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Aufgabe 4

Aufgaben
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Interpretation eines dramatischen Textes

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
Interpretiere den Dramenauszug und beziehe das Abiturrahmenthema ein.
#interpretieren#drama

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832):
Faust. Der Tragödie zweiter Teil

[5. Akt]
Im letzten Akt von Johann Wolfgang von Goethes „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ will der gealterte Faust dem Meer mit Dämmen Land abzwingen und dieses neugewonnene Land kolonisieren. In der Szene „Mitternacht“, die der zu erschließenden vorausgeht, wird Faust in seinem Palast von den vier grauen Weibern (Mangel. Schuld, Not und Sorge), den Vorboten des Todes, heimgesucht. Faust erblindet unter dem Anhauchen der Sorge und glaubt sein Projekt fast vollendet. Er befiehlt den Arbeitern, unverzüglich ans Werk zu gehen.
Großer Vorhof des Palasts
Fackeln.
$\,$
MEPHISTOPHELES als Aufseher, voran:
Herbei, herbei! Herein, herein!
Ihr schlotternden Lemuren1,
Aus Bändern, Sehnen und Gebein
5
Geflickte Halbnaturen.
LEMUREN im Chor:
Wir treten dir sogleich zur Hand,
Und, wie wir halb vernommen,
Es gilt wohl gar ein weites Land.
10
Das sollen wir bekommen.
Gespitzte Pfahle, die sind da,
Die Kette lang zum Messen;
Warum an uns der Ruf geschah,
Das haben wir vergessen.
15
MEPHISTOPHELES:
Hier gilt kein künstlerisch Bemühn;
Verfahret nur nach eignen Maßen:
Der Längste lege längelang sich hin,
Ihr andern lüftet ringsumher den Rasen;
20
Wie man´s für unsre Väter tat,
Vertieft ein längliches Quadrat!
Aus dem Palast ins enge Haus,
So dumm läuft es am Ende doch hinaus.
LEMUREN mit neckischen Gebärden grabend:
25
Wie jung ich war und lebt und liebt,
Mich deucht, das war wohl süße;
Wo's fröhlich klang und lustig ging,
Da rührten sich meine Füße.
Nun hat das tückische Alter mich
30
Mit seiner Krücke getroffen;
Ich stolpert über Grabes Tür,
Warum stand sie just offen!
FAUST aus dem Palaste tretend, tastet an den Türpfosten:
Wie das Geklirr der Spaten mich ergetzt!
35
Es ist die Menge, die mir frönet2,
Die Erde mit sich selbst versöhnet,
Den Wellen ihre Grenze setzt,
Das Meer mit strengem Band umzieht.
MEPHISTOPHELES beiseite:
40
Du bist doch nur für uns bemüht
Mit deinen Dämmen, deinen Buhnen3;
Denn du bereitest schon Neptunen,
Dem Wasserteufel, großen Schmaus.
In jeder Art seid ihr verloren; -
45
Die Elemente sind mit uns verschworen,
Und auf Vernichtung läuft's hinaus.
FAUST:
Aufseher!
MEPHISTOPHELES:
50
Hier!
FAUST:
Wie es auch möglich sei,
Arbeiter schaffe Meng auf Menge,
Ermuntere durch Genuß und Strenge,
55
Bezahle, locke, presse bei!
Mit jedem Tage will ich Nachricht haben,
Wie sich verlängt der unternommene Graben.
MEPHISTOPHELES halblaut:
Man spricht, wie man mir Nachricht gab,
60
Von keinem Graben, doch vom Grab.
FAUST:
Ein Sumpf zieht am Gebirge hin,
Verpestet alles schon Errungene;
Den faulen Pfuhl auch abzuziehn,
65
Das Letzte wär das Höchsterrungene.
Eröffn ich Räume vielen Millionen,
Nicht sicher zwar, doch tätig-frei zu wohnen.
Grün das Gefilde, fruchtbar; Mensch und Herde
Sogleich behaglich auf der neusten Erde,
70
Gleich angesiedelt an des Hügels Kraft,
Den auf gewälzt kühn-emsige Völkerschaft.
Im Innern hier ein paradiesisch Land,
Da rase draußen Flut bis auf zum Rand,
Und wie sie nascht, gewaltsam einzuschießen,
75
Gemeindrang eilt, die Lücke zu verschließen.
Ja! diesem Sinne bin ich ganz ergeben,
Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
80
Und so verbringt, umrungen von Gefahr,
Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
Solch ein Gewimmel möcht ich sehn,
Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.
