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Aufgabe 2

Aufgaben
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Vergleichende Interpretation zweier Gedichte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Britting (1891-1964): Herbstgefühl
Georg Trakl (1887-1914): Der Herbst des Einsamen
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere und vergleiche die beiden Gedichte.
#gedichtinterpretation#vergleichen#interpretieren
Georg Britting: Herbstgefühl
$\,$
Tiefblaue Trauben hängt der Herbst vors Haus.
Die Kürbisse, im goldnen Lichte, warten,
Daß man sie holt, und räkeln sich im Garten.
4
Der Brunnen glüht. Es sieht sein Wasser aus,
Als sei es Wein, bestimmt zu Fest und Schmaus
Und jedem Glück. Am Himmel ziehts mit zarten,
Befiederten Gewölken weit hinaus.
8
Wo gehn sie hin, die unnennbaren Fahrten?
Bescheide dich! Begnüg dich zuzusehen!
Ein Krug mit Wein ist vor dich hingestellt.
Daneben liegt ein Buch. Was willst du mehr?
12
Lies einen Vers und laß die Wolken wehn!
Hör es gelassen, wie der Apfel fällt
Ins hohe Gras: noch ist der Krug nicht leer.
Aus: Georg Britting: Sämtliche Werke,
hrsg. v. Ingeborg Schuld-Britting,
In: Bd. 4. Gedichte 1940 bis 1964, München/Leipzig 1996,
(List Verlag), S. 132. Erstveröffentlichung 1949.
#gedicht
Georg Trakl: Der Herbst des Einsamen
$ \,$
Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle;
4
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.
Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;
8
Im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;
Es ruht des Landmanns ruhige Geberde 1.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel
12
Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.
Bald nisten Sterne in des Müden Brauen;
In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden
Und Engel treten leise aus den blauen
16
Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr; anfällt ein könchern Grauen,
Wenn schwarz der Tau tropft von kahlen Weiden.

1 hier: Haltung, Bewegung
Aus: Georg Trakl: Das dichterische Werk,
hrsg. von Walther Killy und Hans Szklenar,
In: München 16 2001,
(Deutscher Taschenbuch Verlag), S. 62. Erstdruck 1915.
#gedicht
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Vergleichende Interpretation zweier Gedichte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Britting (1891-1964): Herbstgefühl
Georg Trakl (1887-1914): Der Herbst des Einsamen
Erste Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Interpretiere die beiden Gedichte.
Du sollst die beiden Gedichte interpretieren. Der Operator „interpretieren“ verlangt von dir, dass du den Text erklärend und wertend auslegst. Dafür musst du den Textinhalt und die Textform mithilfe textanalytischer Mittel und Verfahren untersuchen.
Beim Interpretieren beider Gedichte kannst du unterschiedlich vorgehen: Entweder interpretierst du beide Gedichte zusammen oder nacheinander. Wir empfehlen dir, die Gedichte nacheinander zu interpretieren, denn so behältst du einen besseren Überblick und kannst dich auf die Details der einzelnen Gedichte konzentrieren. Den Vergleich solltest du nach der Interpretation beider Gedichte vornehmen und alle Punkte aus deiner Interpretation aufnehmen, die Gemeinsamkeiten oder Unterschiede aufweisen.
Da du die Gedichte später vergleichen sollst, ist klar, dass sie gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. In diesem Fall siehst du bereits an den Titeln, dass beide Gedichte die Jahreszeit Herbst behandeln. Zeitgleich spielen bei beiden Gedichten die unterschiedlichen Empfindungen, Gedanken und Gefühle des lyrischen Ichs, die die Betrachtung der Natur auslöst, eine große Rolle.
In deine Interpretation mit aufnehmen musst du auf jeden Fall auch die formellen Aspekte. Dafür musst du unter anderem das Reimschema, die Kadenz und das Metrum bestimmen. Achte darauf, in deiner Interpretation auch die sprachlich-stilistischen Mittel nicht außer Acht zu lassen. Es reicht allerdings nicht, sie einfach nur zu nennen, sondern du musst sie immer direkt auf den Inhalt beziehen und erklären, warum sie verwendet wurden.
