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Aufgabe 2

Aufgaben
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Interpretation eines Trauerspiels

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Friedrich Schiller (1749 - 1805): Maria Stuart (1801)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere die Szene IV/4.
    Überprüfe in diesem Kontext die These Gert Sautermeisters.
Brauchst du noch mehr Informationen zu Maria Stuart?
Schau doch in unserer Lektürehilfe nach!
Lektürehilfe zu Maria Stuart
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Lektürehilfe zu Maria Stuart
Material 1
Schiller ist als Theaterdichter immer auch Praktiker, der das Drama bewußt für Bühne und Publikum einrichtet. Daher bildet er das Handwerk der Spannungserzeugung und die Strategie des Überraschens, Überrumpelns und der dramatischen Täuschung zur Meisterschaft aus.
Gert Sautermeister: Maria Stuart. Ästhetik, Seelenkunde, historisch-gesellschaftlicher Ort.
In:Interpretationen. Schillers Dramen. Reclam Leipzig, 1992, S. 285 f.
Material 2

Friedrich Schiller: Maria Stuart

Vierter Aufzug, vierter Auftritt

$\;$
Leicester allein, darauf Mortimer.
Leicester. Ich bin entdeckt, ich bin durchschaut - Wie kam
Der Unglückselige auf meine Spuren!
Weh mir, wenn er Beweise hat! Erfährt
Die Königin, daß zwischen mir und der Maria
5
Verständnisse gewesen - Gott! Wie schuldig
Steh ich vor ihr! Wie hinterlistig treulos
Erscheint mein Rat, mein unglückseliges
Bemühn, noch Fotheringhay sie zu führen!
Grausam verspottet sieht sie sich von mir,
10
An die verhaßte Feindin sich verraten!
O nimmer, nimmer kann sie das verzeihn!
Verherbedacht wird alles nun erscheinen,
Auch diese bittre Wendung des Gesprächs,
Der Gegnerin Triumph und Hohngelächter,
15
Ja selbst die Mörderhand, die blutig schrecklich,
Ein unerwartet ungeheures Schicksal,
Dazwischenkam, werd ich bewaffnet haben!
Nicht Rettung seh ich, nirgends! Ha! Wer kommt!
Mortimer (kommt in der heftigsten Unruhe und blickt scheu umher).
Graf Leicester! Seid Ihr's? Sind wir ohne Zeugen?
20
Leicester. Unglücklicher, hinweg! Was sucht Ihr hier?
Mortimer. Man ist auf unsrer Spur, auf Eurer auch,
Nehmt Euch in acht!
Leicester. Hinweg, hinweg!
Mortimer. Man weiß,
25
Daß bei dem Grafen Aubespine geheime
Versammlung war -
Leicester. Was kümmert's mich!
Mortimer. Daß sich der Mörder
dabei befunden -
30
Leicester. Das ist Eure Sache!
Verwegener! Was unterfangt Ihr Euch,
In Euren blut'gen Frevel mich zu flechten?
Verteidigt Eure bösen Händel selbst!
Mortimer. So hört mich doch nur an!
35
Leicester (in heftigem Zorn). Geht in die Hölle!
Was hängt Ihr Euch, gleich einem bösen Geist.
An meine Fersen! Fort! Ich kenn Euch nicht,
Ich habe nichts gemein mit Meuchelmördern.
Mortimer. Ihr wollt nicht hören. Euch zu warnen komm ich,
40
Auch Eure Schritte sind verraten -
Leicester. Ha!
Mortimer. Der Großschatzmeister war zu Fotheringhay,
Sogleich nachdem die Unglückstat geschehn war,
Der Königin Zimmer wurden streng durchsucht,
45
Da fand sich -
Leicester. Was?
Mortimer. Ein angefangner Brief
Der Königin an Euch -
Leicester. Die Unglücksel'ge!
50
Mortimer. Worin sie Euch auffordert, Wort zu halten,
