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Aufgabe 1

Aufgaben
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Friedrich Schiller: Kabale und Liebe

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Hermann August Korff (1882-1963): Geist der Goethezeit.
Friedrich Schiller (1759-1805): Kabale und Liebe
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere den vorliegenden Auszug aus dem Text von Hermann August Korff, indem Du deinen Blick auf Schillers „Kabale und Liebe“ als politisches Drama darstellst und die Argumentationsstruktur sowie die sprachliche Gestaltung des Textes untersuchst.
(39 Punkte)
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Lektürehilfe zu Kabale und Liebe
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#analysieren#argumentationsstruktur#schiller#kabaleundliebe
2.
„Die Strenge einer dogmatischen Moral wird hier zur eigentlichen Quelle auch der politischen Knechtschaft“ (Korff, Z. 40f.). Prüfe abwägend Korffs These im Hinblick auf Luises Situation und beziehe abschließend Stellung zu ihrer Plausibilität.
(33 Punkte)
#these#schiller#kabaleundliebe

Hermann August Korff: Geist der Goethezeit (Auszug)

 
Der dumpfe Donner der bevorstehenden Revolution1 grollt schon vernehmlich durch das
ganze Stück. Und doch ist auch „Kabale und Liebe“ ein politisches Drama nur in indirekter
Weise. […] Wenn es für die Freiheit der Gattenwahl kämpft, so stößt es damit als Gegner
zwar auf den auch politisch fundierten Standesunterschied, aber vor allen Dingen doch auf
5
den väterlichen Egoismus des fürstlichen Günstlings, dem die eigenwillige Brautwahl seines
Sohnes das Konzept verdirbt. Auch ist der Herzog 2[…] weder am Stücke überhaupt noch an
der Teufelei seines Präsidenten insbesondere unmittelbar beteiligt. Er bleibt als die von keiner
Partei wirklich angerufene, aber freilich überall drohende letzte Instanz äußerlich im Hinter-
grunde. Und doch ist dieses Drama wie kaum ein anderes ein Dolchstoß in das Herz des Abso-
10
lutismus. Das bewirken schon die grellen Lichter, die auf das verbrecherische Treiben dieser
fürstlichen Gewaltherrschaft fallen: der Schrei der 7000 nach Amerika verkauften Landes-
kinder, mit denen der Fürst den Brillantschmuck zur Hochzeit seiner Mätresse bezahlt; das
Elend der Unterdrückten, wie es uns in den Schilderungen der Lady entgegentritt; und nicht
zuletzt das Gericht, das die sich lossagende Favoritin schließlich selbst an dem Fürsten voll-
15
zieht, wenn sie schreibt: „Ich verabscheue Gunstbezeugungen, die von den Tränen der Unter-
tanen triefen; schenken Sie die Liebe, die ich ihnen nicht mehr erwidern kann, Ihrem weinen-
den Lande und lernen von einer britischen Fürstin Erbarmen gegen Ihr deutsches Volk!“3 Aber
das bewirken vor allen Dingen die Vorgänge des Dramas selbst. Durch sie wird der Fürst zwar
nicht unmittelbar, aber um so tödlicher mittelbar in dem Geschmeiß4 getroffen, das geil5 seinen
20
Thron umwuchert. […] [D]ieses System heißt Gewaltherrschaft. Es heißt: völlige Rechtlosig-
keit der Untertanen gegenüber den Inhabern der politischen Gewalt, ihre empörende Abhän-
gigkeit von der willkürlichen Gnade oder Ungnade eines Tyrannen, den sie noch dazu ver-
urteilt sind, ihren Landesvater zu nennen. Aber noch mehr – und das erst setzt dem Ganzen
die Krone auf: es ist die noch viel schlimmere Abhängigkeit von allen denjenigen, die durch
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ihre Stellung und geschickte Behandlung den Herrscher ihrerseits beherrschen und zu ihren
persönlichen Zwecken zu mißbrauchen imstande sind. Es ist die Höflings-, Günstlings- und
Mätressenwirtschaft, in deren moralischem Sumpfe der Absolutismus hier gerichtet versinkt.
