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Wahlthema 2

Aufgaben
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Am 1. Juli findet an deiner Schule ein Projekttag „Sprachenreichtum an unserer Schule“ statt. Dafür wird ein Ordner zur Vorbereitung erstellt, der allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zur Verfügung steht. Du bist gebeten worden, für den Vorbereitungsordner einen informierenen Text zum Thema „Mehrsprachigkeit“ zu verfassen. Um deinen Text schreiben zu können, bekommst du eine Materialsammlung (M 1 - M 7).
Lies bitte zunächst die Aufgabenstellung und dann die Materialien aufmerksam durch, bevor du mit dem Schreiben beginnst.
Lies bitte zunächst die Aufgabenstellung und dann die Materialien aufmerksam durch, bevor du mit dem Schreiben beginnst.

Aufgabenstellung

Verfasse auf der Grundlage der Materialien M 1 - M 7 einen informierenden Text zum Thema „Mehrsprachigkeit“. Schreibe nicht einfach aus den Materialien ab, sondern achte auf eine eigenständige Darstellung in einem zusammenhängenden Text.
Gehe dabei so vor:
  • Formuliere für den Text eine passende Überschrift.
    1 P
  • Schreibe eine Einleitung, in der du kurz erklärst, was Mehrsprachigkeit ist.
    5 P
  • Stelle die Vorteile und die Herausforderungen dar, wenn man von Geburt an mehrsprachig aufwächst.
    13 P
  • Erläutere, wie sich die Meinungen zu „Mehrsprachigkeit ab Geburt“ geändert haben.
    12 P
  • Schlussfolgere anhand der Materialien und eigener Überlegungen, warum Mehrsprachigkeit in der Zukunft noch wichtiger wird.
    10 P
  • Notiere unterhalb des Textes die Nummern der von dir genutzten Materialien.
    1 P
#überschrift#sachtext#mehrsprachigkeit#erläutern

M 1
Definitionen

a) Mehrsprachigkeit von Geburt an
Hinsichtlich von zweisprachig aufwachsenden Kindern ist damit gemeint, dass zwei Sprachen zur gleichen Zeit erworben werden: Zweisprachig aufwachsende Kinder lernen also die Laute, Wörter und die Grammatik von mindestens zwei unterschiedlichen Sprachen gleichzeitig.
http://www.dbl-ev.de/service/eu-tag-der-logopaedie/2014/mehrsprachigkeit-was-ist-das.html; Seitenaufruf am 18.1.16
b) Mehrsprachigkeit durch Fremdsprachenunterricht
Mehrsprachigkeit, die durch das gesteuerte Unterrichten einer fremden Sprache im Klassenzimmer entsteht.
revistas.ucm.es/index.php/RFAL/article/download/36543/35377; Seitenaufruf am 18.1.16
Unterscheidungsmerkmale bei Mehrsprachigkeit

Es handelt sich um unterschiedliche Arten von Mehrsprachigkeit, je nachdem ob man mehrere Sprachen von Kind auf gleichzeitig erwirbt oder ob man sie in der Schule lernt. Und schließlich muss man noch unterscheiden, ob man die Sprachen als Kind oder als Erwachsener erwirbt.
Claudia Maria Riehl: Mehrsprachigkeit. Eine Einführung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2015, S. 11.
#definition#mehrsprachigkeit

