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Aufgabe 2

Aufgaben
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Joseph Roth: Hiob

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Joseph Roth (1894-1939): Hiob. Roman eines einfachen Mannes
Franz Kafka (1883-1924): Die Verwandlung
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere den Auszug aus Joseph Roths Roman „Hiob“ unter besonderer Berücksichtigung des Umgangs der Geschwister mit ihrem Bruder Menuchim.
#analysieren#hiob
2.
Erläutere im Rückgriff auf Ihre Analyseergebnisse, welche Bedeutung Menuchim am Anfang und gegen Ende des Romans für die Familie hat. Setze dies in Beziehung zur Rolle, die Gregor Samsa in Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ für seine Familie spielt. Berücksichtigen Sie auch die unterschiedliche erzählerische Gestaltung beider Figuren.
Bitte beachte, dass der Schwerpunkt der Gewichtung auf der zweiten Teilaufgabe liegt.
Brauchst du noch mehr Informationen zu Die Verwandlung?
Schau doch in unserer Lektürehilfe nach!
Lektürehilfe zu Die Verwandlung
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Lektürehilfe zu Die Verwandlung
#erläutern

Joseph Roth: Hiob. Roman eines einfachen Mannes (Auszug)

 
Einige Tage nach ihrer Rückkehr erachtete Deborah die Zeit für gekommen, Menuchims
Korb vom Plafond abzuknöpfen. Nicht ohne Feierlichkeit übergab sie den Kleinen den ältern
Kindern. „Ihr werdet ihn spazierenführen!“ sagte Deborah. „Wenn er müde wird, werdet ihr
ihn tragen. Laßt ihn Gott behüte nicht fallen! Der heilige Mann hat gesagt, er wird gesund.
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Tut ihm kein Weh.“ Von nun an begann die Plage der Kinder.
Sie schleppten Menuchim wie ein Unglück durch die Stadt, sie ließen ihn liegen, sie ließen
ihn fallen. Sie ertrugen den Hohn der Altersgenossen schwer, die hinter ihnen herliefen, wenn
sie Menuchim spazierenführten. Der Kleine mußte zwischen zweien gehalten werden. Er
setzte nicht einen Fuß vor den andern wie ein Mensch. Er wackelte mit seinen Beinen wie mit
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zwei zerbrochenen Reifen, er blieb stehen, er knickte ein. Schließlich ließen ihn Jonas und
Schemarjah liegen. Sie legten ihn in eine Ecke, in einen Sack. Dort spielte er mit Hundekot,
Pferdeäpfeln, Kieselsteinen. Er fraß alles. Er kratzte den Kalk von den Wänden und stopfte
sich den Mund voll, hustete dann und wurde blau im Angesicht. Ein Stück Dreck, lagerte er
im Winkel. Manchmal fing er an zu weinen. Die Knaben schickten Mirjam zu ihm, damit sie
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ihn tröste. Zart, kokett, mit hüpfenden dünnen Beinen, einen häßlichen und hassenden Abscheu
im Herzen, näherte sie sich ihrem lächerlichen Bruder. Die Zärtlichkeit, mit der sie sein asch-
graues, verknittertes Angesicht streichelte, hatte etwas Mörderisches. Sie sah sich vorsichtig
um, nach rechts und links, dann kniff sie ihren Bruder in den Schenkel. Er heulte auf, Nach-
barn sahen aus den Fenstern. Sie verzerrte das Angesicht zur weinerlichen Grimasse. Alle
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Menschen hatten Mitleid mit ihr und fragten sie aus.
Eines Tages im Sommer, es regnete, schleppten die Kinder Menuchim aus dem Haus und
steckten ihn in den Bottich, in dem sich Regenwasser seit einem halben Jahr gesammelt hatte,
Würmer herumschwammen, Obstreste und verschimmelte Brotrinden. Sie hielten ihn an den
krummen Beinen und stießen seinen grauen, breiten Kopf ein dutzendmal ins Wasser. Dann
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zogen sie ihn heraus, mit klopfenden Herzen, roten Wangen, in der freudigen und grausigen
Erwartung, einen Toten zu halten. Aber Menuchim lebte. Er röchelte, spuckte das Wasser aus,
die Würmer, das verschimmelte Brot, die Obstreste und lebte. Nichts geschah ihm. Da trugen
ihn die Kinder schweigsam und voller Angst ins Haus zurück. Eine große Furcht vor Gottes
kleinem Finger, der eben ganz leise gewinkt hatte, ergriff die zwei Knaben und das Mädchen.
