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Teil A

Aufgaben
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Gedichtinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Material:
Georg Trakl (1887-1914): Verfall
$\blacktriangleright\;$Aufgabenstellung:
$\;$
Interpretiere Georg Trakls Gedicht.
#gedicht#lyrik#gedichtanalyse#gedichtinterpretation
Material- Georg Trakl (1887-1914) Verfall
$\;$
Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten,
Folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
3
Die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen,
Entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.
Hinwandelnd durch den dämmervollen Garten
6
Träum ich nach ihren helleren Geschicken
Und fühl der Stunden Weiser kaum mehr rücken.
So folg ich über Wolken ihren Fahrten.
9
Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern.
Die Amsel klagt in den entlaubten Zweigen.
Es schwankt der rote Wein an rostigen Gittern,
12
Indes wie blasser Kinder Todesreigen
Um dunkle Brunnenränder, die verwittern,
Im Wind sich fröstelnd blaue Astern neigen.
(e1913)
Aus: Trakl und wir. Fünfzig Blicke in einen Opal.
Herausgegeben von Mirko Bonne und Tom Schulz.
München (Stiftung Lyrik Kabinett) 2014.
#gedichtinterpretation#gedicht#gedichtanalyse#expressionismus
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Gedichtinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Material:
Georg Trakl (1887-1914): Verfall
$\blacktriangleright\;$Aufgabenstellung:
$\;$
Interpretiere Georg Trakls Gedicht.
Bei der Gedichtinterpretation wird von dir verlangt, dass du einerseits Inhalt und Form des Gedichts genau analysierst und andererseits es auf dieser Grundlage interpretierst. „Interpretieren“ heißt, dass du das Gedicht auslegst. Dieses Verfahren ist im Grunde subjektiv, so dass verschiedene Auslegungen möglich sind. Es geht also für dich nicht darum, die einzig wahre Interpretation zu liefern, sondern eine fundierte Interpretationshypothese zu erarbeiten und sie dann zu belegen und begründen.
  • Zuerst musst du das Gedicht lesen und dir Notizen dazu machen: Autor, Epoche, Hauptaussage, formale Merkmale. Analysiere das Gedicht sehr gründlich.
    • > Aus dieser Analyse wirst du die Elemente herausarbeiten müssen, die als Grundlage für deine Interpretationshypothese und Interpretation fungieren werden.
  • Dann musst du deine Ergebnisse organisieren, um eine Gliederung erstellen zu können.
    • > Grundsätzich muss deine Gedichtinterpretation folgende Teile aufweisen:
      Einleitung - Hauptteil - Schluss.
  • Jeder Unterteil deiner Arbeit soll folgende Bestandteile beinhalten:
    • > Einleitung: Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Gattung, Hauptaussage, Einordnung in die Epoche.
      > Hauptteil: vier Unterteile: kurze Inhaltsangabe, Formulierung der Interpretationshypothese, formale Analyse, eigentliche Interpretation.
      > Zusammenfassung der Hauptaussage - Fazit über die Interpretationshypothese.
  • Bei einer Gedichtinterpretation sollst du auf die Form und die Sprache des Textes noch mehr achtgeben: in einem Gedicht gibt es sehr häufig ein Metrum, ein Reimschema und zahlreiche Sprachmittel, die du erkennen, analysieren und interpretieren musst.
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$\blacktriangleright\;$ Material:
Georg Trakl (1887-1914): Verfall
$\blacktriangleright\;$Aufgabenstellung:
$\;$
Interpretiere Georg Trakls Gedicht.
Tipp
Bei der Gedichtinterpretation wird von dir verlangt, dass du einerseits Inhalt und Form des Gedichts genau analysierst und andererseits es auf dieser Grundlage interpretierst. „Interpretieren“ heißt, dass du das Gedicht auslegst. Dieses Verfahren ist im Grunde subjektiv, so dass verschiedene Auslegungen möglich sind. Es geht also für dich nicht darum, die einzig wahre Interpretation zu liefern, sondern eine fundierte Interpretationshypothese zu erarbeiten und sie dann zu belegen und begründen.
