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Teil A

Aufgaben
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Interpretation einer Textstelle

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Wolfgang Borchert (1921 - 1947): Draußen vor der Tür: 1. Szene (Szenenauszug)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Szenenauszug aus „Draußen vor der Tür“. Gehe dabei auch auf die Anlage des tragischen Geschehens ein.
#drama#interpretieren#tragödie
Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür: 1. Szene (Szenenauszug)
Lesehinweis: Aus den vorangegangenen Szenen „Vorspiel“ und „Der Traum“ geht hervor, dass der aus dreijähriger russischer Kriegsgefangenschaft heimkehrende Beckmann einen Schlussstrich unter sein Leben setzen will und deshalb in die Elbe springt. Sein Selbstmordversuch scheitert.
1. SZENE
Abend. Blankenese. Man hört den Wind und das Wasser.
Beckmann. Der Andere
$\,$
Beckmann: Wer ist da? Mitten in der Nacht. Hier am Wasser. Hallo! Wer ist denn da?
Der Andere: Ich.
3
Beckmann: Danke. Und wer ist das: ich?
Der Andere: Ich bin der Andere.
Beckmann: Der Andere? Welcher Andere?
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Der Andere: Der von gestern. Der von Früher. Der Andere von Immer. Der Jasager. Der Antworter.
Beckmann: Der von Früher? Von Immer? Du bist der Andere von der Schulbank, von der
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Eisbahn? Der vom Treppenhaus?
Der Andere: Der aus dem Schneesturm bei Smolensk1. Und der aus dem Bunker bei Gorodok2. Beckmann: Und der - der von Stalingrad3, der Andere bist du der auch?
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Der Andere: Der auch. Und auch der von heute abend. Ich bin auch der Andere von morgen.
Beckmann: Morgen. Morgen gibt es nicht. Morgen ist ohne dich. Hau ab. Du hast kein Gesicht.
Der Andere: Du wirst mich nicht los. Ich bin der Andere, der immer da ist: Morgen. An den
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Nachmittagen. Im Bett. Nachts.
Beckmann: Hau ab. Ich hab kein Bett. Ich lieg hier im Dreck.
Der Andere: Ich bin auch der vom Dreck. Ich bin immer. Du wirst mich nicht los.
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Beckmann: Du hast kein Gesicht. Geh weg.
Der Andere: Du wirst mich nicht los. Ich habe tausend Gesichter. Ich bin die Stimme, die jeder kennt. Ich bin der Andere, der immer da ist. Der andere Mensch, der Antworter. Der lacht, wenn
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du weinst. Der antreibt, wenn du müde wirst, der Antreiber, der Heimliche, Unbequeme bin ich. Ich bin der Optimist, der an den BÖsen das Gute sieht und die Lampen in der finstersten Finsternis. Ich bin der, der glaubt, der lacht, der liebt! Ich bin der, der weitermarschiert, auch
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wenn gehumpelt wird. Und der Ja sagt, wenn du Nein sagst, der Jasager bin ich. Und der -
Beckmann: Sag Ja, soviel wie du willst. Geh weg. Ich will dich nicht. Ich sage Nein. Nein. Nein. Geh weg. Ich sage Nein. Hörst du?
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Der Andere: Ich höre. Deswegen bleibe ich ja hier. Wer bist du denn, du Neinsager?
Beckmann: Ich heiße Beckmann.
Der Andere: Vornamen hast du wohl nicht, Neinsager?
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Beckmann: Nein. Seit gestern. Seit gestern heiße ich nur noch Beckmann. Einfach Beckmann. So wie der Tisch Tisch heißt.
Der Andere: Wer sagt Tisch zu dir?
33
Beckmann: Meine Frau. Nein, die, die meine Frau war. Ich war nämlich drei Jahre lang weg. In Rußland. Und gestern kam ich wieder nach Hause. Das war das Unglück. Drei Jahre sind viel, weißt du. Beckmann - sagte meine Frau zu mir. Einfach nur Beckmann. Und dabei war man drei
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Jahre weg. Beckmann sagte sie, wie man zu einem Tisch Tisch sagt. Möbelstück Beckmann. […] Siehst du, deswegen habe ich keinen Vornamen mehr, verstehst du.
