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Aufgabe 1

Aufgaben
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Literarische Textanalyse

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Fallgeschichten - Literarische Analysen des Verbrechens
$\blacktriangleright\;$ Text:
Spinnen, Burkhard: Gründe für ein Massaker. In: Ders.: Trost und Reserve. Frankfurt a. M. 1996, S. 32–33.
$\blacktriangleright\;$ Zulässige Arbeitsmittel:
  • 1. Friedrich Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre
  • 2. Karl Philipp Moritz: Vorschlag zu einem Magazin einer Erfahrungs-Seelenkunde
  • 3. Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas
  • 4. Georg Büchner: Woyzeck
  • 5. Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche
  • 6. Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel
  • 7. Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
  • 8. Ferdinand von Schirach: Verbrechen
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere Burkhard Spinnens Erzählung Gründe für ein Massaker mit Bezug zu Schillers Vorstellung von einer Fallgeschichte.
  • Vergleiche die Figur des Mannes in Burkhard Spinnens Erzählung mit der entsprechenden Figur in einer selbst gewählten Fallgeschichte (siehe Liste, aus 3.–8.).
  • Beurteile die von dir gewählte Fallgeschichte im Hinblick darauf, ob bzw. inwiefern sie für Moritz’ Projekt einer „Erfahrungs-Seelenkunde“ geeignet wäre.
Text
Burkhard Spinnen: Gründe für ein Massaker
$\;$
Er könne, sagt der Mann vor dem atemlosen Gericht, keinen anderen Grund für den
Umstand, daß er seine ganze Familie erschlagen habe, nennen, als den: es habe ihn der
Anblick eines Regalfachs in eine namenlose Wut versetzt.
Längst sind und mehrfach die Polizeiberichte verlesen und die Gutachter gehört wor-
5
den. Alle Fakten liegen klar zutage. Die Scheußlichkeit der Tat und die Rohheit ihrer
Ausführung haben auch die Abgebrühtesten zurückschrecken lassen; und seit Monaten
ist der Fall das Thema Nummer Eins in der einschlägigen Presse.
Aber jetzt endlich hat der Mann sein Schweigen gebrochen. Rechts und links, sagt er,
hätten in dem Regalfach, wie es sich gehörte und seit langem so war, Bücher und
10
Ordner mit Aufzeichnungen und Unterlagen gestanden. Die Mitte des Faches sei mit
Absicht frei geblieben, häuften sich doch die abzuheftenden Papiere mit jedem Tag.
Daß er dennoch nichts unternommen habe, als sich die Mitte langsam mit anderen
Dingen füllte, sei, sagt der Mann, entsetzlich und ihm bis heute unerklärlich.
Er beginnt dann, seine Finger zur Hilfe nehmend, mit der Aufzählung dessen, was er
15
am Montag im Regal gesehen habe. Es seien gewesen: die fast unangebrochene Tube
eines muskelentspannenden Präparates; eine Papierrose an langem, grünem Stil; die
beim Aufbau aus Versehen nicht angebrachten Abdeckteile für die Winkeleisen an
einem einfachen Kleiderschrank, dazu ein paar Schrauben und Holzdübel, die übrig
geblieben waren; ein bunt bemalter hölzerner Buchstabe, der immer wieder von der
20
Tür des Kinderzimmers gefallen war; ein kleines Weihwasserbecken aus hellblau la-
siertem Ton mit einer Weihwasserflasche aus demselben Material; ein älterer Licht-
schalter zum Wandeinbau; ein Golfball, mit dem die Kinder gespielt hatten; und, aber
da lasse ihn vielleicht die Erinnerung im Stich, ein alter, schwarzer Quast.
Eine Zeitlang herrscht Schweigen. Ruhig bittet der Richter den Mann fortzufahren.
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Er habe da also, sagt der Mann, zum werweißwievielten Male vor dem Regal gestan-
den und sich seiner Schwüre erinnert, alles an seinen Platz zu räumen; doch da er auch
diesmal wieder schon nach kurzer Überlegung, was jetzt tun, an der Aufgabe voll-
kommen verzweifelt sei, zugleich sich aus guten Gründen nicht dazu habe entscheiden
können, alles mit einem Mal wegzuwerfen, sei diese namenlose Wut über ihn gekom-
30
men; und er habe sich dann wohl gegen seine Familie gewandt. Freilich, an alles Fol-
gende könne er sich nur schemenhaft, ja teilweise trotz aller Anstrengung überhaupt
nicht erinnern.
Die Schreibweise entspricht der Textvorlage
#charakterisierung#textanalyse#schiller#kleist#büchner
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Literarische Textanalyse