Fall du noch einmal nachschauen möchtest, wie man eine Gedichtinterpretation schreibt, dann lies in unserem Skript Methodik: Interpretation: Gedichtinterpretation nach.
Zweite Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Vergleiche die beiden Gedichte.
Du sollst die beiden Gedichte miteinander vergleichen. In deiner Interpretation der beiden Gedichte hast du bereits einige Aspekte beider Gedichte herausgearbeitet. Überlege dir nun, wo es Gemeinsamkeiten und wo es Unterschiede gibt. Achte dabei vor allem auf den Inhalt und weniger auf die formellen Aspekte. Der Operator „vergleichen“ verlangt neben dem Herausarbeiten und Gegenüberstellen von Gemeinsamkeiten und Unterschiede von dir, dass du gewichtend ein Ergebnis formulierst.
Wie beschreibt das lyrische Ich die Natur und die Jahreszeit Herbst? Benutzt es mehr positiv oder negativ konnotierte Wörter? Welche Empfindungen fühlt das lyrische Ich? Wie ist die Grundstimmung in den Gedichten?
Diese Leitfragen kannst du dir für beide Gedichte beantworten und sie dann gegenüberstellen, um die beiden Gedichte unter diesen Aspekten miteinander zu vergleichen.
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Vergleichende Interpretation zweier Gedichte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Britting (1891-1964): Herbstgefühl
Georg Trakl (1887-1914): Der Herbst des Einsamen
$\blacktriangleright\;$ Erste Teilaufgabe:
  • Interpretiere die beiden Gedichte.
Tipp
Du sollst die beiden Gedichte interpretieren. Der Operator „interpretieren“ verlangt von dir, dass du den Text erklärend und wertend auslegst. Dafür musst du den Textinhalt und die Textform mithilfe textanalytischer Mittel und Verfahren untersuchen.
Beim Interpretieren beider Gedichte kannst du unterschiedlich vorgehen: Entweder interpretierst du beide Gedichte zusammen oder nacheinander. Wir empfehlen dir, die Gedichte nacheinander zu interpretieren, denn so behältst du einen besseren Überblick und kannst dich auf die Details der einzelnen Gedichte konzentrieren. Den Vergleich solltest du nach der Interpretation beider Gedichte vornehmen und alle Punkte aus deiner Interpretation aufnehmen, die Gemeinsamkeiten oder Unterschiede aufweisen.
Da du die Gedichte später vergleichen sollst, ist klar, dass sie gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. In diesem Fall siehst du bereits an den Titeln, dass beide Gedichte die Jahreszeit Herbst behandeln. Zeitgleich spielen bei beiden Gedichten die unterschiedlichen Empfindungen, Gedanken und Gefühle des lyrischen Ichs, die die Betrachtung der Natur auslöst, eine große Rolle.
In deine Interpretation mit aufnehmen musst du auf jeden Fall auch die formellen Aspekte. Dafür musst du unter anderem das Reimschema, die Kadenz und das Metrum bestimmen. Achte darauf, in deiner Interpretation auch die sprachlich-stilistischen Mittel nicht außer Acht zu lassen. Es reicht allerdings nicht, sie einfach nur zu nennen, sondern du musst sie immer direkt auf den Inhalt beziehen und erklären, warum sie verwendet wurden.
Fall du noch einmal nachschauen möchtest, wie man eine Gedichtinterpretation schreibt, dann lies in unserem Skript Methodik: Interpretation: Gedichtinterpretation nach.
Tipp
Du sollst die beiden Gedichte interpretieren. Der Operator „interpretieren“ verlangt von dir, dass du den Text erklärend und wertend auslegst. Dafür musst du den Textinhalt und die Textform mithilfe textanalytischer Mittel und Verfahren untersuchen.
