat, denn seiner Meinung nach wird die Frau bei einem Schwangerschaftsabbruch nur geschädigt, wenn „die betroffene Person von moralischen oder religiösen Vorstellungen beherrscht wird“ (Z. 72f.).
  • Ethik und Moral
Um sich noch mehr zu rechtfertigen, postuliert Faber was passieren würde, wenn niemand Schwangerschaftsabbrüche vornähme. Seiner Meinung nach würde die „natürliche Überproduktion“ (Z. 30), die die Natur vornimmt, um die „Erhaltung der Art sicherzustellen“ (Z. 29), zur „Katastrophe“ (Z. 31), die Erhaltung der Art führe zur Vernichtung der Art (vgl. Z. 32). Denn irgendwann sei Schluss, die Erde ernähre nicht unendlich viele Menschen (vgl. Z. 32f.). Wenn niemand mehr Schwangerschaftsabbrüche vornehme, müsse laut ihm irgendwann die schlussendliche Konsequenz „Krieg und totale[$\,$] Vernichtung“ (Z. 53) sein, denn aufgrund der Fortschritte in Medizin und Technik funktioniere die natürliche Selektion der Natur nicht mehr. Faber verspürt eine starke Schuld an allem, was im Verlaufe des Romans passiert ist, dem Inzest mit seiner Tochter und deren Tod. Dies merkt man daran, wie stark er sich rechtfertigt. Er rechtfertigt sich so stark für den Schwangerschaftsabbruch, den er selber wollte, den Hanna aber schlussendlich nicht durchgezogen hat, um die Schuld von sich zu laden. Laut ihm wäre es okay gewesen, den Eingriff vorzunehmen und wenn das passiert wäre, dann wäre auch niemals alles andere vorgefallen, denn dann hätte es Sabeth ja gar nicht erst gegeben.
  • Krieg und Vernichtung als Folge der Überbevölkerung
Faber sieht es als seine persönliche Aufgabe an, gegen die Überbevölkerung der Welt anzukämpfen. Er bemerkt nämlich: „Aufgabe der Unesco: Industrialisierung der unterentwickelten Gebiete, aber die Steigerung ist nicht unbegrenzt“ (Z. 33f.). Faber selbst arbeitet für die Unesco, es ist also seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass jeder der Menschen auf der seiner Meinung nach überbevölkerten Erde genug Lebensmittel und Rohstoffe zur Verfügung hat. Doch da er aussagt, dass die Steigerung nicht unbegrenzt sei, rechtfertigt er sich damit, dass er durch die Entscheidung zum Schwangerschaftsabbruch dafür gesorgt hat, dass die Bevölkerungszahl nicht zu stark steigt.
  • persönliche Aufgabe
In der Schwangerschaft und der Entscheidung für das Kind, obwohl man es vorher nicht wollte, sieht Faber die Schuld in der Natur, die er bekanntlich verachtet. Die Natur symbolisiert für Faber alles, was er nicht kontrollieren kann. Sie wuchert und gebärt und Faber vergibt ihr weibliche Attribute. Für ihn stellt die Natur etwas Negatives dar, denn sie steht in Kontradiktion zu seiner Rationalität. Zu Fabers Weltbild gehört, dass er die Menschheit als den rationalen Part der Welt sieht, die über der Natur steht. Dies wird zum Beispiel an der Aussage „wenn wir drauflosgebären wie die Tiere“ (Z. 30f.) deutlich. In der Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch sieht er also seine eigene Rationalität und sein Selbstbild widergespiegelt, hat er dafür bereits genug andere Gründe aufgezählt. Dies bestärkt er damit, dass er aussagt, dass Schwangerschaftsabbruch „eine Konsequenz der Kultur“ (Z. 56) sei. Der rationale Mensch hat laut Faber folglich die Problematik erkannt und tut etwas dagegen, und all das, weil er kultiviert ist und „nur der Dschungel gebärt und verwest, wie die Natur will“ (Z. 57). Er ist entschieden dagegen, die „Natur als Götze“ (Z. 73f.) anzusehen und möchte sich nicht ihren Spielregeln unterwerfen. Diese Ansicht wird auch am Ende seines Plädoyers deutlich. Faber meint, wenn man entschieden der Meinung sei, sich den Regeln der Natur in Bezug auf eine Schwangerschaft zu unterwerfen, dürfe man auch nicht von den anderen Vorteilen des technischen Fortschritts profitieren. Er führt beispielsweise an, dass man dann an jeder Blinddarmentzündung stürbe (vgl. Z. 80) und es „keine Glühbirnen, keinen Motor, keine Atom-Energie“ (Z. 81f.) gebe. Sich selbst sieht er als Personifizierung seines eigenen Namens, als den „Homo faber“, den schaffenden Menschen. Faber sieht den Menschen als „Beherrscher der Natur“ an, seine Rechtfertigung dafür, warum er sich damals für den Schwangerschaftsabbruch entschieden hat. Sein Plädoyer schließt er leicht ironisch damit, dass alle, die anderer Meinung sind als er und die Natur dem Fortschritt und all seinen Möglichkeiten vorziehen, „los in den Dschungel“ (Z. 84) gehen sollen - eine nette Umschreibung dafür, wie die Wilden zu leben.
