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Teil A

Aufgaben
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Gedichtinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Peter Huchel (1903 - 1981): Damals
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere Peter Huchels Gedicht „Damals“.
#gedichtanalyse#gedichtinterpretation#lyrik#gedicht
Peter Huchel: Damals
$\,$
Damals ging noch am Abend der Wind
mit starken Schultern rüttelnd ums Haus.
3
Das Laub der Linde sprach mit dem Kind,
das Gras sandte seine Seele aus.
Sterne haben den Sommer bewacht
6
am Rand der Hügel, wo ich gewohnt:
Mein war die katzenäugige Nacht,
die Grille, die unter der Schwelle schrie
9
Mein war im Ginster die heilige Schlange
mit ihren Schläfen aus milchigem Mond.
Im Hoftor manchmal das Dunkel heulte,
12
der Hund schlug an, ich lauschte lange
den Stimmen im Sturm und lehnte am Knie
der schweigsam hockenden Klettenmarie1,
15
die in der Küche Wolle knäuelte.
Und wenn ihr grauer schläfernder Blick mich traf,
durchwehte die Mauer des Hauses der Schlaf.


1 Klettenmarie: Klette: Pflanze mit kugeligen, mit Widerhaken versehenen Blütenständen; das Wort „Klettenmarie“ wird von Peter Huchel selbst so erklärt: „eine alte Magd, die stets Kletten […] am Rock hatte; nicht spöttisch gebraucht, sondern im Gegenteil: zärtlich, märchenhaft vom Kind gesehen“.
(1955)
Aus: Peter Huchel: Damals, In: Aufbau. Kulturpolitische Monatsschrift,
Heft 11/12, Nov./Dez. 1955.
#gedicht#gedichtanalyse#gedichtinterpretation
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Gedichtinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Peter Huchel (1903 - 1981): Damals
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere Peter Huchels Gedicht „Damals“.

