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Aufgabe 2

Aufgaben
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Textinterpretation

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Interpretiere die Kurzgeschichte „Schöne Ferien“ von Gabriele Wohmann. (Material 1)
#kurzprosa#interpretieren
2.
Prüfe - ausgehend von deinen Interpretationsergebnissen -, inwiefern die These Rainer Hagens auf die Kurzgeschichte „Schöne Ferien“ zutrifft. (Material 2)
Bitte beachte, dass der Schwerpunkt der Gewichtung auf der ersten Teilaufgabe liegt.
#kurzprosa#these#überprüfen
Material 1

Gabriele Wohmann: Schöne Ferien (1968)

$\,$
Schöne Ferien, zum ersten Mal wieder, seit ich mit Asmus zusammen bin. Die unveränderte Bucht gefiel mir neuerdings. Wie lang hatte ich nicht mehr etwas wie Waten im Wasser genossen. Alle Augenblicke fiel mir ein, daß ich aufatmen konnte, und ruhig sein, ruhig sein. Keine Zankereien mit den Cousinen, im Gegenteil. Vor dem Café Rose saßen friedlich die Großeltern, und mich machte es nicht nervös, wenn sie uns unaufhörlich zu Tee
5
und Wespennestern1 einluden: Spezialität der Rose. Auch mit Lutz legte Asmus sich nicht an. Lutz drehte sein Radio so laut wie es ihm paßte, und Asmus pfiff sogar mit. Natürlich badete Lutz wieder kein einziges Mal, Asmus aber äußerte sich einfach nicht dazu, womit ein Zustand erreicht wäre, den ich immer angestrebt habe. Asmus verhielt sich entweder aus Rücksicht auf mich so, oder er war ausgeglichener geworden - jetzt irre ich mich gründlich. Asmus war ja diesen Sommer nicht mit.
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Statt dessen Heinz Pfitzner. Der Zufall verschlug uns ins gleiche Hotel. Nach der ersten Woche sagten wir nicht mehr Sie, und er wollte Nelson genannt werden. Der Familie gegenüber zeigte er sich zugänglich. Die ließ uns auf langen Spaziergängen allein. Ihre Großzügigkeit sah aber nicht nach Opfer aus, und zum ersten Mal freute ich mich ohne schlechtes Gewissen an dieser wirklichen Freiheit. Es machte mir auch Spaß, der Familie so einen netten Mann zu verschaffen, wenn auch nur für kurz. Oft forderte Nelson Lutz auf, sich uns anzuschließen.
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Weil Lutz, wie jedermann, Nelson mochte, sagte er zu. So nahm Lutz am Ausflug zum Vogelschutzgebiet teil. Nelson redet gern mit Jüngeren, er bringt sie dazu, daß sie aus sich herausgehen. Bei Lutz ein Wunder, er hat nichts als seine Schlager und zwei diskjockeys. Jetzt hatte er Nelson. Schön für ihn, schön für uns alle. Von Nelson geht Ruhe aus, daran liegt es. Ich werde mich im Verlauf dieser Ferien erholen. Sogar Nelson zu lieben, strengt kaum an.
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Die Fingernägel schneide ich mir häufig, damit erinnere ich mich an Asmus. Selbstverständlich denke ich oft an ihn, mein Frieden nimmt daraufhin zu. Asmus kann nicht über meine verkorksten Fingernägel schimpfen. Auch nicht über Barfußlaufen bei kaltem Wetter. Während ich meine rotgefrorenen Fußzehen begutachte, denke ich daran, wie gern jetzt Asmus über sie in Wut geriete. Mein Haar kann er ebenfalls nicht überprüfen. Ich lasse es jeden Tag beim Baden in der Bucht naß werden. Schon nächsten Sommer werde ich wieder auf
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die Kommandos von Asmus Rücksicht nehmen müssen, also übertreibe ich es jetzt mit der Unvernunft. Überall fehlt Asmus, und seine erhobene, nicht hotelmäßige Stimme zürnt mir in meinem Gedächtnis, nur da.
