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Aufgabe 3

Aufgaben
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Textgebundene Erörterung

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Ulrich Greiner (*1945): Ist Deutsch noch zu retten?   (2010)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Analysiere den Textauszug.
#analysieren
  • Erörtere auf Grundlage des Textes Positionen zu Tendenzen des Wandels in der deutschen Gegenwartssprache.
(Der Schwerpunkt liegt auf der zweiten Teilaufgabe.)
#erörtern#sprachwandel

Ulrich Greiner: Ist Deutsch noch zu retten?

$\,$
Englisch ist die Weltsprache, und sie ist die Sprache der wissenschaftlichen, wirt-
schaftlichen und politischen Eliten unseres Landes. Ein Versuch, die Lage der deut­-
schen Sprache zu beschreiben.
Immer wieder machen besorgte Geister den Vorschlag, Deutsch als Landessprache in
5
der Verfassung zu verankern. Angenommen, es käme dazu: Welches Deutsch wäre
das? Im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel war kürzlich der Bericht über ein
Treffen von Verlagsleuten zu lesen, wo es unter anderem „um den zwischenmensch­-
lichen Workflow“ gegangen sei, und die Überschrift dazu lautete: Der Wind of
Change bläst durch die Branche.
Kann schon sein -vor allem aber bläst der Wind of
10
Change durch die deutsche Sprache. In ihrem alten Gehäuse, wo wir uns halbwegs
kommod eingerichtet hatten, wird es immer zugiger. Von allen Seiten verschaffen
sich die seltsamsten Wörter, die absurdesten Redewendungen unerwünschten Zutritt,
und die Sprachschützer, die einst zu den Sonderlingen und Querulanten gerechnet
wurden, erhalten wachsenden Zulauf. Deutsche Akademien machen sich Sorgen,
15
Sprachvereine werden gegründet, in den Feuilletons diskutieren Sprachkritiker, und
Guido Westerwelle 1 hat vor kurzem eine Kampagne „Deutsch-Sprache der Ideen“
eröffnet.
Die Klage über den Niedergang des Deutschen ist so alt wie dieses. Sie wird den
Wind of Change kaum aufhalten können. Es empfiehlt sich deshalb ein nüchterner
20
Blick auf die Lage. Sie ist nicht bestimmt durch die mangelnde Beherrschung des
Konjunktivs oder das Schwächeln des Genitivs und nicht durch das weidlich ver­-
spottete Denglisch, sondern ganz simpel durch die Tatsache, dass Deutsch auf den
wichtigsten Gebieten des öffentlichen Lebens, in Wissenschaft, Wirtschaft und Poli­-
tik, eine schwindende Rolle spielt. Englisch tritt an seine Stelle.
25
Die Frage, ob der damit verbundene politische und ökonomische Gewinn einen kul­-
turellen Verlust bedeute, der vielleicht gar die Fundamente unserer Sprache unter­-
grabe, ist durchaus umstritten, und naturgemäß hängt die Antwort von den aller-
empfindlichsten Gefühlen ab. Zeitgenossen mit geringem sprachlichen Sensorium
kommen damit leichter zurecht als jene, die Deutsch nicht allein zu Zwecken der
30
Mitteilung benutzen, sondern als Form des Denkens und Dichtens. Gleichgültig aber,
ob man die Invasion des Englischen begrüßt oder bedauert: Der Wandel vollzieht
sich leise, ist aber dramatisch.
Betrachten wir erstens die Wissenschaft. Der Linguist Ulrich Ammon, Autor des
Standardwerks Die internationale Stellung der deutschen Sprache (1991), beziffert in
35
einem Gespräch den Anteil des Deutschen an den wissenschaftlichen Publikationen
der ganzen Welt: In den Naturwissenschaften liege er bei einem Prozent, in den
Sozialwissenschaften bei sieben, für die Geisteswissenschaften gebe es keine ge­-
nauen Zahlen. Was nun unser Sprachgebiet betrifft, so schätzt er, dass 80 bis 85 Pro­-
zent der deutschen Naturwissenschaftler auf Englisch publizieren, 50 Prozent der
40
Sozialwissenschaftler und 20 Prozent der Geisteswissenschaftler. Für die Welt gilt:
Die Wissenschaft spricht Englisch. Aber auch in Deutschland anglifiziert sie sich
immer mehr.
