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Die bipolare Welt nach 1945

Skripte
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Einführung

Im Folgenden wird das Zeitalter des Ost-West-Konflikts behandelt, welches die Welt nach dem Kriegsende 1945 bestimmte. Wesentliche Kennzeichen dieser Jahrzehnte sind neben der bipolaren Weltordnung die permanente gegenseitige nukleare Bedrohung und die global ausgetragene Konkurrenz zweier fundamental verschiedener Gesellschaftsordnungen, westlicherseits durch die USA, östlicherseits durch die Sowjetunion.

Standen sie im Zweiten Weltkrieg noch als Allianz dem Deutschen Reich gegenüber, entwickeln sie sich nach dem Sieg über Hitler-Deutschland in zwei unterschiedliche Machtblöcke. Unmittelbar nach Kriegsende wurden die Bemühungen beider Seiten ersichtlich, sich größtmöglichen Machteinfluss in der Welt zu sichern. Dass die beiden Blöcke mehrmals kollidierten und es nur eine Frage der Zeit zu sein schien, wann es zum Einsatz von Waffen kommt, zeichnete das Bild einer politisch aufgeheizten Situation, in der erst die Politik Michail Gorbatschows ernste Entspannungstendenzen aufzuzeigen schien.

Verfestigung der ideologischen Blöcke

Nach der Kapitulation Deutschlands und dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestimmte der Gegensatz der einst verbündeten Supermächte USA und UdSSR die globalpolitischen Geschicke. Die jeweilige Seite rechtfertigte ihre Machtposition in der Weltpolitik durch großes Staatsgebiet, Verfügbarkeit wichtiger Rohstoffvorkommen, starkes Militär, und dem Besitz von Atomwaffen.

Die Welt nach 1945: Die bipolare Welt nach 1945
Abb. 1: Grenzen von Nato und Warschauer Pakt von 1949 (Gründung der Nato) bis 1990 (Ende der DDR). Hier zum Bildnachweis.
Die Welt nach 1945: Die bipolare Welt nach 1945
Abb. 1: Grenzen von Nato und Warschauer Pakt von 1949 (Gründung der Nato) bis 1990 (Ende der DDR). Hier zum Bildnachweis.

Hinzu kam ein politisches Sendungsbewusstsein der beiden unterschiedlich konzipierten Staatsauffassungen. Hatten sich die Vereinigten Staaten der freien Marktwirtschaft und der Demokratie verschrieben, vertraute man in der UdSSR an die politischen Lehren des Kommunismus und der Planwirtschaft. Die beiden Staaten waren innerhalb ihrer Einflusssphären stets darum bemüht, eine große Zahl Länder an sich zu binden, um so die Expansion des in ihren Augen fortschrittlichsten Gesellschaftsmodells zu bewirken. Unmittelbar nach Kriegsende war daher eine konfliktreiche und aufgeheizte Zukunft absehbar.

