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Aufgabe 1

Aufgaben
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Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Ludwig Scharf (1864 - 1939): Der Mensch  (1904).
Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990): Die Physiker  (Uraufführung 1962).
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere das Gedicht „Der Mensch“ von Ludwig Scharf.
#interpretieren#gedicht

Ludwig Scharf: Der Mensch

$\,$
All!
Göttliches All,
Darin ich steh,
Der göttliche Mensch!
5
Himmelher kam ich,
Himmelhin geh ich,
Ewigkeitsdurstig,
Erden-nie-satt.
Ob ich wohl gleich
10
Tief in ihr wurzle,
Pflanz und Getier
Brüder mir nenne:
Himmelher kam ich,
Himmelhin geh ich:
15
Denn meine Erde
Ist mitten im Himmel!
Seht, da liegt sie
Die wälderbedeckte,
tälerdurchfurchte,
20
Meerarmumschlungene
Fruchtbare Erde -
Seht, da liegt sie
Mitten im Himmel,
Mitten im glanzvoll
25
Glückzitternden All!
Auf ihr aber steh ich,
Schauend und glücklich,
Und mein Bruder,
Den erdwärts gebückten
30
Ärmeren Bruder,
Das Tier, nicht verachtend,
Nein, mit mir es reißend
Hinein in den Himmel -
Ich,
35
Der göttliche Mensch.
Aus: Ludwig Scharf: Gesammelte Lyrik und Prosa.
Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer
Rezension von Eduard von Keyserling.
Hrsg. von Walter Hettche. Bielefeld: Aisthesis Verlag 2011,
S. 137 f.
#gedicht

Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker

$\,$
MÖBIUS1 :
Ein Psalm Salomos, den Weltraumfahrern zu singen.
Wir hauten ins Weltall ab.
Zu den Wüsten des Monds. Versanken in ihrem Staub.
Lautlos verreckten
5
Manche schon da. Doch die meisten verkochten
In den Bleidämpfen des Merkurs, lösten sich auf
In den Ölpfützen der Venus, und
Sogar auf dem Mars fraß uns die Sonne,
Donnernd, radioaktiv und gelb.
[…]
10
Jupiter stank,
Ein pfeilschnell rotierender Methanbrei,
Hing er so mächtig über uns,
Daß wir Ganymed vollkotzten.
[…]
Saturn bedachten wir mit Flüchen.
15
Was dann weiter kam, nicht der Rede wert:
Uranus, Neptun
Graugrünlich erfroren,
Über Pluto und Transpluto fielen die letzten
Unanständigen Witze.
[…]
20
Hatten wir doch längst die Sonne mit Sirius verwechselt,
Sirius mit Kanopus,
Abgetrieben, trieben wir die Tiefen hinauf
Einigen weißen Sternen zu,
Die wir gleichwohl nie erreichten,
[…]
25
Längst schon Mumien in unseren Schiffen
Verkrustet von Unrat:
[…]
In den Fratzen kein Erinnern mehr
An die atmende Erde.
[…]
Aus: Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker.
Copyright © 1986 Diogenes Verlag AG Zürich

1 Dieser Text ist der vollständige Monolog Möbius'. Die Auslassungen beziehen sich auf Unterbrechungen durch andere Figuren, die aber für die Lösung der Aufgabe nicht relevant sind.
#dürrenmatt#dramenauszug#diephysiker
  • Vergleiche es mit dem Textauszug aus Friedrich Dürrenmatts Komödie „Die Physiker“ unter dem Aspekt der Gestaltung des Verhältnisses zwischen Mensch und Welt.
#vergleichen#diephysiker#dürrenmatt
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Thema:
Ludwig Scharf (1864 - 1939): Der Mensch
Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990): Die Physiker
Aufgabenstellung:
$\blacktriangleright\;$ Interpretiere Ludwig Scharfs Gedicht „Der Mensch“.
Deine Aufgabe ist es zunächst, das Gedicht von Scharf zu interpretieren. Hierfür solltest du zunächst die entsprechende Vorarbeit leisten, das Gedicht gut lesen und am Text arbeiten. Anschließend macht es Sinn, deinen Text zu gliedern. Beachte dabei auch den zweiten Aufgabenteil. Hier sollst du die Gestaltung des Verhältnisses zwischen Mensch und Welt mit dem Textauszug aus Dürrenmatts Komödie vergleichen. Beide Aufgabenteile sollen von dir in einem zusammenhängenden Text gelöst werden.