Beim Interpretieren beider Gedichte kannst du unterschiedlich vorgehen: Entweder interpretierst du beide Gedichte zusammen oder nacheinander. Wir empfehlen dir, die Gedichte nacheinander zu interpretieren, denn so behältst du einen besseren Überblick und kannst dich auf die Details der einzelnen Gedichte konzentrieren. Den Vergleich solltest du nach der Interpretation beider Gedichte vornehmen und alle Punkte aus deiner Interpretation aufnehmen, die Gemeinsamkeiten oder Unterschiede aufweisen.
Da du die Gedichte später vergleichen sollst, ist klar, dass sie gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. In diesem Fall siehst du bereits an den Titeln, dass beide Gedichte die Jahreszeit Herbst behandeln. Zeitgleich spielen bei beiden Gedichten die unterschiedlichen Empfindungen, Gedanken und Gefühle des lyrischen Ichs, die die Betrachtung der Natur auslöst, eine große Rolle.
In deine Interpretation mit aufnehmen musst du auf jeden Fall auch die formellen Aspekte. Dafür musst du unter anderem das Reimschema, die Kadenz und das Metrum bestimmen. Achte darauf, in deiner Interpretation auch die sprachlich-stilistischen Mittel nicht außer Acht zu lassen. Es reicht allerdings nicht, sie einfach nur zu nennen, sondern du musst sie immer direkt auf den Inhalt beziehen und erklären, warum sie verwendet wurden.
Fall du noch einmal nachschauen möchtest, wie man eine Gedichtinterpretation schreibt, dann lies in unserem Skript Methodik: Interpretation: Gedichtinterpretation nach.
Die beiden vorliegenden Gedichte Herbstgefühl von Georg Britting und Der Herbst des Einsamen werden im Folgenden nacheinander interpretiert und miteinander verglichen.
Textgrundlagen
Das Gedicht Herbstgefühl von Georg Britting wurde erstmals 1949 veröffentlicht und ist ein Sonett. Es handelt von den Eindrücken des lyrischen Ichs, die es aufgrund der Betrachtung der herbstlichen Natur erfährt. Die Beschreibung der Natur ist dabei geprägt von den Gefühlen und Gedanken des lyrischen Ichs. Man kann das Gedicht der Epoche des Existentialismus zuordnen, Britting unterlag Einflüssen dieser Epoche. Wichtige Themen darin sind die Existenzfrage des Menschen, der Angst vorm Untergang des Individuums in der Umwelt sowie der allgemeine Verfall und Untergang.
Gedicht 1
Einleitung
Wie bereits erwähnt ist das Gedicht in Sonettform verfasst. Es besteht aus vier Strophen, zwei Quartette auf die zwei Terzette folgen. Das Reimschema abba abab cde cde ist typisch für ein Sonett. Die Verse mit Reimen auf a und d haben eine männliche Kadenz, die Verse mit Reimen auf b und c eine weibliche Kadenz, wobei hier Vers 12 aus der Reihe fällt: "Wehen" wurde auf "wehn" verkürzt und passt somit zwar zum Reimschema, entzieht sich allerdings der weiblichen Kadenz. Das Metrum ist ein fünfhebiger Jambus und passt somit ebenfalls zur Gedichtform des Sonetts.
Hauptteil
Formanalyse
Die inhaltliche Aufteilung ist ebenfalls typisch für Sonette, es gibt zwei Blöcke. In den ersten zwei Quartetten des Sonetts steht die Beschreibung der Umgebung - die durch die Wortwahl jedoch bereits deutlich geprägt von den Gefühlen und Gedanken des lyrischen Ichs ist - deutlich im Vordergrund. In den darauffolgenden Terzetten reflektiert das lyrische Ich dann seine soeben gemachten Eindrücke. Die Quartette und Terzette stehen zueinander in Kontrast: Während die Quartette eher ruhig anmuten, sind die Terzette bewegter und geprägt durch rhetorische Fragen (vgl. Z. 11) und Aufforderungen (vgl. Z. 12).
