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Teil 1: Lesen

Aufgaben
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Material 2
Anja Reumschüssel
Auf der Jagd nach dem Optimum
$\;$
Sie zählen jeden Schritt, jeden Herzschlag und jede Kalorie: Mithilfe von Apps und anderen technischen Hilfsmitteln versuchen immer mehr Menschen, Facetten[1] ihres Daseins in Zahlen zu fassen. Auf diese Weise, so glauben sie, sind Probleme leichter zu lösen, können sie gesünder leben und effektiver arbeiten. Der Drang zur bedingungslosen Vermessung und Veränderung des eigenen Selbst gilt Forschern als
5
Symptom eines tief greifenden Wandels der Gesellschaft.
Arne Tensfeldt vermisst sein Leben. Der 33-jährige Hamburger weiß genau: Am 7. November 2006 hat er 87,3 Kilogramm gewogen, 769 Kilokalorien hat er am 20. Dezember 2009 beim Abendessen verzehrt, 1272 Emails lagen im Mai 2014 in seinem Posteingang.
Seit acht Jahren protokolliert Tensfeldt jeweils auf ein bestimmtes persönliches Projekt hin ausgerichtet, wie
10
viel Sport er treibt, wie effektiv er arbeitet, wie sich sein Gewicht verändert, sein Puls, sein Schlaf, sein Appetit.
„Meine Tabellen sind die Stellschrauben meines Lebens“, erklärt er. Sie helfen ihm, sich ständig zu verbessern. Zehn Kilogramm hat er innerhalb von sechs Monaten abgenommen, indem er seinen Energieverbrauch überwachte. Und mit einem präzise dokumentierten Trainingsplan bewältigte er im
15
Oktober 2010 nach zehn Wochen gezielter Vorbereitung einen 35 Marathonlauf. „Alles ist möglich“, sagt Tensfeldt. „Man muss nur genau erken- nen, was man verändern muss.“
Diese Haltung treibt immer mehr Menschen dazu, Facetten ihres Daseins in Zahlen zu fassen. Denn so, glauben sie, sind Probleme leichter zu lösen, können sie gesünder und effektiver, gar glücklicher werden. Weltweit bezeichnen sich Schätzungen zufolge derzeit mindestens 40000 Menschen, meist junge Männer,
20
als „Selbstvermesser“. Manche kontrollieren bis zu 50 Faktoren, vom Herzschlag bis zur gemeinsamen Zeit mit der Partnerin. Allein in einigen deutschen Großstädten gibt es Hunderte, die sich regelmäßig zu Veranstaltungen treffen.
Sie tragen elektronische Armbänder (um etwa die zurückgelegten Schritte zu zählen), Mini-Kameras in der Kleidung (um alle 30 Sekunden ein Foto zu schießen und so ein Bilderbuch ihres Alltags aufzuzeichnen)
25
oder mit Sensoren ausgestattete Brustgurte (um die Herzfrequenz zu überwachen). […]
Wem das nicht genügt, der kann sich von einem T-Shirt mit eingewebten Messfühlern lückenlos Puls, Atemfrequenz oder Schlafpositionen überwachen oder von einer elektronischen Gabel das Tempo der Nahrungsaufnahme messen lassen. Selbstvermesser tragen Fitness-Socken, die ihren Laufstil dokumentieren, oder zählen mit einem speziellen Aufnahmegerät die Zahl der Wörter, die ihr Baby hört – um
30
dessen sprachliche Entwicklung zu steuern.
[…] Noch verschreiben sich nur wenige Menschen so radikal der Lebens-Analyse. Doch zusehends ergreift der Geist der 75 technikbasierten Selbstvermessung immer größere Teile der Gesellschaft. Längst gibt es eine Industrie mit Millionenumsätzen, die ihren Kunden zu helfen verspricht, sich beständig selbst zu verbessern – und die Hoffnung nährt, dass dies auch gelingen kann.
