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Aufgabe 3

Aufgaben
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Textbezogenes Schreiben: Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Hermann Hesse: Unterm Rad
Uwe Johnson: Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Auszug aus Hermann Hesses Roman „Unterm Rad“.
  • Vergleiche – ausgehend von deinen Interpretationsergebnissen – den Auszug aus Hesses Roman mit Uwe Johnsons Roman „Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953“ unter den Aspekten Anpassung und Aufbegehren.
#textinterpretation#hermannhesse
Material 1
$\;$
Auszug aus: Hermann Hesse: Unterm Rad (1905/1906)
Der ehrgeizige und fleißige, aber sozial isolierte Schüler einer renommierten Klosterschule Hans Giebenrath findet in dem intelligenten und schwärmerischen Hermann Heilner erstmalig einen Freund. Dieser trotzt den strengen Regeln und hohen Ansprüchen der Klosterschule. Für Hans ergeben sich aus dieser Freundschaft mit Hermann neue Perspektiven auf das Leben.
Je inniger und glücklicher Hans an seiner Freundschaft hing, desto fremder wurde ihm die Schule. Das neue Glücksgefühl ging brausend wie ein junger Wein durch sein Blut und durch seine Gedanken, daneben verlor Livius[1] so gut wie Homer[2] seine Wichtigkeit und seinen Glanz. Die Lehrer aber sahen mit Schrecken den bisherigen tadellosen Schüler Giebenrath in ein problematisches Wesen verwandelt und dem schlimmen
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Einfluß des verdächtigen Heilner unterlegen. Vor nichts graut Lehrern so sehr wie vor den seltsamen Erscheinungen, die am Wesen früh entwik-kelter Knaben in dem ohnehin gefährlichen Alter der beginnenden Jünglingsgärung hervortreten. An Heilner war ihnen ohnehin von jeher ein gewisses Geniewesen unheimlich - zwischen Genie und Lehrerzunft ist eben seit alters eine tiefe Kluft befestigt, und was von solchen Leuten sich auf Schulen zeigt, ist den Professoren von vornherein ein Greuel. Für sie sind
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Genies jene Schlimmen, die keinen Respekt vor ihnen haben, die mit vierzehn Jahren zu rauchen beginnen, mit fünfzehn sich verlieben, mit sechzehn in die Kneipen gehen, welche verbotene Bücher lesen, freche Aufsätze schreiben, den Lehrer gelegentlich höhnisch fixieren und im Diarium[3] als Anführer und Karzerkandidaten[4] notiert werden. Ein Schulmeister hat lieber einige Esel als ein Genie in seiner Klasse, und genau betrachtet hat er ja recht, denn seine Aufgabe ist es nicht, extravagante Geister heranzubilden,
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sondern gute Lateiner, Rechner und Biedermänner[5]. […] Und so wiederholt sich von Schule zu Schule das Schauspiel des Kampfes zwischen Gesetz und Geist, und immer wieder sehen wir Staat und Schule atemlos bemüht, die alljährlich auftauchenden paar tieferen und wertvolleren Geister an der Wurzel zu knicken. Nach gutem, altem Schulgrundsatz wurde auch gegen die beiden jungen Seltsamen, sobald man Unrat witterte, nicht die Liebe, sondern die Härte verdoppelt. Nur der Ephorus, der auf Hans als fleißigsten
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Hebräer[6] stolz war, machte einen ungeschickten Rettungsversuch. Er ließ ihn auf sein Amtszimmer rufen, die schöne malerische Erkerstube der alten Abtswohnung, wo der Sage nach der im nahen Knittlingen heimische Doktor Faust manchen Becher Elfinger genossen hat. Der Ephorus[7] war kein unebener Mann, es fehlte ihm nicht an Einsicht und praktischer Klugheit, er hatte sogar ein gewisses gutmütiges Wohlwollen gegen seine Zöglinge, die er mit Vorliebe duzte. Sein Hauptfehler war eine starke Eitelkeit, die ihn auf dem
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Katheder[8] oft zu prahlerischen Kunststückchen verleitete und welche ihn nicht dulden ließ, seine Macht und Autorität nur im geringsten bezweifelt zu sehen. Er konnte keinen Einwurf vertragen, keinen Irrtum eingestehen. So kamen willenlose oder auch unredliche Schüler prächtig mit ihm aus, aber gerade die Kräftigen und Ehrlichen hatten es schwer, da schon ein nur angedeuteter Widerspruch ihn reizte. Die Rolle des väterlichen Freundes mit aufmunterndem Blick und gerührtem Ton beherrschte er als Virtuos, und er
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spielte sie auch jetzt.
