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Aufgabe 2

Aufgaben
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$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Heym: Frühjahr
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere das Gedicht „Frühjahr“ von Georg Heym unter besonderer Berücksichtigung der Wortwahl sowie der bildlichen und syntaktischen Gestaltungsmittel.
2.
Der Literaturwissenschaftler Kurt Mautz formulierte im Jahr 1961: In der traditionellen Jahreszeit-Lyrik sei „der Frühling als die Zeit des sich erneuernden organischen Lebens eine Zeit der Verheißung“ gewesen, die den Menschen auf eine Wendung zum Besseren hoffen lasse. Setze dieses Zitat in Beziehung zu deiner Analyse und Deutung des Heym-Gedichts und berücksichtige dabei dessen literaturgeschichtlichen Kontext.
#gedichtanalyse
Georg Heym

Frühjahr

$\,$
Die Winde bringen einen schwarzen Abend.
Die Wege zittern mit den kalten Bäumen
Und in der leeren Flächen später Öde
Die Wolken rollen auf die Horizonte.
5
Der Wind und Sturm ist ewig in der Weite,
Nur spärlich, daß ein Sämann[1]schon beschreitet
Das ferne Land, und schwer den Samen streuet,
Den keine Frucht in toten Sommern freuet.
Die Wälder aber müssen sich zerbrechen
10
Mit grauen Wipfeln in den Wind gehoben,
Die quellenlosen, in der langen Schwäche
Und nicht mehr steigt das Blut in ihren Ästen.
Der März ist traurig. Und die Tage schwanken
Voll Licht und Dunkel auf der stummen Erde.
15
Die Ströme aber und die Berge decket
Der Regenschild. Und alles ist verhangen.
Die Vögel aber werden nicht mehr kommen.
Leer wird das Schilf und seine Ufer bleiben,
Und große Kähne in der Sommerstille
20
In grüner Hügel toten Schatten treiben.
Hinweis: Das Gedicht stammt aus dem Nachlass und ist im Oktober 1911 entstanden.


[1] Sämann: jemand, der Samen aussät, auf dem Acker ausstreut
Georg Heym: Frühjahr. In: Ders.: Gedichte. Ausgewählt und mit einem Nachwort von Harald Hartung. München, Zürich: Piper 1986, S. 70.
Das Zitat aus der Aufgabenstellung stammt aus: Kurt Mautz: Mythologie und Gesellschaft im Expressionismus. Die Dichtung Georg Heyms. Frankfurt am Main, Bonn: Athenäum Verlag 1961, S. 2328.
#gedicht
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Kurzlösungen
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Gedichtanalyse

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Heym: Frühjahr
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere das Gedicht „Frühjahr“ von Georg Heym unter besonderer Berücksichtigung der Wortwahl sowie der bildlichen und syntaktischen Gestaltungsmittel.

