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Aufgabe 4

Aufgaben
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Materialgestütztes Verfassen eines argumentierenden Textes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
„Die Literatur - wozu brauchen wir sie überhaupt?“
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Eine überregionale Tageszeitung greift diese Frage des bekannten deutschen Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki auf und veröffentlicht Beiträge dazu.
  • Verfasse einen Kommentar, in dem Du dich zu dieser Frage positionierst.
  • Nutze dafür die angegebenen Materialien und beziehe eigene Erfahrungen und eigenes Wissen ein. Wähle eine geeignete Überschrift.
  • Zitate aus den Materialien werden dem Stil eines Kommentars entsprechend ohne Zeilenangabe nur unter Nennung des Autors und ggf. des Titels wiedergegeben.
  • Dein Kommentar sollte etwa 800 Wörter umfassen.
  • Beachte, dass in der Prüfungssituation Hinweise auf deinen Namen, deinen Wohnort und auf den Standort deines Gymnasiums unzulässig sind.
#kommentar#materialgestützteerörterung
Material 1

Kolumne: Fragen Sie Reich-Ranicki (2007, Auszug)

$\,$
[…]
Marcel Reich-Ranicki: Die Literatur - wozu brauchen wir sie überhaupt? Uralt ist
diese Frage, beinahe so alt wie die Literatur selbst. Aber es kann nicht schaden, sie
von Zeit zu Zeit zu stellen.
Es ist nicht gerade eine Entdeckung, dass die Literatur schon ziemlich lange einen
5
schwierigen Verteidigungskrieg führen muss. Und es sind nicht nur allerlei teuf-
lische, doch keineswegs überflüssige technische Erfindungen, die ihre Existenz fort-
während bedrohen.
Man wird sagen: Was uns die vielen Fernsehprogramme offerieren, das mag die
Literatur verdrängen, aber ersetzen kann es sie nicht. Dann allerdings müssen wir
10
genau wissen, was wir von ihr erwarten, welche Funktion sie ausüben soll. Wozu
also Literatur? An Äußerungen hierüber fehlt es nicht, wir kennen klassische Ant-
worten von großer Schlichtheit, etwa: um Freude und Vergnügen zu bereiten, um das
Publikum zu amüsieren.
[…] Um was für einen, wenn ich so sagen darf, Mehrwert kann es sich hier handeln?
15
Um Belehrung, um Aufklärung, um Erbauung? Gewiss wurde die Literatur im Laufe
der Jahrhunderte häufig zur Magd der Philosophie, der Religion, der Politik oder der
Geschichtsschreibung degradiert - das hat meist eine unglückselige Verbindung
ergeben, aber gelegentlich dennoch zu Meisterwerken geführt.
Heute ist niemand darauf angewiesen, die Literatur zur Vermittlung von Ideen, Pro-
20
grammen oder Informationen zu missbrauchen. […]
Wozu sollte man, da es direkte Wege gibt, die praktisch und ohne Umstände zum
Ziel führen, den Umweg über die Kunst suchen, gar über die moderne Kunst, die in
sehr vielen Fällen nur einer intellektuellen Minderheit zugänglich ist - was nicht ihre
Bedeutung schmälert, wohl aber ihre Nützlichkeit und Verwendbarkeit als ldeen-
25
träger oder Informationsmittel. In dieser Hinsicht ist die Literatur nicht mehr kon-
kurrenzfähig. Zur Hoffnung, es ließe sich mit ihr die Welt verändern, gehört in
unserer Zeit eine tüchtige Portion Blauäugigkeit - oder Heuchelei.
Zu fragen wäre somit, welcher „Mehrwert“ sich denn noch anstreben lässt, wenn Be-
lehrung und Aufklärung, Agitation und Information kaum in Betracht kommen, ja in
30
literarischen Kunstwerken zu anachronistischen Elementen geworden sind. Die Lite-
ratur versucht zu entdecken und zu formulieren, was wir gespürt oder geahnt haben.
aber eben bloß gespürt oder vielleicht bloß geahnt.
Nur dann beweist sie ihre Daseinsberechtigung, wenn sie imstande ist, den Lesern
bewusst zu machen, was ihnen bisher nicht bewusst war und was sich -das ist das
35
Entscheidende -mit anderen Mitteln nicht bewusst machen lässt. Daher schlägt die
Stunde der Literatur stets, wenn es um Phänomene geht, die sich der wissenschaft-
lichen Erkundung wenigstens teilweise entziehen und die von vielen Menschen als
unberechenbar und unbegreiflich, ja als geheimnisvoll empfunden werden. Ein sol-
ches Phänomen ist die Liebe.
Aus: Marcel Reich-Ranicki: Kolumne „Fragen Sie Reich-Ranicki" (2007, Auszug).
In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23.05.2007;
online unter: http:/www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/fragen-sie-reich-ranicki/
fragen-sie-reich-ranicki-welchen-mehrwert-hat-moderne-literatur-1438868.html.
Marcel Reich Ranicki (1920-2013), polnisch-deutscher Publizist, gilt als einflussreichster deutschsprachiger Literaturkritiker seiner Zeit. Jahrelang beantwortete er in einer Kolumne Fragen von Lesern zum Thema Literatur.
#interview#literatur#zeitungsartikel
Material 2

