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Geschichte BRD und DDR bis 1990

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Einführung

Deutschland im internationalen Kontext: Geschichte BRD und DDR bis 1990
Abb. 1: Deutschland nach Gründung der BRD und der DDR im Jahr 1949.
Sonderstatus haben das Saargebiet und West-Berlin.
Deutschland im internationalen Kontext: Geschichte BRD und DDR bis 1990
Abb. 1: Deutschland nach Gündung der BRD und der DDR im Jahr 1949.
Sonderstatus haben das Saargebiet und West-Berlin.

Vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte 1949 die Gründung der beiden deutschen Staaten: Zunächst die Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai und darauf die Deutsche Demokratische Republik am 7. Oktober. Während sich auf westdeutschem Gebiet der Aufbau einer parlamentarischen Demokratie vorwiegend unter amerikanischer Regie vollzog, nahm die politische Entwicklung der DDR unter Federführung der Sowjetunion Züge eines kommunistischen Staates an. Kurz: Es erfolgte eine sukzessive Integration beider Staaten in ihre jeweiligen antagonistischen Machtblöcke.

Die BRD erlangte die Einbindung in den Westen - wirtschaftlich durch die Teilnahme am Marshallplan, verteidigungspolitisch mit der Aufnahme in die NATO. Parallel dazu war die DDR im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) organisiert und wurde Bestandteil des Warschauer Paktes. Durch die weitgehend vollzogene Integration in die jeweiligen Blöcke erhielten beide deutsche Staaten ihre Souveränität zurück.

Mit dem Aufbau von Bundeswehr und Nationaler Volksarmee erlebte auch das Nachkriegsdeutschland eine Militarisierung im internationalen Spannungsfeld zwischen Ost und West. Zwei Armeen, die sich am Eisernen Vorhang gegenüberstanden und deren unterschiedliche ideologische Aufladung zunächst zu einer Vertiefung der deutschen Teilung führte.

Wiederaufbau

Aus der ersten Bundestagswahl, welche in Westdeutschland am 14. August 1949 erfolgte, ging Konrad Adenauer als erster Bundeskanzler der BRD hervor. Die durch ihn forcierte Integration der Bundesrepublik in das westliche Bündnissystem und seine Politik der europäischen Integration stieß trotz der damit verbundenen Wiederbewaffnung auf die Sympathie der Wähler. Grund für die recht stabile Entwicklung der parlamentarischen Demokratie auf deutschem Boden war auch der anhaltende wirtschaftliche Aufschwung. Das von Ludwig Erhard entwickelte Konzept der Sozialen Marktwirtschaft sah vor, auf der Basis einer Wettbewerbswirtschaft und der wirtschaftlichen Leistung auch eine soziale Absicherung aller Bundesbürger zu gewähren. Hinzu kam die Symbiose aus Marshallplan-Hilfe und Währungsreform, die sich zur entscheidenden Kraft bündelte, welche das deutsche Wirtschaftswunder seit Mitte der fünfziger Jahre und einen Wiederaufstieg der BRD ermöglichen sollte. Adenauer und Erhard galten daher als Symbolfiguren der Fünfziger Jahre. Formal gesehen und laut Verfassungstext war auch die DDR ein bürgerlich-parlamentarischer Staat, welcher im Oktober 1949 von der provisorischen Volkskammer in Kraft gesetzt wurde. Konkret aber orientierte sich die Verwirklichung des Staatsmodells unter Walter Ulbricht stark am sowjetischen Vorbild. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und ihr Generalsekretär beschlossen 1952 den Aufbau des Sozialismus. Durch umfangreiche Demontagen seitens der UdSSR, Ineffektivität der Planwirtschaft sowie die daraus resultierende Fluchtbewegung in den aufstrebenden Westen entwickelte sich der Wiederaufbau im Osten erheblich langsamer im Vergleich zu Westdeutschland.