35
Unter Smartphone-Benutzern sind vor allem jene Softwareprogramme beliebt, die dabei helfen, die eigene Fitness zu 85 kontrollieren. Mit ihrer Hilfe lassen sich beispielsweise Schritte oder Kalorien zählen und der Blutdruck messen. Bis 2018 werden Schätzungen zufolge voraussichtlich 1,7 Milliarden Menschen solche Gesundheits-Apps nutzen, fast ein Viertel der Weltbevölkerung.
Der Drang zur bedingungslosen Vermessung und Veränderung gilt Wissenschaftlern längst als Symptom
40
eines tief greifenden Wandels; er rückt ins Zentrum des kulturellen Bewusstseins. „Die Selbsthilfe ist nicht nur ein Marktsegment“, so die israelische Soziologin[2] Eva Illouz, „sondern ein völlig neuer kultureller Modus, das heißt eine neue Weise, wie sich das Individuum auf die Gesellschaft bezieht.“ Nicht die Gemeinschaft, sondern der Einzelne muss dafür sorgen, erfolgreicher, gelassener, klüger, schöner, gesünder zu werden – doch dies, so die Botschaft der Vermessungs-Propheten, kann nur gelingen, wenn
45
ein jeder sich selbst, sein eigenes Verhalten und seine Gewohnheiten genau durchdringt.
Mit der unablässigen Beobachtung des eigenen Lebens soll die Selbstvermessung dafür sorgen, dass Menschen mehr auf sich und ihre Umgebung achten – und das entweder schon während der Aufzeichnung, weil die Kalorienzufuhr, Gefühle oder die Qualität eines Gespräches doku- mentiert werden müssen, oder später bei der Auswertung der Daten, wenn die Werte verglichen und zueinander in Beziehung gebracht
50
werden.
Dass die Dokumentation des Lebens tatsächlich bei der Selbstoptimierung hilft, haben internationale Studien erwiesen: So verbessert sich die Gesundheit von Probanden nachweislich, sobald sie regelmäßig Gefühle und Erfahrungen aufzeichnen.
Der Soziologe Stefan Selke von der Hochschule Furtwangen im Schwarzwald ist da skeptisch. Seit Jahren
55
schon beobachtet er, wie sich mit der digitalen Selbstvermessung der Fokus von der eigenen Empfindung auf bloße Daten verlagert. „Jeder Mensch wird so zunehmend auf eine Ansammlung aus Kennzahlen reduziert, er wird ein numerisches Objekt“, so Selke. „Dabei gehen Nuancen, Zwischentöne, Varianten des Menschseins verloren.“
Jede Abweichung, jede noch so kleine Veränderung von einem idealen Wert werde zum potenziellen
60
„Fehler“, zum Anstoß für Vorwürfe und Zweifel. So könne ein niedriger Blutdruckwert plötzlich Ängste auslösen, obwohl das eigene Befinden sich nicht verändert.
„Solange die Vorwürfe nur von einem selbst kommen, kann man Stecker ziehen, das Messgerät abschalten, die App deinstallieren“, so Selke. „Was aber ge- schieht, wenn ein anderer das eigene Leben überwacht?“ Wenn also Blutdruckdaten, Konzentrationsdauer oder Gefühlsschwankungen lückenlos protokolliert und in
65
Datenbanken gespeichert würden.
Dann könnte ein Kredit verweigert werden, weil sich in den Zahlen Hinweise auf eine Depression bemerkbar machen, das Gehalt danach bemessen werden, wie lange man am Morgen benötigt, um wach zu werden, könnten Versicherungsbeiträge daran gekoppelt werden, wie gesund man sich ernährt. Die Selbstvermessung würde sich dann in Selbstentblößung verwandeln. An die Stelle der persönlichen Wahl
70
träte die Bestimmung durch Fremde – ein Merkmal des Totalitären.