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Den ganzen Tag sprachen sie nicht zueinander. Ihre Zungen lagen gefesselt an den Gaumen,
ihre Lippen öffneten sich, ein Wort zu formen, aber kein Ton bildete sich in ihren Kehlen.
Es hörte zu regnen auf, die Sonne erschien, die Bächlein flossen munter an den Rändern
der Straßen. Es wäre an der Zeit gewesen, die Papierschiffchen loszulassen und zuzusehen,
wie sie dem Kanal entgegenschwimmen. Aber gar nichts geschah. Die Kinder krochen ins
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Haus zurück wie Hunde. Den ganzen Nachmittag noch warteten sie auf den Tod Menuchims. Menuchim starb nicht.
Joseph Roth: Hiob. Roman eines einfachen Mannes.
In: Ders.: Werke. Hrsg. von Klaus Westermann und Fritz Hackert,
Bd. 5: Romane und Erzählungen 1930 – 1936.
Köln: Kiepenheuer & Witsch 1990, S. 12 – 14
#romanauszug
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Joseph Roth: Hiob

Thema:
Joseph Roth (1894-1939): Hiob. Roman eines einfachen Mannes
Franz Kafka (1883-1924): Die Verwandlung
Erste Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Analysiere den vorliegenden Auszug unter Berücksichtigung des Umgangs der Geschwister.
Der Operator analysieren verlangt von dir, dass du inhaltliche, erzählerische und sprachliche Merkmale im Text untersuchen sollst, die diesen Umgang verdeutlichen.
Beginne deine Analyse mit einer Einleitung, in der du die Textgrundlagen sowie das Leitthema des Textes wiedergibst. Ordne den Auszug in den Gesamtkontext des Werkes ein. Im Hauptteil untersuchst du dann die Beziehung und den Umgang der Geschwister mit ihrem Bruder, sowie die erzählerischen und sprachlichen Mittel und deutest deine Ergebnisse.
Bedenke, dass der Schwerpunkt deiner Ausarbeitung auf der zweiten Teilaufgabe liegt. Daher musst du deine Zeit einteilen. Vermeide Wiederholungen und bringe wichtige Aspekte auf den Punkt.
Zweite Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Erläutere Menuchims Bedeutung in der Familie am Anfang und Ende des Romans. Setze seine Bedeutung in Beziehung zu Kafkas Figur Gregor Samsa aus „Die Verwandlung“ unter Berücksichtigung der erzählerischen Gestaltung.
Erläutern bedeutet, dass du die Bedeutung verständlich machst.
Anschließend sollst du die Bedeutung von Menuchim für seine Familie mit der Bedeutung von Gregor Samsa in „Die Verwandlung“, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen erzählerischen Gestaltung, vergleichen. Schreibe dafür zunächst eine gelungene Überleitung zum Thema.
Mache dir dann Gedanken, welche Bedeutung Gregor Samsa für seine Famlie hat und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich zu Menuchims Familienbeziehungen finden lassen.
Runde deine Ausarbeitung mit einem Fazit ab.
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Joseph Roth: Hiob

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Joseph Roth (1894-1939): Hiob. Roman eines einfachen Mannes
Franz Kafka (1883-1924): Die Verwandlung
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere den Auszug aus Joseph Roths Roman „Hiob“ unter besonderer Berücksichtigung des Umgangs der Geschwister mit ihrem Bruder Menuchim.
2.
Erläutere im Rückgriff auf Ihre Analyseergebnisse, welche Bedeutung Menuchim am Anfang und gegen Ende des Romans für die Familie hat. Setze dies in Beziehung zur Rolle, die Gregor Samsa in Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ für seine Familie spielt. Berücksichtigen Sie auch die unterschiedliche erzählerische Gestaltung beider Figuren.
Bitte beachte, dass der Schwerpunkt der Gewichtung auf der zweiten Teilaufgabe liegt.