Zum Augenblicke dürft ich sagen:
85
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Äonen4 untergehn. -
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß ich jetzt den höchsten Augenblick.
90
Faust sinkt zurück, die Lemuren fassen ihn auf und legen ihn auf den Boden.
MEPHISTOPHELES:
Ihn sättigt keine Lust, ihm gnügt kein Glück,
So buhlt er fort nach wechselnden Gestalten;
Den letzten, schlechten, leeren Augenblick,
95
Der Arme wünscht ihn festzuhalten.
Der mir so kräftig widerstand,
Die Zeit wird Herr, der Greis hier liegt im Sand.
Die Uhr steht still -
CHOR:
100
Steht still! Sie schweigt wie Mitternacht.
Der Zeiger fällt.
MEPHISTOPHELES:
Er fällt, es ist vollbracht.
CHOR:
105
Es ist vorbei.
MEPHISTOPHELES:
Vorbei! ein dummes Wort.
Warum vorbei?
Vorbei und reines Nicht, vollkommnes Einerlei!
110
Was soll uns denn das ew´ge Schaffen!
Geschaffenes zu nichts hinwegzuraffen!
„Da ist's vorbei!“ Was ist daran zu lesen?
Es ist so gut, als wär es nicht gewesen,
Und treibt sich doch im Kreis, als wenn es wäre.
115
Ich liebte mir dafür das Ewig-Leere.

1 Lemuren: lt. Bezeichnung für nächtlich umgehende, erschreckende und bösartige Geister von Verstorbenen
2 frönen: hier im Sinne von Frondienste leisten
3 Buhnen: im rechten Winkel oder schräg zu den Deichen im Meer installierte schützende Vorbauten
4 Äonen: lange Zeit, Weltalter
Aus: Goethe, Johann Wolfgang: Faust. Der Tragödie zweiter Teil.
In: Goethes Werke in zwölf Bänden. Vierter Band.
Aufbau-Verlag, Berlin und Weimar 1988, S. 561 - 564.
#faust#goethe#dramenauszug
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Interpretation eines dramatischen Textes

Aufgabenstellung:
$\blacktriangleright\;$ Interpretiere den Text.
Deine Aufgabe ist es, den Auszug auf „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ von Johann Wolfgang Goethe zu interpretieren und dabei das Abiturrahmenthema zu beachten.
Phantasie ist nicht Ausflucht.
Sich etwas vorstellen, das heißt eine Welt bauen, eine Welt erschaffen.
Achte wie bei allen Texten darauf, dass du zunächst den Auszug gut verstehst und am Text arbeitest. Lies den Auszug dazu zunächst einmal durch, um den Inhalt zu fassen und dann erneut um sprachliche und stilistische Mittel zu identifizieren. Bei deiner Interpretation ist es aber absolut notwendig, dass du den Stilmitteln immer ihre Funktion im Text zuordnest und sie nicht alleine stehen lässt. Außerdem solltest du die Rollenverhältnisse und die Kommunikationsebenen beachten. Nur dann kann deine Interpretation erfolgreich sein. Der Bezug zum Rahmenthema kann nach der chronologischen Interpratation erfolgen. Hierbei solltest du die Teilaspekte des Rahmenthemas auf den Inhalt des Textauszugs beziehen. Pass auf, dass diese nicht konstruierte Vergleichspunkte, sondern authentische Bezüge darstellen. Am Ende solltest du deinen Text, den du wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliederst, nochmal durchlesen und Flüchtigkeitsfehler korrigieren.
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Interpretation eines dramatischen Textes

$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
Interpretiere den Text.
Tipp
Deine Aufgabe ist es, den Auszug auf „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ von Johann Wolfgang Goethe zu interpretieren und dabei das Abiturrahmenthema zu beachten.
Phantasie ist nicht Ausflucht.
Sich etwas vorstellen, das heißt eine Welt bauen, eine Welt erschaffen.
Achte wie bei allen Texten darauf, dass du zunächst den Auszug gut verstehst und am Text arbeitest. Lies den Auszug dazu zunächst einmal durch, um den Inhalt zu fassen und dann erneut um sprachliche und stilistische Mittel zu identifizieren. Bei deiner Interpretation ist es aber absolut notwendig, dass du den Stilmitteln immer ihre Funktion im Text zuordnest und sie nicht alleine stehen lässt. Außerdem solltest du die Rollenverhältnisse und die Kommunikationsebenen beachten. Nur dann kann deine Interpretation erfolgreich sein. Der Bezug zum Rahmenthema kann nach der chronologischen Interpratation erfolgen. Hierbei solltest du die Teilaspekte des Rahmenthemas auf den Inhalt des Textauszugs beziehen. Pass auf, dass diese nicht konstruierte Vergleichspunkte, sondern authentische Bezüge darstellen. Am Ende solltest du deinen Text, den du wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliederst, nochmal durchlesen und Flüchtigkeitsfehler korrigieren.
