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Aufgabe 4

Aufgaben
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Franz Kafka: Die Verwandlung

#dieverwandlung#kafka
4
Interpretiere die vorliegende Schlussszene von Kafkas Verwandlung unter der Fragestellung, ob es sich um ein Happy End handelt.
(AB III, ___ / 25 P.)
#interpretieren

Text aus: Franz Kafka, Die Verwandlung

$\,$
Sie beschlossen, den heutigen Tag zum Ausruhen und Spazierengehen zu verwenden;
sie hatten diese Arbeitsunterbrechung nicht nur verdient, sie brauchten sie sogar
unbedingt. Und so setzten sie sich zum Tisch und schrieben drei Entschuldigungs-
briefe, Herr Samsa an seine Direktion, Frau Samsa an ihren Auftraggeber, und Grete
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an ihren Prinzipal. Während des Schreibens kam die Bedienerin herein, um zu sagen,
dass sie fortgehe, denn ihre Morgenarbeit war beendet. Die drei Schreibenden nickten
zuerst bloß, ohne aufzuschauen, erst als die Bedienerin sich immer noch nicht
entfernen wollte, sah man ärgerlich auf. „Nun?“, fragte Herr Samsa. Die Bedienerin
stand lächelnd in der Tür, als habe sie der Familie ein großes Glück zu melden, werde
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es aber nur dann tun, wenn sie gründlich ausgefragt werde. Die fast aufrechte kleine
Straußfeder auf ihrem Hut, über die sich Herr Samsa schon während ihrer ganzen
Dienstzeit ärgerte, schwankte leicht nach allen Richtungen. „Also was wollen Sie
eigentlich?“, fragte Frau Samsa, vor welcher die Bedienerin noch am meisten Respekt
hatte. „Ja“, antwortete die Bedienerin und konnte vor freundlichem Lachen nicht
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gleich weiter reden, „also darüber, wie das Zeug von nebenan weggeschafft werden
soll, müssen Sie sich keine Sorge machen. Es ist schon in Ordnung.“ Frau Samsa und
Grete beugten sich zu ihren Briefen nieder, als wollten sie weiterschreiben; Herr
Samsa, welcher merkte, dass die Bedienerin nun alles ausführlich zu beschreiben
anfangen wollte, wehrte dies mit ausgestreckter Hand entschieden ab. Da sie aber
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nicht erzählen durfte, erinnerte sie sich an die große Eile, die sie hatte, rief offenbar
beleidigt: „Adjes allseits“, drehte sich wild um und verließ unter fürchterlichem
Türezuschlagen die Wohnung.
„Abends wird sie entlassen“, sagte Herr Samsa, bekam aber weder von seiner Frau,
noch von seiner Tochter eine Antwort, denn die Bedienerin schien ihre kaum
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gewonnene Ruhe wieder gestört zu haben. Sie erhoben sich, gingen zum Fenster und
blieben dort, sich umschlungen haltend. Herr Samsa drehte sich in seinem Sessel nach
ihnen um und beobachtete sie still ein Weilchen. Dann rief er: „Also kommt doch her.
Lasst schon endlich die alten Sachen. Und nehmt auch ein wenig Rücksicht auf mich.“
Gleich folgten ihm die Frauen, eilten zu ihm, liebkosten ihn und beendeten rasch ihre
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Briefe.
Dann verließen alle drei gemeinschaftlich die Wohnung, was sie schon seit Monaten
nicht getan hatten, und fuhren mit der Elektrischen ins Freie vor die Stadt. Der Wagen,
in dem sie allein saßen, war ganz von warmer Sonne durchschienen. Sie besprachen,
bequem auf ihren Sitzen zurückgelehnt, die Aussichten für die Zukunft, und es fand
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sich, dass diese bei näherer Betrachtung durchaus nicht schlecht waren, denn aller drei
Anstellungen waren, worüber sie einander eigentlich noch gar nicht ausgefragt hatten,
überaus günstig und besonders für später vielversprechend. Die größte augenblickliche
Besserung der Lage musste sich natürlich leicht durch einen Wohnungswechsel
ergeben; sie wollten nun eine kleinere und billigere, aber besser gelegene und über-
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haupt praktischere Wohnung nehmen, als es die jetzige, noch von Gregor ausgesuchte
war. Während sie sich so unterhielten, fiel es Herrn und Frau Samsa im Anblick ihrer
immer lebhafter werdenden Tochter fast gleichzeitig ein, wie sie in der letzten Zeit
trotz aller Plage, die ihre Wangen bleich gemacht hatte, zu einem schönen und
üppigen Mädchen aufgeblüht war. Stiller werdend und fast unbewusst durch Blicke
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sich verständigend, dachten sie daran, dass es nun Zeit sein werde, auch einen braven
Mann für sie zu suchen. Und es war ihnen wie eine Bestätigung ihrer neuen Träume
und guten Absichten, als am Ziele ihrer Fahrt die Tochter als Erste sich erhob und
ihren jungen Körper dehnte.
Franz Kafka, Die Verwandlung.
Hg. von Ralf Kellermann. Stuttgart 2013, S. 62–63.
Die Rechtschreibung folgt der Textquelle.
#erzählung#kafka#dieverwandlung
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Franz Kafka: Die Verwandlung