„Nehmen Sie Platz, Giebenrath“, sprach er freundschaftlich, nachdem er dem schüchtern eingetretenen Jungen kräftig die Hand gedrückt hatte.
„Ich möchte ein wenig mit Ihnen reden. Aber darf ich du sagen?“
„Bitte, Herr Ephorus.“
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„Du wirst wohl selber gefühlt haben, lieber Giebenrath, daß deine Leistungen in letzter Zeit etwas nachgelassen haben, wenigstens im Hebräischen. Du warst bisher vielleicht unser bester Hebräer, darum tut es mir leid, eine plötzliche Abnahme zu bemerken. Vielleicht hast du am Hebräischen keine rechte Freude mehr?“
„O doch, Herr Ephorus.“
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„Überlege dir’s nur! So etwas kommt vor. Du hast dich vielleicht einem anderen Fach besonders zugewendet?“
„Nein, Herr Ephorus.“
„Wirklich nicht? Ja, dann müssen wir nach andern Ursachen suchen. Kannst du mir auf die Spur helfen?“
„Ich weiß nicht … ich habe meine Aufgaben immer gemacht …“
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„Gewiß, mein Lieber, gewiß. Aber differendum est inter et inter. Deine Aufgaben hast du natürlich gemacht, das war ja wohl auch deine Pflicht. Aber du hast früher mehr geleistet. Du warst vielleicht fleißiger, du warst jedenfalls mit mehr Interesse bei der Sache. Ich frage mich nun, woher dies plötzliche Nachlassen deines Eifers kommt. Du bist doch nicht krank?“
„Nein.“
50
„Oder hast du Kopfweh? Du siehst freilich nicht übermäßig blühend aus.“
„Ja, Kopfweh habe ich manchmal.“
„Ist dir die tägliche Arbeit zu viel?“
„O nein, gar nicht.“
„Oder treibst du viel Privatlektüre? Sei nur ehrlich!“
55
„Nein, ich lese fast nichts, Herr Ephorus.“
„Dann begreife ich das nicht recht, lieber junger Freund. Irgendwo muß es doch fehlen. Willst du mir versprechen, dir ordentlich Mühe zu geben?“
Hans legte seine Hand in die ausgestreckte Rechte des Gewaltigen, der ihn mit ernster Milde anblickte.
„So ist’s gut, so ist’s recht, mein Lieber. Nur nicht matt werden, sonst kommt man unters Rad.“
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Er drückte Hans die Hand und dieser ging aufatmend zur Türe. Da wurde er zurückgerufen.
„Noch etwas, Giebenrath. Du hast viel Verkehr mit Heilner, nicht wahr?“
„Ja, ziemlich viel.“
„Mehr als mit andern, glaube ich. Oder nicht?“
„Doch, ja. Er ist mein Freund.“
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„Wie kam denn das? Ihr seid doch eigentlich recht verschiedene Naturen.“
„Ich weiß nicht, er ist nun eben mein Freund.“
„Du weißt, daß ich deinen Freund nicht besonders liebe. Er ist ein unzufriedener, unruhiger Geist; begabt mag er sein, aber er leistet nichts und übt keinen guten Einfluß auf dich. Ich würde es sehr gerne sehen, wenn du dich ihm mehr fernhalten würdest. — Nun?“
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„Das kann ich nicht, Herr Ephorus.“
„Du kannst nicht? Ja warum denn?“
„Weil er doch mein Freund ist. Ich kann ihn doch nicht einfach im Stich lassen.“
„Hm. Aber du könntest dich doch etwas mehr an andere anschließen? Du bist der einzige, der sich dem schlechten Einfluß dieses Heilner so hingibt, und die Folgen sehen wir ja schon. Was fesselt dich denn
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gerade an ihn besonders?“
„Ich weiß selber nicht. Aber wir haben einander gern und es wäre feig von mir, ihn zu verlassen.“
„So so. Na, ich zwinge dich nicht. Aber ich hoffe, du kommst allmählich von ihm los. Es wäre mir lieb. Es wäre mir sehr lieb.“
Die letzten Worte hatten nichts mehr von der vorigen Milde. Hans konnte nun gehen.
