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Aufgabe 1

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$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Diez: Hallo? - Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere den Artikel „Hallo?“ von Georg Diez. Untersuche dabei die sprachlichen und stilistischen Besonderheiten dieses journalistischen Textes und die damit verbundenen Informationen hinsichtlich der inhaltlichen Aussage und der Leserlenkung.
2.
Erläutere an selbst gewählten Beispielen die Veränderung der Kommunikation durch digitale Medien. Nimm ausgehend von eigenen Erfahrungen kritisch-abwägend zu der Aussage Stellung, dass wir in einer Zeit leben, die von einer „digitale[n] Unverbindlichkeit“ geprägt sei. Beurteile anschließend die Überzeugungskraft der Darstellungsweise von Georg Diez.
#zentraleraufgabenpool#beurteilen
Georg Diez

Hallo? (2013)

HOMESTORY Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird
$\,$
Es gibt ein Loch in meinem Leben, in das schaufle ich täglich Worte hinein, Ideen, Gedanken, ich schaue ihnen nach, wie sie fallen, und warte, ob ich etwas höre, einen Ton, einen Hall, eine Reaktion, aber das Loch bleibt schwarz und stumm.
Da rufe ich meinen Freund A an, der nicht an sein Handy geht, weil niemand mehr an sein Handy geht,
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ich spreche ihm auf seine Mailbox – und höre nichts zurück. Da schicke ich meiner Kollegin B eine SMS, in der ich ein paar Anregungen gebe für Themen – ich höre nichts zurück. Da schreibe ich meinem Freund C eine Mail, weil wir gemeinsam an einer Sache arbeiten wollten – ich höre nichts zurück.
Was nun beginnt, ist die Dramaturgie von Ärger, Geduld und Selbstbefragung. Die ersten Stunden sind noch einfach, ich freue mich ja schon, dass ich ein paar der in meinem Kopf tobenden Gedanken hinaus
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in die Welt gebracht habe, und warte. Dann werde ich kurz und rasch sauer, weil ich es anstrengend finde, daran zu denken, eine stockende Unterhaltung in Gang zu halten: Was wollte ich noch mal sagen, worum ging es? Das schlechte Gedächtnis ist der Feind der Geduld.
Die setzt aber schließlich doch ein, es gibt sicher gute Gründe, dass sich A, B und C nicht melden, was weiß ich denn von deren Leben, die haben Pläne zu schmieden, Konferenzen zu halten, Familien zu
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ernähren. Also einatmen, ausatmen, morgen ist auch noch ein Tag. Nach 24 Stunden ist der allerdings vorbei – und nun beginnt das schwierigste Stadium dieser einseitigen Einsamkeit, die Selbsterforschung. Was habe ich falsch gemacht, habe ich schlecht über sie geredet, sind sie sauer? Irgendein Schlupfloch des Selbstzweifels ist immer offen.
Den Gedanken, dass mich niemand mehr mag, verwerfe ich rasch, aus Selbstschutz und weil das keine
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Grundlage sein kann für weitere Freundschaft, Freude, Zusammenarbeit: Ich wundere mich jetzt über die anderen – und denke mir ganze Geschichten aus, warum sie nicht antworten, ich sehe A, B und C vor mir, ihr Gesicht, wie sie in ihren Wohnungen stehen, wie sie sich durch die Schatten bewegen, in ihrem Schweigen.
Ich bin nun ganz auf mich zurückgeworfen – was eine merkwürdige Wirkung hat in diesem Zeitalter der
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Hyperkommunikation: Je mehr geredet, geschrieben und getwittert wird, desto gellender ist die Stille, desto epischer entfaltet sich die Ruhe. Denn die Geschichten in meinem Kopf gehen ja weiter, sie nehmen eine eigene Realität an, je länger sich die anderen nicht melden – und sie haben dann, wenn sie sich doch melden, ein eigenes Gewicht, von dem ich mich und sie befreien muss, weil die anderen ja nicht wissen, dass ich schon seit Tagen grüble, was ich falsch gemacht habe.
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Sie sind arglos. Sonst wären sie Sadisten. Auch diese Option bedenke ich und verwerfe sie wieder, weil es zu traurig wäre, dass ich mit Sadisten befreundet bin. Ab und zu sage ich ihnen auch, dass sie bitte ein wenig schneller reagieren sollen, ich komme mir dann zwar vor wie ein Zwölfjähriger, der Professor spielt: Ich spreche ihnen das meistens auf die Mailbox oder schicke die Anregung als SMS oder als Mail – und höre nichts zurück.
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„Du glaubst noch an Mails?“, fragte mich ein befreundeter Journalist, den ich seit Tagen zu erreichen versuchte, mit einem Ton, als sei er schon weiter auf der Leiter der Erkenntnis. „Ich bekomme so viele Mails“, sagte er, „ich lese sie gar nicht mehr.“
Das wird ja oft gesagt: dass wir „i-crazy“ werden vor lauter Smartphones, Facebook, SPIEGEL ONLINE, dass unser Hirn das alles nicht mehr schafft, dass wir mit den Maschinen verwachsen, dass wir
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Werkzeuge der Technik werden und nicht umgekehrt.
Für mich klingt das wie eine Ausrede. Sicher hat sich absurd viel verändert in der Art, wie wir mit anderen in Kontakt treten. Sicher hat sich das Konzept von Präsenz radikal gewandelt, und wir wissen mehr über den Krieg im Südsudan, wenn wir wollen, als über die Gesundheit unseres Schwiegervaters. Sicher gibt es eine Avantgarde, die sich von dem, was man in den achtziger Jahren „Kommunikation“ nannte,
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emanzipiert hat und Handys und Computer nutzt, um eine Mauer zwischen sich und der Welt zu errichten, eine Art digitales Kloster. Aber erklärt die angebliche Überforderung wirklich schon die Unhöflichkeit, den beiläufigen Narzissmus und die in der Konsequenz stumme Verachtung, die darin liegt, in diesem Fall mich so lange auf eine Antwort warten zu lassen?
Ich habe da eine andere Theorie. Ich glaube, dass die Menschen die Logik der Technik in ihr Leben
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gelassen haben haben und nicht mehr unterscheiden zwischen dem, was sie denken, und dem, was sie tun. Wenn A also meinen Anruf abhört, denkt er, er sollte mich zurückrufen, und indem er das denkt, hat er im Grunde schon mit mir gesprochen. Für ihn ist die Sache erledigt. Der Gedanke hat die Tat ersetzt. Sitzen wir nicht alle längst im Kopf unserer Mitmenschen?
Manche nennen diesen Schwindelzustand die Postmoderne[1]. Ich würde eher sagen, dass wir in der
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Apple-Moderne leben, die sich, und das ist jetzt gar nicht kulturpessimistisch gemeint, die sich dadurch auszeichnet, dass sich Allgegenwart und Solipsismus[2] zu etwas verbinden, was man die digitale Unverbindlichkeit nennen könnte.
Die Menschen, das darf man nicht vergessen, werden durch die Maschinen nicht anders. Sie werden eher mehr wie sie selbst. Sie zeigen sich in ihrer Müdigkeit, in ihrer Zerstreutheit, in ihrer Faulheit – was ja alles
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wunderbare Zustände sind, wenn man nicht gerade mit ihnen arbeitet oder redet.
Die Schönheit der Maschine könnte nun sein, dass sie offenlegt: Wie wir miteinander umgehen, rücksichtsvoll, höflich, respektvoll zum Beispiel – die Technik ist hier nicht der Feind, die Technik ist ein Mittel für den Menschen.
Im Grunde, das haben Sie schon richtig verstanden, würde ich mich freuen, wenn A mal wieder anruft.


