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Aufgabe 3

Aufgaben
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Kafka: Der Prozeß

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Franz Kafka (1883 - 1924): Der Prozeß.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere, ausgehend von einer knappen Darstellung des bisherigen Handlungsgangs, den folgenden Textauszug aus Kafkas Roman „Der Prozeß“. Berücksichtige dabei die Gesprächsstruktur, K.s Situation sowie die erzählerischen und sprachlichen Gestaltungsmittel. Untersuche, wie der zentrale Aspekt der möglichen Schuld Josef K.s in dieser Textstelle thematisiert wird.
(42 Punkte)
#analysieren#derprozeß#kafka
2.
Setze dich mit der Frage auseinander, ob bzw. inwiefern Josef K. schuldig ist. Stelle dabei vor dem Hintergrund des Gesamtromans Aspekte dar, die sowohl dafür als auch dagegen sprechen könnten. Begründe anschließend deine eigene Position. Berücksichtige bei deiner Ausführungen einen dir bekannten Deutungsansatz.
(30 Punkte)
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Lektürehilfe zu Der Proceß
#darstellen#begründen

Franz Kafka: Der Prozeß (Textauszug aus dem Kapitel Advokat – Fabrikant – Maler)

 
Die Arbeit des Malers zog K. mehr an, als er wollte; schließlich aber machte er sich doch
Vorwürfe, daß er so lange schon hier war und im Grunde noch nichts für seine eigene Sache
unternommen hatte. „Wie heißt dieser Richter?“ fragte er plötzlich. „Das darf ich nicht sagen“,
antwortete der Maler, er war tief zum Bild hinabgebeugt und vernachlässigte deutlich seinen
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Gast, den er doch zuerst so rücksichtsvoll empfangen hatte. K. hielt das für eine Laune und
ärgerte sich darüber, weil er dadurch Zeit verlor. „Sie sind wohl ein Vertrauensmann des
Gerichtes?“ fragte er. Sofort legte der Maler die Stifte beiseite, richtete sich auf, rieb die Hände
aneinander und sah K. lächelnd an. „Nur immer gleich mit der Wahrheit heraus“, sagte er,
„Sie wollen etwas über das Gericht erfahren, wie es ja auch in Ihrem Empfehlungsschreiben
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steht, und haben zunächst über meine Bilder gesprochen, um mich zu gewinnen. Aber ich
nehme das nicht übel, Sie konnten ja nicht wissen, daß das bei mir unangebracht ist. Oh, bitte!“
sagte er scharf abwehrend, als K. etwas einwenden wollte. Und fuhr dann fort: „Im übrigen
haben Sie mit Ihrer Bemerkung vollständig recht, ich bin ein Vertrauensmann des Gerichtes.“
Er machte eine Pause, als wolle er K. Zeit lassen, sich mit dieser Tatsache abzufinden. Man
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hörte jetzt wieder hinter der Tür die Mädchen. Sie drängten sich wahrscheinlich um das Schlüs-
selloch, vielleicht konnte man auch durch die Ritzen ins Zimmer hineinsehen. K. unterließ es,
sich irgendwie zu entschuldigen, denn er wollte den Maler nicht ablenken, wohl aber wollte
er nicht, daß der Maler sich allzusehr überhebe und sich auf diese Weise gewissermaßen uner-
reichbar mache, er fragte deshalb: „Ist das eine öffentlich anerkannte Stellung?“ „Nein“, sagte
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der Maler kurz, als sei ihm dadurch die weitere Rede verschlagen. K. wollte ihn aber nicht
verstummen lassen und sagte: „Nun, oft sind derartige nichtanerkannte Stellungen einfluß-
reicher als die anerkannten.“ „Das ist eben bei mir der Fall“, sagte der Maler und nickte mit
zusammengezogener Stirn. „Ich sprach gestern mit dem Fabrikanten über Ihren Fall, er fragte
mich, ob ich Ihnen nicht helfen wollte, ich antwortete: ‚Der Mann kann ja einmal zu mir kom-
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men‘, und nun freue ich mich, Sie so bald hier zu sehen. Die Sache scheint Ihnen ja sehr
nahezugehen, worüber ich mich natürlich gar nicht wundere. Wollen Sie vielleicht zunächst
Ihren Rock ablegen?“ Obwohl K. beabsichtigte, nur ganz kurze Zeit hierzubleiben, war ihm