Euch das Versprechen ihrer Hand erneuert,
Des Bildnisses gedenkt -
Leicester. Tod und Verdammnis!
Mortimer. Lord Burleigh hat den Brief.
55
Leicester. Ich bin verloren!
(Er geht während der folgenden Reden Mortimers verzweiflungsvoll auf und nieder)
Mortimer. Ergreift den Augenblick! Kommt ihm zuvor!
Errettet Euch, errettet sie - Schwört Euch
Heraus, ersinnt Entschuldigungen, wendet
Das Ärgste ab! Ich selbst kann nichts mehr tun
60
Zerstreut sind die Gefährten, auseinander
Gesprengt ist unser ganzer Bund. Ich eile
Nach Schottland, neue Freunde dort zu sammeln.
An Euch ist's jetzt: versucht, was Euer Ansehn,
Was eine kecke Stirn vermag!
Leicester (steht still, plötzlich besonnen).
65
Das will ich.
(Er geht nach der Türe, öffnet sie und ruft)
He da! Trabanten!
(Zu dem Offizier, der mit Bewaffneten hereintritt.)
Diesen Staatsverräter
Nehmt in Verwahrung und bewacht ihn wohl!
Die schändlichste Verschwörung ist entdeckt,
70
Ich bringe selbst der Königin die Botschaft. (Er geht ab.)
Mortimer (steht anfangs starr für Erstaunen, faßt sich aber bald und sieht
Leicestern mit einem Blick der tiefsten Verachtung nach)
.
Ha, Schändlicher - Doch ich verdiene das!
Wer hieß mich auch dem Elenden vertrauen?
Weg über meinen Nacken schreitet er,
Mein Fall muß ihm die Rettungsbrücke bauen.
75
- So rette dich! Verschlossen bleibt mein Mund,
Ich will dich nicht in mein Verderben flechten.
Auch nicht im Tode mag ich deinen Bund,
Das Leben ist das einz'ge Gut des Schlechten.
(Zu dem Offizier der Wache, der hervortritt, um ihn gefangenzunehmen.)
Was willst du, feiler Sklav' der Tyrannei?
80
Ich spotte deiner, ich bin frei! (Einen Dolch ziehend.)
Offizier. Er ist bewehrt - Entreißt ihm seinen Dolch!
(Sie dringen auf ihn ein, er erwehrt sich ihrer.)
Mortimer. Und frei im Augenblicke soll
Mein Herz sich öffnen, meine Zunge lösen!
Fluch und Verderben euch, die ihren Gott
85
Und ihre wahre Königin verraten!
Die von der irdischen Maria sich
Treulos, wie von der himmlischen, gewendet,
Sich dieser Bastardkönigin verkauft -
Offizier. Hört ihr die Lästrung! Auf! Ergreifet ihn.
90
Mortimer. Geliebte! Nicht erretten konnt' ich dich,
So will ich dir ein männlich Beispiel geben.
Maria, heil'ge, bitt für mich
Und nimm mich zu dir in dein himmlisch Leben!
(Er durchsticht sich mit dem Dolch und fällt der Wache in die Arme.)
Aus: Friedrich Schiller: Maria Stuart, Stuttgart: Philipp Reclam jun. 1990, S. 91 ff.
Figurenverzeichnis
ElisabethKönigin von England
MariaKönigin von Schottland
Georg Talbot, Graf von Shrewsbury Berater Elisabeths
Wilhelm Cecil, Baron von BurleighGroßschatzmeister
Robert Dudley, Graf von LeicesterVertrauter Elisabeths
Wilhelm DavisonStaatssekretär
Amias PauletRitter, Hüter der Maria
Mortimersein Neffe
MelvilPriester und Marias Haushofmeister
#interpretieren#mariastuart
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Interpretation eines Trauerspiels

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Friedrich Schiller (1749 - 1805): Maria Stuart (1801)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere die Szene IV/4.
    Überprüfe in diesem Kontext die These Gert Sautermeisters.

