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Aufgabe 2

Aufgaben
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Epik

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Erich Kästner (*1899 - †1974): Inferno im Hotel (1927)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  1. Fasse den Inhalt der Erzählung zusammen.
  2. Charakterisiere Peter Sturz. Gehe dabei insbesondere auf dessen innere Entwicklung ein.
  3. Arbeite unter Berücksichtigung des Titels die gesellschaftskritischen Aspekte der Erzählung heraus.
    oder
    Kurz bevor Peter Sturz den Brief seiner Frau erhält (Vgl. Z. 65), schreibt er seinerseits an sie. Verfasse diesen Brief, in dem er sich über die Behandlung im Hotel beklagt.
Material
$\;$
Erich Kästner: Inferno im Hotel
Drei Tiroler Luxushotels und eine illustrierte Zeitschrift veranstalteten - aus Gründen propagandistischer Konvention - ein gemeinsames Preisausschreiben. Die Zeitschrift stellte den Lesern eine allgemein gehaltene Frage und wünschte besondere Antworten, wählte die drei gelungensten Einsendungen und lieferte deren Urhebern die zur Nutznießung der Prämien notwendigen Schnellzugsfahrten (zweiter Klasse).
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Die drei Tiroler Hotels erklärten sich ihrerseits bereit, je einen der Gewinner vierzehn Tage kostenlos aufzunehmen. Den ersten Preis erhielt ein Dr. Gotthold Lehmann, den zweiten ein gewisser Herr Peter Sturz und den dritten die Gattin eines Bankdirektors. Dieser Dame kamen zwei luxuriöse Wochen in Tirol nicht ungelegen; es war ihre dritte Reise im laufenden Jahr, und außerdem fand sie das Hochgebirge himmlisch. Auch Dr. Gotthold Lehmann schätzte sich glücklich; er war Gymnasiallehrer; Gehalt und Familie hätten ihm
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Erholung höchstens innerhalb der ersten Eisenbahnzone erlaubt.
Aber für Herrn Peter Sturz (wie die Zeitschrift ihn höflicherweise nannte) sollte die Reise zu einer schmerzlichen Fahrt in würdelose Abenteuer werden. Sturz war Metallarbeiter; damit ist der zureichende Grund seiner Erniedrigung eindeutig bezeichnet, und auch ihre Chronik ist schnell notiert:
Peter Sturz, 28 Jahre alt und seit vierzehn Monaten verheiratet, hatte die Preisfrage beantwortet, ohne an
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irgendeine Chance auch nur zu denken. Als er dann unter den Namen der Prämiierten den eigenen las, erschrak er sehr und schrieb, man möge ihm, einen armen Teufel, statt der Reise, bitte, eine Geldsumme zuwenden. Doch die Redaktion der Zeitschrift lehnte sein Gesuch ab … Frau Sturz, belustigt über ihres Mannes Unruhe, kaufte im Konsumverein[1] den kunstseidenen Schlips, den er erst zum Geburtstag hätte bekommen sollen; sie stärkte und plättete drei Vorhemdchen und etliche Paar Manschetten; sie bürstete
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den blauen Sonntagsanzug mit Benzin und packte einen Karton. Sturz nahm den ihm zustehenden Urlaub von zehn Tagen und erhielt einige, freilich unbezahlte, Tage mehr hinzubewilligt. Dreißig Mark holte er von der Sparkasse, für alle Fälle und obwohl sie als Anzahlung auf eine Nähmaschine gedacht gewesen waren. Die Zeitschrift schickte das für die Hin- und Rückreise gültige Billettheft - und Sturz fuhr nach Tirol.
Die Fahrt im Coupé zweiter Klasse gefiel ihm. Er rauchte Zehnpfennigzigarren, kaute Wurststullen, blinzelte
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vergnügt durchs Fenster, wippte auf den Polstern und pfiff. Später schlief er mehrere Stunden. In München stieg er um, schlief wieder ein, erwachte hinter Rosenheim und sah gerührt die ersten Berge. In Kufstein regnete es. Trotzdem ging er vor seinem Abteil des Zürich-Wien-Express, der ihn weiterbringen würde, stolz auf und ab, kletterte im letzten Augenblick in den Wagen und bedauerte, eine Stunde danach, dass er schon in R. angekommen war.