diese Aufforderung des Malers doch sehr willkommen. Die Luft im Zimmer war ihm allmäh-
lich drückend geworden, öfters hatte er schon verwundert auf einen kleinen, zweifellos nicht
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geheizten Eisenofen in der Ecke hingesehen, die Schwüle im Zimmer war unerklärlich. Wäh-
rend er den Winterrock ablegte und auch noch den Rock aufknöpfte, sagte der Maler, sich ent-
schuldigend: „Ich muß Wärme haben. Es ist hier doch sehr behaglich, nicht? Das Zimmer ist
in dieser Hinsicht sehr gut gelegen.“ K. sagte nichts dazu, aber es war eigentlich nicht die
Wärme, die ihm Unbehagen machte, es war vielmehr die dumpfe, das Atmen fast behindernde
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Luft, das Zimmer war wohl schon lange nicht gelüftet. Diese Unannehmlichkeit wurde für
K. dadurch verstärkt, daß ihn der Maler bat, sich auf das Bett zu setzen, während er selbst sich
auf den einzigen Stuhl des Zimmers vor der Staffelei niedersetzte. Außerdem schien es der
Maler mißzuverstehen, warum K. nur am Bettrand blieb, er bat vielmehr, K. möchte es sich
bequem machen und ging, da K. zögerte, selbst hin und drängte ihn tief in die Betten und Pols-
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ter hinein. Dann kehrte er wieder zu seinem Sessel zurück und stellte endlich die erste sachli-
che Frage, die K. alles andere vergessen ließ. „Sie sind unschuldig?“ fragte er. „Ja“, sagte K.
Die Beantwortung dieser Frage machte ihm geradezu Freude, besonders da sie gegenüber
einem Privatmann, also ohne jede Verantwortung erfolgte. Noch niemand hatte ihn so offen
gefragt. Um diese Freude auszukosten, fügte er noch hinzu: „Ich bin vollständig unschuldig.“
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„So“, sagte der Maler, senkte den Kopf und schien nachzudenken. Plötzlich hob er wieder
den Kopf und sagte: „Wenn Sie unschuldig sind, dann ist ja die Sache sehr einfach.“ K.s Blick
trübte sich, dieser angebliche Vertrauensmann des Gerichtes redete wie ein unwissendes Kind.
„Meine Unschuld vereinfacht die Sache nicht“, sagte K. Er mußte trotz allem lächeln und
schüttelte langsam den Kopf. „Es kommt auf viele Feinheiten an, in denen sich das Gericht
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verliert. Zum Schluß aber zieht es von irgendwoher, wo ursprünglich gar nichts gewesen ist,
eine große Schuld hervor.“ „Ja, ja gewiß“, sagte der Maler, als störe K. unnötigerweise sei-
nen Gedankengang. „Sie sind aber doch unschuldig?“ „Nun ja“, sagte K. „Das ist die Haupt-
sache“ sagte der Maler. Er war durch Gegengründe nicht zu beeinflussen, nur war es trotz
seiner Entschiedenheit nicht klar, ob er aus Überzeugung oder nur aus Gleichgültigkeit so
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redete. K. wollte das zunächst feststellen und sagte deshalb: „Sie kennen ja gewiß das Gericht
viel besser als ich, ich weiß nicht viel mehr, als was ich darüber, allerdings von ganz ver-
schiedenen Leuten, gehört habe. Darin stimmten aber alle überein, daß leichtsinnige Anklagen
nicht erhoben werden und daß das Gericht, wenn es einmal anklagt, fest von der Schuld des
Angeklagten überzeugt ist und von dieser Überzeugung nur schwer abgebracht werden kann.“
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„Schwer?“ fragte der Maler und warf eine Hand in die Höhe. „Niemals ist das Gericht davon
abzubringen. Wenn ich hier alle Richter nebeneinander auf eine Leinwand male und Sie wer-
den sich vor dieser Leinwand verteidigen, so werden Sie mehr Erfolg haben als vor dem wirk-
lichen Gericht.“ „Ja“, sagte K. für sich und vergaß, daß er den Maler nur hatte ausforschen wollen.
Aus: Franz Kafka: Der Prozeß.
Frankfurt/Main: Suhrkamp 2000, S. 159 – 162.
#romanauszug#kafka#derprozeß
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Tipps
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Thema:
Franz Kafka (1883 - 1924): Der Prozeß.