  • Natur hat Schuld
  • Mensch als Beherrscher der Natur
Es ist auffällig, wie stark Faber versucht, sich und seine Schuld im Plädoyer zu rechtfertigen. Gleichzeitig versucht er darin, sein Welt- und Selbstbild zu verteidigen, dass durch seine Begegnung mit Sabeth stark ins Wanken geraten ist. Die sprachlich-formelle Gestaltung der Textstelle weist darauf hin, dass Faber unsicher ist, er wechselt hin und her zwischen überladenen hypotaktischen Satzkonstruktionen, Reihungen von verblosen Nominalphrasen und Einzelwörtern. Die Textstelle kann als Wendepunkt im Roman gewertet werden, denn sie steht als Einschub zwischen den ersten Begegnungen zwischen Walter Faber und Sabeth und dem Beginn der Beziehung. Mit dem Beginn der Beziehung ändert sich nach und nach Fabers Selbstbild und somit ist es interessant zu sehen, wie er trotz allem an dieser Stelle noch versucht, dieses Bild zu verteidigen.
Schluss
#stilmittel
$\blacktriangleright\;$ Zweite Teilaufgabe:
Frischs „Homo faber“ und Büchners „Dantons Tod“:
Untersuche in einer vergleichenden Betrachtung, welche Selbstbilder Walter Faber und Georg Danton haben und wie sich diese auswirken.
Tipp
Hier sollst du die zwei Figuren Walter Faber und Georg Danton hinsichtlich ihres Selbstbildes vergleichen. Überlege dir verschiedene Aspekte, in denen sich die zwei Protagonisten gleichen oder unterscheiden. Als was identifizieren sie sich? Wie stehen sie zum Thema Moral, Schicksal und Genuss? Wie stehen sie zum Tod? Gliedere deinen Text zunächst wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss.
In deinem Hauptteil gehst du nacheinander auf die Aspekte ein, die du miteinander vergleichen willst. Widme am besten jedem Charakter einen Abschnitt pro Vergleichsaspekt.
Es bietet sich an, zuerst Walter Faber zu behandeln und dann erst Georg Danton, denn so kannst du auch deine Ergebnisse aus der bereits interpretierten Textstelle aus Teilaufgabe 1 mit einbringen. Erkläre also zuerst, wie Faber zu dem Aspekt steht und dann wie Danton zu dem Aspekt steht. Wenn du Dantons Ansicht erörterst, kannst du direkt Vergleiche ziehen, sobald sich etwas von Faber unterscheidet oder ihm gleicht. So hast du deinen Vergleich bereits in Dantons Abschnitt beinhaltet. Anschließend an die drei Textblöcke kannst du dann deine Erkenntnisse vergleichen.
  • Einleitung
  • Hauptteil
    • Aspekt 1
      • Aspekt 1 bei Faber
      • Aspekt 1 bei Danton inklusive Vergleich
    • Aspekt 2
      • Aspekt 2 bei Faber
      • Aspekt 2 bei Danton inklusive Vergleich
  • Schluss/Fazit/Abschließender Vergleich
Natürlich ist die Lösung hier nur eine mögliche Variante. Davon kann deine Ausarbeitung punktuell durchaus abweichen. Dennoch sollten zentrale Aspekte auf jeden Fall vorkommen. Wenn du diese anhand anderer Beispiele oder Textstellen bearbeitet hast, ist das natürlich kein Problem.
Tipp
Hier sollst du die zwei Figuren, Walter Faber und Georg Danton hinsichtlich ihres Selbstbildes vergleichen. Überlege dir verschiedene Aspekte, in denen sich die zwei Protagonisten gleichen oder unterscheiden. Als was identifizieren sie sich? Wie stehen sie zum Thema Moral, Schicksal und Genuss? Wie stehen sie zum Tod? Gliedere deinen Text zunächst wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss.