Bill Watterson: Calvin und Hobbes (1996)

Aufgabe 4
Abb. 1: Aus: CALVIN AND HOBBES © /995 Watterson. Reprinted with permission of UNIVERSAL UCLICK. All rights reserved. Deutsche Übersetzung entnommen aus: Bill Watterson: Calvin und Hobbes. Eine Welt voller Wunder. Aus dem Amerikanischen von Alexandra Bartoszko. Carlsen Comics© Carlsen Verlag GmbH Hamburg 2008, S. 63.
Aufgabe 4
Abb. 1: Aus: CALVIN AND HOBBES © /995 Watterson. Reprinted with permission of UNIVERSAL UCLICK. All rights reserved. Deutsche Übersetzung entnommen aus: Bill Watterson: Calvin und Hobbes. Eine Welt voller Wunder. Aus dem Amerikanischen von Alexandra Bartoszko. Carlsen Comics© Carlsen Verlag GmbH Hamburg 2008, S. 63.
#comic
Material 3

Jorge Volpi: Die Emotionsmaschine (veröffentlicht in deutscher Übersetzung 2012)

$\,$
[…] Fiktionen haben neben vielen anderen Funktionen -zum Beispiel als Gedächt-
nisspeicher, Übermittler von Ideen und Maßstäben, Zukunftsbreviere -auch die
Funktion einer Emotionsmaschine. In einen Film, eine Fernsehserie, eine Seifenoper,
ein Theaterstück oder eine Geschichte einzutauchen ist eine Achterbahn der Emoti-
5
onen: Wir springen von einer Figur zur anderen, und mit jeder einzelnen leiden, lie-
ben, genießen wir, erheben wir uns, erstarren oder brechen wir zusammen -manch-
mal auch gegen unseren Willen. Es gibt Gemüter, die einen solchen Wahnsinn nicht
aushalten. […]
Aus: http://www.goethe.de/wis/bib/prj/hmb/the/158/de10438111.htm,
zuletzt aufgerufen am 11.11.2015.
Jorge Volpi (* 1968), mexikanischer Schriftsteller
#fiktion#literatur
Material 4

Mario Vargas Llosa: Ein Lob auf das Lesen und die Fiktion
(Nobelpreisrede Stockholm, 7. Dezember 2010)

