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Aufgabe 3

Aufgaben
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Textanalyse mit argumentativer Auseinandersetzung

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere den Auszug aus Frank Patalongs Kommentar „Egoshooter“.
#analysieren#kommentar
2.
Setze dich - ausgehend von deinen Analyseergebnissen - mit Frank Patalongs Position zur „Generation Selfie“ (Z. 8) auseinander.
Bitte beachte, dass die Teilaufgaben im Verhältnis 60:40 gewichtet werden.
#erörtern
Material

Auszug aus: Frank Patalong: Egoshooter

$\,$
[ … ] „Frank“, sagte vor ein paar Tagen mein Freund Wolfgang zu mir. „Meine Lisa war ja jetzt in London, ne? Die hat mir ihre Fotos gezeigt, über 700 in einer Woche. Und ich sag dir“, seine Stimme hebt sich, „das musst du mal gesehen haben: Da ist sie fast überall drauf! Die hat hunderte Selfies gemacht!“
Klar, denke ich, so sieht das wohl aus: Lisa, Wolfgangs Tochter, Anfang Zwanzig, vor Big Ben. Posend vor
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Piccadilly, lachend auf dem Leicester Square. Allein, zu zweit, zu dritt: Schnuten ziehend, sich in Szene setzend. Ist das der Buckingham Palace1, da hinter ihrem linken Ohr? Man weiß es nicht so genau. Sieht man nicht richtig.
Aber man sieht die Generation Selfie, überall. Leute mit oder ohne Stange, die der Landschaft, der Sehenswürdigkeit oder dem, was man früher dafür gehalten hat, den Rücken zudrehen. Der Berg, die Stadt,
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das Meer werden zur Kulisse einer Szene, die nur noch eines sagt: ich.
Und ich und ich und ich.
Rückblende in eine andere Ära: Ich bin noch jung, meine Kinder sind noch klein. Wir reisen, und wie immer bin ich der Dokumentar. „Och“, sagt meine Tochter, „tu doch endlich die Kamera weg!“
Die Kids werden nicht gern fotografiert, ich mache das heimlich. Am Strand, in den Bergen, in der Stadt. Es
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sind unterschiedliche Szenen, und oft sieht man meine Lieben darin nur klein, von hinten oder gar nicht: Die meisten meiner Fotos zeigen Landschaft, Sehenswürdigkeiten oder Szenen des Beisammenseins. Nur bin ich fast nie dabei, bin unsichtbar - klar, ich halte ja die Kamera. […]
Meine Frau fotografiert so gut wie nie. Das, was man sieht, kann man nicht einfangen, sagt sie. Und meint: Berge oder Meer zu fotografieren funktioniere nicht, weil man die Wärme nicht spürt, den Wind nicht riecht,
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die Weite und Größe und das Gefühl des Daseins nicht einfangen kann.
Das kann nur der Kopf, der sich erinnert an die Eindrücke der Sinne, an die Bewegung in diesem Raum. An die Geräusche, an das Gefühl, das die Begegnung mit dem Schönen, Beeindruckenden, Lustigen oder Beängstigenden vermittelte.
Man nimmt das nur wahr, wenn man sich auf diese Emotionen und Eindrücke einlässt, die sich einstellen,
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wenn man irgendwo ist, wo man sonst nie ist. Es ist ein Raum, der weit mehr als nur drei Dimensionen hat und manchmal sogar nachwirkt: Dann wird er zum Traum-Raum, der uns im Schlaf begegnet, oder zum Sehnsuchtsort, an den wir in Tagträumen zurückkehren wollen. Ein Foto sei nichts, sagt meine Frau, außer einem Anker für die Erinnerung an das, was besonders war.
Das Selfie ist da einfacher gestrickt. Es ist immer das gleiche Bild vor wechselnder Kulisse. […]
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Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich werfe dem Selfie-Völkchen seine Selbstbezogenheit nicht vor. Manchmal bin ich sogar neidisch, wie souverän und locker die sich in Szene setzen. Ich sehe auf Fotos immer doof aus oder steif oder als ob man nach mir fahndete. Ich kann das nicht, dieses Mich-in-Szene-Setzen, und manchmal empfinde ich es wirklich als Mangel.
„Sei doch mal locker, lächele doch mal!“
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Wie jetzt, vor der Kamera?