[1] Postmoderne: Sammelbezeichnung für eine Geisteshaltung (neuer Zeitgeist) bzw. eine Denkrichtung, die sich als Gegen- oder Ablösungsbewegung zur Moderne versteht.
[2] Solipsismus: Vorstellung eines Individuums, das einzige wirklich existierende Subjekt zu sein.
Aus: Georg Diez: Hallo? - Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird. In: Der Spiegel 28 (2013), S. 56.
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Analysieren eines Artikels

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Diez: Hallo? - Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Artikel „Hallo?“ von Georg Diez. Untersuche dabei die sprachlichen und stilistischen Besonderheiten dieses journalistischen Textes und die damit verbundenen Intentionen hinsichtlich der inhaltlichen Aussage und der Leserlenkung.

Vorarbeit

Bevor du beginnst, lies dir den Text von Georg Diez aufmerksam durch, markiere dabei Stellen, die dir auffallen und mache dir Notizen zu stilistischen Mitteln im Text und der Intention des Autors.

Einleitung

Überlege dir für die Einleitung einen Basissatz, in welchem du die wichtigsten Informationen zu dem Text wiedergibst sowie eine erste Deutungshypothese aufstellst. Gib danach in ein paar Sätzen den Inhalt des Textes wieder.
Basissatz
  • Autor: Georg Diez
  • Titel: Hallo? Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Deutungshypothese: Der Autor möchte zeigen, wie sich die Kommunikation durch moderne Kommunikationsmedien verändert hat und wie dieses Zeitalter der Hyperkommunikation zu einer Vereinsamung der Menschen führt.
Inhaltsangabe
  • Georg Diez beschreibt Situationen aus seinem Leben, in welchen er durch digitale Medien mit anderen Personen kommuniziert, aber keine Antworten bekommt
  • Zeitalter der Hyperkommunikation führt zu Schweigen, statt zu schnellerer und häufigerer Kommunikation
  • Veränderungen der Kommunikation werden aufgezeigt und auch kritisiert