Im Kräftemessen zwischen Ost und West

Das Jahr 1955 markierte den Abschluss politischer wie militärischer Integration beider Staaten in die östliche und westliche Machtsphäre. Nach dem Natobeitritt erhielt die BRD ihre Souveränität zurück. Neben den USA war vor allem Frankreich fortan wichtiger Partner in außenpolitschen Fragen. Adenauer und Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle betrieben eine Aussöhnung, die sich im deutsch-französischen Freundschaftsvertrag von 1963 widerspiegelte. 1955 erlangte auch die DDR weitgehende Souveränität, wurde aber außenpolitisch von der Sowjetunion gelenkt, welche die Führungsrolle über den gesamten Ostblock beansprucht hat. Durch die erfolgreiche Innen- und Außenpolitik der fünfziger Jahre stand Adenauer bei der Bundestagswahl 1957 auf dem Höhepunkt seiner Macht. In dieser Zeit schritt die wirtschaftliche und soziale Stabilisierung der BRD rasch voran. Das Wirtschaftswunder ermöglichte auch den Ausbau eines sozialen Sicherungsnetzes. Zwar verbesserte sich auch die Wirtschaftlichkeit in der DDR in den fünfziger Jahren, doch gelang der finale Aufschwung letztlich nicht. Ein zweiter Fünfjahrplan von 1956 musste schon drei Jahre später für nichtig erklärt werden. Wirtschaftliche Probleme, vor allem bedingt durch Zwangskollektivierungen, verleiteten immer mehr Menschen zur Ausreise. Die zunehmende Emigration aus der DDR wurde für den ostdeutschen Staat ein ernstes Problem. Ein mögliches gesellschaftliches Ausbluten durch Abwanderung bereitete der Regierung ernsthafte Sorgen.

Der Bau der Berliner Mauer 1961 sollte dem Auswanderungsstrom gen Westen ein Ende setzen. Über Nacht wurden jetzt sämtliche Verbindungen in den Westen unterbrochen. Der Mauerbau zementierte im wahrsten Sinne des Wortes die Deutsche Teilung. Internationales Eingreifen blieb jedoch aus, da der völkerrechtliche Status West-Berlins unangefochten, der westliche Teil der Stadt damit als Insel im Osten bestehen blieb.

Deutschland im internationalen Kontext: Geschichte BRD und DDR bis 1990
Abb. 2: Ostberliner Bauarbeiter errichten die Berliner Mauer (20.November 1961).
Deutschland im internationalen Kontext: Geschichte BRD und DDR bis 1990
Abb. 2: Ostberliner Bauarbeiter errichten die Berliner Mauer (20.November 1961).

Kontinuität und Wandel

Die Ära Adenauer endete im Oktober 1963. Kennzeichnend für die sechziger Jahre der BRD waren insbesondere die Rekapitulierung der NS-Verbrechen sowie die offene Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit. Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangten der Eichmann-Prozess in Jerusalem sowie die Auschwitz-Prozesse in Frankfurt. Trotz der Konfrontation der Deutschen mit ihrer jüngsten Geschichte war der Glaube an den Fortschritt ungebremst. Dies traf für die gesamte westliche Sphäre zu. Nach der Bundestagswahl 1969 kam es in Bonn zum Machtwechsel. Basis der neuen Regierungskoalition aus SPD/FDP war die Neue Ostpolitik, maßgeblich verkörpert durch den neuen Bundeskanzler Willy Brandt. Dieser strebte ein neues Verhältnis zu den kommunistischen Nachbarn, insbesondere der DDR, an. Damit folgte die westdeutsche Ostpolitik der international beginnenden Entspannungspolitik, eingeleitet durch die US-Präsidentschaft Richard Nixons (1969-1974), in der es erstmals zu Verhandlungen und Annäherung mit den Ostblockstaaten kam.

Zeichen politischer Entspannung

Deutschland im internationalen Kontext: Geschichte BRD und DDR bis 1990
Abb. 3: Willy Brandt (l.) mit Willi Stoph (r.) beim Treffen in Erfurt. Hier zum Bildnachweis.
Deutschland im internationalen Kontext: Geschichte BRD und DDR bis 1990
Abb. 3: Willy Brandt (l.) mit Willi Stoph (r.) beim Treffen in Erfurt. Hier zum Bildnachweis.

Die Kanzlerschaft Brandts stand ganz im Zeichen der Entspannungspolitik. Kalter Krieg, das ständige Wettrüsten sowie die stets präsente Ost-West Konfrontation veranlassten ihn zu Gesprächen und Verhandlungen zum Gewaltverzicht mit der UdSSR, der DDR und anderen Staaten des Warschauer Paktes.

Einen symbolträchtigen Auftakt stellte das Erfurter Gipfeltreffen mit DDR-Regierungschef Willy Stoph dar. Errungenschaften der neu beschlossenen „Ostverträge“ waren die Aufrechterhaltung des interna- tionalen Friedens (Moskauer Vertrag, August 1970) sowie die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze (Warschauer Vertrag, Dezember 1970).

