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Aufgabe 1

Aufgaben
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Vom Umgang mit der Wahrheit

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“
Heinrich von Kleist (1777-1811): Der zerbrochne Krug
Sophokles (498 v. Chr.- 406 v. Chr.): König Ödipus
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Fasse den Text von Ortrud Gutjahr zusammen.
#zusammenfassen#sekundärtext
2.
Erläutere - ausgehend von deinen Ergebnissen aus der Bearbeitung von 1. - die Strategien, die Adam anwendet, um der Entlarvung als Täter zu entgehen. Beziehe dich dabei auf ausgewählte Passagen aus dem Drama.
#drama#erläutern
3.
Vergleiche Adams Strategien, die Wahrheit zu verweigern, mit Ödipus' Vorgehen, die Wahrheit aufzudecken.
#vergleichen#ödipus#sophokles

Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“

$\,$
[…] In Kleists Lustspiel externalisiert1 Dorfrichter Adam geradezu seinen
Gewissenskonflikt, indem er in schelmisch-possenhafter Manier alle anklagenden,
hinterfragenden, mahnenden, ihn bedrängenden Stimmen mit spitzfindigen
Sprachscharmützeln2 abwehrt, als könnten sie so nicht in ihn eindringen und gingen ihn
5
nichts an. Auf diese Weise wird aber auch hier im dialogischen Austausch und
szenischen Zusammenspiel der Figuren ereignishaft jenes „innere Gericht“ inszeniert,
dem sich der Dorfrichter Adam ausgesetzt sieht und das er - repräsentiert durch sein
Verhalten in der Gerichtsstube - nicht anerkennen will. Somit ereignet sich die
Anagnorisis3 in Kleists Der zerbrochne Krug für den Protagonisten nicht jäh, sondern
10
in einem vorwärtstreibenden, mit Sprachwitz hinausgeschobenen Prozess der
Erkenntnis, der zu einem anderen Wissen als dem über Indizien erschließbaren führt.

1externalisieren: nach außen verlagern
2Sprachscharmützel: Streiterei, Wortgefecht
3Anagnorisis: Wiedererkennen, Erkennen der wahren Identität einer Person im Drama
Aus: Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens:
Heinrich von Kleists: „Der zerbrochne Krug“.
In: Wissensfiguren im Werk Heinrich von Kleists
Freiburg im Breisgau, 2012, S.37.
#sekundärtext#kleist#derzerbrochnekrug
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Thema:
Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“
Heinrich von Kleist (1777-1811): Der zerbrochne Krug
Sophokles (498 v. Chr.- 406 v. Chr.): König Ödipus
Erste Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Fasse den Text zusammen.
Der Operator „Zusammenfassen“ verlangt von dir, die wesentlichen Aussagen des Textes komprimiert und strukturiert wiederzugeben. Überlege dir also, welches die Hauptaussagen der Autorin sind, und versuche, sie logisch anzuordnen und in deinen eigenen Worten aufzulisten.
Zweite Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Erläutere die Strategien, die Adam anwendet, um der Entlarvung als Täter zu entgehen.
Erläutern bedeutet, dass du etwas nachvollziehbar und verständlich veranschaulichen sollst. Überlege dir, welche Strategien Adam anwendet und finde passende Beispiele dazu. Die Beispiele helfen dir bei der Veranschaulichung. Gliedere dir die von Adam angewandten Strategien auf. Wie verhält er sich allgemein in der Gerichtsverhandlung? Wie verhält er sich den einzelnen Personen gegenüber? Lege verschiedene Punkte fest, an denen du sein Verhalten überprüfen kannst. So stellst du sicher, möglichst alle geforderten Punkte abzuarbeiten.
Überlege dir ein sinnvolle Überleitung von Teilaufgabe eins zu Teilaufgabe zwei, um einen unschönen Bruch in deinem Text zu vermeiden.
Dritte Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Vergleiche Adams Strategien, die Wahrheit zu verweigern, mit Ödipus' Vorgehen, die Wahrheit aufzudecken.