Hauptteil

Im Hauptteil musst du nun die sprachlichen und stilistischen Besonderheiten des Textes sowie die damit verbundenen Intentionen hinsichtlich der inhaltlichen Aussage und der Leserlenkung untersuchen.
Sprachliche Besonderheiten
  • Textart: „Homestory“
    $\rightarrow$ essayistischer Text, in welchem der Autor seine persönliche Meinung zum Ausdruck bringt und teilweise über sein Privatleben erzählt
  • Erzähler: Autor und Erzähler sind dieselbe Person
    $\rightarrow$ wirkt wie ein Brief an einen Freund und nicht wie eine Erzählung
    $\rightarrow$ Leser kann sich mit Autor und Erzähler besser identifizieren
  • Leserlenkung: Leser bekommt im Text nur eine Sicht der Dinge geschildert
    $\rightarrow$ Leser wird einseitig beeinflusst und soll später die Meinung des Autors übernehmen
  • Satzbau: überwiegend hypotaktisch
    $\rightarrow$ macht den Text rasanter, aber auch informativ für den Leser
    $\rightarrow$ Leser soll so besser den Gedankengang des Autors nachvollziehen
    $\rightarrow$ Diez verwendet dann parataktischen Stil, wenn er komplexe Sachverhalte oder Zusammenhänge erklärt
  • Wortwahl: einfache Wortwahl
    $\rightarrow$ verwendet keine Fachbegriffe oder wissenschaftliche Sprache
    $\rightarrow$ erhöht Zugänglichkeit für größeres Publikum
  • Adressaten: sowohl Menschen, die seine Kritik verstehen und ebenfalls durch Kommunikationsmedien vereinsamen, als auch Menschen, die trotz modernen Möglichkeiten der Kommunikation nicht reagieren
    $\rightarrow$ will allen Menschen, die moderne Kommunikationsmedien nutzen, die Augen öffnen, wie sich ihr Verhalten verändert hat
  • direkte Leser-Ansprache: „[…] das haben Sie schon richtig verstanden, […]“ (Z. 64)
    $\rightarrow$ schafft eine persönliche Verbindung zum Leser
    $\rightarrow$ erleichtert es, den Leser von den eigenen Ansichten zu überzeugen
    $\rightarrow$ Leser fühlt sich persönlich angesprochen; das Thema wird für ihn zu einem persönlichen Anliegen
Stilmittel
  • Alliteration: „einseitigen Einsamkeit“ (Z. 16); „schwarz und stumm“ (Z. 3)
    $\rightarrow$ wirkt auf den Leser einprägsam und fungiert als Merkhilfe im Text
    $\rightarrow$ lockert den Satzbau auf
    $\rightarrow$ wirkt zunächst heiter, soll aber verdeutlichen, wie einsam und langweilig das Leben mit Kommunikationsmedien ist
    $\rightarrow$ Leben besteht aus dem Warten auf Antworten
    $\rightarrow$ Leben ist nicht mehr bunt und schön, sondern trist und besteht aus Schweigen
  • Anapher: „Da rufe ich […]. Da schicke ich […]. Da schreibe ich […].“ (Z. 4ff.); „Sicher hat sich […]. Sicher hat sich […]. Sicher gibt es […].“ (Z. 41ff.)
    $\rightarrow$ eindringliche Wiederholung wirkt auf Leser sehr einprägsam
    $\rightarrow$ gibt das sich immer wiederholende Schema des Verhaltens von Diez wieder
    $\rightarrow$ fast schon rhythmisch; Leser liest Text in diesem Rhythmus
    $\rightarrow$ sichert Kritikern zunächst Situationen zu, die sich durch Kommunikationsmedien verbessert haben, um sie zu beschwichtigen, wiederlegt ihre Argumente dann aber mit seinem „großen Aber“
  • Antiklimax: „[…] einen Ton, einen Hall, eine Reaktion […].“ (Z. 2); „[…] Worte [hinein], Ideen, Gedanken […].“ (Z. 1)
    $\rightarrow$ verdeutlicht, wie verzweifelt Diez auf irgendeine Reaktion seiner Kommunikationspartner wartet
    $\rightarrow$ wartet zunächst auf einen Ton, als dieser nicht ertönt, wartet er auf den kleinsten Hall eines Tones und schließlich wäre er einfach nur über irgendeine Reaktion froh
    $\rightarrow$ normalerweise werden zunächst aus Gedanken Ideen und diese Ideen fasst man schlussendlich in Worte; Diez formuliert diesen Prozess andersherum, um dem Leser zu verdeutlichen, dass er mit seinen versendeten Worten auch seine persönlichen Gedanken verschickt, die jedoch einfach verschwinden und nicht beantwortet werden
  • Antithese: „[…] eine Art digitales Kloster.“ (Z. 46)
    $\rightarrow$ Leben im Kloster ist eigentlich Leben ohne Luxus
    $\rightarrow$ digitale Medien wie Computer und Handy sind Luxus
  • Correctio: „[…], der nicht an sein Handy geht, weil niemand mehr an sein Handy geht […].“ (Z. 4)
    $\rightarrow$ Diez korrigiert seine Aussage und erweitert sie
    $\rightarrow$ kritisiert dabei auch Leser, indem er sie bei dem Ausdruck „niemand“ miteinbezieht
  • Parallelismus: „[…] - und höre nichts zurück. […] - ich höre nichts zurück. […] ich höre nichts zurück. […] - und höre nichts zurück.“ (Z. 5ff.; 34)
    $\rightarrow$ gibt dem Text eine rahmenhafte Struktur
    $\rightarrow$ wirkt auf Leser einprägsam
    $\rightarrow$ lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers auf das Hauptproblem
  • Metapher: „[…] ein Loch in meinem Leben, […].“ (Z. 1); „[…] Freund A […] Kollegin B […] Freund C […].“ (Z. 4ff.)
    $\rightarrow$ steht für Kommunikationsmedien, welche Diez' Worte, Gedanken und Ideen verschlingen, aber ihm keine Antwort geben
    $\rightarrow$ je mehr er über Kommunikationsmedien kommuniziert, desto mehr Gedanken, Worte und Ideen saugt dieses Loch ein und desto einsamer wird Diez' Leben
    $\rightarrow$ Buchstaben stehen für beliebige Variablen oder Namen, die der Leser einsetzen könnte
    $\rightarrow$ Leser können sich darunter Menschen vorstellen, die sie selbst kennen und können sich so besser in Situation des Autors hineinversetzen und seiner Argumentationsstruktur folgen
  • Anglizismus : „i-crazy“ (Z. 38)
    $\rightarrow$ Diez bezieht sich hier auf Apple und die i-Phones, die die Menschen durch die Veränderung der Kommunikation verrückt werden lassen
    $\rightarrow$ Verwendung von englischen Begriffen wirkt frischer und moderner auf junge Leser
  • Neologismus: Apple-Moderne
    $\rightarrow$ Diez kritisiert mit diesem Neologismus, wie viel Einfluss der Großkonzern Apple durch seine Produkte auf die Kommunikation hat
  • Sarkasmus: „[…] was ja alles wunderbare Zustände sind, wenn man nicht gerade mit ihnen arbeitet oder redet.“ (Z. 59 - 60)
    $\rightarrow$ Diez verhöhnt damit die Müdigkeit, Zerstreutheit und Faulheit, zu welcher die Menschen erst durch die Technik gefunden haben
    $\rightarrow$ möchte durch Sarkasmus den Text auflockern, aber auch Leser in seiner Meinung lenken
  • Vergleich: „[…] eine Art digitales Kloster.“ (Z. 46)
    $\rightarrow$ Menschen grenzen sich durch Handys und Computer von Außenwelt ab
    $\rightarrow$ Diez vergleicht diese Abschottung als einen Rückzug in ein digitales Kloster
    $\rightarrow$ möchte Leser dazu bewegen, sich nicht hinter digitalen Kommunikationsmedien zu verschanzen