  • Einleitung
  • Hauptteil 1
    • Thema des Gedichts
    • Formanalyse
    • thematische oder chronologische Interpretation
    • Deutung
$\blacktriangleright\;$ Vergleiche es mit dem Textauszug aus Friedrich Dürrenmatts Komödie „Die Physiker“ unter dem Aspekt der Gestaltung des Verhältnisses zwischen Mensch und Welt.
  • Überleitung
  • Hauptteil 2 (deutlich kürzer als Teil 1)
    • Thema des Textauszugs
    • Rolle des Möbius
    • thematische oder chronologische Interpretation
  • Vergleich
    • Gemeinsamkeiten
    • Unterschiede
  • Schluss
    • Fazit
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Lösungen
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Interpretation literarischer Texte

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Ludwig Scharf (1864 - 1939): Der Mensch  (1904)
Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990): Die Physiker  (Uraufführung 1962)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
Interpretiere das Gedicht „Der Mensch“ von Ludwig Scharf.
Tipp
Deine Aufgabe ist es zunächst, das Gedicht von Scharf zu interpretieren. Hierfür solltest du zunächst die entsprechende Vorarbeit leisten, das Gedicht gut lesen und am Text arbeiten. Anschließend macht es Sinn, deinen Text zu gliedern. Beachte dabei auch den zweiten Aufgabenteil. Hier sollst du die Gestaltung des Verhältnisses zwischen Mensch und Welt mit dem Textauszug aus Dürrenmatts Komödie vergleichen. Beide Aufgabenteile sollen von dir in einem zusammenhängenden Text gelöst werden.
  • Einleitung
  • Hauptteil 1
    • Thema des Gedichts
    • Formanalyse
    • thematische oder chronologische Interpretation
    • Deutung
Tipp
Deine Aufgabe ist es zunächst, das Gedicht von Scharf zu interpretieren. Hierfür solltest du zunächst die entsprechende Vorarbeit leisten, das Gedicht gut lesen und am Text arbeiten. Anschließend macht es Sinn, deinen Text zu gliedern. Beachte dabei auch den zweiten Aufgabenteil. Hier sollst du die Gestaltung des Verhältnisses zwischen Mensch und Welt mit dem Textauszug aus Dürrenmatts Komödie vergleichen. Beide Aufgabenteile sollen von dir in einem zusammenhängenden Text gelöst werden.
  • Einleitung
  • Hauptteil 1
    • Thema des Gedichts
    • Formanalyse
    • thematische oder chronologische Interpretation
    • Deutung
Das Gedicht „Der Mensch“, geschrieben von Ludwig Scharf, stellt eines der wichtigsten lyrischen Werke des Naturalismus´ dar. Im Gedicht wird die tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit dem All beschrieben und die besondere, fast schon gottgleiche Stellung des Menschen hervorgehoben.
Gedicht
Einleitung
Das lyrische Ich beschreibt in dem Gedicht sein Verhältnis zur Welt und steht stellvertretend für alle Menschen. Es entwirft das Bild eines allwissenden, allsehenden und sogar göttergleichen Menschen und fordert den Leser auf, dessen Einzigartigkeit zu erkennen.
Hauptteil
Thema des Gedichts
Dargestellt wird dieses Bild durch eine einzige Strophe, die ohne Reimform und Metrum strukturiert ist. Durch lange und ineinander verschachtelte Sätze stellt der Autor die Gedanken des lyrischen Ichs dar und leitet den Leser anhand dieses Gedankengangs durch das Gedicht. Der Zeilenstil (vgl. z.B. V. 1-8 ) wechselt unregelmäßig mit Enjambements (vgl. z.B. V. 9-11 ), sodass kurze, prägnante Aussagen und freudige Gespanntheit ineinander greifen. Zusätzlich nutzt Ludwig Scharf kursiv geschriebene Wörter, um diese hervorzuheben, wie beispielsweise in Vers 32: „Nein, mit mir es reißend“.
