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Thema 4

Aufgaben
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Thema 4: Gedichtinterpretation

Materialien:

M1: Kurt Tucholsky: Augen in der Großstadt (1930)
M2: Reiner Kunze: Die Liebe (1984)

Aufgabenstellung:

$\blacktriangleright\;$ Interpretiere eines der Gedichte.
#gedichtinterpretation

M1: Kurt Tucholsky: Augen in der Großstadt

$\,$
Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
5
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
10
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück …
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
15
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hasts gefunden,
20
nur für Sekunden …
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück …
Vorbei, verweht, nie wieder.

25
Du musst auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
30
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Es sieht hinüber
und zieht vorüber …
35
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.

(Quelle: Tucholsky, Kurt: Warum lacht die Mona Lisa? Gedichte, Lieder und Chansons. Herausgegeben von Helga Bemmann. Berlin: Henschelverlag 1980, S. 142 f.)
#kurttucholsky#gedicht#großstadtlyrik

M2: Reiner Kunze: Die Liebe

$\,$
Die liebe
ist eine wilde rose in uns
Sie schlägt ihre wurzeln
in den augen,
5
wenn sie dem blick des geliebten begegnen
Sie schlägt ihre wurzeln
in den wangen,
wenn sie den hauch des geliebten spüren
Sie schlägt ihre wurzeln
10
in der haut des armes,
wenn ihn die hand des geliebten berührt
Sie schlägt ihre wurzeln,
wächst wuchert
und eines abends
15
oder eines morgens
fühlen wir nur:
sie verlangt
raum in uns

Die liebe
20
ist eine wilde rose in uns,
unerforschbar vom verstand
und ihm nicht untertan
Aber der verstand
ist ein messer in uns

25
Der verstand
ist ein messer in uns,
zu schneiden der rose
durch hundert zweige
einen himmel

(Quelle: Kunze, Reiner: gespräch mit der amsel. frühe gedichte. sensible wege. zimmerlautstärke. Frankfurt/M: S. Fischer Verlag 1984, S. 7 f.)
#gedicht
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Thema 4: Gedichtinterpretation

Materialien:

M1: Kurt Tucholsky: Augen in der Großstadt (1930)
M2: Reiner Kunze: Die Liebe (1984)

Aufgabenstellung:

$\blacktriangleright\;$ Interpretiere eines der Gedichte.

Tipp
Deine Aufgabe ist eine vollständige Gedichtinterpretation zu einem der beiden Gedichte. Lies dir dazu erst einmal das gewählte Gedicht mehrmals durch und markiere, alles was dir auffällt, farbig. Nachdem du das Gedicht ausführlich untersucht hast, solltest du das Gedicht noch einmal gründlich lesen und deine Notizen und Überlegungen ordnen.
  • Kannst du eine zentrale Aussage erkennen?
  • Wie passen Inhalt und Form zusammen?
  • Wie wirken die Stilmittel auf dich?
Schreibe deine Beobachtungen auf einem Schmierzettel stichwortartig auf, um deine Interpretation inhaltlich grob zu gliedern.
$\blacktriangleright$  Deinen Text verfassen
Jetzt kannst du damit anfangen, den eigentlichen Text zu verfassen.
  1. Beginne mit einer Einleitung:
    • Nenne Autor, Titel und Entstehungszeit des Gedichts.
    • Formuliere die Kernaussage des Themas.
    • Lasse einfließen, wenn du mehr über die Epoche oder den Autor weißt.
    • Verfasse eine kurze Inhaltsangabe zum Gedicht und leite auf deine Interpretation über.
  2. Im Hauptteil kommt es auf deine Beobachtungen an. Wichtig ist:
    • Schreibe keine Inhaltsangabe.
    • Verknüpfe deine Deutung des Inhalts mit Form und Sprache des Gedichts.
    • Zeige verschiedene Interpretationsansätze auf, mache deutlich, wie die Sprache den Inhalt stützt und belege dabei die wichtigen Stellen mit Zitaten.
  3. Beende deine Interpretation mit einem Schlussteil:
    • Bringe deine Beobachtungen kurz auf den Punkt.
    • Du kannst außerdem deinen eigenen Eindruck beschreiben und zum Thema oder zur sprachlichen Gestaltung Stellung nehmen.
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Thema 4: Gedichtinterpretation