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Den Karton unterm Arm und den Hut zwischen den Fingern betrat er das Hotel. Der Portier nahm sich nicht die Mühe, seinen Schreck zu verbergen, als er hörte, wer dieser lächerlich grobe und schüchterne Mensch sei. Eilig ließ er ihn nach einem Zimmer des obersten Stockwerkes abschleppen und machte dem Direktor erschüttert Mitteilung. - Sturz kniff die Augen zusammen, während ihn der Boy durch die Halle führte. Herumsitzende Gäste musterten ihn, als sei er die Dame ohne Unterleib … Im Lift fuhren sie hoch. Und
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nachdem sich der Junge zurückgezogen hatte, stand Sturz lange noch dicht an der Tür des Zimmers und wagte nicht, den Karton abzulegen.
Eine Viertelstunde nach dem dritten Gongschlage klopfte es, und der Boy rief: Man esse längst! Etwas später stand Sturz in einem großen, herrlich erleuchteten Saal. Die Herren trugen schwarze Anzüge und weißbrüstige Hemden; die Damen glichen nacktarmigen Fürstinnen. Sturz erhielt einen kleinen einsamen
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Tisch angewiesen; und bevor er sich setzte, verbeugte er sich dreimal linkisch ins Leere. Seine Verwirrung stieg, als man ihm das Vorgericht servierte. Er wusste mit den merkwürdig bunten Speisen nichts anzufangen und schlang sie hinunter, als fräße er Gift. Messer und Gabel klirrten in den schweren Fäusten. Der Oberkellner studierte ihn süffisanten Blicks, und, als Sturz das Messer aufs Parkett fiel, als er es aufhob und damit weiterspeiste, starrten ihn alle Gäste, unheimlich fremd und voll sachlicher Neugier, an. Mit
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gesenktem, rotem Kopfe saß er da und kaute. Ihm war todelend zumute, und verzweifelt schluckte er, was man ihm hinstellte. Als er schließlich aufzublicken wagte, war er allein. Das heißt, drüben am Büfett lehnten zwei Tischkellner und lachten.
In der Halle trank man Sekt und Wein. Wie ein Matrose schwankte Sturz an den Menschen vorüber. Die Treppen rannte er hinauf, riegelte die Tür ab und warf sich wie ein Paket aufs Bett. Dann stand er wieder
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auf, zog sich aus, hing den Anzug sorgfältig über einen Bügel, löschte das Licht und ging schlafen. Von weither drang Tanzmusik. Und er hätte - wäre er's nur gewöhnt gewesen - gern geweint.
Die Angestellten waren grausamer als die Gäste. Es schien, sie hätten sich auch an ihm zu rächen, da sie gezwungen waren, einen Kerl zu bedienen, den sie verachteten. Sie quälten ihn voll böser Lust; sie ertrugen es nicht, sein Herz auch nur eine Stunde unverletzt zu lassen; sie verbreiteten alle seine Irrtümer, damit man
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ihn verlache. Vom Zimmermädchen erfuhren alle, die es wissen wollten (und andere auch), Sturz halte die Tür zu seinem Badezimmer für eine nachbarlich verschlossene Tür und habe noch nicht gebadet. Der Oberkeller erzählte den Herrschaften, Sturz wage es nicht, Pasteten, Krebse, Geflügel und andere Gerichte zu essen, weil er nicht wisse, wie er sie anständig verzehren solle. Der Portier teilte den Interessenten mit, "Herr" Sturz habe mehrfach versucht, mit den Hausdienern und Kutschern, wenn sie abends im Hofe saßen
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und Karte spielten, Gespräche anzuknüpfen. Sogar beim Holzhacken habe er helfen wollen. Na, man habe ihm gründlich heimgeleuchtet!