Zunächst machte sich das Ringen um die Überlegenheit der Systeme in einem Rüstungswettlauf bemerkbar. Bis 1950 verfügten beide Staaten über die Atombombe (USA ab 1945, UdSSR ab 1949). Ein Beispiel für diesen Wettlauf ist auch die Entwicklung der Wasserstoffbombe seitens der Vereinigten Staaten, eine Vertausendfachung der Zerstörungskraft einer Atombombe. Die Welt rutschte in ein neues Zeitalter der Waffentechnologie. Im Falle eines Krieges waren beide Blöcke durch ihre Rüstungsarsenale imstande, nahezu die gesamte Welt zu verwüsten. Trotz aller Bedenken kam es zum ersten Wasserstoffbombentest im Jahre 1952. Schon ein Jahr später zog die UdSSR nach. Dieses Wettlaufen nahm in den folgenden Jahrzehnten enorm zu und es entwickelten sich neben Bomben mit ungeheurer Sprengkraft auch gänzlich neue Waffensysteme. Man war nun fähig, Raketen zu bauen, die mit ihrer Reichweite die Weltmeere und Kontinente überqueren konnten. Stets versuchten beide Seiten, ihren politischen Einflussbereich auszubauen. So wurden besonders Gebiete des afrikanischen und asiatischen Kontinents häufig zum Spielball expansiver Interessen. Es kam zu militärischen Konflikten, in welchen die Großmächte zwar involviert waren, den militärischen Konflikt aber durch Drittstaaten austragen ließen. Solche Stellvertreterkriege waren der Koreakrieg (1950-1953), der Vietnamkrieg (1964-1975) oder der noch bis ins 21. Jahrhundert andauernde Bürgerkrieg in Angola (1975-2002). Angesichts der zahlreichen ideologischen Konfrontationen im Rennen um die globalpolitische und ideologische Dominanz bezeichnet man diese Jahrzehnte als Zeitalter des Kalten Krieges, in welchem Spannungen zwischen den Supermächten häufig derart kulminierten, dass eine direkte militärische Auseinandersetzung bevorzustehen schien.

Die Welt nach 1945: Die bipolare Welt nach 1945
Abb. 2: Eine sowjetische Briefmarke zeigt die erste Erdumkreisung durch Sputnik.
Die Welt nach 1945: Die bipolare Welt nach 1945
Abb. 2: Eine sowjetische Briefmarke zeigt die erste Erdumkreisung durch Sputnik.

Dieser Krieg war russischerseits gekennzeichnet durch einen permanenten Modernisierungsdrang, besonders wenn es sich um neue Technologien handelte. Hier konnten die Russen mit Sputnik 1, dem ersten Erdsatellit, die Ära der Raumfahrt einläuten. Bereits 1961 folgte die erste bemannte Fahrt ins Weltall, worauf die Amerikaner mit der Mondlandung 1969 nachzogen. Beide Ereignisse lösten beim Gegner ernste Besorgnisse aus.

Das Sputnik-Ereignis wurde in den USA unter „Sputnik-Schock“ medial verbreitet und auch sonst stand die Propagandamaschinerie nicht still, wenn es um die Diffamierung des anderen Blockes ging. Militärisch kam es im Oktober des Jahres 1962 zu einem weiteren Höhepunkt des Kalten Krieges, als die UdSSR aufgrund neu stationierter amerikanischer Jupiter-Raketen in der Türkei mit der Installation von Mittelstreckenraketen auf Kuba antwortete. Zwar dauerte diese sogenannte Kubakrise nur 13 Tage, doch entwickelte sich der Konflikt um die vor der US-Küste liegende Insel zur gefährlichsten Konfrontation des Kalten Krieges, in der ein Atomkrieg nur knapp vermieden werden konnte.

Konfrontation und Rüstungsbegrenzung –
Die SALT-Verträge

Die Welt nach 1945: Die bipolare Welt nach 1945
Abb. 3: Kubakrise 1962.
Die roten Kreise zeigen die Reichweite der sowjetischen Raketen auf Kuba an. Die USA wären bei einem Anschlag unmittelbar gefährdet.
Die Welt nach 1945: Die bipolare Welt nach 1945
Abb. 3: Kubakrise 1962.
Die roten Kreise zeigen die Reichweite der sowjetischen Raketen auf Kuba an. Die USA wären bei einem Anschlag unmittelbar gefährdet.

Der gerade noch verhinderte Ausbruch eines Nuklearkriegs in der Kubakrise markiert zugleich den Beginn der Suche nach deeskalativen Maßnahmen, die ihren Ausdruck in den Verhandlungen um die Begrenzung der strategischen Rüstungen (SALT) fanden. Erstmalig waren zwischen US-Präsident Lyndon B. Johnson und dem sowjetischen Ministerpräsident Alexei Nikolajewitsch Kossygi Gespräche verabredet, welche dann aber aufgrund des Protests und der anschließenden Zerschlagung tschechoslowakischer Forderungen nach demokratischen Reformen im Prager Frühling 1968 zunächst auf Eis gelegt wurden.