Daran ändert auch nichts die Figur der „edlen Mätresse“, die „die Glückseligkeit des Landes
zur Bedingung ihrer Liebe“ gemacht, sich „zwischen Lamm und Tiger“ gestellt und das Land
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von der „nimmersatten Hyäne, der Wollust der Großen“6, zu retten versucht hat. Denn auf
eine Gestalt wie diese, deren tatsächlicher Einfluß im übrigen auch im Stücke völlig problema-
tisch bleibt, kommen zehn Präsidenten, Hofmarschälle und Sekretäre, wie sie das Drama in
karikaturenhafter Größe vor uns aufrichtet.
Und doch haben die Vorgänge dieser Tragödie noch einen tieferen Sinn […]. Wenn es
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wahr ist, daß jedes Volk die Regierung hat, die es verdient, so ist es nicht minder wahr, daß
jedes Volk soviel Freiheit hat, als es – innerlich besitzt. […] Und darauf beruht die eigentüm-
liche Macht der Tyrannen: auf dem Vorteil, den ihre moralische Skrupellosigkeit gegenüber
denen verleiht, die sich auch da nicht von moralischen oder religiösen Vorstellungen lösen
können, wo solche in Wahrheit kein Zeichen sittlicher Stärke, sondern sittlicher Schwäche,
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Mythen jener empfindsamen Epoche, die oft als „Zeitalter des Briefes“ bezeichnet wird. Die
freie Selbstaussprache im Medium des Briefes gehört zu den großen Errungenschaften des
18. Jahrhunderts, wovon umfangreiche und ergreifende Korrespondenzen, gerade auch von
Briefschreiberinnen, Zeugnis geben. […]
  Anders als ein offizielles Schreiben verlangt ein eigenhändiger, persönlicher Brief die ver-
45
nämlich ein Zeichen letzter innerer Unfreiheit sind. Die Strenge einer dogmatischen Moral
wird hier zur eigentlichen Quelle auch der politischen Knechtschaft. […] Was Luise und
Ferdinand zugrunde richtet, das ist in letzter Instanz die religiöse und soziale Unfreiheit des
kleinbürgerlichen Mädchens, das […] im höchsten Augenblicke der Liebe und der Gefahr,
als der Geliebte Stand, Stellung und alles für sie zu opfern bereit ist, um vereint mit ihr fern
45
von der Stätte der Kabale ein neues Leben zu beginnen, kleinmütig „einem Bündnis entsagt,
das die Fugen der Bürgerwelt auseinandertreibt und die allgemeine ewige Ordnung zugrunde
stürzen würde“, und die sich mit „ihren frechen, törichten Wünschen“ für eine „Verbrecherin“
hält.7

1 Mit „Revolution“ ist die „Französische Revolution“ gemeint.
2 Mit „Herzog“ ist der Fürst gemeint.
3 Vgl. „Kabale und Liebe“ IV, 9: aus dem Brief der Lady Milford an den Fürsten.
4 Geschmeiß: Ungeziefer, Gesindel, Pack
5 geil: hier im Sinne von üppig, gierig
6 Die Zitate (mit Ausnahme des Ausdrucks der „edlen Mätresse“) finden sich in „Kabale und Liebe“ II, 3 und IV, 9.
7 Vgl. „Kabale und Liebe“ III, 4 – Luise an Ferdinand.


Aus: Hermann August Korff: Geist der Goethezeit. Versuch einer ideellen Entwicklung der
klassisch-romantischen Literaturgeschichte. Teil 1: Sturm und Drang.
8., unveränderte Auflage. Leipzig: Koehler & Amelang 1966
(zuerst Leipzig 1923), S. 205 – 207.
#sekundärtext
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Thema:
Hermann August Korff (1882-1963): Geist der Goethezeit.
Friedrich Schiller (1759-1805): Kabale und Liebe
Erste Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Analysiere den vorliegenden Auszug aus dem Text von Hermann August Korff, indem Du deinen Blick auf Schillers „Kabale und Liebe“ als politisches Drama darstellst und die Argumentationsstruktur sowie die sprachliche Gestaltung des Textes untersuchst.