Schluss

Am Besten wäre es, wenn du deine Ergebnisse in einem Fazit nochmals zusammenfasst und Georg Diez These bekräftigst oder widerlegst.
  • Diez schafft zu den Lesern eine persönliche Bindung, indem er sie im Text persönlich anspricht
  • viele Stilmittel werden verwendet, um den Lesern den Text einprägsamer zu machen
  • Diez argumentiert sehr einseitig, weshalb die Leser keine Möglichkeit haben, das Problem aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten
  • Ich stimme Georg Diez zu, dass sich die Kommunikation durch moderne Kommunikationsmedien verändert hat, teilweise hin zum Schlechten
  • moderne Kommunikation hat aber auch positive Seiten: Schnelligkeit, Kreativität, mehr Kommunikation möglich

Kritisch-abwägend Stellung nehmen

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Diez: Hallo? - Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Erläutere an selbst gewählten Beispielen die Veränderung der Kommunikation durch digitale Medien. Nimm ausgehend von eigenen Erfahrungen kritisch-abwägend zu der Aussage Stellung, dass wir in einer Zeit leben, die von einer „digitale[n] Unverbindlichkeit“ geprägt sei. Beurteile abschließend die Überzeugungskraft der Darstellungsweise von Georg Diez.

Vorarbeit

Bevor du beginnst, überlege dir Beispiele, wie digitale Medien deine Kommunikation oder die Kommunikation deiner Familie, Freunde oder in der Schule verändert haben.