Nelson ist liebenswürdig. Den Cousinen schnitt er vorgestern die Haare. Meinem Großvater rasierte er den flaumigen runzligen Nacken aus. Mit meiner Großmutter unterhielt er sich geduldig über die Triebwelt der Ameisen, wiedermal hatte sie sich einen Koffer voll Tierbücher mitgebracht, ihre Passion. Auf alles ging Nelson
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ein. Ich selber mußte mich dämpfen, damit meine Freude über unsern allgemeinen Einklang mich nicht laut machte. So ruhig sein wie Nelson, das war mein Programm. Gelassen zuhören bei törichten Äußerungen über Wetterabhängigkeit vom Mondwechsel: Lieblingstheorie meines Großvaters. Lächeln zur Behauptung, P. Huber2, der 1810 die Sitten der einheimischen Ameise untersucht hat, sei kein Franzose gewesen: die Großmutter will es so. Auch die Cousinen und Lutz, alle stellten dauernd die üblichen Anlässe her, gegen
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die Asmus auf die Barrikaden ging.
Es kommt aber vor, daß ich aus heiterem Himmel erschrecke; dreh dich nicht um, sage ich mir, Asmus steht hinter dir. Ich halte den Atem an und warte ab. Irgend jemand von der Familie ruft mir dann zu: Was ist los mit dir? Schläfst du am hellen so Tag? Und sie lachen miteinander - aber ohne Nelson. Sie hat die Augen zu, seht nur! Auch Asmus lacht nicht mit. Für Launen hat er nichts übrig. Jetzt rufen sie: Hallo Asmus, kümmere dich
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gefälligst mal um deine Frau, weck sie auf, los! Ich lasse die Augen zu. Bei geschlossenen Lidern, ruhig, ruhig, verwöhnt mich Nelson, meine Erfindung.

1Wespennestern: Keksgebäck mit Mandeln
2P. Huber: Pierre Huber, Schweizer Insektenforscher, Begründer der wissenschaftlichen Ameisenkunde, dessen französischsprachige Veröffentlichung aus dem Jahr 1810 als Grundlagenwerk zur Erforschung des Sozialverhaltens der Ameisen gilt.
Aus: Gabriele Wohmann: Schöne Ferien,
In: Ländliches Fest und andere Erzählungen. Neuwied und Berlin 1968,
(Luchterhand Literaturverlag) S.76-79.
#kurzprosa
Material 2

Rainer Hagen: Über Gabriele Wohmanns frühe Prosa (1977)

[…] Wer Gabriele Wohmanns Arbeiten literaturhistorisch verankern will, muß bei der Romantik beginnen. […]
Aus: Rainer Hagen: Über Gabriele Wohmanns frühe Prosa,
In: Gabriele Wohmann. Materialienbuch. Darmstadt und Neuwied 1977,
(Luchterhand Literaturverlag) S.51.
#these#literatur#romantik
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Da deine Aufgabe im Abitur in zwei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du beide Aufgaben bearbeiten kannst.
Erste Teilaufgabe
$\blacktriangleright\;$ Interpretiere die Kurzgeschichte „Schöne Ferien“ von Gabriele Wohmann. (Material 1)
Du sollst die Kurzgeschichte interpretieren, also deren Inhalt und Form deuten. Lies dir dafür zunächst den gesamten Text durch. Notiere dir anschließend deine ersten Gedanken und Eindrücke oder besondere Auffälligkeiten zu dem Text. Jetzt solltest du dir die einzelnen Abschnitte des Textes nochmal genauer anschauen. In deiner Interpretation solltest du den Text in drei Abschnitte einteilen und jeweils deren Inhalte erläutern. Achte darauf, dass du dich auch auf besondere sprachliche Merkmale und die Erzählperspektive beziehst. Du solltest deine Ergebnisse im Schluss knapp zusammenfassen können.