Deine Aufgabe ist es, den Text von Herrmann August Korff zu erfassen. Folgende Leitgedanken kannst du aus der Aufgabenstellung entnehmen und als Grundstruktur deines Textes nehmen:
  • Einleitung
  • Hauptteil:
    • Struktur des Textes
    • Darstellung des politischen Dramas in Teil 1 und 2
    • Argumantationsverlauf im Text
    • sprachliche und stilistische Gestaltung
  • Schluss
Achte dabei darauf, wichtige Textstellen als direkte oder indirekte Zitate einzubauen. Dadurch kannst du deine Überlegungen gut untermalen. Außerdem solltest du gerade bei der Argumentatsionsstruktur Fachbegriffe wie Argument, These und Gegenthese verwenden. Und auch bei den Überlegungen zur sprachlichen Gestaltung sind Fachbegriffe wie Metapher, Wiederholung, Alliteration … gefragt.
Zweite Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ „Die Strenge einer dogmatischen Moral wird hier zur eigentlichen Quelle auch der politischen Knechtschaft“ (Korff, Z. 40f.). Prüfe abwägend Korffs These im Hinblick auf Luises Situation und beziehe abschließend Stellung zu ihrer Plausibilität.
Der zweite Aufgabenteil bezieht sich auf einen direkten Literaturbezug. Du sollst die Ergebnisse aus der ersten Teilaufgabe nutzen, um sie auf Luises Situation zu beziehen. Achte darauf, dass du sinnvoll vorgehst. Am besten ist es, wenn du zunächst unabhängig von Korffs Text die Situation Luises darstellst. Dann solltest du die These von Korff anhand von Textstellen und eindeutigen Situationen bestärken und im dritten Teil eventuelle Kritikpunkte an seiner Ausführung nennen.
Nach dieser Erörtung solltest du eine begründete Stellungname erstellen. Inwieweit stimmst du der These Korffs nach deiner Betrachtung zu. Abgeschlossen wird dein Text mit einem sinnvollen Fazit.

Achte darauf, dass beide Aufgaben in einem, zwar formal getrennten aber inhaltlich zusammenhängenden Text verfasst werden sollen. In der zweiten Teilaufgabe verfasst du also keinen Einleitungsteil, sondern eine Überleitung, die eine sinnvolle Verbindung zum ersten Aufgabenteil herstellt.
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Friedrich Schiller: Kabale und Liebe

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Hermann August Korff (1882-1963): Geist der Goethezeit.
Friedrich Schiller (1759-1805): Kabale und Liebe
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere den vorliegenden Auszug aus dem Text von Hermann August Korff, indem Du deinen Blick auf Schillers „Kabale und Liebe“ als politisches Drama darstellst und die Argumentationsstruktur sowie die sprachliche Gestaltung des Textes untersuchst.
Tipp
Deine Aufgabe ist es, den Text von Herrmann August Korff zu erfassen. Folgende Leitgedanken kannst du aus der Aufgabenstellung entnehmen und als Grundstruktur deines Textes nehmen:
  • Einleitung
  • Hauptteil:
    • Struktur des Textes
    • Darstellung des politischen Dramas in Teil 1 und 2
    • Argumantationsverlauf im Text
    • sprachliche und stilistische Gestaltung
  • Schluss
Achte dabei darauf, wichtige Textstellen als direkte oder indirekte Zitate einzubauen. Dadurch kannst du deine Überlegungen gut untermalen. Außerdem solltest du gerade bei der Argumentatsionsstruktur Fachbegriffe wie Argument, These und Gegenthese verwenden. Und auch bei den Überlegungen zur sprachlichen Gestaltung sind Fachbegriffe wie Metapher, Wiederholung, Alliteration … gefragt.
Tipp
Deine Aufgabe ist es, den Text von Herrmann August Korff zu erfassen. Folgende Leitgedanken kannst du aus der Aufgabenstellung entnehmen und als Grundstruktur deines Textes nehmen:
  • Einleitung
  • Hauptteil:
    • Struktur des Textes
    • Darstellung des politischen Dramas in Teil 1 und 2
    • Argumantationsverlauf im Text
    • sprachliche und stilistische Gestaltung
  • Schluss
Achte dabei darauf, wichtige Textstellen als direkte oder indirekte Zitate einzubauen. Dadurch kannst du deine Überlegungen gut untermalen. Außerdem solltest du gerade bei der Argumentatsionsstruktur Fachbegriffe wie Argument, These und Gegenthese verwenden. Und auch bei den Überlegungen zur sprachlichen Gestaltung sind Fachbegriffe wie Metapher, Wiederholung, Alliteration … gefragt.