  • Zuerst musst du das Gedicht lesen und dir Notizen dazu machen: Autor, Epoche, Hauptaussage, formale Merkmale. Analysiere das Gedicht sehr gründlich.
    • > Aus dieser Analyse wirst du die Elemente herausarbeiten müssen, die als Grundlage für deine Interpretationshypothese und Interpretation fungieren werden.
  • Dann musst du deine Ergebnisse organisieren, um eine Gliederung erstellen zu können.
    • > Grundsätzich muss deine Gedichtinterpretation folgende Teile aufweisen:
      Einleitung - Hauptteil - Schluss.
  • Jeder Unterteil deiner Arbeit soll folgende Bestandteile beinhalten:
    • > Einleitung: Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Gattung, Hauptaussage, Einordnung in die Epoche.
      > Hauptteil: vier Unterteile: kurze Inhaltsangabe, Formulierung der Interpretationshypothese, formale Analyse, eigentliche Interpretation.
      > Zusammenfassung der Hauptaussage - Fazit über die Interpretationshypothese.
  • Bei einer Gedichtinterpretation sollst du auf die Form und die Sprache des Textes noch mehr achtgeben: in einem Gedicht gibt es sehr häufig ein Metrum, ein Reimschema und zahlreiche Sprachmittel, die du erkennen, analysieren und interpretieren musst.
Tipp
Bei der Gedichtinterpretation wird von dir verlangt, dass du einerseits Inhalt und Form des Gedichts genau analysierst und andererseits es auf dieser Grundlage interpretierst. „Interpretieren“ heißt, dass du das Gedicht auslegst. Dieses Verfahren ist im Grunde subjektiv, so dass verschiedene Auslegungen möglich sind. Es geht also für dich nicht darum, die einzig wahre Interpretation zu liefern, sondern eine fundierte Interpretationshypothese zu erarbeiten und sie dann zu belegen und begründen.
  • Zuerst musst du das Gedicht lesen und dir Notizen dazu machen: Autor, Epoche, Hauptaussage, formale Merkmale. Analysiere das Gedicht sehr gründlich.
    • > Aus dieser Analyse wirst du die Elemente herausarbeiten müssen, die als Grundlage für deine Interpretationshypothese und Interpretation fungieren werden.
  • Dann musst du deine Ergebnisse organisieren, um eine Gliederung erstellen zu können.
    • > Grundsätzich muss deine Gedichtinterpretation folgende Teile aufweisen:
      Einleitung - Hauptteil - Schluss.
  • Jeder Unterteil deiner Arbeit soll folgende Bestandteile beinhalten:
    • > Einleitung: Autor, Titel, Erscheinungsjahr, Gattung, Hauptaussage, Einordnung in die Epoche.
      > Hauptteil: vier Unterteile: kurze Inhalsangabe, Formulierung der Interpretationshypothese, formale Analyse, eigentliche Interpretation.
      > Zusammenfassung der Hauptaussage - Fazit über die Interpretationshypothese.
  • Bei einer Gedichtinterpretation sollst du auf die Form und die Sprache des Textes noch mehr achtgeben: in einem Gedicht gibt es sehr häufig ein Metrum, ein Reimschema und zahlreiche Sprachmittel, die du erkennen, analysieren und interpretieren musst.
Das vorliegende Gedicht „Verfall“ von Georg Trakl, das 1913 erschien, handelt von Sehnsucht und, wie der Titel es schon andeutet, von Verfall. Die Form des Gedichts ist die des klassischen „italienischen Sonetts“. Es ist der Epoche des Expressionismus zuzuordnen, in der das Thema „Verfall“ von großer Bedeutung war.
Einleitung:
Titel, Autor, Erscheinungsjahr,
Thema, Gattung, Einordnung in eine Epoche
Trakls Sonett „Verfall“ ist von zwei gegensätzlichen Themen geprägt. Es handelt sich einerseits um das Fernweh, die Sehnsucht nach schöneren Orten, die hauptsächlich in den beiden Quartetten thematisiert ist, und andererseits um den Verfall der Realität, der in den Terzetten dem lyrischen Ich schlagartig bewusst wird.