Die Verträge lehnten sich stark an das internationale Völkerrecht an. Angesichts der enthaltenen Vereinbarungen über gegenseitigen Gewaltverzicht wurden die Ostverträge auch „Gewaltverzichtverträge“ genannt. Als weltweit wahrgenommene Demutsgeste vor dem Hintergrund der deutschen Kriegsverbrechen und der gewollten Aussöhnung mit den östlichen Nachbarn im Rahmen der Ostverträge galt der Kniefall von Warschau Willy Brandts vom 7. Dezember 1970. In der DDR wurde akribisch versucht, die Wirtschaft im Rahmen der Sozialistischen Planwirtschaft zu reformieren. Grundlage des reformatorischen Ansatzes war das Neue Ökonomische System der Planung und Leitung (NÖSPL), welches Wettbewerbsdenken einführte, um die Planwirtschaft flexibler zu machen. Auf die Entspannungsbemühungen des neuen Kanzlers Willy Brandt antwortete die DDR zunächst mit Selbstisolierung. Sodann unterstrichen Staatsbürgerschaftsgesetz 1967 und Neue Verfassung von 1968 die Eigenstaatlichkeit der DDR. Dadurch geriet Ulbricht zunächst auch in Konflikt mit der Sowjetunion, welche sich hinsichtlich der unternommenen Annäherung der BRD offener und gesprächsbereiter zeigte. 1971 wurde Ulbricht durch Erich Honecker ersetzt. Dieser verfolgte hingegen einen Kurs der internationalen Öffnung des ostdeutschen Staates. Als einer seiner größten Erfolge galt die Anerkennung der DDR als Vollmitglied der UNO im Jahr 1973.

Die 1970/80er Jahre

Politische Entwicklung

Die siebziger Jahre dämpften in der BRD zunächst die Hoffnungen auf Ausbau und kontinuierlichen Fortschritt. Grund war die Ölkrise 1973 und eine derartige Entwicklung des Mineralölpreises, dass sich die Folgen in schweren Rezessionen zahlreicher Wirtschaftsnationen äußerten. Arbeitslosenzahlen stiegen in die Höhe, Verschuldungen öffentlicher Haushalte nahmen rasant zu. Aufgrund der Guillaume-Affäre, in der sich Günter Guillaume als DDR-Spitzel an der vertrauten Seite Willy Brandts entpuppte, kommt es in Bonn zum Machtwechsel und zur Fortführung der sozial-liberalen Koalition unter Kanzler Helmut Schmidt. Vor allem stand seine Kanzlerschaft im Schatten linksterroristischer Aktionen, welche maßgeblich unter Federführung der RAF, einer linksextremistischen terroristischen Vereinigung in der Bundesrepublik, betrieben wurde. Sie setzte sich hauptsächlich gegen den noch starken Einfluss der USA auf die BRD zur Wehr. Die Terrorgruppe sah ihr Handeln als einen unerlässlichen Kampf gegen den US-Imperialismus in Westeuropa.Außen- und westdeutschlandpolitisch führte Kanzler Schmidt die Politik der Entspannung seines Vorgängers weiter.

Ein Zeichen im Hinblick auf eine Ost-West Entspannung stellte die Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) dar, welche, vor allem auf Betreiben des Warschauer Paktes, ab Juli 1973 in Helsinki stattgefunden hat. Insgesamt nahmen 35 Staaten an der Konferenz teil, darunter die USA, Sowjetunion, Kanada und alle europäischen Staaten bis auf Albanien und Andorra. Nach zweijähriger Verhandlungszeit garantierten sich die Unterzeichnerstaaten am 1. August 1975 (Schlussakte von Helsinki) unter anderem die Unverletzlichkeit ihrer Grenzen, die territoriale Integrität ihrer Länder, die friedliche Beilegung von Streitigkeiten sowie die Nichteinmischung in innenpolitische Angelegenheiten. Die KSZE harmonierte die Verhältnisse zwischen Ost und West, trug sie daher auch zur Beilegung des Ost-West-Konfliktes bei.

Entstehendes Umweltbewusstsein

Die aufstrebende BRD-Industrie forderte ihren Tribut besonders im ökologischen Bereich. Umkippen von Binnengewässern, welche von den Abwässern der Industrie verursacht wurden, fanden in der Umweltdebatte der 1970er Jahre ihren Widerhall. In den Folgejahren versuchten vermehrt Bürgerinitiativen sowie Umweltverbände Einfluss auf die Politik zu nehmen. Beargwöhnt wurde insbesondere der Bau weiterer Atomkraftwerke. Diese Umweltschutzgruppen sowie Atomkraftgegner waren es mehrheitlich, die Ende der 70er Jahre zur Entstehung der Partei Die Grünen (Gründung: Januar 1980) beigetragen haben. Angesichts erneuter internationaler Spannungen ab 1979, bedingt durch den Nato-Doppelbeschluss zur Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in Europa sowie durch den Einmarsch russischer Truppen in Afghanistan, brach auch die auf einen Ausgleich zielende sozial-liberale Koalition 1982 auseinander. Helmut Schmidt wurde durch ein konstruktives Misstrauensvotum am 17. September 1982 gestürzt. Unmittelbar darauf kam es zu Koalitionsgesprächen zwischen CDU/CSU und FDP, welche im Oktober desgleichen Jahres Helmut Kohl als neuen und sechsten Bundeskanzler stellen konnten. In die ersten Jahre der Regierung Kohl fiel vor allem die Durchsetzung des Nato-Doppelbeschlusses, welche auf massiven Widerstand der Friedensbewegung stieß. Trotz allgemein großer öffentlicher Proteste hielt Kohl an der Nachrüstung fest. Unter ihm kam es auch zum lang erwarteten Besuch Erich Honeckers in Bonn.