Einleitung

In der Einleitung solltest du nochmals die wichtigsten Informationen über Georg Diez Text wiedergeben, sowie eine kurze Inhaltsangabe schreiben. Leite schließlich dazu über, wie sich dein Leben durch digitale Medien verändert hat.
Basissatz
  • Autor: Georg Diez
  • Titel: Hallo? Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird
  • Erscheinungsjahr: 2013
  • Inhaltsangabe: Der Autor zeigt anhand von Beispielen aus seinem Leben, wie sich die Kommunikation durch moderne Kommunikationsmedien verändert hat, wie dieses Zeitalter der Hyperkommunikation zu einer Vereinsamung der Menschen führt, anstatt zu häufigerer und schnellerer Kommunikation und kritisiert diese Veränderung.
Überleitung
  • diese Veränderungen der Kommunikation kennt so gut wie jeder heutzutage
  • auch ich selbst habe bereits erlebt, wie sich meine Kommunikation durch digitale Medien verändert hat

Hauptteil

Der Hauptteil gliedert sich nun in drei Aufgabenteile. Zunächst sollst du anhand von selbst gewählten Beispielen die Veränderung der Kommunikation durch digitale Medien erläutern. Anschließend nimmst du ausgehend von deinen Erfahrungen kritisch-abwägend zu der Aussage Stellung, dass wir in einer von digitaler Unverbindlichkeit geprägten Zeit leben. Zuletzt sollst du die Überzeugungskraft der Darstellungsweise von Georg Diez beurteilen.
Eigene Erfahrungen
  • per Skype oder Facetime ist es möglich, mit Menschen am anderen Ende der Welt von Angesicht zu Angesicht zu reden
  • egal ob im Freibad, beim Sport oder in der Stadt: Handy ist überall dabei, weshalb man auch überall schnell erreichbar ist
  • Kommunikation wurde schneller
    $\rightarrow$ früher musste man Briefe schreiben oder zur nächsten Telefonzelle laufen
    $\rightarrow$ heute kommt eine Nachricht innerhalb von Sekunden beim Empfänger an und man muss zum kommunizieren nicht aus dem Haus
  • Kommunikation nicht mehr ausschließlich mit Wörtern
    $\rightarrow$ es wird auch mit Emojis oder Smileys kommuniziert
    $\rightarrow$ Kommunikation wird immer kreativer und macht Spaß
Kritisch-abwägend Stellung nehmen
$\rightarrow$ digitale Unverbindlichkeit meint, dass man eine Nachricht bekommt, diese auch liest, sich jedoch nicht, wie in einem richtigen Gespräch, verpflichtet fühlt, zu antworten
$\blacktriangleright$ Contra
  • wenn man Nachricht liest, kann man sich zwar Zeit lassen mit einer Antwort, durch Regeln der Kommunikation fühlt man sich aber trotzdem verpflichtet, zu antworten
  • im Nachrichten-Messenger WhatsApp kann der Gesprächspartner beispielsweise sehen - sofern die Funktion nicht deaktiviert wurde - ob die Nachricht ankam und gelesen wurde
  • früher konnte man auch nicht wissen, wie schnell auf einen Brief geantwortet wurde
  • ständige Erreichbarkeit setzt auch voraus, dass man erreichbar ist und antwortet
    $\rightarrow$ wenn jemand das nicht möchte, könnte er das Handy beispielsweise auch ausschalten
  • ständige Erreichbarkeit setzt Menschen unter Druck, auf alles antworten zu müssen
    $\rightarrow$ deshalb sollte man eher von einer „digitalen Verbindlichkeit“ sprechen
$\blacktriangleright$ Pro
  • Menschen sehen sich nicht gezwungen, sofort auf Nachrichten, E-Mails oder Anrufe antworten zu müssen
    $\rightarrow$ Kommunikation gerät dadurch ins Stocken; wird verzerrt
  • man antwortet, wenn man Zeit dafür hat
  • viele lesen eine Nachricht und beantworten sie „gedanklich“
    $\rightarrow$ führt dazu, dass sie denken, eine Nachricht längst beantwortet zu haben, obwohl sie es noch gar nicht getan haben
Überzeugungskraft der Darstellungsweise von Georg Diez
  • sehr überzeugend, da Diez Situationen beschreibt, die jeder kennt oder selbst schon erlebt hat
  • schmückt seinen Text nicht unnötig aus
    $\rightarrow$ trotzdem aussagekräftige Argumente und Beispiele
  • baut seinen Text mit Einleitung, Hauptteil und Schluss logisch auf
    $\rightarrow$ Einleitung macht neugierig, was sich hinter dem Loch verbirgt
    $\rightarrow$ erklärt im Hauptteil sein Problem; komplexe Sachverhalte schildert er im parataktischen Stil, um sie dem Leser so einfach wie möglich zu erklären
    $\rightarrow$ entlässt den Leser mit einem kurzen, aber prägnanten Satz aus dem Text
  • direkte Ansprache des Lesers erhöht Überzeugungskraft, da es das Problem zu einem persönlichen Anliegen des Lesers werden lässt
  • sarkastische Elemente lockern den Text auf
    $\rightarrow$ lassen Leser schmunzeln, aber nehmen dem Text dennoch nicht seine Ernsthaftigkeit
  • an gewissen Stellen, wie der Apple-Moderne, wirkt der Text etwas übertrieben und nicht vollständig nachvollziehbar
    $\rightarrow$ auch andere Firmen wie Samsung haben großen Einfluss auf den Markt
    $\rightarrow$ eine Zeitepisode nach einer Firma zu benennen, scheint übertrieben
    $\rightarrow$ eher Begriff wie „Smartphone-Moderne“