Der Textauszug „Geist der Goethezeit“ von Hermann August Korff stellt eine wissenschaftliche Publikation zu „Kabale und Liebe“ von Friedrich Schiller dar. Der Sachtext wurde erstmals 1923 im Kontext des Versuchs einer ideellen Entwicklung der klassisch-romantischen Literaturgeschichte im Sturm und Drang publiziert und 1966 in der vorliegenden Fassung veröffentlicht.
Einleitung
Der Text lässt sich in zwei große Sinnabschnitte unterteilen. Zunächst wird die Bezeichnung des politischen Dramas auf „Kabale und Liebe“ angewandt. Das Unpolitische wird dargestellt und mehrere kritische Aspekte gegenüber des Absolutismus´ vertieft. Ab Zeile 34 wird der Zusammenhang zwischen Politik und Moral vertieft und die Rolle der Luise rückt in den Mittelpunkt.
Hauptteil
Struktur des Textes
Der Grundgedanke im ersten Textabschnitt ist, dass „auch ‚Kabale und Liebe‘ ein politisches Drama nur in indirekter Weise“ ist (Z. 2-3). Der Präsident handelt nach egoistischen Beweggründen und nutzt dazu seinen „politisch fundierten Standesunterschied“ (Z. 4) nur aus. Er handelt also nur indirekt politisch und vordergründig aus eigenem Interesse. Der Fürst, im Text als Herzog bezeichet, bleibt als „überall drohende letzte Instanz äußerlich im Hintergrund“ (Z. 8) Er ist an den Handlungen des Präsidenten wenn nur indirekt beteiligt und wird politisch nicht aktiv.
Teil 1
Thesen zum indirekten politischen Drama
Die Kritik am Absolutismus ist in dem Drama an mehreren Stellen zu finden, es ist „wie kaum ein anderes ein Dolchstoß in das Herz des Absolutismus“ (Z. 9-10). Viele Bezüge zu politischen Umständen der Zeit, beispielsweise Soldatenhandel, Steuereintreibung und ein Ausschweifendes Leben am Hof, fließen immer wieder in den Handlungsverlauf mit ein. Die Gewaltherrschaft ist immer spürbar durch Mätressenwirtschaft, den Umgang mit Mitarbeitern am Hof und die Abhängigkeit von Günstlingen gegenüber den Monarchen. Lady Milford ist sicherlich das auffälligste Beispiel für „das Elend der Unterdrückten“ (Z. 13). Sie steht exemplarisch für die völlige Rechtlosigkeit der Untertanen gegenüber den Inhabern der politischen Gewalt (Z. 21). Doch ist diesse Macht der Tyrannen nur Vordergründig. Durch die erzwungene Zuneigung der Untertanen und die Darstellung dessen im Drama wird die Einschränkung der Macht des Herrschenden deutlich. Die machtvollen Intrigen am Hof machen jegliche Verurteilung des Absolutismus durch die Lady aufgrund ihrer „ermpörende[n] Abhängigkeit von der willkürlichen Gnade oder Ungnade eines Tyrannen“ (Z. 22) hinfällig.
Kritik am Absolutismus
Doch hinter dieser primären Bedeutungsebene gibt es „einen tieferen Sinn“ (Z. 34). Inwieweit ein Volk sich seine eigene Freiheit bewusst macht und diese nutzt, entscheidet über die Herrschaftsform. Die Absolutisten haben deshalb den politischen Vorteil gegenüber dem Volk, weil ihre Moral niedrig ist.
Teil 2
Herrschaft vs. Freiheit
„[D]ie eigentümliche Macht der Tyrannen [beruht] auf dem Vorteil, den ihre moralische Skrupellosigkeit“ (Z. 37) mit sich bringt. Gegenübergestellt ist ihnen das Volk, das sich selbst dann an moralische Leitlinien hält, wenn diese „kein Zeichen sittlicher Stärke, sondern sittlicher Schwäche“ (Z. 39) sind. Die unmoralische Politik nutzt die Schwäche des Volkes, entstehend durch ihre moralische Standhaftigkeit, aus.