Einleitung

Deine Interpretation beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel, den Autor und das Erscheinungsjahr nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Frühjahr
  • Autor: Georg Heym
  • Erscheinungsjahr: 1911
  • Inhalt: Das Gedicht „Frühjahr“ von Georg Heym, welches 1911 im Zuge der Zeit des Expressionismus entstand, thematisiert das damalige Leid, welches in Form von Armut, Hungersnöten und Bürgerkriegen während der Industrialisierung Gestalt annahm, in Kontrast mit den vermeintlich schönen Erwartungen, die mit dem Begriff des Frühjahrs verbunden sind.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, das Gedicht zu interpretieren. Führe dazu zunächst die formale Analyse durch. Dazu gehört, dass du die Anzahl der Strophen und Verse, das Metrum, das Reimschema und die Kadenz ermittelst und angibst.
Für die Interpretation des Inhalts gehst du am besten Strophe für Strophe vor - so gehst du sicher, dass du bei deiner Interpretation keinen Aspekt vergisst. Neben dem Inhalt sind aber auch die sprachlichen Mittel, die Heym verwendet, essenziell. Lasse diese aber nicht so stehen, sondern erkläre immer, warum die Mittel eingesetzt werden, denn sie heben immer den Inhalt hervor und unterstreichen ihn.
Gehe bei deiner Interpretation auch auf den Bezug des Textes zum Titel ein und erkläre, wie diese zusammenhängen. Es bietet sich an, dies nach der Interpretation der fünf Strophen zu machen, denn dann hast du den gesamten Inhalt erfasst und nicht erst Teile davon. Beurteile anschließend die von Heym verwendete Wortwahl und begründe kurz, welche Auswirkungen die Wortwahl auf das Gedicht hat.
Formale Analyse
  • 5 Strophen à 4 Verse
  • Metrum: fünfhebiger Trochäus
  • Reimschema: kein Reimschema, aber strenge und klangvolle Rhythmik
  • Kadenz: weiblich
1. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • etwas Bedrohliches kommt auf die Welt zu
    $\rightarrow$ Vorausdeutung auf den 1. Weltkrieg
  • Natur fürchtet sich vor dem Kommenden
  • Welt ist leer und dunkel
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Parallelismus : „Die Winde bringen […]. Die Wege zittern […] Die Wolken rollen […].“ (V. 1-4)
    $\rightarrow$ treibt den Rhythmus stetig voran
    $\rightarrow$ drückt aber auch Eintönigkeit der Welt aus
    $\rightarrow$ Bedrohung kommt unaufhaltsam näher
  • Metapher : „[…] einen schwarzen Abend.“ (V. 1); „Die Wolken rollen […].“ (V. 4); „[…] den kalten Bäumen […].“ (V. 2)
    $\rightarrow$ Gedicht beginnt mit einer Veränderung
    $\rightarrow$ durch Farbe Schwarz verbunden mit negativen Erwartungen
    $\rightarrow$ schwarzer Abend kann Vorausdeutung auf Gewitter oder Sturm sein
    $\rightarrow$ Wolken rollen wie Wagenräder
    $\rightarrow$ rollen schnell und unaufhaltsam
    $\rightarrow$ Bäume sind noch kahl und kalt vom Winter; auch teilweise tot und abgestorben
    $\rightarrow$ Leben und Wärme muss erst noch zurückkehren
  • Personifikation : „Die Wege zittern […].“ (V. 2)
    $\rightarrow$ zittern ist menschlich
    $\rightarrow$ Bäume und Wege zittern aus Furcht vor dem kommenden Unheil oder Gewitter
2. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Blick richtet sich auf Sämann, der auf dem Feld Samen streut
  • trotz mühsamer Arbeit wird die Ernte im Sommer keinen Ertrag bringen
  • Natur wird sich später dem Sturm beugen müssen
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Klimax: „Wind und Sturm“ (V. 5)
    $\rightarrow$ der in der ersten Strophe aufkommende Wind steigert sich zu einem Sturm, der jedoch noch weit entfernt zu sein scheint
  • Personifikation: „toten Sommern“ (V. 8)
    $\rightarrow$ Sommer können nicht tot sein
    $\rightarrow$ bedeutet, dass Sommer zu heiß ist, alles vertrocknet oder abgestorben ist und wegen der Hitze auch keine Menschen draußen sind
    $\rightarrow$ durch toten Sommer geht den Sämännern die Ernte verloren und sie müssen im Winter hungern
3. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Blick weitet sich von den Feldern zu den Wäldern
  • Wälder werden von Gewitter zerstört
  • Bäume brechen, werden entwurzelt und im Sturm weggeweht
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Parallelismus: „Die Wälder aber […]. Die Vögel aber […].“ (V. 9, 17)
    $\rightarrow$ Rhythmik vom Beginn wird erneut aufgegriffen und durchzieht das Gedicht bis zum Schluss
    $\rightarrow$ Sturm schreitet mit seiner zerstörerischen Gewalt unaufhörlich voran
    $\rightarrow$ auch was schon gewachsen ist, wird zerstört
  • Metapher: „[…] Die quellenlosen, in der langen Schwäche […].“ (V. 11); „[…] steigt das Blut in ihren Ästen.“ (V. 12)
