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Aufgabe 2

Aufgaben
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Interpretation eines Prosatextes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Reiner Kunze (*1933)
Hinweis
Bei dieser Aufgabe sollt du einen Prosatext interpretieren und dabei das Verhältnis der Figuren zueinander berücksichtigen. Das heißt, dass du bei deiner Interpretation die Beziehung der beiden Dialogpartner stets im Auge behalten solltest, während du Inhalt, formale Aspekte und die Gesamtaussage des Textes herausarbeitest.
Hinweis
Bei dieser Aufgabe sollt du einen Prosatext interpretieren und dabei das Verhältnis der Figuren zueinander berücksichtigen. Das heißt, dass du bei deiner Interpretation die Beziehung der beiden Dialogpartner stets im Auge behalten solltest, während du Inhalt, formale Aspekte und die Gesamtaussage des Textes herausarbeitest.
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Text unter Berücksichtigung des Verhältnisses der Figuren zueinander.
#interpretieren#figurenkonstellation

Reiner Kunze (geb.1933): Revolte

 
„Marcuse? Du hast ein Buch von Marcuse? Leihst du mir das mal?“
Ich sagt, in diesem Buch sichte Marcuse die Philosophie von sechshundert vor Christi bis zur Gegenwart.
„Macht doch nichts.“
5
Zweieinhalb Jahrtausende Philosophie, das sei schon etwas, sagte ich. Da könne einem mit sechzehn der Durchblick schon noch fehlen.
„Trotzdem. Ich muß das unbedingt lesen.“
Ich gab ihr das Buch. Mir täte es nur leid, sagte ich, wenn sie es nach den ersten Seiten weglege, um es nie wieder in die Hand zu nehmen.
10
„Ach, bestimmt nicht. Wenn's von dem ist.“
Ich sagte, sie wisse, daß es zwei Marcuse gibt.
„So? Aber der hier, das ist doch der, der die Studentenrevolte gemacht hat?“
Sie meinen Herbert Marcuse1, sagte ich. Das hier sei Ludwig
15
Marcuse2. In diesem Buch gehe es darum, was den Menschen zum Menschen macht.
„Ach so.“ Ihr Blick streifte den Buchrücken. „Dann brauche ich's nicht.“

1 Herbert Marcuse (1898-1979): deutscher Philosoph, Politologe und Soziologe,
Idol der deutschen Studentenbewegung der 1968er-Jahre.

2 Ludwig Marcuse (1894-1971): deutscher Philosoph und Schriftsteller
mit amerikanischer Staatsbürgerschaft

Aus: Kunze, Reiner: Revolte.
In: Kunze, Reiner: Die wunderbaren Jahre. Prosa.
S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt/Main, S. 46.
Erstveröffentlichung 1976.
#kurzprosa
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$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Text unter Berücksichtigung des Verhältnisses der Figuren zueinander.
Wenn du nicht mehr genau weißt, was man dabei beachten muss, kannst du dir bei DeutschLV im Basiswissen das Skript zur Textinterpretation anschauen.
Wie jeder andere Text auch, besteht eine Textinterpretation aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Vergiss nicht: Die meisten Texte lassen sehr viel Interpretationsspielraum; wichtig ist, dass du deine Interpretation begründest! Solange du dies machst und dich an gewisse, unbestreitbare historische Fakten hältst, wie bei Alfred Polgars Kurzprosatext beispielsweise die Vorkriegszeit des Zweiten Weltkriegs, bist du mit deiner Interpretation auf der sicheren Seite.

Einleitung
  • Name des Autors
  • Titel des Textes
  • Erscheinungsjahr
  • Textgattung
  • Wirkungsabsichten des Textes
  • Hinführung zum Haupttteil (nicht mehr als wenige Sätze!)
  • Wichtig: die Einleitung kurz halten!
  • Mit der Einleitung führst du das Thema ein
Hauptteil
  • Inhaltsangabe
  • Textdeutung unter Berücksichtigung der Figurenbeziehung
  • sprachliche und inhaltliche Analyse des Textes. Beziehe dabei Handlungsstruktur, Ort, Zeit, Erzählperspektive, Titel und sprachliche Gestaltung mit ein
  • Interpretation des Textes
Schluss
  • Schlusssatz
  • Gib eine Wertung ab, greife den Einleitungsgedanken auf, nenne weiterführende Ideen oder verweise auf andere, dir bereits bekannte Kurzgeschichten.
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Interpretation eines Prosatextes