Politik vs. Moral
Diese strenge Einhaltung von moralischen Grenzen macht die Bevölkerung unfrei, so auch Luise. Sie ist innerlich unfrei, an moralische Zwänge der Gesellschaft und ihrer Familie gefesselt und darum unfähig, sich aufzulehnen. Luise ist bereit, sich selbst zu opfern, um letztendlich die Willkür der Herrscher zu stärken.
Luises Situation
Der Text wendet sich also nach der Darstellung der äußeren politischen Strukturen den Folgen eben dieser für die handelnden Figuren zu. Zunächst wird die These aufgestllt, „Kabale und Liebe“ sei nur in indirekter Weise ein politisches Drama. Unterstützt wird das durch die Darstellung des Fürsten und des Herzogs, die ihre politissche Funktion zu privaten Zwecken aber nicht im politischen Interesse nutzen. Als Gegenthese bringt der Autor die verschiedenen Kritikpunkte gegen den Absolutismus vor, die im Drama verankert sind. Die Herrschaft funktioniert über Gewalt und diese ist möglich durch die Abhängigkeit der Untertanen von ihren Tyrannen. Die höfischen Intrigen sind ebenfalls Teil der Gewaltenherrschaft. Aus dieser These und der entsprechenden Gegenthese entsteht die abschließende These: Das Stück hat einen tieferen Sinn. Dieser liegt darin, dass die bürgerliche Moral letztendlich das unmoralische Herrschaftssystem begünstigt, da beispielsweise Luise durch ihre Moralbesessenheit unfrei handelt und kein Auflehnen gegen den Monarchen in Angriff nimmt.
Argumentationsverlauf
Sprachlich wird der Inhalt von dem Autor besonders ausdrucksstark vermittelt. Gleich zu Beginn verwendet er eine Alliteration „[d]er dumpfe Donner […] grollt“ (z. 1) um die nahende Revolution in Frankreich möglichst ausdrucksstarkt sowohl metaphorisch als auch akustisch darzustellen. Die Begriffe Herrschaft und Tyrannei werden häufig verwendet und wirken wertend auf den Leser. Die eigentlichen Fakten werden emotional aufgeladen formuliert. Besonders deutlich wird das durch metaphorische Sprache und Vergleiche im Bezug auf die Machthaber. Die Teufelei eines Präsidenten (vgl. Z. 7) und der bildlich zu verstehende Dolchstoß in das Herz des Absolutismus´ (vgl. Z. 9) sind hier nur zwei Beispiele. Die faktische Gewalt der Absolutisten wird hier sprachlich verstärkt. Die Kritik an dieser Gewalt wird von Zeile elf bis 15 sehr deutlich hervorgehoben, indem längere Aufzählungen die Masse an antiabsolutistischen Handlungen im Drama belegen. Außerdem fällt auf, dass der Autor häufig Zitate der Gegenspielerin des Hofes, Lady Milford, einbaut. Diese direkte Rede belegt ihre kritische Position und wirkt überzeugend. Gleiches gilt für die Zitate von Luise, auch sie dienen dazu, die Theorien mit wörtlichen Zitaten zu belegen.
sprachliche und stilistische Gestaltung
Die absolutistische Herrschafts ist nur auf den ersten Blick stabil. Letztendlich beruht sie auf dem unmoralischen Verhalten der Monarchen, dem unfreien und moralverhafteten Verhalten der Untertanen und der Gewaltenherrschaft. Alles verdeutlicht durch sprachlich gut gestaltete Ausführungen, die die Meinung des Autors bekräftigen. Dargestellt wird das politische Ausmaß durch private Einzelschicksale, wie das von Ferdinand und Luise, die hier nur exemplarisch das Zusammenspiel von Moral und Politik, Herrschaft und Freiheit verdeutlichen. Die Argumentation Korffs ist nachvollziehbar, wobei These und Gegenthese im ersten Teil sich nicht konkret entgegenstehen, sondern teilweise ergänzen.
Schluss
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
2.
„Die Strenge einer dogmatischen Moral wird hier zur eigentlichen Quelle auch der politischen Knechtschaft“ (Korff, Z. 40f.). Prüfe abwägend Korffs These im Hinblick auf Luises Situation und beziehe abschließend Stellung zu ihrer Plausibilität.
