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Teil A

Aufgaben
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Analyse pragmatischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Wolfram Ette (*1966): Kritik der Tragödie (Textauszug)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Textauszug und bewerte seine Gestaltungs- und Wirkungsweise.
#analysieren#sachtext#beurteilen
Wolfram Ette: Kritik der Tragödie (Textauszug)
KRITIK DER TRAGÖDIE
Über dramatische Entschleunigung
Einleitung
I
$\,$
Titel, die mit dem Begriff der Kritik beginnen und auf ihn eine gewisse Genitivergänzung folgen lassen, machen sich vorweg einer gewissen Vagheit verdächtig. Denn sie lassen
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meist im unklaren, ob sie den Genitiv im subjektiven oder im objektiven Sinne verstanden wissen wollen. […]
II
Die Zuschreibung „tragisch“ oder „eine Tragödie“ verbindet drei Urteile miteinander. Zum
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ersten ist von einem Geschehen die Rede, das als negativ erfahren wird. Eine Tragödie ist immer ein Unglück. Vom Unglück im gewöhnlichen Verständnis unterscheidet sie sich zum zweiten aber dadurch, daß im Geschehen ein Zwang, eine „Schicksalsmacht“ erfahren wird,
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der eine gegen sie gerichtete Kraft des Menschen übersteigt. Drittens, damit zusammenhängend, spielt ein subjektives Verschulden, wie immer verhüllt, in den Ablauf der Ereignisse hinein.
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Dieser Befund wird auf den ersten Blick überraschen. Wenn ein Familienvater auf der Autobahn verunglückt und seine Angehörigen mittellos zurückläßt, so ist das, wenn es die Boulevardpresse hernach als Tragödie ausschreit, sicherlich ein Unglück. Aber Schicksal
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und eigenes Verschulden scheinen dem Ereignis denkbar fremd gegenüberzustehen. Es wäre geschmacklos, im Angesicht des Unglücks davon zu reden. Allein die nähere Besinnung lehrt, daß jene Vorstellungen doch der Unterschleif sind, der auch in einem
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solchen Fall die Rede vom Tragischen begleitet und von der Zeitungsschlagzeile nicht bewußt, aber planvoll mitproduziert wird. Da ist zunächst das Motiv der Autofahrt. Jedes Jahr fallen Tausende Menschen dem Autoverkehr zum Opfer. Er ist nicht die wichtigste, aber
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eine der am besten sichtbaren Schicksalsmächte der Gesellschaft des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts. Diese Schicksalsmacht ist von Menschen produziert, auch wenn ihre Auswirkungen von ihnen nicht beherrscht werden. In dem Moment, in dem man
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ein Auto besteigt, begibt man sich willentlich und wissentlich in den Bereich dieser Macht. Der verunglückte Autofahrer aus unserem Beispiel ist schuldig, nicht weil er eine juristisch belangbare Tat begangen hat, sondern weil er in ein System einwilligte, das ihn potentiell
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zum Opfer oder Täter machte. Es verurteilt ihn zur Schuld wie das Orakel Ödipus, dessen erste Schuld darin bestand, an das Orakel zu glauben und sich damit der Macht, gegen die er antrat, im vorhinein zu unterwerfen. Eintretend in einen objektiven Schuldzusammenhang, ist er
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unschuldig schuldig.
In der Schlagzeile vom tragischen Autounfall überlebt darüber hinaus noch ein zweites Motiv: mythisch, irrational und unausrottbar. Es ist die vage Unterstellung, daß es das Glück
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des Familienvaters selbst gewesen sein könnte, durch das er das Schicksal gegen sich heraufbeschworen habe. Die Massenpresse spielt auf der Klaviatur des Unbewußten - dem verdankt sie ihre hohen Auflagen - und ins aufrichtige Erschrecken über das plötzliche
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Unglück mischt sich die Häme, die dem anderen sein Glück nicht gönnt und sachte andeutet, daß es der logische Ursprung seine Unglücks gewesen sein könnte. Das Schicksal erscheint in diesem Lichte als die Hegelsche Nemesis, die abschleift, was übersteht und jedes Zuviel eines
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Einzelnen, so kärglich es auch ausfallen mag, ahndet.