Zweite Teilaufgabe
$\blacktriangleright\;$ Prüfe - ausgehend von deinen Interpretationsergebnissen -, inwiefern die These Rainer Hagens auf die Kurzgeschichte „Schöne Ferien“ zutrifft. (Material 2)
In dieser Teilaufgabe sollst prüfen, ob die interpretierte Kurzgeschichte in der Tradition der Romantik einzuordnen ist. Es ist besonders wichtig, dass du in der Einleitung nochmal ganz klar beschreibst, welche These du prüfen wirst. Im weiteren Verlauf kannst du verschiedene Merkmale und Motive, die du aus der Romantik kennst, vorstellen und erklären, ob diese in der Kurzgeschichte vorkommen. So bestimmst du Schritt für Schritt, ob Hagen mit seiner These recht hat. In deinem Schluss solltest du dann die Argumentation abrunden und eine deutliche Stellung einnehmen können.
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Textinterpretation

Tipp
Da deine Aufgabe im Abitur in zwei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du beide Aufgaben bearbeiten kannst.
Tipp
Da deine Aufgabe im Abitur in zwei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du beide Aufgaben bearbeiten kannst.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Interpretiere die Kurzgeschichte „Schöne Ferien“ von Gabriele Wohmann. (Material 1)
Tipp
Du sollst die Kurzgeschichte interpretieren, also deren Inhalt und Form deuten. Lies dir dafür zunächst den gesamten Text durch. Notiere dir anschließend deine ersten Gedanken und Eindrücke oder besondere Auffälligkeiten zu dem Text. Jetzt solltest du dir die einzelnen Abschnitte des Textes nochmal genauer anschauen. In deiner Interpretation solltest du den Text in drei Abschnitte einteilen und jeweils deren Inhalte erläutern. Achte darauf, dass du dich auch auf besondere sprachliche Merkmale und die Erzählperspektive beziehst. Du solltest deine Ergebnisse im Schluss knapp zusammenfassen können.
Tipp
Du sollst die Kurzgeschichte interpretieren, also deren Inhalt und Form deuten. Lies dir dafür zunächst den gesamten Text durch. Notiere dir anschließend deine ersten Gedanken und Eindrücke oder besondere Auffälligkeiten zu dem Text. Jetzt solltest du dir die einzelnen Abschnitte des Textes nochmal genauer anschauen. In deiner Interpretation solltest du den Text in drei Abschnitte einteilen und jeweils deren Inhalte erläutern. Achte darauf, dass du dich auch auf besondere sprachliche Merkmale und die Erzählperspektive beziehst. Du solltest deine Ergebnisse im Schluss knapp zusammenfassen können.
Die Kurzgeschichte „Schöne Ferien“ von Gabriele Wohmann aus dem Jahr 1968 handelt von einer Ich-Erzählerin, die vom Urlaub mit ihrer Familie berichtet. Statt mit ihrem Mann Asmus Zeit zu verbringen, lernt sie dort den netten, liebenswürdigen Nelson kennen, der jedoch, wie sich am Ende herausstellt, nur eine Erfindung ihrer Vorstellung ist.
Einleitung
Die Erzählung ist inhaltlich in drei Abschnitte einzuteilen, die mit der Beschreibung der Urlaubssituation beginnt (Z. 1-9). Daraus wird deutlich, dass die Ich-Erzählerin sich im Urlaub mit ihrer Familie befindet, der in diesem Jahr „zum Ersten mal wieder“ (Z. 1) schön sei. Anders als sonst, gebe es „keine Zankereien mit den Cousinen“ (Z. 3) und machten die Großeltern sie „nicht nervös“ (Z. 4). Aus diesen anfänglichen Beschreibungen wird schnell deutlich, dass vor allem ihr Mann Asmus in den vorherigen Urlauben der Auslöser ihrer Frustration gewesen sei. Denn in diesem Urlaub lege er sich „auch mit Lutz […] nicht an“ (Z. 5), zu dessen lauter Musik pfiff er sogar mit (vgl. Z. 6) und auch zu anderen üblichen Streitpunkten äußerte ihr Mann sich nicht (vgl. Z. 7).