Gliederung des Gedichts
In der ersten Strophe wird der Herbst vom lyrischen Ich personifiziert und mit lauter positiv konnotierten Ausdrücken beschrieben: „[V]ors Haus“ (V. 1) gehängt hat der Herbst die „[t]iefblaue[n]“ (V. 1) - also erntereifen - Trauben, die Kürbisse warten im „goldnen Lichte“ (V. 2) darauf, „da[ss] man sie holt“ (V. 3), sie „räkeln“ (V. 3) sich menschengleich im Garten. Diese Schilderung des Herbstes zeigt die Lust und Freude, die das lyrische Ich an der Natur verspürt. Es sieht all die guten Dinge, die es nun fast am Ende des Jahreskreises gibt, und honoriert den Herbst dafür mit seiner positiven Stimmung und seinen positiven Sinneseindrücken. Wichtig hierbei ist auch die räumliche Nähe der erntereifen Früchte zum lyrischen Ich, hat der Herbst sie doch „vors Haus“ gehängt - das lyrische Ich muss sich also nur noch bedienen. Dies zeigt, dass das lyrische Ich den Herbst als kultivierten Gastgeber sieht.
Interpretation
Strophe 1 + 2
Die Ansicht des lyrischen Ichs, dass der Herbst kultiviert sei, bestärkt sich in dem religiös geprägten Motiv des Brunnenwassers, das das lyrische Ich als Wein wahrnimmt (vgl. V. 5). Durch das goldene Licht „glüht“ (V. 4) der Brunnen und das lyrische Ich verfällt diesen Eindrucks. Der personifizierte Herbst wird also beinahe angepriesen, als „Heiland“ gesehen, der Wasser in Wein verwandelt und so Hoffnung bringt. Zwischen den ersten beiden Quartetten findet sich ein Enjambement, das verstärkt, wie stark die ersten beiden Strophen zusammenhängen und betont, dass der Grund dafür, dass das Wasser als Wein erscheint, der Herbst ist. Außerdem sorgt das Enjambement dafür, dass das Empfinden des lyrischen Ichs nahtlos in seine Umgebung übergeht und beschreibt damit eine Verschmelzung des Menschen mit der Natur.
Das lyrische Ich assoziiert diese Erscheinung mit „Fest“ (V. 5), „Schmaus“ (V. 5) und „jedem Glück“ (V. 6). Dadurch zeigt sich noch einmal, wie positiv der Herbst auf das lyrische Ich wirkt, in was für einer gelösten, beinahe euphorischen Stimmung es sich befindet. Darauffolgend blickt das lyrische Ich zum Himmel und sieht wie „zarte, [b]efiederte Gewölken weit hinaus“ (V. 7f.) gezogen werden. Ob hier Wolken oder Zugvögel oder beides gemeint ist bleibt offen. Dass es sie zieht und sie nicht von selbst ziehen, beschreibt die Sehnsucht nach der Ferne und Weite, die das lyrische Ich plötzlich verspürt. Es stellt sich die Frage „Wo gehn sie hin, die unnennbaren Fahrten?“ (V. 8). Auch diese Frage bestärkt wieder die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach Veränderung, nach Neuanfang, nach Wegsein. Die Antwort auf diese Frage lässt eine Menge Interpretationsspielraum und stellt somit die unendlichen Möglichkeiten dar, die der Mensch während seines Lebens hat.
Doch das lyrische Ich beantwortet sich seine Frage selbst mit einer Aufforderung nach Genügsamkeit („Bescheide dich! Begnüg dich zuzusehen!“ V. 9). Hier benutzt es den Imperativ, der deutlich macht, dass das lyrische Ich seine Aussage ernst meint und es für es keinen anderen Weg gibt als den, den es momentan beschreitet. Es ist möglich, dass das lyrische Ich damit auch den Leser auffordern möchte, nicht von der Fremde zu träumen, und sich seinem momentanen Lebensstil zu fügen. Schmackhaft machen möchte es dies sich selbst - und eventuell dem Leser - mit der Aussage, dass ein „Krug mit Wein […] vor dich hingestellt“ (V. 10) ist. Wer diesen Wein hingestellt hat bleibt in der Aussage offen. Außerdem liege neben dem Wein ein Buch. Mit der rhetorischen Frage „[w]as willst du mehr?“ (V. 11) möchte das lyrische Ich sich dazu bringen, sich seinen eigenen Grenzen zu fügen und zu akzeptieren, wie seine Umstände sind. Der Wein und das Buch stehen hierbei metaphorisch für die Sicherheit des eigenen Zuhauses, die im Gegensatz zur Unsicherheit des weiten Himmels steht. Monotonie des eigenen Lebens, mit der man sich abfinden muss, kontastriert zu ungewissen Abenteuern, die Abwechslung versprechen.