Der Andere: Und warum liegst du hier nun im Sand? Mitten in der Nacht. Hier am Wasser?
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Beckmann: Weil ich nicht hochkomme. Ich hab mir nämlich ein steifes Bein mitgebracht. So als Andenken. Solche Andenken sind gut, weißt du, sonst vergißt man den Krieg so schnell. Und das wollte ich doch nicht. Dazu war das alles doch zu schön. Kinder, Kinder, war das schön,
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was?
Der Andere: Und deswegen liegst du hier abends am Wasser?
Beckmann: Ich bin gefallen.
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Der Andere: Ach. Gefallen. Ins Wasser?
Beckmann: Nein, nein! Nein du! hörst du, ich wollte mich reinfallen lassen. Mit Absicht. Ich konnte es nicht mehr aushalten. Dieses Gehumpel und Gehinke. Und dann die Sache mit der
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Frau, die meine Frau war. Sagt einfach Beckmann zu mir, so wie man zu Tisch Tisch sagt. Und der andere, der bei ihr war, der hat gegrinst. Und dann dieses Trümmerfeld. Dieser Schuttacker hier zu Hause. Hier in Hamburg. Und irgendwo da unter liegt mein Junge. Ein bißchen Mud4
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und Mörtel und Matsch. Menschenmud, Knochenmörtel. Er war gerade ein Jahr alt, und ich hatte ihn noch nicht gesehen. Aber jetzt sehe ich ihn jede Nacht. Und unter den zehntausend Steinen. Schutt, weiter nichts als ein bißchen Schutt. Das konnte ich nicht aushalten, dachte
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ich. Und da wollte ich mich fallen lassen. Wäre ganz leicht, dachte ich: vom Ponton runter. Plumps. Aus. Vorbei.
[…]
Lesehinweis: Ein Mädchen kommt hinzu und Beckmann kommt mit ihm ins Gespräch. Die junge Frau nimmt ihn mit zu sich nach Hause, weil sie ihn als hoffnungslos traurige Person ansieht.
$\,$
Der Andere: Weg sind sie. So sind sie, die Zweibeiner. Ganz sonderbare Leute sind das hier auf
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der Welt. Erst lassen sie sich ins Wasser fallen und sind ganz wild auf das Sterben versessen. Aber dann kommt zufällig so ein anderer Zweibeiner im Dunkeln vorbei, so einer mit Rock, mit einem Busen und langen Locken. Und dann ist das Leben plötzlich wieder ganz herrlich und
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süß. Dann will kein Mensch mehr sterben. Dann wollen sie nie tot sein. Wegen so ein paar Locken, wegen so einer weißen Haut und ein bißchen Frauengeruch. Dann stehen sie wieder vom Sterbebett auf und sind gesund wie zehntausend Hirsche im Februar. Dann werden selbst
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die halben Wasserleichen noch wieder lebendig, die es eigentlich doch überhaupt nicht mehr aushalten konnten auf dieser verdammten öden elenden Erdkugel. Die Wasserleichen werden wieder mobil - alles wegen so ein paar Augen, wegen so einem bißchen weichen warmen
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Mitleid und so kleinen Händen und wegen einem schlanken Hals. Sogar die Wasserleichen, diese zweibeinigen, diese ganz sonderbaren Leute hier auf der Welt -


1 Smolensk: Gebietshauptstadt der ehemaligen UdSSR: 1941-1943 von deutschen Truppen besetzt und schwer zerstört
2 Gorodok: Stadt in Weißrussland; wurde im Winter 1934/44 längere Zeit von der deutschen Wehrmacht gegen die sowjetische Offensive verteidigt
3 Stalingrad: Stadt; die Schlacht um Stalingrad (August 1942 bis Februar 1943) gilt als Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges
4 Mud: norddeutsch und plattdeutsch für Schlamm, Dreck
(e 1947)
Aus: Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür, Hamburg (Rowohlt Taschenbuch Verlag) 1998.
#tragödie#drama
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Interpretation einer Textstelle

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Wolfgang Borchert (1921 - 1947): Draußen vor der Tür: 1. Szene (Szenenauszug)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Szenenauszug aus „Draußen vor der Tür“. Gehe dabei auch auf die Anlage des tragischen Geschehens ein.