„Je mehr wir ,vermessen‘ werden, desto mehr werden wir verglichen“, so die Juristin und Schriftstellerin Juli Zeh. „Und desto stärker gehorchen wir Mechanismen, die wir in Wahrheit nicht selbst kontrollieren.“ Noch sind dies nur Szenarien. Doch erste Anzeichen weisen bereits in diese Richtung. Mithilfe von Computerprogrammen können Behörden und Unternehmen schon heute riesige Datenmengen nach
75
Mustern in unserem Dasein durchforschen und aus ihren Erkenntnissen Entscheidungen ableiten.
Seit wenigen Monaten versprechen zwei deutsche Versicherungen Rabatte, wenn ihre Kunden Fitness, Ernährung und Lebensstil elektronisch erfassen und von der Assekuranz[3] kontrollieren lassen. Weitere Krankenkassen denken offenbar über ähnliche Bonusprogramme nach. Der Gesunde und Gesundheitsbewusste, so die Logik des Geschäfts, soll weniger bezahlen als der Gefährdete oder
80
Gebrechliche. Das aber widerspricht dem Prinzip der Solidarität, das Versicherungen zugrunde liegt: Weil der Einzelne die Last seines Leidens nicht tragen kann, unterstützt ihn die Gemeinschaft.
Arne Tensfeldt lässt sich von den möglichen Schattenseiten des Datensammelns nicht erschrecken. Er speichert die meisten Zahlen nur auf seinem eigenen Computer, achtet penibel darauf, dass seine Geräte nicht ohne sein Zutun Daten an andere übermitteln. „Meine Zahlen gehören mir allein“, sagt er. Sie
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dokumentieren seinen Weg durchs Leben detailreich. „Nur wenn ich sehen kann, dass ich mich zum Besseren entwickele, fühle ich mich wohl“, sagt er. „Bei Stillstand fühle ich mich schlecht.“ Doch den gebe es nicht mehr, seit er sich selbst vermesse, sagt er.
Anja Reumschüssel: Auf der Jagd nach dem Optimum,
in: Geo Wissen, Heft 55/2015, S. 109–113.

[1] Facetten: Teilaspekte
[2] Soziologin/Soziologe: Person, die sich wissenschaftlich mit der Entwicklung und Struktur der menschlichen Gesellschaft beschäftigt
[3] Assekuranz: Versicherungsgesellschaft

Teil 1: Lesen

1.
Kreuze die richtige Aussage an. Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
a)
Arne Tensfeldt dokumentiert persönliche Daten seit
7 Monaten.
8 Monaten.
7 Jahren.
8 Jahren.
b)
Er reduzierte sein Gewicht um 10 Kilogramm innerhalb
eines halben Monats.
eines viertel Jahres.
eines halben Jahres.
eines ganzen Jahres.
c)
„Selbstvermesser“ tragen Spezialsocken
für eine verbesserte Fußhygiene.
zur Vorbeugung einer Fußerkrankung.
zur Kontrolle ihres Laufstils.
zur Zählung ihrer täglichen Schritte.
d)
Handynutzer bevorzugen Programme zur Kontrolle
ihrer Fitness und Finanzen.
ihrer Gesundheit und Fitness.
ihrer Finanzen und Arbeitszeit.
ihrer Gesundheit und Arbeitszeit.
e)
Die Menschen sollen mithilfe der Gesundheits-Apps
ihren Lebensstil komplett ändern.
Krankheiten frühzeitig erkennen.
bewusster und gesünder leben.
ihre Daten miteinander austauschen.
f)
Besonderes Interesse an einer elektronischen Kontrolle ihrer Kundschaft haben
Versicherungen und Krankenkassen.
Fitnessstudios und Hotels.
Supermärkte und Fitnessstudios.
Hotels und Supermärkte.
#leseverstehen
2.
Kreuze die richtige Aussage an. Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung.
a)
„,Meine Tabellen sind die Stellschrauben meines Lebens‘…“ (Z. 12f.) bedeutet hier, dass Arne Tensfeldt
mithilfe der Tabellen ständig neue Rekorde aufstellen möchte.
immer wieder an der Verbesserung seiner Marathonzeit schraubt.
mithilfe der Tabellen seinen derzeitigen Leistungsstand verbessern kann.
sein derzeitiges Leben komplett auf den Kopf stellen möchte.
b)
„Marktsegment“ (Z. 41) bedeutet hier
Wirtschaftszweig.