Tipp
Deine Aufgabe ist es, den Auszug auf „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ von Johann Wolfgang Goethe zu interpretieren und dabei das Abiturrahmenthema zu beachten.
Phantasie ist nicht Ausflucht.
Sich etwas vorstellen, das heißt eine Welt bauen, eine Welt erschaffen.
Achte wie bei allen Texten darauf, dass du zunächst den Auszug gut verstehst und am Text arbeitest. Lies den Auszug dazu zunächst einmal durch, um den Inhalt zu fassen und dann erneut um sprachliche und stilistische Mittel zu identifizieren. Bei deiner Interpretation ist es aber absolut notwendig, dass du den Stilmitteln immer ihre Funktion im Text zuordnest und sie nicht alleine stehen lässt. Außerdem solltest du die Rollenverhältnisse und die Kommunikationsebenen beachten. Nur dann kann deine Interpretation erfolgreich sein. Der Bezug zum Rahmenthema kann nach der chronologischen Interpratation erfolgen. Hierbei solltest du die Teilaspekte des Rahmenthemas auf den Inhalt des Textauszugs beziehen. Pass auf, dass diese nicht konstruierte Vergleichspunkte, sondern authentische Bezüge darstellen. Am Ende solltest du deinen Text, den du wie immer in Einleitung, Hauptteil und Schluss gliederst, nochmal durchlesen und Flüchtigkeitsfehler korrigieren.
„Faust. Der Tragödie zweiter Teil“ wurde von Johann Wolfgang Goethe nicht mehr zu Lebzeiten veröffentlicht, schließt dennoch an sein erstes Drama „Faust. Der Tragödie erster Teil“ an. Faust ist hier ein zielorientierter Unternehmer mit der Vision einer freien Weltordnung.
Einleitung
Der vorliegenden Auszug aus dem 5. Akt des Dramas spielt im großen Vorhof des Palastes. Der alte Faust plant, das Meer durch Dämme trockenzulegen und so bewohnbares Land zu schaffen. Durch Sorge erblindet Faust jedoch und kann den Arbeitsfortschritt nicht mehr mit eigenen Augen sehen.
Hauptteil
Mephisto beaufsichtigt die, von Faust in Auftrag gegebenen Bauarbeiten, welche von Lemuren, die in der römischen Religion die Geister der Verstorbenen sind, durchgeführt werden. Die Ausrufe „Herbei, herbei! Herein, herein!“ (V. 2) werden jeweils wiederholt und bilden den Einstieg der Szene. Mephisto wird als streng auftretender Aufseher dargestellt, der die „schlotternden Lemuren“ (V. 3) im Griff hat. Die Darstellung der Lemuren nicht als Ganzes, sondern bestehend aus ihren Einzelteilen, „Bändern, Sehnen und Gebein“ (V. 4), eine Vorausdeutung auf das, was Faust nach seinem Tod passieren wird. Hierdurch wird die Stimmung der Szene geprägt, Vergänglichkeit und Tod sind Thema.
Die Lemuren denken und handeln nicht individuell, sondern sprechen im Chor (vgl. V. 6), „Warum an [sie] der Ruf geschah, / Das haben [sie] vergessen“ (V. 13f.), sie handeln ohne den Sinn zu hinterfragen. Mephisto gibt deutliche Arbeitsanweisungen zum Ausheben des Grabs, beispielsweise durch die Alliteration, wonach der „Längste lege längelang sich hin“ (V. 18). Mephisto spricht im Imperativ und verteilt die Aufgaben bestimmt.
Sein Ziel, Faust ein Grab zu schaufeln und ihn „Aus dem Palast ins enge Haus“ (V. 22) zu schaffen, ist eindeutig. Für ihn ist die Vergänglichkeit und das nicht abzuwendende Lebensende Fausts zentral. Das Bemühen der Menschen ist für Mephisto letztendlich vergebens, da „dumm läuft es am Ende doch hinaus“ (V. 23). Im Gegensatz dazu ist Faust Streben nach dem Ideal eine Vision in seiner Phantasie.