$\,$
[…] Von der Höhle zum Wolkenkratzer, vom Knüppel zu Massenvernichtungs-
waffen, vom tautologischen Leben in der Sippe zur Ära der Globalisierung hat die
Literatur die menschlichen Erfahrungen vervielfacht, indem sie verhindert, dass wir
Menschen der Lethargie, Verschlossenheit und Resignation anheimfallen.
5
Nichts hat so sehr die Unrast gesät, Phantasie und Sehnsüchte gefördert wie dieses
Leben aus Lügen, das wir dank der Literatur unserem eigenen hinzufügen, um selbst
große Abenteuer und Leidenschaften zu erleben, wie sie das wirkliche Leben uns
niemals vergönnen wird. Die Lügen der Literatur werden wahr durch uns, die von ihr
veränderten, von ihren Sehnsüchten angesteckten Leser, und durch die Schuld der
10
Fiktion leben wir in beständigem Zwist mit der mittelmäßigen Wirklichkeit. Die
Literatur ist ein Zauberwerk, das uns vorgaukelt zu haben, was wir nicht haben, zu
sein, was wir nicht sind, eine unmögliche Existenz zu führen, in der wir uns wie
heidnische Götter irdisch und unsterblich zugleich fühlen, und das damit die Un-
angepasstheit und Rebellion in unseren Köpfen keimen lässt, wie sie allen großen
15
Taten zugrunde liegen, die zu einer Verringerung der Gewalt in den menschlichen
Beziehungen beigetragen haben. Zu ihrer Verringerung, nicht ihrer Abschaffung.
Denn unsere Geschichte wird zum Glück immer unvollendet sein. Und deshalb
müssen wir weiter träumen, lesen und schreiben, die wirksamste Form, die wir ge-
funden haben, unsere vorübergehende Existenz zu erleichtern, das Nagen der Zeit zu
20
besiegen und das Unmögliche möglich zu machen.
Aus: https://www.nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/2010/vargas_llosa-lecture_ty.html,
zuletzt aufgerufen am 11.11.2015.
Mario Vargas Llosa (* 1936), peruanischer Schriftsteller
#fiktion#literatur#rede
Material 5

Susan Sontag: Die Erweiterung der Welt. Warum Literatur lebensnotwendig ist
(Dankesrede zur Verleihung des Literary Award, 2004)

$\,$
[…] Große Romanschriftsteller erschaffen eine neue, einzigartige, individuelle Welt
- durch die Vorstellungskraft, durch eine überzeugende Sprache, durch handwerk-
liches Können - und reagieren auf eine Welt, die sie mit anderen teilen. die vielen
Menschen, eingeschlossen in ihrem jeweiligen Kosmos, unbekannt oder unverständ-
5
lieh ist. Nennen Sie es Geschichte oder Gesellschaft. Die wirklich bedeutenden
Schriftsteller erweitern unser Bewußtsein, unser Mitgefühl, unser Wissen.
Literatur ist Wissen, wie beschränkt auch immer - wie alles Wissen. Doch sie ist
nach wie vor einer der wichtigsten Wege. die Welt zu verstehen. Gute Schriftsteller
verstehen viel von Komplexität. von der Komplexität der Gesellschaft, des privaten
10
Lebens, der familiären Abhängigkeiten und Gefühle, von der Macht des Eros. von
den unterschiedlichen Ebenen des Empfindens und Kämpfens.
In unserer degenerierten Kultur werden wir fast überall dazu angehalten, die Realität
zu vereinfachen. Weisheit zu mißachten. Es steckt viel Weisheit im kostbaren Erbe
der Literatur, der Weltliteratur, die uns weiter ernähren kann, die einen unerläßlichen
15
Beitrag zu unserer Menschlichkeit leistet, indem sie eine komplexe Sicht der
menschlichen Empfindungen und der Widersprüche artikuliert, ohne die es in Litera-
tur und in Geschichte kein Leben gibt. […]
Aus: Susan Sontag: Die Erweiterung der Welt: Warum Literatur lebensnotwendig ist.
(Dankesrede zur Verleihung des Literary Award, 2004, Auszug).
Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung
Nr. 305, 30.12.2004, S. 39.
Susan Sontag (1933-2004), amerikanische Schriftstellerin. Publizistin und Essayistin
#rede#literatur
Material 6

Andreas Steinhöfel: „Habt nicht so viel Angst!“ (2014)