In deinem Hauptteil gehst du nacheinander auf die Aspekte ein, die du miteinander vergleichen willst. Widme am besten jedem Charakter einen Abschnitt pro Vergleichsaspekt.
Es bietet sich an, zuerst Walter Faber zu behandeln und dann erst Georg Danton, denn so kannst du auch deine Ergebnisse aus der bereits interpretierten Textstelle aus Teilaufgabe 1 mit einbringen. Erkläre also zuerst, wie Faber zu dem Aspekt steht und dann wie Danton zu dem Aspekt steht. Wenn du Dantons Ansicht erörterst, kannst du direkt Vergleiche ziehen, sobald sich etwas von Faber unterscheidet oder ihm gleicht. So hast du deinen Vergleich bereits in Dantons Abschnitt beinhaltet. Anschließend an die drei Textblöcke kannst du dann deine Erkenntnisse vergleichen.
  • Einleitung
  • Hauptteil
    • Aspekt 1
      • Aspekt 1 bei Faber
      • Aspekt 1 bei Danton inklusive Vergleich
    • Aspekt 2
      • Aspekt 2 bei Faber
      • Aspekt 2 bei Danton inklusive Vergleich
  • Schluss/Fazit/Abschließender Vergleich
Natürlich ist die Lösung hier, nur eine mögliche Variante. Davon kann deine Ausarbeitung punktuell durchaus abweichen. Dennoch sollten zentrale Aspekte auf jeden Fall vorkommen. Wenn du diese anhand anderer Beispiele oder Textstellen bearbeitet hast, ist das natürlich kein Problem.
Wie bereits in der Interpretation der vorgelegten Textstelle deutlich geworden ist, hat Walter Faber aus dem Roman „Homo faber“ von Max Frisch ein stark ausgeprägtes Selbstbild, das jedoch im Verlauf des Romans ins Wanken gerät. Auch Georg Danton aus dem Drama „Dantons Tod“ von Georg Büchner, dessen Erstausgabe 1835 erschien, vertritt interessante Aspekte, die sich in seinem Selbstbild widerspiegeln. Das Drama rund um Danton ist in vier Akten verfasst und spielt zur Zeit der französischen Revolution. Es handelt von Danton und seinen Anhängern, die gewaltlos eine Republik schaffen wollen und deren Gegenspieler, die sich rund um Robespierre gruppieren. Manche Punkte dieser beiden Selbstbilder stimmen miteinander überein, andere unterscheiden sich stark voneinander. Im Folgenden wird in einer vergleichenden Betrachtung untersucht, welche Selbstbilder die beiden Protagonisten haben und wie sich diese auswirken.
Einleitung
Die Identifikation, also das Grundgefühl, was sie sind, ist für die Protagonisten in beiden Werken von großer existenzieller Bedeutung, denn darüber bestimmt sich auch der Rest ihres Selbstbilds. Walter Faber sieht sich selbst als Vertreter der Gattung „Homo Faber“ (S. 47), als den technischen Menschen, den schaffenden Menschen - dazu passend auch sein Beruf als Ingenieur. Faber erfasst die Wirklichkeit rein rational und kontrolliert Natur und Umwelt. Sein Vorbild oder auch Ideal ist der Roboter, der nur nach der reinen Logik der Wahrscheinlichkeit geht und deshalb genauere Erkenntnisse erfassen kann als der Mensch, denn er nutzt lediglich mathematische Formeln zur Berechnung von allem und bezieht keine menschlichen Gefühle, Regungen oder Sehnsüchte mit ein (vgl. S. 75). Faber betrachtet immer alles rational und versucht, seine eigenen Emotionen auszuschalten, um einen klaren Kopf zu bewahren und - seiner Ansicht nach - „richtig“ an alles heranzugehen. Mit dieser Vorgehensweise trifft er allerdings häufig falsche Entscheidungen und verletzt seine Mitmenschen, beispielsweise, als er Hanna rein rational sagt, dass sie heiraten „müssten“, wenn sie das Kind bekämen (vgl. S. 48). Faber lehnt außerdem Gefühle generell als „Ermüdungserscheinungen“ (S. 92) ab, was zeigt, wie wenig emotional und wie sehr rational er ist.
