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Teil B

Aufgaben
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Vergleichende Textinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Arthur Schnitzler (1862 - 1931): Traumnovelle (Textauszug)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Setze die beiden Textauszüge zueinander in Beziehung.
#vergleichen
Arthur Schnitzler: Traumnovelle (Textauszug)
$\,$
[…]
Es war in diesem Jahr ihr erstes Ballfest gewesen, an dem sie gerade noch vor Karnevalschluß teilzunehmen sich entschlossen hatten. Was Fridolin betraf, so war er gleich beim Eintritt in den
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Saal wie ein mit Ungeduld erwarteter Freund von zwei roten Dominos begrüßt worden, über deren Person er sich nicht klar zu werden vermochte, obzwar sie über allerlei Geschichten aus seiner Studenten- und Spitalzeit auffallend genauen Bescheid wußten. Aus der Loge1, in die sie
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ihn mit verheißungsvoller Freundlichkeit geladen, hatten sie sich mit dem Versprechen entfernt, sehr bald, und zwar unmaskiert, zurückzukommen, waren aber so lange fortgeblieben, daß er, ungeduldig geworden, vorzog, sich ins Parterre zu begeben, wo er den beiden fragwürdigen
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Erscheinungen wieder zu begegnen hoffte. So angestrengt er auch umherspähte, nirgends vermochte er sie zu erblicken; statt ihrer aber hing sich unversehens ein anderes weibliches Wesen in seinen Arm: seine Gattin, die sich eben jäh einem Unbekannten entzogen, dessen
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melancholisch-blasiertes Wesen und fremdländischer, anscheinend polnischer Akzent sie anfangs bestrickt, der sie aber plötzlich durch ein unerwartet hingeworfenes, häßlich-freches Wort verletzt, ja erschreckt hatte. Und so saßen Mann und Frau, im Grunde froh, einem
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enttäuschend banalen Maskenspiel entronnen zu sein, bald wie zwei Liebende, unter andern verliebten Paaren, im Büfettraum bei Austern und Champagner, plauderten sich vergnügt, als hätten sie eben erst Bekanntschaft miteinander geschlossen, in eine Komödie der Galanterie,
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des Widerstandes, der Verführung und des Gewährens hinein; und nach einer raschen Wagenfahrt durch die weiße Winternacht sanken sie einander daheim zu einem schon lange Zeit nicht mehr so heiß erlebten Liebesglück in die Arme. Ein grauer Morgen weckte sie
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allzubald. Den Gatten forderte sein Beruf schon in früher Stunde an die Betten seiner Kranken; Hausfrau und Mutterpflichten ließen Albertine kaum länger ruhen. So waren die Stunden nüchtern und vorbestimmt in Alltagspflicht und Arbeit hingegangen, die vergangene Nacht,
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Anfang wie Ende, war verblaßt; und jetzt erst, da beider Tagewerk vollendet, das Kind schlafen gegangen und von nirgendher eine Störung zu gewärtigen war, stiegen die Schattengestalten von der Redoute, der melancholische Unbekannte und die roten Dominos, wieder zur
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Wirklichkeit empor; und jene unbeträchtlichen Erlebnisse waren mit einemmal vom trügerischen Scheine versäumter Möglichkeiten zauberhaft und schmerzlich umflossen. Harmlose und doch lauernde Fragen, verschmitzte, doppeldeutige Antworten wechselten hin und her; keinem von
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beiden entging, daß der andere es an der letzten Aufrichtigkeit fehlen ließ, und so fühlten sich beide zu gelinder Rache aufgelegt. Sie übertrieben das Maß der Anziehung, das von ihren unbekannten Redoutenpartnern auf sie ausgestrahlt hätte, spotteten der eifersüchtigen
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Regungen, die der andere merken ließ, und leugneten ihre eigenen weg. Doch aus dem leichten Geplauder über die nichtigen Abenteuer der verflossenen Nacht gerieten sie in ein ernsteres Gespräch über jene verborgenen, kaum geahnten Wünsche, die auch in die klarste und reinste
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Seele trübe und gefährliche Wirbel zu reißen vermögen, und sie redeten von den geheimen Bezirken, nach denen sie kaum Sehnsucht verspürten und wohin der unfaßbare Wind des Schicksals sie doch einmal, und wär's auch nur im Traum, verschlagen könnte. Denn so völlig
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sie einander in Gefühl und Sinnen angehörten, sie wußten, daß gestern nicht zum erstenmal ein Hauch von Abenteuer, Freiheit und Gefahr sie angerührt; bang, selbstquälerisch, in unlauterer Neugier versuchten sie eines aus dem andern Geständnisse hervorzulocken und, ängstlich
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näher zusammenrückend, forschte jedes in sich nach irgendeiner Tatsache, so gleichgültig, nach einem Erlebnis, so nichtig es sein mochte, das für das Unsagbare als Ausdruck gelten und dessen aufrichtige Beichte sie vielleicht von einer Spannung und einem Mißtrauen befreien
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könnte, das allmählich unerträglich zu werden anfing. Albertine, ob sie nun die Ungeduldigere, die Ehrlichere oder die Gütigere von den beiden war, fand zuerst den Mut zu einer offenen Mitteilung; […]


1 Loge: hier kleiner, abgeschlossener Raum
(e 1926)
Aus: Arthur Schnitzler: Ausgewählte Werke in acht Bänden. Spiel im Morgengrauen. Erzählungen 1923-1931,
Herausgegeben von Heinz Ludwig Arnold,
Frankfurt am Main (S. Fischer) 1999.
#novelle
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Lösungen
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Vergleichende Textinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Arthur Schnitzler (1862 - 1931): Traumnovelle (Textauszug)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Setze die beiden Textauszüge zueinander in Beziehung.

