Inhalt
Inhalt
Bundesland, Schulart & Klasse
Bundesland, Schulart & Klasse
HE, Berufl. Gymnasium
Baden-Württemberg
Berufl. Gymnasium (AG)
Berufl. Gymnasium (BTG)
Berufl. Gymnasium (EG)
Berufl. Gymnasium (SGG)
Berufl. Gymnasium (TG)
Berufl. Gymnasium (WG)
Berufskolleg - FH
Gemeinschaftsschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Hauptschule
Realschule
Werkrealschule
Bayern
Fachoberschule
Gymnasium
Mittelschule
Realschule
Berlin
Gymnasium
Integrierte Sekundarschule
Brandenburg
Gesamtschule
Gymnasium
Oberschule
Bremen
Gymnasium (G8)
Oberschule (G9)
Hamburg
Gymnasium
Stadtteilschule
Hessen
Berufl. Gymnasium
Gesamtschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Haupt- und Realschule
Hauptschule
Realschule
Mecklenburg-Vorpommern
Gesamtschule
Gymnasium
Niedersachsen
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Integrierte Gesamtschule
Kooperative Gesamtschule
Oberschule
Realschule
NRW
Gesamtschule
Gymnasium
Hauptschule
Realschule
Sekundarschule
Rheinland-Pfalz
Gesamtschule
Gymnasium
Saarland
Gemeinschaftsschule
Gesamtschule
Gymnasium
Realschule
Sachsen
Gymnasium
Oberschule
Sachsen-Anhalt
Fachgymnasium
Gesamtschule
Gymnasium
Sekundarschule
Schleswig-Holstein
Gemeinschaftsschule
Gymnasium (G8)
Gymnasium (G9)
Thüringen
Berufl. Gymnasium
Gemeinschaftsschule
Gesamtschule
Gymnasium
Regelschule
Klasse 13
Klasse 13
Klasse 12
Klasse 11
Fach & Lernbereich
Fachauswahl: Deutsch
Mathe
Deutsch
Englisch
Bio
Chemie
Physik
Geschichte
Geo
Lernbereich
Digitales Schulbuch
Lektürehilfen
Abitur LK
Abitur GK
Abitur GK
Prüfung
wechseln
Abitur LK
Abitur GK
Mach dich schlau mit SchulLV!
Schneller lernen mit deinem SchulLV-Zugang
  • Zugang zu über 1.000 Original-Prüfungsaufgaben mit Lösungen von 2004-2019
  • Alle Bundesländer und Schularten, empfohlen von über 2.300 Schulen in Deutschland
  • Digitales Schulbuch: Über 1.700 Themen mit Aufgaben und Lösungen
  • Monatlich kündbar, lerne solange du möchtest
Jetzt Zugang freischalten!