M 2
Bas Kast: Wanderer zwischen Wortwelten

Mit mehr als einer Sprache groß werden, ist für Kinder ein Problem - so eine verbreitete Ansicht. Das widerlegen aktuelle Studien: Wer von klein auf nicht nur eine Muttersprache hat, ist im Schnitt sogar schlauer!
Zweisprachigkeit macht blöd! So lautet etwas salopp die These, von der die Psychologen Elizabeth Peal und Wallace Lambert ausgingen, als sie Anfang der 1960er Jahre untersuchten, wie sich zweisprachige Erziehung auf die Kindesentwicklung auswirkt. Die Forscher von der McGill University im kanadischen Montreal vertraten damit nichts anderes als die einstige Lehrmeinung unter Pädagogen. Seit dem 19. Jahrhundert hatten die Erziehungsexperten eindringlich vor den vermeintlichen Gefahren des Bilingualismus$^1$ gewarnt. „Wenn es für ein Kind möglich wäre, in zwei Sprachen gleichzeitig zu leben - umso schlimmer! Sein intellektuelles Wachstum wird dadruch nicht verdoppelt, sondern halbiert“, urteilte etwa der Schotte Simon Somerville Laurie (1829 - 1909), erster Professor für Theorie, Geschichte und Kunst der Erziehung an der University of Edinburgh. Die Sache schien also schon ausgemacht, ehe das kanadische Forscherduo knapp ein halbes Dutzend Montrealer Schulen betrat, um die geistige Fitness der zehnjährigen Schüler per IQ-Test auf die Probe zu stellen. Amtssprache in Montreal ist Französisch; nicht wenige Kinder jedoch hatten das „Pech“, zusätzlich mit Englisch aufzuwachsen. Sie würden nicht nur bei der Intelligenzprüfung (vor allem in deren sprachlichen Teilen) schlechter abschneiden, sondern auch in den schulischen Leistungen ihrer Klassenkameraden hinterherhinken, glaubten Peal und Lambert. Die Überraschung folgte: Keine der Hypothesen ließ sich bestätigen! Die zweisprachigen Kinder hatten im Gegenteil sogar bessere Noten als die einsprachigen, und sie waren in fast jedem IQ-Test, ob verbal oder nichtverbal, ihren Mitschülern teils weit überlegen. Bei keinem Aufgabentyp hatten einsprachige Schüler die Nase vorn.
Heute wissen wir: Ja, eine zweisprachige Erziehung hat Nebenwirkungen - allerdings sind diese in den meisten Fällen nicht bedenklich, sondern überaus wünschenswert. Die möglichen negativen Folgen sind schnell erzählt. Sie betreffen das Vokabular. Zweisprachige Kinder kennen in den einzelnen Sprachen im Schnitt etwas weniger Wörter als einsprachige. Zeigt man ihnen einen bestimmten Gegenstand, brauchen Zweisprachige außerdem einen Tick länger, um die entsprechende Bezeichnung aus den Tiefen des Wortgedächnisses hervorzuholen. Das war's! Die Furcht vor einem verzögerten Spracherwerb oder anderen geistigen Schwächen hat sich in empirischen Studien als unbegründet erwiesen. Zweisprachig aufwachsende Kleinkinder sprechen ihr erstes Wort im Alter von etwa einem Jahr, genau wie einsprachige. Auch im weiteren Entwicklungsverlauf zeigten sich keine nennenswerten Auffälligkeiten - zumindest keine negativen. Vielmehr haben zahlreiche Untersuchungen der vergangenen Jahre immer neue Pluspunkte zu Gunsten der Zweisprachigkeit offenbart. Die Vorteile reichen dabei von dem ersten Lebensmonaten bis ins hohe Alter.
$^1$ Bilingualismus: Mehrsprachigkeitsform, bei der eine Person zwei Sprachen auf muttersprachlichem Niveau beherrscht
Gehirn & Geist, 6/2013. S. 34 - 39, Spektrum Verlag, Heidelberg
#interview

M 3
Wie hoch ist der Anteil mehrsprachiger Personen in Deutschland?

Mehrsprachigkeit nimmt weltweit zu. Es wird geschätzt, dass mehr als die Hälfte aller Kinder inzwischen mit zwei oder mehr Sprachen aufwachsen. Auch in Deutschland nimmt der Anteil mehrsprachiger Personen und insbesondere mehrsprachig aufwachsender Kinder stetig zu. Eine genaue Schätzung ist problematisch, weil die Sprachlichkeit in den offiziellen Statistiken nicht direkt ausgewiesen wird. Die übliche Gleichsetzung von Mehrsprachigkeit und Migrationshintergrund ist jedoch sehr ungenau, da nicht alle Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund auch mehrsprachig aufwachsen. Und umgekehrt nicht alle mehrsprachig aufwachsenden Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund stammen. So können die geschätzten Angaben von aktuell etwa einem Drittel mehrsprachig aufwachsender Vorschulkinder (Studie aus dem Jahr 2010) nur einem ungefähren Anhaltspunkt geben.
http://www.sk.tu-dortmund.de/media/other/Mehrsprachen-Kontexte.pdf; Seitenaufruf am 11.8.2015
#studie