Strophe 3
Weitergehend fordert das lyrische Ich wiederum den Imperativ benutzend dazu auf, einen Vers zu lesen und die Wolken wehen zu lassen (vgl. V. 12). Diese Aussage beschreibt, dass man weitermachen soll, was man kennt und kann, und das, was in der Unbestimmtheit auf einen warten könnte, ignorieren soll. Man soll es akzeptieren und sich nicht mehr ändern wollen und den gleichen Trott immer weiter und weiter machen und seine Wünsche loslassen. „Hör es gelassen, wie der Apfel fällt ins hohe Gras“ (V. 13f.) geht das Sonett weiter: Das lyrische Ich berieselt sich selber damit, ruhig zu bleiben, sein Leben so zu akzeptieren wie es ist, und auch keine Angst vorm Verfall - wahrscheinlich auch seinem eigenen - zu haben. In diesem Vers zeigt sich das erste Mal die negative Seite des Herbstes, nachdem er anfangs so gelobt wurde. Denn der Herbst steht eben für den anstehenden Verfall, er ist die letzte Phase des Jahres, während der es noch wenige gute, helle, „goldene“ Momente gibt und auf den dann der kalte, trübe, dunkle Winter folgt, der keine Hoffnung auf Besserung mehr bietet - denn mit ihm schließt sich der Kreis. Der fallende Apfel steht hierbei für das Ende der guten Zeit, das hohe Gras, das wuchert, könnte ein Hinweis auf einen letzten Rest Hoffnung sein. Dieser Teil des Gedichts könnte ebenfalls ein Hinweis darauf sein, dass es für das lyrische Ich sowieso schon zu spät ist, nochmal etwas zu ändern und es sich schon am Ende seines Lebens befindet. Der letzte Teil des Gedicht bringt nochmals etwas Trost auf, denn „noch ist der Krug nicht leer“ (V. 14). Es gibt also doch noch Hoffnung auf Besserung, auf Veränderung, auf Leben. Das „noch“ steht allerdings dafür, dass es wohl bald vorbei ist und ist auch ziemlich resignativ. Somit kann man die letzte Aussage des Gedichts gleichermaßen hoffnungsvoll wie auch melancholisch deuten.
Strophe 4
Abschließend kann man sagen, dass das Gedicht eine kontrastierte Verbindung zwischen Hochgefühl und Glücksstimmung und Endlichkeit und Vergänglichkeit beschreibt. Das „Herbstgefühl“ ist also ein Grundgefühl menschlicher Existenz, das stark von Melancholie gefärbt ist. Ob es von ungenutzten Möglichkeiten handelt, die das lyrische Ich im Alter nicht mehr nachholen kann, oder von Möglichkeiten, die das lyrische Ich aus Angst nicht zu ergreifen wagt, handelt, bleibt aufgrund des unbekannten Alters und Geschlechts des lyrischen Ichs offen.
Schluss
Ebenso wie Herbsgefühl von Georg Britting handelt Der Herbst des Einsamen von Georg Trakl von der Jahreszeit des Herbstes und den Gefühlen, Gedanken und Eindrücken, die das lyrische Ich damit verbindet.
Überleitung
Das Gedicht Der Herbst des Einsamen von Georg Trakl wurde erstmals 1915 gedruckt und ist, wie der Titel bereits verrät, um einiges düsterer als Herbstgefühl von Georg Britting. Die vorherrschende Grundstimmung ist sehr dunkel und spiegelt die herbstliche Vergänglichkeit wider: Das lyrische Ich findet kaum Hoffnung noch Trost.