Teil A

Aufgaben
Download als Dokument:PDF

Monster

$\blacktriangleright$  Aufgaben
1.
Gib den vorliegenden Text wieder, berücksichtige dabei auch formale Merkmale.
2.
Untersuche, inwieweit Grenouille aus Patrick Süskinds Roman „Das Parfum“ und Gregor Samsa aus Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ als Monster in dem von Schmitz-Emans erläuterten Sinne (Material 1) angesehen werden können.
3.
Diskutiere, auch mit Bezug auf die Texte aus Aufgabe 1 und 2, mögliche Gründe für die Popularität von Monstern in Literatur und Medien.
Brauchst du noch mehr Informationen zu Die Verwandlung?
Schau doch in unserer Lektürehilfe nach!
Lektürenhilfe zu Die Verwandlung
Brauchst du noch mehr Informationen zu Die Verwandlung?
Schau doch in unserer Lektürehilfe nach!
Lektürenhilfe zu Die Verwandlung
#süskind#dieverwandlung
Material 1
Monika Schmitz-Emans: Monster (2013)
$\;$
Seit der Kinderzeit sind wir von Monstern umgeben. Sie begleiten uns in Gestalt von Plüschtieren und Plastikspielfiguren, wir sehen sie in Bilderbüchern und Computerspielen – und in späteren Jahren sor- gen Unterhaltungsindustrie, Massenmedien und Kunst dafür, dass uns die Monster nie verlassen. Ent- sprechend viel „wissen“ wir über sie. Zum Beispiel über das Krümelmonster und seine Leidenschaft für
5
Kekse, aber auch über monströse Gewaltverbrecher, wie sie uns von Tageszeitungen und Nach- richtensendungen, Krimis und Fantasyfilmen vorgestellt werden. Aber worin gründet unser Monsterwissen?
Das Wort „Monster“ selbst wurde von lateinischen Verben abgeleitet, die unter anderem „zeigen“ und „warnen“ bedeuten (monstrare, monere). Monster sind demnach Zeichen – aber wofür? In der antiken Vorstellung haben sie vor allem den Charakter von Mahn- und Vorzeichen; höhere Instanzen teilen durch sie
10
etwas mit. Im „Monstrum“ verschmelzen schon mit Blick auf die Etymologie[1] dieses Begriffs das Wunderbare (also das Fabelhafte, Außerordentliche, Faszinierende) und das Schreckenerregende (das böse Omen, das Unheilverheißende, Angstbesetzte) – und diese Ambiguität[2] der Monstervorstellungen hat sich über die Zeiten erhalten.
Vor allem zwei Sorten von Wesen pflegen als Monstren etikettiert zu werden: erstens seltsam gestal- tete
15
Fabelwesen (aus aufgeklärter Sicht sind sie Produkte der Imagination) sowie zweitens Individuen im Menschen-, Tier- und Pflanzenreich, die von der als normal angesehenen körperlichen Gestalt abweichen und als miss- oder fehlgebildet gelten. Für den barocken Lexikografen Johann Heinrich Zedler sind „monstra“ Letztere. Der Rest gehört in den Bereich haltloser Fantasien. „MONS(T)RA oder Monstrum heißt in den Rechten überhaupt alles dasjenige, was wider die Natur ist oder gebohren wird, oder welches
20
gleichsam den wahren Ursprung seiner Geburt durch Annehmung einer fremden Gestalt verläugnet, oder verändert. (…) Als wenn z. B. von rechten natürl. Menschen Kinder mit Pferde- und Kuh-Füssen oder andern mehr dem Viehe, als Menschen ähnlichen Gliedmassen gebohren werden, oder wenn eine Wölffin junge Schaffe, eine Stutte Hasen, eine Kuh Löwen, u.d.gl. wirfft (…): so heißt und ist dieses sodenn in wahren und eigentl. Verstande ein Monstrum (…).“ [aus: J. H. Zedler: Monsra oder Monstrum, Halle 1739, S. 1220 f.]
25
Lassen sich imaginierte und empirisch anschaubare Monster theoretisch auch durchaus unterscheiden, so gehen sie in der Geschichte der Monstervorstellungen selbst doch allerlei Verbindungen ein. Wichtige Quellen der teilweise bis heute noch geläufigen Vorstellungen über Monstren sind neben mythischen Überlieferungen auch antike Reisebeschreibungen […]. In historischen Reiseberichten über exotische Völker und fremdartige Tiere sowie in Berichten über sogenannte Missgeburten vermischen sich Empirisches und
30
Imaginäres aufs Engste. Gleiches gilt für sagenhafte Wesen, die in antiken und mittelalterlichen Schriften zur Naturkunde beschrieben werden. Diese als real ver- standenen Wesen haben die Fantasien nachfolgender Epochen beschäftigt. […]
Dem Erscheinungsbild nach sind die Monstren der kollektiven und individuellen Imagination oft Misch- und Zwischenwesen: Werwölfe, Sirenen, teilanthropomorphe[3] Tiere und Aliens, Wolfsmänner und
35
Katzenfrauen, humanoide Roboter und riesen- oder gnomenhafte Fabelwesen, Hybridgeschöpfe[4] wie Batman und Spiderman. Wie Michel Foucault[5] darlegt, sind aber auch die als „Monster“ etikettierten empirisch erfahrbaren Wesen Zwischenwesen, Wesen im Übergang: zwischen Tier und Mensch, zwischen Mann und Frau, zwischen Leben und Tod. […]
Körperlich Missgebildete, Verrückte und Narren gelten bis in die Aufklärungszeit hinein gleichermaßen als
40
Wundererscheinungen. Darum werden sie seit der späten Renaissance öffentlich ausgestellt. Die „Freakshow“ setzt bis ins 20. Jahrhundert hinein diese Tradition fort; die Präsenz kleinwüchsiger oder riesenwüchsiger Menschen im Zirkus ist teilweise bis heute üblich. […]
Neben dem Geisteskranken wird auch der Verbrecher als Monster gedeutet. Akzentuiert wird dabei die von ihm repräsentierte Bedrohung für das soziale Leben, dessen Normen, Institutionen und Werte. […]
45
Verbrechertum gilt einem weit verbreiteten Konsens zufolge als degenerative[6] Abweichung von der Norm. Die Annahme, für die Verbrecherlaufbahn sei vor allem eine psychische Disposition[7] entscheidend, verbindet sich dabei mit der Vorstellung, auch an physischen Merkmalen lasse sich das (degenerierte) soziale „Monster“ erkennen. […]
Der sich im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts verwissenschaftlichende Blick auf abweichende
50
Körpererscheinungen nimmt diesen zumindest teilweise ihre Schauerlichkeit. Dafür intensiviert sich das Interesse am Verbrecher als Sittenmonster. Erinnert sei an die großen Verbrechererzählungen […] sowie die Schauerliteratur mit dem Typus des Schurken als Zentralfigur. In seiner vierten Vorlesung über „Die Anormalen“ erörtert Michel Foucault entsprechend Erscheinungsformen des Monströsen, die nicht über physische Missbildungen oder hybride Körperlichkeit bestimmt sind: monstre moral nennt er den neuen
55
Typus des Monsters, der in der Moderne entsteht und das Körpermonster als dominanten Monstertyp gleichsam ablöst.
Das heißt natürlich nicht, dass die physisch monströsen Figuren verschwinden, sie bleiben vielmehr ein Faszinosum, aber die moralischen Monster ziehen als Indikatoren der Auseinandersetzung mit den Abgründen der Seele doch zunehmend größere Aufmerksamkeit auf sich. Zu ihnen gehören der Straf- täter,
60
der Tabuverletzer, aber auch der skrupellose Egoist. Foucault nennt als wichtige Typen des Sittenmonsters vor allem den Kannibalen (das „menschenfressende Monster“) und den Inzestuösen. Den Menschen „gibt“ es nicht; er muss sich selbst erfinden – […]
Ähnlich erfinden wir uns auch mithilfe der Monster. Auch und gerade sie sind Spiegelbilder, mittels derer historisch-kulturell variierende Entwürfe des Menschen umstellt und „eingefangen“ werden können. Die
65
damit verbundenen Abgrenzungsversuche sind jedoch zum Scheitern verurteilt: Der Spiegel zeigt das Andere und das Eigene; und in der reflexiven Brechung durch verschiedene Spiegel- bilder zeigt sich, wie vielgestaltig und wandelbar der Mensch selbst ist.
Monika Schmitz-Emans: Monster: Eine Einführung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 52/2013, S. 11?17.
Hinweise:
Monika Schmitz-Emans (geb. 1956) lehrt als Professorin für allgemeine und vergleichende Literatur- wissenschaft an der Ruhr-Universität in Bochum.