Vorarbeit

Bevor du beginnst, solltest du dir die Szene IV/4 genau durchlesen, überlegen, wie sie in das gesamte Drama einzuordnen ist, und wichtige inhaltliche Stellen sowie sprachliche Besonderheiten markieren.
Im nächsten Schritt musst du dir die These Sautermeisters genau anschauen und die einzelnen Aspekte herausarbeiten. Diese kannst du dann nacheinander durch Beispiele aus Maria Stuart belegen. Beziehe dabei das gesamte Werk ein und konzentriere dich nicht nur auf die vorliegende Szene.

Einleitung

Deine Interpretation beginnt wie jeder Text mit einer Einleitung. In der Einleitung musst du den Titel des Trauerspiels, den Autor, das Erscheinungsjahr (mit zugehöriger Epoche) und die zu interpretierende Szene nennen und den Inhalt kurz und knapp zusammenfassen.
  • Titel: Maria Stuart
  • Autor: Friedrich Schiller
  • Erscheinungsjahr: 1801
  • Epoche: Weimarer Klassik
  • zu interpretierende Szene: Akt IV, Szene 4
  • Inhalt: Das Trauerspiel „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller wurde 1801 verfasst und ist eines seiner bedeutendsten Werke aus der Epoche der Weimarer Klassik. In dem Drama geht es um die Rivalität zwischen Königin Elisabeth von England und der verstoßenen, schottischen Königin Maria Stuart. Da diese ebenfalls ein Recht auf den englischen Thron beansprucht, wird sie von Elisabeth gefangengehalten. Ausgerechnet der engste Vertraute von Elisabeth, Graf von Leicester, will Maria Stuart befreien. In dem zu interpretierenden Szenenauszug (Akt IV, Szene 4) unterhalten sich Leicester und Marias zweiter Verehrer, Mortimer, über den enttarnten Rettungsversuch. Während Mortimer einen neuen Plan schmieden will, rettet Leicester sich auf Kosten Mortimers lieber selbst.