Einleitung

Deine Interpretation beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Draußen vor der Tür: 1 Szene (Textauszug)
  • Autor: Wolfgang Borchert
  • Erscheinungsjahr: 1947
  • Inhalt: Im vorliegenden Textauszug aus dem Drama „Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert, der auf das Jahr 1947 datiert ist, geht es um den aus dreijähriger russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Beckmann, der erfolglos versucht hat, seinem Leben ein Ende zu bereiten. Am Strand der Elbe liegend trifft er auf „den Anderen“ und kommt mit ihm ins Gespräch und trifft schließlich auf ein Mädchen, das ihn mit zu sich nach Hause nimmt, weil er so hoffnungslos traurig aussieht.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, die Szene zu interpretieren. Schreibe hierfür zunächst eine knappe Zusammenfassung darüber, was in der Szene passiert und gebe dann detailliert den Inhalt wieder und gehe auf die Struktur des Szenenauszugs ein. Gehe dafür am besten chronologisch vor, so gehst du sicher, dass du keine wichtigen Aspekte vergisst.
Dann musst du die beiden Figuren (Beckmann und „den Anderen“) beschreiben und charakterisieren. Was macht die beiden aus, wie verhalten sie sich in der Szene dem anderen gegenüber? Welche Gefühle und Regungen zeigen sie?
Natürlich musst du auch noch auf die sprachlichen Besonderheiten und die verwendeten Stilmittel eingehen. Wie unterscheidet sich die Art des Redens von Beckmann von der „des Anderen“? Was macht ihre Sprache aus? Bedienen sie sich bestimmter Motive?
Danach musst du die Intention des Szenenauszugs erkennen. Was bezweckt Borchert mit diesem Dialog zwischen den beiden Figuren?
Schließlich musst du auf die tragische Anlage des Geschehens eingehen. Inwiefern kann man den Szenenauszug als tragisch charakterisieren, welche Stellen stimmen mit den Theorien über das Tragische überein?
Natürlich musst du all diese Punkte nicht nacheinander abarbeiten, es ist sogar sinnvoll, die Figurencharakterisierung und die sprachlichen Besonderheiten in die detaillierte Wiedergabe des Inhalts miteinzubinden, denn dort hast du immer die passenden Beweise aus dem Text und musst diese nicht später noch einmal nennen.
Inhalt
  • es ist Abend in Blankenese, „[m]an hört den Wind und das Wasser“
    $\rightarrow$ ungemütliche Stimmung
  • Dialog zwischen Beckmann, der versucht hat, sich in der Elbe das Leben zu nehmen, und „dem Anderen“
  • Beckmann fragt, wer da sei, denn es ist nachts und er vermutete, alleine am Wasser zu sein
  • der Andere antwortet auf die Frage lediglich mit „Ich.“ (Z. 2)
    $\rightarrow$ als bräuchte es gar nicht mehr Erklärung, und es wäre klar, wer er ist
  • Beckmann bedankt sich leicht sarkastisch und fragt dann, wer denn „ich“ (Z. 3) sei
    $\rightarrow$ aufgewühlt, dass jemand in der Situation bei ihm ist, möchte wissen, wer es ist
  • der Andere antwortet nur, dass er der Andere sei, was Beckmann überhaupt keinen Mehrwert bringt, weshalb er direkt wieder nachfragt: „Welcher Andere?“ (Z. 5)
  • er sei der Andere von „gestern“ (Z. 6), „von Früher“ (Z. 6), „von Immer“ (Z. 6) und zudem der „Jasager“ (Z. 6) und der „Antworter“ (Z. 7)
    $\rightarrow$ auffällig, dass hier alles in der Vergangenheit liegt, stellt sich Beckmann als eine Art alten Freund vor
  • auf die verwunderte Nachfrage von Beckmann, ob er dann der Andere „von der Schulbank, von der Eisbahn […], vom Treppenhaus“ (Z. 8f) sei, antwortet der Andere, er sei der „aus dem Schneesturm bei Smolensk […] [u]nd der aus dem Bunker bei Gorodok“ (Z. 10)