Erste Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Analysiere, ausgehend von einer knappen Darstellung des bisherigen Handlungsgangs, den folgenden Textauszug aus Kafkas Roman „Der Prozeß“. Berücksichtige dabei die Gesprächsstruktur, K.s Situation sowie die erzählerischen und sprachlichen Gestaltungsmittel. Untersuche, wie der zentrale Aspekt der möglichen Schuld Josef K.s in dieser Textstelle thematisiert wird.
Deine Aufgabe besteht darin, den vorliegenden Textauszug zu analysieren. Die Aufgabe ist so gestellt, dass du die Gliederungspunkte bereits aus der Aufgabenstellung entnehmen kannst. Danach solltest du den Text ausführlich lesen und die einzelnen Punkte der Gliederung mit Inhalt füllen. Durch die genaue Betrachtung der Aufgabenstellung ergibt sich eine Gliederung, die so oder so ähnlich aussieht:
  • Einleitung
  • Hauptteil
    • Kontextualisierung in den Romanverlauf
    • Analyse der Gesprächssituation
    • Darstellung von K.s Situation
    • Darstellung von K.s Schuld im Textausschnitt
    • erzählerische Darstellung
    • sprachliche Darstellung
  • Schluss
Zweite Teilaufgabe:
$\blacktriangleright\;$ Setze dich mit der Frage auseinander, ob bzw. inwiefern Josef K. schuldig ist. Stelle dabei vor dem Hintergrund des Gesamtromans Aspekte dar, die sowohl dafür als auch dagegen sprechen könnten. Begründe anschließend deine eigene Position. Berücksichtige bei deiner Ausführungen einen dir bekannten Deutungsansatz.
In der zweiten Teilaufgabe, die du strukturell an die erste anbinden solltest, ist dein Wissen über den gesamten Roman gefragt. Du sollst die Aspekte zu K.s Schuld und zu seiner Unschuld darstellen. Dabei ist es wichtig, dass du Hintergrundwissen aus dem Unterricht und auch Wissen aus dem gesamten Roman vernetzt, zusammenfasst und mit einem roten Faden darstellst. Anschließend sollst du eine Stellungnahme schreiben, die du durch einen bestimmten Deutungsansatz ermittelst. Hierbei ist wichtig, dass es keine Vollständigkeit geben kann. Such dir eine bestimmte Sichtweise aus und bewerte die Schuldfrage aus diesem Blickwinkel heraus.
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Kafka: Der Prozeß

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Franz Kafka (1883 - 1924): Der Prozeß.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
1.
Analysiere, ausgehend von einer knappen Darstellung des bisherigen Handlungsgangs, den folgenden Textauszug aus Kafkas Roman „Der Prozeß“. Berücksichtige dabei die Gesprächsstruktur, K.s Situation sowie die erzählerischen und sprachlichen Gestaltungsmittel. Untersuche, wie der zentrale Aspekt der möglichen Schuld Josef K.s in dieser Textstelle thematisiert wird.
Tipp
Deine Aufgabe besteht darin, den vorliegenden Textauszug zu analysieren. Die Aufgabe ist so gestellt, dass du die Gliederungspunkte bereits aus der Aufgabenstellung entnehmen kannst. Danach solltest du den Text ausführlich lesen und die einzelnen Punkte der Gliederung mit Inhalt füllen. Durch die genaue Betrachtung der Aufgabenstellung ergibt sich eine Gliederung, die so oder so ähnlich aussieht:
  • Einleitung
  • Hauptteil
    • Kontextualisierung in den Romanverlauf
    • Analyse der Gesprächssituation
    • Darstellung von K.s Situation
    • Darstellung von K.s Schuld im Textausschnitt
    • erzählerische Darstellung
    • sprachliche Darstellung
  • Schluss
Tipp
Deine Aufgabe besteht darin, den vorliegenden Textauszug zu analysieren. Die Aufgabe ist so gestellt, dass du die Gliederungspunkte bereits aus der Aufgabenstellung entnehmen kannst. Danach solltest du den Text ausführlich lesen und die einzelnen Punkte der Gliederung mit Inhalt füllen. Durch die genaue Betrachtung der Aufgabenstellung ergibt sich eine Gliederung, die so oder so ähnlich aussieht:
  • Einleitung
  • Hauptteil
    • Kontextualisierung in den Romanverlauf
    • Analyse der Gesprächssituation
    • Darstellung von K.s Situation
    • Darstellung von K.s Schuld im Textausschnitt
    • erzählerische Darstellung
    • sprachliche Darstellung
  • Schluss
Der vorliegende Textauszug stammt aus Franz Kafkas Roman „Der Prozeß“, welcher nach seinem Tod von Max Brod veröffentlicht wurde. Der Textauszug ist aus dem Kapitel „Advokat - Fabrikant - Maler“ und schildert K.s Gespräch mit dem Gerichtsmaler Titorelli.