M 4
Veraltete Vorurteile

Es gibt noch immer viele Vorurteile gegen Mehrsprachigkeit und mehrsprachige Menschen. Aus der Forschung wissen wir, dass diese Vorurteile nicht stimmen.
$\blacktriangleright\;$ Für ein Kind ist es nicht verwirrend, zwei oder mehrere Sprachen zu hören und zu sprechen. Der Spracherwerb wird durch Mehrsprachigkeit nicht erschwert.
$\blacktriangleright\;$ Der gleichzeitige Erwerb von mehreren Sprachen führt nicht zu Problemen in der sprachlichen oder körperlichen Entwicklung.
$\blacktriangleright\;$ Mehrsprachigkeit führt nicht zu Sprachstörungen und verschlimmert nicht bereits vorhandene Störungen.
http.//www.zas.gwz-berlin.de/fileadmin/projekte/bivem/Flyer_So_geht_Mehrsprachigkeit/BIVEM-Flyerreiher-Nr.2_d_2015.pdf; Seitenaufruf am 18.1.16

M 5
Mehrsprachigkeit als Normalfall

Land/RegionSprachen
DeutschlandDeutsch
GhanaEnglisch, afrikanische Sprachen
GibraltarEnglisch (Schule und amtliche Zwecke), Spanisch, Italienisch, Portugiesisch
GrönlandGrönländisch (East Inuit), Dänisch, Englisch
http://www.welt-auf-einen-blick.de/bevoelkerung/sprachen.php; Seitenaufruf am 18.1.16

M 6
Die Bedeutung von Mehrsprachigkeit für die Gesellschaft

Mehrsprachigkeit ist gesellschaftlich wichtig:
$\blacktriangleright\;$ Sprachenvielfalt im eigenen Land erleichtert und fördert Wirtschaftsbeziehungen. Für internationale Unternehmen und Organisationen zählt zwei- und mehrsprachiges Personal als wirtschaftlicher Vorteil.
$\blacktriangleright\;$ Politisch gesehen haben Mehrsprachige eine Brückenfunktion als Vermittler zwischen verschiedenen Kulturen. Mit der Sprache lernt man auch Sichtweisen, Gespräche führen und kulturell geprägtes Verhalten. Man lernt daher auch ein Stück weit, andere Kulturen zu verstehen und damit auch eine gewisse Toleranz.
$\blacktriangleright\;$ Auch die durch Tests bewiesene höhere Kreativität mehrsprachiger Sprecher und Gruppen kann positiv für die Gesellschaft genutzt werden.
Claudia Maria Riehl: Mehrsprachigkeit. Eine Einführung. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2015. S. 18 -19.

M 7
Meinungen mehrsprachiger Jugendlicher

„Ich bin zweisprachig aufgewachsen, weil meine Mutter Deutsche ist und mein Vater Italiener. Obwohl sie auch Italienisch sprechen kann, hat meine Mutter immer Deutsch und mein Vater immer Italienisch mit mir gesprochen. Als ich noch klein war, habe ich meistens nicht auf Italienisch geantwortet, aber mein Vater hat es trotzdem mit mir gesprochen. Verstanden habe ich es auch und dann einfach auf Deutsch geantwortet - ich war einfach zu faul. In Italien selbst habe ich trotzdem keine Probleme, mich zu verständigen, und ich verstehe auch alles. Nur manchmal fehlen mir die Vokabeln für besondere Dinge - darin bin ich nicht ganz so gut wie jemand, der dort aufgewachsen ist.“
„Ich habe eine deutsche Mutter und einen ägyptischen Vater. In Ägypten, wo ich geboren und aufgewachsen bin, hat meine Mutter mit mir Deutsch geredet, mein Vater mit mir Arabisch. Untereinander haben sie Englisch gesprochen. Deshalb bin ich praktisch mit drei Sprachen aufgewachsen.
Hin und wieder habe ich schon Aussetzer. Dann fange ich einen Satz an und komme zu einem Wort, das ich gerade nur auf Englisch und nicht auf Deutsch weiß. Das ist eben ein Problem, wenn die einzelnen Sprachen nicht so ausgeprägt sind. Mit deutschen Fachbegriffen bin ich zum Beispiel nicht so gut. Da merkt man dann schon einen Unterschied. Ich habe auch versucht, Französisch zu lernen. Aber dadurch, dass ich die anderen drei Sprachen so nebenbei gelernt habe, keine Karteikarten mit Vokabeln auswendig lernen musste, fiel mir das schon schwer.“
http://www.fluter.de/de/sprachen/erfahrungen/9446; Seitenaufrug am 11.8.15
#interview
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Am 1. Juli findet an deiner Schule ein Projekttag „Sprachenreichtum an unserer Schule“ statt. Dafür wird ein Ordner zur Vorbereitung erstellt, der allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zur Verfügung steht. Du bist gebeten worden, für den Vorbereitungsordner einen informierenen Text zum Thema „Mehrsprachigkeit“ zu verfassen. Um deinen Text schreiben zu können, bekommst du eine Materialsammlung (M 1 - M 7).
Lies bitte zunächst die Aufgabenstellung und dann die Materialien aufmerksam durch, bevor du mit dem Schreiben beginnst.
Lies bitte zunächst die Aufgabenstellung und dann die Materialien aufmerksam durch, bevor du mit dem Schreiben beginnst.