Tipp
In der ersten Teilaufgabe sollst du den vorgegebenen Textauszug unter Berücksichtigung des Umgangs der Geschwister mit ihrem Bruder analysieren. Der Operator analysieren verlangt von dir, dass du inhaltliche, erzählerische und sprachliche Merkmale im Text untersuchen sollst, die diesen Umgang verdeutlichen.
Beginne deine Analyse mit einer Einleitung, in der du die Textgrundlagen sowie das Leitthema des Textes wiedergibst. Ordne den Auszug in den Gesamtkontext des Werkes ein. Im Hauptteil untersuchst du dann die Beziehung und den Umgang der Geschwister mit ihrem Bruder, sowie die erzählerischen und sprachlichen Mittel und deutest deine Ergebnisse.
Bedenke, dass der Schwerpunkt deiner Ausarbeitung auf der zweiten Teilaufgabe liegt. Daher musst du deine Zeit einteilen. Vermeide Wiederholungen und bringe wichtige Aspekte auf den Punkt.
In der zweiten Teilaufgabe sollst du die Bedeutung Menchuims am Anfang und gegen Ende des Romans erläutern. Erläutern bedeutet, dass du die Bedeutung verständlich machst.
Anschließend sollst du die Bedeutung von Menuchim für seine Familie mit der Bedeutung von Gregor Samsa in „Die Verwandlung“, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen erzählerischen Gestaltung, vergleichen. Schreibe dafür zunächst eine gelungene Überleitung zum Thema.
Mache dir dann Gedanken, welche Bedeutung Gregor Samsa für seine Famlie hat und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich zu Menuchims Familienbeziehungen finden lassen.
Runde deine Ausarbeitung mit einem Fazit ab.
Tipp
In der ersten Teilaufgabe sollst du den vorgegebenen Textauszug unter Berücksichtigung des Umgangs der Geschwister mit ihrem Bruder analysieren. Der Operator analysieren verlangt von dir, dass du inhaltliche, erzählerische und sprachliche Merkmale im Text untersuchen sollst, die diesen Umgang verdeutlichen.
Beginne deine Analyse mit einer Einleitung, in der du die Textgrundlagen sowie das Leitthema des Textes wiedergibst. Ordne den Auszug in den Gesamtkontext des Werkes ein. Im Hauptteil untersuchst du dann die Beziehung und den Umgang der Geschwister mit ihrem Bruder, sowie die erzählerischen und sprachlichen Mittel und deutest deine Ergebnisse.
Bedenke, dass der Schwerpunkt deiner Ausarbeitung auf der zweiten Teilaufgabe liegt. Daher musst du deine Zeit einteilen. Vermeide Wiederholungen und bringe wichtige Aspekte auf den Punkt.
In der zweiten Teilaufgabe sollst du die Bedeutung Menchuims am Anfang und gegen Ende des Romans erläutern. Erläutern bedeutet, dass du die Bedeutung verständlich machst.
Anschließend sollst du die Bedeutung von Menuchim für seine Familie mit der Bedeutung von Gregor Samsa in „Die Verwandlung“, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen erzählerischen Gestaltung, vergleichen. Schreibe dafür zunächst eine gelungene Überleitung zum Thema.
Mache dir dann Gedanken, welche Bedeutung Gregor Samsa für seine Famlie hat und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich zu Menuchims Familienbeziehungen finden lassen.
Runde deine Ausarbeitung mit einem Fazit ab.
Der Textauszug ist ein Auszug aus dem Roman „Hiob. Roman eines einfachen Mannes“ von Joseph Roth, welcher 1930 veröffentlicht wurde. In dem Textauszug wird der Umgang der älteren Geschwister mit ihrem Bruder Menuchim beschrieben. Die Mutter überlässt die Verantwortung über den kleinen Sohn ihren älteren Kindern, mit der Anweisung gut für ihren Bruder zu sorgen.
erste Teilaufgabe
Einleitung
Textgrundlagen
Menuchim ist das vierte Kind der Familie Singer. Bei ihm werden Entwicklungsstörungen festgestellt und Epilepsie diagnostiziert. Die Mutter Deborah holt sich Rat bei einem Rabbi, der ihr eine Heilung prophezeit und rät, ihr Kind nie zu verlassen.