$\blacktriangleright\;$ Thema:
Reiner Kunze (*1933)
$\blacktriangleright\;$ Aufgabenstellung:
  • Interpretiere den Text unter Berücksichtigung des Verhältnisses der Figuren zueinander.
Tipp
$\blacktriangleright$Das Verfassen der Interpretation
Wenn du nicht mehr genau weißt, was man dabei beachten muss, kannst du dir bei DeutschLV im Basiswissen das Skript zur Textinterpretation anschauen.
Wie jeder andere Text auch, besteht eine Textinterpretation aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Vergiss nicht: Die meisten Texte lassen sehr viel Interpretationsspielraum; wichtig ist, dass du deine Interpretation begründest! Solange du dies machst und dich an gewisse, unbestreitbare historische Fakten hältst, wie bei Alfred Polgars Kurzprosatext beispielsweise die Vorkriegszeit des Zweiten Weltkriegs, bist du mit deiner Interpretation auf der sicheren Seite.

Einleitung
  • Name des Autors
  • Titel des Textes
  • Erscheinungsjahr
  • Textgattung
  • Wirkungsabsichten des Textes
  • Hinführung zum Haupttteil (nicht mehr als wenige Sätze!)
  • Wichtig: die Einleitung kurz halten!
  • Mit der Einleitung führst du das Thema ein
Hauptteil
  • Inhaltsangabe
  • Textdeutung unter Berücksichtigung der Figurenbeziehung
  • sprachliche und inhaltliche Analyse des Textes. Beziehe dabei Handlungsstruktur, Ort, Zeit, Erzählperspektive, Titel und sprachliche Gestaltung mit ein
  • Interpretation des Textes
Schluss
  • Schlusssatz
  • Gib eine Wertung ab, greife den Einleitungsgedanken auf, nenne weiterführende Ideen oder verweise auf andere, dir bereits bekannte Kurzgeschichten.
Tipp
$\blacktriangleright$Das Verfassen der Interpretation
Wenn du nicht mehr genau weißt, was man dabei beachten muss, kannst du dir bei DeutschLV im Basiswissen das Skript zur Textinterpretation anschauen.
Wie jeder andere Text auch, besteht eine Textinterpretation aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.
Vergiss nicht: Die meisten Texte lassen sehr viel Interpretationsspielraum; wichtig ist, dass du deine Interpretation begründest! Solange du dies machst und dich an gewisse, unbestreitbare historische Fakten hältst, wie bei Alfred Polgars Kurzprosatext beispielsweise die Vorkriegszeit des Zweiten Weltkriegs, bist du mit deiner Interpretation auf der sicheren Seite.

Einleitung
  • Name des Autors
  • Titel des Textes
  • Erscheinungsjahr
  • Textgattung
  • Wirkungsabsichten des Textes
  • Hinführung zum Haupttteil (nicht mehr als wenige Sätze!)
  • Wichtig: die Einleitung kurz halten!
  • Mit der Einleitung führst du das Thema ein
Hauptteil
  • Inhaltsangabe
  • Textdeutung unter Berücksichtigung der Figurenbeziehung
  • sprachliche und inhaltliche Analyse des Textes. Beziehe dabei Handlungsstruktur, Ort, Zeit, Erzählperspektive, Titel und sprachliche Gestaltung mit ein
  • Interpretation des Textes
Schluss
  • Schlusssatz
  • Gib eine Wertung ab, greife den Einleitungsgedanken auf, nenne weiterführende Ideen oder verweise auf andere, dir bereits bekannte Kurzgeschichten.
Kaum jemand versteht die Jugend so wenig, wie die ältere Generation. Treffen Vertreter dieser beiden Generationen aufeinander, ist ein Konflikt vorprogrammiert. Die Älteren versuchen die Jüngeren an die Hand zu nehmen, zu führen und zu bevormunden, als hätten sie vergessen, wie es ist, jung zu sein. Dabei ist das Lebensgefühl der Jugendlichen in bestimmter Hinsicht doch immer ähnlich. Sie sind auf der Suche nach sich selbst, wollen bestehende Schranken durchbrechen und Grenzen sprengen. Jede Pubertät ist auch eine Revolte gegen das Alte, bereits Bestehende. Es ist ein Selbstfindungsprozess, der nicht bei jedem gleich abläuft. Manche stolpern durchs Leben, andere passen sich den Regeln an und andere wiederum befinden sich in einer immer andauernden Phase des Aufbegehrens. Sich der älteren Generation zu widersetzen, ihr Lebensmodell in Frage zu stellen und ihre Entscheidungen zu kritisieren sind Teil des Prozesses des Erwachsenwerdens.
Das muss nicht die Ausmaße der Studentenrevolte der 1968er-Jahre annehmen, die einen politisch und gesellschaftskritischen Hintergrund hatte. Nicht nur für Deutschland waren Ende der 60er Jahre, die Jahre des Aufbegehrens von Seiten der jungen Leute. Studenten wehrten sich gegen die bestehenden politischen Strukturen, also der Tendenz der Regierungen über andere Länder herrschen zu wollen, man denke da nur an den Vietnamkrieg, und gesellschaftliche Strukturen, die zum Beispiel Frauen stark einschränkten und benachteiligten.