    $\rightarrow$ betont, dass den Bäumen die Basis des Lebens fehlt, nämlich eine Quelle, die Wasser spendet
    $\rightarrow$ die lange Dauer, in welcher den Bäumen keine Kraft zugeführt wird, kann als Winter verstanden werden, von dem die Bäume noch geschwächt sind und welche deshalb der Gewalt des Sturms nicht widerstehen können
    $\rightarrow$ Folge des Mangels, wobei die Verbindung zum Menschen wieder über das Wort Blut sehr deutlich wird
4. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Monat März wird in 4 Versen beschrieben
  • Erde ist von Regenfällen bedeckt und verschwindet unter einem Schleier aus Dunkelheit
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Personifikation: „Der März ist traurig.“ (V. 13); „[…] auf der stummen Erde.“ (V. 14)
    $\rightarrow$ verschiedene Interpretationsansätze: für Menschen ist März traurig, weil Ernte zerstört ist; März ist traurig kann auch bedeuten, dass der Himmel „weint“ und es die ganze Zeit regnet (was auch beschrieben wird)
    $\rightarrow$ durch den andauernden Regen halten sich weder Tiere noch Menschen im Freien auf, weshalb die Erde stumm ist
    $\rightarrow$ mit Frühjahr verbindet man Vogelgezwitscher, aber auch die Vögel bleiben im Regen stumm
  • Paradoxon: „[…] Voll Licht und Dunkel […].“ (V. 14)
    $\rightarrow$ Licht und Dunkel bilden einen Gegensatz
    $\rightarrow$ ohne Licht kann es aber auch keine Dunkelheit geben und andersrum ebenso
    $\rightarrow$ kontrastiert nochmals die mit dem Titel verbundenen Erwartungen und die Realität
  • Metapher: „Und die Tage schwanken / Voll Licht und Dunkel […].“ (V. 13-14); „[…] decket / Der Regenschild.“ (V. 15-16)
    $\rightarrow$ Tage gehen fließend ineinander über
    $\rightarrow$ Licht und Dunkel als Metaphern für Tag und Nacht, die schwankend vergehen
    $\rightarrow$ Normalität kehrt ein, Leser bekommt ein Gefühl von Ruhe übermittelt
    $\rightarrow$ mit Schild verbindet Leser etwas sicheres und beschützendes
    $\rightarrow$ Welt wird eingedeckt; Bild von Wärme und Sicherheit
5. Strophe
$\blacktriangleright$ Inhalt
  • Blick richtet sich in Zukunft
  • Zukunft wird negativ beschrieben; Leben wird nicht zurückkehren
$\blacktriangleright$ Sprache
  • Parallelismus: „Die Wälder aber […]. Die Vögel aber […].“ (V. 9, 17)
    $\rightarrow$ Rhythmik vom Beginn endet, neuer Rhythmus mit Ausblick in Zukunft
    $\rightarrow$ Gedicht wendet sich wieder ins Negative
    $\rightarrow$ Hoffnung scheint zerstört und Zukunft trostlos, da Vögel nicht mehr zurückkehren werden
  • Chiasmus: „Leer wird das Schilf und seine Ufer bleiben, / Und große Kähne in der Sommerstille / In grüner Hügel toten Schatten treiben.“ (V. 18-20)
    $\rightarrow$ Sätze werden überkreut dargestellt, was den Rhythmus des Gedichts unterbricht
    $\rightarrow$ Unterbrechung als Blick in Zukunft
  • Antithese: „In grüner Hügel toten Schatten treiben.“ (V. 20)
    $\rightarrow$ grün steht für die Hoffnung
    $\rightarrow$ wird jedoch direkt negativiert durch Tod
    $\rightarrow$ kontrastiert was hätte sein können und wie der Frühling und Sommer tatsächlich ist
Bezug zum Titel
  • mit Titel „Frühjahr“ verbindet man Aufblühen der Natur, Fröhlichkeit und Lebenslust
  • Gedicht widerlegt diese Erwartungen, indem es negative Seiten des Frühjahrs darstellt
  • Gedicht beschreibt Tod, Leere, Einsamkeit und Hunger
  • vom Expressionismus erwarteter Weltuntergang tritt jedoch nicht ein
Wortwahl
  • Heym verwendet viele Ajektive, die aber fast alle negativ belegt sind
  • negative Wörter:
    $\rightarrow$ „schwarz“ (V. 1)
    $\rightarrow$ „zittern“ (V. 2)
    $\rightarrow$ „kalten“ (V. 2)
    $\rightarrow$ „leeren Flächen später Öde“ (V. 3)
    $\rightarrow$ „spärlich“ (V. 6)
    $\rightarrow$ „schwer“ (V. 7)
    $\rightarrow$ „toten“ (V. 8)
    $\rightarrow$ „zerbrechen“ (V. 9)
    $\rightarrow$ „grauen“ (V. 10)
    $\rightarrow$ „quellenlosen, in der langen Schwäche“ (V. 11)
    $\rightarrow$ „traurig“ (V. 13)
    $\rightarrow$ „schwanken“ (V. 13)
    $\rightarrow$ „stummen“ (V. 14)
    $\rightarrow$ „verhangen“ (V. 16)
  • positive Wörter:
    $\rightarrow$ „Licht“ (V. 14)
    $\rightarrow$ „grüner“ (V. 20)
  • neutrale Wörter:
    $\rightarrow$ „Winde“ (V. 1)
    $\rightarrow$ „Wolken rollen“ (V. 4)
    $\rightarrow$ „Regenschild“ (V. 16)
    $\rightarrow$ „große Kähne in der Sommerstille“ (V. 19)
  • Ungleichgewicht zwischen positiven und negativen Wörtern
    $\rightarrow$ verleiht Gedicht düstere Stimmung
    $\rightarrow$ schafft im Kopf der Leser Bild von Hoffnungslosigkeit
  • Gedicht ist sehr traurig, melancholisch und trist
    $\rightarrow$ Frühjahr sollte Zeit der Liebe, des aufblühenden Lebens, bunt und fröhlich sein