Einige Jahre später überträgt Deborah die Fürsorge an die Geschwister, was sich als große Last herausstellt. Sie behandeln ihn grausam, vernachlässigen ihn und versuchen ihn sogar zu töten. Doch er überlebt tapfer alle Qualen auf wundersame Weise, wodurch die Geschwister große Furcht vor Gottes Eingreifen bekommen.
Einordnung in Gesamtkontext
Die Beziehung der Geschwister zu ihrem kleinen Bruder Menuchim ist sehr negativ, da sie mit der Situation überfordert sind. Sie fühlen Hass und Abscheu ihm gegenüber, wodurch sie den Anweisungen ihrer Mutter, nach ihm zu sorgen, nicht nachkommen. Während sie die Verantwortung für Menuchim haben, werden sie von anderen Gleichaltrigen ausgelacht, wofür sie sich sehr schämen. Daher vernachlässigen sie ihren Bruder, indem sie ihn im Dreck spielen lassen und sogar versuchen ihn zu töten. Menuchim wird dabei als lächerlich bezeichnet, als hilfsbedürftiges und zerbrechliches Wesen, welches teilsweise verdinglicht wird. „Er fraß alles.“ (Z.12) zeigt auf, dass ihn seine Geschwister kaum als eigenständig denkenden Menschen ansehen.
Allgemein fallen sprachlich gesehen, die vielen negativen Worte auf, die verwendet werden, um das Verhältnis der Geschwister zu Menuchim zu verdeutlichen. Das Verhältnis wird so durch Worte wie „Plage“ (Z.5), „Unglück“ (Z.6) und „häßliche[n] und hassende[n] Abscheu“ (Z. 15) untermalt. Auffällig sind aber auch die vielen Akkumulationen und Parallelismen wie „[…], sie ließen ihn liegen, sie ließen ihn fallen“ (Z. 6f.) oder „Dort spielte er mit Hundekot, Pferdeäpfeln, Kieselsteinen.“ (Z.11), die die Intensität der Misshandlungen hervorheben. Auch zeigen diese die Distanz der Geschwister gegenüber ihres Bruders, die ihn alles „fressen“ lassen, wie ein Tier.
Hervorzuheben ist auch die Klimax, die häufig wiederkehrt, um Menuchims Gebrechlichkeiten und die wiederholten Grausamkeiten, denen Menuchim ausgesetzt ist, darzustellen. So zeigt die Steigerung „Er wackelte mit seinen Beinen wie mit zwei zerbrochenen Reifen, er blieb stehen, er knickte ein“ (Z.9f.), dass der kleine Junge sehr hilfsbedürftig und auf seine Geschwister angewiesen ist. Auch die Auswirkungen, die sich dabei ergeben, wenn der Junge sich selbst überlassen wird, wird durch eine Klimax verdeutlicht (vgl. Z. 12f.), was zudem die verabscheuende Beziehung widerspiegelt. Eine weitere Akkumulation mit Klimax (Z. 15 f.) zeigt zudem eine gewisse Zwiespältigkeit auf. Zum einen wird die Schwester als zarte, vitale Person beschrieben, die durchaus fähig wäre ihren Bruder zärtlich zu behandeln und ihn zu trösten. Doch ihr hassendes Herz verweigert jegliche Sympathie gegenüber Menuchim und so hat ihr Trost etwas „Mörderisches“ (Z. 17). Gegen Ende wird die Vitalität Menuchims dargestellt. Eine Klimax verdeutlicht nun, welche Kräfte in Menuchim lauern, der den Mordversuch an ihm wie durch ein Wunder überlebt. Interessant ist die darauffolgende perplexe Reaktion der Geschwister, die ihn für tot glaubten und die biblische Symbolik „große Furcht vor Gottes kleinem Finger“ (Z. 28 f.), die verwendet wird um die göttliche Moral hervorzuheben, die aber auch eine leichte Ironie ausdrückt. Doch der Vergleich der Geschwister, die wie Hunde ins Haus zurückkrochen (vgl. 34 f.) zeigt, den Respekt, den die Geschwister am Ende gegenüber den Kräften ihres vermeintlich schwachen Bruders haben.