Identifikation:
Walter Faber
Georg Danton sieht sich selbst als großen, aber gescheiterten Revolutionär an. Er sieht sich immer noch als Revolutionsführer seiner Seite an, doch hat er seinen Elan verloren und sich in sich selbst und das private Leben zurückgezogen. Im Gegensatz zu Faber lässt Danton menschliche Emotionen zu. Zwar überspielt er seine wahren Gefühle häufig, doch sie brechen immer wieder aus ihm hinaus wie beispielsweise als er Julie von seinem Albtraum und den Gewissensbissen wegen der Septembermorde erzählt (vgl. II, 5). Auch ist Danton im Gegensatz zu Faber nicht der Meinung, dass nur Rationalität zählt, gerade vor dem Revolutionstribunal setzt er auf die Emotionalisierung der Menge, um sich selbst vor dem Todesurteil zu retten (vgl. III, 4). Danton sieht also Sinn und Zweck in Emotionen und diese nicht nur als lästige Begleiterscheinungen des Lebens als Mensch wie Walter Faber.
Identifikation:
Georg Danton
Auch im Bezug auf das Thema Schicksal unterscheidet sich Georg Danton von Walter Faber. Gerade in der eben interpretierten Textstelle wird klar, dass Walter Faber nichts von Schicksal hält („Was ist Schicksal? Es ist lächerlich […]“, Z. 66). Für ihn als rational und technisch denkenden Menschen ist klar, dass alles einen Grund hat und aus dem eigenen Handeln resultiert. Auf actio folgt reactio, wie bei allen technischen Geräten und Robotern. Faber hält auch deshalb nichts von Schicksal, weil das bedeuten würde, sich der Natur oder eine anderen höheren Macht zu unterwerfen, und er ist ja der Meinung, der Beherrscher der Natur zu sein. Trotz dieser Ansicht, versucht Faber sich von jeder Verantwortung für das, was geschehen ist freizusprechen. Er rechtfertigt sich damit, dass man beispielsweise auf eine Schwangerschaft rational reagieren und Verantwortung dahingehend übernehmen kann, das Kind nicht zu bekommen (vgl. S. 105). Faber entsagt sich jeder Verantwortung durch sein rationales Selbstbild, für ihn ist alles logisch, was er tut, es macht Sinn.
Schicksal und Verantwortung:
Walter Faber
Im Gegensatz zu Walter Faber glaubt Georg Danton an das Schicksal. Er ist ein Anhänger des Fatalismus, was bedeutet, dass er der Auffassung ist, dass sowieso alles vorherbestimmt ist, weshalb es ganz egal ist, wie man sich verhält: Alles wird kommen, wie das Schicksal es bestimmt hat (vgl. II, 1). Mit diesem Verhalten versucht Danton, sich seiner Verantwortung zu entziehen. Im Gegensatz zu Faber begründet er dies aber genau durch das Schicksal, an das Faber nicht glaubt. Durch den Fatalismus versucht Danton sein eigenes Gewissen zu beruhigen, wohingegen Faber sein Gewissen durch die Rationalität beruhigt.
Schicksal und Verantwortung:
Georg Danton
Walter Faber ist wie bereits ausgehend erläutert ein sehr rational denkender Mensch. Er genießt nicht, für ihn hat der Genuss keinerlei Bedeutung. Faber tritt zurück von Dingen wie Kunst, Mythen und Naturerlebnissen (dazugehörend natürlich auch das Schicksal, auf das im vorangehenden Abschnitt bereits näher eingegangen wurde), Sexualität findet er absurd (vgl. S. 93). Er sieht keinen Sinn darin, irgendetwas zu genießen, weil dies keinen rein objektiven Nutzen für irgendjemanden hat.
Genuss:
Walter Faber
In dieser Hinsicht unterscheidet sich Georg Dantons Selbstbild grundlegend von dem Fabers: Danton lebt als Epikureer nach der Lehre Epikurs, für ihn steht der Genuss an oberster Stelle (vgl. I, 6). Er ist ein echter Genussmensch und lasterhaft. Sexualität ist für ihn seine Freude, beispielsweise sucht er des Öfteren Grisetten auf (vgl. I, 5). Unter dem Aspekt des Genusses betrachtet könnten Faber und Danton folglich unterschiedlicher nicht sein.
Genuss:
Georg Danton
Für Walter Faber spielen Moral und Ethik keine Rolle. Er redet zynisch von Gott (vgl. S. 105) und hat keine Lust sich den Spielregeln von moralischen oder ethischen Richtlinien zu unterwerfen. Dies merkt man stark an der in Teilaufgabe 1 interpretierten Szene. Faber wählt richtig und falsch nach seinen eigenen rationalen Richtlinien, die emotionale Beeinflussung von Moral kann er für sich nicht nachvollziehen. Man muss allerdings hinzufügen, dass diese Ansicht von Faber auch eine Art Selbstschutz von ihm sind, er möchte sich von Schuld freisprechen und versucht dabei so zu tun, als würden für ihn seine eigenen Regeln grundsätzlich gelten.
