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Aufgabe 3

Aufgaben
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Material 3
$\;$
Siegfried Lenz: „Der Mann im Strom“ (Romanauszug)
Die Handlung spielt in der Nachkriegszeit. Hinrichs ist Taucher im Hamburger Hafen. Er lebt in ärmlichen Verhältnissen und kümmert sich als alleinerziehender Vater um seinen Sohn Timm und seine Tochter Lena. Diese hat sich ihm entfremdet, da sie eine Beziehung zu einem von Hinrichs nicht akzeptierten jungen Mann namens Manfred unterhält, der im Kriminellenmilieu verkehrt. Unter tragischen Umständen - sie erwartet von ihm ein Kind - hat Lena sich von Manfred getrennt. Angesichts ihrer verzweifelten Lage fühlt sie sich haltlos und niedergeschlagen. Hinrichs sieht nun die Chance, wieder Kontakt zu seiner geliebten Tochter zu finden.
$\;$
Hinrichs beobachtete während der ganzen Zeit Lena, das Mädchen verfolgte mit gleichgültigem Gesicht das Feuerwerk, sie zeigte keine Überraschung, keine Anteilnahme, kein Entzücken; in sich versunken stand sie da, und über das schöne breitwangige Gesicht wetterten die Lichtexplosionen.
Jetzt ruckte die Straßenbahn an, bahnte sich klingelnd ihren Weg durch den schwarzen Strom von
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Zeitgenossen, die erhoben, bereichert und innig bewegt heimwärts strebten. Die Straßenbahn wurde schneller und schneller,sie fegte mit schleifendem Geräusch durch eine Allee, hielt kurz, fuhr weiter. Der Fahrer versuchte, sich und den Schaffnern noch die gewohnte Pause an der Endstation zu sichern. Ratternd und kreischend fegten sie über einen Platz, an trüben Geschäftsriesen vorbei, weiter in waghalsiger Kurve durch das Geviert[1] der Gerichtsgebäude, und als sie vor dem Untersuchungsgefängnis
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hielten, wehte durch die geöffneten Türen eine Woge Musik herein.
Das Mädchen hob fragend den Kopf, und Hinrichs sagte: „Das kommt vom Rummel, Lena, jetzt ist Dom[2].“
Lena nickte und fiel wieder in demütige Gleichgültigkeit.
„Wollen wir hingehen?“, fragte Hinrichs. „Wir kommen dran vorbei, und wir können durchgehen und kürzen den Weg ab. Es ist nicht weit bis zur Fähre. Was meinst du, Lena? “
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Sie machte eine Bewegung gleichgültigen Einverständnisses, und dann hielt die Straßenbahn vor dem Jahrmarktsplatz, und sie stiegen aus. Es war ein sauberer Ruinenplatz, auf dem der Dom stattfand, eine lehmfarbene, planierte Ebene mitten in der Stadt, nur ein einzelner Bunker erhob sich auf ihr, sehr groß und sehr dunkel. Er erhob sich mit seiner finsteren Geschichte hoch über die Buden und Schaukeln, über die erleuchteten Karussells, über Zelte und Achterbahnen, ausgeschlossen von preiswertem Frohsinn,
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unbeachtet inmitten der handfesten Lustbarkeit.
Und sie gingen am Bunker vorbei zwischen zwei Buden hindurch auf den breiten Weg, der durch das reisende Vergnügen führte: durch die Gerüche nach Mandeln und Würstchen und explodierenden Patronen, sie gingen unter den Rufen der Budenbesitzer hindurch, unter dem Knarren der Glücksräder, der rollenden und gewalttätigen Musik aus vielen Lautsprechern; sie gingen an Leuten vorbei, die ihr Glück zur Schau
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stellten: erschossene Blumen und Keksdosen, Butterpäckchen am Bande, Herzen aus braunem Teig und Dauerwürste, die wie Totschläger aussahen.
Hinrichs und Lena gingen an ihnen vorbei und an dem kurzen Juble, der auf Teufelsrädern, in Geisterbahnen und in düsteren Zeltern erklang, wo man sich bereits für zwanzig Pfennig entsetzen konnte. Und als der Weg aufhörte, standen sie vor einer Schiffsschaukel. Und Hinrichs sah Lena an und sagte:
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„Weißt du noch, Lena? Du bist früher am liebsten in die Schiffsschaukel gegangen. Ja, weißt du noch?“
„Ja“, sagte sie.
„Du bist allein eingestiegen und hast dich sogar überschlagen mit ihr, und unten standen die Leute und staunten. Weißt du noch? “
„Oh ja, Vater.“
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Sie sahen den schwingenden Schiffsschaukeln zu, sie standen und dachten an alte Zeiten, und plötzlich nahm der Mann ihre Hand, und er lächelte und sagte:
„Wollen wir's zusammen versuchen, Lena? Nur einen Augenblick, und nicht so hoch wie damals. Was meinst du?“
Das Mädchen nickte, und sie stiegen in die Schiffsschaukel. Lena setzte sich auf die Bank in der Mitte, er
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stand hinter ihr, hielt mit beiden Händen die Stangen fest, und nun lehnte sie ihren Rücken gegen seine Oberschenkel, und er begann zu schweigen. Er schwang sie hinauf bis zu halber Höhe, und er empfand die kleine Wonne des Sturzes, wenn die Schaukel hinabsauste, und die schwebende Süße, wenn sie eine knappe Sekunde stillstand auf ihrem höchsten Punkt, bevor sie wieder zurückfiel.
„Lena“, rief er leise, „ist es schön, Lena?“
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Sie legte den Kopf weit in den Nacken und sah zu ihm empor: Auf ihrem Gesicht lag ein unerwartetes Glück. Und sie schaukelten zu Ende, und als sie ausstiegen, hakte sich Lena bei ihm ein, und sie standen lange nebeneinander und sahen den Schiffsschaukeln zu, eingezwängt im Gedränge der Zuschauer.
„Komm“, sagte Lena dann.
„Wohin?“, fragte er.
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„Nach Hause“, sagte sie. „Jetzt möchte ich nach Hause“.
Quelle: Siegfried Lenz: Der Mann im Strom. München 1982 (Erstveröffentlichung 1957)