Schluss

Am Besten wäre es, wenn du zum Schluss deine Erkenntnisse nochmals in einem kurzen Fazit zusammenfasst und begründest, ob du Georg Diez Text gut oder schlecht fandest.
  • Kommunikation verändert sich beständig
    $\rightarrow$ als Kind bemerkt man es nicht so schnell, da man damit aufwächst
  • Georg Diez beschreibt Situationen, die ich selbst kenne und erlebt habe
  • Schlussendlich lässt sich sagen, dass Georg Diez seine Homestory gelungen ist, da sie zum Nachdenken über das eigene digitale Kommunikationsverhalten anregt und einem die Augen öffnet, wie sich die Kommunikation verändern wird und sich auch bereits verändert hat.
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Analysieren eines Artikels

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Diez: Hallo? - Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Artikel „Hallo?“ von Georg Diez. Untersuche dabei die sprachlichen und stilistischen Besonderheiten dieses journalistischen Textes und die damit verbundenen Intentionen hinsichtlich der inhaltlichen Aussage und der Leserlenkung.
In dem 2013 erschienenen Artikel Hallo? Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird beschreibt der Autor Georg Diez, wie sich die Kommunikation durch moderne Kommunikationsmedien verändert hat und wie dieses Zeitalter der Hyperkommunikation zu einer Vereinsamung der Menschen führt.
Georg Diez teilt verschiedene Situationen aus seinem Leben, in welchen er durch digitale Medien mit anderen Personen kommuniziert, aber keine Antworten bekommt, mit seinen Lesern. Für ihn führt das Zeitalter der Hyperkommunikation zu Schweigen, statt zu schnellerer und häufigerer Kommunikation. Genau diese Veränderungen der Kommunikation werden aufgezeigt und auch kritisiert.
Der Autor schildert seine Erkenntnisse in Form einer Homestory, also in Form eines essayistischen Textes, in welchem er seine persönliche Meinung zum ausdruck bringt und teilweise über sein Privatleben erzählt. Autor und Erzähler sind hierbei dieselbe Person; so wirkt das Geschrieben wie ein Brief an einen Freund und nicht wie eine Erzählung, wodurch sich der Leser besser mit dem Autor und Erzähler identifizieren kann. Allerdings bekommt der Leser im Text nur eine Sicht der Dinge geschildert, wird also einseitig beeinflusst mit dem Ziel, später die Meinung des Autors zu übernehmen. Durch die direkte Leser-Ansprache, wie beispielsweise „[…] das haben Sie schon richtig verstanden, […]“ (Z. 64), wird eine persönliche Verbindung zum Leser geschaffen - das Thema wird für ihn demnach zu einem persönlichen Anliegen. Dabei ist der Satzbau überwiegend hypotaktisch strukturiert um den Text rasanter, aber gleichzeitig auch informativ zu gestalten. Der Leser soll so besser den Gedankengang des Autors nachvollziehen - parataktische Strukturen werden vom Autor dann angewandt, wenn er komplexe Sachverhalte oder Zusammenhänge erklärt. Parallelismen wie „- und höre nichts zurück. […] - ich höre nichts zurück. […] ich höre nichts zurück. […] - und höre nichts zurück.“ (Z. 5ff.; 34). Dass Diez' Text für ein größeres Publikum zugänglich ist macht sowohl die einfache Wortwahl als auch das Fehlen von Fachbegriffen oder wissenschaftlicher Sprache deutlich. Menschen, die seine Kritik verstehen und ebenfalls durch Kommunikationsmedien vereinsamen, aber auch solche, die trotz modernen Möglichkeiten der Kommunikation nicht reagieren sind seine Adressaten. Er will also allen Menschen, die moderne Kommunikationsmedien nutzen, in Bezug auf die Veränderung ihres Verhaltens die Augen öffnen.