Aufgabenstellung

Verfasse auf der Grundlage der Materialien M 1 - M 7 einen informierenden Text zum Thema „Mehrsprachigkeit“. Schreibe nicht einfach aus den Materialien ab, sondern achte auf eine eigenständige Darstellung in einem zusammenhängenden Text.
Gehe dabei so vor:
  • Formuliere für den Text eine passende Überschrift.
    1 P
  • Schreibe eine Einleitung, in der du kurz erklärst, was Mehrsprachigkeit ist.
    5 P
  • Stelle die Vorteile und die Herausforderungen dar, wenn man von Geburt an mehrsprachig aufwächst.
    13 P
  • Erläutere, wie sich die Meinungen zu „Mehrsprachigkeit ab Geburt“ geändert haben.
    12 P
  • Schlussfolgere anhand der Materialien und eigener Überlegungen, warum Mehrsprachigkeit in der Zukunft noch wichtiger wird.
    10 P
  • Notiere unterhalb des Textes die Nummern der von dir genutzten Materialien.
    1 P

Musterlösung

Sprache als Möglichkeit/ Ein Mensch und seine Sprachen/ Mehrsprachigkeit ist Trend/ Mehrsprachigkeit bringt weiter

Mehrsprachigkeit ist nichts Ungewöhnliches. Man unterscheidet dabei zwischen der Mehrsprachigkeit, die durch den Unterricht erzeugt wird, und der Mehrsprachigkeit, die von Geburt an entstehen kann. Wenn es sich um eine Mehrsprachigkeit durch Unterricht handelt, dann erfolgt die Mehrsprachigkeit durch eine andere Person in einer nicht-natürlichen Umgebung, z.B. in einer Schule. Dabei wird eine Sprache, zusätzlich zur bereits vorhandenen Muttersprache, erworben. Im Gegensatz dazu steht die Mehrsprachigkeit in einer natürlichen Umgebung, z.B. bei der Familie. Bei dieser Art der Mehrsprachigkeit werden zwei Sprachen zur selben Zeit erworben.