[1] Geviert: das Viertel
[2] Dom: großes Volksfest

Textgebundener Aufsatz

Aufgabenstellung
Lies den Auszug aus dem Roman „Der Mann im Strom“ sorgfältig durch und bearbeite dann die folgenden Aufgaben. Bei Nummer 5 kannst du a oder b wählen.
1.
Fasse den Inhalt des Textes zusammen.
2.
Charakterisiere die beiden Hauptpersonen des Romanauszuges.
3.
An welchen Stellen des Textes iist zu erkennen, dass der Roman in der Nachkriegszeit spielt?
4.
Beschreibe die sprachlichen Auffälligkeiten des Textes und gehe auf deren Wirkung ein.
5a.
Warum sind Verbindungen zur Familie für junge Menschen von großer Bedeutung, auch wenn sie das Elternhaus schon verlassen haben?
5b.
Nachdem sich Lena dazu entschlossen hat, mit ihrem Vater nach Hause zu gehen (vgl. Z. 50), denkt sie über ihre Situation nach. Verfasse hierzu einen inneren Monolog.
Beginne ihn so: Eigentlich ist das Leben wie eine Fahrt auf einer Schiffsschaukel …
#monolog#textgebundeneraufsatz
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Thema 9

Tipp
Deine Aufgabe ist es, einen textgebundenen Aufsatz zu schreiben. Hierzu ist es zunächst sinnvoll, die Aufgaben gut zu lesen. Dann solltest du den Text lesen und wichtige Punkte in verschiedenen Farben markieren. Vielleicht am besten so, dass eine Farbe einer Unteraufgabe entspricht. Dann kannst du die einzelnen Informationen beim Verfassen deines Textes direkt erfassen.
Ansonsten gilt wie immer, glieder deinen Text sinnvoll in:

Einleitung  –  Hauptteil  –  Schluss
Lies deinen Text am Ende noch einmal durch und schau, dass du alle Fragen beantwortet hast. Korrigiere auch Rechtschreibfehler und eventuelle Flüchtigkeitsfehler.
Tipp
Deine Aufgabe ist es, einen textgebundenen Aufsatz zu schreiben. Hierzu ist es zunächst sinnvoll, die Aufgaben gut zu lesen. Dann solltest du den Text lesen und wichtige Punkte in verschiedenen Farben markieren. Vielleicht am besten so, dass eine Farbe einer Unteraufgabe entspricht. Dann kannst du die einzelnen Informationen beim Verfassen deines Textes direkt erfassen.
Ansonsten gilt wie immer, glieder deinen Text sinnvoll in:

Einleitung  –  Hauptteil  –  Schluss
Lies deinen Text am Ende noch einmal durch und schau, dass du alle Fragen beantwortet hast. Korrigiere auch Rechtschreibfehler und eventuelle Flüchtigkeitsfehler.