[1] Etymologie: Herkunft und Geschichte eines Wortes und seiner Bedeutung
[2] Ambiguität: Mehr- bzw. Doppeldeutigkeit
[3] anthropomorph: von menschlicher Gestalt, menschenähnlich
[4] Hybrid: Mischung, Gebilde aus zwei oder mehreren Komponenten
[5] Michel Foucault (1926?1984): französischer Philosoph, Psychologe, Soziologe
[6] degenerativ, degeneriert: zurückgebildet, verkümmert, missraten
[7] Disposition: Veranlagung
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt Einzellizenz freischalten
Infos zu SchulLV PLUS
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Kurzlösungen
Download als Dokument:PDF

Monster

Zusammenfassung eines Textes

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Gib den vorliegenden Text wieder, berücksichtige dabei auch formale Merkmale.

Einleitung

Deine Zusammenfassung beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Monster
  • Autor: Monika Schmitz-Emans
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Inhalt: In dem wissenschaftlichen Text „Monster“ von Monika Schmitz-Emans, der auf das Jahr 2013 datiert, geht es um das Bild des Monster und dessen zeitgeschichtliche Entwicklung.

Hauptteil

Im Hauptteil musst du nun den Inhalt des Textes zusammenfassen und dir auch die formale Gestaltung genau widergeben.
Inhalt
  • Monster sind allgegenwärtig (verharmlost in Kindersendungen oder real in Tageszeitungen als Gewaltverbrecher)
  • Wort Monster stammt aus dem lateinischen und bedeutet zeigen
    $\rightarrow$ Monster als Zeichen (Mahn- und Vorzeichen), als Medium von höheren Instanzen genutzt
  • Ambiguität: etymologische Herkunft (das Wunderbare / Schreckenerregende)
  • zwei Kategorien: komisch aussehende Fabelwesen vs. Menschen, Tiere, Pflanzen, deren Aussehen von körperlichen Normen abweicht
  • Lexikograf Johann Friedrich Zedler "Monstra": alles, was gegen die Natur ist oder als normal geboren wird, aber durch Einverleibung einer fremden Gestalt verleugnet
  • mythische Überlieferung, historische Reiseberichte als Quellen (Imaginäres und Erlebtes vermischen sich teils); hatten Auswirkungen auf Fantasien nachfolgender Epochen
  • Monstren der kollektiven und individuellen Imagination als Mischwesen (Werwölfe, Sirenen, humanoide Robote, Hybriden wie Spiderman)
    $\rightarrow$ auch Zwischenwesen (Tier / Mensch, Mann / Frau, Leben / Tod)
  • Monster als öffentliche Attraktion in Freakshows oder Zirkussen (Missgebildete, Narren,…)
  • Verbrecher als Monster
    $\rightarrow$ repräsentiert Bedrohung des sozialen Lebens inklusive dessen Normen und Werte
    $\rightarrow$ Verbrechertum als Abweichung der Norm, Ausgangspunkt hierfür ist eine psychische Veranlagung
  • Verbrecher als Sittenmonster löst Körpermonster in Dominanz ab
  • moralische Monster erscheinen als Indikatoren der Auseinandersetzung mit den Abgründen der Seele
    $\rightarrow$ klassische Vertreter: Straftäter, Tabuverletzer, Kannibale, Inzestuöser
  • Monster sind Spiegelbilder, mit deren Hilfe der Entwurf des Menschen umgestellt wird
  • Mensch als Monster, da er vielgestaltig und wandelbar ist
Formale Gestaltung
  • Einleitung, Hauptteil, Schluss
  • Nutzung von Personalpronomen uns/wir: Miteinbeziehen des Lesers, baut unmittelbare Beziehung und Empathie auf
  • Antithese: „Krümelmonster (…) Gewaltverbrecher“ (Z. 4-7)
    $\rightarrow$ betont Ambiguität
    $\rightarrow$ zeigt Wandel des Monsters von Verniedlichung bis hin zu Unterhaltung mit zunehmendem Alter des Individuums
  • Klimax: „Plüschtiere(…) und Plastikspielfiguren, (…) Bilderbücher und Computerspiele(…) - (…) Unterhaltungsindustrie, Massenmedien und Kunst“ (Z. 4-7)
    $\rightarrow$ Wandel des Monsters und dessen Bedeutung für das Individuum mit zunehmendem Alter
    $\rightarrow$ von Verniedlichung zu Unterhaltung bis Kunst
  • rhetorische Frage: „Aber worin gründet unser Monsterwissen?“ (Z. 6-7)
    $\rightarrow$ bezieht Leser mit ein, gibt Leser das Gefühl, selber die Antwort zu kennen
  • Antithese: „Das Wunderbare (…) das Schreckenerregende“ (Z. 11)
    $\rightarrow$ zeigt Faszination der Menschen über das Außergewöhnliche, das Übernatürliche
  • Vergleich: „…pflegen als Monster etikettiert zu werden“ (Z. 14)
    $\rightarrow$ es gibt nur zwei Kategorien an Monstern, keine anderen Abweichungen, vermeintlicher Zuweisung des Terms Monster
  • Zitat des barocken Lexikografen fungiert als Unterstützung der These, dass es Monster schon seit geraumer Zeit gibt und sich die Bedeutung oder die Charakterisierung derer sich seit jeher keiner großen Veränderung unterzog (Monster als Mischform in barocker Epoche)
  • Repetitio: „Empirisch(…) und Imaginär(…)“ (Z. 25)
    $\rightarrow$ Monster keinesfalls nur Auswuchs der Fantasie, sondern als Mischprodukt von Fantasie und realer Observation
  • Repetitio: „die als Monster etikettierten empirisch erfahrbaren Wesen“ (Z. 36)
    $\rightarrow$ Autor deutet an, dass Monster als solche gar keine Monster sind, wiederholte Zuweisung des Monster-Daseins
  • Antithese: „zwischen Tier und Mensch, (…), Leben und Tod“ (Z. 37-38)
    $\rightarrow$ auch Zwischenwesen (Tier / Mensch, Mann / Frau, Leben / Tod) $\rightarrow$ Monster als Abnorm, als undefinierbar
  • Einordnung zeitlicher Kontext: Monster schon immer als Wundererscheinungen, bis heute in Zirkus präsent
  • Metapher: „sie sind Spiegelbilder“ (Z. 63)
    $\rightarrow$ Gesellschaft spiegelt sich in der jeweiligen Auffassung dessen, was als Monster gilt

Schluss

Hier kannst du noch einmal zusammenfassend erklären, um was es in dem Text geht, welcher Stilmittel sich Schmitz-Emans bedient und welche Funktion diese haben.