Einleitung
In dem Gespräch ist K. bemüht, aus dem Gerichtsmaler Informationen über seinen Prozess heraus zu bekommen. Er versichert dem Maler seine Unschuld, dieser allerdings sagt ihm, dass das nicht helfen wird. K. hätte keine realistische Chance auf einen Freispruch.
Hauptteil
Ausgangssituation für die Geschehnisse beim Maler Titorelli ist die Verhaftung K.s an seinem dreißigsten Geburtstag. Zwar soll der Prozess sein normales Leben nicht beeinflussen, doch ist K. immer mehr gedanklich und auch körperlich beeinflusst und nicht mehr fähig zu arbeiten. Der Fabrikant empfiehlt ihm schließlich, den Gerichtsmaler in seinem Atelier auf dem Dachboden eines Hauses zu besuchen. Hier soll er sich über das Gericht und die Abläufe informieren. Außerdem hat er die Hoffnung, der Maler könne seinen Einfluss geltend machen und ihm helfen.
Kontextualisierung
Zunächst fällt auf, dass sich die Gesprächsanteile der beiden Figuren im Verlauf des Textauszuges ändern. Zunächst nimmt der Maler eine dominante, superiore Gesprächsposition ein, während es um seine Verhältnisse zum Gericht und den Verantwortlichen geht. Gegen Ende hat K. mehr Gesprächsanteile als er seine Situation und seine bisherigen Erfahrungen darstellt.
Auf die Frage K.s „Sie sind wohl ein Vertrauensmann des Gerichtes?“ (Z. 6-7) reagiert der Maler gereizt. Zuvor hatte K. ihm schließlich sein Interesse an der Kunst vorgetäuscht. Titorelli entlarvt diese Gesprächstaktik und weist K.s Herangehensweise entschieden zurück (vgl. Z. 8-12). „Aber [er nimmt] das nicht übel“ (Z. 11) so zumindest seine ironisch zu verstehende Antwort. Außerdem signalisiert der Maler, er könne K.s Situation nachvollziehen. Gleichzeitig stellt er unmissverständlich klar, er sei ein Vertrauensmann des Gerichts (vgl. Z. 13).
Im Anschluss folgt eine längere Phase ohne direkte Rede. Allerdings findet nonverbale Kommunikation statt. Der Maler platziert K. in seinem Atelier an einem von ihm gewählten Ort und gibt unmissverständlich zu verstehen, dass K. von ihm abhängig ist.
Im Anschluss geht es um K.s Schuld. Auf die Frage des Malers, ob er schuldig sei (vgl. Z. 41) gibt K. einmal präzise und noch einmal verstärkt durch die Worte „Ich bin völlig unschuldig“ (Z. 44) seine Unschuld zu verstehen. Titorelli stellt daraufhin fest, dass K.s Situation dadruch „sehr einfach“ (Z. 46) sei. K. fühlt sich daraufhin missverstanden und sieht sich gezwungen, die Verfahren im Gericht zu erläutern. Es folgt ein „aber doch“ (Z. 52) von Titorelli und von K. ein „nun ja“ (Z. 52). Dem Maler scheint die Unverhandelbarkeit des Falles völlig bewusst zu sein und letztendlich sagt er dies auch. Die Tatsache, dass das Gericht niemals davon abzubringen seil, (vgl. Z. 60) zeigt, dass das vorherige Gespräch über Schuld und Unschuld letztendlich nichts an der Situation vor Gericht ändert. K. nimmt diese Information nur mit einem „Ja“ (Z. 63) zur Kenntnis.
Gesprächsstruktur
„Die Arbeit des Malers zog K. mehr an, als er wollte“ (Z. 1), er steht in einem Zwiespalt zwischen seinem Interesse, den Maler zu manipulieren und seinem aufrichtigen Interesse an seiner Arbeit. „Obwohl K. beabsichtigte, nur ganz kurze Zeit hierzubleiben, war ihm diese Aufforderung des Malers doch sehr willkommen“ (Z. 28-29). K. schwankt zwischen seiner Rolle als Privatperson, die eine Vertrauensbasis sucht und seiner Idee, den Maler zu nutzen.