Hauptteil

In deinem Hauptteil geht es nun darum, die Szene zu interpretieren. Erkläre hierfür zunächst, wie sich die Szene in das Drama einordnen lässt und wie es zu der Situation kam. Schreibe dann eine knappe Zusammenfassung darüber, was in der Szene passiert. Gebe im nächsten Schritt detailliert den Inhalt wieder und gehe auf die Struktur des Szenenauszugs ein. Gehe dafür am besten chronologisch vor, so gehst du sicher, dass du keine wichtigen Aspekte vergisst.
Dann musst du die beiden Figuren (Graf von Leicester und Mortimer) beschreiben und charakterisieren. Was macht die beiden aus, wie verhalten sie sich in der Szene dem anderen gegenüber? Welche Gefühle und Regungen zeigen sie? Beachte hierfür neben dem, was die Figuren sagen, auch unbedingt die Regieanweisungen. Diese geben oft Aufschluss darüber, was in den Personen vorgeht.
Natürlich musst du auch noch auf die sprachlichen Besonderheiten und die verwendeten Stilmittel eingehen. Wie unterscheidet sich die Art des Redens von Leicester von der Mortimers? Was macht ihre Sprache aus? Bedienen sie sich bestimmter Motive?
Natürlich musst du all diese Punkte nicht nacheinander abarbeiten, es ist sogar sinnvoll die Figurencharakterisierung und die sprachlichen Besonderheiten in die detaillierte Wiedergabe des Inhalts miteinzubinden, denn dort hast du immer die passenden Beweise aus dem Text und musst diese nicht später noch einmal nennen.
Schlussendlich musst du noch die These von Gert Sautermeister in deine Deutung miteinbeziehen. Lassen sich die von Sautermeister genannten Aspekte im Drama wiederfinden? Wie setzt Schiller diese genau um? Belege deine Analyse mit Zitaten aus dem gesamten Werk.
Stellung der Szene im Dramenzusammenhang
  • Nachdem ihr Gatte ermordet wurde und Maria Stuart dessen Mörder heiratete, wurde sie vom schottischen Volk verstoßen
  • Sie suchte Hilfe bei der englischen Königin, wurde von Elisabeth allerdings verhaftet, weil diese um ihre Krone fürchtet
  • Leicester, engster Vertrauter und Geliebter von Elisabeth, hat sich Maria Stuart zugewandt, weil Königin Elisabeth mit dem französischen Königssohn Eheverhandlungen begonnen hatte
  • Nachdem Mortimer Leicester eine Nachricht von Maria übermittelte, wollte er sie retten und überredete Elisabeth zu einem Treffen mit der Rivalin
  • Das Treffen eskalierte, Maria demütigte Elisabeth, auf die kurz darauf ein Anschlag verübt wurde
  • Baron von Burleigh deutete an, dass er von Leicesters Verrat weiß und Elisabeth informieren will
  • Die Szene stellt das retardierende Moment der Handlung dar. Zwar fällt die Handlung nach dem Höhepunkt, dem Treffen der Königinnen, doch hier wird noch einmal Spannung aufgebaut
Inhalt und Aufbau
  • Leicesters Monolog:
    Angst vor Burleighs Beweisen (Z. 3)
    Erkenntnis, dass Elisabeth sein ganzes Handeln als langfristig geplante Intrige werten wird (Z. 12)
    Einsicht, dass Elisabeth ihm niemals verzeihen wird, dass jegliche Rettungsmöglichkeit fehlt (Z. 18)
  • Dialog zwischen Leicester und Mortimer:
    Mortimer berichtet, dass man ihnen auf der Spur sei (Z. 21)
    Leicester versucht Mortimer abzuwimmeln; tut jede Gemeinsamkeit mit Mortimer ab (Z. 38)
    Mortimer berichtet, dass ein Brief von Maria an Leicester gefunden wurde (Z. 45 ff.)
    Leicesters Verzweiflung wächst (Z. 55)
    Mortimers Versuch, Leicester zu einer Befreiungstat für Maria zu überreden (Z. 57)
  • Leicesters Verrat:
    Leicester erkennt plötzlich, dass er sich durch einen Wechsel der Fronten retten kann (Z. 65)