    $\rightarrow$ löst bei Beckmann Erinnerungen an den überstandenen Krieg aus, der - soweit man bisher weiß - auch der Grund für seinen Suizidversuch ist
  • nachdem er Beckmann bestätigt hat, er sei auch „der von Stalingrad“ (Z. 11), meint der Andere, er sei auch der „von heute abend […] und von morgen“ (Z. 12)
    $\rightarrow$ nachdem der Andere sich bisher als Person aus der Vergangenheit vorgestellt hat, präsentiert er sich nun als Person aus Gegenwart und Zukunft
  • auf diese Aussage reagiert Beckmann extrem wütend und möchte, dass der Andere verschwindet („Morgen. Morgen gibt es nicht. Morgen ist ohne dich. Hau ab.“, Z. 13)
    $\rightarrow$ zeigt die Todessehnsucht Beckmanns, der keinen Sinn im Weiterleben und in der Zukunft sieht
  • außerdem stellt er fest, dass der Andere kein Gesicht habe
    $\rightarrow$ damit entpersonifiziert er den Anderen und es wird spätestens hier deutlich, dass der Andere keine reale, existierende Person ist, sondern Beckmanns Imagination entspringt, der es aber trotzdem nicht schafft, ihn zu identifizieren
  • nachdem der Andere Beckmann sagt, dass er ihn nicht loswerde, weil er immer und überall da sei („Morgen. An den Nachmittagen. Im Bett. Nachts.“, Z. 14f), wiederholt Beckmann die Aussage „Hau ab.“ (Z. 16) mit der Begründung, dass er kein Bett habe und „hier im Dreck“ (Z. 16) liege
    $\rightarrow$ möchte ihn loswerden und alleine sein und keinerlei Aufmunterung in seiner aktuellen Situation
  • der Andere erwidert: „Ich bin auch der vom Dreck. Ich bin immer. Du wirst mich nicht los.“ (Z. 17)
    $\rightarrow$ versucht so Beckmann klarzumachen, dass seine Proteste nichts bringen
  • Beckmann ist noch nicht überzeugt, wiederholt, dass der Andere kein Gesicht habe und fordert ihn weiterhin auf zu gehen („Geh weg.“, Z. 18)
    $\rightarrow$ gemäßigtere Aufforderung als vorher, Widerstand bricht langsam ein
  • der Andere macht ihm zum wiederholten Male klar, dass Beckmann ihn nicht loswerde und geht auf die Vorwürfe der Gesichtslosigkeit ein („Ich habe tausend Gesichter“, Z. 19) und startet ein Plädoyer über das was er ist
    $\rightarrow$ der Andere als „Optimist“ (Z. 22), als „Jasager“ (Z. 24), der „lacht, wenn du weinst“ (Z. 20f), „[d]er antreibt, wenn du müde wirst“ (Z. 21)
  • Beckmann weist die Lebensbejahung des anderen zurück („Ich sage Nein. Nein. Nein.“, Z. 25) und fordert ihn immer noch auf, wegzugehen
    $\rightarrow$ kann den Optimismus nicht ertragen und möchte lieber in seiner Todessehnsucht schwelgen
  • genau aus diesem Grund bleibt der Andere aber da
    $\rightarrow$ da er der Jasager ist, muss er bleiben, wenn Beckmann ihn auffordert zu gehen und „nein“ sagt
  • der Andere fragt Beckmann, wer er sei („Wer bist du denn, du Neinsager?“, Z. 27)
    $\rightarrow$ im Gegensatz zu vorher ist er nun nicht mehr der alte Freund, denn er kennt Beckmann offensichtlich nicht, er ist etwas Höheres, dass Beckmann nicht kennen muss, um ihm zu helfen, sein Leben zu bejahen
  • Beckmann stellt sich als Beckmann vor, der seit gestern keinen Vornamen mehr habe, „[s]o wie der Tisch Tisch heißt“ (Z. 31), im weiteren Gesprächsverlauf erfährt man, dass seine Frau („Nein, die, die meine Frau war“, Z. 33) ihn betrogen hat und zu Beckmann nichts anderes als Beckmann gesagt hat (vgl. Z. 48f)