Dies wirkt auf unseren Wissenschaftsbetrieb zurück. Einmal dadurch, dass in
Deutschland ansässige Verlage immer häufiger nur noch englische Zeitschriften-
45
beiträge und Buchmanuskripte akzeptieren. Zum andern zeigt sich die Dominanz des
Englischen darin, dass sich die Maßstäbe des Akademischen an die der anglofonen
Welt angleichen. Man sieht das an der schmerzhaften Implantation der sogenannten
Bologna-Reform in das Korpus der deutschen Universität und des in deutscher Zunge
immer noch unästhetischen „Bätschelers“; mehr noch aber daran, dass die meisten
50
Förderungsanträge auf Englisch zu erfolgen haben; und schließlich daran, dass es
etwa 700 englischsprachige Studiengänge gibt.
Auch hier gilt, dass der Prozess in den Naturwissenschaften und in der Medizin am
weitesten fortgeschritten ist, gefolgt von den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Die Geisteswissenschaften wehren sich noch; mit einigem Erfolg einstweilen Germa-
55
nistik, Archäologie, Theologie und Philosophie sowie einige andere kleine Fächer, in
denen das Deutsche aus Gründen der Tradition noch eine Rolle spielt.
Dass zweitens die Wirtschaft Englisch spricht, versteht sich von selbst. […] Inzwi­-
schen haben die meisten deutschen Firmen mit internationaler Betätigung Englisch
zu ihrer Corporate Language bestimmt. Was dazu führt, wie Ulrich Ammon bedau-
60
ernd erzählt, dass Techniker oder Wissenschaftler aus der Dritten Welt, die Deutsch
gelernt haben, um in Deutschland etwas zu werden, bei Siemens etwa erfahren müs­-
sen, sie hätten besser Englisch gelernt.
Dass nun aber drittens die Politik das Deutsche immer mehr aufgibt, ist mit der Tat­-
sache, dass Englisch die Sprache der Diplomatie ist, nicht vollständig erklärt. Es ist
65
Usus, dass beispielsweise der deutsche Botschafter den deutschen Pavillon auf der
Biennale in Venedig mit einer englischen Ansprache eröffnet, selbst wenn die meis­-
ten Gäste Deutsche oder Italiener sind. In der Europäischen Union gilt Deutsch als
eine der drei Arbeitssprachen, es wird aber nicht angewendet -auch deshalb nicht,
weil die deutschen Politiker keinen sonderlichen Wert darauf zu legen scheinen. [ … ]
Aus: Die ZEIT Nr. 27/2010 vom 01.07.2010

1Guido Westerwelle: 2009 - 2013 Bundesaußenminister, Vizekanzler
#zeitungsartikel#sprachwandel
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Thema:
Ulrich Greiner (*1945): Ist Deutsch noch zu retten?
Aufgabenstellung:
$\blacktriangleright\;$ Analysiere den Auszug aus Ulrich Greiners Artikel „Ist Deutsch noch zu retten?“. Erörtere auf Grundlage des Textes Positionen zu Tendenzen des Wandels in der deutschen Gegenwartssprache.
Deine Aufgabe ist es zunächst, den Textauszug von Greiner zu analysieren. Hierfür solltest du zunächst den Text genau lesen und die Position des Autors darstellen. Erläutere dann seine Argumentationsstruktur und benenne die wichtigsten sprachlichen Mittel in ihrer Wirkabsicht. Anschließend macht es Sinn, deinen Text zu gliedern. Beachte dabei auch den zweiten Aufgabenteil, auf dem der Schwerpunkt liegt. Hier sollst du dich mit Positionen zu Tendenzen des Wandels auseinandersetzen. Greife dafür zentrale Aussagen des Textes auf und erweitere sie mit Beispielen und persönlichen Erfahrungen. Formuliere zum Schluss eine pointierte Stellungnahme oder ein kurzes Fazit. Beide Aufgabenteile sollen von dir in einem zusammenhängenden Text gelöst werden.
  • Einleitung
  • Textanalyse
    • Position des Autors
    • Argumentationsstruktur des Textes
    • Sprachlich-stilistische Gestaltung
$\blacktriangleright\;$ Erörtere auf Grundlage des Textes Positionen zu Tendenzen des Wandels in der deutschen Gegenwartssprache.
  • Überleitung
  • Erörterung (auf diesem Teil liegt der Schwerpunkt)
    • Argumente des Textes
    • Erweiterung der Argumente durch Beispiele und Begründungen
  • Schluss
    • Fazit oder pointierte Stellungnahme
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Textgebundene Erörterung

$\blacktriangleright\;$Thema:
Ulrich Greiner (*1945): Ist Deutsch noch zu retten?