Handelsplatz.
Werbepartner.
Industriestandort.
c)
„… die Botschaft der Vermessungs-Propheten …“ (Z. 44f.) bedeutet hier
eine wichtige Information aus der Politik und Wirtschaft.
eine Moralpredigt von Seiten der Krankenkassen und Versicherungen.
eine wichtige Mitteilung der vermeintlichen Experten.
eine aufsehenerregende Werbung der Bekleidungsindustrie.
d)
„numerisches Objekt“ (Z. 57) bedeutet hier, dass
die Menschen ihre Daten nur mit einer PIN einsehen können.
der Kunde im System mit einer Kennzahl versehen wird.
die Kundendaten chronologisch nummeriert werden.
der Mensch nur noch über Zahlen definiert wird.
#leseverstehen
3.
Welche der folgenden Aussagen sind richtig?
a)
Arne Tensfeldt
A dokumentiert seine Trainingspläne öffentlich.
B möchte sich permanent verbessern.
C nimmt regelmäßig an Marathonwettbewerben teil.
D stammt aus Norddeutschland.
Kreuze die richtige Antwort an.
Nur A und B stehen im Text.
Nur A und C stehen im Text.
Nur B und D stehen im Text.
Nur C und D stehen im Text.
b)
„Selbstvermesser“
A tragen oftmals elektronische Armbänder.
B sind vorwiegend männlich.
C leben ausschließlich in Großstädten.
D haben einen gehobenen Bildungsabschluss.
Kreuze die richtige Antwort an.
Nur A und B stehen im Text.
Nur A und C stehen im Text.
Nur B und D stehen im Text.
Nur C und D stehen im Text.
#leseverstehen
4.
Ordne jeder der folgenden Textstellen das passende Merkmal einer Reportage zu. Trage die passenden Buchstaben in die Tabelle ein.
Mögliche Merkmale:
AAutorenkommentar
BFazit
CZahlen, Daten, Fakten, Erläuterungen als Hintergrundwissen
DExpertenmeinung
EVorspann/Teaser/Lead
Ferlebnisorientierter Einstieg
Hinweis: Einige Merkmale können mehreren Textstellen zugeordnet werden, andere keinen.
TextstelleMerkmal
Zeilen 6-8
Zeilen 17-18
Zeilen 37-38
Zeilen 54-58
Zeilen 82-83
#leseverstehen
5.a
Nenne drei Gründe, warum Gesundheits-Apps und Fitnessarmbänder bei Kundinnen und Kunden so beliebt sind.
5.b
Erkläre anhand von zwei Textstellen, welche Gefahren in der ständigen Selbstvermessung mithilfe von Apps und anderen technischen Hilfsmitteln für Kundinnen und Kunden stecken.
6.
Zitiere zwei Textstellen, die zeigen, wer von dem Einsatz dieser Apps und technischen Hilfsmittel profitiert.
7.
Die Reportage trägt den Titel „Die Jagd nach dem Optimum“. Benenne das sprachliche Mittel und erkläre, welche Wirkung es hat.
8.
„Arne Tensfeldt vermisst sein Leben.“ (Z. 6) Erläutere die Doppeldeutigkeit dieser Aussage.
9.
Im Gegensatz zu Arne Tensfeldt tauschen viele „Selbstvermesser“ ihre Daten im Internet aus.
„Die ständige ‚Jagd nach dem Optimum‘ und die damit verbundene Selbstdarstellung in den sozialen Netzwerken hat massive Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft.“
Begründe diese Behauptung.
#leseverstehen
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Teil 1: Lesen

1.