Im Mai 1972 konnte SALT I dann doch unterzeichnet werden. Bei diesen Abrüstungsverträgen gilt es zu beachten, dass die Supermächte keineswegs die Abschaffung atomarer Sprengkörper beabsichtigten, sondern die Idee einer Aufrechterhaltung des Gleichgewichts bestärken wollten, welches man in Zeiten einer Weltpolitik zweier gegensätzlicher, doch mächtiger Systeme als friedenssichernd verstand. Da ein Beschluss über die Abschaffung sämtlicher atomarer Waffen ausblieb, sind die SALT-Verträge so zu bewerten, dass ein Atomkrieg grundsätzlich nicht befürwortet wurde. Sollte er jedoch unausweichlich sein, so wenigstens für keine Seite gewinnbar. In diesem Einverständnis verblieben die beiden Mächte über zehn Jahre bis Ronald Reagan 1983 mit der Ankündigung einer Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) diese Abmachung in Frage stellte.

Beide Seiten waren zunächst um eine langfristige Fortführung der SALT-Verträge bemüht. Die Ausarbeitung von SALT-II-Verträgen zwischen Leonid Breschnew und Jimmy Carter kann als eine solche gewollte Weiterführung von Rüstungsabkommen interpretiert werden. Die notwendige und von Carter geforderte Ratifizierung des Vertrages durch den US-Senat fand allerdings nie statt. Grund dieser ablehnenden Haltung war der sowjetische Einmarsch in Afghanistan 1979. SALT-II geriet somit für geraume Zeit in politische Schieflage, doch wurden die Bestimmungen beiderseits und ohne die Ratifizierung des US-Senats eingehalten.

Rückschlag durch Raketen

Die Welt nach 1945: Die bipolare Welt nach 1945
Abb. 4: Helmut Schmidt, Erich Honecker, Gerald Ford und Bruno Kreisky unterzeichnen das KSZE-Abschlussdokument (hier zum Bildnachweis).
Die Welt nach 1945: Die bipolare Welt nach 1945
Abb. 4: Helmut Schmidt, Erich Honecker, Gerald Ford und Bruno Kreisky unterzeichnen das KSZE-Abschlussdokument (hier zum Bildnachweis).

Die Einigung über die SALT-I Verträge, maßgeblich aber auch die von der BRD ausgehandelten Ostverträge mit der DDR, Polen, der UdSSR und der Tschechoslowakei öffneten ab 1972 den Weg zu einer Serie von Treffen zur europäischen Sicherheitspolitik. Die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), welche noch auf Betreiben des Ostblocks aus dem Jahr 1967 zurückging, war die erste ihrer Art.

Sie dauerte von November 1972 bis August 1975 und endete mit der sogenannten Schlussakte von Helsinki. Im Laufe der KSZE-Verhandlungen wurde die Menschenrechtsfrage seitens der Amerikaner zu einem wichtigen Argument der Politik, war für Präsident Carter die Ausgestaltung einer Entspannungspolitik nur mit der Berücksichtigung allgemeingültiger Menschenrechte realisierbar. Durch Die Stationierung von sowjetischen Mittelstreckenraketen vom Typ SS-20 in Mitteleuropa schienen sämtliche konferenzielle Ergebnisse zunichte gemacht. Die Installierung der Waffen betrachtete man im Kreml als legitime Modernisierungsmaßnahme, sicherlich aber auch als brauchbares Gegengewicht gegen die Überlegenheit westlich gerüsteter Luftfahrt.

Eine Zäsur stellt der Nato-Doppelbeschluss vom 12. Dezember 1979 dar, wonach eine Raketennach-rüstung durch sogenannte Pershing-II-Raketen ab 1983 beginnen sollte. Jedoch beendete der Einmarsch in Afghanistan jegliche Entspannungstendenzen beider Mächte und führte erneut zu einer offensiveren und konfrontativeren Auseinandersetzung.