Untersuchung der Frage, ob Grenouille und Gregor Samsa als Monster gelten können

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Untersuche, inwieweit Grenouille aus "Das Parfum" und Gregor aus "Die Verwandlung als Monster angesehen werden können.

Einleitung

Deine Einleitung sollte kurz beschreiben, was laut Schmitz-Emans als Monster angesehen werden kann. Stelle dabei die Frage, ob die zwei Charaktere Grenouille und Gregor Samsa in genau jene von Schmitz-Emans definierten Kategorien passen.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, festzustellen, ob Grenouille und Samsa als Monster gelten können. Dafür solltest du die von Schmitz-Emans vorgegebenen Merkmale eines Monster erläutern. Anhand dieser Kriterien vergleichst du anschließend die Charaktere.
Definition Monster (Schmitz-Emans)
  • zeigen etwas, sind Medium von höheren Instanzen
  • besitzen Ambiguität (das Wunderbare/Schreckliche)
  • komisches Aussehen von Fabelwesen vs. von der körperlichen Norm abweichende Menschen
  • werden als normal geboren aber erleben einen Wandel in die Abnormalität durch Annehmen fremder Gestalt
  • Mischwesen / Zwischenwesen
  • Verbrecher als Monster, als Bedrohung des sozialen Lebens, haben psychische Veranlagung
  • moralisches Monster
Jean-Baptiste Grenouille
  • monsterhaft in Einstellung und Moral sowie Aussehen in Teilen
  • Ambiguität: trotz seines Aussehens, seiner Abnormalität und der Tatsache, dass er dutzende Menschen ermordet hat, sind die Menschen am Ende so fasziniert von ihm und seinem Geruch, dass sie ihn zerfleischen
    $\rightarrow$ sein Engelsduft betört seine Peiniger und macht sie besessen
  • durch äußere Erscheinung nicht direkt als Monster wahrgenommen
  • äußerlich abnormal: hat keinen Eigengeruch (weswegen er letztendlich zum Monster wird)
    $\rightarrow$ zudem Knollennase, klobige Hände, verkrüppelter Fuß
  • Mischwesen aus Mensch und Tier
    $\rightarrow$ hat animalischen Geruchssinn, keinerlei Angst vor Dunkelheit, kommt ohne Licht zurecht
    $\rightarrow$ wittert Dinge durch Wände und Türen hindurch
    $\rightarrow$ als Zeck bezeichnet, wird oft auch mit anderen Tieren (Spinnen, Kröten) verglichen
    $\rightarrow$ nutzt Sprachorgan nur wenn absolut nötig
  • Zwischenwesen: zwischen Leben und Tod
    $\rightarrow$ minimales Quantum an Nahrung und Kleidung reichen ihm aus
    $\rightarrow$ hat mehrere tödliche Krankheiten überlebt sowie Tötungsversuche
  • moralisches Monster: tötet aus Eigennutz
    $\rightarrow$ verspürt Glücksgefühl, wenn er Mädchen umbringt, gilt als Schlüsselerlebnis, als Erkenntnis des Lebenssinn
    $\rightarrow$ hat psychische Veranlagung dazu, war schon immer extrem gierig, nimmt alles in Kauf um an sein Ziel zu gelangen
    $\rightarrow$ Morde haben kannibalische Anwandlung (Einverleibung des Duftes)
Gregor Samsa
  • Monster eher in Gestalt
  • Ambiguität nicht direkt vorhanden, Samsa wird von seiner Familie abgestoßen, er ist höchstens noch fasziniert von sich selbst und seinem neuen Körper (Fähigkeit, Wände hochzuklettern, …)
  • Aussehen: gleicht eher einem Fabelwesen
  • Mischwesen: aus Mensch und Tier
    $\rightarrow$ laut Zedler als Monster, da Samsa als Mensch geboren wurde und sich dann in einen Käfer verwandelt hat
    $\rightarrow$ äußerlich Käfer, innerlich trotzdem noch menschlicher Verstand
    $\rightarrow$ schätzt auch seinen Körper, erfreut sich am Abfall
  • Zwischenwesen: zwischen Leben und Tod
    $\rightarrow$ vegetiert irgendwann nur noch dahin, wird von seiner Familie verleumdet
    $\rightarrow$ Verwandlung kostet ihn letztendlich das Leben
  • stellt keine Bedrohung für das soziale Leben dar, ist kein Verbrecher
  • kann allerdings als moralisches Monster angesehen werden: Inzest
    $\rightarrow$ hat sexuelle Fantasien seine Schwester Grete betreffend, liebt sie
  • psychoanalytisch Bedeutung: Gregor bildet sich nur ein, ein Käfer zu sein
    $\rightarrow$ Einbildung als Produkt von Verdrängung und Unzufriedenheit
    $\rightarrow$ wäre demnach kein Monster (aufrgund seines Aussehens), trotzdem moralisches Monster gegenüber Grete

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage noch einmal kurz zusammenfassen. Eventuell kannst du auch deine eigene Auffassung dessen, ob Grenouille und Samsa als Monster gesehen werden können, wiedergeben.