Aufgabenstellung:
$\blacktriangleright\;$ Analysiere den Auszug aus Ulrich Greiners Artikel „Ist Deutsch noch zu retten?“.
Tipp
Deine Aufgabe ist es zunächst, den Textauszug von Greiner zu analysieren. Hierfür solltest du zunächst den Text genau lesen und die Position des Autors darstellen. Erläutere dann seine Argumentationsstruktur und benenne die wichtigsten sprachlichen Mittel in ihrer Wirkabsicht. Anschließend macht es Sinn, deinen Text zu gliedern. Beachte dabei auch den zweiten Aufgabenteil, auf dem der Schwerpunkt liegt. Hier sollst du dich mit Positionen zu Tendenzen des Wandels auseinandersetzen. Greife dafür zentrale Aussagen des Textes auf und erweitere sie mit Beispielen und persönlichen Erfahrungen. Formuliere zum Schluss eine pointierte Stellungnahme oder ein kurzes Fazit. Beide Aufgabenteile sollen von dir in einem zusammenhängenden Text gelöst werden.
  • Einleitung
  • Textanalyse
    • Position des Autors
    • Argumentationsstruktur des Textes
    • Sprachlich-stilistische Gestaltung
Tipp
Deine Aufgabe ist es zunächst, den Textauszug von Greiner zu analysieren. Hierfür solltest du zunächst den Text genau lesen und die Position des Autors darstellen. Erläutere dann seine Argumentationsstruktur und benenne die wichtigsten sprachlichen Mittel in ihrer Wirkabsicht. Anschließend macht es Sinn, deinen Text zu gliedern. Beachte dabei auch den zweiten Aufgabenteil, auf dem der Schwerpunkt liegt. Hier sollst du dich mit Positionen zu Tendenzen des Wandels auseinandersetzen. Greife dafür zentrale Aussagen des Textes auf und erweitere sie mit Beispielen und persönlichen Erfahrungen. Formuliere zum Schluss eine pointierte Stellungnahme oder ein kurzes Fazit. Beide Aufgabenteile sollen von dir in einem zusammenhängenden Text gelöst werden.
  • Einleitung
  • Textanalyse
    • Position des Autors
    • Argumentationsstruktur des Textes
    • Sprachlich-stilistische Gestaltung
Unsere Sprache wandelt sich immer mehr im Lauf der Zeit. Englisch nimmt Überhand in der Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Doch wie steht es um die deutsche Sprache? Ist sie deshalb vom Aussterben bedroht?
Einleitung
Ulrich Greiner äußert sich in seinem 2010 in der ZEIT veröffentlichten Artikel „Ist Deutsch noch zu retten?“ zur schwindenden Präsenz und Bedeutung der deutschen Sprache in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Er beschreibt die Verdrängung des Deutschen durch das Englische auf den Gebieten der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Dieser Wandel vollziehe sich leise, sei laut Greiner aber dramatisch (vgl. Z. 31f.).
Textanalyse
Position des Autors
Schon die rhetorische Frage im Titel „Ist Deutsch noch zu retten?“ ist polemisch und fordert den Leser zum Antworten auf, gleichzeitig verweist er auf den weiteren Textinhalt. Ausgehend von der Feststellung, dass Englisch „die Weltsprache“ (Z. 1) sei und die „Eliten unseres Landes“ (Z. 2) sie verwenden, kündigt der Autor elliptisch einen „Versuch, die Lage der deutschen Sprache zu beschreiben“ (Z. 2f.), an. Metaphorisch schildert Greiner den aktuellen Zustand des Deutschen, wenn er behauptet, dass es in dem „alten Gehäuse, wo wir uns halbwegs kommod eingerichtet hatten, […] immer zugiger“ (Z. 10f.) werde. So erhielten Sprachschützer, die eigentlich lange Zeit als „Sonderling[e] und Querulanten“ (Z. 13) wahrgenommen wurden, heute „wachsenden Zulauf“ (Z. 14). Als Beleg zieht er verschiedene Beispiele heran, wie die vermehrte Gründung von Sprachvereinen, die Diskussionen in Feuilletons und Kampagnen namhafter Politiker zur Sprachsicherung (vg. Z. 14ff.). Die Behauptung, dass „Deutsch auf den wichtigsten Gebieten des öffentlichen Lebens […] eine schwindende Rolle spielt“ (Z. 23f.), beendet die Hinführung zum Thema.