Materialien:

M1: Kurt Tucholsky: Augen in der Großstadt (1930)
M2: Reiner Kunze: Die Liebe (1984)

Aufgabenstellung:

$\blacktriangleright\;$ Interpretiere eines der Gedichte.
Tipp
Deine Aufgabe ist eine vollständige Gedichtinterpretation zu einem der beiden Gedichte. Lies dir dazu erst einmal das gewählte Gedicht mehrmals durch und markiere, alles was dir auffällt, farbig. Nachdem du das Gedicht ausführlich untersucht hast, solltest du das Gedicht noch einmal gründlich lesen und deine Notizen und Überlegungen ordnen.
  • Kannst du eine zentrale Aussage erkennen?
  • Wie passen Inhalt und Form zusammen?
  • Wie wirken die Stilmittel auf dich?
Schreibe deine Beobachtungen auf einem Schmierzettel stichwortartig auf, um deine Interpretation inhaltlich grob zu gliedern.
$\blacktriangleright$  Deinen Text verfassen
Jetzt kannst du damit anfangen, den eigentlichen Text zu verfassen.
  1. Beginne mit einer Einleitung:
    • Nenne Autor, Titel und Entstehungszeit des Gedichts.
    • Formuliere die Kernaussage des Themas.
    • Lasse einfließen, wenn du mehr über die Epoche oder den Autor weißt.
    • Verfasse eine kurze Inhaltsangabe zum Gedicht und leite auf deine Interpretation über.
  2. Im Hauptteil kommt es auf deine Beobachtungen an. Wichtig ist:
    • Schreibe keine Inhaltsangabe.
    • Verknüpfe deine Deutung des Inhalts mit Form und Sprache des Gedichts.
    • Zeige verschiedene Interpretationsansätze auf, mache deutlich, wie die Sprache den Inhalt stützt und belege dabei die wichtigen Stellen mit Zitaten.
  3. Beende deine Interpretation mit einem Schlussteil:
    • Bringe deine Beobachtungen kurz auf den Punkt.
    • Du kannst außerdem deinen eigenen Eindruck beschreiben und zum Thema oder zur sprachlichen Gestaltung Stellung nehmen.
Tipp
Deine Aufgabe ist eine vollständige Gedichtinterpretation zu einem der beiden Gedichte. Lies dir dazu erst einmal das gewählte Gedicht mehrmals durch und markiere, alles was dir auffällt, farbig. Nachdem du das Gedicht ausführlich untersucht hast, solltest du das Gedicht noch einmal gründlich lesen und deine Notizen und Überlegungen ordnen.
  • Kannst du eine zentrale Aussage erkennen?
  • Wie passen Inhalt und Form zusammen?
  • Wie wirken die Stilmittel auf dich?
Schreibe deine Beobachtungen auf einem Schmierzettel stichwortartig auf, um deine Interpretation inhaltlich grob zu gliedern.
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Jetzt kannst du damit anfangen, den eigentlichen Text zu verfassen.
  1. Beginne mit einer Einleitung:
    • Nenne Autor, Titel und Entstehungszeit des Gedichts.
    • Formuliere die Kernaussage des Themas.
    • Lasse einfließen, wenn du mehr über die Epoche oder den Autor weißt.
    • Verfasse eine kurze Inhaltsangabe zum Gedicht und leite auf deine Interpretation über.
  2. Im Hauptteil kommt es auf deine Beobachtungen an. Wichtig ist:
    • Schreibe keine Inhaltsangabe.
    • Verknüpfe deine Deutung des Inhalts mit Form und Sprache des Gedichts.
    • Zeige verschiedene Interpretationsansätze auf, mache deutlich, wie die Sprache den Inhalt stützt und belege dabei die wichtigen Stellen mit Zitaten.
  3. Beende deine Interpretation mit einem Schlussteil:
    • Bringe deine Beobachtungen kurz auf den Punkt.
    • Du kannst außerdem deinen eigenen Eindruck beschreiben und zum Thema oder zur sprachlichen Gestaltung Stellung nehmen.