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage, die Intention, des Gedichts noch einmal kurz zusammenfassen. Du kannst hier auch sagen, welche Gefühle das Lesen des Gedichts in dir ausgelöst und in welche Stimmung es dich versetzt hat.
  • Gedicht thematisiert das damalige Leid in Kontrast mit den Erwartungen, die man normalerweise an ein Gedicht mit dem Titel „Frühjahr“ hat
  • zeigt, dass der Frühling nicht nur schöne Seiten hat, sondern den Menschen durch Stürme das Leben auch schwer machen kann
  • man möchte dem Gedicht keinen Glauben schenken, dass das Früjahr so negativ ist
    $\rightarrow$ dabei kennt jedes Kind schon den Spruch „Der April macht was er will.“
    $\rightarrow$ Frühjahr immer ein Wechsel zwischen schönen und schlechten Tagen
  • erschrocken, wie abhängig Menschen von den Gewalten der Natur sind
  • Gedicht deutet 1. Weltkrieg voraus

Gedichtvergleich

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Heym: Frühjahr
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Der Literaturwissenschaftler Kurt Mautz formulierte im Jahr 1961: In der traditionellen Jahreszeit-Lyrik sei „der Frühling als die Zeit des sich erneuernden organischen Lebens eine Zeit der Verheißung“ gewesen, die den Menschen auf eine Wendung zum Besseren hoffen lasse. Setze dieses Zitat in Beziehung zu deiner Analyse und Deutung des Heym-Gedichts und berücksichtige dabei dessen literaturgeschichtlichen Kontext.

Einleitung

Überlege dir für die Einleitung einen Basissatz, in dem du nochmals die wichtigsten Informationen über Georg Heyms Gedicht wiedergibst und erklärst, worum es in dem Gedicht inhaltlich geht.
  • Titel: Frühjahr
  • Autor: Georg Heym
  • Erscheinungsjahr: 1911
  • Inhalt: Das Gedicht „Frühjahr“ von Georg Heym, welches 1911 im Zuge der Zeit des Expressionismus entstand, thematisiert das damalige Leid, welches in Form von Armut, Hungersnöten und Bürgerkriegen während der Industrialisierung Gestalt annahm, in Kontrast mit den vermeintlich schönen Erwartungen, die mit dem Begriff des Frühjahrs verbunden sind.