$\,$
Der deutsche Kinder- und Jugendbuchautor Andreas Steinhöfel (*1962) fordert, Kin-
der nicht zum Lesen zu zwingen. Interview Katrin Hörnlein
Andreas Steinhöfel, seit 25 Jahren schreiben Sie für Kinder und Jugendliche.
Hat Literatur für junge Leser einen Bildungsauftrag?
5
Das ist eine weit verbreitete Annahme - leider! Mir schreiben viele Eltern, die Angst
haben, dass ihr Kind nicht liest. Die fordern von mir als Autor, Stoffe zu schreiben,
die das Kind zum Lesen bringen. Ich frage dann immer: „Warum möchten Sie denn,
dass Ihr Kind liest?“ Und die häufigste Antwort ist, es soll sich später durch das
Lesen von Zeitungen eine fundierte Meinung bilden können. Dann antworte ich:
10
„Offenbar ist Ihr Kind aber gerade der sehr fundierten Meinung, dass es nicht lesen
möchte, weil sein Leben ohne Bücher momentan prima ist.“
Sie finden nicht, dass Kinder lesen sollten?
Wenn ein Kind partout nicht lesen will, dann lasst es doch. Lesen ist eins der vielen
Dinge, die Kinder heute aufgesattelt kriegen. Es ist ein Qualitätskriterium fürs Leben,
15
wie ein Punkt im Lebenslauf, der darüber bestimmt, wie das Kind später mal wirt-
schaftlich besteht.
Was ärgert Sie daran?
Es geht überhaupt nicht mehr darum, ob uns ein Buch ästhetisch oder seelisch be-
reichert. Das lesende Kind ist ein Wert an sich geworden. Ob das vielleicht ein klei-
20
nes Arschloch-Kind ist, interessiert niemanden. Ich kenn massenweise extrem unan-
genehme Menschen, die ganz viele Bücher lesen. Da hat das ganze Bücherlesen
nichts genützt. Ich kenn umgekehrt unglaublich viele Erwachsene, die gar nicht lesen
und großartige Menschen sind. Das Buch hat bei uns so einen mythischen Nimbus,
den würde ich ihm gern mal aberkennen.
25
Sie sollten froh sein, Sie leben schließlich vom Buchverkauf. Wenn man nicht
für den Lebenslauf liest, wofür sollte man es tun?
Mir öffnet Lesen andere Welten. Lesen bedeutet für mich, sich in etwas reinfallen zu
lassen, sich getragen zu fühlen oder auch abgestoßen, sich mit dem auseinanderzu-
setzen, was ein Autor oder eine Autorin anbietet. Dann hält Lesen den Geist beweg-
30
lich. Aber ein Kind, das nicht liest, kann seinen Geist auch mit anderen Dingen be-
weglich halten. […]
Sie haben vor 25 Jahren mit dem Schreiben begonnen, weil Sie gegen ein
schlechtes Kinderbuch anschreiben wollten. Haben wir heute mehr gute Bücher
für junge Leser?
35
Das hat sich nicht sonderlich geändert. Was sich verändert hat, ist die Hysterie ums
Lesen. Aber Bücher sind keine Weltenretter. Wenn dieses Medium so großartig
wäre, dann hätten wir längst den Weltfrieden herbeigeschrieben. Das Buch ist kein
magisches Mittel. Und wenn es sich irgendwann ins Digitale auflöst oder in etwas
ganz anderes, dann ist das so. Kulturen entwickeln sich. Was nie sterben wird, sind
40
die Geschichten. Es ist ein menschliches Grundbedürfnis: Du musst Geschichten
hören, damit Du weißt, dass Du existierst.
Aus: ZEIT Chancen, Schule und Erziehung Nr. 38,
September 2014, S. 40ff.
#zeitungsartikel#lesen#interview
Material 7

Studie zur Relevanz des Lesens von Büchern (2013)