Textgebundener Aufsatz - Der Mann im Strom

Lösungsvorschlag

Der Romanauszug zu „Der Mann im Strom“ von Siegfried Lenz - erschienen im Jahr 1982 - beschreibt, wie es einem Vater gelingt, durch das Auffrischen gemeinsamer Erinnerungen wieder Zugang zu seiner Tochter zu finden.
Einleitung
Der Auszug beginnt mit Hinrichs, der sich mit seiner apathisch wirkenden, in sich zurückgezogenen Tochter Lena in der Straßenbahn auf dem Nachhauseweg befindet. Als Lena in der Stadt Musik wahrnimmt, klärt ihr Vater sie darüber auf, dass in der Stadt das alljährliche Volksfest stattfindet - sie zeigt allerdings kaum Reaktionen darauf. Da die Straßenbahn auch am Volksfestplatz haltmacht, schlägt hinrichs vor, dieses zu besuchen, und Lena willigt ein. Die bisher sprübar angespannte Atmosphäre lockert sich etwas. Vater und Tochter gehen über den Jahrmarkt und nehmen die Stimmung und die typischen Attraktionen wahr. Vor den Schiffsschaukeln erinnert Hinrichs seine Tochter daran, wie sie es als Mädchen geliebt hat, damit zu schaukeln. Lena gefällt Hinrichs Vorschlag, eine Fahrt mit der Schiffsschaukel gemeinsam zu machen. Beide genießen das Schaukeln und dadurch werden Erinnerungen an vergangene Zeiten geweckt. Schließlich finden die beiden dadurch wieder näher zueinander.
Hauptteil
- Inhalt
Hinrichs wird als aufmerksam und sensibel dargestellt, er nimmt seine Tochter bewusst wahr (vgl. Z. 1). Er ist beharrlich um seine Tochter bemüht und versucht ständig, Kontakt zu ihr herzustellen, er spricht sie mit ihrem Namen an und lässt sich von der offenbaren schlechten Laune seiner Tochter nicht beeinflussen (vgl. Z. 14). Zudem ist er wehmütig und in der Vergangenheit verhaftet: er erinnert sich immer wieder an vergangene, glücklichere Zeiten (vgl. Z. 32).
Lena hingegen wirkt zunächst deprimiert und apathisch, sie brütet stumm vor sich hin und will nichts um sich herum wahrnehmen (vgl. Z. 2). Sie ist außerdem wortkarg und abweisen, was zeigt, dass sie offensichtlich nicht mit ihrem Vater sprechen will (vgl. Z. 2). Ist genauso wie ihr Vater in der Vergangenheit verhaftet und erinnert sich bereitwillig und begeistert daran (vgl. Z. 34). Trotz ihres harten Auftretens hat sie einen weichen Kren und zeigt sich schließlich versöhnlich, als sie nach Hause gehen will (vgl. Z. 50).
- Charakterisierung
Der Leser kann aus diversen Faktoren daraus schließen, dass sich die Geschehnisse in der Nachkriegszeit abspielen. Zum Beispiel findet der Jahrmarkt auf einem Ruinenplatz statt (vgl. Z. 16), welcher Hinweise auf Bombenschäden aus dem Krieg gibt. Der Untergrund auf dem Platz ist lediglich planierte Erde, was bedeutet, dass der Wiederaufbau noch lange nicht abgeschlossen ist. Auf dem Platz befindet sich außerdem ein Bunker, der ein Überbleibsel aus der Zeit der Bombenangriffe ist.
- Hinweise auf die Nachkriegszeit
Lenz' Romauszug verzeichnet diverse sprachliche Auffälligkeiten. Zum Beispiel benutzt er genau beschreibende, auch gereihte Adjektive/Partizipien wie „das schöne, breitwangige Gesicht“ (Z. 3), die auf eine ausdrucksvolle und nuancierte Darstellung schließen. Der Autor benutzt außerdem viele Metaphern wie beispielsweise „Lichtexplosionen“ (Z. 3) oder „erschossene Blumen und Keksdosen“ (Z. 25), die Stimmung und Atmosphäre vermitteln sollen. Die Personifikation des Bunkers, der sich auf dem Festplatz erhebt unterstreicht die Präsenz der vergangenen Kriegszeit (vgl. Z. 17). Der Vergleich der „Dauerwürste, die wie Totschläger aussahen“ (Z. 26) lässt die Härte der Zeitumstände durchscheinen.
Den Satzbau betreffend gibt es Aufzählungen („keine Überraschung, keine Anteilnahme, kein Entzündung“ Z. 2), die das Geschehen durch Nennen von vielen Facetten und Details verdeutlichen. Durch verschiedene Formen reihenden Satzbaus („hielt kurz, fuhr weiter“ Z. 6) werden Bewegungen und Zeitverläufe sehr genau dargestellt. Die wörtliche Rede spiegelt besonders die Bemühungen des Vaters wider, den Kontakt mit Lena aufzunehmen. Der Roman wird in einem reihenden Erzählstil, der die verschiedenen Eindrücke Hinrichs' und Lenas nacheinander wiedergibt, häufig werden Sätze mit „und“ eingeleitet - dies verstärkt den Eindruck der trüben Stimmung, die zwischen Vater und Tochter herrscht. Der knappe Stil in den wörtlichen Reden macht die Gezwungenheit und Schwierigkeit der Unterhaltung deutlich (vgl. Z. 44).