Formanalyse
  • Titel
  • Strophenstruktur
  • Versstruktur
  • Reim / Metrum
Gleich zu Beginn des Gedichts rückt der Mensch ins Zentrum der Betrachtung des Lesers durch den elliptischen Ausruf „All!“ (V. 1) und der Correctio „Göttliches All“ (V. 2). Er wird als „göttliche[r] Mensch“ (V. 4) bezeichnet und somit in seiner Bedeutung mit dem All gleichgesetzt. Die Wörter „Himmelher“ (V. 5) und „Himmelhin“ (V. 6) sind Neologismen, welche den Weg des Menschen am Anfang und am Ende seines Lebens beschreiben: Er kommt aus dem göttlichen Himmel, beziehungsweise All und kehrt nach seinem Tod dorthin zurück. Durch ihre Stellung am Versanfang und ihre Wiederholung in Vers 13 und 14 kommt diesen Wortneuschöpfungen eine besondere Bedeutung zu, die hervorgehoben wird.
Interpretation
Der göttliche Mensch und das All

Das lyrische Ich spricht als Stellvertreter aller anderen Menschen. Es beschreibt die Menschheit als „Ewigkeitsdurstig“ (V. 7) und „Erden-nie-satt“ (V. 8), womit es einerseits das Streben nach ewigem Leben und anderersets die Zufriedenheit im Diesseits betont.
Ein Konzessivsatz verweist in den Versen 9 bis 12 auf die Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der Erde. Die Bezeichnung von Pflanzen und Tieren als „Brüder“ (V. 11f.) soll die Verwandtschaft zwischen allen Lebewesen auf der Erde verdeutlichen.
Jedoch ist es von all diesen Lebewesen nur dem Menschen vergönnt, die Einzigartigkeit der Erde und des Alls zu verstehen. Diese Erhabenheit des Menschen ist in den folgenden Versen dargestellt.
Die erhabene Stellung des Menschen auf der Erde
In den Versen 17 und 22 fordert das lyrische Ich den Leser durch den Ausdruck „Seht“ nachdrücklich auf, seinen „mitten im Himmel“ (V. 16 und 23) liegenden Planeten Erde in all seiner Vielfalt und Fruchtbarkeit wahrzunehmen (vgl. V. 18ff.). Fast schon überheblich und pathetisch verweist das lyrische Ich am Ende erneut auf die glückliche (vgl. V. 27), gottgleiche Position des Menschen (vgl. V. 35). Im Gegensatz zu Vers 11, in welchem das lyrische Ich die Pflanzen und Tiere als seine Brüder bezeichnet, nennt es sie in den Versen 28 bis 30 jedoch die „Ärmeren“ (V. 30) Brüder und drückt so erneut die erhabene Stellung des Menschen auf der Erde aus. Diese Erhabenheit zeige sich auch darin, andere - nicht gottgleichen - Lebewesen, wie die Tiere zu schätzen und nicht zu verachten (vgl. V. 30ff.).
Der Enthusiasmus des lyrischen Ichs wird durch dessen Ausrufe verdeutlicht (vgl. V. 1, 4, 16, 25). Die Emotionalität seiner Aussagen werden zusätzlich noch durch die Wiederholungen, wie zum Beispiel „Der göttliche Mensch“ (V. 4, 35), „mitten im Himmel“ (V. 16, 23) oder „Himmelher“ (V. 5, 13) und „Himmelhin“ (V. 6,14) verstärkt.
Dass der Mensch im Mittelpunkt des Gedichts steht, zeigt sich deutlich daran, dass der Gedichttitel und der letzte Vers „Der göttliche Mensch“ (V. 4, 35) einen Rahmen bilden. Durch diese Rahmenbildung wird die Göttlichkeit des Menschen noch einmal betont. Gleichzeitig endet das Gedicht in einer Klimax „Ich, Der göttliche Mensch“ (V. 34ff.) und leitet das Augenmerk des Lesers auf den tragenden Satz des Gedichts.