(abgedruckt in: Hermann Hesse: Sämtliche Werke. Hrsg. von Volker Michels. Band 2, Die Romane. Frankfurt a. M. 2001, S. 212-215.)

Anmerkungen
[1] Livius: römischer Geschichtsschreiber
[2] Homer: griechischer Dichter, Verfasser der „Odyssee“ und der „Ilias“
[3] Diarium: hier: Lehrerkalender und Notizbuch für die Noten
[4] Karzer[…]: Zelle zum Einsperren von Schülern
[5] Biedermann: braver, angepasster Bürger
[6] Hebräer: hier: Schüler des Hebräischen
[7] Ephorus: griechischer Begriff für Schulleiter der Klosterschule
[8] Katheder: Lehrerpult (als erhöhtes Podest angelegt)
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Textbezogenes Schreiben: Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Hermann Hesse: Unterm Rad
Uwe Johnson: Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Auszug aus Hermann Hesses Roman „Unterm Rad“ und vergleiche den Auszug aus Hesses Roman mit Uwe Johnsons Roman „Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953“ unter den Aspekten Anpassung und Aufbegehren.

Einleitung

Deine Interpretation beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Unterm Rad
  • Autor: Hermann Hesse
  • Erscheinungsjahr: 1905/1906
  • Inhalt: In dem Romanauszug aus „Unterm Rad“ von Hermann Hesse, der auf die Jahre 1905/1906 datiert ist, geht es um die problematischen Folgen der Gehorsam und Konformität einfordernden Erziehungsgrundsätze einer Klosterschule.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, den Auszug auf Inhalt, Aufbau und sprachliche Gestaltung zu analysieren. Du sollst außerdem Sinnzusammenhänge zwischen einzelnen Elementen herstellen. Anschließend sollst du deine Ergebnisse in Bezug auf die Aspekte Anpassung und Aufbegehren mit demjenigen in Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953 vergleichen. Arbeite dafür zuerst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der genannten Aspekte heraus. Formuliere anschließend ein Fazit.
Inhalt
$\blacktriangleright$  vom Einzelfall der Freundschaft zwischen Hans Giebenrath und Hermann Heilner ausgehende Reflexionen des Erzählers über das „Genie“ als Gefahr für die institutionell angestrebte Normierung (Z. 1-15):
  • Darstellung der Veränderung Giebenraths von einem fleißigen, strebsamen Schüler zu einem von Gefühlen geleiteten jungen Menschen (Z. 1-5);
  • Begründung des Misstrauens der Lehrer gegenüber besonders begabten und selbstbewussten Schülern mit der Angst vor Machtverlust und einer Destabilisierung des Systems (Z. 5-15)
  • resümierende Verallgemeinerung: Unterbindung aller Individualisierungsbemühungen durch die Vertreter der schulischen Ordnung (Z. 15-19)
$\blacktriangleright$  Rückkehr zum Einzelfall (Giebenrath) und Charakterisierung des Schulleiters (Z. 19-30):
  • vordergründig schülerfreundlich, dennoch Vertreter des repressiven Systems
$\blacktriangleright$ Gespräch zwischen dem Schulleiter und Giebenrath (Z. 31-79)
  • Initiierung und zielgerichtete Lenkung durch den Ephorus
  • erste Phase: Herausstellung des Leistungsabfalls und Einholung des Versprechens zur unterrichtlichen Mitarbeit (31-60):
    • Wechsel von vordergründig besorgten Fragen nach möglichen Gründen für die schulischen Versäumnisse (Z. 38/48/52) und kurzen Antworten Giebenraths
    • Giebenraths Unfähigkeit, den nachlassenden Fleiß zu begründen (Z. 42/53/55)