Vergleichen bedeutet, dass du unter bestimmten Gesichtspunkten - die du dir in diesem Fall selbst wählen kannst - Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede ermittelst. Überlege dir dafür erst einmal genau, wie Ödipus vorgeht, um die Wahrheit aufzudecken. Gliedere dir dieses Vorgehen wieder in einzelne Punkte auf, die du dann abarbeitest. Mit Adam vergleichen kannst du diese Punkte entweder direkt nachdem du einen davon aufgelistet hast oder ganz am Ende. Empfehlenswert wäre allerdings, sie im direkten Zusammenhang zu vergleichen und am Ende ein abschließendes Fazit zu ziehen.
Überlege dir eine sinnvolle Überleitung von Teilaufgabe zwei zu Teilaufgabe drei. Am Ende der Teilaufgabe, solltest du einen „runden“ Schluss finden, der das Wesentliche noch einmal auf den Punkt bringt und ein eindeutiges Fazit enthält. Finde also passende abschließende Schlusssätze.
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Vom Umgang mit der Wahrheit

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Ortrud Gutjahr: Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“
Heinrich von Kleist (1777-1811): Der zerbrochne Krug
Sophokles (498 v. Chr.- 406 v. Chr.): König Ödipus
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Fasse den Text von Ortrud Gutjahr zusammen.
Tipp
In der ersten Teilaufgabe sollst du den vorgegebenen Text zusammenfassen. Der Operator „Zusammenfassen“ verlangt von dir, die wesentlichen Aussagen des Textes komprimiert und strukturiert wiederzugeben. Überlege dir also, welches die Hauptaussagen der Autorin sind, und versuche, sie logisch anzuordnen und in deinen eigenen Worten aufzulisten.
Tipp
In der ersten Teilaufgabe sollst du den vorgegebenen Text zusammenfassen. Der Operator „Zusammenfassen“ verlangt von dir, die wesentlichen Aussagen des Textes komprimiert und strukturiert wiederzugeben. Überlege dir also, welches die Hauptaussagen der Autorin sind, und versuche, sie logisch anzuordnen und in deinen eigenen Worten aufzulisten.
Ortrud Gutjahrs Studie „Komödie des (Ge)Wissens: Heinrich von Kleists ‚Der zerbrochene Krug‘“ erschien 2012 im Buch „Wissensfiguren im Werk Heinrich von Kleists“. Im vorliegenden Textauszug thematisiert sie den Gewissenskonflikt des Dorfrichters Adam und dessen Auswirkungen auf sein Verhalten während der Gerichtsverhandlung.
erste Teilaufgabe
Einleitung
Laut Gutjahr „externalisiert“ (Z.1) Dorfrichter Adam seinen Gewissenskonflikt, indem er alle Stimmen, die ihm gefährlich werden können, durch intelligente Rhetorik abzuwehren versucht. Er verhalte sich, als ob ihn diese Vorwürfe nichts angehen und ihn auch innerlich nicht belasten würden.
Durch die Rhetorik, die im Zusammenspiel mit den anderen handelnden Personen entsteht, werde das „innere Gericht“ (Z. 6) inszeniert, dem sich Adam ungewollt ausgesetzt sieht und den er eigentlich zu unterdrücken versucht.
Die Anagnorisis ereigne sich somit nicht plötzlich, sondern in einem „hinausgeschobenen Prozess der Erkenntnis“ (Z.10), der in einem anderen Wissen münde, als dem, dass sich alleinig über Indizien erschließen lasse.
Zusammenfassung Ortrud Gutjahr
#zusammenfassen
2.
Erläutere - ausgehend von deinen Ergebnissen aus der Bearbeitung von 1. - die Strategien, die Adam anwendet, um der Entlarvung als Täter zu entgehen. Beziehe dich dabei auf ausgewählte Passagen aus dem Drama.