K. schwankt allerdings nicht nur hinsichtlich seiner Beziehungsrolle, sondern auch in seiner Gefühlswelt. Auf der einen Seite ist er erleichtert über die Möglichkeit sich auszusprechen, denn „[n]och niemand hatte ihn so offen gefragt“ (Z. 43) und auf der anderen Seite ist er enttäuscht, wenn sich sein Blick trübt (vgl. Z. 47), weil seine Erwartungen an Titorellis klärende Funktion nicht erfüllt werden.
Diese Unsicherheit wird auch in einer nonverbalen Situation deutlich. K. ist nicht selbstbewusst und konsequent in seiner Handlung. Stattdessen wird er von dem Maler an seinen Platz auf dem Bett verwiesen. Die Wärme ist ihm unangenehem und „[d]iese Unannehmlichkeit wurde für K. dadurch verstärkt, daß ihn der Maler bat, sich auf das Bett zu setzten“ (Z. 35f.). Er dringt damit in die Privatsphäre des Malers ein, eine Situation, die es ihm noch schwerer macht, sein Anliegen durchzusetzen.
Die Unsicherheit und Orientierungslosigkeit K.s nimmt immer mehr zu, je stärker die Grenzen zwischen privatem und geschäftlichem Antrieb verschwimmen.
K.s Situation
Das wird bei der Thematik der Schuld besonders deutlich. Auf die Frage „Sie sind unschuldig?“ (Z. 41) antwortet K. zunächst mit einem überzeugten „ja“ (Z. 41), um dann seine Unschuldsbekundung nochmal zu bekräftigen, „um diese Freude auszukosten“ (Z. 44). Doch ob sein Gegenüber ihm nicht eine Schuld einreden möchte, indem er mehrmals nachfragt, bleibt offen. Dieses vermittelte Schuldgefühl könnte K. auch so empfinden, wenn er antwortet „nun ja“ (Z. 52). Dies könnte einerseits eine eindeutiges Bejahen seiner Unschuld aber auch ein Zögern darstellen, die Intonation ist hier entschiedend. Es ist also eindeutig, dass K. die Schuldproblematik nicht eindeutig darstellt, seine Unschuld zwar immer wieder beteuert, aber doch unter Schuldgefühlen zu leiden scheint. Ob er schuldig oder unschuldig ist, weiß er selbst nicht mehr genau und ist sehr verunsichert.
K.s Schuld
Diese Verunsicherung wird für den Leser dadurch greifbar, dass der personale Erzählbericht komplett aus K.s Perspektive verfasst ist. Erlebte Rede hilft dabei, Gedanken und Gefühle zu vermitteln. Die Absichten K.s werden durch diese Perspektive für den Leser sichtbar. Wenn die Beantwortung von Fragen „ihm geradezu Freude“ (Z. 42) bereitet oder wenn er sich überlegt, ob es strategisch klüger wäre, den Maler nicht abzulenken (vgl. Z. 17), dann hat der Leser einen direkten Einblick in die Gedanken und Überlegungen K.s.
Neben dieser bewusst gewählten Erzählperspektive ist auch die anschauliche Darstellung von Körpersprache, Mimik und Gestik entscheidend, um die Handlung einzuordnen. Der Maler „war tief zum Bild hinabgebeugt“ (Z. 4), „legte die Stifte beiseite“ (Z. 7) und er „nickte mit zusammengezogener Stirn“ (22-23). Dies sind nur drei Beispiele, bei denen die Mimik und Gestik dazu beiträgt, Gesprächspausen zu verlängern, Spannung aufzubauen oder dem Gesagten die entsprechende Betonung zu geben.
erzählerische Gestaltung
Diese Mimik und Gestik ist einerseits entscheidend für die erzählerische Gestaltung wird aber auch sprachlich entsprechend detailliert umgesetzt. Wenn der Einfluss der warmen, stickigen Luft über drei Sätze beschrieben wird (vgl. Z. 32-37), dann ist jede präzisierende Formulierung wichtig, um die Atmosphäre zu schaffen, in der die Handlung stattfindet.