Wenn man den Menschen als das einzig Wesentliche begreift, bildet die Generation Selfie den besser ab als wir, die das nicht können. Dafür müssen die Selfies mit einem anderen Mangel leben: Sie stehen vor der Welt.
Die Generation Selfie verpasst die Welt hinter sich.
Das ist es, was mich stört. […]
40
Das Selfie entwertet den Ort, weil es den Fokus der Sinne auf das Selbst verschiebt. Es ist der ultimative, die Perspektiven verzerrende Parallaxenfehler2. Es ist Ausdruck eines Wandels der Selbst-und Weltwahrnehmung.
Denn es verändert ja auch das Erleben der Welt, weil die vom Objekt der Aufmerksamkeit zur bloßen Kulisse wird. Der Selfie-Fotograf wählt Position und Perspektive danach aus, wie sie zur Selbstdarstellung taugen. Der Hintergrund ist sekundär und austauschbar.
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Das Selfie trivialisiert damit alles: den Moment, das Gefühl, den Ort.
Alles, was beim Selfie zählt, ist vordergründig - das Motiv, auf das wir fokussieren, das Gefühl, das abgebildet wird. Denn das ist immer das gleiche und immer eine Inszenierung: fun, fun, fun. Party, Posen, coole Gesten. Vor Berg und Kathedrale, am Meer und auf dem Gletscher.
Das Selfie reduziert auch andere Menschen zur Kulisse. Selbst das Foto mit Berühmtheiten, von jeher die
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ultimative Trophäe des Fans, dokumentiert keine Begegnung mehr. In der Mitte steht der, der das Handy hält: „Hey, wer ist denn die Blonde da neben dir? Cameron Diaz3?“
Worauf ich wohl vergeblich warten werde, ist ein Selfie anderer Art. Ein junges Gesicht, das beeindruckt auf Berg oder Brandung sieht, träumerisch hinaus in die Weite, gerührt, geängstigt oder versonnen. Es wäre zwangsläufig ein Bild, auf dem man einen Hinterkopf sähe. Augen, Nase, alle Sinne der Welt zugewandt. Es
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wäre ein Selfie, das wirklich sagen würde: Sieh her, ich war dort.

1Big Ben, Piccadilly, Leicester Square, Buckingham Palace: Sehenswürdigkeiten in London
2Parallaxenfehler: Begriff aus der Optik: Beobachtungsfehler, der zu einer Verzerrung führt
3Cameron Diaz: US-amerikanische Schauspielerin
Aus: Frank Patalong: Egoshooter,
In: Spiegel.de. 02.06.2015.
http://www.spiegel.de/stil/selfies-veraendern-den-blick-auf-die-welt-a-1036688.html
#kommentar#zeitungsartikel#gesellschaftskritik
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Da deine Aufgabe im Abitur in zwei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du beide Aufgaben bearbeiten kannst.
Erste Teilaufgabe
$\blacktriangleright\;$ Analysiere den Auszug aus Frank Patalong Kommentar „Egoshooter“.
Du sollst den Kommentar von Patalong analysieren, also den Inhalt, die Argumentation und die sprachliche Gestaltung des Textes herausarbeiten. Lies dir dafür zunächst den gesamten Text durch und markiere dabei bereits auffällige Stellen im Text. Anschließend solltest du den Text und seine einzelnen Abschnitte genauer betrachten und am Rand deine Notizen aufschreiben. In deiner Analyse solltest du in der Einleitung die wichtigsten Angaben zum Text nennen. Neben Titel, Autor und Erscheinungsdatum, gehört dazu auch die zentrale Aussage des Textes. Im weiteren Verlauf deiner Analyse kannst du dann dem Aufbau des Textes folgen. Achte darauf, dass du die inhaltlichen und stilistischen Aspekte des Textes miteinander verknüpfst.
Zweite Teilaufgabe
$\blacktriangleright\;$ Setze dich - ausgehend von deinen Analyseergebnissen - mit Frank Patalongs Position zur „Generation Selfie“ (Z.8) auseinander.
In dieser Teilaufgabe sollst du die Argumente Patalongs kritisch prüfen und dabei deine eigene Position zu dem Thema begründen. Du kannst dafür zu den übergeordneten Themen, die du in deiner Analyse bereits herausgearbeitet hast, Stellung nehmen. Eine weitere Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Thema ist die Aufteilung nach zustimmenden und ablehnenden Argumenten. Du solltest in deiner Argumentation auch auf einige stilistische Apsekte Patalongs eingehen. In deinem Schluss solltest du deine Stellungnahme abschließen und deine Position zu Patalong deutlich machen.