Hauptteil

Im Hauptteil sollst du nun das Gedicht von Georg Heym anhand deiner Analyse und Deutung sowie deinem eigenen literaturgeschichtlichen Wissen mit dem Zitat von Kurt Mautz in Beziehung setzen. Erläutere dafür zunächst deine Analyse-Ergebnisse und gehe anschließend auf den literaturgeschichtlichen Kontext ein. Abschließend vergleichst du die Aussage von Kurt Mautz mit der Intention des Gedichts.
Analyse-Ergebnisse des Heym-Gedichts
  • Heym kontrastiert in seinem Gedicht die Erwartungen, welche man mit dem Begriff „Frühjahr“ verbindet und seinen eigenen Eindrücken und den negativen Seiten, die der Frühling haben kann
  • nutzt für den Kontrast viele syntaktische und bildliche Mittel wie Personifikationen, Metaphern, Parallelismen oder Antithesen
    $\rightarrow$ bewirkt, dass die Natur bedrohlicher wirkt
    $\rightarrow$ schafft ein Bild von Hoffnungslosigkeit und dem Weltuntergang
    $\rightarrow$ Beschreibungen wirken anschaulicher und realer
  • Gedicht besitzt kein Reimschema aber einen gleichmäßigen, drängenden Rhythmus
    $\rightarrow$ unterstützt Gedicht, indem es dem Leser das Gefühl vermittelt, dass der Weltuntergang unaufhaltsam immer näher rückt
  • Heym nutzt viele Adjektive
    $\rightarrow$ Beschreibung wird jedoch nicht „blumiger“ und schöner, sondern ins Negative gerückt
  • Ungleichgewicht zwischen positiven und negativen Wörtern
    $\rightarrow$ verleiht Gedicht düstere Stimmung
    $\rightarrow$ schafft im Kopf der Leser Bild von Hoffnungslosigkeit
  • Gedicht ist sehr traurig, melancholisch und trist
    $\rightarrow$ Frühjahr sollte Zeit der Liebe, des aufblühenden Lebens, bunt und fröhlich sein
  • zeigt, dass der Frühling nicht nur schöne Seiten hat, sondern den Menschen durch Stürme das Leben auch schwer machen kann
  • man möchte dem Gedicht keinen Glauben schenken, dass das Früjahr so negativ ist
    $\rightarrow$ dabei kennt jedes Kind schon den Spruch „Der April macht was er will.“
    $\rightarrow$ Frühjahr immer ein Wechsel zwischen schönen und schlechten Tagen
Literaturgeschichtlicher Kontext
  • Gedicht entstand 1911, im Zuge des Expressionismus
  • Expressionismus als Strömung, die sich gegen den Naturalismus stellte
    $\rightarrow$ Expressionismus hatte seine Blütezeit von 1910 - 1920
  • behandelt in der Literatur vor allem die Themen Krieg, Großstadt, Zerfall, Angst, Ich-Verlust und Weltuntergang (Apokalypse)
    $\rightarrow$ auch Wahnsinn, Liebe und Rausch sowie Natur
  • „Ästhetik des Hässlichen“ steht im Vordergrund
    $\rightarrow$ das Hässliche, Kranke, Wahnsinnige ist Gegenstand der Darstellungen des Expressionismus
  • bekanntesten Autoren sind Lasker-Schüler, van Hoddis, Stramm, Benn und Heym
    $\rightarrow$ weitere Gedichte von Heym sind beispielsweise „Der Krieg I“, „Der Krieg II“ und „Umbra Vitae“
  • in vielen Gedichten findet man Kriegssehnsucht
    $\rightarrow$ Krieg soll alte bürgerliche Strukturen umwerfen
    $\rightarrow$ nach erstem Weltkrieg wandelt sich diese Meinung bei vielen
  • in „Frühjahr“ behandelt Heym sowohl Natur, als auch Zerfall, Angst und den Weltuntergang
Vergleich Heym und Mautz
  • Mautz redet von Jahreszeiten-Lyrik
  • in „Frühjahr“ behandelt Heym sowohl Jahreszeiten und Natur, aber auch Zerfall, Angst und den Weltuntergang
    $\rightarrow$ Gedicht war eher expressionistisch und kann nicht wirklich der Jahreszeiten-Lyrik zugeordnet werden
  • Mautz bezeichnet den Frühling „als die Zeit des sich erneuernden organischen Lebens“ und als „eine Zeit der Verheißung“
    $\rightarrow$ Frühling als schöne Zeit, in der alles bunt ist und aus dem langen Winterschlaf erwacht
    $\rightarrow$ Frühling weckt Vorfreude auf den Sommer
    $\rightarrow$ Zeit, in der neues Leben entsteht und wächst
  • Heym hingegen beschreibt negative Seiten des Frühjahrs
    $\rightarrow$ Gewalten wie Wind und Sturm zerstören die Ernte und nehmen Menschen die Hoffnung
    $\rightarrow$ Gedicht weckt auch Gefühl der Verheißung, jedoch eher auf den Weltuntergang
    $\rightarrow$ neues Leben wird zerstört und kann nicht wachsen
  • Mautz' Aussage ist positiv belegt und entspricht den Erwartungen, die der Leser an Gedichte über das Frühjahr hat
    $\rightarrow$ Heyms Gedicht widerlegt diese Erwartungen und stellt den Frühling durch seine Wortwahl negativ dar

Schluss

Am Besten wäre es, wenn du deine Ergebnisse nochmals in einem Fazit zusammenfasst. Du kannst auch erläutern, was das Gedicht bei dir für Gefühle auslöst und ob du Kurt Mautz zustimmst.
  • Heyms Gedicht lässt sich eindeutig dem Expressionismus zuordnen
    $\rightarrow$ gehört mehr zu kriegsverherrlichenden Gedichten und weniger zur Jahreszeiten-Lyrik
  • Leser erwartet beim Titel ein fröhliches Gedicht, wie auch Mautz es beschreibt
    $\rightarrow$ diese Erwartungen werden von Heym mit seiner Realität kontrastiert
  • Ästhetik des Hässlichen wird deutlich
    $\rightarrow$ Frühjahr wird als hässlich und schlecht dargestellt
    $\rightarrow$ nicht vorhandenes Reimschema und Rhythmus unterstützen die Hässlichkeit, ebenso wie die vielen negativen Adjektive
  • mit Frühjahr verbinde ich Szenarien, wie Mautz sie beschreibt
    $\rightarrow$ habe trotzdem auch schon stürmische Frühlingstage erlebt, die aber nie wie ein Weltuntergang wirkten
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Aufgabe 2