In der vorliegenden Kurzgeschichte „Revolte“ von Reiner Kunze aus seinem Werk „Die wunderbaren Jahre“, das 1976 im Fischer Verlag in Frankfurt am Main veröffentlicht wurde, wird die Studentenrevolte von 1968 zwar nicht direkt angesprochen, im Rahmen des eigentlichen Themas indirekt erwähnt.Und zwar, wie die junge Generation der älteren gegenübersteht, dabei wissbegierig ist, sich aber nicht leiten lässt und auf die eigenen Entscheidungen pocht.
Einleitung

Einführung in die Thematik













Überleitung mit Referenz zum Ausgangstext



Basisinformationen
Textgattung, Titel. Autor, Erscheinungsjahr, Verlag,
Thema

Bei dem Textausschnitt der Kurzgeschichte handelt es sich um einen Dialog zwischen einer sechzehnjährigen und einem Erwachsenen. Das junge Mädchen interessiert sich für das Buch, das der Erwachsene in Händen hält. Sie wird aufmerksam auf den Autoren eines Buches, das sie ausleihen möchte. Der Erwachsene reagiert überrascht, denn er selbst hat ein philosophisches Werk in der Hand und vermutet, dass das Mädchen aufgrund der Namensgleichheit die Autoren miteinander verwechselt. Tatsächlich interessiert sie sich für einen anderen Autoren, einem Idol der deutschen Studentenbewegung der 1968er-Jahre, und nicht für den betreffenden, einem Philosophen. Und so verliert sie schnell das Interesse an dem Buch.
Hauptteil

Inhaltsangabe

Unvermittelt steigt der Leser in den Dialog eines jungen Mädchen und eines älteren Mannes ein. Denn der Auszug beginnt ganz ohne Einleitung mit der wörtlichen Rede des Mädchens. Dabei ist der Dialog ein Wechsel zwischen direkter und indirekter Rede, die rückblickend formuliert ist. Bei der direkten Rede handelt es sich um die Aussagen der Sechzehnjährigen. Diese kennzeichnen sich durch ihre Kürze und umgangssprachliche gefärbte Ausdrucksweise. Sie spricht direkt und lebendig. Ihnen gegenüber stehen die indirekt formulierten Aussagen, die überdachter wirken und deren Satzbau länger und komplexer ist. Direkte und indirekte Rede grenzen sich deutlich voneinander ab. Der Leser wird nicht nur direkt stummer Zuhörer des lebendingen Dialogs, sondern kann sich die beiden Figuren leicht vorstellen. Die komplexen indirekten Aussagen, vermitteln das Bild eines belesenen, vielleicht sogar gelehrten Erwachsenen, der vorsichtig und höflich formuliert, aber dennoch ein väterliches, leicht bevormundendes Verhalten gegenüber der Jugendlichen zeigt. Die indirekte Rede wirkt wie ein rückblickender Bericht in der Ich-Form, was eine gewissen Distanz kreiert. Auch weil der Textausschnitt die Sicht des Erwachsenen aufzeigt. Der Ausschnitt endet genauso unvermittelt, wie er begonnen hat, allerdings pointiert. Die ehrliche Reaktion des Mädchens ist nicht nur für ihren Gesprächspartner verblüffend, sondern auch für den Leser und regt ihn zum Schmunzeln an.
Kunze hat sich für seinen Dialog eine Jugendliche und einen Erwachsenen ausgesucht, die man als typisch bezeichnen kann. Die Jugendliche wirkt frech durch ihre Direktheit, aber auch aufgeweckt und lebendig. Sie scheint zu wissen, was sie will und gibt dem Erwachsenen keine Gelegenheit dazu, ihre Meinung zu ändern. Der Erwachsene wirkt belehrend und väterlich. Beide stehen sich freundschaftlich gegenüber, sie streiten sich nicht. Der Leser sieht nur die freche, aufbegehrende Haltung der Jugendlichen, aber nicht die Folgen oder die Ursache.
Aufbau