War die deutsche Frage angesichts der internationalen Spannungen mehr und mehr ins Abseits gerückt, setzte Kohl angesichts der Machtentgleitung der SED im Herbst 1989 diese wieder auf die politische Agenda. Bedingt durch wachsende Staatsverschuldung und miserable wirtschaftliche Lage geriet die DDR seit Mitte der 1980er Jahre in einen Zustand der Stagnation und Krise. Durch die Ablehnung der von Michail Gorbatschow (ab 1985 Generalsekretär der KPDSU) angestoßenen Reformen Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umbau) erlebte der sozialistische Staat auch eine zunehmende Isolierung innerhalb des Ostblocks.

Im 40. Jahr der Staatsgründung geriet das SED-Regime auch von innen unter Druck. Grund war die nachlassende Bereitschaft verbündeter Nachbarstaaten, DDR-Flüchtlinge auszuliefern, womit sich immer mehr frustrierte Bürger über Drittstaaten vornehmlich in die BRD absetzen konnten. Berühmt geworden ist die „Wir wollen raus!“ -Bewegung, welche, durch Anspielung einer möglichen Ausreise, die DDR-Führung zu demokratischen Reformen drängen wollte.

Deutschland im internationalen Kontext: Geschichte BRD und DDR bis 1990
Abb. 3: Leipziger Montagsdemonstration am 23. Oktober 1989. Hier zum Bildnachweis.
Deutschland im internationalen Kontext: Geschichte BRD und DDR bis 1990
Abb. 4: Leipziger Montagsdemonstration am 23. Oktober 1989. Hier zum Bildnachweis.

Es entstanden Oppositionsgruppen wie das bekannt gewordene „Neue Forum“, denen gefälschte Kommunalwahlen im Mai 1989 vorausgegangen waren, was landesweit zu Protesten führte. Schutz und Ausdruck demokratischer Reformen fand besonders unter dem Dach der Kirche statt. In Leipzig etwa waren kirchliche Einrichtungen Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen, durch die letztlich, auf gewollt friedlichem Wege, die Staatsmacht zurückgedrängt werden konnte.

Niedergang der SED und Weg zur Wiedervereinigung

Wie sehr die DDR schon im Begriff war, sich aufzulösen, davon zeugten vor allem die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR, welche bereits unter spannungsgeladenen Umständen stattfanden. Vor einer Masse von zirka 70.000 Demonstranten wichen die aufgebotenen Einsatzkräfte zurück. Die „Keine Gewalt!“-Parole wurde zum Postulat der Stunde. Diesem Druck ausgesetzt, fiel die SED-Führung letztlich in sich zusammen. Staatschef Honecker wurde durch Egon Krenz abgesetzt (Oktober 1989). Am 9. November kam es zur Öffnung der Berliner Mauer. Massenhafte Erkundungsbesuche der DDR-Bewohner im Westteil Berlins führten zu einer Änderung der politischen Stoßrichtung sowie zu der Entstehung eines neuen deutschen Zusammengehörigkeitsgefühls. Aus dem DDR-Slogan „Wir sind das Volk!“, welcher einst auf demokratisch-innerstaatliche Reformen abzielte, entstand nun die Abwandlung „Wir sind ein Volk!“, woraus sich die Forderung einer deutschen Einheit schon hinaushören ließ. Letztendlich ließ aber auch die wirtschaftliche Zwangslage sowie die politische Instabilität bei Regie- rungschef Hans Modrow (Honeckers Nachfolger) die Überzeugung reifen, eine deutsche Wiedervereinigung stünde „im Gesamtinteresse der DDR“.

Bildnachweise [nach oben]
[1]
Public Domain.
[2]
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[3]
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_B_145_Bild-F031406-0017,_Erfurt,_Treffen_Willy_Brandt_mit_Willi_Stoph.jpg – Fotograf unbekannt, CC BY_SA.
[4]
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-1989-1023-022,_Leipzig,_Montagsdemonstration.jpg – Friedrich Gahlbeck, CC BY_SA.
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