Gedichtanalyse

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Heym: Frühjahr
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere das Gedicht „Frühjahr“ von Georg Heym unter besonderer Berücksichtigung der Wortwahl sowie der bildlichen und syntaktischen Gestaltungsmittel.
Das Gedicht „Frühjahr“ von Georg Heym, welches 1911 im Zuge der Epoche des Expressionismus entstand, thematisiert das damalige Leid, welches in Form von Armut, Hungersnöten und Bürgerkriegen während der Industrialisierung Gestalt annahm, in Kontrast mit den vermeintlich schönen Erwartungen, die mit dem Begriff des Frühjahrs verbunden sind.
Das Gedicht besteht aus fünf Strophen, die jeweils aus vier Versen bestehen und einen fünfhebigen Trochäus als Metrum aufweisen und in einer weiblichen Kadenz enden. Es gibt kein Reimschema, aber trotzdem beherrscht ein strenger und klangvoller Rhytmus das Gedicht.
Inhaltlich gesehen geht es in der ersten Strophe um eine gewisse Bedrohung, die auf die Welt zukommt. Die Natur fürchtet sich vor dem Kommenden und die Welt scheint leer und dunkel. Der Parallelismus „Die Winde bringen […]. Die Wege zittern […]. Die Wolken rollen […].“ (V. 1-4) drücken die Eintönigkeit der Welt aus und lässt den Leser die unaufhaltsame näherrückende Bedrohung spüren. Die Wolken rollen wie Wagenräder - schnell und unaufhaltsam. Auch die Metapher „schwarze[r] Abend“ (V. 1) trägt zur dunklen Stimmung bei. Die Farbe schwarz weckt hier negative Erwartungen und der der schwarze Abend kann eine Vorausdeutung auf ein Gewitter oder gar Sturm sein. Selbst die Natur gibt die Stimmung wider: „die kalten Bäume“ (V. 2) sind noch kahl und kalt vom Winter, teilweise auch tot und abgestorben und es ist fragwürdig ob, Leben und Wärme jemals wieder zu ihnen zurückkehren. Die ganze Umgebung zittert vor der Bedrohung, wird also personifiziert und macht deshalb die Gefahr, die für Mensch und Natur droht noch deutlicher.
Die zweite Strophe beschreibt einen Sämann, der auf dem Feld Samen streut. Trostlos wird erklärt, dass trotz der mühsamen Arbeit die Ernte im Sommer keinen Ertrag bringen wird. Die Natur wird sich also später dem Sturm beugen müssen. Klimaktisch steigert sich der in der ersten Strophe aufkommende Wind zu einem Sturm, der jedoch noch weit entfernt scheint. Das fehlende Leben aus Strohe eins wird thematisch durch die Personifikation „tote[…] Sommer“ (V. 8) wieder aufgegriffen. Sie zeigt, dass der Sommer viel zu heiß ist, alles vertrocknet oder abgestorben ist und wegen der Hitze auch keine Menschen draußen sind. Durch den toten Sommer geht den Sämännern die Ernte verloren und sie müssen im Winter hungern.
Anschließend weitet sich der Blick von den Feldern zu den Wäldern, die vom Gewitter zerstört werden. Bäume brechen, werden entwurzelt und vom Sturm weggeweht. Hier wird der Rhythmus der ersten Strophe über den Parallelismus wieder aufgegriffen: „Die Wälder aber […]. Die Vögel aber […]“ (V. 9, 17) zeigen, dass der Sturm mit seiner zerstörerisch Gewalt unaufhörlich voran schreitet. Hier entsteht ein Gegensatz zur zweiten Strophe - nicht nur was frisch gesät wurde wird zerstört, sondern auch das, was schon jahrelang existiert und eigentlich tief verwurzelt ist. Dies zeigt wiederum die Macht des Sturms. Die Macht spiegelt sich auch in der Beschreibung der Bäume wieder („[…] Die quellenlosen, in der langen Schwäche […].“ (V. 11) „[…] steigt das Blut in ihren Ästen.“ (V. 12)). Die Metaphern betonen, dass den Bäumen die Basis des Lebens fehlt, nämlich eine Quelle, die Wasser spendet. Die lange Dauer, in welcher den Bäumen keine Kraft zugeführt wird, kann als Winter verstanden werden, von dem die Bäume geschwächt sind und welche deshalb der Gewalt des Sturmes nicht widerstehen können. Es ist eine Folge des Mangels, wobei die Verbindung zum Menschen wieder über das Wort „Blut“ sehr deutlich wird.