    $\rightarrow$ Verlust des Vornamens symbolisiert, dass Beckmann sich selbst verloren hat, was aber nicht durch den Krieg allein passiert ist - was für ihn schon ein extrem schlimmes Erlebnis war - sondern durch den Betrug seiner Frau und den damit eingehenden Verlust vonstatten ging
  • der Andere fragt Beckmann, warum er denn hier im Sand liege (vgl. Z. 38)
    $\rightarrow$ Beckmann selber hat den Untergrund vorher als Dreck betitelt, dass der Andere ihn als Sand betitelt, zeigt wieder, dass er der Optimistische der beiden ist
  • Beckmann erzählt von seiner Kriegsverletzung („Ich habe mir nämlich ein steifes Bein mitgebracht“, Z. 39) und äußert sich sarkastisch über den Krieg: „So als Andenken. Solche Andenken sind gut, weißt du, sonst vergißt man den Krieg so schnell. Und das wollte ich doch nicht. Dazu war das alles doch zu schön. Kinder, Kinder, war das schön, was?“ (Z. 39f)
    $\rightarrow$ an der wirren Aussage merkt man seinen verwirrten Geisteszustand und wie ihm alles (die Kriegserlebnisse, das steife Bein, der Betrug seiner Frau) den letzten Nerv raubt
  • der Andere kommt langsam auf den Suizidversuch zu sprechen, indem er vorsichtig nachfragt: „Und deswegen liegst du hier abends am Wasser?“ (Z. 43)
  • Beckmann streitet den Suizidversuch erst schwach ab und behauptet, gefallen zu sein, gibt ihn dann aber direkt und mit Nachdruck zu („Nein, nein! Nein du! Hörst du, ich wollte mich reinfallen lassen. Mit Absicht.“, Z. 46)
  • als Gründe für seine Todessehnsucht nennt er das Bein, den Betrug seiner Frau und hier erfährt man auch noch, dass er einen Sohn hatte, den er nie gesehen hat, und der im Alter von 1 Jahr unter Trümmern (wahrscheinlich während eines Bombardements) starb und den er nun jede Nacht sieht
    $\rightarrow$ auf Beckmann lastet viel zu viel Druck („Das konnte ich nicht aushalten, dachte ich. Und da wollte ich mich fallen lassen.“, Z. 53), weshalb er den Freitod als die leichteste und befreiende Lösung ansieht
  • im Lesehinweis erfährt man, dass ein Mädchen dazukommt, mit Beckmann spricht und ihn mit zu sich nach Hause nimmt, „weil sie ihn als hoffnungslos traurige Person ansieht“
  • es folgt ein Monolog des Anderen, der sich darüber auslässt, was für „sonderbare Leute“ (Z. 56) diese „Zweibeiner“ (Z. 56) seien
    $\rightarrow$ hier wird nochmals deutlich, dass der Andere eine übernatürliche und keine real existierende Figur ist und eventuell nicht einmal dem Menschen ähnlich sieht
  • redet davon, dass die Menschen „nie tot sein“ (Z. 60) wollen, wenn eine Frau „mit Rock, mit einem Busen und langen Locken“ (Z. 59)
  • „[w]egen so ein paar Locken, wegen so einer weißen Haut und ein bißchen Frauengeruch“ (Z. 60f) würden selbst „die halben Wasserleichen noch wieder lebendig [werden], die es eigentlich doch überhaupt nicht mehr aushalten konnten auf dieser verdammten öden Erdkugel“ (Z. 63f)
    $\rightarrow$ regt sich darüber auf, dass er als Lebensbejaher nicht mehr gebraucht wird, sobald eine Frau ins Spiel tritt und er nie wirklich gewürdigt wird
  • schließt seinen Monolog damit, dass er die Menschen nochmals als „ganz sonderbare[$\,$] Leute hier auf der Welt“ (Z. 67) betitelt
Charakterisierung der Figuren
$\blacktriangleright$ Beckmann
  • Beckmann als verletzter Heimkehrer aus dem Krieg
  • sieht im Suizid die einzige Lösung, nachdem ihn seine Frau betrogen hat und sein Sohn, den er nie gesehen hat, im Krieg gestorben ist