Hauptteil
Frustration der Ich-Erzählerin
Bereits während des ersten Abschnitts deutet sich der weitere Verlauf der Kurzgeschichte an. Zunächst berichtet die Ich-Erzählerin von den Veränderungen im Urlaub, die durch das verbesserte Verhalten ihres Mannes hervorgerufen werden. Gleichzeitig spricht sie in Zeile 1 aber von der „unveränderte(n) Bucht“. Hierin kann ein sprachlicher Hinweis darauf gesehen werden, dass sich der Urlaub nur in ihren Gedanken verändert hat. Schließlich sagt die Ich-Erzählerin selbst, dass der diesjährige Urlaub genau ihrer Wunschvorstellung entspräche: „[…] womit ein Zustand erreicht wäre, den ich immer angestrebt habe“ (Z. 7). Anschließend bemerkt sie dann die Unstimmigkeit in ihren aufgezählten Berichten aus dem Urlaub und dass sie sich irren muss (Z. 8f.), denn „Asmus war ja diesen Sommer nicht mit“ (Z. 9).
Andeutungen auf Tagtraum
Darauf folgt der zweite Abschnitt (Z. 10-35), in dem die Ich-Erzählerin sich in ihrem Tagtraum befindet. Sie berichtet von einem Mann namens Heinz Pfitzner, den sie bald Nelson nennen dürfe, und zu dem sie eine Liebesbeziehung entwickelt. Er sei außerdem nett zu ihrer Familie (Z. 11f.), könne gut mit Lutz umgehen (Z. 16f.) und strahle eine gewisse Ruhe aus (Vgl. Z. 18). Die Erzählerin erschafft sich auf diese Weise den idealen Mann, wie er in ihrer Vorstellung sein sollte. Nelson sei „liebenswürdig“ (Z. 27), gehe auf alles ein (vgl. Z. 29f.) und dient sogar als Vorbild („So ruhig sein wie Nelson, das war mein Programm.“, Z.31).
Nelson als Idealbild eines Mannes
Ständig anwesend in dieser Vorstellung ist dennoch ihr Mann Asmus. Die Erzählerin stellt sich wiederholt vor, wie er sich im Urlaub verhalten würde und verspürt daraufhin Erleichterung, dass er nicht anwesend ist. Denn sonst würde er über ihre „verkorksten Fingernägel schimpfen“ (Z. 21) oder dass sie bei kaltem Wetter barfuß laufe (vgl. Z. 22). Ihre Freude über seine Abwesenheit drückt sie nicht nur in Z.20f. aus: „selbstverständlich denke ich oft an ihn, mein Frieden nimmt daraufhin zu“, sondern auch durch den ständigen indirekten Vergleich mit Nelson. Dieser scheint jede Eigenschaften und Qualitäten zu besitzen, die ihr an ihrem Mann fehlen. Mit der Familie versteht er sich nicht gut (Vgl. Z. 3), mit Lutz geht er ungeschickt um (vgl. Z. 5f.) und von Liebenswürdigkeit zeugt sein Verhalten überhaupt nicht (vgl. Z. 20f.). In Z.34f. stellt sie den Unterschied zwischen Nelson und Asmus ganz deutlich fest: „alle stellten dauernd die üblichen Anlässe her, gegen die Asmus auf die Barrikaden ging“ (Z. 34f.).
Vergleich Nelson - Asmus
Im letzten Abschnitt (Z. 36-41) kehrt die Ich-Erzählerin dann wieder aus ihrem Tagtraum zurück in die Realität („Es kommt aber vor, daß ich aus heiterem Himmel erschrecke“, Z. 36). Plötzlich realisiert sie sich wieder, dass Asmus auch an diesem Urlaub teilnimmt. Mit dieser Erkenntnis übermittelt sie dem Leser ein beklemmendes Gefühl: „[…] dreh dich nicht um, sage ich mir, Asmus steht hinter dir. Ich halte den Atem an und warte ab“ (Z. 36f.). Darauf folgt die Auflösung, dass Nelson nicht wirklich anwesend ist (vgl Z. 38) und sie betitelt ihn sogar als „Nelson, meine Erfindung“ (Z. 41). Besonders auffällig ist an dieser Stelle, dass die Ich-Erzählerin trotz der Aufforderungen ihrer Familie nicht aufwachen möchte, sondern die Augen lieber weiterhin zu lässt (Vgl. Z. 40).