Diez' Aussagen werden mit vielen verschiedenen Stilmitteln verstärkt. Alliterationen wie die „einseitige Einsamkeit“ (Z. 16) oder „schwarz und stumm“ (Z. 3) wirken auf den Leser einprägsam und fungiert als Merkhilfe im Text. Zudem locern sie den Satzbau auf und wirken zunächst heiter. Allerdings sollen sie auch verdeutlichen, wie einsam und langweilig das Leben mit Kommunikationsmedien eigentlich ist. Diez will hier klarmachen, dass das Leben aus dem Warten auf Antworten besteht und nicht mehr bunt und schön, sondern trist ist und aus Schweigen besteht. Etwaigen Kritikern sichert der Autor zunächst Situation zu, die sich vermeintlich durch Kommunikationsmedien verbessert haben und beschwichtigt sich durch die Anapher „Da rufe ich […]. Da schicke ich […]. Da schreibe ich […].“ (Z. 4ff.) oder „Sicher hat sich […]. Sicher hat sich […]. Sicher gibt es […].“ (Z. 41ff.). Diese klingen fast schon rhythmisch und prägen sich durch ihre eindringliche Wiederholung bei dem Leser ein. Sie geben außerdem das sich immer wiederholende Schema des Verhaltens von Diez wieder. Die Verzweiflung über die ausbleibenden Reaktionen seiner Kommunikationspartner drückt Diez über die Klimax „Worte […], Ideen, Gedanken, […], einen Ton, einen Hall, eine Reaktion“ (Z. 1ff.) aus. Normalerweise werden zunächst aus Gedanken Ideen und diese Ideen fasst man wiederum in Worte - Diez formuliert diesen Prozess jedoch andersherum, um dem Leser zu verdeutlichen, dass er mit seinen versendeten Worten auch seine persönlichen Gedanken verschickt, die jedoch einfach verschwinden und nicht beantwortet werden. Dieses Geschehnis fasst er in der antithetischen Metapher „digitales Kloster“ (Z. 46) zusammen. Menschen grenzen sich durch ihre Handys und Computer deutlich von der Außenwelt ab, was einem Rückzug in ein digitales Kloster gleicht. Gleichzeitig bemängelt Diez aber, dass ein Mensch „nicht mehr an sein Handy geht, weil niemand mehr an sein Handy geht“ (Z. 4). Die Correctio korrigiert also seine Aussage und erweitert sie, indem Diez dabei seine Leser kritisiert („niemand“). Schuld gibt er den Kommunikationsmedien, die ein metaphorisches „Loch [im] Leben“ (Z. 1) erzeugen. Es verschlingt Diez' Worte, Gedanken und Ideen und gibt ihm aber keine Antwort. Je mehr er über diese Kommunikationsmedien kommuniziert, desto mehr Gedanken, Worte und Ideen saugt dieses Loch ein und desto einsamer wird Diez' Leben. Als Hauptverantwortlichen sieht er aber auch den Großkonzern Apple, wie durch den Neologismus „Apple-Moderne“ (Z. 55) deutlich wird. Mit dem Anglizismus „i-crazy“ (Z. 38) bezieht sich der Autor auch auf Apple und die iPhones, die die Menschen durch die Veränderung der Kommunikation verrückt werden lassen. Durch die Verwendung von englischen Begriffen wirkt der Artikel auch frischer und moderner auf jüngere Leser, die schließlich auch zu der Zielgruppe Diez' gehören.
Diez schafft zu den Lesern eine persönliche Bindung, indem er sie in seiner Homestory persönlich anspricht. Hierbei verwendet er viele Stilmittel, die den Text für den Leser einprägsamer machen. Allerdings argumentiert Diez recht einseitig, weshalb die Leser gar keine Möglichkeit haben, das Problem aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und anstatt das Problem bei den Menschen selbst und auch bei sich selbst zu suchen, macht er es sich relativ leicht und gibt die Schuld einfach den Technikunternehmen. Ich stimme Diez jedoch schon zu, dass sich die Kommunikation durch moderne Medien teilweise auch zum Schlechten verändert hat. Moderne Kommunikation hat aber auch positive Seiten, die im Text nicht aufgeführt werden, wie beispielsweise die Schnelligkeit, die Kreativität und aber auch das Mehr an Kommunikation, das eben durch diese Medien erst möglich geworden ist.
#analysieren
Aufgabe 1