Die Lemuren nehmen ihre Arbeit trotz der eindeutigen Ansagen Mephistos nicht ernst und graben mit „neckischen Gebärden“ (V. 24). Nachfolgend stellen sie den Lebensweg eines Menschen dar. Aus der eigenen Perspektive als Geister der Toten blicken sie von dem Jugendalter (vgl. V. 25), also sie sorglos und fröhlich (V. 27) lebten zum tückischen Alter (V. 29). Den Tod selbst beschreiben sie als Stolpern in das offene Grab ohne zu wissen warum (V. 31f.). Der Tod ist unvorhersehbar und jederzeit möglich, eine weitere Vorausdeutung auf Fausts Schicksal.
Interpretation
Mephisto +
Lemuren
Faust kommt aus dem Palast und „tastet an den Türpfosten“ (V. 33). Er ist mittlerweile alt und gebrechlich, freut sich dennoch über die Geräusche vom Fortschritt der Grabungen. Ironischerweise ist ihm hierbei nicht klar, für welchen Zweck die Lemuren arbeiten. Er möchte den Bau weiter beaufsichtigen und bezeichnet die Arbeiter als „die Menge, die [ihm] frönet“ (V. 35).
Ziel dieser Schaffenszeit ist es, „[d]ie Erde mit sich selbst [zu] versöhne[n]“ (V. 36). Faust will der Natur, den „Wellen ihre Grenzen“ (V. 37) setzen, um sein Ideal zu erüllen. Er überschätzt sich selbst mit der Annahme, er könne alles schaffen, solange er nur davon überzeugt ist. Er will das Meer beherrschen und diese Form der Maßlosigkeit ist realitätsfern.
Mephisto spricht „beiseite“ (V. 39). Er spottet über Fausts Irrglauben, ein Damm würde gebaut werden und dabei spielt er mit seinen Bauplänen ihm in die Hände. Der Vergleich mit Neptun, dem Wasserteufel ist eine falsche Darstellung, da Neptun eigentlich ein Gott der römischen Mythologie ist (vgl. V. 42f.), dennoch wird so deutlich, dass Faust in jeglicher Hinsicht verloren zu sein scheint. Denn selbst die Elemente seien mit Mephisto verschworen und „auf Vernichtung läuft´s hinaus“ (V. 46).
Faust befiehlt nun neue Arbeiter, der Mensch wird benutzt, was seiner guten Absicht, neues Land zu kolonisieren entgegensteht. Für die Verwirklichung seines Projekts ist jedes Mittel recht. Um dies zu verdeutlichen, dient die Klimax „Bezahle, locke, presse bei!“ (V. 55). Außerdem macht Faust nochmal seine Rolle als Anführer des Projekts deutlich, indem er nach täglicher Auskunft verlangt (vgl. V. 56).
Mephisto spricht erneut „halblaut“ (V. 59) und unklar ist, ob Faust diese Aussage hören kann. Sollte er mitbekommen haben, dass Mephisto von keinem Graben, doch vom Grab (V. 60) berichtet, dann ist er zu besessen von seinem Plan, um das wahrzunehmen. Sollte er das nicht gehört haben, dann ist er völlig ahnungslos und glaubt an die Verwirklichung seines Plans.

Faust +
Mephisto
Nun folgt ein Monolog Fausts, der noch einmal seine Weltsicht und Einstellung deutlich macht. Zunächst stellt er den Ist-Zustand dar und formuliert dann sein Ziel der Trockenlegung. Anders als gewohnt, stellt Faust hier keine Ich-Darstellung oder einen Rückblick in den Mittelpunkt seiner Aussage, sondern zeichnet seine Vision beziehungsweise seine Mission.
Er stellt dieses Ziel als das „Letzte“ (V. 65) dar und als das „Höchsterrungene“ (V. 65). Sein finales Lebensprojekt scheint dieser Dammbau zu sein und dass er das Werk der Arbeiter als seinen Verdienst darstellt, zeigt seine Maßlosigkeit. Er ist es, der seiner Ansicht nach „Räume vielen Millionen“ (V. 66) eröffnet.