Lineare Erörterung

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Diskutiere mögliche Gründe für die Popularität von Monstern in Literatur und Medien.

Einleitung

In der Einleitung sollst du kurz die Fragestellung wiedergeben. Du kannst diese auch noch um ein persönliches Beispiel (Horrorfilm, den du gesehen hast o.ä.) ergänzen. Beispiel:
Monster in jeglicher Form waren schon seit jeher in Literatur und Medien beliebt. Ob man den Ursprung des Bösen "Dracula" von Bram Stoker betrachtet, etwa neuere Filme hinzuzieht wie beispielsweise "Jurassic Park" oder "Der dunkle Turm" oder sogar Videospiele um beispielsweise den Monsterjäger "The Witcher" mitnimmt - Monster spielen eine große Rolle in unserer heutigen sowie damaligen Unterhaltungskultur. Doch warum sind gerade Monster - die Verkörperung des Bösen - so beliebt?

Hauptteil

Im Hauptteil sollst du nun mögliche Gründe für die Beliebtheit von Monstern in Unterhaltungsmedien anführen.
Gründe für Beliebtheit
  • Gedankenspiel der Angstlust: Mischung aus Furcht und Wonne
    $\rightarrow$ sichere, reale Welt wird nur in Gedanken verlassen
    $\rightarrow$ mit Freude werden sich virtuellen Gefahren ausgesetzt, mit der Sicherheit, einfach in das sichere Wohnzimmer zurückkehren zu können
    $\rightarrow$ Menschen wollen aus ihrem realen Leben entfliegen und stürzen sich dafür in eine Fantasiewelt (wollen im TV nur bedingten Realismus erfahren)
    $\rightarrow$ keine reale Bedrohung
  • aktive Suche nach Spannung und Angst: in der Kindheit verwurzelt
    $\rightarrow$ Märchen bedienen diese Sehnsüchte in Kindern (Rotkäppchen, die dem bösen Wolf sogar noch zuspielt)
    $\rightarrow$ Mensch spielt gerne mit solchen Gedanken, um mit den unangenehmen Seiten des Lebens zu Recht zu kommen zu lernen
    $\rightarrow$ je größer die Angst, desto stärker die Glücksgefühle der Zuschauer und Leser
    $\rightarrow$ durch Auseinandersetzung mit Krimis (Angst generell), kann Angst unter Kontrolle gebracht werden
  • das Böse als Quotenhit: „Tatort“ & „Aktenzeichen XY“
    $\rightarrow$ realitätsnahe Schilderung von Milieus und Handlungsschauplätzen
    $\rightarrow$ aktuelle soziale Konflikte wie Organhandel oder Schicksale von Flüchtlingen
    $\rightarrow$ TV-Ermittler als Menschen mit normalen Alltagsproblematiken
    $\rightarrow$ genauso hilflos oder auch erfolgreich wie Zuschauer in dem Versuch, das Böse zu verstehen
    $\rightarrow$ nachinszenierte Kriminalfälle dienen nicht nur Auflösung ungelöster Fälle sondern versetzen durch ihre Echtheit in Spannung
    $\rightarrow$ kann als Prävention gesehen werden
  • abnormales Verhalten: erzeugt automatisch Interesse beim Menschen und lenkt ihn von seinem eigenen geordneten Leben ab
    $\rightarrow$ Widerspruch zwischen bürgerlichen Leben und dem Bösen macht sicherlich eine weitere Faszination aus
    $\rightarrow$ Serientäter müssen unauffällig unter Mitmenschen leben können, um ihre Taten über längere Zeit begehen zu können und nicht schon beim ersten Mord geschnappt zu werden

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage deiner Argumentation zusammenfassen. Du kannst hierbei auch darauf eingehen, inwieweit Horrorfilme für dich eine Rolle spielen und was du damit verbindest.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt Einzellizenz freischalten
Infos zu SchulLV PLUS
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Lösungen
Download als Dokument:PDF