Außerdem werden durch hypothetische Formulierungen, wie „K. hielt das für eine Laune“ (Z. 5) und „[a]ußerdem schien es […]“ (Z. 37) Gedankengänge K.s deutlich. Das Erleben der Perspektivfigur wird dadurch für den Leser deutlich und er kann mit K. gemeinsam spekulieren. Diese Unsicherheit und Spekulation wird auch deutlich, indem viele Modalpartikel in die Sätze eingebaut werden. Durch die Uneindeutigkeit in der Sprache wird auch der unklare Inhalt verdeutlicht.
sprachliche Gestaltung
Die Gesprächssitutation zwischen dem Maler und K. ist schwierig einzuordnen. Es werden keine eindeutigen Absichten oder Entscheidungen deutlich. Vielmehr ist K.s Verunsicherung und sein ständiger Wechsel zwischen ernsthaftem Anliegen und privatem Interesse am Maler ein Faktor, der die Unsicherheit inhaltlich verdeutlicht. Sprachlich wird das durch die personale Erzählsituation und die detaillierte Sprache unterstützt.
Schluss
2.
Setze dich mit der Frage auseinander, ob bzw. inwiefern Josef K. schuldig ist. Stelle dabei vor dem Hintergrund des Gesamtromans Aspekte dar, die sowohl dafür als auch dagegen sprechen könnten. Begründe anschließend deine eigene Position. Berücksichtige bei deiner Ausführungen einen dir bekannten Deutungsansatz.
Tipp
In der zweiten Teilaufgabe, die du strukturell an die erste anbinden solltest, ist dein Wissen über den gesamten Roman gefragt. Du sollst die Aspekte zu K.s Schuld und zu seiner Unschuld darstellen. Dabei ist es wichtig, dass du Hintergrundwissen aus dem Unterricht und auch Wissen aus dem gesamten Roman vernetzt, zusammenfasst und mit einem roten Faden darstellst. Anschließend sollst du eine Stellungnahme schreiben, die du durch einen bestimmten Deutungsansatz ermittelst. Hierbei ist wichtig, dass es keine Vollständigkeit geben kann. Such dir eine bestimmte Sichtweise aus und bewerte die Schuldfrage aus diesem Blickwinkel heraus.
Tipp
In der zweiten Teilaufgabe, die du strukturell an die erste anbinden solltest, ist dein Wissen über den gesamten Roman gefragt. Du sollst die Aspekte zu K.s Schuld und zu seiner Unschuld darstellen. Dabei ist es wichtig, dass du Hintergrundwissen aus dem Unterricht und auch Wissen aus dem gesamten Roman vernetzt, zusammenfasst und mit einem roten Faden darstellst. Anschließend sollst du eine Stellungnahme schreiben, die du durch einen bestimmten Deutungsansatz ermittelst. Hierbei ist wichtig, dass es keine Vollständigkeit geben kann. Such dir eine bestimmte Sichtweise aus und bewerte die Schuldfrage aus diesem Blickwinkel heraus.
Die Verunsicherung K.s wird dadurch erzeugt, dass Unschuld und Schuld nicht mehr eindeutig zu trennen sind. Außerdem wird das Gericht ihn vermutlich verurteilen, egal, ob er schuldig oder unschuldig ist.
Überleitung
Der Schuldbegriff ist im Roman mehrdeutig verwendet und die Frage nach K.s Schuld ist zu erörtern. Hierzu werden im Folgenden Argumente für K.s Unschuld und für seine Schuld dargestellt und abschließend bewertet.
Hauptteil
K.s Gerichtsprozess wird zunächst einmal von einer rechtsstaatlich fragwürdigen Institution durchgeführt. Die Anschuldigungen gegen ihn werden nicht genannt und die Strukturen hinter der Justiz sind nicht zu durchschauen. Normale Abläufe einer Gerichtsverhandlung, Festnahme, Verlesung der Anklage, Anwälte etc. sind nicht vorgesehen. Die Beschuldigung K.s durch ein solches Gericht ist demnach kritisch zu sehen.
Die Vollstreckung des Urteils wird schließlich ebenfalls durchgeführt, ohne dass die Schuld oder der Anklagepunkt bekannt ist. K. wird ermordet, ohne dass seine Schuld geklärt wird. Es gibt also keine plausible Anklage, willkürliche Maßnahmen und K. ist den Organisationen des Gerichts hilflos ausgeliefert.