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Textanalyse mit argumentativer Auseinandersetzung

Tipp
Da deine Aufgabe im Abitur in zwei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du beide Aufgaben bearbeiten kannst.
Tipp
Da deine Aufgabe im Abitur in zwei Teilaufgaben gegliedert ist, solltest du auch deine Bearbeitungszeit so einteilen, dass du beide Aufgaben bearbeiten kannst.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere den Auszug aus Frank Patalong Kommentar „Egoshooter“.
Tipp
Du sollst den Kommentar von Patalong analysieren, also den Inhalt, die Argumentation und die sprachliche Gestaltung des Textes herausarbeiten. Lies dir dafür zunächst den gesamten Text durch und markiere dabei bereits auffällige Stellen im Text. Anschließend solltest du den Text und seine einzelnen Abschnitte genauer betrachten und am Rand deine Notizen aufschreiben. In deiner Analyse solltest du in der Einleitung die wichtigsten Angaben zum Text nennen. Neben Titel, Autor und Erscheinungsdatum, gehört dazu auch die zentrale Aussage des Textes. Im weiteren Verlauf deiner Analyse kannst du dann dem Aufbau des Textes folgen. Achte darauf, dass du die inhaltlichen und stilistischen Aspekte des Textes miteinander verknüpfst.
Tipp
Du sollst den Kommentar von Patalong analysieren, also den Inhalt, die Argumentation und die sprachliche Gestaltung des Textes herausarbeiten. Lies dir dafür zunächst den gesamten Text durch und markiere dabei bereits auffällige Stellen im Text. Anschließend solltest du den Text und seine einzelnen Abschnitte genauer betrachten und am Rand deine Notizen aufschreiben. In deiner Analyse solltest du in der Einleitung die wichtigsten Angaben zum Text nennen. Neben Titel, Autor und Erscheinungsdatum, gehört dazu auch die zentrale Aussage des Textes. Im weiteren Verlauf deiner Analyse kannst du dann dem Aufbau des Textes folgen. Achte darauf, dass du die inhaltlichen und stilistischen Aspekte des Textes miteinander verknüpfst.
Der Artikel „Egoshooter“ erschien am 2. Juni 2015 in der Online-Ausgabe des Spiegels und thematisiert die Ich-bezogene Haltung von Jugendlichen, die mit dem Hype rund um Selfies, einhergeht. Frank Patalong betitelt sie in seinem Artikel als „Generation Selfie“ und kritisiert ihr selbstbezogenes und inszenierendes Verhalten auf Selfies.
Einleitung
Titel, Autor, Erscheinungsdatum, Thema
Patalongs Artikel zeichnet sich durch die Häufung von persönlichen Erzählungen und Erinnerungen aus, die der Autor mit seinen Aussagen über die Generation Selfie verknüpft. Das beginnt bereits mit der Einleitung in seinen Artikel, worin er von der Tochter eines Freundes erzählt, die während ihrer London-Reise zahlreiche Selfies gemacht hat. Beiläufig erwähnt er, dass vor allem sie auf den Bildern zu sehen sei. Von den berühmten Sehenswürdigkeiten der Stadt London würde man hingegen nur wenig erkennen (vgl. Z. 4f.). Pantalong stellt daraufhin fest: „Aber man sieht die Generation Selfie, überall. […] Der Berg, die Stadt, das Meer werden zur Kulisse einer Szene, die nur noch eines sagt: ich. Und ich und ich und ich“ (Z. 9f.). Damit spricht er bereits den Kern seiner Aussage an, dass die junge Generation sich durch ihre Selbstbezogenheit auszeichnet. Weitere Erklärungen lässt er an dieser Stelle zunächst offen.