Hauptteil
Geschwisterbeziehung sprachliche Mittel
Auch die Erzählperspektive verdeutlicht den unmenschlichen Umgang der Geschwister mit ihrem Bruder. Der auktoriale Erzähler nimmt hier die allwissende Rolle ein, zugleich wird, durch die Außensicht des Erzählens, die fehlende Anteilnahme an der Handlung deutlich. Er gehört nicht selbst zur Handlung, sondern muss sich das Geschehene, wie die Leser auch, von Außen mitansehen. Durch die auktoriale Erzählweise wird zudem die grausame Wahrheit erzählt, da der Erzähler allwissend ist und nicht aus der Perspektive einer Figur berichtet, die eventuell übertreiben oder etwas missverstehen könnte.
Durch den parataktischen Satzbau, der sich im gesamten Textauszug wiederfindet, wirkt die Handlung sehr stark und man hat das Gefühl unmittelbar am Geschehen teilzuhaben. Die aneinander gereihten Sätze lösen so Spannung beim Lesen aus, wodurch die Handlung eine dramatische Wirkung hat.
erzählerische Mittel
Aus den Ergebnissen wird ersichtlich, dass die Geschwister stark mit der übertragenen Verantwortung gegenüber ihrem Bruder überfordert sind. Dies könnte zum einen der Grund dafür sein, dass sie ihn schlecht behandeln. Zum anderen könnten die Geschwister ihren Hass durch Hänseleien von Gleichaltrigen entwickelt haben. Aber auch Neid aufgrund der besonderen Stellung von Menuchim bei der Mutter könnten Beweggründe für die Misshandlungen sein. Die Beziehung der Geschwister ändert sich jedoch innerhalb des Textauszugs, nachdem Menuchim auf wundersame Weise die Grausamkeiten seiner Geschwister überlebt. Seine Geschwister sind eingeschüchtert, weil sie ihren Bruder als zerbrechlichen kranken Jungen ansehen, der durch seine Kraft zu überleben, viel vitaler wirkt. Durch dieses Ereignis und der Reaktion der Geschwister wird in dem Textauszug bereits eine Veränderung der Beziehung unter den Geschwistern angedeutet.
Deutung
#stilmittel
Auch in der gesamten Handlung des Romans ändert sich die Stellung Menuchims in der Familie. Über den gesamten Roman wird Menuchim von seinen Eltern geliebt und hat eine Sonderstellung in der Familie. Zu Beginn des Romans stellt er hauptsächlich für seine Geschwister eine Belastung dar, da er zerbrechlich und auf Hilfe angewiesen ist. Sie empfinden Hass und Abscheu ihm gegenüber. Doch auch bei der Flucht der Familie sind die Eltern überfordert und lassen ihren Sohn schweren Herzens, gegen den Rat des Rabbis, bei den Nachbarn zurück. Dann ist die Familie räumlich und sozial von Menuchim isoliert. Doch bis zum Romanende wendet sich die Rolle Menuchims in der Familie. Er ist nicht mehr der zerbrechliche Junge, sondern entwickelt sich zu der stärksten Persönlichkeit. Wohingegen alle seine Familienmitglieder durch Schicksalsschläge schwächer werden, fängt er durch den Brandunfall an zu reden. Sein Bruder sowie seine Mutter sterben, seine Schwester wird krank und sein Vater verliert den Glauben. Doch Menuchim wird erfolgreich, vergibt seiner Familie und kümmert sich zum Schluss um seinen Vater und seine Schwester, wodurch sein Vater den Glauben zurückgewinnt. Zu Beginn ist er somit der Außenseiter der Familie, am Romanende die Person, die die restliche Familie zusammenhält.
zweite Teilaufgabe

Bedeutung Menuchims am Romananfang und -ende
Die Familienstellung von Menuchim kann mit der Figur Gregor Samsa aus Franz Kafkas Roman „Die Verwandlung“ verglichen werden, da auch dieser einen Wandel in der Familienstellung durchläuft. Vor seiner Verwandlung nimmt er die Rolle des Versorgers in der Familie ein, der diese sowie seine Schwester finanziell unterstützt. Doch nach seiner Verwandlung ist er auf die Hilfe seiner Familie angewiesen. Er muss von ihr versorgt werden und wird so zur Last. Das Familienleben wird durch Gregor beeinträchtigt und sein Vater schämt sich für seinen Sohn.