Monster

Zusammenfassung eines Textes

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Gib den vorliegenden Text wieder, berücksichtige dabei auch formale Merkmale.
In dem wissenschaftlichen Text „Monster“ von Monika Schmitz-Emans, der auf das Jahr 2013 datiert, geht es um das Bild des Monster und dessen zeitgeschichtliche Entwicklung.
Monster sind allgegenwärtig - sie sind zu finden in Kindersendungen als verharmloste, fiktive Variante, aber auch als reale Gewaltverbrecher in Tageszeitungen oder im Fernsehen. Das Wort Monster stammt aus dem lateinischen und bedeutet zeigen: Monster sind also Zeichen (Mahn- und Vorzeichen), die als Medium von höheren Instanzen genutzt werden. Die etymologische Herkunft des Wortes führt auf das Wunderbare oder das Schreckliche zurück, es herrscht also eine gewisse Ambiguität innerhalb des Begriffes.
Zudem gibt es zwei Kategorien, die dem Monster zugewisen werden können. Zum einen gibt es komisch aussehende Fabelwesen, zum anderen sind Monster Menschen, Tiere oder Pflanzen, deren Aussehen von der körperlichen Norm abweicht. Der Lexikograf Johann Friedrich Zedler beschreibt als „Monstra“ alles, was gegen die Natur ist oder als normal geboren wird, aber durch Einverleibung einer fremden Gestalt seine wahre Gestalt verleugnet. Monster kommen allen voran aus mythischen Überlieferungen oder haben historische Reiseberichte als Quellen; dies hatte Auswirkungen auf die Fantasen nachfolgender Epochen. Daraus entstanden folglich Monstren der kollektiven und individuellen Imagination als Mischwesen wie beispielsweise Werwölfe, Sirenen, humanoide Roboter oder Hybriden wie Spiderman, aber auch Zwischenwesen, die sich zwischen zwei antithetischen Aspekten bewegen, also zwischen Tier und Mensch, Mann und Frau oder Leben und Tod. Weil Monster auf ihre Umgebung eine große Faszination bewirkten, wurden sie des Öfteren als öffentliche Attraktionen in Freakshows oder Zirkussen dargestellt (Missgebildete, Narren,…).
Heutzutage sehen wir aber auch Verbrecher als Monster an. Sie repräsentieren eine Bedrohung des sozialen Lebens inklusive dessen Normen und Werte. Das Verbrechertum ist demnach eine Abweichung der Norm und der Ausgangspunkt hierfür ist eine psychische, abnormale Veranlagung. Der Verbrecher als Sittenmonster oder moralisches Monster löste also zunehmend das Körpermonster in seiner Dominanz ab. Diese moralischen Monster erscheinen als Indikatoren der Auseinandersetzung mit den Abgründen der Seele. Klassische Vertreter dessen sind beispielsweise Straftäter, Tabuverletzer, Kannibalen oder Inzestuöse. Monster sind indes Spiegelbilder, mit deren Hilfe der Entwurf des Menschen umgestellt wird - der Mensch selbst gilt hierbei als Monster, da er vielgestaltig und wandelbar ist.
Betrachtet man die formale Struktur des Textes, so ist feststellbar, dass er klassisch in Einleitung - Hauptteil und Schluss gegliedert ist und demnach als Essay angesehen werden kann. Die Autorin Schmitz-Emans benutzt in ihrem Essay das Personalpronomen uns/wir, somit bezieht sie den Leser mit ein und sie baut eine unmittelbare Beziehung und Empathie auf. Mit rhetorischen Fragen wie „Aber worin gründet unser Monsterwissen?“ (Z. 6ff.) gibt sie dem Leser zusätzlich das Gefühl, die Antwort selbst zu kennen und auch beantworten zu können. Des Weiteren unterstützt Schmitz-Emans ihre These, dass es Monster schon seit geraumer Zeit gibt und sich die Bedeutung oder die Charakterisierung derer sich seit jeher keiner großen Veränderung unterzog mit dem Zitat eines barocken Lexikografen und macht so ihren Text glaubwürdiger. Durch diese Einordnung in einen zeitlichen Kontext stellt die Autorin dar, dass Monster schon immer als Wundererscheinung galten und selbst heute noch im Zirkus präsent sind. Sie macht außerdem Gebrauch von verschiedenen Stilmitteln wie beispielsweise der Antithese. Ein Monster kann laut der Autorin das Krümelmonster oder aber auch ein Gewaltverbrecher sein (vgl. Z. 4ff.). Dies betont die Ambiguität, denn das Krümelmonster ist natürlich nicht gleichzusetzen mit einem Attentäter oder ähnlichem. Es zeigt allerdings auch die Variabilität des Monsters beispielsweise als Unterhaltungsfigur. Durch die Klimax „Plüschtiere(…) und Plastikspielfiguren, (…) Bilderbücher und Computerspiele(…) - (…) Unterhaltungsindustrie, Massenmedien und Kunst“ (Z. 4ff.) wird auf den Wandel des Monsters und dessen Bedeutung für das Individuum mit zunehmendem Alter verwiesen. Dies geht von der Verniedlichung des Monsters, über die Unterhaltung durch das Monster bis hin zur monsterhaften Kunst. Schmitz-Emans setzt fort, dass Monster gleichzeitig „Das Wunderbare (…) [und] das Schreckenerregende“ (Z. 11) sind - eine weitere Antithese, die die Faszination der Menschen über das Außergewöhnliche, das Übernatürliche und das Abnormale zeigt. Dass Monster allerdings keinesfalls nur der reine Auswuchs der Fantasie sind, sondern als Mischprodukt von Fantasie und realer Observation erzeugt werden, beschreibt Schmitz-Emans durch die Repetitio der Worte „Empirisch(…) und Imaginär(…)“ (Z. 25). Zudem erklärt die Autorin, dass Monster als Spiegelbilder angesehen werden können. Sie sind also eine Metapher für die Gesellschaft, denn diese spiegelt sich in der jeweiligen Auffassung, was als Monster gilt.
Insgesamt gesehen lassen sich Monster als Produkt einer jeweiligen Epoche und deren Auseinandersetzung mit der kollektiven Psyche beschreiben. Sie drücken das aus, was unterbewusst und auch unbewusst in den Menschen vorgeht und was sie beschäftigt. Gleichzeitig gibt es aber auch niedliche Monster, die den Kindern dabei helfen sollen, die Unterscheidung zwischen dem, was richtig und dem was falsch ist, zu lernen.