    Lässt Mortimer von den Wachen als Verräter verhaften (Z. 67 - 68)
  • Mortimers Selbstmord:
    Nach kurzem Schock verhöhnt Mortimer seinen Verräter (Z. 71 ff.)
    Beschimpft Elisabeth als Bastardkönigin (Z. 88)
    Ruft die heilige Maria an und ersticht sich mit einem Dolch
Charakterisierungen
$\blacktriangleright$ Leicester
  • Benutzte zunächst Elisabeth, um an die Krone zu kommen; wendete sich dann Maria Stuart zu
  • Es geht ihm nur um sein eigenes Wohlergehen, ist egoistisch (vgl. Z. 27)
  • Tut so, als wäre er ehrlich und tugendhaft (Z. 38)
  • Schreckt nicht vor Intrigen und Verrat zurück (vgl. Z. 65 ff.)
  • Ist feige und zeigt keinen Mut
$\blacktriangleright$ Mortimer
  • Selbstlos; kommt um Leicester zu warnen
  • Tut alles dafür, Maria zu retten (Z. 61)
  • Emotional und leidenschaftlich (Z. 82 ff.)
  • Kompromisslos und Entschlossen, (vgl. Märtyrer-Selbstmord)
  • Kontrastfigur zum zögernden, berechnenden Leicester
Sprachliche Besonderheiten
  • Stilisierung des Dramas: Blankvers und hohe Sprache zur Abgrenzung von der Alltagssprache
  • Durchbrechen des Versmaßes im Dialog: gefahrenvolle Situation wird verdeutlicht
  • Reim in Mortimers letzten Worten: spiegelt die Verklärung und Leidenschaft Mortimers wider
  • Ausrufe von Leicester: zeigt, dass er die Gefahr erkannt hat und sich bedroht fühlt
  • Wiederholungen: verdeutlichen die Bedrängnis
  • Rhetorische Frage Mortimers: Gibt sich selbst Mitschuld an Leicesters Verrat
  • Imperative in Mortimers Reden: zeigen seine Entschlossenheit und Emotionalität
  • Ellipsen in Leicesters Reden: stehen für die schroffe Zurückweisung Leicesters gegenüber Mortimer
Bezug zur These
$\blacktriangleright$ Bewusst für die Bühne konzipiert:
  • Von Schiller als geschlossenes Drama strukturiert
  • Zügige Handlungsabfolge
  • Einheit der Zeit durch Konzentration auf die letzten drei Tage in Marias Leben
  • Einheit des Ortes durch nur zwei Schauplätze
  • Veränderung der historischen Grundlage für mehr Spannung, z.B. Figur des Mortimer erfunden, Treffen der Königinnen fand nie statt
  • Konzentration auf zwei Hauptfiguren: bessere Überschaubarkeit und ein klares Identifikations- und Aversionsangebot für die Zuschauer durch Protagonistin und Antagonistin
$\blacktriangleright$ Handwerk der Spannungserzeugung:
  • Trotz fallender Handlung baut Schiller in der vorliegenden Szene noch einmal Spannung auf, indem er Marias Schicksal im Unklaren lässt und eine weitere Rettungsoption andeutet
  • Spannende, aktionsreiche Auseinandersetzung zwischen Leicester und Mortimer
  • Elisabeths Reaktion auf Leicesters Verrat wird zunächst nicht offenbart
  • Außerhalb der Szene Spannungserzeugung durch das erfundene Treffen der Rivalinnen als Höhepunkt
$\blacktriangleright$ Strategie des Überraschens, Überrumpelns und der Täuschung:
  • In der vorliegenden Szene überrumpelt Leicesters Verrat
  • Er wiederum überrascht mit seinem Märtyrer-Selbstmord
  • Außerhalb der Szene sorgt Schiller immer wieder für kleine Überraschung, etwa als sich der zunächst unfreundliche Mortimer als Verehrer Marias offenbart
  • Täuschung entsteht, weil das Treffen der Königinnen anders verläuft, als erwartet
  • Schiller sorgt außerdem mit ambivalenten Figuren für Überraschung; der selbstlose, leidenschaftliche Mortimer wird plötzlich fanatisch und gewaltsam; der feige, egoistische Leicester ist plötzlich ergriffen bei Marias Hinrichtung und verlässt konsequent den englischen Königshof