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Fallgeschichten - Literarische Analysen des Verbrechens
$\blacktriangleright\;$ Zulässige Arbeitsmittel:
  • 1. Friedrich Schiller: Der Verbrecher aus verlorener Ehre
  • 2. Karl Philipp Moritz: Vorschlag zu einem Magazin einer Erfahrungs-Seelenkunde
  • 3. Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas
  • 4. Georg Büchner: Woyzeck
  • 5. Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche
  • 6. Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel
  • 7. Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum
  • 8. Ferdinand von Schirach: Verbrechen
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere Burkhard Spinnens Erzählung Gründe für ein Massaker mit Bezug zu Schillers Vorstellung von einer Fallgeschichte.
  • Vergleiche die Figur des Mannes in Burkhard Spinnens Erzählung mit der entsprechenden Figur in einer selbst gewählten Fallgeschichte (siehe Liste, aus 3.–8.).
  • Beurteile die von dir gewählte Fallgeschichte im Hinblick darauf, ob bzw. inwiefern sie für Moritz’ Projekt einer „Erfahrungs-Seelenkunde“ geeignet wäre.

Vorarbeit

Bevor du beginnst, solltest du dir noch einmal ins Gedächtnis rufen, was du im Unterricht über Schillers Vorstellung von einer Fallgeschichte gelernt hast. Notiere dir die relevantesten Punkte auf einem Schmierblatt, anhand derer du Spinnens Erzählung Gründe für ein Massaker analysieren kannst. Lies diesen Text anschließend gründlich durch, markiere dir wichtige Stellen und mache dir Notizen, inwiefern die Erzählung zu Schillers Vorstellungen passt.
Überlege dir für den nächsten Schritt, welches der genannten Werke dir für einen Vergleich der Hauptfiguren am geeignetsten erscheint. Arbeite dann noch einmal genauestens heraus, wie du den Mann in Spinnens Fallgeschichte charakterisieren kannst. Wie wirkt er auf dich? Wie beschreibt er seine Beweggründe? Was ließ ihn zum Verbrecher werden? Stelle dir diese Fragen anschließend zu der entsprechenden Figur deines gewählten Werkes und vergleiche die Ergebnisse miteinander. Wo sind die beiden Figuren sich ähnlich? In welchen Punkten unterscheiden sie sich?
Für den letzten Punkt der Frage musst du dir auf Basis deines Unterrichtswissens überlegen, was für Moritz' Projekt einer Erfahrungs-Seelenkunde wichtig ist. Welche Kriterien muss eine Fallgeschichte erfüllen, damit sie geeignet wäre? Und ist das bei deiner Wahl der Fall?

Einleitung

Überlege dir für die Einleitung einen kurzen Basissatz, in dem du das Thema der Aufgabe sowie die beiden bearbeiteten Werke samt Autor und Erscheinungsjahr nennst. Beschreibe kurz, was die beiden Werke gemeinsam haben und beziehe dich anschließend mit wenigen Worten auf Moritz' Projekt einer Erfahrungs-Seelenkunde.
Einleitung
  • Thema: Fallgeschichten - literarische Analysen des Verbrechens
  • Text: Burkhard Spinnen: Gründe für ein Massaker (1996)
  • Vergleichs-Werk z.B.: Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche (1842)
  • Beide Werke sind Fallgeschichten über zwei kriminelle Männer und die Hintergründe ihrer Taten
  • Karl Philipp Moritz möchte für sein Projekt einer Erfahrungs-Seelenkunde wahrheitsgetreue Berichte und neutrale Beobachtungen über einzelne Individuen und deren Seelenzustand und Entwicklung sammeln