Erwachen aus dem Tagtraum
Das Ende der Kurzgeschichte löst auf, dass Nelson nur in der Vorstellung der Protagonistin existierte. Rückblickend können im Text mehrere Stellen gefunden werden, die andeuten, dass es sich beim beschriebenen Urlaub nicht um die Realität handelt. Schon im ersten Abschnitt wird angedeutet, dass nur ein Wunschdenken der Erzählerin beschrieben wird, da ihr Mann sich ganz anders verhält und sie den Urlaub dadurch genießen kann. In ihrem Tagtraum stellt sie zudem klar, dass die Abwesenheit von Asmus nicht zum Normalzustand werde, denn „schon nächsten Sommer werde ich wieder auf die Kommandos von Asmus Rücksicht nehmen müssen“ (Z. 24f.).
Hinweise auf Tagtraum
Zudem wird die Handlung durch die Erzählperspektive gestützt, denn als Ich-Erzählerin wird stets nur ihre Sicht auf die Geschehnisse vermittelt. Die subjektiven Auffassungen werden an mehreren Stellen durch die umgangssprachliche Gestaltung des Textes übermittelt (vgl. Z. 9 oder Z. 18). Und erst am Ende der Erzählung klärt sie den Leser über den Tagtraum auf, weshalb sie Eigenschaften einer unzuverlässigen Erzählerin wiederspiegelt. Durch die subjektive Gestaltung des Textes, bleibt offen, ob die Erzählerin mit ihren Auffassungen recht hat.
Erzählperspektive
Die Kurzgeschichte ist daher besonders aussagekräftig gegenüber der Gefühlslage der Ich-Erzählerin. Offenbar sehnt sie sich nach Ruhe, die sie wegen Asmus nicht finden kann. An dieser Stelle helfen sprachliche Mittel, wie die Wiederholung, dieses Verlangen auszudrücken: „daß ich aufatmen konnte, und ruhig sein, ruhig sein“ (Z. 3) oder „bei geschlossenen Lidern, ruhig, ruhig“ (Z. 40). Ebenso greift der Titel der Kurzgeschichte „Schöne Ferien“ genau diesen Wunsch der Ich-Erzählerin nach einem erholsamen Urlaub auf. Dieser ist für sie nur möglich, wenn sie sich in einen Tagtraum zurückzieht und dort ihren Mann durch einen anderen, idealen Mann ersetzt. Durch das Ignorieren und Verändern der Realität unternimmt die Protagonistin den Versuch vor ihrem unglücklichen Leben zu flüchten. Nur in ihren Gedanken kann sie Ruhe und Freiheit empfinden.
Gefühlslage der Ich-Erzählerin
#stilmittel#erzählperspektive
2.
Prüfe - ausgehend von deinen Interpretationsergebnissen -, inwiefern die These Rainer Hagens auf die Kurzgeschichte „Schöne Ferien“ zutrifft. (Material 2)
Bitte beachte, dass der Schwerpunkt der Gewichtung auf der ersten Teilaufgabe liegt.
Tipp
In dieser Teilaufgabe sollst prüfen, ob die interpretierte Kurzgeschichte in der Tradition der Romantik einzuordnen ist. Es ist besonders wichtig, dass du in der Einleitung nochmal ganz klar beschreibst, welche These du prüfen wirst. Im weiteren Verlauf kannst du verschiedene Merkmale und Motive, die du aus der Romantik kennst, vorstellen und erklären, ob diese in der Kurzgeschichte vorkommen. So bestimmst du Schritt für Schritt, ob Hagen mit seiner These recht hat. In deinem Schluss solltest du dann die Argumentation abrunden und eine deutliche Stellung einnehmen können.
Tipp
In dieser Teilaufgabe sollst prüfen, ob die interpretierte Kurzgeschichte in der Tradition der Romantik einzuordnen ist. Es ist besonders wichtig, dass du in der Einleitung nochmal ganz klar beschreibst, welche These du prüfen wirst. Im weiteren Verlauf kannst du verschiedene Merkmale und Motive, die du aus der Romantik kennst, vorstellen und erklären, ob diese in der Kurzgeschichte vorkommen. So bestimmst du Schritt für Schritt, ob Hagen mit seiner These recht hat. In deinem Schluss solltest du dann die Argumentation abrunden und eine deutliche Stellung einnehmen können.