Tipp
In der zweiten Teilaufgabe sollst du die Strategie erläutern, die Adam anwendet, um der Entlarvung als Täter zu entgehen. Erläutern bedeutet, dass du etwas nachvollziehbar und verständlich veranschaulichen sollst. Überlege dir, welche Strategien Adam anwendet und finde passende Beispiele dazu. Die Beispiele helfen dir bei der Veranschaulichung. Gliedere dir die von Adam angewandten Strategien auf. Wie verhält er sich allgemein in der Gerichtsverhandlung? Wie verhält er sich den einzelnen Personen gegenüber? Lege verschiedene Punkte fest, an denen du sein Verhalten überprüfen kannst. So stellst du sicher, möglichst alle geforderten Punkte abzuarbeiten.
Überlege dir ein sinnvolle Überleitung von Teilaufgabe eins zu Teilaufgabe zwei, um einen unschönen Bruch in deinem Text zu vermeiden.
Tipp
In der zweiten Teilaufgabe sollst du die Strategie erläutern, die Adam anwendet, um der Entlarvung als Täter zu entgehen. Erläutern bedeutet, dass du etwas nachvollziehbar und verständlich veranschaulichen sollst. Überlege dir, welche Strategien Adam anwendet und finde passende Beispiele dazu. Die Beispiele helfen dir bei der Veranschaulichung. Gliedere dir die von Adam angewandten Strategien auf. Wie verhält er sich allgemein in der Gerichtsverhandlung? Wie verhält er sich den einzelnen Personen gegenüber? Lege verschiedene Punkte fest, an denen du sein Verhalten überprüfen kannst. So stellst du sicher, möglichst alle geforderten Punkte abzuarbeiten.
Überlege dir ein sinnvolle Überleitung von Teilaufgabe eins zu Teilaufgabe zwei, um einen unschönen Bruch in deinem Text zu vermeiden.
In der gesamten Gerichtsverhandlung sind die Strategien, die Adam anwendet, um der Enlarvung als Täter zu entgehen, so offensichtlich, dass man sich als Leser fragt, wie wohl die Anwesenden, insbesondere Gerichtsrat Walter, dies nicht bemerken können. Er verheddert sich selbst in einem dicken Lügengeficht, das irgendwann so undurchsichtig wird, dass er es selbst nicht mehr durchschaut. Nachdem er sich schon einige Zeit um Kopf und Kragen geredet hat, fällt endlich auch den anderen Anwesenden auf, dass seine Geschichte Lücken und logische Fehler enthält.
zweite Teilaufgabe
Die auffälligste Strategie, die er anwendet, ist die des Lügens. Dies beginnt bereits bei der Frage nach seinen Verletzungen - er behauptet, er habe sich am Ofen verletzt, obwohl sie in Wirklichkeit den zwei Schlägen Ruprechts mit der Türklinke verschuldet sind (vgl. Z. 1543). Darüber hinaus lügt er, was den Verbleib seiner Perücke angeht. Hier macht er jedoch seinen ersten Fehler: Gerichtsschreiber Licht erzählt er, seine Katze habe darauf Jungen gekriegt, weshalb er sie nicht tragen könne (vgl. Z. 242-244).
Dem Gerichtsrat Walter allerdings tischt er auf, dass die Perücke aufgrund einer Unvorsichtigkeit seinerseits in Flammen aufgegangen sei (vgl. Z. 1489-1493). Am Ende, kurz vor seiner Überführung durch ebendiese Perücke, behauptet er, Ruprecht habe sie in die Werkstatt bringen sollen, sie aber einbehalten und nun dort platziert, um ihn zu belasten (vgl. Z. 1656-1664).
Diese Geschichten sind von ihm so überspitzt dargestellt, dass die Leute sich damit täuschen lassen - wer würde so etwas denn auch erfinden?
Lügen
Zudem widerspricht Adam sich andauernd selbst. Er hält befangen Gericht, lässt Leute nach Lust und Laune reden, andere aber eben nicht, und hofft so, dass die Wahrheit nicht herauskommt. Zuerst weigert er sich sogar, Eve überhaupt als Zeugin anzuhören, obwohl beziehungsweise weil sie die einzige Person ist, die Licht ins Dunkel bringen könnte, denn sie war ja die einzige, die dabei war, als der Krug ihrer Mutter zu Bruch ging. Als Grund dafür lässt er das fadenscheinige Argument verlauten, dass sie als Tochter der Klägerin keine unbeeinflusste Aussage zustande bringen würde (vgl Z. 1055f.).