Die Adjektive, die vom lyrischen Ich verwendet werden, unter anderem „göttlich“ (V. 2, 4, 35), „glanzvoll“ (V. 24) und „glücklich“ (V. 27), sind durchweg positiv und zeichnen für den Leser ein klares Stimmungsbild des lyrischen Ichs. Da das lyrische Ich für die Einzigartigkeit des Menschen und die Kostbarkeit der Erde scheinbar keine Worte findet, verwendet es viele Neologismen (vgl. V. 5ff.). Das lyrische Ich befindet sich in einem klaren Fall von Wahrnehmungspluralismus. Es nimmt so viel mehr Bilder und Eindrücke wahr, als es eigentlich beschreiben kann und versucht deshalb alle Eindrücke und Bilder in einem Wort auszudrücken, wie zum Beispiel in den Versen 18 bis 21.
Der Wahrnehmungspluralismus des lyrischen Ichs
Des Weiteren verdeutlicht das kursiv geschriebene „mit“ (V. 32) die Verbundenheit des lyrischen Ichs mit anderen, von seinem Standpunkt aus niederen Lebewesen. Das Possessivpronomen „meine“ (V. 15) beziehungsweise „meinen“ (V. 28) unterstreicht die enge Verbindung des lyrischen Ichs mit der Erde und den auf ihr existierenden Lebewesen.
Appellativer Charakter des Gedichts
Zuletzt wird durch den zweifach verwendeten Imperativ „Seht“ (V. 17, 22) der appellative Charakter des Gedichts zum Ausdruck gebracht. Das lyrische Ich fordert den Leser zur Wahrnehmung des Wunders Mensch und dessen Verbindung zur Erde und den Lebewesen auf.
Schluss
Deutung
#metrum#reimschema#stilmittel
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
Vergleiche es mit dem Textauszug aus Friedrich Dürrenmatts Komödie „Die Physiker“ unter dem Aspekt der Gestaltung des Verhältnisses zwischen Mensch und Welt.
Tipp
  • Überleitung
  • Hauptteil 2 (deutlich kürzer als Teil 1)
    • Thema des Textauszugs
    • Rolle des Möbius
  • Vergleich
    • Gemeinsamkeiten
    • Unterschiede
  • Schluss
    • Fazit
Tipp
  • Überleitung
  • Hauptteil 2 (deutlich kürzer als Teil 1)
    • Thema des Textauszugs
    • Rolle des Möbius
  • Vergleich
    • Gemeinsamkeiten
    • Unterschiede
  • Schluss
    • Fazit
In Ludwig Scharfs Gedicht wird die Stellung des Menschen im Universum und auf der Erde in den Mittelpunkt gerückt. Im Folgenden möchte ich das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt auch in Friedrich Dürrenmatts Komödie „Die Physiker“ betrachten und mit dem Gedicht vergleichen.
Überleitung
Etwa 60 Jahre nach Ludwig Scharf setzt sich auch Friedrich Dürrenmatt in seiner Komödie „Die Physiker“ mit dem Thema des Verhältnisses zwischen dem Menschen und seiner Umwelt, sowie der Stellung des Menschen im All und auf der Erde auseinander. Dieses Thema verbindet Scharfs Gedicht mit dem vorliegenden Textauszug
Textauszug
Thema des Textauszugs
Weil der Physiker Möbius die sogenannte Weltformel entdeckt hat, die - in den falschen Händen - eine Bedrohung für das Leben auf der Erde sein kann, gibt er vor, verrückt zu sein. Er behauptet, dass König Salomo mit ihm rede und sein Handeln bestimme. Auch im vorliegenden Monolog schlüpft Möbius wieder in die Rolle des Salomo und zitiert ihn gewissermaßen (vgl. Z. 1), wodurch er vorgibt zum Sprachrohr menschlicher Weisheit zu werden.
