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Umfassende Textinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Hilde Domin: Unaufhaltsam
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere das Gedicht, indem du folgende Teilaufgaben bearbeitest.
    • Formuliere das Thema und fasse den Inhalt zusammen.
    • Arbeite formale und sprachlich-stilistische Besonderheiten heraus.
    • Beschreibe und deute die Wirkung bzw. Funktion dieser Besonderheiten.
  • Beurteile die Wirkung des Gedichts auf dich.
#gedichtinterpretation
Material
$\;$
Hilde Domin (1909-2006)
Unaufhaltsam
Das eigene Wort
wer holt es zurück,
das lebendige
eben noch ungesprochene
5
Wort?
Wo das Wort vorbeifliegt
verdorren die Gräser,
werden die Blätter gelb,
fällt Schnee.
10
Ein Vogel käme dir wieder.
Nicht dein Wort,
das eben noch ungesagte,
in deinen Mund.
Du schickst andere Worte
15
hinterdrein,
Worte mit bunten, weichen Federn.
Das Wort ist schneller,
das schwarze Wort.
Es kommt immer an,
20
es hört nicht auf, an-
zukommen.
Besser ein Messer als ein Wort.
Ein Messer kann stumpf sein.
Ein Messer trifft oft
25
am Herzen vorbei.
Nicht das Wort.
Am Ende ist das Wort,
immer
am Ende
30
das Wort.
Domin, Hilde: Gesammelte Gedichte. S. Fischer 1987, S. 170 f.
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Umfassende Textinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Hilde Domin: Unaufhaltsam
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere das Gedicht, indem du folgende Teilaufgaben bearbeitest.
    • Formuliere das Thema und fasse den Inhalt zusammen.
    • Arbeite formale und sprachlich-stilistische Besonderheiten heraus.
    • Beschreibe und deute die Wirkung bzw. Funktion dieser Besonderheiten.
  • Beurteile die Wirkung des Gedichts auf dich.

Gedichtsinterpretation

Hilde Domin beschreibt in ihrem Gedicht „Unaufhaltsam“ die negative Auswirkung und Macht des Wort an sich. Eine erste Deutungshypothese besagt, dass psychischer Schaden durch eben jene Worte viel schlimmer sind als ein physischer Schaden durch beispielsweise ein Messer.
Einleitung
Das Gedicht beginnt mit einer rhetorischen Frage nach der Person, die ein ausgesprochenes Wort zurückholen kann. Darauf gibt es keine Antwort, denn das kann niemand. Was einmal ausgesprochen wurde, währt ewig. In der zweiten Strophe wird die zerstörende Kraft des Wortes deutlich gemacht und auch, dass ein Wort niemals mehr zurückgenommen werden kann. Anschließend wird dem Wort ein Vogel entgegengesetzt: im Gegensatz zum Wort kommt ein Vogel immer zurück. Um das gesagte Wort dann abzuschwächen, werden andere schöne Worte („mit bunten, weichen Federn“ V. 16) hinterhergeschickt. Doch selbst die schönen Worte können das gesagte Wort nicht mehr wiedergutmachen. Mit dem Ausdruck „Es kommt immer an, es hört nicht auf, anzukommen.“ (V. 19-21) meint Domin, dass das Wort ab dem Moment, in dem es ausgesprochen wurde, in dem Gegenüber verbleibt und ihn oder sie für immer seelisch treffen wird. In der nächsten Strophe wird das Wort mit einem Messer verglichen. Ein Messer richtet hier sogar weniger Schaden an als ein Wort, da ein Messer stumpf sein kann und sein Ziel oftmals auch verfehlen kann - das Wort hingegen trifft sein Ziel immer. Die letzte Strophe kann als Fazit gewertet werden. Sie fasst noch einmal zusammen, dass das oder ein Wort immer trifft - egal von wem, wann oder wie es ausgesprochen wurde.
Das Gedicht besteht aus vier Strophen, die jeweils unterschiedlich lang sind. „Unaufhaltsam“ folgt keinem Reimschema und besitzt auch keinerlei Rhythmus. Auffällig sind die vielen Enjambements (vgl. V. 3, 4, 6, …) - sie stehen in Bezug zum Titel und lassen das Gedicht und seinen Inhalt als rastlos und unaufhaltsam erscheinen. Genauso aufällig ist die mehrmalige Wiederholung des Wortes „Wort“. Dies hebt die Bedeutung und die Wirkung des Wortes nochmal besonders hervor. Das lyrische Ich ist nicht charakterisiert, es spricht zu einem dem Leser unbekannten Adressaten. Man kann allerdings vermuten, dass der Adressat dem lyrischen Ich etwas gesagt hat, dass dieses sehr getroffen hat und mit dem das lyrische Ich seit jeher zu kämpfen hat. Es muss also etwas vorgefallen sein, dass das lyrische Ich belastet und dem es in diesem Gedicht Ausdruck verleiht.
Formale Besonderheiten
„Unaufhaltsam“ überträgt seinen Inhalt und die Stimmung über die Verwendung bildlicher Sprache. So wird das Wort schon von der ersten Strophe an personifiziert. Es ist lebendig (vgl. V. 3) - diese Eigenschaft belegt die These, dass ausgesprochene Wörter nicht mehr zurückgenommen werden können und sie sich sozusagen selbstständig machen. Somit wird auch auf die Unheilbarkeit der Narbe, die das Wort hinterlässt verwiesen. Das Wort wird in der nächsten Zeile die Fähigkeit des Fliegens zugesprochen (vgl. V. 6), was bedeutet, dass es extrem schnell ausgesprochen wird und Schaden verursacht. Hier wird die Jahreszeitenmetaphorik angewendet, das Wort lässt also wie der Herbst alles verdorren - vermutlich Gefühle für denjenigen, der das Wort ausgesprochen hat - und es schneit, was für den Tod der Gefühle steht (vgl. V. 7-9). Die Metapher „Worte mit bunten, weichen Federn“ macht deutlich, dass die darauffolgenden Worte, die das Ausgesprochene beschönigen sollen, nutzlos sind. Es steht hier im Kontrast zu dem „schwarze[n] Wort“ (V. 18), das als böse gilt und welches keine Farbe schöner machen kann. Die Ellipse und der Binnenreim „Besser ein Messer als ein Wort“. (V. 22) macht deutlich, dass die Wunden eines Messers weniger tief gehen als die eines Wortes. Die Anapher „ein Messer“ (V. 22, 23, 24) hebt dies zusätzlich hervor. Die letzte Strophe enthält ein Wortspiel, denn es geht in der letzten Strophe darum, dass das Wort immer am Ende steht und in der letzten Strophe steht das Wort tatsächlich im letzten Vers (vgl. V. 30).
Stilmittel
Das Gedicht spiegelt eine Situation wieder, die jeder kennt: Man hat etwas gesagt und kann es nicht mehr zurücknehmen, der Gegenüber ist bereits verletzt. Hilde Domin macht damit schmerzhaft bewusst, was für eine Wirkung Worte haben können und stimmt den Leser nachdenklich, über das, was er oder sie so von sich gibt. Die Botschaft des Gedichtes ist, dass man aufpassen sollte, was man sagt und darüber nachdenken sollte, was für Auswirkungen dies haben könnte.

