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Text

Aufgaben
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Wilhelm Genazino: Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman

(Textausschnitt)
70
und las. Ich brachte kleine Skizzen und
Kurzgeschichten hervor, die ich wahl-
los an Redaktionen von Zeitungen und
Zeitschriften schickte. Das Spektrum
reichte von einer Wochenschrift mit
75
dem Titel „Lukullus", einer sogenann-
ten Kundenzeitschrift, die damals in der
Metzgerei auslag, in der wir einkauften,
bis hin zum Münchner Simplicissimus,
einer Satire$^1$ -Zeitschrift mit berühmter
80
so Vergangenheit, von der ich damals frei-
lich nichts wußte. Nach weiteren zwei
Minuten signalisierte uns der Chef, daß
das halbbittere Vorstellungsgespräch,
kurz bevor es ganz bitter wurde, be-
85
endet war und daß wir gehen sollten.
Mutter schob mein letztes Schulzeug-
nis zurück in ihre Handtasche. Es war
klar, daß ich kein Gärtner werden muß-
te, und ich war nicht böse drum. Es tat
90
mir leid, daß Mutter meinetwegen be-
trübt war. Auch in der Straßenbahn,
während der Heimfahrt, löste sich die
Beklemmung nicht. Ich hoffte, daß mir
Mutter keine Vorwürfe machen würde.
95
Tatsächlich blieb sie still. Wenigstens
dafür wollte ich ihr danken, aber ich
brachte auch jetzt den Mund nicht auf.
Draußen schnippte ein junger Mann
seine Kippe gegen die Straßenbahn, in
100
der wir saßen. Dummerweise mußte
ich darüber kurz lachen. Sofort sah Mut-
ter zu mir herüber. Sie verstand nicht,
wie ich nach diesem enttäuschenden
Tag kichern konnte, wenn auch nur
105
kurz. Ich verstand es selbst nicht. Aus
Verärgerung schaute Mutter mit ab-
sichtlicher und größtmöglicher Fremd-
heit an mir vorbei. Ich behielt für mich,
daß ich diesen aufgespaltenen Blick
110
(nicht angeschaut werden, aber doch
gemeint sein) noch weniger verstand
als mein Lachen.

Zu Hause warteten angenehmere Über-
115
raschungen auf mich. Zwei Zeitschrif-
ten, eine Tierschutz-Illustrierte und das
Mitteilungsblatt des Apotheker-Ver-
bandes, hatten kurze Texte von mir ge-
druckt und mir Belegexemplare ge-
120
schickt. Ich setzte mich in die Küche, las
meine Beiträge und freute mich. Mutter
hatte sich in das Schlafzimmer zurück-
gezogen. Ich glaube, es verblüffte mich
nicht, daß meine Texte gedruckt wur-
125
den. Schon als Siebzehnjähriger hätte
ich mich Schriftsteller nennen dürfen,
was ich mich jedoch nicht traute. Es war
klar, die Lehre, in die ich früher oder
später eintreten würde, war nichts wei-
130
ter als eine Übergangslösung. In Wahr-
heit wollte ich schreiben, hauptberuf-
lich, und zwar sofort. Wie ich das an-
stellen sollte, wußte ich freilich nicht,
und ich war deswegen bekümmert.

743 Wörter
Begriffserklärung:
$^1$ Satire: (politische) Kritik durch Verspottung
(Quelle: Wilhelm Genazino, Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman. © Carl Hanser Verlag München 2003.)
Anmerkung: Der Text ist aus urheberrechtlichen Gründen unverändert in der alten Rechtschreibung abgedruckt.
#literatur#roman
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