Gedicht 2
Einleitung
Das Gedicht ist in drei Strophen gegliedert, die Strophen bestehen aus je sechs Versen. Gereimt ist es im Schema des Kreuzreims mit einem fünfhebigen Jambus. Die Kadenz ist durchgängig weiblich.
Hauptteil
Formanalyse
Bereits in der ersten Strophe schmeißt das lyrische Ich mit negativen Ausdrücken um sich: „[d]er dunkle Herbst“ (V. 1), „vergilbter Glanz“ (V. 2), „verfallene[$\,$] Hülle“ (V. 3). Der personifizierte Herbst wird also ziemlich schlecht dargestellt. Trotzdem bemerkt das lyrische Ich auch die „Frucht und Fülle“ (V. 1), die durch eine Alliteration unterstrichen wird, und das „reine[$\,$] Blau“ (V. 3). Den Herbst an sich sieht er zwar als etwas Negatives an, die Dinge, die er bringt, erscheinen dem lyrischen Ich aber auch positiv. In den folgenden Versen erscheint dem Leser ein Bild von Abschied, das lyrische Ich redet von „alten Sagen“ (V. 4), gekeltertem Wein (vgl. V. 5) und „leiser Antwort“ (V. 6). All diese Metaphern stehen hier für die Vergänglichkeit. Die alten Sagen erzählen davon, dass etwas lange vergangen ist, der gekelterte Wein davon, dass ein Vorgang abgeschlossen ist und auch die Antworten beschreiben einen Abschluss. Dass es all diese Dinge gibt beschreibt zwar eine gewisse Hoffnung und Trost, aber trotzdem prägen sie bereits in der ersten Strophe die Stimmung ins Negative, in eine Art Abschiedsstimmung. Neben dieser Dunkelheit und Abschiedsstimmung stehen Ruhe und Stille („milde Stille“ V. 5, „leise[$\,$] Antwort“ V. 6) im Fokus des Gedichts.
Interpretation
Strophe 1
In der zweiten Strophe findet sich ein christliches Motiv („ein Kreuz auf ödem Hügel“ V. 7), es steht für den christlichen Glauben und damit für Zuversicht. Allerdings redet das lyrische Ich von lediglich einem Kreuz auf einem ansonsten öden Hügel, was zeigt, dass das lyrische Ich in seiner Verfassung kaum bis gar keinen Trost finden kann und keinen Schutz findet. Um Schutz geht es auch in Vers 8, hier ist die Rede von eine „Herde“, die ja eigentlich zusammengehört, sich nun aber in einem bedrohlich anmutendem „roten Wald verliert“ (V. 8), wobei die Farbwahl „rot“ Blut und Tod symbolisieren könnte. Weitergehend beschreibt das lyrische Ich Wolken, die sich auf einem See spiegeln, es ist möglich, dass es sich die Frage stellt, was oben und was unten ist, oder ob es irgendwo vielleicht einen Platz zwischen Himmel und Erde gibt, an dem es sicher ist. Auch das Thema Abschied wird natürlich wieder aufgegriffen, dargestellt am Landmann, der seine Arbeit vollendet - zu einem Abschluss gebracht - hat. „[D]es Abends blauer Flügel“ (V. 12) rührt die „schwarze Erde“ (V. 12) - auch hier könnte man wieder eine Sehnsucht nach Hoffnung, Trost und Schutz in dem Blau des Himmels im Kontrast zum Schwarz der Erde erkennen. Denn das lyrische Ich, sinnbildlich für den Menschen, ist schutzlos, es hat nur ein „Dach von dürrem Stroh“ (V. 12) und ist somit auf die Gnade der Natur und äußerer Einflüsse angewiesen. Ihm fehlt ein sicheres Zuhause, in das er sich zurückziehen kann.