Hauptteil

Im Hauptteil musst du nun im ersten Schritt Burkhard Spinnens Erzählung Gründe für ein Massaker analysieren, indem du dich auf Schillers Vorstellung zu einer Fallgeschichte beziehst. Nenne dabei nicht erst Schillers Punkte und danach die entsprechenden Punkte aus Gründe für ein Massaker, sondern verbinde diese in der Analyse direkt miteinander. Beschreibe, inwiefern Spinnens Text Schillers Vorstellungen entspricht und was ihn zu einer Fallgeschichte macht.
Im nächsten Teil deines Textes gehst du auf die Hauptfigur aus Gründe für ein Massaker ein und vergleichst diese mit der entsprechenden Figur deines gewählten Werkes. Gehe dabei am besten so vor, dass du nach einer knappen Inhaltsbeschreibung deiner Fallgeschichte eine Charaktereigenschaft von Spinnens Mann nennst und direkt analysierst, inwiefern die andere Figur genauso oder anders zu charakterisieren ist. So kannst du einen flüssigeren Text schreiben, als wenn du beide Figuren getrennt voneinander charakterisierst.
Für den letzten Part gehst du zunächst kurz auf Moritz' Projekt ein und stellst dieses vor. Im Anschluss beurteilst du die von dir gewählte Fallgeschichte anhand seiner Vorstellungen. Nenne dabei Pro- und Contra-Argumente. Ziehe dann ein Fazit, ob die Fallgeschichte geeignet wäre oder nicht.
Fallgeschichten-Analyse
$\blacktriangleright$ Schillers Vorstellung einer Fallgeschichte
  • Grundlage sind aktuelle, wahre Fälle und ihre Geschichten
  • Basis der Fallgeschichte ist empirisches Material
  • Der Dichter ist ein „Menschenmaler“, d.h. er zeichnet den Menschen samt Tugenden und Laster
  • Der Autor ist nicht Gelehrter, der bewertet, sondern Reporter und Beobachter
  • Es geht nicht um die Beschreibung der Tat oder um Spannungsaufbau; der Ausgang ist von Anfang an bekannt
  • Die Tat und ihre Voraussetzungen werden kühl und sachlich geschildert ohne Vorurteile
  • Keine moralische Verurteilung: Der Kriminelle wird als Mensch, nicht als Monster dargestellt
  • Die Geschichte soll Mitgefühl und Verständnis beim Leser wecken
  • Fallgeschichten sollen zeigen, dass ein Verbrechen ein Mangel an Orientierung ist, eine Verirrung des Menschen
  • Verbrechen als Mensch wie Du und Ich, der als Unglücklicher auf den falschen Weg geriet
$\blacktriangleright$ Analyse von Gründe für ein Massaker
  • Es liegt eine Kriminalgeschichte vor; allerdings wird nicht klar, ob sie wahr ist oder nicht
  • Von Beginn an weiß der Leser, dass der Mann seine Familie ermordet hat
  • Es geht nicht um die Darstellung der Tat an sich; diese wird nur nebenbei erwähnt (Vgl. Z. 2 u. Z. 5)
  • Hauptthema sind die Hintergründe der Tat und das Motiv, wie schon die Überschrift verrät
  • Anders als bei Schiller wird nicht die ganze Lebensgeschichte erzählt; man bekommt nur einen kleinen Eindruck davon, wie gestresst und überfordert der Mann im Alltag war
  • Der Text ist als recht neutraler, sachlicher Bericht verfasst; nur wenige Wertungen wie „Scheußlichkeit der Tat und die Rohheit ihrer Ausführung“ (Z. 5-6)
  • Der Täter wird nicht als „Mörder“, sondern wertungsfrei als „Mann“ bezeichnet
  • Der Text zeigt auf, welch banalen, alltäglichen Dinge einen Menschen wie Du und Ich zum Verbrecher werden lassen können
  • Die Lektüre weckt eine Art Mitgefühl für den verzweifelten Mann
Vergleich der Figuren
$\blacktriangleright$ Mann aus Gründe für ein Massaker
  • Soweit zu erkennen ist, ist der Mann eigentlich ein ganz normaler Familienvater
  • Er kann seine Tat selbst nicht wirklich erklären und erinnert sich kaum (Vgl. Z.1, Z. 30-31)
  • Der Mann ist offenbar leicht erregbar, wenn bloße Unordnung ihn so extrem wütend machen kann
  • Die Beschreibung der Dinge auf dem Regal lässt vermuten, dass er im Alltag extrem überfordert und gestresst war (Vgl. Z. 28, „vollkommen verzweifelt“)
  • Die Unordnung belastet ihn so, weil sie ihm deutlich macht, dass er in seiner Rolle als Familienvater „entsetzlich“ (Z. 13) gescheitert ist
  • Er ist sehr darauf bedacht, sich als Familienvater Ansehen zu verdienen und es seiner Familie recht zu machen
  • Sein Schweigen deutet auf Reue und ein schlechtes Gewissen hin
$\blacktriangleright$ Vergleich mit Friedrich Mergel aus Die Judenbuche
  • Mergel ist anfangs ein zurückgezogenes, unsicheres Kind mit „nicht unedler Natur“
    $\rightarrow$ wie Spinnens Mann nicht von Beginn an ein Verbrecher, sondern vom Umfeld geprägt
  • Während Spinnens Mann mordete, trägt Mergel „nur“ Mitschuld an Brandis Tod durch seine Mitgliedschaft bei den kriminellen Blaukitteln