Einleitung

Deine Interpretation beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Damals
  • Autor: Peter Huchel
  • Erscheinungsjahr: 1948
  • Inhalt: In dem Gedicht „Damals“ von Peter Huchel, das im Jahr 1948 verfasst wurde, geht es um eine Kindheitserinnerung, die für das lyrische Ich den Inbegriff eines Gefühls von Heimat und Geborgenheit darstellt.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, das erste Gedicht zu interpretieren. Führe dazu zunächst eine formale Analyse durch. Dazu gehört, dass du die Anzahl der Strophen und Verse, das Metrum, das Reimschema und die Kadenz ermittelst und angibst.
Für die Interpretation des Inhalts gehst du am besten Strophe für Strophe vor - so gehst du sicher, dass du bei deiner Interpretation keinen Aspekt vergisst. Gibt es wie in Huchels Gedicht nur eine Strophe, kannst du das Gedicht in Sinnabschnitte unterteilen. Neben dem Inhalt sind aber auch die sprachlichen Mittel, die Huchel verwendet, essenziell. Lasse diese aber nicht einfach so stehen, sondern erkläre immer, warum die Mittel eingesetzt werden, denn sie heben immer den Inhalt hervor und unterstreichen ihn.
Gehe bei deiner Interpretation auch auf den Bezug des Textes zum Titel ein und erkläre, wie diese zusammenhängen. Es bietet sich an, dies nach der Interpretation aller Verse zu machen, denn dann hast du den gesamten Inhalt erfasst und nicht erst Teile davon.
Formale Analyse
  • 1 Strophe aus 17 Versen
  • Sinnabschnitte: Natur (V. 1 - 10) vs. Haus und Hof (V. 11 - 17)
  • Metrum: unregelmäßiges Metrum
  • Reimschema: kein festes Reimschema; Vers 1 - 4 Kreuzreim (abab), Vers 13 - 14 und 16 - 17 gereimt (aa)
1. Sinnabschnitt
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • das lyrische Ich erinnert sich an seine Kindheit („Damals“, V. 1; „mit dem Kinde“, V. 3;„ wo ich gewohnt“, V. 6)
  • allumfassender Blick auf Wetter, Flora, Fauna, Jahres- und Tageszeiten und Himmelserscheinungen
  • beschwört die magisch-mystische Natur (z.B. „Gras sandte Seele aus“, V. 4, „heilige Schlange“, V. 9)
  • erlebt die Natur als machtvoll („Wind ging rüttelnd mit starken Schultern ums Haus“, V. 1 - 2)
  • das Kind fühlte sich angesprochen von der Natur („Linde sprach“, V. 3)
  • es nimmt die Natur in Besitz („Mein war“, V. 7 und V. 9)
  • sieht im nächtlichen Erleben eine Verbindung von Erde und Kosmos („Sterne“ sind Wächter, V. 5; Schlange mit „Schläfen aus milchigem Mond“, V. 9 - 10)
$\blacktriangleright$ Sprache
  • parataktisches Grundmuster mit Enjambements: spiegelt das unmittelbare, wenig reflektierte Erleben und Sich-Einfühlen wider
  • Personifizierungen: Naturerscheinungen wie Wind, Linde und Gras werden vermenschlicht, weil das lyrische Ich die Natur als magisch empfindet
  • syntaktischer Parallelismus: der parallele, syntaktische Aufbau mit dem Possesivpronomen „mein“ (V. 7, 9) verdeutlicht, dass das Kind sich die Natur angeeignet hat
  • Alliterationen: der gleiche Anlaut hebt einzelne Erinnerungen hervor und verdeutlicht die Wahrnehmungsfülle und Erlebnistiefe (V. 2, 3, 8, 10)
  • Neologismus: durch das neologistische Attribut „katzenäugige Nacht“ (V. 7) wird die Natur poetisiert und wirkt mystischer
  • religiöse Überhöhung der Fauna mit den Worten „heilige Schlange“ (V. 9)
2. Sinnabschnitt
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Beschwörung der häuslichen Geborgenheit („Mauern des Hauses“, V. 17)
  • Sicherheit vor der teils schaurigen Natur („das Dunkel heulte“, V. 11; „Stimmen im Sturm“, V. 13)
  • Situation der Vertrautheit („lehnte am Knie der schweigsam hockenden Klettenmarie“, V. 13 - 14)
  • Einzelheiten des Zuhauses beschrieben, die ein harmonisches Ganzes mit der Natur bilden („Hoftor“, V. 11, „Küche“, V. 15, „Mauer“, V. 17, „Klettenmarie“, V. 14)
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Unregelmäßigkeiten von Metrum und Reim: spiegeln den Unterschied zwischen Drinnen und der schaurigen Natur draußen wider
  • Klangliche Konvergenz und Divergenz: Der Wechsel von Gleichklang und Divergenz („Grille“/„Schwelle“, V. 8; „Stimmen“/„Sturm“, V. 13; „Dunkel“/„Hund“, V. 11 - 12) verweist auf die Verwobenheit der Erfahrungen trotz ihrer Vielfalt
  • Synästhesie: Die nächtliche Natur wirkt schaurig („das Dunkel heulte“, V. 11)
  • Inversion: Die Inversion „manchmal“ (V. 11) verstärkt gemeinsam mit der folgenden Synästhesie die Schaurigkeit
  • Hypallage: Durch das falsche, surreale Bild „durchwehte die Mauer des Hauses der Schlaf“ (V. 17) wird das Gefühl der Geborgenheit intensiviert
  • Alliterationen: Verdeutlichung der magischen Natur („Stimmen im Sturm“, V. 13) vs. Verdeutlichung der Sicherheit („Küche Wolle knäulte“, V. 15)
Bezug zum Titel
  • Damals beschreibt, dass es sich um eine Kindheitserinnerung handelt
  • der Titel klingt wehmütig, wie die Erinnerungen selbst

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage, die Intention, des Gedichts noch einmal kurz zusammenfassen. Du kannst hier auch sagen, welche Gefühle das Lesen des Gedichts in dir ausgelöst und in welche Stimmung es dich versetzt hat.
#reimschema#lyrischesich#metrum#stilmittel
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