Strophe 2
In der dritten Strophe wird wieder Bezug auf den Abstand zwischen Himmel und Erde genommen, denn es „nisten Sterne in des Müden Brauen“ (V. 13), der Trost und die Hoffnung kommen also mit der einbrechenden Dunkelheit immer näher und näher. Dies zeigt eine sehr negative Grundhaltung des lyrischen Ichs gegenüber des Lebens, es stilisiert beinahe den Tod als den Ausweg. Denn „der Müde“ - des Lebens müde - bekommt die positiv konnotierten Sterne. Desweiteren ist die Rede von „kühle[n] Stuben“ (V. 14), die wieder die Ungemütlichkeit oder gar das Nichtvorhandensein eines sicheren Zuhauses beschreiben. Einen Bezug zur Religion findet sich in Vers 15 wieder, in dem das lyrische Ich von Engeln erzählt, die „aus den blauen Augen der Liebenden, die sanfter leiden“ (V. 15f.) treten. Dies ist ein Bezug zum Titel („Der Herbst des Einsamen“), denn es zeugt davon, dass das lyrische Ich der Meinung ist, „sanfter“ leiden zu würden, wenn es nur nicht so alleine wäre. Die Hoffnung sieht er in den Anderen, den Liebenden, hier denkt es, Glaube, Mut und Hoffnung zu finden. Am Ende beschreibt das lyrische Ich eine grauenvolle Natur. In Alliterationen redet es von einem rauschenden Rohr (vgl. V. 17) und tropfendem Tau (vgl. V. 18) und bringt den Leser damit dazu, all das beinahe selbst zu hören. Somit ist das Empfinden des lyrischen Ichs nachvollziehbar, es „anfällt ein knöchern Grauen“ (vgl. V. 17) beim Hören der Geräusche und beim Anblick der „kahlen Weiden“ (V. 18).
Strophe 3
Das komplette Gedicht spiegelt die negative Wahrnehmung und Einstellung des lyrischen Ichs wider. Es hat Existenzprobleme, es ist nicht sicher, hat kein Zuhause und sieht nur das Dunkle - nicht das Helle. Für das lyrische Ich stellt der Herbst eindeutig das Ende dar, es sieht keinen Sinn mehr darüberhinaus und es fürchtet sich (vor dem Tod?). Das lyrische Ich sieht keine Chancen oder Möglichkeiten mehr, sondern nur noch den unumgänglichen Abschied.
Schluss
#metrum#stilmittel#reimschema#gedicht
$\blacktriangleright\;$ Zweite Teilaufgabe:
  • Vergleiche die beiden Gedichte.
Tipp
Du sollst die beiden Gedichte miteinander vergleichen. In deiner Interpretation der beiden Gedichte hast du bereits einige Aspekte beider Gedichte herausgearbeitet. Überlege dir nun, wo es Gemeinsamkeiten und wo es Unterschiede gibt. Achte dabei vor allem auf den Inhalt und weniger auf die formellen Aspekte. Der Operator „vergleichen“ verlangt neben dem Herausarbeiten und Gegenüberstellen von Gemeinsamkeiten und Unterschiede von dir, dass du gewichtend ein Ergebnis formulierst.
Wie beschreibt das lyrische Ich die Natur und die Jahreszeit Herbst? Benutzt es mehr positiv oder negativ konnotierte Wörter? Welche Empfindungen fühlt das lyrische Ich? Wie ist die Grundstimmung in den Gedichten?
Diese Leitfragen kannst du dir für beide Gedichte beantworten und sie dann gegenüberstellen, um die beiden Gedichte unter diesen Aspekten miteinander zu vergleichen.
Tipp
Du sollst die beiden Gedichte miteinander vergleichen. In deiner Interpretation der beiden Gedichte hast du bereits einige Aspekte beider Gedichte herausgearbeitet. Überlege dir nun, wo es Gemeinsamkeiten und wo es Unterschiede gibt. Achte dabei vor allem auf den Inhalt und weniger auf die formellen Aspekte. Der Operator „vergleichen“ verlangt neben dem Herausarbeiten und Gegenüberstellen von Gemeinsamkeiten und Unterschiede von dir, dass du gewichtend ein Ergebnis formulierst.