Argumentationsstruktur des Textes
Die erste These
Der zweite Teil der These lautet: „Englisch tritt an seine Stelle.“ (Z. 24). Die Folgen dieser Entwicklung seien höchst umstritten und hingen von den Einstellungen des Einzelnen zum Zweck von Sprache ab. Mit dem wertenden Adjektiv „dramatisch“ (Z. 32) macht Greiner deutlich, dass seine Position hierzu eine pessimistische ist, er also durchaus auf der Seite der „besorgte[n] Geister“ (Z. 4) stehe.
Die zweite These
Im Folgenden illustriert Greiner anhand von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik aktuelle Begebenheiten. Klar strukturiert ist der Text durch die Gliederung in Absätze und die nummerische Aufzählung „erstens“ (Z. 33), „zweitens“ (Z. 57) und „drittens“ (Z. 63). Zur Situation im Bereich der Wissenschaft sagt Greiner, das der Anteil deutschsprchiger Publikationen sehr gering sei, was er mit Zahlenbelegen des Sprachwissenschaftlers Ulrich Ammon unterstreicht (vgl. Z. 36ff.). Die „Dominanz des Englischen“ (Z. 45f.) zeige sich in der Angleichung der „Maßstäbe des Akademischen an die der anglofonen Welt“ (Z. 46f.). Der Universitätsbetrieb funktioniere zunehmend auf Englisch, vor allem in den Naturwissenschaften und der Medizin; nur die Geisteswissenschaften würden aus Traditionsliebe noch am Deutschen festhalten (vgl. Z. 52ff.). Dass im Bereich der Wirtschaft aus Gründen des internationalen Wettbewerbs selbstverständlich Englisch Verkehrssprache sei (vgl. Z. 57ff.), erläutert Greiner im vorletzten Absatz. Diesem fügt er hinzu, dass auch „die Politik das Deutsche immer mehr aufgibt“ (Z. 63). Englisch sei zwar die Sprache der Diplomatie (vgl. Z. 64); nichtsdestotrotz gelte innerhalb der EU „Deutsch als eine der drei Arbeitssprachen“ (Z. 67f.), erfahre allerdings kaum Anwendung.
Englisch statt Deutsch
Greiners Sprachstil ist populärwissenschaftlich, wodurch jeder dem Geschriebenen gut folgen kann. Der Autor strukturiert den Text klar und führt verschiedene Beispiele und Faktenbelege zu Unterstützung seiner Thesen an. Das Sprachspiel vom „Wind of Change“ (Z. 8) ist unterhaltsam und verdeutlicht gleichzeitig die Problematik des Textes. Greiners „Blick auf die Lage“ (Z. 20) ist jedoch nicht so „nüchter[n]“ (Z. 19) wie behauptet. Die Metapher von der „Invasion des Englischen“ (Z. 31) und negativ besetzte Attribute wie „absurdest[e]“ und „unerwünsch[t]“ (Z. 12) machen beispielsweise deutlich, dass die beschriebene Situation der deutschen Gegenwartssprache durchaus auch die „allerempfindlichsten Gefühl[e]“ (Z. 27f.) des Autors trifft.
Sprachlich-stilistische Gestaltung
#stilmittel#argumentationsstruktur
$\blacktriangleright\;$ Erörtere auf Grundlage des Textes Positionen zu Tendenzen des Wandels in der deutschen Gegenwartssprache.
Tipp
  • Überleitung
  • Erörterung (auf diesem Teil liegt der Schwerpunkt)
    • Argumente des Textes
    • Erweiterung der Argumente durch Beispiele und Begründungen
  • Schluss
    • Fazit oder pointierte Stellungnahme
Tipp
  • Überleitung
  • Erörterung (auf diesem Teil liegt der Schwerpunkt)
    • Argumente des Textes
    • Erweiterung der Argumente durch Beispiele und Begründungen
  • Schluss
    • Fazit oder pointierte Stellungnahme
Doch es gibt natürlich durchaus weitere Positionen zu Tendenzen des Wandels der deutschen Gegenwartssprache. Diese möchte ich nun auf Grundlage des Textes erörtern und sie durch Beispiele oder persönliche Erfahrungen erweitern.