$\blacktriangleright$  Kreuze an
a)
Arne Tensfeldt dokumentiert persönliche Daten seit
7 Monaten.
8 Monaten.
7 Jahren.
8 Jahren.
b)
Er reduzierte sein Gewicht um 10 Kilogramm innerhalb
eines halben Monats.
eines viertel Jahres.
eines halben Jahres.
eines ganzen Jahres.
c)
„Selbstvermesser“ tragen Spezialsocken
für eine verbesserte Fußhygiene.
zur Vorbeugung einer Fußerkrankung.
zur Kontrolle ihres Laufstils.
zur Zählung ihrer täglichen Schritte.
d)
Handynutzer bevorzugen Programme zur Kontrolle
ihrer Fitness und Finanzen.
ihrer Gesundheit und Fitness.
ihrer Finanzen und Arbeitszeit.
ihrer Gesundheit und Arbeitszeit.
e)
Die Menschen sollen mithilfe der Gesundheits-Apps
ihren Lebensstil komplett ändern.
Krankheiten frühzeitig erkennen.
bewusster und gesünder leben.
ihre Daten miteinander austauschen.
f)
Besonderes Interesse an einer elektronischen Kontrolle ihrer Kundschaft haben
Versicherungen und Krankenkassen.
Fitnessstudios und Hotels.
Supermärkte und Fitnessstudios.
Hotels und Supermärkte.
2.
$\blacktriangleright$  Kreuze an
a)
„,Meine Tabellen sind die Stellschrauben meines Lebens‘…“ (Z. 12f.) bedeutet hier, dass Arne Tensfeldt
mithilfe der Tabellen ständig neue Rekorde aufstellen möchte.
immer wieder an der Verbesserung seiner Marathonzeit schraubt.
mithilfe der Tabellen seinen derzeitigen Leistungsstand verbessern kann.
sein derzeitiges Leben komplett auf den Kopf stellen möchte.
b)
„Marktsegment“ (Z. 41) bedeutet hier
Wirtschaftszweig.
Handelsplatz.
Werbepartner.
Industriestandort.
c)
„… die Botschaft der Vermessungs-Propheten …“ (Z. 44f.) bedeutet hier
eine wichtige Information aus der Politik und Wirtschaft.
eine Moralpredigt von Seiten der Krankenkassen und Versicherungen.
eine wichtige Mitteilung der vermeintlichen Experten.
eine aufsehenerregende Werbung der Bekleidungsindustrie.
d)
„numerisches Objekt“ (Z. 57) bedeutet hier, dass
die Menschen ihre Daten nur mit einer PIN einsehen können.
der Kunde im System mit einer Kennzahl versehen wird.
die Kundendaten chronologisch nummeriert werden.
der Mensch nur noch über Zahlen definiert wird.
3.
$\blacktriangleright$  Kreuze an
a)
Kreuze die richtige Antwort an.
Nur A und B stehen im Text.
Nur A und C stehen im Text.
Nur B und D stehen im Text.
Nur C und D stehen im Text.
b)
Nur A und B stehen im Text.
Nur A und C stehen im Text.
Nur B und D stehen im Text.
Nur C und D stehen im Text.
4.
$\blacktriangleright$  Passende Buchstaben eintragen
TextstelleMerkmal
Zeilen 6-8 F
Zeilen 17-18A
Zeilen 37-38 C
Zeilen 54-58 D
Zeilen 82-83 A
5.a
Nenne drei Gründe, warum Gesundheits-Apps und Fitnessarmbänder bei Kundinnen und Kunden so beliebt sind.
  • Man erhofft sich, damit gesünder zu leben und effektiver zu arbeiten.
  • Damit lassen sich verschiedene Bereiche des täglichen Lebens aufzeichnen.
  • Gesundheits-Apps und Fitnessarmbänder liegen im Trend.
  • Die Werbung verspricht, dass man sich damit ständig verbessert.
  • Damit lassen sich z.B. die Fitness und die tägliche Bewegung kontrollieren und man erhält einen Überblick über seinen Gesundheits- und Fitnesszustand.