Wirkung des Gedichts beurteilen

Das Gedicht „Unaufhaltsam“ von Hilde Domin wirkt auf den ersten Blick recht düster. Beim Lesen wird sofort klar, dass das lyrische Ich eine furchtbare Situation erlebt hat, in welcher Worte eine große Rolle spielten und in welcher die Worte das lyrische Ich sehr verletzt haben. Das lyrische Ich hat wohl seine Gefühle unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, denn daraufhin hat sein Gegenüber versucht, die Situation zu entschärfen mit vermeintlich lieben Worten.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sich sowas anfühlt. Ich war schon mal in einer ähnlichen Situation - ich habe meiner Freundin was sehr verletzendes gesagt, das ich eigentlich gar nicht so gemeint habe. Als die Worte ausgesprochen waren und sie angefangen hatte zu weinen, konnte ich die Worte nicht mehr zurücknehmen und egal, was ich daraufhin sagte, es wurde nicht besser, sondern nur noch schlimmer. Es half überhaupt nicht, dass ich versuchte, meine Worte zurückzunehmen. In dem Fall war ich also der Adressat und fühle mich nun noch schlechter. Domins Gedicht hilft mir sehr, mich in die Situation des anderen zu versetzen - das fällt mir manchmal schwer. Aber durch ihre Vergleiche mit dem Messer und den Jahreszeiten kann ich mir vorstellen, wie es in meiner Freundin aussah damals.
Wenn ich mich aber in Hilde Domin versetze, dann bedrückt mich das Gedicht noch mehr. Als Jüdin flüchtete sie vor den Nazis in die Dominikanische Republik und schrieb dort mehrere Gedichte. Mit diesen Hintergrundinformationen bekommt das Gedicht einen ganz anderern Kontext. Während des Nationalsozialismus konnte ein Wort der Nachbarn oder Bekannten den Tod bedeuten. Wer als Jude denunziert wurde, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit in ein Konzentrationslager gebracht. Wenn man das Gedicht unter diesem Blickwinkel betrachtet, dann wirken meine Probleme mit meiner Freundin damals sehr klein und unbedeutend. Das stimmt mich sehr nachdenklich.
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