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Aufgabe 1

Aufgaben
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Textbezogenes Schreiben: Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Joseph von Eichendorff: Begegnung
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere das Gedicht Begegnung von Joseph von Eichendorff.
  • Erläutere - ausgehend von deinen Interpretationsergebnissen und mit Bezug auf das Gedicht - die Aussagen von Wolfdietrich Rasch.
Material 1
$\;$
Joseph von Eichendorff: Begegnung (1837)
Ich wandert' in der Frühlingszeit,
Fern auf den Bergen gingen
Mit Geigenspiel und Singen
Viel' lust'ge Hochzeitsleut',
5
Das war ein Jauchzen und Klingen!
Es blühte rings in Tal und Höh'n,
Ich konnt' vor Lust nicht weitergeh'n.
Am Dorfe dann auf grüner Au
Begannen sie den Reigen,
10
Und durch den Schall der Geigen
Lacht' laut die junge Frau,
Ihr Stimmlein klang so eigen,
Ich wußte nicht, wie mir gescheh'n -
Da wandt sie sich in wildem Dreh'n.
15
Es war mein Lieb! 's ist lange her,
Sie blickt' so ohne Scheue,
Verloren ist die Treue,
Sie kannte mich nicht mehr -
Da jauchzt' und geigt's aufs neue,
20
Ich aber wandt mich fort ins Feld,
Nun wandr' ich bis an's End' der Welt!
(abgedruckt in: Joseph von Eichendorff: Sämtliche Gedichte. Versepen. Hrsg. v. Hartwig Schultz. Frankfurt a. M. 2006, S. 131.)
Anmerkungen
(1) wandert’: wanderte; Präteritum zu „wandern“
(4) lust’ge Hochzeitsleut’: hier: eine sich vergnügende Hochzeitsgesellschaft
(8) Au: an einem fließenden Gewässer gelegenes flaches Gelände mit saftigen Wiesen
(9) Reigen: von Gesang begleiteter Rundtanz
(14;20) wandt’: wandte; Präteritum zu „wenden“
(15) ’s: verkürztes Pronomen „es“
(16) Scheue: die Scheu, das Scheusein
(19) jauchzt’: jauchzte; Präteritum zu „jauchzen“
(19) geigt’s: geigte es; Präteritum zu „geigen“ und verkürztes „es“
(20) Feld: hier: weite, unbebaute Bodenfläche
Material 2
$\;$
Wolfdietrich Rasch über die Lyrik Joseph von Eichendorffs
„Es wäre […] verfehlt, Eichendorff für harmlos, für freundlich-ahnungslos und allzu unbeschwert zu halten […]. Wer in eichendorffs […] Dichtung jede echte Spannung vermisst und die Molltöne der Schwermut, des bitteren Schmerzes, der dunklen Verlorenheit überhört, der täuscht sich.“
(aus: Joseph von Eichendorff: Werke. Hrsg. von Wolfdietrich Rasch. 4., durch Anmerkungen erw. Aufl. München 1971, S. 1618.)
Anmerkungen
Molltöne: Moll (in der Musik): zweites Tongeschlecht neben Dur, mit eher trauriger, gedrückter Wirkung
#gedichtinterpretation
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Textbezogenes Schreiben: Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Joseph von Eichendorff: Begegnung
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere das Gedicht. Erläutere anschließend die Aussagen von Wolfdietrich Rasch mit Bezug auf das Gedicht.

Einleitung

Deine Interpretation beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Begegnung
  • Autor: Joseph von Eichendorff
  • Erscheinungsjahr: 1837
  • Inhalt: In dem Gedicht „Begegnung“ von Joseph von Eichendorff, das auf das Jahr 1837 datiert ist, geht es um die Flucht des lyrischen Ichs aus der menschlichen Gesellschaft in Form ziellosen Wanderns angesichts der unerwarteten, schmerzhaften Wiederbegegnung mit seiner früheren Geliebten bei deren Hochzeit.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, das Gedicht zu interpretieren. Führe dazu zunächst die formale Analyse durch. Dazu gehört, dass du die Anzahl der Strophen und Verse, das Metrum, das Reimschema und die Kadenz ermittelst und angibst.
Für die Interpretation des Inhalts gehst du am besten Strophe für Strophe vor - so gehst du sicher, dass du bei deiner Interpretation keinen Aspekt vergisst. Neben dem Inhalt sind aber auch die sprachlichen Mittel, die Falke verwendet, essenziell. Lasse diese aber nicht so stehen, sondern erkläre immer, warum die Mittel eingesetzt werden, denn sie heben immer den Inhalt hervor und unterstreichen ihn.