M1: Kurt Tucholsky: Augen in der Großstadt

Das Gedicht „Augen in der Großstadt“ wurde von dem Autor Kurt Tucholsky 1930 verfasst. Das ist nach dem ersten Weltkrieg und zum Ende des Expressionismus. Der Expressionismus ist eine Epoche, in der viele Stadtgedichte entstanden und auch hier wird die Anonymität des Stadtlebens zum Thema gemacht.
Einleitung
Die Menschen in der Stadt begegnen sich nur flüchtig und es findet kaum Interaktion statt. Das lyrische Ich des Gedichts spricht den Leser mit „du“ persönlich an und hat somit einen festen Adressaten, wobei das „du“ hier ein Stadtbewohner ist.
Hauptteil
Thema des Gedichts
Das Gedicht ist in drei Strophen unterteilt, wobei innerhalb der Strophen die Verse anhand ihrer Reimstruktur erneut zu gruppieren sind. Die erste und zweite Strophe haben je 12 Verse. die ersten vier im Kreuzreimschema, die kommenden vier im Paarreimschema und die letzten vier erneut im Kreuzreimschema. Die dritte Strophe hat drei zusätzliche Verse. Die ersten vier Verse im Kreuzreim, die kommenden vier reimen sich alle, dann zwei Verse die sich reimen, und fünf Verse im Kreuzreimschema, wobei Vers 38, wie eingeschoben, die Reimstruktur unterbricht. Das Metrum ist der Jambus, wobei das Metrum nicht durchgehend eingehalten wird. Anhand dieser Formstruktur lässt sich keine bestimmte Untergattung feststellen, allerdings ist auffällig, dass Wiederholungen einzelner Verse eine Art Refrain bilden.
Formanalyse
  • Strophenstruktur
  • Versstruktur
  • Reimschema
  • Metrum
  • Gattung
Die Gliederung des gedichts ergibt sich aus der Strophen und Versgestaltung. Alle drei Strophen thematisieren die Einsamkeit und Anonymität in der Stadt, wobei sich die Schnelllebigkeit immer mehr steigert.
Gliederung des Gedichts
Direkt im ersten Vers wird der Adressat des Gedichts genannt und die Wiederholung der beiden Konjunktionen „wenn“ (V. 1 + 3), einer Anapher, leitet Konditionalsätze ein. Der Leser kann sich anhand dieser Bedingungen leicht in die entsprechende Situation am Bahnhof einer Großstadt hineinversetzen.
Demgegenüber steht im nächsten Teil der Strophe die Stadt. Sie wird personifiziert und mit „asphaltglatt“ (V. 6) und „Menschentrichter“ (V. 7) folgen der Personifikation zwei Neologismen. Das gewohnte Sprachrepertoire des Autors scheint nicht auszureichen um das gewollte auszudrücken. stichhaltige Begriffe sollen die Beschreibung auf den Punkt bringen. Die Beschreibung „Millionen Gesichter“ (V. 8) bezeichnet erstmals das Thema des Gedichts. Der Mensch wird auf sein Gesicht, seine äußere Erscheinung reduziert und damit verdinglicht und nicht mehr als Ganzes wahrgenommen. Zusätzlich ist die Masse der Menschen, die Anonymität, ein wichtiges Thema.