Moral:
Walter Faber
Georg Danton streitet einen Sinn des Lebens nihilistisch ab (vgl. IV, 5). Auch er vertritt fragwürdige moralische und ethische Vorstellungen. Statt für seine Sache einzustehen und zu kämpfen, versumpft er in seinen privaten existenziellen Problemen und vergnügt sich lieber als Epikureer. Da er sowieso keinen Sinn im Leben sieht und laut des Fatalismus auch der Meinung ist, dass alles vom Schicksal vorherbestimmt ist, ist die Folge, dass auch er nicht wirklich von moralischen und ethischen Vorstellungen geprägt ist. Durch die Lehre des Epikur setzt er sich dahingehend seine eigenen Maßstäbe. Dies wird auch daran deutlich, dass er Robespierres Tugendrigorismus ablehnt (vgl. I, 6). In diesem Punkt stimmen die beiden Protagonisten der Werke also überein: Sie fügen sich nicht allgemein geltenden Regeln von Ethik und Moral, sondern legen sie lieber so aus, dass sie für beide gut passen.
Moral:
Georg Danton
Walter Faber verbindet den Tod mit der Natur, die er mit dem weiblichen Geschlecht in Verbindung bringt (vgl. S. 69). Für ihn ist er folglich etwas Unaufhaltsames, das er weder steuern noch stoppen kann. Aus diesem Grund wird auch klar, dass Faber sich vor dem Tod fürchtet, auch wenn dies erst am Ende des Romans deutlich zutage tritt. Denn der Tod ist für Walter Faber die einzige Sache, der er nicht durch rational-logisches Denken aus dem Weg gehen kann, es ist eine unabänderliche Tatsache, dass jeder irgendwann stirbt. Sabeths Tod und Fabers Krankheit sind für ihn einschneidende Erlebnisse, während derer er sich mit dem Tod auseinandersetzen muss und die Angst davor zu spüren bekommt.
Einstellung zum Tod:
Walter Faber
Im Gegensatz zu Walter Faber hat Georg Danton zumindest am Anfang keine Angst vor dem Tod, nein, er ist sogar geradezu lebensüberdrüssig und todessehnsüchtig („Ich kokettiere mit dem Tod“, II, 4). Geprägt durch den Nihilismus und den Fatalismus fürchtet sich Danton nicht vor dem Tod, sondern begrüßt ihn geradezu. Vermutlich hat er sich bereits in dieser Szene eingestanden, dass er nichts mehr wird ändern können und es zu spät ist und resigniert aus diesem Grund. Allerdings ändert sich bei Danton die Einstellung zum Tod im Verlaufe der Handlung. Je näher der Tod kommt, desto mehr fürchtet sich Danton davor, er hat eine Todesangst. Man kann festhalten, dass Faber und Danton beide Angst vor dem Tod haben, denn sie können ihn nicht kontrollieren. Dies merkt man vor allem daran, dass Danton zwar anfangs todessehnsüchtig wirkt, er aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Kontrolle über das Sterben verloren hat. Als der Tod ihm aber unausweichlich wird, er sterben muss, reagiert auch er wie Walter Faber mit großer Angst davor.