Tipp
Der zweite Aufgabenteil bezieht sich auf einen direkten Literaturbezug. Du sollst die Ergebnisse aus der ersten Teilaufgabe nutzen, um sie auf Luises Situation zu beziehen. Achte darauf, dass du sinnvoll vorgehst. Am besten ist es, wenn du zunächst unabhängig von Korffs Text die Situation Luises darstellst. Dann solltest du die These von Korff anhand von Textstellen und eindeutigen Situationen bestärken und im dritten Teil eventuelle Kritikpunkte an seiner Ausführung nennen.
Nach dieser Erörtung solltest du eine begründete Stellungname erstellen. Inwieweit stimmst du der These Korffs nach deiner Betrachtung zu. Abgeschlossen wird dein Text mit einem sinnvollen Fazit.

Achte darauf, dass beide Aufgaben in einem, zwar formal getrennten aber inhaltlich zusammenhängenden Text verfasst werden sollen. In der zweiten Teilaufgabe verfasst du also keinen Einleitungsteil, sondern eine Überleitung, die eine sinnvolle Verbindung zum ersten Aufgabenteil herstellt.
Tipp
Der zweite Aufgabenteil bezieht sich auf einen direkten Literaturbezug. Du sollst die Ergebnisse aus der ersten Teilaufgabe nutzen, um sie auf Luises Situation zu beziehen. Achte darauf, dass du sinnvoll vorgehst. Am besten ist es, wenn du zunächst unabhängig von Korffs Text die Situation Luises darstellst. Dann solltest du die These von Korff anhand von Textstellen und eindeutigen Situationen bestärken und im dritten Teil eventuelle Kritikpunkte an seiner Ausführung nennen.
Nach dieser Erörtung solltest du eine begründete Stellungname erstellen. Inwieweit stimmst du der These Korffs nach deiner Betrachtung zu. Abgeschlossen wird dein Text mit einem sinnvollen Fazit.

Achte darauf, dass beide Aufgaben in einem, zwar formal getrennten aber inhaltlich zusammenhängenden Text verfasst werden sollen. In der zweiten Teilaufgabe verfasst du also keinen Einleitungsteil, sondern eine Überleitung, die eine sinnvolle Verbindung zum ersten Aufgabenteil herstellt.
Die abschließende These Korffs, die bürgerliche Moral sorge für die Stabilisierung des Machtsystems wird an dem Verhältnis von Luise und Ferdinand, oder noch expliziter an Luises Verhalten deutlich. „Die Strenge einer dogmatischen Moral wird hier zur eigentlichen Quelle auch der politischen Knechtschaft“ (Korff, Z. 40f.). Diese These in Bezug auf Luises Situation wird im Folgenden erörtert und bewertet.
Überleitung
Luises Situation im Drama ist abhängig von ihrem Familienstand und ihrer Liebesbeziehung. Sie ist eine Bürgerstochter und ist aus einfachen Verhältnissen an die Moralvorstellungen ihres Vaters bzw. ihres Elternhauses gebunden. Demnach hat sie ein hohes Gefühl von Verantwortung und Verpflichtung ihren Eltern gegenüber. Ins Wanken gerät dieses Vertrauen durch ihre Liebesbeziehung zum adeligen Ferdinand. Die Beziehung ist von Beginn an konfliktbehaftet und den höfischen Intrigen ausgesetzt. Schließlich endet das Dilemma in einer ausweglosen und tragischen Situation, mit dem Tod Luises und Ferdinands.
Hauptteil
Luises Situation
Korffs These auf diese Situation zu beziehen zeigt, dass die Aussage in manchen Aspekten bekräftigt aber auch in einigen Teilen hinterfragt werden muss. Eindeutig ist zunächst, dass Luise sich so stark an ihre moralischen Vorgaben hält, dass für sie eine Überwindung der Standesunterschiede zwischen ihr und Ferdinand nicht in Frage kommt. Die Liebe zu Ferdinand auf der einen und die Akzeptanz dieser Liebe auf der anderen Seite stellen sie vor einen Konflikt (vgl. I, 5).