Schluss

Am Schluss solltest du die Hauptaussage, also die Intention des Szenenauszugs, und deren Begründung noch einmal kurz zusammengefasst nennen. Ziehe dann ein Fazit, inwieweit die These Gert Sautermeisters zutrifft. Wichtig ist hier, dass du nicht wieder von Neuem argumentierst - das hast du ja bereits im Hauptteil gemacht - sondern, dass du wirklich nur noch das bereits Gesagte zusammenfasst.
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Interpretation eines Trauerspiels

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Friedrich Schiller (1749 - 1805): Maria Stuart (1801)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere die Szene IV/4.
    Überprüfe in diesem Kontext die These Gert Sautermeisters.
Das Trauerspiel „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller wurde 1801 verfasst und ist eines seiner bedeutendsten Werke aus der Epoche der Weimarer Klassik. In dem Drama geht es um die Rivalität zwischen Königin Elisabeth von England und der verstoßenen, schottischen Königin Maria Stuart. Da diese ebenfalls ein Recht auf den englischen Thron beansprucht, wird sie von Elisabeth gefangengehalten. Ausgerechnet der engste Vertraute von Elisabeth, Graf von Leicester, will Maria Stuart befreien. In dem zu interpretierenden Szenenauszug (Akt IV, Szene 4) unterhalten sich Leicester und Marias zweiter Verehrer, Mortimer, über den enttarnten Rettungsversuch. Während Mortimer einen neuen Plan schmieden will, rettet Leicester sich auf Kosten Mortimers lieber selbst.
Nachdem ihr Gatte ermordet wurde und Maria Stuart dessen Mörder heiratete, wurde sie vom schottischen Volk verstoßen. Sie suchte Hilfe bei der englischen Königin, wurde von Elisabeth allerdings verhaftet, weil diese um ihre Krone fürchtet. Leicester, engster Vertrauter und Geliebter von Elisabeth, hat sich Maria Stuart zugewandt, weil Königin Elisabeth mit dem französischen Königssohn Eheverhandlungen begonnen hatte. Nachdem Mortimer Leicester eine NAchricht von Maria übermittelte, wollte er sie retten und überredete Elisabeth zu einem Treffen mit der Rivalin. Das Treffeneskalierte, Maria demütigte Elisabeth, auf die kurz darauf ein Anschlag verübt wurde. Baron von Burleigh deutete daraufhin an, dass er von Leicesters Verrat weiß und Elisabeth informieren will. Die Szene stellt das retardierende Moment der Handlung dar. Zwar fällt die Handlung nach dem Höhepunkt, dem Treffen der Königinnen, doch hier wird noch einmal Spannung aufgebaut.
Die vorliegende Szene beginnt mit Leicesters Monolog. Er zeigt seine Angst vor Burleighs Beweisen (vgl. Z. 3) und bekennt, dass Elisabeth sein ganzes Handeln als langfristig geplante Intrige werten wird (vgl. Z. 12). Elisabeth wird ihm dies niemals verzeihen, die Situation scheint auswegslos (vgl. Z. 18). Im Dialog zwischen Leicester und Mortimer wird von Mortimer davon berichtet, dass man ihnen auf der Spur sei (vgl. Z. 21). Leicester versucht daraufhin, Mortimer abzuwimmeln und tut jede Gemeinsamkeit mit Mortimer ab (vgl. Z. 38). Als Mortimer davon erzählt, dass ein Brief von Marie an Leicester gefunden wurde, wächst dessen Verzweiflung (vgl. Z. 55). Mortimer versucht, Leicester zu einer Befreiungstat für Maria zu überreden (vgl. Z. 57). Getrieben von der verzwickten Lage erkennt Leicester plötzlich, dass er sich durch einen Wechsel der Fronten retten kann und lässt Mortimer von den Wachen als Verräter verhaften. Nach einem kurzen Schock verhöhnt Mortimer jedoch seinen Verräter (vgl. Z. 71ff.), beschimpft Elisabeth als Bastardkönigin, ruft die heilige Maria an und ersticht sich schließlich mit einem Dolch.