  • Mergel ist hochmütig und schnell gewaltbereit
    $\rightarrow$ wie Spinnens Mann leicht erregbar
  • Während von Spinnens Mann außer dem Mord keine kriminellen Taten bekannt sind, nutzt Mergel öfters unlautere Mittel und dunkle Geschäfte
  • Mergel wurde von seinem Onkel immer wieder eingeschüchtert und getriezt
    $\rightarrow$ wie Spinnens Mann im alltäglichen Leben überfodert
  • Mergel verzweifelt, weil er einen guten Ruf im Dorf haben möchte, den er als Kind nicht hatte
    $\rightarrow$ wie Spinnens Mann ist er sehr auf sein Ansehen bedacht
  • Mergel ist trotz seiner Taten eigentlich sehr verletztlich und hat ein schlechtes Gewissen
    $\rightarrow$ wie Spinnens Mann bereut er seine Schuld
$\blacktriangleright$ Kurz angerissener Vergleich mit den anderen Werken
  • Kohlhaas: Der eigentlich unschuldige Mann greift wegen ihm geschehenem Unrecht zu Selbstjustiz; seine Rachsucht fordert unverhältnismäßig viele Tote
  • Woyzeck: Der zu Beginn ehrliche, aufopferungsvolle Mann wird nach der Demütigung als Soldat und dem Betrug seiner Liebsten schizophren und ersticht sie
  • Bahnwärter Thiel: Thiel wird vom Tod seiner Frau, der Sorge um seinen Sohn und dem Zwang zu einer erneuten Ehe beeinflusst; er wird wahnsinnig und ermordet Lene und deren Kind
  • Die verlorene Ehre der Katharina Blum: Die unbescholtene Frau wird wegen ihrer Freundschaft zu einem Straftäter öffentlich bloßgestellt und beleidigt; als daraufhin ihre Mutter stirbt, tötet sich aus Rache für ihr Leid den Reporter
  • Verbrechen: Die einzelnen Figuren werden durch ihr Umfeld geprägt und zu Verbrechern, wie der Mann, der nach vielen Jahren in einer Ehehölle seiner Frau ermordet
  • $\rightarrow$ Alle Figuren sind nicht von Grund auf böse und werden erst von ihrem Umfeld auf tragische Art und Weise in diese Richtung geprägt
Beurteilung in Bezug auf Moritz' Erfahrungs-Seelenkunde
$\blacktriangleright$ Moritz' Projekt einer Erfahrungs-Seelenkunde
  • Moritz hält es für wichtig, sich mit den seelischen Hintergründen des menschlichen Verhaltens auseinanderzusetzen
  • Er fordert, dass so viele Ärzte, Lehrer und Gelehrte wie möglich, einzelne Individuen beobachten
  • Er will die Lebensgeschichten von Verbrechern, Selbstmördern, plötzlich verarmter Menschen oder Emporkömmlingen sammeln
  • Die Beobachtungen sollen aus der wahren Welt stammen, wirkliche Fakten beinhalten ohne eigene Reflexion der Beobachter
  • Es soll hinter die Fassade geblickt werden, die die Menschen sich von Kindheit an eingeprägt haben
  • Was bringt die Menschen zu gewissen Taten? Warum entwickeln sie sich so, wie sie es tun? Warum geben sie sich Fehlern wie Zorn, Hochmut oder Eitelkeit hin? Wie hätte man diese Entwicklung stoppen können?
  • Bei all diesen Fragen soll der Mensch nicht einfach als böse abgetan werden, sondern als Individuum, das gut ist und durch bestimmte Einflüsse geprägt wurde
$\blacktriangleright$ Die Judenbuche als Erfahrungs-Seelenkunde
  • Die Geschichte beruht auf einem echten Kriminalfall, stammt also wie gefordert aus der wahren Welt
  • Die Lebensgeschichte von Friedrich Mergel wird erzählt, seine Entwicklung von Kindheit an ist also nachvollziehbar
  • Sein Verhalten und seine Taten werden neutral geschildert, Droste-Hülshoff stellt keine eigene Reflexion an
  • Mergel wird nicht als rein böser Mensch gezeichnet, sondern auch von seiner guten Seite
  • Droste-Hülshoff erlaubt einen Blick hinter die Fassade Mergels, enthüllt sein wahres Ich, seine wahre soziale Herkunft und seine innere Motivation

Fazit: Die Judenbuche wäre durchaus gut geeignet für Moritz' Projekt einer Erfahrungs-Seelenkunde, da Droste-Hülshoff eine detaillierte Beobachtung der Entwicklung Mergels liefert und dabei neutral hinterfragt hat, was ihn zu der Person gemacht hat, die er am Ende war. Einziger Punkt, der Moritz' Forderungen nicht ganz entspricht, ist die Tatsache, dass Mergels Leben nicht komplett beobachtet wurde, da er in der Geschichte 28 Jahre lang verschwunden war. Die wichtigste, prägendste Zeit der Kindheit und das Ergebnis daraus sind ausführlich behandelt.

Schluss

In deinem Schlussteil solltest du nun noch einmal kurz deine Ergebnisse zusammenfassen und ein kurzes Fazit ziehen. Außerdem kannst du zum Thema Fallgeschichten noch deine eigene Meinung nennen und aufzeigen, warum das Thema bis heute relevant ist.
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