Genau das zeigt sich in dem Refrain, der nun folgt und in Strophe zwei wiederholt wird. Die Menschen werden nicht als vollständige Person gesehen sondern „Augen“, „Blick“, „Brauen“, „Pupillen“ und „Lider“ (V. 21f.) bilden das Gesicht. Überreizte Wahrnehmung durch viele Bilder und Eindrücke als typischces Thema der Großstadtlyrik finden sich in dieser Formulierung. Nun werden wieder die Fragen des angesprochenen Du´s thematisiert, indem das Problem, dass man keinen der Menschen wirklich kennenlernen kann, angesprochen wird. Verstärkt sprachlich durch die Alliteration „vorbei, verweht“ (V. 12).
Strophe 1
In der zweiten Strophe kommt verstärkt ein zeitlicher Aspekt hinzu, die Zeit rennt und Situationen verfliegen, immer wieder das gleiche, „dein Leben lang“ (V. 13). Hierbei stellt die Formulierung eine Metapher für den Lebensweg dar. Die verlorenen Augenblicke auf den Wegen in der Stadt werden inhaltlich verglichen mit den verpassten Gelegenheiten im Lebenslauf eines Menschen.
„Nur für Sekunden“ (V. 20) besteht zwischen dem Du und einem Auge, welches personifiziert wird und „winkt“ (V. 17), eine Interaktion, dann geht alles den gewohnten Gang.
Vers 21, 22 und 24 sind Wiederholungen aus der ersten Strophe, werden aber von einer neuen Antwort auf die rhetorischen Frage begleitet. Dazu kommt erneut der Zeitaspekt, denn „kein Mensch dreht die Zeit zurück …“(V. 23).
Strophe 2
Die dritte Strophe widmet sich mehr dem Bezug zwischen dem ‚Du‘ und den Mitmenschen, „den fremden Andern“ (V. 28). Dieser andere kann Freund, Feind oder Genosse sein (vgl. V. 29-32). Durch das Modalverb können wird hier deutlich, dass alle drei Optionen nicht Realität sind. In der schnellebigen Stadtwelt kommt es zwischen Menschen gar nicht so weit, dass sie irgendeine Form von Beziehung entwickeln können. Erst bei der Antwort auf die rhetorische Frage „Was war das?“ (V. 37) wird das erste mal aus den einzelnen Bestandteilen eines Menschen die „Menschheit“ (V. 38). Die Einzelteile, die in der schnellen Welt als einzelne Eindrücke hängen bleiben werden hier zwar zusammengefasst aber dennoch gehen sie „[v]orbei, verweht, nie wieder“ (V. 39).
Strophe 3
Das Gedicht greift durch viele Wiederholungen strukurell das auf, was auch inhaltlich Kernthema ist. Die schnelle, immer wiederkehrende Welt der Großstadt wird kritisiert. Ein typisches Thema der Großstadtlyrik im Expressionismus ist die Anonymität und Schnellebigkeit in den Städten. Diese Thematik greift das Gedicht gut auf, sowohl inhaltlich also auch sprachlich und strukturell.
Schluss
#reimschema#metrum#stilmittel