Überleitung
Ulrich Greiner sagt, heutzutage hielten „die seltsamsten Wörter, die absurdesten Redewendungen“ (Z. 12) in unserer Muttersprache Einzug. Dem kann man wohl nur zustimmen. Hört man etwa Gesprächen von IT-Experten oder Fans von Onlinespielen zu, könnte man annehmen, nicht mehr in Deutschland zu sein. Auch an solchen Beispielen zeigt sich die Einflüsse der Globalisierung auf größere Teile des gesellschaftlichen Lebens. Im Zeitalter des Internets ist es möglich, dass sich Menschen grenzübergreifend und kulturübergreifend verständigen. Computerspezialisten finden sich so nicht nur real, sondern auch virtuell zusammen, um an Weiterentwicklungen zu tüfteln oder sich zu verschiedenen Sachverhalten auszutauschen. Dabei liegt es nahe, sich einer gemeinsamen Sprache zu bedienen, die nun mal Englisch ist, weil sie von vielen Menschen weltweit verstanden und gesprochen wird. Von vielen, aber eben nicht von allen.
Erörterung
Argumente des Textes und deren Erweiterung
Englisch auf dem Vormarsch
Beispiel IT- und Onlinebereich
Älteren Menschen fällt es zum Beispiel oft schwer, mit der neuen Technik und dem damit verbundenen englischen Wortschatz umzugehen. Hier spielt es eine Rolle, inwieweit während der Schulzeit Englisch gelernt wurde und wie wichtig diese Sprache in den vergangenen Jahren im privaten wie beruflichen Leben für sie war. Der Autor beschreibt den leisen, aber dramatischen Wandel (vgl. Z. 31f.) und meint damit, dass das Englische an die Stelle der deutschen Sprache tritt. In den oben genannten Bereichen, der Technik im Allgemeinen, besonders der Computer- und Internettechnik, ist der Wandel nicht mehr leise, sondern hat sich schon vollzogen. Ob das ein dramatischer Wandel ist, wird davon abhängen, inwieweit jeder Einzelne involviert ist und sich mit den Gegebenheiten auseinandersetzt.
Alter als Faktor bei der Bewertung des Wandels
Ein Leben ohne Smartphone und Tablet ist für die jungen Menschen von heute unvorstellbar. Wir werden mit dem technischen und dem damit verbundenen sprachlichen Wandel groß, nehmen die aktuelle Situation als normal hin. Auch andere Tendenzen der Gegenwartssprache unterstreichen, dass das Alter bei der Bewertung von Sprachwandlungsprozessen eine große Rolle spielt. Nicht nur im Bereich technischer Neuerungen zeigen sich Verständnisprobleme zwischen Jung und Alt.
Englisch für die heutige Jugend
Ebenso entwickeln sich im alltäglichen Leben Jugendsprachen, die enorm von der deutschen Standardsprache, wie sie zum Beispiel in den Nachrichten und in Tageszeitungen gepflegt wird, abweichen. Neologismen finden genauso Eingang in die Jugendsprachen wie neue, von anderen Sprachen wie dem Englischen oder Türkischen abgeleitete grammatische Strukturen. Seit jeher gibt es sogenannte Soziolekte, auch Gruppensprachen genannt, durch die sich verschiedene gesellschaftliche Schichten voneinander abgrenzen. Greiner spricht dabei abwertend von „Zeitgenossen mit geringem sprachlichen Sensorium“ (Z. 28), denen die Sprache vor allem zur Verständigung diene. Andere Personengruppen wie zum Beispiel Dichter und Philosophen, für die Sprache zugleich Kunst und Denkmodell ist, gab es ebenfalls schon immer. Auch in einer globalisierten, immer mehr Englisch statt Muttersprache sprechenden Welt werden sie das Deutsche pflegen.
Jugendsprache und Sozialoekte
Sprache entwickelt sich und unterliegt einem ständigen Wandel. Neue Wörter kommen hinzu, alte verschwinden. Grundlage dafür war und ist häufig eine Veränderung des wirtschaftlichen Lebens, zum Beispiel im Zuge der Industrialisierung oder des Computerzeitalters. Das kann man gut nachvollziehen, wenn man Wörterbücher des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit heutigen vergleicht. Schon immer gab es Gegner des Sprachwandels, wie dies auch Greiner in seinem Artikel formuliert: „Die Klage über den Niedergang des Deutschen ist so alt wie dieses.“ (Z. 18). Der Autor stellt aber ebenso fest, dass es beim heutigen Wandel nicht um Anglizismen oder die mangelnde Beachtung grammatischer Regeln gehe (vgl. Z. 20ff.), sondern dass in einigen Lebensbereichen heute fast nur noch auf Englisch kommuniziert werde. Zugespitzt zeige sich das unter anderem daran, dass Technikern und Wissenschaftlern aus der sogenannten Dritten Welt gesagt werde, sie hätten anstelle von Deutsch lieber Englisch lernen sollen (vgl. Z. 60ff.).