Die einzige Schuld, die ihm eventuell zu Teil wird, sind menschliche Schwächen. Verfehlungen im Alltag, kurz vor seiner Hinrichtung von dem Geistlichen genannt werden. „Zu viel fremde Hilfe“ gäbe es und „besonders bei Frauen“ könne man ihm was vorwerfen.
Die Einschüchterungsversuche des Gerichts erzeugen Angst und Furcht. K. beginnt sich selbst als schuldig zu fühlen, obwohl dafür faktisch kein Anlass besteht. „Sie hetzen dich“ - eine Aussage, die immer wieder fällt und verdeutlicht, wie sehr K. die Schuld zugeschoben wird.
K.s Unschuld
K.s Schuld ist keine faktische Schuld, sondern resultiert immer aus Schuldgefühlen heraus. Allerdings muss schon zu Beginn eine Schuld vorhanden sein, sonst wäre das Gericht nicht auf ihn aufmerksam geworden, denn das Gericht wird „von Schuld angezogen“. Dennoch hat K. ein mangelndes Interesse daran, die Schuldzuweisungen gegen ihn zu durchschauen. Bei der ersten Untersuchung wird K.s mangelndes Unrechtsbewusstsein erkennbar, indem er offensiv und rhetorisch übertrieben auftritt. Dadurch, dass K. die Autorität des Gerichts nicht anerkennt, macht er sich ebenfalls schuldig gegenüber dem Gericht. Später bereut er das, indem er kurz vor der Hinrichtung seine Überheblichkeit erkennt und das als Indiz seiner möglichen Schuld zu verstehen ist.
Außerdem kann man das Gespräch mit K.s Vermieterin Frau Grubach zu Beginn als ein indirektes Schuldbekenntnis sehen. K. fordert hier seine Vermieterin auf, die Pension zu kündigen, „wenn Sie die Pension rein erhalten wolle“.
K. triffte eine moralisch-ethische Schuld gegenüber Fräulein Bürstner. Seine offene sexuelle Annäherung ist moralisch verwerflich. Außerdem ist K. dabei, seine Familie zu vernachlässigen und ist hierdurch Schuldig hinsichtlich seiner Verantwortung. K. geht keine menschlichen Beziehungen ein und sucht Nähe nur bei einer Prostituierten.
Außerdem macht sich K. schuldig, indem er die Demütigung der beiden Wächter zwar beobachtet aber nicht eingreift, obwohl er sie mit zu verantworten hat. Er bleibt, wie so häufig, passiv und bezieht keine Position. K.s Schuld liegt also in seiner Passivität, seinen Fehlern und Schwächen.
K.s Schuld
Betrachtet man nun diese beiden gegenüberstellungen von Schuld und Unschuld, dann muss zunächst der Begriff von Schuld geklärt werden. IIn dem Prozess gegen K. geht es nicht um eine faktische, rechtsstaatlich definierte Schuld. Darum gibt es auch keinen konkreten Vorwurf und keine konkrete Klärung der Schuld. Durch die personale Erzählsituation gibt es auch keine Instanz, wie bei einem auktorialen Erzähler, die Klärung liefert. Es bleibt sowohl beim Leser als auch bei K. ein Interpretationsspielraum, der verschiedene Deutungen zulässt.
K.s Schuld lässt sich also nicht in einem juristischen Sinne verstehen, sondern das Problem der Schuld ist die Grundfrage des menschlichen Daseins. K. hat wenige echte menschliche Kontakte und freundschaftliche Beziehungen. Er entfremdet sich immer mehr von seiner eigentlichen Lebenswirklichkeit. Ist von der Konkurrenz im Unternehmen gefangen und schließlich arbeitsunfähig, nachdem er sich vollständig aufgegeben hat. Moralische Schuld beispielsweise gegenüber der Frauenfiguren ist eingeutig. Seine Fehler hinsichtlich moralischer Verhaltensweisen machen ihn letztendlich schuldig.
Stellungnahme
Nach dieser Gegenüberstellung von Schuld und Unschuld K.s im Roman lässt sich festhalten, dass es sich nicht um Schuld im juristischen Sinne handelt. Vielmehr macht K. sich auf einer menschlichen, moralischen Ebene schuldig. Das Gericht ist eine Form von innerer Instanz, die sein Verhalten permanent bewertet und misst. Fehlende moralische Grundsätze werden somit hervorgerufen und K.s Schuld ist die Unkenntnis dieser Normen und Werte.
Schluss
#argument#these#beleg
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