Hauptteil
Persönliche Geschichte als Einleitung in die Thematik
In seiner „Rückblende in eine andere Ära“ (Z. 12) betrachtet Patalong das aktuelle Thema rund ums Fotografieren, aus einer früheren Sicht. Er erzählt, dass seine Kinder früher nie fotografiert werden wollten und er das eher heimlich machen musste, er selbst sei außerdem nie im Bild gewesen (vgl. Z. 14f.). An dieser Stelle kritisiert er nicht nur spezifisch das Selfie, sondern betrachtet ganz allgemein, was Fotos nicht schaffen. „Das was man sieht, kann man nicht einfangen“ (Z. 18), sage seine Frau. Den Moment, in dem man sich befindet, könne man nicht in drei Dimensionen, auf einem Bild, festhalten. Was zählt, seien Emotionen, Eindrücke, Geräusche, Gerüche und wieder zitiert Patalong seine Frau: „Ein Foto sei nichts […] außer einem Anker für die Erinnerung an das, was besonders war“ (Z. 27f.).
Allgemeine Kritik an Fotos
An diesem Punkt führt Patalong den Leser wieder zurück auf das Selfie, denn das sei viel einfacher aufgebaut: „Es ist immer das gleiche Bild vor wechselnder Kulisse“ (Z. 29). Er wirft jedoch ein, dass dies keineswegs als Vorwurf gegen das „Selfie-Völkchen“ (Z. 30) aufzufassen sei. Er mildert seine zuvor geäußerte Kritik, indem er sogar von einem Mangel seinerseits spricht. Er selbst besitze nicht diese Fähigkeit, sich locker in Szene zu setzen und empfinde deswegen sogar ein Gefühl von Neid (vgl. Z. 31f.). An dieser Stelle lobt er die Generation Selfie dafür, wie sie es schafft, den Menschen abzubilden. Doch das sei nur richtig, wenn man den Menschen tatsächlich als das Wesentliche der Welt auffasse (vgl. Z. 36).
Eigener Mangel zur Selbstinszenierung
Aus diesem scheinbaren Lob heraus formuliert Patalong dann jedoch die Kernaussage, mit der sich seine Kritik am Selfie beschäftigt: „Die Generation Selfie verpasst die Welt hinter sich“ (Z. 38). Anstatt etwas von der Welt mitzubekommen, wird sie nur als schöne Kulisse verwendet. Nun schließt der Autor an seiner Kritik aus Z. 9f. an und drückt aus, dass das Selfie lediglich zur Selbstdarstellung diene. Es gehe um die perfekte Inszenierung, für die sogar andere Menschen als Kulisse oder Trophäe genutzt werden (vgl. Z. 46f.). Was beim Selfie zählt, ist nicht der Hintergrund, denn der sei „sekundär und austauschbar“ (Z. 44) - nur um das Ich gehe es.
Kernaussage: Kritik am Selfie
Von dieser Kritik ausgehend formuliert Patalong abschließend den Wunsch, dass sich das Selfie ändern solle. Anstatt das Gesicht auf die Kamera zu richten, solle der Mensch sich der Welt zuwenden. So seien alle Sinne auf die Welt gerichtet und verliere seine Ich-Bezogenheit. Nur auf diese Weise wäre es für Pantalong möglich, dass das Selfie „wirklich sagen würde: Sieh her, ich war dort“ (Z. 55). Die sprachliche Gestaltung dieses Wunsches deutet allerdings an, dass Pantalong nicht tatsächlich mit einer Veränderung des Selfies rechnet. Er würde „wohl vergeblich“ (Z. 52) darauf warten, dass das Selfie in einer anderen Form existieren werde.
Wunsch nach einem anderen Selfie
Während des gesamten Textes weiß Patalong seine Aussagen mit der sprachlichen Gestaltung seines Textes zu verknüpfen. Der saloppe Schreibstil entsteht bereits zu Beginn seines Artikels mittels direkter Rede (vgl. Z. 1f.) und umgangssprachlicher Ausdrücke („[…] ne?“, Z.1 oder „Schnuten ziehend […]“, Z. 5). Es erscheint dadurch, als würde er seine Kritik an der Generation Selfie eher beiläufig erwähnen (vgl. Z. 8f.), doch die vierfache Wiederholung von „ich“ (Z. 10f.) verleiht ihr die nötige Ausdruckskraft. Zudem bringt er die Kernaussagen in seinem Artikel ganz klar auf den Punkt: „Das ist es, was mich stört“ (Z. 39). Mit Hilfe von Hyperbeln, wie in Z. 8 „überall“ oder Z. 29 „immer“, bekräftigt er außerdem die Allgemeingültigkeit seiner Aussagen.