Seine Sprache lässt darauf schließen, dass er enorm nervös ist und sich immer weiter in die Ecke gedrängt fühlt. Er schafft es in manchen Passagen kaum, sich richtig auszudrücken, druckst herum und füllt seine Aussagen mit Füllwörtern, also überflüssigen Floskeln.
Sich selbst Widersprechen
Darüber hinaus versucht er auf eine unverschämte und geradezu beleidigende Weise die Menschen um ihn herum zu beeinflussen, damit sie ihn nicht verraten.
Beeinflussen
Einerseits geht er behutsam mit Eve um, will sie sogar aus der Verhandlung entlassen, da er angeblich ein guter Freund ihres Vaters gewesen sei (vgl. Z.1246). Andererseits erpresst er sie mit dem angeblichen Militärdienst, den ihr Verlobter Ruprecht - laut Adam - in Indien absitzen müsse. In diesem Punkt schüchtert er sie massiv ein, möchte sie ihren Verlobten doch schützen und kann deshalb nicht gegen den Richter aussagen.
Als er merkt, dass Eve kurz davor ist, die Karten auf den Tisch zu legen und mit der Wahrheit herauszurücken, versucht er, sie unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Da sie am vorherigen Abend ihre Mutter angelogen habe - zu diesem Zeitpunkt behauptete sie noch, dass Ruprecht der Schuldige gewesen sei - sei, was sie jetzt sage, sowieso nicht die Wahrheit.
Dem Gerichtsrat Walter schmeichelt Adam. Er redet ihn immer zu förmlich und höflich an und hofft ihn so auf seine Seite ziehen zu können, ihn von jedem noch so kleinen Verdacht gegen ihn abzulenken („[…] wenn euer Gnaden erlauben.“, Z. 1873f). Außerdem versucht er, ihn mit Essen zufriedenzustellen und ihm zu imponieren. Mit der Aussicht auf etwas Gutes zu essen, versucht er Walter nämlich abzulenken, während dieser ihn nach der Herkunft seiner Wunden fragt. Mit Wein versucht er, ihn gefügig zu machen, er füllt ihm - trotz wiederholter Aussage, dass er nichts mehr möchte - weitere Gläser nach (vgl. Z. 1522f.).
Gerichtsrat Walter
Die Mutter von Eve, Frau Marthe, versucht der Protagonist zu verwirren, indem er sie am Anfang ganz förmlich um ihre Formalien bittet, obwohl er sie persönlich kennt und alle Angaben von sich aus wüsste (vgl. Z. 577f.). Mit dieser Taktik möchte er erreichen, dass selbst die Klägerin keine klaren Gedanken mehr fassen kann und so wiederum ein besseres Los für sich selbst herauszupressen.
Frau Marthe
Gegenüber Ruprecht, Eve's Verlobten, der von ihrer Mutter als Täter verdächtigt wird, verhält Adam sich enorm autoritär. Bisweilen wagt er es sogar, ihn zu beleidigen und bedient sich ihm gegenüber einer solchen Sprache, die selbst ihm als Höhergestellten in der Gesellschaft auf keinen Fall zustände. Er unterbricht Ruprecht und spickt seine Aussagen mit hämischen Kommentaren („O wart, Halunke!“Z. 1349).
Ruprecht
Dem Gerichtsschreiber Licht gegenüber verhält er sich ebenfalls unangemessen, immer wieder fordert er ihn auf, das Gesagte mitzuschreiben, obwohl das ja genau dessen Aufgabe ist, die er pflichtgemäß und besser erfüllt als Adam die seine als Richter.
Gerichtsschreiber Licht
Obwohl der Protagonist all diese genannten Strategien anwendet, wird er am Ende doch entlarvt. Dies liegt daran, dass er innerlich selbst über sich urteilt und sich auch selbst immer mehr eingestehen muss, dass er Schuld auf sich geladen hat. Diese Anagnorisis geschieht fortlaufend über den ganzen Prozess und kann daran erkannt werden, dass seine Lügen immer unglaubwürdiger werden und auch seine Rhetorik unter seiner gesteigerten Nervosität zu leiden hat.