Offenheit und Umstrukturierung – Michail Gorbatschow

Auf den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan reagierten die westlichen Nationen auf Initiative der USA zunächst mit einem Boykott der Olympischen Spiele in Moskau. Inoffiziell forcierte die Regierung Reagan zusätzlich die Unterstützung antikommunistischer Bewegungen in zahlreichen Ländern, die gerade während seiner Amtszeit stark anwuchsen. War es diese antikommunistische Offensive der US-Regierung, welche zum Untergang der Sowjetunion führte? Wurde die UdSSR „totgerüstet“? Die Geschichtsforschung ist sich in diesen Fragen äußerst uneinig. Es bestehen zahlreiche Meinungsverschiedenheiten über das Ende der UdSSR.

Fest steht aber, dass die UdSSR in den 1980er Jahre vor großen politischen Herausforderungen stand, innen- wie außenpolitisch. Hinzu kamen die intensiver geäußerten Konsumansprüche der Bevölkerung in den Sowjetstaaten. Diese waren durch die modernen Medien des Westens erheblich gesteigert worden. Als Ergebnis des medialen Einflusses ist ferner wohl die Forderung nach mehr persönlicher Freiheit und politischer Selbstbestimmung zu sehen, setzte man solche Medien gezielt dazu ein, die Freiheiten der Menschen im Westen zu vermitteln.

Die entscheidende Person, welche Annäherung aber auch innenpolitischen Wandel der Sowjetunion verkörperte, war der seit 1985 als Generalsekretär der KPDSU tätige Michail Gorbatschow. Als neuer erster Mann der UdSSR führte er die Konzepte Perestroika (Umstrukturierung) und Glasnost (Offenheit) in die politische Arbeit ein. Gorbatschow gestand die politischen Fehler seiner Partei seit der Zeit Stalins ein und bekannte sich erstmals zu den auf russischer Seite verübten Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs. Unter seiner Verantwortung wurde erstmalig die Existenz des geheimen Zusatzprotokolls zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt von 1939 zugegeben, ebenso das daran anschließende Massaker an der polnischen Führungsschicht von 1940.

Die russischen Schuldeingeständnisse verbesserten die internationalen Beziehungen und konnten dem Ansehen Russlands in der Welt wichtige positive Anstöße geben. Des weiteren sorgte der neue Generalsekretär für den Rückzug der Sowjettruppen aus Afghanistan. In einer Rede vor der 43. UN-Generalversammlung in New York stellte Gorbatschow Abrüstungsschritte in Aussicht. Daraufhin kam es im Kreml auch zur Aufgabe der Breschnew-Doktrin. Diese im Jahre 1968 beschlossene Lehre ging von der beschränkten Souveränität der sozialistischen Sowjetstaaten aus und leitete daraus das Recht ab, einzugreifen, sollte der Sozialismus in einem dieser Länder bedroht sein.

Mit der Abkehr von dieser Doktrin ermöglichte Gorbatschow, dass die Staaten des Warschauer Paktes ihre politische Zukunft fortan selbst bestimmen konnten. Diese neu erlangte Freiheit führte 1989 zu einer Serie friedlicher Revolutionen im Osten Europas. Sie beendeten den Kalten Krieg und ermöglichten die spätere Deutsche Wiedervereinigung, an der Gorbatschow zusammen mit Helmut Kohl, George H. W. Bush und François Mitterand federführend beteiligt war.

Bildnachweise [nach oben]
[1]
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:NATO_vs_Warsaw_(1949-1990)edit.png – Guinnog, CC BY-SA.
[2]
Public Domain.
[3]
Public Domain.
[4]
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-P0801-026,_Helsinki,_KSZE-Konferenz,_Schlussakte.jpg – Horst Sturm, CC BY-SA.
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