Sprachliche Gestaltung
Auch mit der Wahl seines Titels „Egoshooter“ gelingt es Patalong, die Aussage seines Artikels zu unterstreichen und in lediglich einem Wort zusammenzufassen, denn so werden Computerspiele bezeichnet, in denen der Nutzer in Egoperspektive spielt und dabei Schusswaffen verwendet. Schon hier wird demnach angedeutet, dass es sich um die Auseinandersetzung mit dem Ego handelt. Zweideutig interpretiert wird hier sogar schon Bezug genommen auf das Schießen von Selfies.
Wahl des Titel
Die Kritik an der Generation Selfie wird in Patalongs Text deutlich ausgedrückt. Mit Hilfe von persönlichen Erzählungen verallgemeinert er seine Aussagen. Von der Tochter seines Freundes schließt er auf eine ganze Generation und die Behauptung seiner Frau, über die Aussagekraft von Fotos, überträgt er auf das Selfie. Sogar durch das vermeintliche Eingestehen seines eigenen Mangels schafft er es, die Selbstdarstellung durch Selfies zu kritisieren. Der abschließende Wunsch nach einer anderen Art des Selfies drückt allerdings mehr Resignation als tatsächliche Hoffnung aus.
Schluss
Strategie des Autors
#stilmittel#argumentationsstruktur
2.
Setze dich - ausgehend von deinen Analyseergebnissen - mit Frank Patalongs Position zur „Generation Selfie“ (Z.8) auseinander.
Bitte beachte, dass die Teilaufgaben im Verhältnis 60:40 gewichtet werden.
Tipp
In dieser Teilaufgabe sollst du die Argumente Patalongs kritisch prüfen und dabei deine eigene Position zu dem Thema begründen. Du kannst dafür zu den übergeordneten Themen, die du in deiner Analyse bereits herausgearbeitet hast, Stellung nehmen. Eine weitere Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Thema ist die Aufteilung nach zustimmenden und ablehnenden Argumenten. Du solltest in deiner Argumentation auch auf einige stilistische Apsekte Patalongs eingehen. In deinem Schluss solltest du deine Stellungnahme abschließen und deine Position zu Patalong deutlich machen.
Tipp
In dieser Teilaufgabe sollst du die Argumente Patalongs kritisch prüfen und dabei deine eigene Position zu dem Thema begründen. Du kannst dafür zu den übergeordneten Themen, die du in deiner Analyse bereits herausgearbeitet hast, Stellung nehmen. Eine weitere Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Thema ist die Aufteilung nach zustimmenden und ablehnenden Argumenten. Du solltest in deiner Argumentation auch auf einige stilistische Apsekte Patalongs eingehen. In deinem Schluss solltest du deine Stellungnahme abschließen und deine Position zu Patalong deutlich machen.
Das moderne Selbstportät, auch Selfie genannt, erlebte in den letzten Jahren einen wahren Hype. Auf Reisen, im Alltag und sogar bei der Oscar-Verleihung 2014 werden sie geschossen. Dabei machen wir doch eigentlich schon seit viel längerer Zeit Selfies - nur, dass es jetzt eben anders heißt. Schon mit der Digitalkamera vor 10 Jahren konnte man die Linse auf sich selbst richten - es kommt jedoch auf etwas anderes an. Der Begriff Selfie entstand erst im Zusammenhang mit den sozialen Medien und der Verbreitung dieser Bilder im Netz. Ein Punkt, den Patalong bei seiner Argumentation in „Egoshooter“ außen vorlässt. Dabei erzählt er sogar von der Tochter seines Freundes Wolfgang, die auf ihrer Reise nach London hunderte Selfies knipste. Doch er stellt sich nicht Mal die Frage, weshalb sie diese vielen Bilder von sich selbst macht. Um sie auszudrucken und in ein Fotoalbum zu kleben? Oder um sie in einem Ordner auf dem PC zu verstauen und nie wieder anzusehen?
Überleitung
Entwicklung des Selfies
Vermutlich eher, damit sie die Selfies ihren Freunden und Bekannten auf Facebook, Instagram und Co. zeigen kann. Anstatt sich damit zu beschäftigen, dass es sich beim Selfie um Selbstinszenierung handelt - schließlich sagt der Begriff das bereits von selbst aus - hätte Patalong sich damit befassen können, was die Beweggründe hinter den Selfies sind. Denn er wirft einer ganzen Generation vor, sie würden Orte entwerten, den Fokus nur auf sich selbst sehen und andere Menschen als Kulisse verwenden (vgl. Z. 40f.). Erstens stellt sich die Frage, ob diese Verallgemeinerung tatsächlich gerechtfertigt ist, denn Selfies werden ganz sicher nicht nur von Jugendlichen geschossen. Auch bei der älteren Generation ist dieser Trend schon angekommen. Der Altersdurchschnitt auf dem erwähnten „Oscar-Selfie“ aus dem Jahr 2014 liegt zum Beispiel bei etwa 40 Jahren.