Mit mehr als einer Sprache aufgewachsen zu sein und diese von Geburt an zu beherrschen, ist von großem Vorteil. Wir leben in einer internationalen Welt und den Möglichkeiten sind kaum noch Grenzen gesetzt. Man kann reisen wohin mal will. Warum dann nicht auch mehrere Sprachen beherrschen? Schließlich ist in einer internationalen Welt das Beherrschen von Sprachen eine der Wege zum Erfolg. Gerade Menschen, die zwei- oder mehrsprachig aufgewachsen sind, haben einige Vorteile gegenüber Menschen, die Sprachen erst durch den Fremdsprachenunterricht gelernt haben. Bereits im Schulalter zeichnen sich, im Vergleich zu einsprachig aufgewachsenen Kindern, Vorteile ab. Studien belegen, dass mehrsprachig aufgewachsene Kinder im Durchschnitt eine bessere Schulleistung aufweisen. Den Studien zufolge haben mehrsprachige Kinder bessere Noten und eine schnellere Auffassungsgabe, da sich ihr IQ schneller entwickelt. Das heißt nicht, dass Kinder, die einsprachig aufwachsen „dümmer“ sind. Der Unterschied ist, dass Kinder, die von Geburt an zwei oder mehr Sprachen lernen, anders gefordert werden und lernen mit zwei Sprachen zurechtzukommen. So wächst der Intellekt zu einer früheren Phase. Neu gelernte Begriffe müssen bei mehrsprachigen Kindern auch anders abgespeichert werden. Allerdings weisen sie im Vergleich zu einsprachig aufwachsenden Kindern teilweise einen geringeren Wortschatz in der jeweiligen Sprache auf. Aber das ist kein schwerwiegendes Problem, sondern viel mehr eine Herausforderung. Denn den mehrsprachigen Kindern wurde die zusätzliche Sprache nicht einfach nur „geschenkt“ oder in die Wiege gelegt. Auch sie müssen an ihrer Sprache und ihrem Wortschatz stetig arbeiten. Auch belegten die Studien, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder über eine höhere Kreativität verfügen. Auch das ist ein Vorteil. Nicht nur im Schulwesen, sondern auch im späteren Berufsleben. Neben Kreativität suchen Unternehmen immer mehr Angestellte, die mehrere Sprachen beherrschen. In der Regel sind gerade mehrsprachig aufgewachsene Menschen bestens für solche internationale Unternehmen geeignet. Denn sie brauchen Angestellte, die mit unterschiedlichen Kulturen kommunizieren und zwischen ihnen vermitteln können. Gerade mehrsprachige Menschen gelten als Kulturexperten und -vermittler. Sie sind damit aufgewachsenen zwischen der „fremden“ Kultur ihres Elternhauses und der des Landes, in dem sie aufwachsen und leben, Brücken zu schlagen. Sie wachsen mit wichtigem kulturellen Wissen auf und lernen von klein auf, dass es Unterschiede geben kann und wie man Jemanden aus der anderen Kultur, die eigene erklären kann. Auch das ist eine Fähigkeit, die in vielen Bereichen Vorteile bringen kann.

Lange Zeit ging der allgemeine Trend allerdings in folgende Richtung: Mehrsprachigkeit wurde nicht gefördert, sondern verhindert. Kinder, die mehrsprachig aufwuchsen, galten als „dumm“ und die mehrsprachigkeit wäre für die Entwicklung der Kinder problematisch. Dabei ist mittlerweile klar, dass beispielsweise Kleinkinder, die mehrsprachig aufwachsen, ähnlich schnell erste Worte sprechen, wie Kleinkinder, die einsprachig aufwachsen. Man dachte auch, Kinder wären verwirrt, wenn sie mit mehreren Sprachen aufwachsen würden, dabei macht dieser Umstand keinen Unterschied. Kinder sind schließlich wie Schwämme und lernen unbewusst die verschiedenen Sprachen zu unterscheiden. Mittlerweise weiß man auch, dass Mehrsprachigkeit nicht die Ausdrucksweise verschlimmert oder stört. Genau das Gegenteil ist der Fall.

Mehrsprachigkeit wird immer wichtiger und sollte in keinem Fall unterdrückt werden. Jede Sprache hat ihren Wert und keine ist unwichtiger oder wichtiger als eine andere. Zwar gibt es auch was Fremdsprachenunterricht anbelangt Trends, aber diese decken Schulen schon genug ab. Unternehmen brauchen nicht nur Angestellte, die Englisch oder Spanisch sprechen. Unternehmen sehen jede Sprache, die ein Mitarbeiter mitbringt, als wirtschaftlichen Vorteil. Man weiß nie, was die Zukunft bringt, sicher ist, dass das aufwachsen mit mehreren Sprachen der Entwicklung eines Kindes gut tut und einen Gewinn darstellt. Gerade wenn es um die Wirtschaft geht, kann man sich nicht darauf verlassen, ob Altbekanntes und Gewohntes etwas ist, was man selber befolgen sollte. Vielleicht ist es gerade gut, wenn man mit einer Sprache aufgewachsen ist, die nicht als eine „Wirtschaftssprache“ gilt. Die Welt verändert sich von Tag zu Tag. Und gerade da ist auch die Fähigkeit von mehrsprachigen Menschen, zwischen Kulturen vermitteln zu können, von Bedeutung. Mehrsprachige haben eine andere Sicht auf die Welt. Sie lernen durch die „Brille“ der anderen Sprache eine andere Sichtweise kennen. Das macht sie flexibel und tolerant, beides Eigenschaften, die immer mehr benötigt werden, wenn die Grenzen zwischen den verschiedenen Ländern immer weiter verschwinden und die verschiedensten Kulturen aufeinander treffen.
Verwendete Materialien: M 1, M 2, M 4, M 6.
#stellungnahme#argument
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