Einleitung

Da du diesen Aufgabenteil an den Teil A anschließt, solltest du dir am besten eine passende Überleitung vom einen zum anderen Teil überlegen. Hierin musst du auf jeden Fall nennen, dass die beiden Textauszüge gemeinsam haben, dass es in beiden um eine Paarbeziehung geht. Dann solltest du für den Textauszug der „Traumnovelle“ noch eine formale Einleitung schreiben, in der du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennst und den Inhalt wiedergibst.
  • Titel: Traumnovelle (Textauszug)
  • Autor: Arthur Schnitzler
  • Erscheinungsjahr: 1926
  • Inhalt: Im Textauszug aus der „Traumnovelle“ von Arthur Schnitzler, die 1926 erschien, geht es um das Ehepaar Fridolin und Albertine, das nach einem Maskenball, auf dem es mit Unbekannten des anderen Geschlechts in näheren Kontakt getreten ist, nachts die frühere Verliebtheit wiederfindet. Doch im tristen Grau des nächsten Tages, an dem sie der Alltag wieder einholt, fangen sie an, sich Gedanken darüber zu machen, dass sich beide von anderen Personen des anderen Geschlechts körperlich angezogen fühlen. Sie reden über den vergangenen Abend und provozieren sich dabei gegenseitig und sticheln ein wenig, doch eigentlich möchten sie dem Partner die Wahrheit sagen und ihm von ihrer Sehnsucht nach Anderen erzählen.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, die beiden Textauszüge miteinander in Beziehung zu setzen. Überlege dir hierfür, welche Punkte du anführen kannst, um Zusammenhänge zwischen den beiden Texten herzustellen. Du musst sie miteinander vergleichen. Zusätzlich solltest du auch auf dein Vorwissen zu den Epochen oder der weiterführenden Handlung der Lektüren, denen die Textauszüge entnommen sind, eingehen.
Stine
Traumnovelle
Paar
  • nicht verheiratet, Stine hat den Antrag wegen der Standesschranken abgelehnt
  • lieben sich aufrichtig, trotzdem hat Stine den Antrag abgelehnt
  • verheiratet
  • lieben sich aufrichtig, deshalb sind sie sich nur in Gedanken untreu aber nicht in Wahrheit $\rightarrow$ Schuldgefühle als Beweis dafür
Freiheit
  • Stine möchte Waldemar nicht durch eine Hochzeit die Freiheit nehmen, mit ihr wäre er nicht mehr so frei wie vorher
  • beide suchen (sexuelle) Freiheit, die sie aber durch ihre Ehe nicht schuldlos haben können
Status der Beziehung
  • relativ am Anfang der Beziehung
  • Beziehung wird im Geheimen gelebt (aufgrund der Standesschranken)
  • bereits weit fortgeschritten in der Beziehung (verheiratet + Kind „Mutterpflichten“, Z. 22)
  • Beziehung wird öffentlich gelebt, Sehnsüchte nach anderen Partnern werden im Textauszug geheim gehalten, erst am Ende kommt der Hinweis, dass sich Albertine im Folgenden dazu äußern wird
Treue
  • absolute Treue dem anderen Gegenüber $\rightarrow$ trotzdem Liebe, die nicht ganz klappt
  • treu, aber in Gedanken mit Untreue spielend $\rightarrow$ sexuelle Wünsche nach einem anderen Partner
Dominanz
  • Stine dominiert in der Szene, denn sie weist Waldemar durch Ablehnung des Heiratsantrags zurück $\rightarrow$ steht hierbei auf höherer Ebene als Waldemar (der eigentlich ein Graf ist und laut Standesdenken dominant sein müsste)
  • reden auf gleicher Ebene miteinander und haben dieselben Rechte, niemand dominiert in der Szene („beide zu gelinder Rache aufgelegt“, Z. 31)
  • zwar haben beide Sehnsucht nach einem anderen Partner, aber das heißt auch, dass beide die gleichen Sehnsüchte haben und so wieder auf einer Ebene stehen
Ehrlichkeit
  • sind zueinander ehrlich und Waldemar schüttet Stine sein Herz aus
  • sprechen sich aus
  • sind sich (trotz gedanklichem Wunsch) treu und ehrlich zueinander
  • reden sich aus
Epochenbezug
  • bürgerlicher Realismus
  • gesellschaftliche Verhältnisse, in denen der Mensch lebt, im Vordergrund
  • politische Mündigkeit des Bürgertums gegenüber des Adels
  • Impressionismus
  • Darstellung von Sinneseindrücken
  • Komplexität der Triebe

Schluss

Fasse in deinem Schluss das Ergebnis deines Vergleichs noch einmal kurz und knapp zusammen. Nenne hier aber nicht noch einmal neue Punkte, sondern gehe nur auf die Dinge ein, die du bereits im Hauptteil ausgearbeitet hast.
#epoche
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