In eigentümlicher Verflochtenheit also gesellen sich Schuld und Schicksal zur Vorstellung des Unglücks, wenn vom Tragischen die Rede ist. Und zwar tun sie das so, daß die - nicht
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zurechenbare - Schuld darin liegt, in systemische Zusammenhänge einzutreten, deren Macht die des Einzelnen übersteigt; Zusammenhänge, die ihn potentiell bedrohen und die Schuld produzieren. Das gilt unabhängig davon, ob in unserem Beispiel der Autofahrer
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selbst den tödlichen Unfall verschuldet hat oder ob es ein anderer gewesen ist - wie denn auch der alltagssprachliche Begriff des Tragischen sich dieser Unterscheidung gegenüber gänzlich indifferent erweist.
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Anders ausgedrückt, bedeutet das: Tragödien sind Prozesse kollektiver Selbstzerstörung. Der Hinweis auf den kollektiven Charakter dieser Prozesse will dabei mehreres besagen. Zum einen bezeichnet die Schicksalsmacht, mag sie nun religiös (zum Beispiel das
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Orakelwesen in „König Ödipus“), konventionell (zum Beispiel die „honneur“ in den Stücken Corneilles) oder materiell (der Autoverkehr in unserem Beispiel) kodifiziert sein, einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Sie existiert durch und, wenn man so will, für die
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menschlichen Kollektive. Darin liegt zum anderen, daß das den Einzelnen treffende Verhängnis exemplarischer Natur ist. Weil sich in ihm ein gesellschaftliches Allgemeines bekundet, kann es jeden anderen treffen. Es ist die spezifisch tragische, durch Aristoteles
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kanonisch gewordene Gefühlsmischung aus Mitleid und Furcht, die die kollektive Verbindlichkeit des Einzelfalls indiziert; die Affekte sind der Motor solcher
Verallgemeinerung.
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„Kritik der Tragödie“ bedeutet mithin: Kritik solcher kollektiven Selbstzerstörungspro-
zesse.
Wie läßt sich nun in dieses Gefüge der doppelte Sinn des Genitivs eintragen, resultierend
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in der Idee einer Selbstkritik des Tragischen? Als Kritik am Tragischen zielt die Formel darauf, die Macht eines Schicksals zu brechen oder zu relativieren, in das die Menschen durch ihr eigenes Handeln irgendwie schuldhaft verstrickt sind. Gleichzeitig gehört es zum
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Wesen der tragischen Form, daß diese Kritik nicht abstrakt geführt wird, sondern allein aus der Darstellung des Tragischen selbst erhellt. Das heißt, es gibt keine Kritik am Tragischen ohne die Kritik, die im Tragischen selbst laut wird.
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Diese Kritik richtet sich gegen den gesellschaftlichen Schein der Freiheit. Historisch haben Tragödien Konjunktur in Zeiten einer raschen gesellschaftlichen Emanzipation von überlieferten Wertvorstellungen; sie dokumentieren Umbrüche und epochale Transfor-
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mationsprozesse. In dieser Situation erinnern sie kritisch an die alten und neuen Zwänge, denen das Handeln sich unterworfen findet.
Jedoch üben sie diese Kritik nicht um des Schicksals, sondern um der Freiheit willen. Die
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Kritik, die eine Gesellschaft an die ihr verborgenen tragischen, d.h. selbstzerstörerischen Zwänge erinnert, will diese Zwänge nicht verewigen, sondern in dem Bewußtsein brechen, daß das nicht durch ihre Verdrängung, sondern allein durch ihre ausführliche und analytisch
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tragfähige Darstellung gelingen kann. Von der Tragödie gilt voll und ganz, was man von der Hegelschen Philosophie gesagt hat, die von ihr mächtige Impulse empfangen hat: Sie ist Einheit von Darstellung und Kritik. Darin eben ist sie Selbstkritik des Tragischen.
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So wäre denn die Kunstgattung der Tragödie im Unterschied zur umgangssprachlichen Verwendung des Wortes zu definieren: Das dramatische Genre der Tragödie ist die aus der Einheit von Darstellung und Kritik hervorgehende Selbstkritik des Tragischen.
(e 2011)
Aus: Wolfram Ette: Kritik der Tragödie. Über dramatische Entschleunigung,
http://www.etteharder.de/Ette%20-%20Kritik%20der%20Trag%C3%B6die%20-%20Einleitung.pdf
Zugriff am 12.06.2017.
[gekürzt]
#tragödie#sachtext
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Analyse pragmatischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Wolfram Ette (*1966): Kritik der Tragödie (Textauszug)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Textauszug und bewerte seine Gestaltungs- und Wirkungsweise.