sprachliche Gestaltung

Im Dialog geht es um das Anliegen der Jugendlichen, die unbedingt ein Buch von Marcuse ausleihen möchte. Ihr erwachsener Gesprächspartner hält es in seinen Händen, gibt ihr das Buch nicht direkt, sondern weist sie erst darauf hin, dass das Buch „[z]weieinhalb Jahrtausende Philosophie“ handelt (Z. 5). Sie tut die Warnung ab und besteht weiterhin auf das Buch. Immernoch zögert der Erwachsene und deutet an, dass sie das Buch möglicherweise nicht verstehen wird und es ihr zu schwierig sein könnte (vgl. Z. 5). Seine Worte verraten, dass er ihr das philosophische Buch nicht zutraut, auch weil er meint, sie wäre zu jung: „Da könne einem mit sechzehn der Durchblick schon noch fehlen“ (Z. 6). Davon lässt sich die Jugendliche nicht beirren und geht auch nicht auf die indirekte Beleidung ein. Sie besteht darauf, das Buch bekommen zu dürfen.
Der Erwachsene zögert weiterhin, er möchte nicht, dass sie es schon nach den ersten Seiten weglegt und es dann später nicht mehr in die Hand legt (vgl. 8 f). Indirekt deutet der Erwachsene damit an, dass er der Meinung ist, dass das Buch nur von Erwachsenen gelesen werden kann und sollte. Auch weist er sie darauf hin, dass sie die Autoren möglicherweise verwechselt. Ganz so, als wüsste er, was Jugendliche interessiert.
Im Weiteren verrät die Jugendliche dann welchen Marcuse sie eigentlich sucht, nämlich den, „der die Studentenrevolte gemacht hat“ (Z. 12 f). Tatsächlich hält der Erwachsene jedoch Ludwig Marcuse, der mit Herbert Marcuse, dem Idol der Studentenrevolte, nichts gemein hat. Der Erwachsene deutet an, dass der Philosoph Marcuse, sie auch interessieren könnte, da er in jenem Buch behandelt, „was den Menschen zum Menschen macht“ (Z. 15 f). Dieses grundlegende und eigentlich spannende Thema kann die Jugendliche allerdings nicht überzeugen, sie lehnt es ab und kann es nicht gebrauchen (vgl. Z. 17 f). Durch ihre Reaktion verdeutlicht sie, dass sie sich eher für sozialpolitische und für sie aktuelle Themen interessiert und nicht für philosophische und ethisch grundlegende Frage.
Deutung

„Revolte“ lautet der Titel und vielleicht zeigt der vorliegende Dialog die kleine Revolte einer Jugendlichen. Sie beharrt fest auf ihre Meinung. Möglicherweise hat sie von diesem Marcuse gehört und ist fasziniert von der Thematik der Studentenrevolte. Vielleicht weil sie sich selbst in einer aufbäumenden Phase befindet und sich in der Revolte wiedererkennt. Vielleicht will sie erfahren, warum dieses Aufbegehren stattfand und welche Lösungen von den Studenten angestrebt wurden. Auffällig ist, dass sie den Titel nicht zu kennen scheint, sondern lediglich den Nachnamen des Autors. Auf diesen hat sie sich versteift, sie ist nicht offen für andere Buchtitel. Dadurch wirkt sie oberflächlich und naiv, aber dennoch legt sie eine jugendliche Neugierde an den Tag. Sie zeigt Interesse an gesellschaftlichen Veränderungen und Bewegungen, ist aber noch nicht gründlich informiert, sondern nur oberflächlich. Informiert ist sie nur über eine Berümtheit der Bewegung und zeigt kein Wissen über die tatsächlichen Beweggründe.
Bezug zum Titel