    • und dessen auf Drängen des Ephorus erfolgende Beteuerung, sich schulisch wieder zu engagieren (Z. 58)
  • zweite Phase: Kritik des Ephorus an Heilners Wesen und an der Freundschaft Giebenraths zu Heilner sowie Aufforderung zur Beendigung dieser Beziehung (Z. 61-79)
    • vorsichtiger, aber beharrlicher Widerstand Giebenraths gegen die negativen Darlegungen des Ephorus und dessen massive Forderung nach einer Distanzierung von Heilner (Z. 67-70/72/77)
Figurenkonstellation
$\blacktriangleright$ Hans Giebenrath
  • Protagonist; sozial isolierter, bisher fügsamer, ehrgeiziger Schüler (Vorbemerkung/ Z. 4); emotional aufgewühlt und euphorisiert durch die Erfahrung der intensiven Freundschaft mit Heilner (Vorbemerkung/Z. 2f.); die schulischen Pflichten vernachlässigend (Z. 3f.;35-37)
  • Spiegelung der inneren Zerrissenheit im Gesprächsverhalten
    • zum einen: Hierarchiebewusstsein und Unterwürfigkeit dem Direktor gegenüber durch kurze verneinende oder bejahende Antworten (Z. 34/42/49) und durchgehende Verwendung des Titels seines Dialogpartners (Z. 34/42/55), Betonung der eigenen Unsicherheit („ich weiß nicht“ Z. 44/66/76); nonverbales Verhalten: schüchternes Eintreten, Ergreifen der ausgestreckten Hand des Schulleiters
    • zum anderen: Züge von Selbstbestimmung: Giebenraths scheue, aber nachhaltige Verteidigung der Freundschaft (Z. 66/70/76); dezenter Widerstand gegen die indirekten und direkten Forderungen des Direktors (Z. 70/72/76); Eintreten für ein Freundschaftsverständnis der unbedingten Loyalität (Z. 72/76)
$\blacktriangleright$ Hermann Heilner
  • Komplementärfigur zum Protagonisten; charakterverändernde Wirkung seiner Persönlichkeit auf Giebenrath: schwärmerisch (Vorbemerkung), außergewöhnlich intelligent (Z. 8)
  • respektlos gegenüber Autoritäten (Z. 10-12)
  • widerständig gegenüber der Institution Schule (Z. 12)
  • den durchschnittlichen Lehrkörper überfordernd, entsprechend mit „Härte“ gemaßregelt (Z. 12f.)
  • vom Direktor negativ charakterisiert (Z. 67-68)
  • Verkörperung von Selbstbewusstsein, Autarkie, Rebellion
$\blacktriangleright$ der Ephorus
  • Antagonist zum Freundespaar
  • als Schulleiter Repräsentant der repressiven pädagogischen Prinzipien: Zucht und Ordnung (Z. 18), Orientierung an der Mittelmäßigkeit (Z. 13f), Eliminierung des Außergewöhnlichen (Z. 17), Einforderung bestimmter Tugenden (Fleiß, Ehrgeiz, Folgsamkeit, Gehorsam)
  • als Lehrer zwar wohlwollend, aber selbstverliebt, unfähig zur Selbstkritik, dominant (Z. 22-24)
  • Selbstinszenierung als väterlicher Freund (Z. 27)
  • manipulative Gesprächsführung mit bewusst eingesetzter subtiler Vereinnahmung
    • in der ersten Gesprächsphase: Erzeugen von Vertraulichkeit durch persönliche Anrede (Z. 33), von Nähe (Z. 37f.), von Verständnis (Z.45-48); Suggestion eines gemeinsamen Ziels (Z. 43f.); Ausdruck von Besorgnis (Z. 50)
    • in der zweiten Gesprächsphase: Verwendung von engen Fragen (Z. 65/71), von Ich-Aussagen und als Wunsch getarnten Forderungen (Z. 73-75/77)
Erzählweise
  • auktoriale Erzählweise mit ironisch-kritischer Erzählhaltung; Bewertung des zerstörerischen Einflusses von Schule und Lehrern auf die Entwicklung junger Menschen durch Erzählerkommentare (Z. 3-30/58/73f.)