  • pessimistisch, sieht das Leben negativ
  • möchte in seiner Situation am liebsten allein sein und erträgt keinen optimistischen Anderen
  • sucht trotzdem Trost (geht mit dem Mädchen nach Hause)
  • sucht verzweifelt einen Ausweg aus einer schlimmen Situation
  • Schuldgefühle und Unfähigkeit, das im Krieg Erlebte zu verarbeiten
$\blacktriangleright$ Der Andere
  • kein Mensch, etwas Übernatürliches, das nicht fassbar ist (betitelt Menschen als „Zweibeiner“, Z. 56, sieht also auch nicht menschenähnlich aus)
  • für Beckmann hat er kein Gesicht (vgl. Z. 13), sagt aber von sich selbst, dass er tausend Gesichter habe (vgl. Z. 19)
  • Jasager, Optimist und Antreiber
    $\rightarrow$ dazu da, Beckmann dazu zu bringen, das Positive zu sehen
  • nicht fassbare Figur, die zwar „immer“ (Z. 6) da ist, Beckmann aber nicht einmal kennt
  • eingeschnappt, dass niemand seine Hilfe zu würdigen weiß
  • das Verhalten der Menschen ist für ihn unverständlich
  • vertritt eine universell menschliche Haltung aus Lebensbejahung und Problemverdrängung
Sprachliche Besonderheiten
  • konzentrierte und expressive Sprache: „Hau ab“ (Z. 13), „Ich sage Nein. Nein. Nein. Geh weg. Ich sage Nein. Hörst du?“ (Z. 25f); macht den Gemütszustand von Beckmann deutlich
  • Fragesätze: zeigen das Unverständnis Beckmanns mit den Geschehnissen im Krieg und damit, dass seine Frau einfach weitermachen und sogar einen anderen Mann haben kann
  • Stakkato-Stil: geprägt durch Ellipsen („Meine Frau.“, Z. 33), eigenwillige Interpunktion („Nein, nein! Nein du! Hörst du, ich wollte mich reinfallen lassen. Mit Absicht.“, Z. 46) und Konjunktionen am Satzanfang („Weil ich nicht hochkomme.“ Z. 39); unterstreicht Beckmanns Erregung oder die Spannung
  • Wiederholungen: „Hau ab.“ (Z. 13, 16), „Geh weg.“ (Z. 18, 25, 26), „Ich sage Nein. Nein. Nein.“ (Z. 25); unterstreichen die Dringlichkeit, die Beckmann verspürt und die er zum Ausdruck bringen möchte und steigern sich mitunter bis zur Besessenheit
  • Antiklimax: von „Hau ab“ (Z. 13) zu „Geh weg“ (Z. 18), zeigt dass Beckmann nicht genug Kraft hat, sich durchzusetzen
  • bildhafte Vergleiche (zieht der Andere): „die Lampen in der finstersten Finsternis“ (Z. 22f), „gesund wie zehntausend Hirsche im Februar“ (Z. 62); verstärken seine optimistische und lebensbejahende Sicht
Intention
  • Kritik am Krieg (Trümmerliteratur) und daran, wie nicht im Krieg Gewesene einfach weiterleben und das Leid nicht sehen
  • Darstellen, wie sich aus dem Krieg Heimgekehrte Fühlen
  • Kritik einer ganzen Generation, die im Krieg Schreckliches erlebt hat
Tragische Anlage des Geschehens
  • das Geschehen ist unausweichlich, ungerecht und komplexer Natur
  • das Leid steht im Mittelpunkt
  • es gibt einen unlösbaren Konflikt, indem es einen „schuldlos Schuldigen“ gibt
  • der Leser erfährt eine Katharsis und wird von den Affekten Jammer und Schrecken gereinigt
  • Beckmann als tragischer Held
  • der Suizidversuch könnte so gedeutet werden, dass Beckmann selbst versucht hat, eine Katharsis zu erfahren

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage, also die Intention des Szenenauszugs, und deren Begründung noch einmal kurz zusammengefasst nennen. Wichtig ist hier, dass du nicht wieder von Neuem argumentierst - das hast du ja bereits im Hauptteil gemacht - sondern, dass du wirklich nur noch das bereits Gesagte zusammenfasst.
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