Seit seiner Ankunft hatte Sturz kaum ein Dutzend Worte gewechselt. Immer war er allein. Immer war er auf der Flucht vor dem Gelächter. Abzureisen freilich schämte er sich noch mehr … So hastete er verlassen und verfolgt durch den lärm- und musikerfüllten Palast; und nur unterwegs, auf stillen Bergwegen und
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Gletschern gegenüber, fand er ein wenig Frieden. - Am zehnten Tage empfing er einen Brief von seiner Frau und sah am Datum, dass der Portier ihn mehrere Tage absichtlich zurückgehalten haben musste. Doch schwieg er, ging auf sein Zimmer und las, was sie ihm schrieb. An diesem Abend - die Hauskapelle spielte Tafelmusik - weinte Sturz an seinem leeren, kleinen Tisch. Der Oberkellner kolportierte es schleunig und fügte anschaulich hinzu: Die Tränen seien aufs Kalbsfrikassee getropft. Nervenkrisen eines Metallarbeiters
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wurden an etlichen Tischen für originell erklärt.
Am späten Abend, als Sturz sein Zimmer betrag, konnte er an der Tür zum Badezimmer lesen: "Einmal richtig baden könnte dir nichts schaden." - Erst jetzt merkte er die Bedeutung des Nebenraums, betrat ihn und blickte auf die eingelassene Wanne, als sähe er in ein Grab … Seit er geweint hatte, vollzog sich eine Wandlung in ihm. Seine Schüchternheit wich und machte einem schlimmen Trotze Platz. Man hatte ihn in
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die Enge getrieben. Jetzt stellte er sich zur Verteidigung. Es verlangte ihn danach, zu beleidigen und zu bestrafen. Aber niemand verletzte ihn mehr. Es hatten wohl alle instinktiv begriffen, dass er sich geändert hatte. So fraß er den Zorn in sich hinein. Man sah ihn gar nicht. Er war nicht mehr interessant und außerdem gefährlich. Man tat, als sei er nicht vorhanden.
Sturz fand diesen Zustand nicht weniger unerträglich als den vorigen und teilte dem Portier mit, er reise ein
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paar Tage vor dem Ablauf des Termins. Auf der Bank des Ortes wechselte er fünfundzwanzig Mark in Schillinge um und bot - nachdem er seinen Karton gepackt hatte - dem Zimmermädchen ein Trinkgeld. Sie drehte ihm den Rücken … Er suchte den Hausdiener; dieser lachte ihm ins Gesicht und meinte, von so einem nehme er nichts … Sturz lief zum Oberkellner und drückte ihm einige Scheine in die Hand. Der Oberkellner ließ das Geld fallen und wandte sich zum Gehen. Da hielt der Arbeiter es nicht mehr aus und
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schlug den Menschen nieder. - Kellner und Gäste liefen herbei und knieten sich zu dem Blutenden.
Sturz drehte sich um. Man trat zurück und ließ ihn ungehindert passieren. An der Tür spieh er aus und warf den Rest des Geldes in den Saal. Dann ging er zum Bahnhof und fuhr heim.
Wenige Wochen später starben der Arbeiter Sturz und seine Frau an Leuchtgasvergiftung[2]. Es liegt nahe, zwischen jener Reise und diesem Selbstmord einen Zusammenhang zu konstatieren.
Aus: Kästner, Erich: Inferno im Hotel, in: ders.: Drei Männer im Schnee. Roman./Inferno im Hotel. Erzählung, Zürich: Atrium Verlag 2010, S. 231-238.

[1] Konsumverein: genossenschaftliche Einrichtung, um günstigere Einkaufspreise für Lebensmittel und sonstige Güter des täglichen Bedarfs zu ermöglichen
[2] Leucht- oder Stadtgas wurde früher als Brennstoff für öffentliche Beleuchtung und zum Betrieb von Lampen und Gasöfen in Wohnungen verwendet.
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