  • Vermittlung des Eindrucks von Unmittelbarkeit durch szenische Darstellung und annähernd zeitdeckendes Erzählen (Z. 31-79)
  • Verdeutlichung der inneren Verfassung Giebenraths durch auktoriale Kommentare mit Innensicht (Z. 2f.) oder direkte Figurenrede (Z. 77)
  • Ausdruck der Zeitlosigkeit und Allgemeingültigkeit der Erzählerkritik an den Erziehungsprinzipien durch Verwendung des generellen Präsens (Z. 5-17)
sprachliche Gestaltungsmittel
  • insgesamt: hochsprachlich elaborierte, differenzierte Sprachgebung und komplexe Syntax in den auktorialen Erzählerkommentaren (1-37); teils einfachere Syntax, teils gestelzte Redeweise des Ephorus im Figurengespräch (Z. 31-79)
  • Hervorhebung der pädagogischen Abwehr jeglicher Individualität oder Andersartigkeit bei Schülern durch temporeiche Reihung von Relativsätzen zur Charakterisierung der widerständigen Subjekte (Z. 10-14)
  • Zuspitzung grundlegender Typisierungen durch Antithesen („Esel“ vs. „Genie“ Z. 13; „extravagante Geister“ vs. „gute Lateiner, Rechner und Biedermänner“ Z. 14f.; „Gesetz“ vs. „Geist“ Z. 16; „Liebe“ vs. „Härte“ Z. 19)
  • Herausstellung der Gesprächs- und Beziehungshierarchie zwischen Direktor und Schüler durch verhörartige Fragenketten (Z. 54-89), Häufung expliziter negativer Wertungen (Z. 67-70) und Verwendung angsterzeugender Metaphorik (Z. 59)
  • punktuelle Abschwächung des Machtgefüges durch unsichere, aber beharrliche Selbstbehauptung Giebenraths in formelhaften Wiederholungen der Selbstvergewisserung und Selbstberuhigung (Z. 63/65/77)
Fazit
  • Entlarvung des autoritären Erziehungshandelns in der Klosterschule
  • Darstellung der Wirkungslosigkeit des Aufbegehrens innerhalb des schulischen Systems
  • Anklage gegen starre Erziehungsgrundsätze, die die freie Persönlichkeitsentwicklung des Individuums den Prinzipien Gehorsam und Anpassung opfern

Vergleich

Anpassung
  • institutionalisierte Forderung nach Anpassung an die Erziehungsprinzipien der schulischen Anstalt (Hesse, Johnson) und darüber hinaus an die Ideologie des DDR-Staates (Johnson)
  • Lehrer als Vermittler und Verkörperungen des Folgsamkeits- und Konformitätsgedankens, insbesondere der Ephorus (Hesse) und Siebmann (Johnson)
  • Ablehnung von Individualismus der Schüler, intelligente Schüler werden unterdrückt (Hesse, Johnson)
    $\rightarrow$ Geist der Schüler soll an Massenniveau angepasst werden (Hesse)
    $\rightarrow$ Suppression der Gedanken- und Religionsfreiheit (Johnson)
  • Mehrheit der Schüler als Repräsentanten des Gehorsamsprinzips (Hesse, Johnson)
    $\rightarrow$ Verhalten der anonyme Masse wird nicht explizit beschrieben (Hesse)
    $\rightarrow$ Schüler werden gezwungen, der Jungen Gemeinde abzuschwören, Schüler bereuen und schwören der Kirche ab (Johnson)
Aufbegehren
  • Provokation der schulischen und politischen Ordnungshüter durch eigenständiges Denken und Handeln (Hesse, Johnson)
  • Freundschaft als Motivation des Aufbegehrens: Giebenraths Eintreten für Heilner (Hesse); mutiges Eintreten Jürgens für Ingrid und Klaus trotz Festhaltens an seiner sozialistischen Überzeugung (Johnson)
  • unterschiedliche Ausprägung von aufbegehrendem Verhalten
    $\rightarrow$ bei Hesse: zögerliche Selbstbehauptung Giebenraths zur Verteidigung der Freundschaft im Dialog; Missachtung schulisch eingeforderter Unterordnung durch Heilner; Verkörperung von Selbstbewusstsein und Nonkonformismus
    $\rightarrow$ bei Johnson: offen formulierter Widerspruch, Infragestellung des Machtanspruchs und Einfordern verfassungsmäßig garantierter Grundrechte in Ingrids Rede; ironisch-distanzierte Haltung Klaus Niebuhrs gegenüber schulischer und staatlicher Repression; Klaus’ und Ingrids Flucht nach West-Berlin als Konsequenz ihres Aufbegehrens unter Inkaufnahme des Heimatverlusts; stille Opposition einiger Lehrer
Fazit
  • Johnson: Wunsch nach moralischer Integrität und politische Überzeugung als Motivationen für das Aufbegehren; Selbstbewahrung nur durch Flucht möglich
  • Hesse: Wunsch nach persönlicher Integrität und Sich-bekennen-Wollen zur Freundschaft als Motivationen für das Aufbegehren

Schluss

Am Schluss solltest du deine wichtigsten Ergebnisse noch einmal kurz zusammenfassen. Du kannst beispielsweise auch einen Ausblick auf den Fortlauf der Romane mit einbringen oder einen Vergleich zum heutigen Schulsystem stellen.
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