5.b
Erkläre anhand von zwei Textstellen, welche Gefahren in der ständigen Selbstvermessung mithilfe von Apps und anderen technischen Hilfsmitteln für Kundinnen und Kunden stecken.
  • Eine Gefahr besteht darin, dass man der Versuchung unterliegt, alles in seinem Leben aufzuzeichnen, woraus sich eine Sucht entwickeln kann. Die Apps und die technischen Hilfsmittel werden zum Mittelpunkt im Leben, wie man am Beispiel von Arne Tensfeldt sehen kann (vgl. Z. 6ff.).
  • Man kann nicht mehr ohne den ständigen Zwang nach Kontrolle und Aufzeichnung leben, was auch für das Privatleben weitreichende Konsequenzen haben kann. Es belastet zwischen- menschliche Beziehungen, wenn beim Abendessen der Kalorienverbrauch (vgl. Z. 7ff.) oder die gemeinsame Zeit mit der Partnerin / dem Partner dokumentiert wird (vgl. Z. 20ff.).
  • Es ist nicht ungefährlich für die Kundinnen und Kunden, den Ergebnissen der Apps oder Armbänder bedingungslos zu glauben und sie möglicherweise als Ersatz für eine Ärztin oder einen Arzt anzusehen. Die App könnte falsche Blutdruckwerte messen und dadurch bei der Nutzerin oder dem Nutzer Ängste auslösen, die möglicherweise völlig unberechtigt sind (vgl. Z. 59ff.).
  • Zunehmend locken Versicherungen und Krankenkassen ihre Kundinnen und Kunden mit Rabatten oder Bonusprogrammen, indem sie den Lebensstil elektronisch erfassen und kontrollieren. Damit bekommt die Kundin bzw. der Kunde durch Rabatte vorgeschrieben, wie nach Ansicht der Versicherer ein gesundes Leben auszusehen hat. Die Versicherung greift damit ganz bewusst in das Privatleben ihrer Kundschaft ein. Außerdem wird mit diesen Aktionen ein Ungleichgewicht unter den Versicherten geschaffen, weil der Gesunde weniger bezahlt als eine Person, die durch eine Vorerkrankung beeinträchtigt ist (vgl. Z. 76ff.).
6.
Zitiere zwei Textstellen, die zeigen, wer von dem Einsatz dieser Apps und technischen Hilfsmittel profitiert.
  • „Längst gibt es eine Industrie mit Millionenumsätzen, die ihren Kunden zu helfen verspricht, sich ständig selbst zu verbessern – […].“ (Z. 32ff.)
  • „Dass die Dokumentation des Lebens tatsächlich bei der Selbstoptimierung hilft, haben internationale Studien erwiesen: […].“ (Z. 51ff.)
  • „Mithilfe von Computerprogrammen können Behörden und Unternehmen schon heute riesige Datenmengen nach Mustern in unserem Dasein durchforschen und aus ihren Erkenntnissen Entscheidungen ableiten.“ (Z. 73ff.)
  • „Seit wenigen Monaten versprechen zwei deutsche Versicherungen Rabatte, wenn ihre Kunden Fitness, Ernährung und Lebensstil elektronisch erfassen und von der Assekuranz kontrollieren lassen.“ (Z. 76ff.)
7.
Die Reportage trägt den Titel „Die Jagd nach dem Optimum“. Benenne das sprachliche Mittel und erkläre, welche Wirkung es hat.
  • Die Autorin verwendet als sprachliches Mittel die Hyperbel. Damit möchte sie die zunehmende Entwicklung in der Gesellschaft, immer „nach dem Optimum zu jagen“ und sich bei der zwanghaften Überprüfung seines Lebens nur noch auf die Zahlen der einzelnen Apps auf dem Smartphone zu verlassen, kritisch darstellen. Das Stilmittel der Übertreibung eignet sich hier besonders gut, weil es der Leserin und dem Leser anschaulich vor Augen führt, wie bedenklich es ist, wenn man dem „Drang zur bedingungslosen Vermessung“ unterliegt und sich nur noch der technisierten Norm unterwirft, anstatt sich auf sein eigenes Denken und Handeln zu verlassen.