Einleitung

Deine Analyse beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Kritik der Tragödie (Textauszug)
  • Autor: Wolfram Ette
  • Erscheinungsjahr: 2011
  • Inhalt: Im vorliegenden Textauszug aus „Kritik der Tragödie“, das 2011 erschien, beschäftigt sich Wolfram Ette damit, dass die Kritik an der Tragödie bereits in ihr selbst liegt.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, den Textauszug zu analysieren. Für die Textanalyse musst du zunächst einmal den Inhalt des Textes wiedergeben. Gehe hierbei auch auf den Zusammenhang zwischen Titel und Inhalt ein.
Danach musst du die Struktur analysieren. Wie ist der Text aufgebaut? Wie steht der Autor zum Geschehen? Wie ist seine Argumentationsweise aufgebaut?
Dann musst du auf die Sprache eingehen. Schaue hierzu, welche Art der Sprache Ette benutzt, und welcher sprachlichen Mittel er sich bedient, um seine Argumente zu unterstützen.
Am Ende musst du die Gestaltungs- und Wirkungsweise des Textes bewerten. Ist seine Argumentationsweise stichhaltig und überzeugt dich? Wie wirkt die Verwendung bestimmter sprachlicher Muster auf dich?
Inhalt
  • Ausschnitt aus der Einleitung des Buches, Hinweis auf die Doppeldeutigkeit des Titels (Genitiv kann im subjektiven oder im objektiven Sinne verstanden werden, vgl. Z. 3)
  • Definition der Begriffe „tragisch“ und „Tragödie“
  • verbinden drei Urteile miteinander
    1. Unglück beziehungsweise „Geschehen […], das als negativ erfahren wird“ (Z. 6)
    2. Schicksalsmacht“ (Z. 8) beziehungsweise „Zwang“ (Z. 8) wird erfahren, dem der Mensch nichts entgegensetzen kann (vgl. Z. 9)
    3. subjektives Verschulden“ (Z. 10)
  • Verbindung der drei Urteile klingt überaschend (vgl. Z. 12)
  • Beispiel: Familienvater verunglückt auf der Autobahn
    • Unglück, aber wie spielt Schicksal und eigenes Verschulden mit hinein?
    • Motiv der Autofahrt, eine der „am besten sichtbaren Schicksalsmächte der Gesellschaft“ (Z. 21), die vom Menschen produziert, aber deren Auswirkungen nicht von ihm kontrolliert werden können
    • wer in ein Auto steigt, begibt sich „willentlich und wissentlich in den Bereich dieser Macht“ (Z. 24), verunglückter Autofahrer ist schuldig, weil er „in ein System einwilligte, das ihn potentiell zum Opfer oder Täter machte“ (Z. 26f)
    • Vergleich mit Ödipus, der an das Orakel glaubte und sich so unschuldig schuldig machte, weil er sich der Schicksalsmacht unterworfen hat (vgl. Z. 27f)
    • Motiv des Glücks, das Schuld daran ist, das „Schicksal gegen sich herausbeschworen [zu] habe[n]“ (Z. 33f)
    • Glück als „logische[r] Ursprung“ des Unglücks
    • Schicksal erscheint als die „Hegelsche Nemesis“ (Z. 38), die als ausgleichende Gerechtigkeit „jedes Zuviel des Einzelnen […] ahndet“ (Z. 38f)
  • Schuld und Schicksal gesellen sich beim Tragischen zum Unglück (vgl. Z. 40f)
  • Schuld liegt darin, „in systemische Zusammenhänge einzutreten, deren Macht die des Einzelnen übersteigt; Zusammenhänge, die ihn potentiell bedrohen und die Schuld produzieren“ (Z. 42f)
  • unabhängig davon, ob beispielsweise der Autofahrer selbst den Unfall verursacht hat oder jemand anders
  • im alltäglichen Sprachgebrauch des Tragischen wird dazwischen auch nicht unterschieden (vgl. Z. 46f)
  • „Tragödien sind Prozesse kollektiver Selbstzerstörung“
    • Schicksalsmacht (religiös, konventionell oder materiell) bezeichnet einen gesellschaftlichen Zusammenhang, der durch und für menschliche Kollektive existiert
    • Verhängnis, das den Einzelnen trifft ist „exemplarischer Natur“ (Z. 55), es ist ein „gesellschaftliches Allgemeines“ (Z. 55), das jeden treffen kann
    • die „Gefühlsmischung aus Mitleid und Furcht“ (Z. 57) führt zur „kollektiven Verbindlichkeit des Einzelfalls“ (Z. 57f)
  • wenn die Tragödie kritisiert wird, werden diese „kollektiven Selbstzerstörungsprozesse“ (Z. 60f) kritisiert