Die Kurzgeschichte Gabriele Wohmanns erschien 1968 und gehört damit der modernen Literatur an. Rainer Hagens Behauptung, dass Wohmanns frühe Prosa der Epoche der Romantik zuzuordnen sei, bietet daher Grundlage für eine literaturhistorische Diskussion. Seine Aussage soll anhand der interpretierten Erzählung „Schöne Ferien“ überprüft werden.
Überleitung
Wiederholung der These R. Hagens
Die Texte der Romantik entstanden Ende des 18. Jahrunderts und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit in der die beginnende Industrialisierung aufkam. Der Wunsch zur Flucht vor der Verstädterung entwickelte sich zunehmend unter der Bevölkerung. Darüber hinaus prägte die vernunftgerichtete Philosophie, die aus den Zeiten der Aufklärung hervorging, die Motive und Merkmale der Romantik. Sehnsüchte und Gefühle sind als häufige Themen in der Romantik vorzufinden.
Argumentation
Merkmale der Romantik
Eine Möglichkeit, diese auszudrücken, war das Reise- und Wandermotiv, das einen Ausbruch aus dem Alltag und das Erleben von Abenteuern bedeutete. Auch Wohmanns Kurzgeschichte bildet den Rahmen einer Reise. Jedoch handelt es sich dabei nicht um eine abenteurliche Reise, wie sie zum Beispiel in der romantischen Novelle Eichendorffs („Aus dem Leben eines Taugenichts“, 1842) beschrieben wird. Wohmanns Erzählung handelt von einer familiären Urlaubsreise, in der die Protagonistin vor ihren Eheproblemen fliehen möchte. Die Reise kann vielmehr als Kritik an spießerhaften Reisen ans Meer betrachtet werden. Die einzigen Beschäftigungen sind „Waten im Wasser“ (Z. 2), in einem Café Tee mit Gebäck verspeisen (vgl. Z. 4f.) oder Tagträumen. Ähnlich kritisieren auch Texte aus der Romantik die gesellschaftlichen Konventionen.
Reise- und Wanderotiv der Romantik
Ein weiteres Motiv, das in romantischen Texten aufgegriffen wird, ist die Sehnsucht. In dieser Hinsicht weist Wohmanns Kurzgeschichte deutliche Züge der Romantik auf. Die Ich-Erzählerin drückt ihre Sehnsucht nach einer Veränderung ihrer familiären Situation aus. Aus Frustration über ihren Mann erschafft sie sich eine Idealvorstellung ihres Urlaubs und versinkt in einem Tagtraum. Darin erschafft sie ein alternatives, idyllisches Leben. Doch ähnlich wie in den romantischen Texten, muss auch die Protagonistin erkennen, dass dieser Wunsch nur eine Sehnsucht bleiben wird.
Sehnsucht als Motiv
Diese Zerstörung von Illusionen ist in der Romantik als romantische Ironie zurückzufinden. Texte der Romantik sollten dem Leser vermitteln, dass es sich um ein künstlich erschaffenes Werk handelte, wodurch die Grenze zwischen Ideal und Realität aufgehoben werden sollte. Die Kurzgeschichte Wohmanns weißt erzähltechnisch betrachtet ähnliche Hinweise auf. Durch die Wende, die am Ende der Erzählung stattfindet, wird der Tagtraum enthüllt. Die Erzählerin täuscht den Leser, indem sie die Grenze zwischen Realität und Tagtraum nicht klar zieht und erst zuletzt aufklärt.
Romantische Ironie
Wohmanns Kurzgeschichte in der Tradition der Romantik zu sehen, weist einige Gemeinsamkeiten mit den typischen Motiven aus romantischen Texten auf. Trotzdem fehlen andere typische Merkmale, wie eine Häufung an Metaphern oder märchenhafte Züge in der Erzählung. Insgesamt ist der These Rainer Hagens, dass Gabriele Wohmanns Arbeiten in der Romantik verankert werden können, demnach zuzustimmen.
Schluss
Zustimmung Hagens
#argument#these#beleg
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