#beleg#argument#argumentationsstruktur
3.
Vergleiche Adams Strategien, die Wahrheit zu verweigern, mit Ödipus' Vorgehen, die Wahrheit aufzudecken.
Tipp
In der dritten Teilaufgabe sollst du Adams Strategien, die Wahrheit zu verweigern, mit Ödipus' Vorgehen, die Wahrheit aufzudecken, vergleichen. Vergleichen bedeutet, dass du unter bestimmten Gesichtspunkten - die du dir in diesem Fall selbst wählen kannst - Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede ermittelst. Überlege dir dafür erst einmal genau, wie Ödipus vorgeht, um die Wahrheit aufzudecken. Gliedere dir dieses Vorgehen wieder in einzelne Punkte auf, die du dann abarbeitest. Mit Adam vergleichen kannst du diese Punkte entweder direkt nachdem du einen davon aufgelistet hast oder ganz am Ende. Empfehlenswert wäre allerdings, sie im direkten Zusammenhang zu vergleichen und am Ende ein abschließendes Fazit zu ziehen.
Überlege dir eine sinnvolle Überleitung von Teilaufgabe zwei zu Teilaufgabe drei. Am Ende der Teilaufgabe, solltest du einen „runden“ Schluss finden, der das Wesentliche noch einmal auf den Punkt bringt und ein eindeutiges Fazit enthält. Finde also passende abschließende Schlusssätze.
Tipp
In der dritten Teilaufgabe sollst du Adams Strategien, die Wahrheit zu verweigern, mit Ödipus' Vorgehen, die Wahrheit aufzudecken, vergleichen. Vergleichen bedeutet, dass du unter bestimmten Gesichtspunkten - die du dir in diesem Fall selbst wählen kannst - Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede ermittelst. Überlege dir dafür erst einmal genau, wie Ödipus vorgeht, um die Wahrheit aufzudecken. Gliedere dir dieses Vorgehen wieder in einzelne Punkte auf, die du dann abarbeitest. Mit Adam vergleichen kannst du diese Punkte entweder direkt nachdem du einen davon aufgelistet hast oder ganz am Ende. Empfehlenswert wäre allerdings, sie im direkten Zusammenhang zu vergleichen und am Ende ein abschließendes Fazit zu ziehen.
Überlege dir eine sinnvolle Überleitung von Teilaufgabe zwei zu Teilaufgabe drei. Am Ende der Teilaufgabe, solltest du einen „runden“ Schluss finden, der das Wesentliche noch einmal auf den Punkt bringt und ein eindeutiges Fazit enthält. Finde also passende abschließende Schlusssätze.
Im Drama „König Ödipus“ von Sophokles verhält sich Ödipus im Umgang mit der Wahrheit genau spiegelbildlich zu Richter Adam aus „Der zerbrochne Krug“. Zwar ist er genau wie Adam ein Richter, der sich schlussendlich selbst richten muss, doch weiß er ja selbst nichts von seiner Schuld, er ist der Schuldlos-Schuldige. Da er die Wahrheit nicht kennt, versucht er, sie um jeden Preis aufzudecken und nicht, sie zu verschleiern, wie Adam es tut.
dritte Teilaufgabe
Bei Ödipus gibt es verschiedene Stufen zur Wahrheitsfindung. Am Anfang, als der Seher Teiresias behauptet, Ödipus sei der Mörder des alten Königs Laios, glaubt er ihm nicht, weil ihm diese Möglichkeit abwegig erscheint. Er hat Laios nie kennengelernt, dieser war ja schon tot, als Ödipus ins Land kam und König wurde und sieht deshalb keinen Zusammenhang zwischen der Tat, die er begangen hat, und dem Mord am König. Aus Unwissenheit bezichtigt er den Seher des Lügens. Seiner Meinung nach ist dessen Aussage von Kreon, seinem Schwager, ausgegangen, der angeblich versucht, ihn zu stürzen, um selber an die Macht zu kommen.