  • Mit Hilfe der Hyperbel wird die Gesellschaftskritik anschaulich und unterhaltsam dargestellt (vgl. „[…] von einer elektronischen Gabel das Tempo der Nahrungsaufnahme messen lassen.“, Z. 27ff.). Die Leserin bzw. der Leser wird bei der Lektüre zum Nachdenken über den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel angeregt.
  • Die Autorin verwendet das sprachliche Mittel der Metapher. Mit der Bildhaftigkeit dieses Stilmittels wird die kritische Haltung der Autorin ebenfalls anschaulich dargestellt.
8.
„Arne Tensfeldt vermisst sein Leben.“ (Z. 6) Erläutere die Doppeldeutigkeit dieser Aussage.
  • Zum einen ist mit dieser Aussage gemeint, dass Arne Tensfeldt seit acht Jahren alle Bereiche seines Lebens dokumentiert. Er misst nicht nur sein Gewicht und seinen Puls, sondern dokumentiert auch seinen Schlaf und die E-Mails in seinem Posteingang. Diese einzelnen Messungen verzeichnet er in Tabellen, ohne die er nicht mehr leben kann, weil sie ihm Aufschluss darüber geben, welche Bereiche seines Lebens sich noch verbessern lassen
    Zum anderen bezieht sich die Formulierung „vermisst sein Leben“ auf etwas Schönes, Angenehmes, was vergangen zu sein scheint. Vor seinem Zwang, alles in nackten Zahlen und Tabellen dokumentieren zu müssen, hatte Arne Tensfeldt ein Leben, in dem er vermutlich nicht beim Abendessen die Kalorien gezählt hat. Er hat gelebt, ohne darüber nachzudenken, ob er sich ausreichend bewegt oder gesund ernährt.
  • Die Autorin spielt hier mit der Doppeldeutigkeit des Begriffes „vermisst“, um den Leserinnen und Lesern zu verdeutlichen, was ihrer Ansicht nach im Leben von Arne Tensfeldt durch den Zwang der sachlichen Aufstellung von Zahlen fehlt. Auch wenn er behauptet, dass es durch die Vermessung keinen Stillstand mehr in seinem Leben gibt und er sich nur so wohl fühlen kann, wird dennoch angedeutet, dass seinem Leben etwas fehlt.
9.
Im Gegensatz zu Arne Tensfeldt tauschen viele „Selbstvermesser“ ihre Daten im Internet aus.
„Die ständige ‚Jagd nach dem Optimum‘ und die damit verbundene Selbstdarstellung in den sozialen Netzwerken hat massive Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft.“
Begründe diese Behauptung.
  • Durch das permanente Vermessen und das Vergleichen untereinander entsteht ein neues Wertesystem von einer schöneren, jüngeren, erfolgreicheren und besseren Gesellschaft, was vor allem von den sozialen Netzwerken immer wieder suggeriert wird. Man stellt sich gerne zur Schau und möchte damit allen zeigen, wie gutaussehend und erfolgreich man ist. Der ständige Vergleich und das Messen miteinander schaffen eine Konkurrenz untereinander, bei der diejenigen auf der Strecke bleiben, die daran nicht teilnehmen können oder wollen.
  • Zusätzlich wird von außen (z.B. durch Werbung, Industrie) eine Norm herangetragen, wie das Idealbild eines Menschen zu sein hat. Damit verstärkt sich zunehmend das soziale Ungleichgewicht und es kommt zu einem möglichen kulturellen Wandel oder einer Spaltung innerhalb der Gesellschaft. Es wird nicht mehr nach dem Prinzip der Gemeinschaft, sondern nach dem Recht des Einzelnen und Stärkeren verfahren. Dies hat weitreichende Folgen für eine Gesellschaft, wenn diejenigen als Ballast angesehen werden, die diesem Ideal nicht entsprechen.
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