Hauptteil
Inhaltsangabe Quartette: Sehnsucht, Fernweh / Terzette: Verfall der Realität
Gemäß der Tradition des klassischen Sonetts entspricht die thematische Struktur des Gedichts der Einteilung in Quartette und Terzette. Üblich ist in der Tat im Sonett, dass der Übergang von Quartetten zu Terzetten einen wichtigen Wendepunkt im Gedicht darstellt. In diesem Sinne wird hier ermittelt, wie der Übergang von der Sehnsucht zum Verfall zustande kommt und inwiefern man diesen als Metapher für die Grundstimmung zu Trakls Zeit deuten kann. Bevor dies im interpretierenden Teil der Arbeit untersucht wird, werden die Form und die Sprache des Gedichts näher untersucht.
Interpretationshypothese
Der Übergang von der Sehnsucht zum Verfall
Metapher für die Vorkriegszeit
Wie schon erwähnt, handelt es sich hier um ein klassisches Sonett. Man findet dementsprechend in den Quartetten umarmende Reime und in den Terzetten Kreuzreime. Das Vermaß des Gedichts ist weitgehend der fünfhebige Iambus, der für das klassiche Sonett auch typisch ist. Die Kadenzen sind überwiegend weiblich, was dem Gedicht eine gewisse Ruhe verleiht.
Der Vers 9, als Schnittstelle zwischen Quartetten und Terzetten, bildet inhaltlich und syntaktisch den Wendenpukt des Gedichts. Wie schon gesagt, ändern sich die Themen: Während in den Quartetten der friedliche Traum von fernen und angenehmen Orten dargestellt wird, bricht in den Terzetten der Verfall herein. Das Adverb „Da“ am Anfang des neunten Verses unterstreicht diese plötzliche Wendung. Dies ist auch in der syntaktischen Struktur des Gedichts zu finden. In den Quartetten herrschen lange Sätze, die sich über mehrere Verse ausstrecken (Verse 1-4, Verse 5-7) und die Friedlichkeit des Traums rhythmisch verdeutlichen. Im Gegensatz dazu findet man in den Terzetten kürzere Sätze, die asyndetisch aneinander gereiht sind. Dies wiederum betont die Tatsache, dass der Verfall die bisherige Ordnung angreift oder gar zerstört. Im Nachstehenden wird Vers für Vers diesen Übergang von der Sehnsucht zum Verfall untersucht und gedeutet.
Formale Analyse
Klassische Sonett, Kreuzreime und umarmende Reime, fünfhebiger Iambus, weibliche Kadenz
Vers 9 als Wendepunkt: thematisch aber auch syntaktisch und rhythmisch
Die erste Strophe beschreibt einen Abend (V.1) im Herbst (V.4). Diese Tages- und Jahreszeit sind typische Momente des Übergangs und in der Lyrik auch beliebte Bilder für den Verfall. In den Quartetten jedoch werden sie noch positiv konnotiert.
Interpretation
1. Quartett : Herbstabend positiv konnotiert
In der ersten Strophe geht der Abend mit einer Stimmung der Friedlichkeit und der Besinnung einher. Die „Glocken“ (V.1) läuten zum Angelus, dem Abdengebet, und signalisieren, dass die Zeit der Arbeit vorbei ist. Sofort wird hier an die Sinne des Lesers appelliert: an das Gehör mit den Glocken. Der Angelus ist die Zeit der Ruhe, eine Zeit für Gott. Dementsprechend versinkt das lyrische Ich in einen Moment der Besinnung.