Untersuchung der Frage, ob Grenouille und Gregor Samsa als Monster gelten können

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Untersuche, inwieweit Grenouille aus "Das Parfum" und Gregor aus "Die Verwandlung als Monster angesehen werden können.
Fast jedes literarische Genre besitzt einen antithetischen Charakter, der das Geschehen vorantreibt und der dem Protagonisten Hürden aufstellt. Je nach Genre kann dies auch ein Monster sein. Laut der Literaturwissenschaftlerin Monika Schmitz-Emans hat sich das Bild und die Bedeutung des Monsters über Jahrhunderte hinweg verändert - es ist daher äußerst vielgestaltig, was die Faszination gegenüber dem Publikum noch erhöht. Im folgenden soll untersucht werden, inwieweit die Protagonisten Jean-Baptiste Grenouille aus Patrick Süskinds Roman Das Parfum und Gregor Samsa aus Franz Kafkas Erzählung Die Verwandlung als Monster gelten können.
Als Monster bezeichnet Schmitz-Emans Kreaturen, die etwas bestimmtes zeigen sollen, die gar als Medium von höheren Instanzen genutzt werden. Gleichzeitig besitzen sie eine gewisse Ambiguität - sie sind etwas wunderbares und trotzdem schreckliches. Sie können zum Beispiel das komische Aussehen eines Fabelwesens annehmen oder sie weichen von der körperlichen Norm des Menschen ab. Oftmals werden sie normal geboren, sie können aber auch einen Wandel in die Abnormalität durch das Annehmen einer fremden Gestalt erleben. Monster können aber auch Mischwesen oder Zwischenwesen sein, wie etwa ein Werwolf oder ein Zentaur. Allerdings gelten auch Verbrecher als Monster, denn sie sind eine Bedrohung des sozialen Lebens und haben eine psychische Veranlagung zur Kiminalität. Sie sind moralische Monster, die weder Ethik noch Moral verstehen, noch irgendwelche Emotionen haben können.
Jean-Baptiste Grenouille kann anhand dieser Kriterien eindeutig als Monster eingestuft werden. So ist er monsterhaft in seiner Einstellung und Moral, sowie in seinem Aussehen in Teilen. Das Kriterium der Ambiguität ist bei ihm bereits erfüllt: Trotz seines Aussehens, seiner Abnormalität und der Tatsache, dass er dutzende Menschen ermordert hat, sind die Menschen letztendlich so fasziniert von ihm und seinem Geruch, dass sie ihn zerfleischen. Sein Engelsduft betört seine Peiniger und macht sie schlichtweg besessen von ihm. Demnach ist er schrecklich aufgrund der grausamen Morde, die er begangen hat, und wunderbar zugleich. Allein von seiner äußeren Erscheinung her kann Grenouille jedoch nicht direkt als Monster wahrgenommen werden. Trotzdem ist er äußerlich abnormal mit seiner Knollennase, den klobigen Händen und den verkrüppelten Füßen - außerdem hat er keinen Eigengeruch, was letztlich auch der Grund ist, warum er zum Monster wird. Er wird also nicht als solches geboren, sondern erfährt einen Wandel. Des Weiteren ist Grenouille in Teilen ein Mischwesen aus Mensch und Tier. Er besitzt einen animalischen Geruchssinn, hat keinerlei Angst vor der Dunkelheit und kommt ohne Licht zurecht. Zudem wittert er Dinge durch Wände und Türen hindurch und wird als Zeck bezeichnet, oder oft auch mit anderen Tieren wie Spinnen oder Kröten verglichen. Auch nutzt er sein Sprachorgan nur wenn absolut nötig. Als Zwischenwesen kann er auch angesehen werden, denn er benötigt nur ein minimales Quantum an Nahrung und Kleidung. Zusätzlich hat er bereits mehrerer tödliche Krankheiten sowie Tötungsversuche überlebt. Hinzu kommt, dass er neben seiner äußerlichen Erscheinung und seiner tierähnlichen Lebensweise auch ein moralisches Monster ist. Er tötet aus Eigennutz und verspürt sogar Glücksgefühle, wenn er Mödchen umbringt. Dies gilt für ihn als Schlüsselerlebnis, geradezu als Erkenntnis des Lebenssinnes. Er hat außerdem eine psychische Veranlagung dazu, war schon immer extrem gierig und er nimmt alles in Kauf, um an sein Ziel zu gelangen. Seine Morde haben außerdem eine kannibalische Anwandlung durch die Einverleibung des Duftes. Hernach entspricht Süskinds Grenouille dem nach Schmitz-Emans dargelegten, klassischen Konzept des Monsters. Gregor Samsa ist hingegen eher ein Monster in seiner Gestalt, da er eines Morgens in Form eines Käfers aufwacht. Ambiguitäten sind nur implizit vorhanden - Samsa wird von seiner Familie abgestoßen und er ist höchstens noch fasziniert von sich selbst und seinem neuen Körper und der Fähigkeit, zum Beispiel Wände hochzuklettern. Seinem Aussehen nach gleicht er eher einem Fabelwesen und doch ist er ein Mischwesen aus Mensch und Tier. Laut Zedler ist Samsa ein Monster, da er als Mensch geboren wurde und sich dann erst in einen Käfer verwandelt hat. Äußerlich ist er zwar ein Käfer, innerlich besitzt er allerdings immer noch einen menschlichen Verstand und kann Emotionen zeigen. Jedoch schätzt er auch seinen käferhaften Körper und erfreut sich am Abfall, er nähert sich also immer mehr dem Käfer-Dasein an und akzeptiert es. Gregor kann auch als Zwischenwesen gesehen werden, das irgendwo zwischen Leben und Tod steht. Er vegetiert irgendwann nur noch dahin, da er von seiner Familie verleumdet wird, folglich nichts mehr zu Essen bekommt und sich aber auch nicht selbst um Nahrung kümmert. Die Verwandlung in einen Käfer kostet ihn letztendlich das Leben. Trotz dass er das Dasein eines Käfers, respektive eines Monsters, fristet, ist Gregor kein klassisches Monster. Er stellt keinerlei Bedrohung für das soziale Leben dar und ist sicherlich auch kein Verbrecher. Allerdings kann er als eine Art moralisches Monster, da er sexuelle Fantasien seine Schwester Grete betreffend hat und er sie auch liebt. Wenn man aber die psychoanalytische Deutung von Kafkas Die Verwandlung in Betracht zieht, so bildet sich Gregor nur ein, ein Käfer zu sein. Diese Einbildung ist ein Produkt von Verdrängung und Unzufriedenheit; demnach wäre Samsa kein Monster nur aufgrund seines Aussehens.
Nimmt man die Kriterien von Monika Schmitz-Emans zur Hand, so fällt auf, dass Monster fast immer ähnliche Charakteristika besitzen, nach welchen man sie kategorisieren kann. Wendet man diese Kriterien nun auf Jean-Baptiste Grenouille und Gregor Samsa an, so fällt auf, dass Grenouille jedes einzelne Kriterium zu vollstem Maße erfüllt. Er kann in jedem Fall als Monster gesehen werden - durch sein schauriges Äußerliches, aber auch durch seine animalischen Eigenschaften wie durch seine eigennützigen Mordgelüste. Samsa ist jedoch nur rein äußerlich ein Monster oder auch ein Mischwesen und Zwischenwesen - bis auf die Tatsache, dass er seine Schwester Grete liebt. Da er dahingehend jedoch nichts unternimmt, ist er nur in Gedanken ein moralisches Monster.