  • Bezug auf die Doppeldeutigkeit des Titels, Zusammenhang zwischen Kritik an der Tragödie und der „Selbstkritik des Tragischen“ (Z. 63)
    • die Macht des Schicksals soll gebrochen oder relativiert werden
    • diese Kritik kann nicht abstrakt geführt werden, sondern nur an der „Darstellung des Tragischen selbst“ (Z. 67) abgelesen werden („es gibt keine Kritik am Tragischen ohne die Kritik, die im Tragischen selbst laut wird“, Z. 67f)
    • die Kritik im Tragischen richtet sich „gegen den gesellschaftlichen Schein der Freiheit“ (Z. 69)
    • Tragödien entstehen, wenn sich die Gesellschaft von „überlieferten Wertvorstellungen“ (Z. 70f) emanzipiert und erinnern deshalb „kritisch an die alten und neuen Zwänge, denen das Handeln sich unterworfen findet“ (Z. 72f)
    • Kritik wird nicht wegen des Schicksals geübt, sondern „um der Freiheit willen“ (Z. 74)
    • die Zwänge sollen darin nicht verewigt werden, sondern gebrochen, und zwar nicht durch Verdrängung, sondern durch „ihre ausführliche und analytisch tragfähige Darstellung“ (Z. 77f)
  • Tragödie als „Einheit von Darstellung und Kritik“ (Z. 80), darin liegt die Selbstkritik des Tragischen
  • aus der durchdachten, analytischen und einheitlichen Darstellung der Zustände und der Zwänge, denen das Handeln unterliegt, entsteht die Selbstkritik des Tragischen (vgl. Z. 82); Gegensatz zur umgangssprachlichen Verwendung des Wortes Tragödie
Struktur
  • in der Einleitung wird die Doppeldeutigkeit angesprochen, auf die im Verlauf des Textauszugs gegen Ende hin Bezug genommen und eine Erklärung geliefert wird
  • Ette stellt zuerst die These auf, dass in der Tragödie drei Urteile verbunden werden und belegt dies dann bildhaft und leicht verständlich am Beispiel des Autofahrers
  • so geht er in der Argumentation auch weiter vor, wobei die Beispiele weniger bildhaft sondern eher abstrakt werden
  • er zerlegt seine Thesen in die einzelnen Bestandteile und erklärt die Begriffe nacheinander, anschließend bringt er sie miteinander in Zusammenhang
  • Argumentation baut aufeinander auf, die Stärke der Argumente steigert sich durchgängig
Sprache
  • Genitivkonstruktionen: unterstreichen den Titel und die darin enthaltene Doppeldeutigkeit des Genitivs („im Angesicht des Unglücks“, Z. 16; „der alltagssprachliche Begriff des Tragischen“, Z. 46)
  • komplexe syntaktische Strukturen: zeigen, wie gut Ette sich mit der Materie auskennt und weisen seine Zielgruppe als Literaturwissenschaftler oder zumindest -interessierte aus (vgl. Z. 44f, Z. 60, Z. 74f)
  • Anaphern: verstärken seine Argumente („willentlich und wissentlich“, Z. 24)
  • Metaphern: lockert seine Argumentation auf, hilft dem Lesefluss und dem Spaß am Lesen („Klaviatur des Unbewußten“, Z. 34)
  • Vergleiche/Beispiele: helfen seiner Argumentation, indem sie bildliche Vorstellungen darstellen und seine Argumentation untermauern (Beispiel des verunglückten Familienvater vgl. Z. 12f; Vergleich mit Ödipus und dem Orakel vgl. Z. 27f)
Gestaltungs- und Wirkungsweise
  • durch die vielen Beispiele und bildhaften Vergleiche wirken der Text und die Ansichten des Autors überzeugend
  • Autor bemüht sich durch das Aufspalten der Thesen und das anschließende Erklären der einzelnen Elemente, dass auch literaturinteressierte Laien seine Argumente verstehen
  • durch komplexe syntaktische Strukturen wird der Text aber auch für Leute, die sich gut mit dem Fachgebiet auskennen, interessant zu lesen
  • Aufbau der Argumentation vom schwächsten zum stärksten überzeugt von der Meinung des Autors
  • Gedanken sind klar und nachvollziehbar dargelegt

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage, die Intention, des Textes noch einmal kurz zusammenfassen und auch noch einmal kurz und knapp auf die Gestaltungs- und Wirkungsweise eingehen.
#stilmittel#argumentation#analysieren#tragödie
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