#kafka
4
Interpretiere die vorliegende Schlussszene von Kafkas Verwandlung unter der Fragestellung, ob es sich um ein Happy End handelt.
(AB III, ___ / 25 P.)
Die Schlussszene von Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ beginnt mit dem Zusammensitzen der Eltern und Grete in der gemeinsamen Wohnung nach dem Tod des Bruders. Sie sind erleichtert und wollen sich ausruhen und in die Natur fahren. Ob es sich bei diesem Schluss um ein Happy End handelt, wird im Folgenden betrachtet.
Einleitung
Die Ausgangssituation gibt den Tagesplan der Familie wieder. Sie haben sich eine „Arbeitsunterbrechung nicht nur verdient, sie brauchten sie sogar unbedingt“ (Z. 2f.). Hierdurch wird gleich zu Beginn deutlich, dass die Pflege bzw. die bloße Existenz von Gregor eine Belastung war, die mit Arbeit gleichzusetzen ist.
Das Verfassen von Entschuldigungsbriefen zeigt, dass alle Beteiligten die Situation mit Gregor belastend und peinlich fanden. Es ist also nicht so, dass sie zu ihrem Sohn bzw. Bruder standen und ihn als Teil der Familie vor der Gesellschaft schützten. Eher im Gegenteil ist das Ansehen durch die Gesellschaft mehr wert als die Familie.
Das Familienverhältnis ist aber nicht nur hinsichtlich Gregor gestört. Auch innerhalb der verbliebenen Familienmitglieder ist das Verhältnis ungleich. Beispielsweise hat die Bedienerin „noch am meisten Respekt“ (Z. 13) vor Frau Samsan, obwohl der Vater als Patriarch diese Respektperson sein sollte. Sein Auftreten ist demnach nicht seiner Wunschrolle in der Familie entsprechend. Als dieser darauf bekannt gibt, dass die Bedienerin am Abend entlassen werde (vgl. Z. 23), ignorieren sowohl seine Frau als auch seine Tochter diese Aussage.
Dass Mutter und Tochter ein innigeres Verhältnis haben wird auch bekannt, als sie „sich umschlungen haltend“ (Z. 26) am Fenster stehen. Distanziert vom Vater. Diese alte Struktur will der Vater nicht mehr und die Frauen „eilten zu ihm“ (Z. 29). Dieser neue Familienzusammenhalt wird also vom Vater sozusagen befohlen und geschieht unter Verdrängung Gregors. Ein künstlich erzeugtes Happy End, das keine Aufarbeitung der Vergangenheit mit sich bringt.
Verbildlich wird dieser Neuanfang der Familie durch die Reise ins Freie und die Situierung dessen in der „von warmer Sonne durchschienen[en]“ (Z. 33) Bahn. Außerdem wird die neue Situation durch einen geplanten Wohnungswechsel verdeutlicht. Das Problem an der alten Wohnung scheint nicht bloß der Preis und die Größe zu sein, sondern auch, dass sie „noch von Gregor ausgesucht war“ (Z. 40). Die Familie versucht den eigenen Zusammenhalt und die gemeinsame Zukunft dadurch zu definieren, dass sie Gregor aktiv verdrängen. Dies ist kein Happy End im klassischen Sinne und wirkt konstruiert. Zwar ist das Freiheitsgefühl, dadurch, dass die Belastung durch Gregor wegfällt, nachvollziehbar, doch ist das kein Familienverständnis unserer Zeit.
Umgekehrt zu Gregor, bei dem alles kritisch gesehen wurde und der dem Druck der Erziehung ausgesetzt gewesen war, sehen die Eltern in ihrer Tochter nun ein Ideal (vgl. Z. 43-46). Ihre Schönheit wird zum neuen Aushängeschild der Familie und erneut kommt es auf die Außendarstellung in der Gesellschaft und nicht auf den tatsächlichen Zusammenhalt an.
Hauptteil
Der Schluss der Erzählung ist nach dieser Interpretation nicht als Happy End zu verstehen. Es ist aber nicht der Tod Gregors, der gegen ein Happy End spricht. Vielmehr geht es darum, dass die Familie sich selbst ein glückliches Ende ausmalt, statt das Fehlverhalten zu reflektieren. Der Vater bleibt in seiner Rolle als Patriarch, die Tochter rückt bedingungslos in den Fokus der Erziehung und wird idealisiert und immernoch ist die Sicht der Gesellschaft auf die Familie wichtiger, als der interne Zusammenhalt. Ob sich durch die neue Chance etwas in der Denkweise ändern wird, bleibt offen.
Schluss
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