Sprachwandel
An diesem Punkt stellt sich die Frage, ob es wirklich nur darum geht, in Wissenschaft und Wirtschaft zu funktionieren, seinen Arbeitsplatz auszufüllen. Schließlich gehört zu einem Leben in einem Land auch die Beherrschung seiner Sprache. Ohne sie ist eine Verständigung im Alltag kaum möglich. Ein deutscher Grundwortschatz ist notwendig, denn man benötigt ihn zum Beispiel für das Einkaufen, bei Behördengängen und auch in der kulturellen Bildung, zum Beispiel bei Kino- oder Theaterbesuchen.
Deutsch bei internationalen Arbeitskräften
Deshalb gibt es an deutschen Schulen mittlerweile viele DaZ-Klassen, in denen Migranten die deutsche Sprache lernen können. Integration ist nur über Sprachbeherrschung möglich. Will man sich in einer Gesellschaft heimisch fühlen, muss man deren Sprache sprechen. Man kann auch die Schönheit der deutschen Sprache nur genießen, wenn man sie beherrscht. Wie sonst versteht man unsere Klassiker, kann man mit Figuren in Romanen oder auf der Bühne mitfühlen?
Integration
Dass die deutsche Sprache noch längst nicht tot ist, zeigt sich unter anderem an aktuellen Tendenzen in der Musik. Auffällig ist, dass es zunehmend deutsche Interpreten gibt, wie zum Beispiel Andreas Bourani oder Tim Bendzko, die ausschließlich auf Deutsch singen. Ihre Fans mögen diese Musik häufig gerade deshalb, weil sie einen unmittelbaren Zugang zu den Texten haben und mit dem Inhalt der Lieder etwas anfangen können.
Auch Poetry Slams, die in vielen deutschen Städten veranstaltet werden, zeigen den kreativen und intensiven Umgang mit der deutschen Sprache.
Deutsche Texte in der Musik
Zuzustimmen ist Ulrich Greiner, wenn er sein Unverständnis gegenüber Politikern äußert, die sich - obwohl es möglich und vorgesehen ist - nicht mehr des Deutschen als Amtssprache innerhalb der Europäischen Union bedienen (vgl. Z. 67ff.). Hier erwartet man Vorbildwirkung. Für das gegenseitige Verständnis stehen schließlich ausreichend Übersetzer bereit. Besonders fragwürdig ist es, wenn „der deutsche Botschafter den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig mit einer englischen Ansprache eröffnet, selbst wenn die meisten Gäste Deutsche oder Italiener sind“ (Z. 65ff.). In dieser Situation agieren Politiker als Vertreter des Landes und sprechen zu einer interessierten breiten Öffentlichkeit. Warum dabei in Kauf genommen wird, dass die Mehrheit der Zuhörer den Vortrag eventuell nicht vollständig versteht, und sich gegebenenfalls darüber ärgert, erklärt sich tatsächlich nicht logisch aus dem Umstand, „dass Englisch die Sprache der Diplomatie ist“ (Z. 64). Ganz grundsätzlich sollte in öffentlichen politischen Darstellungen daher die Heimatsprache gepflegt werden. Denn wenn der deutsche Bürger verstehen soll, wie politische Entscheidungen sein Leben betreffen, muss ihm das in seiner Muttersprache vermittelt werden. Der im Text angesprochene ehemalige deutsche Außenminister Guido Westerwelle antwortete einmal in Deutsch auf englische Journalistenfragen, was ihm einige Häme einbrachte. Aber er handelte richtig: Er sprach auf einer deutschen Pressekonferenz in Deutschland. Jedoch muss man auch auf den Punkt der Verständigung verweisen. Denn damit sich die Länder untereinander angemessen verständigen können, benötigen sie eine einheitliche Sprache, welche von allen Landsvertretern verstanden wird. Und diese Sprache ist nun einmal Englisch.
Mehr Deutsch in der Politik
Abschließend kann man festhalten, dass Ulrich Greiner auf ein wichtiges gegenwärtiges Phänomen hinweist. Er kritisiert nicht den allgemeinen Sprachwandel, sondern stellt die Frage, inwiefern die deutsche Sprache in naher Zukunft vom Englischen abgelöst sein wird. Er wendet sich an die Verantwortlichen in der Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, die deutsche Sprache wieder verstärkt und auch bewusst zu verwenden.
Schluss
Fazit oder pointierte Stellungnahme
#argument#these#beleg
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