Glocken: Ruhe und Friedlichkeit
Die Aufmerksamkeit des lyrischen Ichs richtet sich ab dem 2. Vers auf eine Vogelschar, die am Himmel vorbeizieht. Nach dem Gehör wird hier mit dem Bild der vorbeiziehenden Vogelschar das Sehvermögen des Lesers miteinbezogen. Die Alliteration auf „f“ („Folg“, „Vögel“, „Flügen“) verstärkt das Gefühl der Ruhe. Diese Vögel, „gleich frommen Pilgerzügen“ (V.3), fliegen in den Süden, in angenehmere Gegenden. Die Sehnsucht des lyrischen Ichs nach schöneren Orten oder velleicht auch schöneren Zeiten wird in diesem Herbstabend, an dem die Vögel schon wegfliegen, deutlich. Der Vergleich mit Pilgerzügen betont die religiöse Komponente der Strophe, die schon beim Motiv der Glocken vorhanden ist. Demzufolge kann man andeuten, dass sich das lyrische Ich vielleicht nicht nur nach weltlichen schöneren Orten sehnt, sondern auch nach dem Jenseits. Im vierten Vers verschwinden die Vögel langsam am Horizont. Hier wird wieder deutlich, dass der Herbst als positive Zeit dargestellt wird, obwohl es sich bei Trakl für gewöhnlich um ein Zeichen des Verfalls handelt. In der Tat wird das Adjektiv „herbstlich“ mit dem Adjektiv „klar“ in einem Ausdruck verwendet. Die „Weiten“ kann man also als eine mögliche positive Zukunft interpretieren. Die Tatsache aber, dass dieses Motiv bei Trakl sonst eher negativ konnotiert ist, bereitet die Wendung in den Terzetten vor.
Motiv: vorbeiziehende Zugvögel
Die Verheißung auf eine bessere Zukunft
Die Aufmerksamkeit des lyrischen Ichs richtet sich in dem Maße, wie die Vögel am Himmel langsam verschwinden, mehr und mehr auf sich selbst, auf den Traum, der im 2. Quartett geschildert wird.
Übergang von der Betrachtung zum Traum
Langsam setzt sich die Dämmerung in der zweiten Strophe durch („durch den dämmervollen Garten“ V. 5) und das lyrische Ich versinkt in seinen Traum. Objekt dieses Traums ist das Schicksal der Zugvögel. Mit dem Wort „Geschick“ wird die Rolle der Vögel als Omen für die Zukunft deutlicher. Das Schicksal der Vögel wird als „heller“ bezeichnet. Es entsteht langsam in dieser Strophe eine Diskrepanz zwischen den Vögeln als Hoffnungsträger und der Gegenwart des lyrischen Ichs. Während sich das Ich bald in der Dunkelheit der Nacht befinden wird, nehmen die Vögel das Licht und die Hoffnungen mit sich mit. Die Verwendung von der Präposition „nach“ anstatt von „von“ in Verbindung mit dem Verb „träumen“ im Vers 6 unterstreicht zusätzlich die Sehnsucht des lyrischen Ichs.
2. Quartett
Der Traum, die Sehnsucht
Je mehr das lyrische Ich in den Traum versinkt, desto mehr vergisst es die Realität. Im Vers 7 befindet er sich dann ganz im Traum und von der Zeit ganz gelöst. Hier wird der Höhepunkt im Traum und somit im Gedicht erreicht. Der Zeit zu entfliehen wäre nämlich eine Möglichkeit, auch dem Verfall zu entweichen. Aber die „Wolken“ im achten Vers, die im Widerspruch zu dem noch „klaren“ Himmel im Vers 4 stehen, kündigen die Wendung in den Terzetten an.
Von dem Höhepunkt der Vision zum Verfall: das Zeitlose als Höhepunkt
Im Vers 9 schlägt alles um. Das Adverb „da“ betont den Bruch. Der Traum von einem schöneren Schicksal platzt: Kälte und Dunkelheit brechen herein. Dieser Bruch ist für das lyrische Ich und den Leser, durch die Verwendung von dem Verb „erzittern“ körperlich zu spüren. Das Zittern verweist sowohl auf die Kälte, die im „Hauch“ schon vorhanden ist, als auch auf die Angst, die im Sonett dann immer stärker zu spüren ist. Im ersten Terzett folgen kurze Sätze in asyndetischer Aneinanderreihung aufeinander. Der Wendepunkt wird also auch im Rhythmus deutlich. Die zeitlose und harmonische Seifenblase des Traums ist zerstört und die Vergänglichkeit der Realität wird dem lyrischen Ich bewusst. Genauso geht auch die syntaktische Struktur in die Brüche.