M2: Reine Kunze: Die Liebe

Das Gedicht „Die Liebe“ von Reiner Kunze ist in den 80er Jahren verfasst. 1984 veröffentlichte er das Gedicht, in dem die Liebe metaphorisch als Rose dargestellt wird.
Einleitung
Diese Rose verwurzelt sich im Körper und steht dem Verstand gegenüber. Die liebe wird als Thema schon in der Überschrift festgelegt und durch die Metapher zieht sich sich durch das gesamte Gedicht. Das lyrische Ich bezieht sich selbst und den Leser ein, indem von „uns“ (V. 2) die Rede ist.
Hauptteil
Thema des Gedichts
Aufgebaut ist das Gedicht in drei Strophen, die 18, 6 und 5 Verse haben. Es ist also keine eindeutige Struktur zu erkennen und auch die Verse selbst unterscheiden sich in ihrer Länge. Es gibt kein festes Reimschema und kein eindeutiges Metrum. Durch Wiederholungen verschiedener Verse ergibt sich dennoch ein Sprachrhythmus. Jede Strophe beginnt ähnlich, zweimal mit „Die liebe“ (V. 1 + 19) und einmal mit „Der verstand“ (V. 25). Auffällig ist zudem, dass das gesamte Gedicht, abgesehen von den Strophen- und Satzanfängen klein geschrieben ist. Wenige Satzzeichen und viele Enjambementes vollenden die unstrukturierte Form.
Formanalyse
  • Strophen- und Versstruktur
  • Reimschema
  • Metrum
Die drei Stophen unterteilen auch inhaltlich drei verschiedene Themenbereiche. In der ersten Strophe geht es um die Liebe und ihre verwurzelung im Körper des liebenden Menschen. Die zweite Strophe verbindet die Liebe mit dem Verstand und die dritte Strophe handelt komplett vom Verstand.
Gliederung des Gedichts
Die erste Strophe ist sehr lang und stellt verschiedene Auswirkungen der Liebe auf den Körper immer wieder in der gleichen Struktur dar. Als Voraussetzung dafür wird die Liebe metaphorisch als wild wachsende Rose im menschlichen Köper dargestellt (vgl. V. 2). Die Rose hier als Bild zu nehmen ist einerseits treffens, weil die Rose gesellschaftlich als Symbol der Liebe bereits etabliert ist. Auf der anderen Seite ist sie ein wucherndes Gewächs mit Dornen, das so schnell nicht mehr zu beseitigen ist. Und genau diese Verwurzelung wird durch die Wiederholung „Wurzeln“ (V. 6 + 9 + 12) immer wieder betont. Die Konditionalsätze, durch die Anaphern mit „wenn“ (V. 5 + 8 + 11) eingeleitet, zeigen Bedinungen auf, unter denen die Verwurzelung der Liebe stattfindet. Hierbei ist die interaktion zu einem weiteren Menschen, dem Geliebten, ausschlaggebend. Die Alliteration „wächst wuchert“ (V. 13) schließt diesen Abschnitt ab und verdeutlicht das Wachstum von der Verwurzelung bis zum Wuchern. Durch die Formulierung „eines abends oder eines morgens“ (V. 14f.) kommt eine Zeitkomponente hinzu. Der Zeitpunkt ist allerdings egal, die Verwurzelung der Liebe kann jederzeit stattfinden. Passend hierzu nochmal sei nochmal auf das ‚uns‘ hingewiesen. Die Liebe kann nicht nur jederzeit sondern auch jeden treffen, das lyrische Ich und der Leser eingeschlossen.
Strophe 1
Die zweite Strophe beginnt erneut mit der Liebe bringt aber den Verstand als zweite Komponente hinzu. Durch die Formulierung „Untertan“ (V. 22) erscheinen Liebe und Verstand personifiziert und in ein Beziehungsverhältnis eingeordnet. Das bedeutet, der Verstand hat zwar keine Macht über die Liebe ist aber dennoch ein zweiter Part im Menschen. Die Formulierung „der verstand ist ein messer in uns“ (V. 23f.) ist passend dazu parallel aufgebaut zur Formulierung „die liebe ist eine wilde rose in uns“ (V. 19f.). Hierbei wird die Rose als etwas natürliches dem Messer als etwas zerstörerisches gegenübergestellt.
Strophe 2
Die dritte Strophe stellt dann dar, welchen Einfluss der Verstand hat. Er kann die Liebe nicht kontrollieren, ihr aber den Weg frei machen bzw. das Wachsen ermöglichen. Dies wird anhand einer Metapher dargestellt, bei der das Messer den Himmel für das Wachstum der Rose frei schneidet (vgl. V. 25-29). Der Himmel ist hierbei bildlich zu verstehen, als eine unendlich Weite. Die Möglichkeit der Liebe sich auszubreiten wird vom Verstand demnach eingedämmt oder vergrößert.
Strophe 3
Das Gedicht stellt den Zusammenhang zwischen Liebe und Verstand bildlich dar. Gerade durch die hohe Dichte an metaphorischen Äußerungen und bildhafter Sprache wirkt das Gedicht lyrisch, obwohl weder Versaufteilung noch Metrum und Reimschema den typischen Kriterien eines Gedichtes entsprechen.
Schluss
#stilmittel#reimschema#metrum
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