Einstellung zum Tod:
Georg Danton
Faber verkennt die Realität wegen seines Selbstbildes. Er redet sich ein, dass er alles richtig gemacht hat und sich nichts hat zuschulden kommen lassen, da er immer nach seinem Grundprinzip - der Rationalität - gehandelt hat. Er, Faber, ist der Techniker, er hat die Kontrolle über alles in seinen Händern, er beherrscht alles, nichts passiert, ohne dass er es will. Das dies aber nicht so ist zeigt sich ja gerade darin, dass Hanna damals die Schwangerschaft trotz seines Willens nicht unterbrochen hat, und er zufällig auf seine Tochter gestoßen ist. Den Inzest konnte er nicht abwenden. Auch über den Tod seiner Tochter hat er die Kontrolle verloren. Durch das Verhalten und das Selbstbild Fabers sieht Hanna ihr Lebens als verpfuscht an (vgl. S. 139) und auch Faber sieht am Ende seines Lebens dasselbe als verfehlt an („es stimmt nichts“, S. 199). Man kann also festhalten, dass Fabers Selbstbild für Sabeth, Hanna und ihn schlimme Konsequenzen hat. Dadurch, dass er denkt, in seiner Logik unfehlbar zu sein, verdrängt er die Tatsache, dass Sabeth seine eigene Tochter ist, da dies rechnerisch gar nicht hinkäme. Dadurch bringt er sich selbst und seine Tochter in die ominösen Umstände der Inzucht und letztendlich stirbt Sabeth - vermutlich - auch aus diesem Grund: Sie erschrickt sich als Faber nackt aus dem Wasser kommt und erlangt so durch einen Sturz zusätzlich zum Schlangenbiss noch eine Schädelfraktur. Mit seinen rationalen Entscheidungen hat er auch Hannas Leben in andere Bahnen gelenkt, angefangen damit, dass sie entschieden hat, ihm die Geburt Sabeths zu verschweigen. Durch die Liebesbeziehung zu Sabeth hat er Hanna in ihren Grundfesten erschüttert und durch den Vorfall mit dem Schlangenbiss ihre einzige Tochter genommen. Trotz allem hält Hanna auch am Krankenbett von Faber Wache, anscheinend fühlt auch sie sich selbst schuldig für alle Geschehnisse. Auf sich selbst hat das Selbstbild Fabers ebenfalls negative Konsequenzen: Aufgrund seines Selbstbildes verkennt Faber die Realität und die Tatsache, dass er an Magenkrebs leidet. Hätte er ein anderes Selbstbild gehabt, hätte er sich früher in Behandlung begeben können.
Verkennen der Realität:
Walter Faber
Auch Georg Danton verkennt die Realität aufgrund seines Selbstbildes. Er beruft sich ständig auf den Fatalismus, um sich seiner Verantwortung zu entziehen und nicht aktiv werden zu müssen. Sein Leben als Epikureer und dem exzessiven Verhalten als ein ebensolcher verspielt ihm die Sympathien des Volkes, die ihn letzten Endes hätten retten können, wenn er sie von der Seite Robespierres auf seine Seite hätte ziehen können. Genauso wie Faber ist also sein Selbstbild das, was am Ende zur dramatischen Wendung der Ereignisse führt. Beide sind so in ihrem Bild festgefahren, dass sie überhaupt nicht sehen können, wie sie deshalb alles um sich herum, und letzten Endes auch sich selbst, zerstören.
Verkennen der Realität:
Georg Danton
Bei Walter Faber ist hinsichtlich seines Selbstbildes eine Entwicklung zu sehen, die er sich selber allerdings nicht eingesteht. Durch die Ereignisse, die über das Treffen und die Liebesbeziehung zu Sabeth, über das Wiedersehen mit Hanna und Sabeths Tod, bis zu Fabers eigenem (vermutlichen) Ende tritt eine Veränderung in seinen Ansichten ein. Nach und nach muss er immer mehr und mehr Verdrängungsenergie aufbieten, um sein Selbstbild aufrechtzuerhalten, denn die Fassade bröckelt. Die Rolle des Technikers nimmt Faber ein, um sich von allen Gefühlen loszusprechen: den Schuldgefühlen, den Gefühlen für Sabeth, den Gefühlen für Hanna und die Angst vor Krankheit und Tod. Bei Danton ist nur sehr wenig Entwicklung zu erkennen. Lediglich im Angesicht des baldigen Todes, hat man das Gefühl, dass er sich wünscht, anders gehandelt zu haben und nicht so sehr die Lehren des Fatalismus, Nihilismus und Epikur vertreten zu haben. Die Protagonisten der beiden Werke wollen sich also beide nicht wirklich eine Entwicklung in ihrem Selbstbild eingestehen, bei beiden findet sie aber - unterschiedlich stark ausgeprägt - statt.
Entwicklung
Abschließend kann man sagen, dass die verqueren Selbstbilder von Walter Faber und Georg Danton beider Leben zerstörte. Hätten sie ein wenig Änderungsbereitschaft gezeigt und wären auch einmal über ihre eigenen Schatten gesprungen, hätten sich etwas geändert, wären alle Ereignisse eventuell nicht so gekommen, wie sie es im Endeffekt sind. Interessant wäre es in diesem Kontext gewesen, ebenfalls das Selbstbild des Ich-Erzählers aus dem Roman „Agnes“ von Peter Stamm mit einzubeziehen, denn dabei hätte man gewiss noch mehr Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdeckt.
Schluss
#stilmittel
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