Frage: Inwieweit würden Sie persönlich den folgenden Aussagen in Bezug auf Bücherlesen zustimmen?
(5er Skala: 1 = stimme voll und ganz zu - 5 = stimme überhaupt nicht zu}
Lesebeispiel:
90,7 % der Befragten stimmen der Aussage voll und ganz zu/stimmen zu, dass Kinder lesen und mit Büchern aufwachsen sollten.
Aufgabe 4
Abb. 2: Aus: http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/Buch_Lese_Relevanz_2013_Daten_ausfuehrlich.pdf
Aufgabe 4
Abb. 2: Aus: http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/Buch_Lese_Relevanz_2013_Daten_ausfuehrlich.pdf
#lesen#studie#buch
Bildnachweise [nach oben]
[1]
CALVIN AND HOBBES © 1995 Watterson. Reprinted with permission of UNIVERSAL UCLICK. All rights reserved. Deutsche Übersetzung entnommen aus: Bill Watterson: Calvin und Hobbes. Eine Welt voller Wunder. Aus dem Amerikanischen von Alexandra Bartoszko. Carlsen Comics© Carlsen Verlag GmbH Hamburg 2008, S. 63.
[2]
http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/976/Buch_Lese_Relevanz_2013_Daten_ausfuehrlich.pdf.
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  • Eine überregionale Tageszeitung greift diese Frage des bekannten deutschen Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki auf und veröffentlicht Beiträge dazu.
  • Verfasse einen Kommentar, in dem Du dich zu dieser Frage positionierst.
  • Nutze dafür die angegebenen Materialien und beziehe eigene Erfahrungen und eigenes Wissen mit ein. Wähle eine geeignete Überschrift.
  • Zitate aus den Materialien werden dem Stil eines Kommentars entsprechend ohne Zeilenangabe nur unter Nennung des Autors und ggf. des Titels wiedergegeben.
  • Dein Kommentar sollte etwa 800 Wörter umfassen.
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Ein Kommentar ist im Journalismus eine Textform, bei welcher der Autor namentlich genannt ist und aus der eigenen Wahrnehmung heraus ein Thema darstellt. Du sollst also einen Meinungsbeitrag zu der Leitfrage verfassen. Hierbei hast du sieben verschiedene Materialien zur Verfügung. Sinnvoll ist es, schon beim ersten Lesen der Unterlagen, gute Pro- und Kontraargumente zu markieren. Hierfür kannst du einfach zwei verschiedene Farben nehmen.
Im Anschluss solltest du deine Argumente sortieren. Entweder du schreibst erst den Textblock zu der einen und dann zu der anderen Position im Sanduhrformat. Du kannst aber auch aspektorientiert vorgehen. Ein Verfahren, das für den Leser sicher spannender ist und somit mehr in das Textformat passt.
Vergiss nicht, deinem Text eine passende - vielleicht etwas provokante - Überschrift zu geben. Sinnvoll ist es, das erst am Ende zu tun, da sich der inhaltliche Schwerpunkt eines Textes beim Schreiben durchaus noch verändern kann.
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Materialgestütztes Verfassen eines argumentierenden Textes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
„Die Literatur - wozu brauchen wir sie überhaupt?“
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Literatur als Rettung der Welt?