Der Monat März wird in Strophe vier beschrieben. Die Erde ist von Regenfällen bedeckt und verschwindet unter einem Schleier aus Dunkelheit. Auch hier wird die Vermenschlichung wieder deutlich - der März ist demnach traurig und die Erde ist stumm (vgl. V. 13/14). Hierzu gibt es verschiedene Interpretationsansätze. Für Menschen kann hier der März traurig sein, weil die Ernte zerstört ist. Allerdings kann die Personifikation auch darauf hinweisen, dass der Himmel „weint“ und es die ganze Zeit regnet. Durch den andauernden Regen halten sich weder Tiere noch Menschen im Freien auf, weshalb die Erde wiederum stumm ist. Mit dem Frühjahr verbindet man eigentlich Vogelgezwitscher, aber selbst die Vögel bleiben im Regen stumm. Die überall herrschende Dunkelheit wird hier in dem Paradoxon „Voll Licht und Dunkel […].“ (V. 14) beschrieben. Das Licht und Dunkel bilden einen krassen Gegensatz und zeigen aber gleichzeitig, dass es ohne Licht keine Dunkelheit geben kann und andersrum ebenso. Es kontrastiert nochmals die mit dem Titel verbundenen Erwartungen mit der tatsächlichen Realität.
Abschließend wird die zukünftige Natur skizziert. Das Leben wird nicht mehr zurückkommen, Totenstille wird das Land überdecken. Der wiederholte Parallelismus „Die Vögel aber […]“ (V. 17) bildet einen Rahmen um das Gedicht. Die Hoffnung scheint zerstört und die Zukunft trostlos, da die Vögel nicht mehr zurückkehren werden. Der Chiasmus „Leer wird das Schilf und seine Ufer bleiben, / Und große Kähne in der Sommerstille / In grüner Hügel toten Schatten treiben.“ (V. 18-20) unterbricht den natürlichen Rhythmus des Gedichts. Diese Unterbrechung stellt einen Blick in die Zukunft dar. Die Antithese, die die grüne Umgebung in Kontrast zu den toten Schatten stellt zeigt, wie die Zukunft hätte aussehen können und wie auch der Frühling und der Sommer tatsächlich aussehen. Grün steht hier für die eigentliche Hoffnung, die allerdings direkt durch den Tod negativiert wird.
Mit dem Titel „Frühjahr“ verbindet man eigentlich das Aufblühen der Natur, Fröhlichkeit und Lebenslust. Das Gedicht widerlegt jedoch diese Erwartungen, indem es die negativen Seiten des Frühjahrs darstellt, denn es beschreibt Tod, Leere, Einsamkeit und Hunger. Der vom Expressionismus erwartete Weltuntergang tritt jedoch nicht ein, sondern deutet vermutlich nur voraus.
Die Wortwahl bestätigt diese Auffassung des Gedichts. Heym verwendet viele Adjektive, die aber fast alle negativ konnotiert sind (schwarz, zittern, spärlich, toten, traurig, verhangen). Positiv sind nur die Worte „Licht“ und „grün“. Es herrscht also ein großes Ungleichgewicht zwischen positiven und negativen Wörtern. Dies verleiht dem Gedicht eine düstere Stimmung und schafft im Kopf des Lesers Hoffnungslosigkeit. Das Gedicht ist sehr traurig, melancholisch und trist, obwohl das Frühjahr eigentlich die Zeit der Liebe, des aufblühenden Lebens, bunt und fröhlich sein sollte.
Insgesamt thematisiert das Gedicht das damalige Leid in Kontrast mit den Erwartungen, die man normalerweise an ein Gedicht mit dem Titel „Frühjahr“ hat. Es zeigt außerdem, dass der Frühling nicht nur schöne Seiten hat, sondern den Menschen durch Stürme das Leben auch schwer machen kann. Beim Lesen möchte man dem Gedicht intial keinen Glauben schenken, dabei weiß man ja eigentlich aus Erfahrung, dass das Frühjahr ein Wechsel zwischen schönen und schlechten Tagen ist. Man mag auch über die Tatsache erschrecken, wie abhängig die Menschen von den Gewalten der Natur sind. Das Gedicht kann auch als Vorausdeutung für den 1. Weltkrieg und dessen Konsequenzen gesehen werden.
#gedichtanalyse
Aufgabe 2