Interesse des Mädchens

Es ist ein kurzer Dialog, dennoch verrät er einiges über die beiden Figuren.
Die Jugendliche zeigt, dass sie nicht reif ist, denn ihre Erwiderungen sind kindlich und vorschnell. Unbedacht antwortet sie auf die Aussagen ihres Gegenübers und wirkt dabei frech. Auch wirkt sie kindlich, weil sich ihre Stimmung schnell und unkontrolliert ändert. Erst ist sie freudig interessiert, um dann schnell desinteressiert zu reagieren, nur weil nicht sofort auf ihr Begehern eingegangen wird. Ihre kurzen, einfachen Sätze lassen den Erwachsenen vermuten, dass sie den komplexen philosophischen Gedanken des Werkes, das er in seinen Händen hält, nicht gewachsen ist. Obwohl auch dieses Buch für sie interessant sein könnte, lehnt sie es unbedarft ab und gibt dem Thema keine Chance. Wie ein Kind hat sie sich auf ihr Ziel versteift. So wirkt es jedenfalls auf den Erwachsenen. Eine andere Deutung wäre, dass sie eine junge Frau ist, die weiß, was sie will und sich nicht ablenkend lässt. Sie hat sich bereits entschieden und lässt sich nicht beirren. Es ist ihre Art der Revolution, denn sie lässt sich nichts von dem Erwachsenen sagen.
Der Erwachsene ist freundlich und geht auf sie ein. Allerdings versucht er dabei sie in eine von ihm bestimmte Richtung zu lenken. Er findet, dass das philosophische Buch nichts für sie ist und warnt sie zunächst. Damit zeigt er, dass er sich eine Meinung über sie gebildet hat und sie für unreif hält. Denn er zeigt deutlich, dass er ihr nicht zutraut, dieses Buch verstehen zu können. Gleichzeitig erkennt er schnell, um welchen Autor es der Jugendlichen tatsächlich geht und zeigt damit, dass er durchaus darüber informiert ist, was Jugendliche interessiert. Trotzdem ist auch er darüber überrascht, dass sie seinen Vorschlag so unverblümt ablehnt.
Vielleicht muss er einsehen, dass er, obwohl er ein Erwachsener und sie eine Jugendliche ist, trotzdem nicht erziehend oder leitend auf das Mädchen einwirken kann. Zwischen ihnen stehen ihre verschiedenen Interessen und Meinungen. Es wird deutlich, dass sich die verschiedenen Generationen in diesem Fall sich nicht für das selbe Thema begeistern können und vor allem, dass sich die verschiedenen Generationen unterschiedlich für ein Thema begeistern.
Damit thematisiert Kunze einen indirekten Generationenkonflikt, der an Aktualität nichts einbüßt. Beide Figuren zeigen deutlich ihre unterschiedliche Auffasssung von Revolte. Die Jugendliche ist beeindruckt von einer Persönlichkeit und weiß nichts über Hintergründe und Inhalte. Für sie ist die Person zentral und maßgebend. Der Erwachsene hingegen zeigt tiefergehendes Wissen, er ahnt, dass sie sich im Autorennamen irrt, denn er ist auch über die Studentenrevolte umfangreich informiert. Für ihn zählt der Überblick und der Hintergrund.
Verhältnis der beiden Figuren



Jugendliche und Erwachsener

Die Kurzgeschichte erschien 1976, als die 68-er Revolution noch relativ aktuell war und gesellschaftlich im Vordergrund stand. Trotzdem verliert sie deswegen nicht an Aktualität. Denn die vorgestellten Figuren stehen für Jung und Alt zu jedem Zeitpunkt.
Auch heute gibt es Jugendliche, die sich nicht beirren lassen von Erwachsenen und ihre eigenen Entscheidungen treffen wollen. Sie rebellieren und ihnen gegenüber stehen die Erwachsenen, die es gut mit ihnen meinen und sie lenken wollen. Es liegt in der Natur der Dinge, dass Jugendliche lernen wollen auf ihren eigenen Füßen zu stehen und auf ihre Meinung beharren, während Erwachsene zurechtweisen und lenken wollen. Diese Konflikte sind Teil der Suche nach einen selbst und gehören zum Erwachsen werden dazu.
Schluss

Frage nach der Aktualität
#stilmittel
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