Leicesters wahrer Charakter zeigt sich in dieser Szene. Zunächst benutzte er Elisabeth, um an die Krone zu kommen und wendete sich dann aber Maria Stuart zu. Es geht ihm nur um sein eigenes Wohlergehen, er ist egoistisch (vgl. Z. 27). Trotzdem tut er so, als wäre er ehrlich und tugendhaft (vgl. Z. 38). Obwohl er nicht vor Intrigen und Verrat zurückschrickt, ist er im Grunde feige und zeigt keinen Mut durch seinen Wechsel der Fronten. Mortimer hingegen ist selbstlos, er kommt schließlich, um Leicester zu warnen und tut alles dafür, Maria zu retten (vgl. Z. 61). Dabei ist er emotional und leidenschaftlich (vgl. Z. 82ff.). Seinen Märtyrer-Selbstmord begeht er kompromisslos und entschlossen und so steht er als Kontrastfigur zum zögernden, berechnenden Leicester.
In dieser Szene wird das Drama stilisiert - der Blankvers und die gehobene Sprache dienen der Abgrenzung von der Alltagssprache. Durch das Durchbrechen des Versmaßes im Dialog wird die gefahrenvolle Situation verdeutlicht. Der Reim in Mortimer letzten Worten hingegen spiegelt die Verklärung und Leidenschaft Mortimers wider. Auch die Ausrufe Leicesters zeigen, dass er die Gefahr erkannt hat und sich bedroht fühlt. Die vermehrten Wiederholungen verdeutlichen die Bedrängnis. Mortimers rhetorische Frage lässt darauf schließen, dass er sich selbst die Mitschuld an Leicesters Verrat gibt. Zudem sind die Imperative in Mortimers Reden ein Indiz für seine Entschlossenheit und Emotionalität. Die Ellipsen in Leicesters Reden stehen hingegen für die schroffe Zurückweisung Leicesters gegenüber Mortimer.
Die These Gert Sautermeiers besagt, dass Schillers Drama bewusst für die Bühne konzipiert wurde. Dies wird hauptsächlich von dem Fakt unterstütz, dass Schiller sein Werk als geschlossenes Drama strukturiert. Die Handlungen folgen zügig aufeinander. Auch das Kriterium der Einheit der Zeit wird eingehalten durch die Konzentration auf die letzten drei Tage in Marias Leben. Der Ort begrenzt sich ebenfalls auf nur zwei Schauplätze. Die Veränderung der historischen Grundlage führt außerdem zu mehr Spannung, beispielsweise wurde die Figur des Mortimer erfunden und das Treffen zwischen den Königinnen fand nie statt. Auch wird sich hauptsächlich auf zwei Hauptfigurenkonzentriert - dies hat eine bessere Überschaubarkeit und ein klares Identifikations- und Aversionangebot für die Zuschauer durch die Protagonistin und Antagonistin zur Folge.
Trotz der fallenden Handlung baut Schiller in der vorliegenden Szene noch einmal Spannung auf, indem er Marias Schicksal im Unklaren lässt und eine weitere Rettungsoption andeutet. Die spannende, aktionsreiche Auseinandersetzung zwischen Leicester und Mortimer unterstützt dies. Des Weiteren wird Elisabeths Reaktion auf Leicesters Verrat zunächst nicht offenbart, was zu einer weiteren Spannungssteigerung führt. Auch außerhalb der Szene wird Spannung durch das erfundene Treffen der Rivalinnen als Höhepunkt erzeugt.
Die dargebotene Szene überrumpelt den Zuschauer durch Leicesters Verrat. Er wiederum wird überrascht mit Mortimers Märtyrer-Selbstmord. Innerhalb des gesamten Dramas sorgt Schiller immer wieder für kleine Überraschungen, etwa als sich der zunächst unfreundliche Mortimer als Verehrer Marias offenbart. Eine Täuschung entsteht zusätzlich, weil das Treffen der Königinnen anders verläuft als erwartet. Schiller sorgt außerdem mit ambivalenten Figuren für Überraschung; der selbstlose, leidenschaftliche Mortimer wird plötzlich fanatisch und gewaltsam; der feige, egoistische Leicester ist plötzlich ergriffen bei Marias Hinrichtung und verlässt konsequent den englischen Königshof.
Die Szene ist in vielerlei Hinsicht relevant für den weiteren Ausgang des Dramas Maria Stuart. Sie birgt zwei überraschende Wendungen - Mortimer begeht Selbstmord und Leicester wendet sich aufgrund der Gefahr von Maria ab. Die These Gert Sautermeiers besagt, dass Schillers Maria Stuart geradezu dafür geschaffen ist, Theaterbesucher zu begeistern. Ihm kann zugestimmt werden, denn Schiller überrascht die Zuschauer permanent durch entsprechende Handlungswendungen, unerwartete Aktionen der Figuren und tragische Entwicklungen.
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