Selfies nicht nur unter Jugendlichen beliebt
Außerdem hinterfragt Patalong in keinster Weise den Grund für den Wunsch nach Selbstinszenierung, der - ihm zufolge - schließlich eine ganze Generation beschäftigt. Bei vielen Jugendlichen üben die sozialen Medien einen hohen gesellschaftlichen Druck aus. Der eine postet ein Selfie vor dem Eiffelturm, der andere vor einem Tempel in Thailand - da liegt es nicht fern, dass man selbst auch ein tolles Bild präsentieren möchte. Patalong stellt richtig fest, dass es sich dabei oft nur um eine Inszenierung handelt: „[…] fun, fun, fun. Party, Posen, coole Gesten“ (Z. 47) - darum geht es. Es wird nur ein einzelner Moment eingefangen und der soll natürlich so perfekt wie möglich aussehen. Warum sollte man auch das Bild posten, auf dem man gerade vollgegessen auf der Strandliege lümmelt, wenn man stattdessen das Selfie vor einem perfekten Sonnenuntergang am Strand auswählen könnte?
Inszenierung in den sozialen Medien
Diesen Druck in den sozialen Medien gab es vor 30 Jahren hingegen noch nicht. Möglicherweise ist das ein Grund dafür, weshalb Patalong selber auf kaum einem Foto von früher zu sehen ist (vgl. Z. 12f.). An dieser Stelle hätte er jedoch einräumen müssen, dass das unter anderem durch den damaligen Stand der Technik zu begründen ist. Moderne Smartphones gab es zu dieser Zeit noch nicht, von den sozialen Medien ganz abgesehen.
Unterschied früher - heute
Stattdessen erwähnt Patalong an dieser Stelle die Erklärung seiner Frau, dass Bilder generell keinen großen Sinn haben, da sie Gefühle und Eindrücke nicht einfangen können (vgl. Z. 18f.). Dieses Argument vermittelt er auf überzeugende Art und Weise, vor allem durch die Metapher des Ankers, der es lediglich schafft eine Erinnerung festzuhalten (vgl. Z. 28). Jedoch wirkt diese Kritik am Fotografieren generell eher entlastend für das Selfie, denn Patalong scheint ohnehin kein großer Anhänger von Bildern zu sein - egal ob Selfie oder nicht. Dabei sollten Bilder nicht unbedingt so kritisch betrachtet werden. Es ist selbstverständlich, dass man vergangene Momente niemals exakt abbilden kann. Aber zumindest ein Bild davon zu besitzen, sollte als schöne Möglichkeit angesehen werden, sich auch viele Jahre später noch daran erinnern zu können. Und dabei ist es erstmal egal, ob es sich um eine Landschaftsaufnahme, ein Selfie oder um ein Selfie mit zugedrehtem Rücken handelt.
Generelle Kritik an Bildern
Abgesehen von dieser kritischen Betrachung Patalongs Argumenten, muss ihm an verschiedenen Punkten auch zugestimmt werden. Die Selbstbezogenheit von Selfies, die er in Z. 40-51 beschreibt, unterstützt er mit handfesten Begründungen, wie beispielsweise, dass Position und Perspektive des Selfies danach ausgewählt werden, „wie sie zur Selbstdarstellung taugen“ (Z. 43). Das Zentrum eines Selfies ist das Ich und demnach steht an erster Stelle, ob die Perspektive vorteilhaft ist und ob man gut aussieht. Patalong hat demnach den Begriff „Kulisse“ (Z. 42), der aus der Theaterwelt stammt, passend gewählt, um den Hintergrund von Selfies zu beschreiben. Der beste Beweis, dass er mit dieser Selbstbezogenheit ins Schwarze getroffen hat, ist die eigene Erfahrung, die jeder beim Schießen eines Selfies macht.
Zustimmung zur Selbstbezogenheit
#these#beleg#argument
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