Die Rolle des Möbius
Wenn Möbius jedoch das Personalpronomen „wir“ nutzt, meint er damit nicht die gesamte Menschheit - wie im Gedicht Der Mensch - sondern ganz speziell die Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. „Wir hauten in das Weltall ab“ (Z. 2) bezieht sich auf die „Weltraumfahrer“ (Z. 1), an die sich Salomos Worte richten. Er thematisiert zugleich eine mögliche Flucht ins All über die Grenzen der Erde hinaus. Die feste Verwurzelung auf der Erde, die das lyrische Ich bei Scharf noch anspricht, ist offenbar verloren gegangen. In Ludwig Scharfs Gedicht wird die Erde als durchweg positiv wahrgenommen. Der Mensch wird hier als göttlich wie das All bezeichnet und ist ein Teil der Natur. Bei Dürrenmatt dagegen ist das All feindliches, und auch tödliches Terrain. Durch Metaphern wie „Wüsten des Monds“ (Z. 3), „Bleidämpfen des Merkurs“ (Z. 6) und „Graugrünlich erfroren“ (Z. 17) erkennt der Leser die lebensfeindliche Umwelt, der die Weltraumfahrer ausgeliefert sind, in welcher sie „verreckten“ (Z. 4), „verkochten“ (Z. 5) „Ganymed vollkotzten“ (vgl. Z. 13) und „abgetrieben“ wurden (Z. 22), um schließlich als „Mumien“ (Z. 25) zu enden. Das All und die von der Menschheit erworbene Fähigkeit ins All zu reisen, was zeitgleich Sinnbild für die Errungenschaften der modernen Wissenschaft ist, hat aus Möbius Perspektive nichts Positives. Anders als bei Scharf, bei dem die Menschen göttergleich „Mitten im glanvoll / Glückzitternden All“ (Z. 24f.) sind, bezeichnet Möbius die Menschen nur noch als „Fratzen“ (Z. 27) ohne jegliche Erinnerung an „die atmende Erde“ (Z. 28)
Während Scharf in seinem Gedicht von 1904 die Herrlichkeit von Mensch und All hervorhebt und das mittels durchgehend positiver Begriffe gestaltet, erzeugt Dürrenmatt in Möbius Monolog eher eine apokalyptische Endzeitstimmung. Im Gegensatz zu dem Gedicht gibt es keine euphorische Beschreibung. Mehr noch wird der ernüchternde Eindruck von der Zerstörung des Menschen in einer feindlichen Umgebung hervorgerufen. Dazu trägt vor allem die grotesk-bedrohliche Bildlichkeit bei: Für die Weltraumfahrer ist die Sonne nicht lebensspendend, wohlig und warm, sondern vielmehr bedrohlich und lebensfeindlich, was durch die Worte „donnernd, radioaktiv und gelb“ (Z. 9) ausgedrückt wird. Der Mensch verirrt sich im All (vgl. Z. 20ff.) und kann die ersehnten „weißen Stern[e] doch nie erreich[e]n“ (Z. 23f.). Verblendet von seinem Streben nach Göttlichkeit - dem Überschreiten natürlicher Grenzen - muss er schließlich sterben.
Vergleich
Die Unterschiede bei der Gestaltung des gleichen Themas kann man unter anderem auf die Entstehungszeit beider Werke zurückführen.
Das Gedicht „Der Mensch“ entstand 1904 und kann dem Naturalismus zugeordnet werden. In der Zeit des Epochenumbruchs vom 19. zum 20. Jahrhundert reagierte die Literatur auf unterschiedliche Weise, wobei sich verschiedene Strömungen herausbildeten, wie zum Beispiel die Literatur der Jahrhundertwende und der Naturalismus. Es entstanden dabei Werke, die die Einzigartigkeit des Menschen in den Mittelpunkt rückten und damit auf die zunehmende Verunsicherung und die Gefahr des Werteverlusts in der modernen Gesellschaft reagierten. Dazu zählt ebenfalls das Gedicht „Der Mensch“.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts warnt der Dramatiker Friedrich Dürrenmatt mit seiner Komödie hingegen vor einer drohenden Auslöschung der Menschheit. Hintergründe hierfür sind der Kalte Krieg, das Wettrüsten zwischen den Westmächten und dem Ostblock. Präsent sind auch die verheerenden Folgen von amerikanischen Atombombenabwürfen im Zweiten Weltkrieg. Dürrenmatt stellt die zentrale Frage nach der aktuellen Verantwortung der Forscher. Er kann wegen des Weltgeschehens keine positive oder gar euphorische Darstellung des Verhältnisses von Mensch und Welt mehr wagen. In Möbius Monolog werden daher in düsteren Bildern allein die negativen Auswirkungen des menschlichen Strebens nach dem göttlichen All dargestellt.
Schluss
Fazit
#naturalismus
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