1. Terzett
Bruch: Syntaktisch und thematisch
Der „Verfall“ wird zum ersten Mal genannt und in den weiteren Versen veranschaulicht. In den Versen 10 und 11 werden zwei Bilder aneinandergereiht. Es handelt sich zuerst um das Bild der Amsel in den „entlaubten Zweigen“ (V.10) und andererseits um die Weintrauben, die an den „rostigen Gittern“ verfaulen, weil sie nicht geerntet werden. Dieses Motiv zeigt, dass die Natur nicht mehr imstande ist, die Tiere zu versorgen. Die Amsel findet im kahlen Baum nicht mehr den nötigen Schutz. Mit den Weintrauben wird aber gezeigt, dass die Menschheit, die Geschenke der Natur nicht mehr zu nutzen weiß. Der Rost an den Gittern ist auch ein Symbol von Verfall und Vergänglichkeit.
Veranschaulichung des Verfalls
Der Bruch in der Syntax sowie die Aneinanderreihung von Bildern sind zwei übliche Stilmittel des Expressionismus. Zu dieser Zeit wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg über den Verfall der bestehenden Ordnung und der Werte geklagt. In diesem Sinne ist das Gedicht von Trakl typisch für diese Zeit des Expressionismus und kann dementsprechend auch als Metapher für dieses Gefühl des allgemeinen Verfalls fungieren.
Zusammenhang mit dem Expressionismus und der Vorkriegszeit
In der letzten Strophe des Sonetts wird das Bild des Verfalls verstärkt: Kälte, Dunkelheit und Tod gewinnen die Oberhand. Gleich im ersten Vers des Terzetts taucht der Tod durch das Motiv des „Todesreigen[s]“ auf. Das Wort „Todesreigen“ erinnert an den barocken Totentanz. Die Zeit des Barocks war auch eine Zeit, die sich auch in der Lyrik intensiv mit Tod und Verfall befasst hat. Mit diesem Motiv wird also auf eine lange lyrische Tradition verwiesen, die dem Gedicht umso mehr Sinn und Tiefe verleiht. Die Tatsache, dass Kinder diesen Totentanz absolvieren, verstärkt den Verfall. Kinder stehen nämlich normalerweise für die Zukunft und die Hoffnung. Aber hier gehören sie schon zum Reich der Toten, was heißt, dass die Hoffnung auf Verbesserung und Erneuerung auch bereits gestorben ist.
2. Terzett
Der Totentanz als Motiv der Vergänglichkeit in Anlehnung auf das Barock
Im 11. Vers wird die Unfruchtbarkeit der Natur noch einmal aufgegriffen. Die Brunnen „verwittern“, sind also leer und ausgetrocknet. Die ganze Natur stirbt langsam wie die blauen Astern, die im letzten Vers der Kälte und dem Wind erliegen. Die Aster ist eine Blume, der man verschiedene Bedeutungen zuschreibt. Es handelt sich um eine Herbstblume, die gegen Kälte nicht sehr empfindlich ist. Darüber hinaus wird sie oft benutzt, um Gräber zu schmücken. In der expressionistischen Lyrik ist sie auch bei Benn zu finden. Die Tatsache, dass kälteresistente Blumen hier auch verwelken, betont den Verfall und die Hoffnungslosigkeit.
Unfruchtbarkeit und Tod der Natur: die Astern
Trakls Sonett „Verfall“ zeichnet den Übergang von einem schönen verheißungsvollen Herbstabend zu einer kalten und toten Welt. Viele Bilder und Stilmittel sind deutlich dem Expressionismus zuzuordnen. Die asyndetische Aneinanderreihung von Sätzen, die Aneinanderreihungen von Bildern, die Themen des Verfalls und des Weltuntergangs sind für den Expressionismus typische Themen. Mit diesen Themen und Sprachmitteln reagieren die Expressionisten auf eine sich rasch ändernde Welt und später auf die Folgen des Ersten Weltkrieges. 1913, am Abend vor dem Ersten Weltkrieg, schafft Trakl mit seinem Gedicht eine lyrische Metapher der Grundstimmung seiner Zeit.
Schluss Zusammenfassung des Hauptaussage
Einordnung in die Epoche
Botschaft des Gedichts
#reimschema#sonett#stilmittel#gedichtanalyse#gedichtinterpretation
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