Wozu brauchen wir Literatur? Wozu brauchen wir sie überhaupt und wozu noch, wo wir viele andere Medien haben? Welche Funktionen kann Literatur noch erfüllen? Eine Kettenreaktion an Fragen, deren Beantwortung sehr komplex ist und sicherlich auch individuell anders ausfällt.
Fragestellung
Zunächst ist mir an dieser Stelle wichtig, es geht nicht um das Buch als Medium, sondern um Literatur als Gegenstand, der in Büchern aber auch digital in E-Books oder frei verfügbar auf Internetplattformen zur Verfügung steht. Literatur ist eine Kunstform des verfassten Textes, Romane, Erzählungen und Lyrik.
Argumentation
Literatur war im 19. und 20. Jahrhundert der Unterhaltungsgegenstand schlechthin, egal ob in Zeitungen oder im Buchformat, als Kalenderblatt oder Publikation. Abgelöst wird dieser Unterhaltungsaspekt heute durch Medien wie TV und Internet. Hier sind soziale Netzwerke und Blogs als Unterhaltungsmedien im Trend. Diese Informationskanäle sind oft im Auge des Kosumenten einfacher zu verstehen und schneller zugänglich. Sollte dies die Literatur ablösen, dann ist das nach Steinhöfel ein normaler kultureller Entwicklungsprozess.
Medien und Zeit
Doch wenn man sich die Zeit nimmt, Literatur zu lesen, dann werden komplexe Denkanstöße gegeben. Die Karikatur von Calvin und Hobbes stellt genau das dar. Es werden Denkanstöße vermittelt und Kinder können durch Literatur lernen. Doch es gibt auch Kinder, die nicht lesen möchten. Eben diese sollte man nicht dazu zwingen, sagt Steinhöfel. Das Lesen an sich ist für ihn kein Wert, für ihn ist Literatur und Lesen zu überschätzt. Dennoch, 90,7% stimmen der Aussage zu, Kinder sollen lesen und mit Büchern aufwachsen. Aber hat Steinhöfel nicht Recht, das Lesen an sich ist nicht der Wert, den wir erzielen wollen. Lesen hält den Geist beweglich, aber das Kind hat noch viele andere Möglichkeiten, lebendig und gedanklich aktiv zu sein.
Kinderliteratur
Heute sei niemand darauf angewiesen, die Literatur zur Vermittlung von Ideen, Programmen oder Informationen zu missbrauchen, so auch Ranicki in seiner Kolumne. Die Frage stellt sich mir, wozu habe ich Literatur dann? Belehrung, Philosophien, wissenschaftliche Hintergründe kann man aus dem Internet, aus Dokumentarfilmen oder sogar aus Spielfilmen und Serien ziehen. Aber dennoch sind 74,6% der Befragten einer Studie der Meinung, Lesen sei ein Zeichen von Bildung. Aber ist Lesen nicht nur ein Faktor, der Bildung herstellt? Müssen sich Eltern wirklich Sorgen machen, wenn ihr Kind nicht liest? Nein - Ich denke Bildung kann man durch lesen erlangen, ja höchstwahrscheinlich, aber man kann durchaus auch durch andere Medien gebildet werden.
Bildung durch Literatur
Ich denke, Literatur kann aber einen Aspekt leisten, der bei den anderen Quellen ausbleibt, sie kann Weltwissen und Weisheiten vermitteln. Beim Lesen kann man jederzeit Denkpausen machen, den Text immer wieder lesen und Zeit verstreichen lassen. Das ist bei anderen Medien eher unüblich. Die Literatur kann unser Bewußtsein, unser Mitgefühl, unser Wissen erweitern, so Susan Sontag. Das kleine Wörtchen ‚kann‘ ist hierbei allerdings meiner Meinung nach entscheidend. Hierzu benötigt es dennoch einen reflektierten Menschen, der diese Weisheiten der Weltliteratur aufzunehmen bereit ist.
Weltwissen
Und diesen Aspekt, diese Überbewertung von Literatur sehe nicht nur ich kritisch. Bücher sind keine Weltenretter, in dem Punkt gebe ich Steinhöfel recht, es gibt bücherlesende Menschen, die, Zitat seinerseits, extrem unangenehm sind, und großartige Menschen, die nicht lesen. Lesen ist keine Garantie für Weisheit und Empathie, schließt diese Fähigkeiten aber auch nicht aus. Literatur ist kein magisches Heilmittel. Und nicht alles, was sich als Literatur bezeichnen lassen kann, verdient diesen Namen. Ein weiterer Aspekt, nicht alle Texte haben das Potenzial dazu, überhaupt als Heilmittel nach dieser Auffassung in Frage zu kommen.
Bücher als Weltenretter
Doch wenn man sich dann auf einen Text einlässt - und das kann ich aus eigenen Erfahrungen bestätigen - dann ist es wie bei einem sehr guten Film so, dass man mitleidet, mitfühlt, mitempfindet und mithofft. Volpi hat Recht, in eine Geschichte einzutauchen, ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Das wiederum erträgt nicht jeder, kann aber doch jeder entscheiden. Es wird möglich, in eine Existenz einzutauchen und diese nachzuleben. Man kann andere Leben leben und so, wie der Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa richtig bemerkt, das Nagen der Zeit an unserer Existenz erleichtern, indem wir andere Leben aus der Literatur zu unserem eigenen hinzufügen.
Literatur lässt andere Leben leben
Literatur kann das bewusst machen, wozu die Wissenschaft nicht im Stande ist, soweit hat Reich-Ranicki es auf den Punkt getroffen. Der Literatur allerdings eine mythische Stellung einzuräumen und ihre Kraft zu idealisieren, kann nur daher kommen, dass man die Augen vor engstirnigen Lesern und schlechter Literatur verschließt. Außerdem sollte man aufhören, den ökonomischen Mehrwert hinter Literatur zu suchen und wieder mehr den Aspekt in den Mittelpunkt rücken, der schon Jahrhunderte gegolten hat. Geschichten, transportiert auf welchem Weg auch immer, wird es immer geben. Sie unterhalten den Menschen und zeigen uns, dass wir leben. Steinhöfel beendet sein Interview mit diesem Fazit und ich kann es nur noch in einem Punkt ergänzen: Ob Literatur deine eigene Welt verändern kann, das hängt von der Perspektive ab, mit der du dich ihr näherst. Wenn das am Ende nicht der Fall ist, dann kannst du dennoch ein fabelhafter Mensch sein - nur gib ihr eine Chance.
Schluss
#these#beleg#argument#kommentar#medien
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