Gregor Samsas Rolle in seiner Familie
Vergleicht man nun beide Figuren hinsichtlich ihrer Rolle in der Familie, so fällt auf, dass beide eine Sonderstellung in ihrer Familie einnehmen. Beide Figuren durchlaufen einen Wandel bezüglich ihrer Stellung in der Familie und nehmen somit eine belastende und unterstützende Position ein. Doch die Wandlungen werden in beiden Romanen überspitzt dargestellt. Die Entwicklung von Menuchim wird wie ein Wunder beschrieben, die Verwandlung Samsas als eine übertriebene Erniedrigung aufgezeigt. Auffällig ist, dass in beiden Handlungen die belastende Situation im Vordergrund steht und bevorzugt beschrieben wird. Zudem werden beide Charaktere innerhalb ihrer belastenden Rolle verdinglicht, indem Gregor sich zu einem Käfer verwandelt und Menuchim beschrieben wird, wie ein Tier, das alles frisst.
Doch lassen sich nicht nur Gemeinsamkeiten sondern auch Unterschiede zwischen den Stellungen der beiden Charaktere herausarbeiten. Hervorzuheben ist der gegensätzliche Ausgang der Handlungen. Wohingegen Menuchim sich von der Last der Familie zum Retter entwickelt, verwandelt sich Gregor Samsa vom Familienernährer zur Belastung der Familie. Dadurch entwickeln sich auch die Familien in unterschiedlicher Weise. Gregor Samsas Familie ist zunächst finanziell von ihm abhängig, wird aber durch seine Verwandlung eigenständig. Menuchims Familie ist zunächst unabhängig aber am Ende auf Menuchims Hilfe angewiesen.
Betrachtet man die einzelnen Beziehungen, fällt auf, dass sich auch hier viele Unterschiede feststellen lassen. Gregors Schwester ist erst finanziell von ihm abhängig und nach der Verwandlung zunächst fürsorglich, leidet dann aber unter der Belastung und wird zu seiner größten Feindin. Menuchims Schwester fühlt nur Hass und Abscheu gegenüber ihren Bruder, wird jedoch nach seinem Wandel von ihm unterstützt und versorgt. Auch das Verhältnis der Figuren zu deren Eltern ist unterschiedlich. Anders als bei Gregor Samsa nimmt die Liebe der Eltern gegenüber Menuchim während seiner Wandlung nicht ab. Gregors Beziehung zu seinen Eltern ist angespannt. Nach seiner Verwandlung wird er von seinem Vater ausgegrenzt und von seiner Mutter nur wenig unterstützt.
Vergleich der Rolle Menuchims mit Gregors
Allerdings lassen sich nicht nur Unterschiede in den Familienstellungen der beiden Figuren erkennen, sondern auch in der erzählerischen Gestaltung. Die Erzählperspektive des auktorialen Erzählers in Roths „Hiob“ steht dem personalen Erzähler in „Die Verwandlung“ von Kafka gegenüber. Wohingegen der Leser beim Lesen von „Hiob“ das Gefühl hat, die Handlung von Außen zu betrachten, erhält er in „Die Verwandlung“ Einblick in die inneren Vorgänge.
erzählerische Gestaltung
Die beiden Figuren Menuchim Singer und Gregor Samsa lassen sich größtenteils gut miteinander vergleichen, da beide einen Wandel durchlaufen und sich somit die Stellung in der jeweiligen Familie ändert. Dennoch erleben beide Charaktere eine gegenläufige Wende, weswegen die Handlung ein gegensätzliches Ende einnimmt. Auch die Absicht, die beide Werke haben, sind ganz unterschiedlich. Wohingegen „Hiob“, wie der Name schon vermuten lässt, von Moral und dem Glauben an Gott handelt, ist „Die Verwandlung“ eine stark autobiographische Erzählung Kafkas, die gesellschaftskritisch geschrieben ist. Daher wirkt „Hiob“ durch die Erzählperspektive auch moralisch wertend, was durch die personale Erzählweise in „Die Verwandlung“ völlig fehlt.
Demnach würde ich schlussfolgern, dass die beiden Figuren im Hinblick auf die wechselnde Familienstellung, nicht aber in Bezug auf die Gesamthandlung vergleichbar sind.
Schluss
#beleg#these#argument
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