Lineare Erörterung

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Diskutiere mögliche Gründe für die Popularität von Monstern in Literatur und Medien.
Monster in jeglicher Form waren schon seit jeher in Literatur und Medien beliebt. Ob man den Ursprung des Bösen "Dracula" von Bram Stoker betrachtet, etwa neuere Filme hinzuzieht wie beispielsweise "Jurassic Park" oder "Der dunkle Turm" oder sogar Videospiele um beispielsweise den Monsterjäger "The Witcher" mitnimmt - Monster spielen eine große Rolle in unserer heutigen sowie damaligen Unterhaltungskultur. Doch warum sind gerade Monster - die Verkörperung des Bösen - so beliebt?
Literatur oder auch Medien generell wurden schon immer genutzt, um dem gewöhnlichen Alltag zu entfliehen. In der Freizeit will man tendentiell etwas anderes erleben und dazu eignen sich Schauergeschichten optimal, denn sie sind nicht real. Liest man einen Roman dieses Genres, so begibt man sich in das Gedankenspiel der Angstlust. Dies ist eine Mischung aus Furcht und Wonne: mit Freude werden sich virtuellen, imaginären Gefahren ausgesetzt, mit der Sicherheit, einfach in das sichere Wohnzimmer zurückkehren zu können. Die sichere, reale Welt wird nur in Gedanken verlassen. Die Menschen wollen aus ihrem realen Leben entfliehen und stürzen sich dafür in eine Fantasiewelt, die allerdings keine reale Bedrohung darstellt.
Zudem ist die aktive Suche nach Spannung und Angst bereits in der Kindheit verwurzelt. So werden Kindern überall auf der Welt Märchen vorgelesen, die grundsätzlich eine böse oder niederträchtige Figur aufweisen. Die Geschichten werden sogar durch die Anwesenheit dieser bösen Charaktere vorangetrieben. Märchen bedienen somit die Sehnsüchte nach Angst und Spannung in Kindern. Hier kann das Beispiel Rotkäppchens angeführt werden, das zwar Angst vor dem bösen Wolf hat und diesen in ihrer Großmutter auch wiedererkennt, das sich jedoch trotzdem auf den Wolf einlässt. Der Mensch spielt gerne mit solchen Gedanken, um mit den unangenehmen Seiten des Lebens zu Recht zu kommen zu lernen, denn je größer die Angst, desto stärker sind die Glücksgefühle der Zuschauer und Leser. Durch diese Auseinandersetzung mit dem Bösen, mit Krimis oder der Angst generell, kann genau diese Angst unter Kontrolle gebracht werden. Der Zuschauer oder Leser versetzt sich willentlich in eine schaurige Situation und lernt daraus, mit genau solch einer Situation oder dem Gefühl der Angst umzugehen.
Das Böse ist allerdings auch ein Quotenhit - das beweisen Kult-Krimireihen wie „Tatort“ oder „Aktenzeichen XY“. Dort werden realitätsnahe Aktionen, Milieus und Handlungsschauplätze geschildert und auch aktuelle Themen wie beispielsweise ORganhandel oder die Schicksale von Flüchtlingen thematisiert. Dabei werden die TV-Ermittler als Menschen mit normalen Alltagsproblematiken dargestellt; oftmals sind sie genauso hilflos oder auch erfolgreich wie die Zuschauer in dem Versuch, das Böse zu verstehen. Trotzdem dienen die nachinszenierten Kriminalfälle nicht nur der Auflösung ungelöster Fälle sondern sie versetzen durch ihre Echtheit auch in Spannung. Zudem können die dargestellten Fälle auch als Prävention und als Abschreckung potentieller Täter gesehen werden.
Des Weiteren erzeugt das abnormale Verhalten, welches das Böse aufweist automatisch Interesse beim Menschen und lenkt ihn von seinem eigenen geordneten Leben ab. Ein Serientäter muss ja unauffällig unter seinen Mitmenschen leben können, um ihre Taten über längere Zeit begehen zu können und nicht schon beim ersten Mord geschnappt zu werden. Der Widerspruch zwischen dem klassischen bürgerlichen Leben und dem Bösen macht sicherlich eine weitere Faszination aus.
Betrachtet man die oben genannten Argumente, so ist es nicht verwunderlich, dass sich die Thematik des Bösen immer häufiger in der Literatur und den Medien wiederfindet. So kann man auch davon ausgehen, dass sich das Horror- oder Krimigenre weiterhin einer großen Beliebtheit erfreuen wird. Die Menschen sich hierin mit Situationen und Gefühlen konfrontiert, die zwar real sind, aber denen sie niemals ausgesetzt werden und deswegen zieht es viele Menschen daraufhin in seinen Bann. Es ist der Kick des Unbekannten und der Angst, die dieses Konstrukt so überlebensfähig machen.
Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!
Jetzt Einzellizenz freischalten
Infos zu SchulLV PLUS
Ich habe bereits einen Zugang
Zugangscode einlösen
Login
Folge uns auf
SchulLV als App