Hauptteil
1. Stufe:
Leugnung
Als seine Frau Iokaste ihm erzählt, wie der Überfall auf Laios genau ausgesehen habe, bekommt Ödipus die ersten Zweifel. Er erinnert sich an seine Tat, als er in einen Konflikt mit einem Herold verwickelt wurde, diesen erschlug und später auch den Herrn des Wagens und seine Knechte. Er sieht die ersten Zusammenhänge zwischen diesem Vorfall und dem Mord an Laios. Da ein Knecht jedoch entkommen konnte und behauptete, eine Gruppe habe sie überfallen, bestärkt Iokaste Ödipus in dem Glauben, dass er Laios auf keinen Fall ermordet haben könne.
Doch Ödipus ist so verunsichert, dass er trotz Widerspruchs Iokastes, den Knecht vorladen und die Wahrheit aus seinem Mund hören will. Dies zeigt, wie erpicht Ödipus darauf ist, die Wahrheit zu erfahren, und dass er alles dafür tut, den Fall aufzudecken. Im Gegensatz zu Adam, der Zeugen nicht aussprechen lässt, schickt Ödipus extra nach dem Hirten, um ihn sprechen zu hören.
2. Stufe:
Zweifel
Als der Bote auftritt und Ödipus vom Tod seine Vaters Polybos berichtet, erfährt Ödipus fast durch Zufall von ihm, dass dieser gar nicht sein leiblicher Vater war und auch seine Mutter nicht seine leibliche Mutter ist. Der Bote selbst habe Ödipus dem Königspaar gebracht, nachdem er ihn von einem Hirten erhalten habe. Dieser Hirte ist derselbe Mann, wie der Knecht, der bei dem Überfall auf den alten König Laios entkommen konnte und den Ödipus sowieso schon sprechen lassen wollte. Er ist sichtlich skeptisch und möchte um jeden Preis die Wahrheit über seine Identität aufklären.
Im Gegensatz zu Adam lässt er die Menschen um ihn herum ausreden und schenkt ihnen Glauben auch wenn deren Geschichten in seinen Ohren unglaubwürdig klingen müssen. Den Versuch, die Wahrheit zu verschleiern übernimmt in „König Ödipus“ Ödipus' Frau Iokaste, die Ödipus dazu anhält, nicht weiternachzuforschen: Er solle niemals erfahren, wer er sei (vgl. Z.).
3. Stufe:
unbedingter Willen zur Wahrheit
Als besagter Hirte endlich auftaucht, versucht Ödipus die Wahrheit aus ihm herauszubekommen. Als dieser nicht offen sprechen will, zwingt er ihn dazu, indem er ihm die Folter androht. Dies beweist seinen unbedingten Willen zur Wahrheit, der im direkten Kontrast zu Adam's erfinderischen Lügen steht. Ödipus treibt es also so weit, dass er einem alten Mann sogar foltern würde, „nur“ um die Wahrheit über seine Herkunft und sich selbst herauszufinden.
4. Stufe:
Erkenntnis
Zusammenfassend ist zu sagen, dass Ödipus Umgang mit der Wahrheit im größtmöglichen Kontrast zu Adams Umgang mit derselben steht. Wo Ödipus um jeden Preis versucht, sie aufzudecken, versucht Adam, sie zu verschleiern. Das Tragische an König Ödipus ist, dass er sich mit seiner Wahrheitsliebe selber unwissentlich ins Verderben stürzt. Er sieht sich selber als unwürdig zu leben an, bittet getötet oder wenigstens des Landes verwiesen zu werden, und sticht sich selbst in die Augen, damit er seine Eltern in der Unterwelt nicht erblicken muss.
Adam weiß bereits von Anfang an, dass er der Schuldige ist und versucht deshalb, die Wahrheit vor seinen Mitmenschen zu verschweigen. Man könnte sich jedoch anmaßen zu sagen, dass Adam „schuldiger“ ist als Ödipus, da dieser seine Schuld unwissentlich auf sich lud, auch wenn diese weitaus größer ist als die Adams.
#these#derzerbrochnekrug#argument#ödipus#beleg
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