- sprachliche Mittel
Erörterung
Heutzutage halten junge Menschen oftmals an ihrer Familie fest, obwohl sie das Elternhaus bereits verlassen haben. Familienfeiern wie Geburtstage oder Weihnachten haben einen extrem hohen Stellenwert, aber auch gemeinsame Ausflüge oder Urlaube sind wichtig für junge Menschen. Doch warum ist das so, wollen sich Jugendliche oftmals auch von ihrer Familie oder ihren Eltern abgrenzen?
Zum einen hat dies den Grund, dass Familie beständig ist. Familie hält in den schlimmsten Zeiten zusammen, wohingegen Freunde manchmal einknicken, wenn es einem mal schlecht geht und sich öfters dann nicht mehr melden. Die Familie hingegen ist aber immer da, auch bei Problemen. Man hat immer jemanden, der für einen da ist oder der einem mal helfen kann. Gerade junge Menschen schätzen dies, da sie oftmals nicht die nötige Lebenserfahrung haben, um Dinge komplett auf sich selbst gestellt zu regeln, wie zum Beispiel Wohnungssuche oder die jährliche Steuererklärung.
Zum anderen wollen junge Menschen, die nicht mehr zu Hause wohnen, trotzdem eine gewisse Bindung zu ihrer Familie halten. Schließlich sind dies ihre Vorfahren, und es ist spannend, zu erfahren, was die Familie früher gemacht hat, um so auch auf sich selbst Rückschlüsse zu ziehen. Denn irgendwann ist diese Generation nicht mehr anwesend, und man hat keine Möglichkeit mehr, zu erfahren, wie das Leben früher war.
Manchmal verbessern sich die Beziehungen zur Familie sogar, wenn man erst einmal ausgezogen ist. Man sitzt nicht mehr so direkt aufeinander und spürt charakterliche Abweichungen nicht mehr so stark. Da kann man es viel mehr genießen, nur am Wochenende bei der Familie zu sein. Man schätzt es außerdem viel mehr, weil man sich nicht mehr so oft streitet oder in Meinungskonflikte gerät.
Insgesamt betrachtet, bedeutet eine Loslösung des Elternhauses nicht zwangsläufig einen Verlust, sondern eher eine Verbesserung der Verbindungen.
Innerer Monolog
Eigentlich ist das Leben wie eine Fahrt in einer Schiffsschaukel. Manchmal wird man einfach hineingeschubst, dann fängt das Geschaukele schon an, und man ist wie ohnmächtig - kann weder aufstehen noch aussteigen. Genauso kann man das Leben nicht aufhalten, sobald es einmal in Gang gerät - kein einziges Geschehnis kann rückgängig gemacht werden oder aufgehalten werden. Und manchmal, da gibt es Menschen, die schubsen die Schiffsschaukel dann auch noch an - schneller und schneller, höher und höher. Manchmal machen sie das bewusst, manchmal unbewusst. Aber es läuft immer weiter, ohne Unterbrechung, und manchmal kommt man durch die Personen noch höher und noch weiter. Sie helfen einem ja, wenn auch unwillentlich manchmal.
So muss ich jetzt auch meine Situation sehen. Manfred hat mich in die Schiffsschaukel einfach reingeschubst, diese angestoßen, noch ein paar Mal weiter angestoßen, beschleunigt, und ist dann einfach gegangen, einfach von der Schaukel abgesprungen. Einfach so, einfach weg. Und ich bin alleine in der Schiffsschaukel. Andernfalls, nun habe ich es alleine in der Hand, kann mich selber anstoßen, kann mich selber beschleunigen, bin auf niemanden angewiesen, muss auf niemanden warten. Nur ich und die Schiffsschaukel, nur ich und das Leben, nur ich und meine eigenen Entscheidungen.
Zwei Optionen habe ich: raus aus der Schaukel, Manfred hinterher, kein Auf und Ab der Schaukel mehr - ach, es ist wie im Leben, die Schaukel. Es ist immer ein Auf und Ab. Oder aber, ich halte die Stangen in der Hand, beschleunige selbst, bremse selbst, erlebe jedes Auf und Ab selbst, bin dafür allein verantwortlich.
Letztendlich kann man nur eines tun: sich in die Lebensschaukel reinsetzen, jeden Zug mitnehmen, jeden Zug auskosten, auch mal während der Fahrt aufstehen und wieder hinfallen, einfach mitschaukeln - und das dann auch genießen.
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