Sie sieht ihre Liebesbeziehung, über die Ständegrenze hinweg, als Verstoß gegen ein gottgewolltes Gebot und damit als starkes Verbrechen an (vgl. III, 4). Schlussendlich geht diese strikte Durchführung von moralischen Maximen dadurch hervor, dass ihr Vater moralisch richtiges Verhalten einfordert. Die Erwartungen des Vaters sind für Luise entscheidend und beeinflussen ihr Handeln enorm (vgl. V. 1). Schlussendlich ist sie nicht in der Lage den Eid, der schließlich zu dem Missverständnis bzw. zum Bruch zwischen ihr und Ferdinand kommt, zu brechen. Die Liebe kann ihre moralische Verpflichtung nicht außer Kraft setzen. Das Misstrauen bei Ferdinand wird dadurch drastisch verstärkt und führt letztendlich zur Katastrophe (vgl. V, 2).
Luise macht sich durch dieses Verhalten zum Spielball der Tyrannen und ist nicht in der Lage das Verpflichtungsgefühl ihres Vaters gegenüber und die moralischen Prinzipien außer Kraft zu setzen, um ihre Konfliktsituation aufzulösen. Durch ihr untätiges und unfreies Verhalten sorgt sie letztendlich dafür, das Willkürsystem des Präsidenten und des Fürsten weiter zu stärken.
Pro These
Allerdings ist das Verhalten Luises nicht so eindeutig und absolut, wie es zunächst wirkt. Dass sie grundsätzlich die Liebe und die Beziehung zu Ferdinand zulässt zeigt, dass die moralische Grenze nicht vollständig stabil ist. Sie ist sich über die Probleme und die eingeschränkten Spielräume dieser Beziehung bewusst.
Ein wichtiges Gesrpäch ist das zwischen Luise und Lady Milford. Hier tritt sie als selbstbewusste Tochter aus bürgerlichem Hause auf. Die Unterwürfigkeit und Verhaftung in moralische Schranken gegenüber des Adels entfallen. Die erniedrigende Vorstellung bei Lady Milford eine Stellung anzunehmen, führt dazu, dass sie das Angebot selbstbewusst ablehnt. Dadurch bewahrt sie sich ein Stück weit die innere Freiheit (vgl. V. 1).
Außerdem besteht für Luise die Möglichkeit, sich das Leben zu nehmen. Bei dieser Variante würde sie sich zwar nicht aktiv gegen den Absolutismus auflehnen, dennoch nicht völlig in die Unterwürfigkeit verfallen. Sie zieht also in Erwägung, die Situation der Unfreiheit durch den Selbstmord zu lösen. Dadurch könnte sie ihren eigenen Willen behaupten (vgl. V. 1).
Kontra These
Die bürgerliche Tugend ist, wie Korff behauptet, in sofern systemstabilisierend, dass die Monarchen, die selbst unmoralisch handeln, das Pflichtbewusstsein der Bürger ausnutzen. Am Ende ist also die Moral der Bürger nicht alleine Schuld, sie bietet nur die Grundlage für die Machtübernahme durch die Unmoralischen. Luise beispielsweise ist nicht zwangsläufig aus sich selbst heraus systemtreu, sondern viel mehr aus Verpflichtung ihrer Familie gegenüber. Sie hat erste Ideen eines bürgerlichen Selbstbewusstseins und kann dieses auch beispielsweise Lady Milford gegenüber vertreten, allerdings nicht ganzheitlich leben.
Stellungnahme
In der Aufklärung werden kritisches Fragen und Denken zur Tugend. Der Mensch hinterfragt alte Strukturen und die Untertänigkeit wird angezweifelt. Genau das passiert hier. Zwar hat Korff mit seinen Thesen nicht Unrecht. Absolutismus wird kritisiert. Am Ende siegt allerdings noch die Monarchie über die Freiheit der Untertanen. Allerdings sind erste selbstbewusste Denkweisen vorhanden und Luise sucht nach Auswegen aus ihrem Dilemma. Eine Umbruchsituation, die auch durch die Thesen Korffs deutlich wird und in die Zeit der Aufklärung passt. Hier gibt es einen Unterschied zwischen öffentlicher und privater Vernunft nach Kant, wonach das Handeln noch an Zielen ausgerichtet ist, die gesellschaftlich akzeptiert sind. Luise ist in diesem Sinne vernünftig und aufgeklärt genug, um zu verstehen, dass ihre private Handlungsfreiheit der öffentlichen unterzuordnen ist. Aufgeklärt ist die Gesellschaft nur dann, wenn private und gesellschaftliche Vernunft koexistieren können, daran scheitert die Dramenhandlung.
Schluss
#argument#these#beleg
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