Gedichtvergleich

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Georg Heym: Frühjahr
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Der Literaturwissenschaftler Kurt Mautz formulierte im Jahr 1961: In der traditionellen Jahreszeit-Lyrik sei „der Frühling als die Zeit des sich erneuernden organischen Lebens eine Zeit der Verheißung“ gewesen, die den Menschen auf eine Wendung zum Besseren hoffen lasse. Setze dieses Zitat in Beziehung zu deiner Analyse und Deutung des Heym-Gedichts und berücksichtige dabei dessen literaturgeschichtlichen Kontext.
Das Gedicht „Frühjahr“ von Georg Heym, welches 1911 im Zuge der Zeit des Expressionismus entstand, thematisiert das damalige Leid, welches in Form von Armut, Hungersnöten und Bürgerkriegen während der Industrialisierung Gestalt annahm, in Kontrast mit den vermeintlich schönen Erwartungen, die mit dem Begriff des Frühjahrs verbunden sind.
Heym kontrastiert in seinem Gedicht die Erwartungen, welche man mit dem Begriff des Frühjahrs verbindet und seine eigenen Eindrücke und negativen Seiten, die der Frühling haben kann. Er nutzt diesen Kontrast für viele syntaktische und bildliche Mittel wie Personifikationen, Metaphern, Parallelismen oder Antithesen. Dies bewirkt, dass die Natur bedrohlicher wirkt und schafft ein Bild der Hoffnungslosigkeit und des Weltuntergangs; seine Beschreibungen wirken hierbei anschaulich und real. Das Gedicht besitzt kein Reimschema, dafür aber einen gleichmäßigen, drängenden Rhythmus, welcher das Gedicht unterstütz, indem es dem Leser das Gefühl vermittelt, dass der Weltuntergang unaufhaltsam näher rückt. Der Autor nutzt viele Adjektive, welche die Beschreibungen jedoch nicht blumiger und schöner wirken lassen, sondern welche die unterliegende Geschichte ins Negative rückt. Es herrscht ein Ungleichgewicht zwischen positiven und negativen Wörtern, was die düstere Stimmung unterstreicht und das Gedicht sehr melancholisch wirken lässt. Der Frühling ist also nicht voll Leichtigkeit und Leben, sondern voller Trost- und Hoffnungslosigkeit.
Das Gedicht entstand 1911 im Zuge des Expressionismus, der von 1910 bis 1920 seine Blütezeit erfuhr. Diese literarische Epoche galt als Strömung, die sich gegen den Naturalismus stellte. Vor allem die Themen Krieg, Großstadt, Zerfall, Angst, Ich-Verlust und Weltuntergang standen während dieser Zeit im literarischen Fokus, aber auch Aspekte des Wahnsinns, der Liebe, des Rausches und der Natur sind in expressionistischen Texten zu finden. Besonderes Augenmerk galt hier auch der Ästhetik des Hässlichen, oftmals sind Wahnsinnige, Kranke oder Hässliche der Gegenstand der Darstellungen des Expressionismus. Weitere Gedichte von Heym handeln auch von Krieg und Verwüstung wie beispielsweise „Der Krieg I“, „Der Krieg II“ und „Umbra Vitae“. In vielen Gedichten findet man eine gewisse Kriegssehnsucht - der Krieg sollte alte bürgerliche Strukturen umwerfen; diese Einstellung wandelte sich jedoch in großen Teilen nach dem 1. Weltkrieg. In seinem Gedicht „Frühjahr“ behandelt Heym sowohl Natur, als auch Zerfall, Angst und den Weltuntergang.
Der Literaturwissenschaftler Kurt Mautz bezeichnet den Frühling als die Zeit des sich neu organischen Lebens und als eine Zeit der Verheißung. Der Frühling ist für ihn also eine schöne Zeit, in der alles bunt ist und aus dem langen Winterschlaf erwacht. Der Frühling weckt außerdem die Vorfreude auf den Sommer und ist eine Zeit, in der neues Leben entsteht und wächst. Heym hingegen beschreibt die negativen Seiten des Frühlings und wie Gewalten wie der Wind und der Sturm die Ernte zerstören und den Menschen die Hoffnung nehmen. Das Gedicht weckt zwar auch ein Gefühl der Verheißung, allerdings ist es eher eine Verheißung auf den Weltuntergang. Neues Leben wird hier zerstört und kann nicht wachsen. Mautz' Aussage ist positiv konnotiert und entspricht den Erwartungen, die der Leser an Gedichte über das Frühjahr hat. Heyms Gedicht widerlegt jedoch diese Erwartungen und stellt den Frühling durch seine Wortwahl negativ dar.
Heyms Gedicht lässt sich eindeutig der Epoche des Expressionismus zuordnen, es gehört eher zu den kriegsverherrlichenden Gedichten und weniger zur Jahreszeiten-Lyrik. Der Leser erwartet jedoch ein röhliches Gedicht, so wie es auch Mautz beschreibt. Diese Erwartungen werden von Heym mit seiner Realität kontrastiert. Auch wird die Ästhetik des Hässlichen deutlich, das Frühjahr wird sehr negativ dargestellt; das nicht vorhandene Reimschema und der Rhythmus unterstützen diese Hässlichkeit, ebenso wie die vielen negativen Adjektive. Mit dem Frühjahr verbinde ich Szenarien, wie Mautz sie beschreibt - trotzdem gibt es natürlich auch stürmische Frühlingstage, die aber nie wie ein Weltuntergang wirken.
#gedicht#expressionismus#vergleichen#naturlyrik
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