Gehe bei deiner Interpretation auch auf die Epoche, in der das Gedicht entstanden ist, ein und stelle Bezüge zum Inhalt des Gedichtes her. Im Anschluss erläuterst du den Inhalt des Zitats von Wolfdietrich Rasch und ordnest den genannten Punkten Beispiele aus dem Gedicht zu. Bringe auch deine eigene Interpretation mit ein.
Formale Analyse
  • 3 Strophen à 4 Verse
  • Metrum: vierhebiger Jambus (Verse 1, 6 und 7);dreihebiger Jambus (Verse 2 bis 5); in Vers 5 ist die dritte Senkung mit zwei Silben gefüllt
  • Reimschema: umarmender Reim, gefolgt von Paarreim
  • Kadenz: Verse mit den a- und c-Reimen weisen männliche, die Verse mit den b-Reimen weibliche Kadenzen auf
  • Auftaktbetonung zur Hervorhebung der Abwendung des lyrischen Ichs von der Hochzeitsgesellschaft in Vers 20
Sprechsituation & sprachlich-stilistische Gestaltung
  • monologisch; kein Adressat erkennbar
  • Rückblick auf eine zurückliegende erschütternde Begebenheit, deren Auswirkungen fortdauern („wandr’“ [V.21])
  • Verzicht auf explizite Verbalisierung der inneren Befindlichkeit, v.a. der existentiellen Erschütterung aufgrund des Nichterkanntwerdens durch die einstige Geliebte
  • Vermittlung des Eindrucks von Momentaufnahmen der Außen-, später auch der Innenwelt des lyrischen Ichs durch Aneinanderreihung von durch Kommata verbundene Hauptsätze und weitgehenden Verzicht auf Konjunktionen
  • Eindruck von Einfachheit, erzeugt durch volksliedhaften Charakter: Verzicht auf Vergleiche und Metaphern; Vielzahl teils metrisch bedingter, teils Mündlichkeit anzeigender Apostrophierungen
1. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Wanderung des lyrischen Ichs im Frühling und Innehalten bei der Begegnung mit einer Hochzeitsgesellschaft
  • entfernte Wahrnehmung der fröhlich musizierenden Hochzeitsgesellschaft
  • freudige Ergriffenheit des lyrischen Ichs durch die ausgelassene Stimmung der Hochzeitsgesellschaft und der blühenden Landschaft
  • dadurch Innehalten des lyrischen Ichs
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Präteritum: „wandert'“, „gingen“, „war“ (V. 1/2/5)
    $\rightarrow$ anzeigender Apostrophierungen - Markierung des Ereignisses als vergangen und Sprechhaltung des nüchternen Erzählerberichts
  • positiv konnotierte Begriffe: „Frühlingszeit“, „lust’ge“, „Jauchzen“, „Lust“ (V. 1/4/5/7)
    $\rightarrow$ Erzeugung des Eindrucks freudiger Ausgelassenheit
  • Ausrufezeichen: „Das war ein Jauchzen und Klingen!“ (V. 5)
    $\rightarrow$ Ausdruck innerer Bewegung
2. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Beschreibung Hochzeitsfest bei Tanz und Musik
  • lyrisches Ich offenbar in der Randposition eines Beobachters, nicht eines Teilnehmers am Fest
  • Verwirrung des lyrischen Ichs durch das Lachen der Braut
  • ihr Aufgehen im Wirbel des Tanzes
  • Beginn einer emotionalen Wende aufgrund des akustischen Erkennungssignals
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Substantive/substantivierte Verben aus dem Bereich Musik: „Schall der Geigen“, „Lachen“, „Stimmenklang“ (V. 10/11/12)
    $\rightarrow$ Hervorhebung des Hochzeitsgeschehens und der Begegnung mit der einstigen Geliebten als reine Klangkulisse, aber ohne das gesprochene Wort
  • Gedankenstriche: „wie mir gescheh'n“ (V. 13)
    $\rightarrow$ Markierung der emotionalen Erschütterung
  • Alliteration: „Lacht' laut die junge Frau“ (V. 11)
    $\rightarrow$ eher positives Verb „lachen“ wird durch negatives Attribut „laut“ negative Wirkung zugeschrieben, übertont Tanzmusik
  • Diminutiv: „Stimmlein“ (V. 12)
    $\rightarrow$ weist auf ehemalige Beziehung zwischen lyrischem Ich und Braut hin
  • Symbol: „Dreh'n“ (V. 14)
    $\rightarrow$ lyrisches Ich kann nicht mehr zwischen Vergangenheit und Gegenwart unterscheiden, ist verwirrt über die Braut, die ja seine frühere Geliebte war und sich als etwas komplett anderes entpuppt
3. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • schmerzhaftes Wiedererkennen und Bewusstwerden eines Verlustes
  • Wiedererkennen der ehemaligen Geliebten in der Braut ohne Anzeichen von Gegenseitigkeit
  • das Wiedereinsetzen des akustischen Jubels reißt das lyrische Ich aus den Gedanken an die enttäuschte vergangene Liebe
  • harter Kontrast: hier das lyrische Ich, durch das Bewusstsein des Verlustes offenbar im Innersten getroffen, wenngleich nur nonverbal agierend, dort die fröhliche Hochzeitsmusik und das erinnerungsfreie Gegenwartsglück der Frau
  • Wechsel in die Zeitebene des Sprechens: resümierende, mit dem Bedeutungsgewicht der Textschlussposition verstärkte Bekundung eines ziellosen, ins Existentielle ausgreifenden Getriebenseins als tragische Pointe
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Präsens: „'s ist lange her“, „Verloren ist die Treue“, „Nun wandr' ich“ (V. 15/17/21)
    $\rightarrow$ Hervorhebung der andauernden Wirkung des erschütternden Wiedererkennens durch Wechsel der Zeitform
  • Personifikation: „Verloren ist die Treue“ (V. 17)
    $\rightarrow$ lyrisches Ich hat letztes Vertrauen in Braut verloren
  • Wechsel Zeitform: „Ich wandert’“ – „Nun wandr’ ich“ (V. 1/21)
    $\rightarrow$ Betonung der fortwährenden Bewegung des lyr. Ichs durch rahmende Wiederholung von Personalpronomen und zentralem Verb im ersten und letzten Vers
  • Hyperbel: „bis an’s End’ der Welt“ (V.21)
    $\rightarrow$ Hervorhebung der Endlosigkeit des ruhelosen Wanderns des lyrischen Ichs
Bezug zur Epoche
  • Spätromantik: Hauptmotive des Wanderns und der unerfüllten Liebe
  • Titel verweist auf eine Begegnung zwischen zwei Liebenden, die aber nicht erfüllt wird
  • Antithetik: Frau feiert ihre Hochzeit, freudiges Ereignis vs. Mann ist alleine auf Wanderschaft
  • Wanderschaft bis zum Lebensende: Liebe wird niemals erfüllt werden
Interpretation
  • Verknüpfung des romantischen Wandermotivs mit dem Motiv der verlorenen Liebe
  • Unmöglichkeit einer Integration des lyrischen Ichs in die Gesellschaft; Kontrastierung erfüllter Liebe in der Hochzeit mit dem Liebesverlust des lyrischen Ichs
  • Hochzeit als Sinnbild häuslicher Geborgenheit und Stabilität im Gegensatz zum Wandern als Symbol existentieller Unzugehörigkeit, Unruhe und erfolgloser Suche nach Geborgenheit
Bezug zu Raschs Zitat
  • Rasch kritisiert die Charakterisierung des dichterischen Werks Joseph von Eichendorffs als sorglos-heiter, ohne Spannung
  • Vielmehr kennzeichneten seine Dichtung Züge abgründiger und existentieller Schwere, bitteres Schmerzempfinden
  • oberflächliches Lesen überdeckt tieferen Sinn der Gedichte Eichendorffs
  • Stimmung: scheinbare sprachliche und gedankliche Schlichtheit durch volksliedhaften Ton, einfache parataktische Syntax und fehlende Metaphorik, dadurch schwere Erkennbarkeit der tiefen Erschütterung und der heillosen Ruhelosigkeit des lyrischen Ichs außerhalb der Sphäre sozialer Geborgenheit
  • trotz breiter Entfaltung einer fröhlichen dörflichen Hochzeitsszenerie im Frühling mit dadurch ausgelöster Glückserfahrung des lyrischen Ichs Dominanz der existenzverheerenden Wirkung unerfüllter Liebe
  • Verkehrung des glücklichen Augenblicks ins Grausen als Zentrum des Gedichts
  • ambivalente Verwendung eines romantischen Standardmotivs: Wandern im Frühling vs. rastloses Getriebensein
  • Resümee: In Übereinstimmung mit Raschs These erschließt sich das Abgründige von Eichendorffs Gedicht „Begegnung“ erst bei genauerem Hinsehen, sollte dann aber gegenüber dem Motiv der Teilhabe des lyr. Ichs an der fröhlichen Dorfhochzeit als dominant angesehen werden.

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage, die Intention, des Gedichts noch einmal kurz zusammenfassen. Du kannst hier auch sagen, welche Gefühle das Lesen des Gedichts in dir ausgelöst und in welche Stimmung es dich versetzt hat.
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