Er gestaltet diese Vision in allen Facetten aus. Er stellt den Gegensatz zwischen Innen und Außen dar. „Im Inneren hier ein paradiesisch Land, / Da rase draußen Flut bis auf zum Rand“ (V. 72f.). Sein geschaffener Raum soll den Menschen wie im Paradies Schutz vor allen Gefahren bieten, die außerhalb liegen. Eine übertriebene Vision, die seinen Idealismus darstellt. Diese Vision stimmt mit dem Bild der Klassik überein, in der der ideale Mensch schöpferisch handelt, frei in seinen Ansichten und Anschauungen ist und sein Leben in den Dienst der Gemeinschaft stellt - alles, um ein höheres Ziel zu erreichen. Zusammenfassen tut er diese Einstellung mit der These: „Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, / Der täglich sich erobern muß.“ (V. 78f.) und bezieht dieses ewige Streben nach Freiheit und Verdienst auf das gesamte Leben, auf „Kindheit, Mann und Greis“ (V. 81).
Sein maximales Ziel, verdeutlicht durch einen Parallelismus, ist es „[a]uf freiem Grund mit freiem Volk stehn“ (V. 83). Diese Utopie, die er erschaffen will, ist realitätsfern, da er als blinder, alter Mann den Handlungen Mephistos ausgeliefert ist. Dieses Ziel will er unter anderem erreichen, um ewig „die Spur von [seinen] Erdentagen“ (V. 86) in der Welt präsent zu halten und nicht in Vergessenheit zu geraten.
Fausts Monolog
In diesem, für ihn „höchsten Augenblick“ (V. 89), stirbt Faust und Mephisto hat sein Ziel erreicht. Fausts Tod in dem Moment, wo er sich der Erfüllung seiner Vision so nahe gekommen sieht, stellt für Mephisto, der weiß, dass die Erfüllung dieses Ziels niemals stattfindet, einen Sieg dar. Doch anders als in der Szene, in der die Wette zwischen Faust und Mephisto geschlossen wurde, hält Faust sich nicht an die Abmachung. „Werd ich zum Augenblicke sagen: / Verweile doch! du bist so schön!“ (Studierzimmer II) war von Faust angekündigt, stattdessen verwendet er: „Zum Augenblicke dürft ich sagen: / Verweile doch! du bist so schön!“ (V. 84f.). Hier ist der Konjunktiv entscheidend, der die Möglichkeit nicht die Gewissheit ausspricht.
Mephisto bemerkt das nicht und mit der Klimax vom „letzten, schlechten, leeren Augenblick“ (V. 94) verhöhnt er Fausts letzte Worte. Er bedauert den Toten spöttisch (vgl. V. 95) erkennt aber im gleichen Satz seinen langen Widerstandskampf an (vgl. V. 96).
Der wirkliche Sieger ist also weder Mephisto noch Faust, der Sieger ist die Zeit, „denn [d]ie Zeit wird Herr“ (V. 97). Der Chor stellt ebenfalls die Bedeutung der Uhr in den Mittelpunkt mit der verlaufenen Zeit resümiert der Chor, „Es ist vorbei“ (V. 105). Für Mephisto ist diese Erkenntnis eine Bestätigung für seine Ansicht, alles sei vergeblich und vergänglich, [e]s ist so gut, als wär es nicht gewesen (V. 114). Das Leben ist für ihn nur ein sinn- und zweckloser Kreislauf und er bleibt für immer von dieser Sinnlosigkeit des Daseins überzeugt.
Mephisto als Sieger?
Faust ist am Ende sehr bestrebt, seinen Traum, seine Vision in die Tat umzusetzten. Die Phantasie ist bei ihm nicht nur Ausflucht. Natürlich verwendet er seine Vision, um seiner Vergänglichkeit entgegenzuwirken. Die Phantasie ermöglicht ihm die Idee, in einem Projekt auch nach dem Tod weiter zu leben. Dazu muss aber das, was er sich vorstellt in einer Welt erschaffen werden. Hierbei ist diese aus der Phantasie heraus geschaffene Welt nicht auf der Metaebene zu verstehen. Faust geht es ganz konkret darum, die Phantasie zu erschaffen.
Abiturrahmenthema
Mephisto erkennt diesen Unterschied zwischen dem bloßen Leben im Laufe der Zeit und dem Leben im Sinne einer Vision nicht. Diese Utopie, die Faust sich aufbaut, um seine Vergänglichkeit irgendwie zu umgehen ist für Mephisto nicht nachvollziehbar. Faust will in Erinnerung bleiben und eine sozial Harmonie erschaffen, die völlig maßlos ist. Hier gehen Phantasie und die Erschaffung dieser in der realen Welt auseinander. Mephisto ist von der Sinnlosigkeit des Daseins überzeugt. Im Gegensatz dazu steht Faust völlig hinter der Verwirklichung seiner Ideale.
Schluss
#monolog#faust
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