Kritisch-abwägend Stellung nehmen

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Diez: Hallo? - Homestory - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Erläutere an selbst gewählten Beispielen die Veränderung der Kommunikation durch digitale Medien. Nimm ausgehend von eigenen Erfahrungen kritisch-abwägend zu der Aussage Stellung, dass wir in einer Zeit leben, die von einer „digitale[n] Unverbindlichkeit“ geprägt sei. Beurteile abschließend die Überzeugungskraft der Darstellungsweise von Georg Diez.
In der Homestory Hallo? - Warum man als Mensch, der E-Mails schreibt, einsam wird zeigt Georg Diez anhand von Beispielen aus seinem Leben, wie sich die Kommunikation durch moderne Kommunikationsmedien verändert hat, wie dieses Zeitalter der Hyperkommunikation zu einer Vereinsamung der Menschen führt, anstatt zu häufigerer und schnellerer Kommunikation und kritisiert diese Veränderung.
Diese Veränderungen der Kommunikation kennt so gut wie jeder heutzutage. Auch ich selbst habe erlebt, wie sich meine Kommunikation durch digitale Medien verändert hat. Via Skype und Facetime ist es mir jetzt möglich, mit Menschen am anderen Ende der Welt von Angesicht zu Angesicht zu reden - zum Beispiel mit meiner Tante, die in den USA wohnt. Ich kann immer mit ihr sprechen und muss nicht darauf warten, dass es zu einem Besuch kommt und muss auch nicht horrende Telefonkosten tragen. Außerdem ist es egal ob ich im Freibad, beim sport oder in der Stadt bin, ich habe mein Handy überall dabei und bin deshalb überall schnell erreichbar - auch in Notfällen! So bin ich auch viel flexibler und kann antworten wann ich will, und bekomme genauso schnell eine Rückmeldung. Früher musste man Briefe schreiben oder zur nächsten Telefonzelle laufen, heute muss ich nicht mal mehr aus dem Haus oder an einen Computer, um eine Mail zu schreiben oder auf Whatsapp zu antworten. Die Kommunikation findet auch nicht mehr ausschließlich mit Wörtern statt, es wird auch mit Emojis oder Smileys kommuniziert, was die Kommunikation kreativer und spaßiger gestaltet und man zudem mehr Möglichkeiten hat, seine Gedanken und Gefühle entsprechend mitzuteilen.
Dies hat allerdings auch seine Kehrseiten. Die digitale Unverbindlichkeit meint nämlich hier, dass man eine Nachricht bekommt, diese auch liest, sich jedoch nicht - wie in einem richtigen Gespräch - verpflichtet fühlt, zu antworten. Die Menschen sehen sich nicht gezwungen, sofort auf Nachrichten, E-Mails oder Anrufe antworten zu müssen. Die Kommunikation gerät dadurch ins Stocken und wird verzerrt. Man antwortet eben einfach, wenn man Zeit dafür hat. Oder auch nicht, denn viele lesen eine Nachricht und beantworten sie dann „gedanklich“, was dazu führt, dass sie denken, die Nachricht längst beantwortet zu haben, obwohl sie es noch gar nicht getan haben.
Doch nicht alles ist schwarz und weiß. Wenn man eine Nachricht liest, kann man sich zwar Zeit lassen mit einer Antwort, aber durch die ungeschriebenen Regeln der Kommunikation fühlt man sich trotzdem dazu verpflichtet, zu antworten. Im Nachrichten-Messenger Whatsapp kann der Gesprächspartner beispielsweise sehen - sofern die Funktion nicht deaktiviert wurde - ob die Nachricht ankam und gelesen wurde. Früher konnte man ja auch nicht wissen, wie schnell auf einen Brief geantwortet wurde. Die ständige Erreichbarkeit setzt ja auch voraus, dass man erreichbar ist und dann antwortet. Wenn jemand das nicht möchte, könnte er oder sie das Handy zum Beispiel auch ausschalten. Zudem setzt die ständige Erreichbarkeit die Menschen unter Druck, auf alles antworten zu müssen. Deshalb sollte man eigentlich eher von einer „digitalen Verbindlichkeit“ sprechen.
Diez' Artikel ist jedoch sehr überzeugend, da er Situationen beschreibt, die jeder kennt oder selbst schon erlebt hat. Er schmückt auch seinen Text nicht unnötig aus und gibt seine Botschaft mit aussagekräftigen Argumenten und Beispielen wieder. Die klassische Strukturierung in Einleitung - Hauptteil - Schluss ist logisch aufgebaut: die Einleitung macht den Leser neugierig auf das, was sich hinter diesem „Loch“ verbirgt, im Hauptteil wird das Problem des Autors erklärt, indem er komplexe Sachverhalte im parataktischen Stil - also für den Leser so einfach wie möglich - schildert, der Leser wird mit einem kurzen, aber prägnanten Satz aus dem Artikel entlassen. Auch die direkte Ansprache des Lesers erhöht die Überzeugungskraft, da es das Problem zu einem persönlichen Anliegen des Lesers werden lässt. Sarkastische Elemente lockern hier unter anderem den Text auf und lassen den Leser schmunzeln, ohne gleich die Ernsthaftigkeit des Textes beeinzuträchtigen. An gewissen Stellen, wie der Einwurf des Begriffes „Apple-Moderne“, wirkt der Text etwas übertrieben und nicht vollständig nachvollziehbar, denn auch andere Firmen wie beispielsweise Samsung haben großen Einfluss auf dem Technologie-Markt. Eine Zeitepisode nach einer Firma zu benennen scheint mir da doch übertrieben. Ein Begriff wie „Smartphone-Moderne“ wäre hier adäquater.
Kommunikation unterliegt einem ständigen Wandel - als Kind bemerkt man dies jedoch nicht so schnell, da man damit aufwächst und sich schneller an Veränderungen gewöhnt. Dadurch ist eine verbindliche Kommunikation durch das Smartphone beispielsweise selbstverständlich und wird auch gar nicht mehr in Frage gestellt, sondern einfach so hingenommen. Natürlich sollte man diese Zustände durchaus auch kritisch hinterfragen und auch sein Kommunikationsverhalten eingehend analysieren um Situationen wie die oben beschriebenen vermeiden zu können. Schlussendlich lässt sich sagen, dass Georg Diez seine Homestory gelungen ist, da sie zum Nachdenken über das eigene digitale Kommunikationsverhalten anregt und einem die Augen öffnet, wie sich die Kommunikation verändern wird und sich auch bereits verändert hat.
#erläutern#beurteilen
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