Wie beschreibt das lyrische Ich die Natur und die Jahreszeit Herbst? Benutzt es mehr positiv oder negativ konnotierte Wörter? Welche Empfindungen fühlt das lyrische Ich? Wie ist die Grundstimmung in den Gedichten?
Diese Leitfragen kannst du dir für beide Gedichte beantworten und sie dann gegenüberstellen, um die beiden Gedichte unter diesen Aspekten miteinander zu vergleichen.
Die beiden Gedichte Herbstgefühl von Georg Britting und Der Herbst des Einsamen von Georg Trakl behandeln beide die Zwiespaltigkeit der Herbstzeit. Auf der einen Seite beschreiben beide die Vollendung und die Reife, auf der anderen Seite handeln sie aber auch stark von Verfall und Vergänglichkeit. Das lyrische Ich bemerkt diesen Zwiespalt dadurch, dass es die Natur beobachtet und sich des Herbstes bewusst wird.
Überleitung
Die Motive, die in den beiden Gedichten vorkommen, sind sich sehr ähnlich. Es ist die Rede von den „tiefblauen Trauben“ und „gekeltertem Wein“, das Licht spielt eine große Rolle und ebenso die Farben. In beiden Gedichten ist außerdem das Motiv des Hauses als räumliche Einheit, die Schutz und Sicherheit bietet, auffällig. In beiden Gedichten ist das lyrische Ich melancholisch und nicht wirklich voll mit Freude.
Gemeinsamkeiten
Der auffälligste Unterschied zwischen den beiden ist jedoch der, dass das lyrische Ich in Herbstgefühl Hoffnung und Trost sieht und sich der Sicherheit seines eigenen Heimes bewusst ist. Man bekommt das Gefühl, dass das lyrische Ich nicht komplett alleine - oder zumindest nicht einsam - ist. Es erscheint relativ zufrieden, und kann sogar Freude verspüren. Die Grundstimmung ist am Anfang positiv, erst nach und nach tritt Melancholie mit ein. Das lyrische Ich bei Trakl sieht nirgends greifbaren Trost oder Hoffnung. Zwar redet es von den Engeln, die aus den blauen Augen der Liebenden treten, aber für ihn ist das unerreichbar, denn das lyrische Ich ist einsam. Sein eigenes Heim stellt für ihn weder Schutz noch Sicherheit dar und es fühlt sich nirgends wirklich wohl und zugehörig. Es gibt keinen Anlass zur Freude für ihn, alles, was solch einen Anlass darstellen könnte, verbindet es nur mit Abschied und Vergangenem. Es hat abgeschlossen mit sich und der Welt und ist einfach nur noch trostlos.
Unterschiede
Bei Britting zwingt sich das lyrische Ich dazu, damit zufrieden zu sein, was es hat, und nicht noch mehr zu fordern. Es möchte genügsam und bescheiden sein und hat doch Sehnsucht nach der weiten Ferne. Das lyrische Ich hat noch Hoffnung darauf, dass alles besser werden kann und sieht eher resignativ als todtraurig dem Ende entgehen. Bei Trakl ist alle Hoffnung verloren, das lyrische Ich muss sich nicht zur Bescheidenheit zwingen, denn es hat gar nichts, wofür es sich noch zu hoffen lohnt, den Herbst nimmt es nur dunkel wahr. Für das lyrische Ich gibt es nur das baldnahende Ende.
Alles in allem kann man sagen, dass es sehr auffällig ist, wie unterschiedlich die Stimmung in den beiden Gedichten ist. Während in Herbstgefühle noch ein positiv geprägtes Bild des Herbstes vermittelt wird, steht im Herbst des Einsamen die Einsamkeit desselben im Vordergrund und lässt aufgrund der negativen Einstellung des lyrischen Ichs keinen Blick frei, auf die Schönheit und Fülle des Herbstes - selbst wenn dies einmal genannt wird, wird der Blick direkt wieder durch trostlose Äußerungen des lyrischen Ichs getrübt.
Schluss
#vergleichen
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