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Nationalsozialismus 2

Skripte
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Überfall auf Polen 1939 – Beginn des Zweiten Weltkriegs

Zu den grundlegenden Absichten Hitlers gehörten von Beginn an die Vernichtung des Bolschwewismus, also der von Lenin nach der Oktoberrevolution geschaffenen politischen Lehre1, sowie die Eroberung von Land im Osten als Bestandteil seiner Lebensraumpolitik. Um letztes Ziel zu verwirklichen, startete Hitler mit dem polnischen Überfall seinen Ostfeldzug. Der deutsche „Führer“ hatte im Jahre 1934 einen zehnjährigen Waffenstillstand (Deutsch-Polnischer Nichtangriffspakt vom 26. Januar 1934) mit Polen vereinbart, um die Friedensbereitschaft seines Systems zu behaupten und den Aufbau seines Machtapprates im Innern ungestört vollenden zu können. Einige Monate nach dem Münchner Abkommen allerdings pochte Hitler auf eine grundlegende Neuregelung der deutsch-polnischen Grenze. Der Bau einer Autobahn durch den polnischen Korridor sollte die ostpreußische Stadt Danzig „heim ins Reich holen“. Wichtig ist, dass Hitler zu dieser Zeit noch mit einem polnischen Arrangement gegen die Sowjetunion kalkulierte. Er stellte Polen sogar Kriegsgewinne in der Ukraine in Aussicht.

20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 1: Deutsche Panzer am Fluss Brahe in Polen (September 1939). Hier zum Bildnachweis.
20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 1: Deutsche Panzer am Fluss Brahe in Polen (September 1939). Hier zum Bildnachweis.

Als die Wehrmacht aber im März 1939 die Tschechoslowakei besetzt hatte und Hitler sich mit dem Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes endgültig für ein Zusammengehen mit der Sowjetunion entschied, verschaffte er sich mit dem von der SS frei inszenierten, angeblich von polnischen Guerillas durchgeführten Überfall auf die Rundfunk-Sendeanlage Gleiwitz den propagandistischen Vorwand für den Feldzug gegen das benachbarte Polen. Zeitungen und Rundfunk berichteten seit August 1939 fast täglich über angebliche polnische Grenzverletzungen und Gewaltakte an der in Polen lebenden deutschen Minderheit.

Der Überfall auf Polen sollte so als „gerechte Strafaktion“ für die Provokationen erscheinen. In mehreren Schlachten zwang man das Land zur Kapitulation. Nachdem Mitte September auch die sowjetische Armee einmarschierte, teilten Deutsche und Russen am Ende das Land Polen endgültig auf. Zentrum und Hauptstadt des Landes kamen unter deutsche Verwaltung, Baltikum und Ostpolen wurden in die sowjetische Sphäre integriert.

Vom ersten Tag an führte die Wehrmacht den Krieg im Osten mit grausamer Härte. Deutsche Truppen sowie spezielle Einsatzkommandos von Polizei und SS ermordeten auf dem Vormarsch zahlreiche Zivilisten und Gefangene. Auch hier lieferten die häufig inszenierten Partisanenüberfälle und die Gewalttaten von Polen an deutschen Zivilisten den Vorwand für das Morden. Hinsichtlich deutscher Interessen verlief dieser sogenannte Blitzkrieg äußerst „positiv“. Etwa 10.000 Gefallene deutscherseits standen 120.000 Opfern auf polnischer und russischer Seite gegenüber. Auf den Sieg folgte die Besatzungszeit, welche ebenfalls von extremen Repressalien gegen die Zivilbevölkerung geprägt war. Willkürliche Erschießungskommandos, Vergewaltigungen und Deportationen zur Zwangsarbeit kennzeichneten die nationalsozialistische Rassenpolitik, der insbesondere die polnischen Juden zum Opfer fielen. Diese Kriegführung charakterisierte das Vorrücken der Deutschen Wehrmacht im Osten generell.

1 Es handelt sich um die Anwendung des Marxismus auf russische Verhältnisse.

Hitlers außenpolitisches Programm – „Lebensraum“ für Deutsche

Der Wunsch nach Eroberung neuen Lebensraumes für das deutsche Volk bestand bereits seit der völkischen Bewegung im Kaiserreich und wurde von den Nationalsozialisten im Sinne einer überlegenen deutschen Rasse interpretiert, der es zustand, sich ihren notwendigen Raum zum Über- und Fortleben von den anderen „minderwertigeren“ Rassen zu nehmen. Bereits in Hitlers ideologischer Programmschrift Mein Kampf von 1925 definierte dieser die Gewinnung neuen Raumes für die deutsche Bevölkerung als wesentlichen Bestandteil seines außenpolitischen Programms. Seinen Ausführungen zufolge sollten sämtliche nach der Machtübernahme getroffenen Maßnahmen wie die Aufrüstung der Wehrmacht oder der Vierjahresplan („Wehrhaftmachung“ u. a. durch Erweiterung des Rüstungspoten-tials) auf den expansiven Ausbau des Reiches hinauslaufen. So plante der Reichskanzler in den zu erobernden Gebieten mindestens 100 Millionen Deutsche und sonstige „germanische Einwanderer“ anzusiedeln, wodurch ein Großteil des Ostens innerhalb dreier Jahrhunderte assimiliert werden solle. Zur Umsetzung seiner Ostpläne erarbeiteten Hitler und hohe NS-Offiziere den sogenannten Generalplan-Ost, in dem sämtliche Pläne, Skizzen und Vorbereitungen zu einer neuen Siedlungsstruktur im Osten hinterlegt waren. Die Ausgestaltung des Generalplans oblag seit 1940 dem Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, sowie Alfred Rosenberg, der auch als „NS - Chefideologe“ bezeichnet wird.

20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 2: Die Ostfront in den ersten Monaten des Russlandfeldzuges (Juni - Dezember 1941). Hier zum Bildnachweis.
20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 2: Die Ostfront in den ersten Monaten des Russlandfeldzuges (Juni - Dezember 1941). Hier zum Bildnachweis.

War die Ostexpansion also fester Bestandteil der NS-Politik, so war auch bereits seit September 1940 der Überfall auf die Sowjetunion fest in Hitlers Gesamtplan einbezogen. Der Überfall auf die Sowjetunion begann am 22. Juni 1941 unter dem Decknamen Unternehmen Barbarossa und eröffnete den Deutsch-Sowjetischen Krieg. Hier gewann die NS-Eroberungspolitik zugleich ihre psychologische Komponente: Führerbefehle stimmten die Soldaten der Ostfront auf ihre Gegner ein, die es als Angehörige der „minderwertigen“ bolschewistischen und jüdischen Ideologie galt, auszumerzen.

Aufbau des NS-Staates: Führerprinzip und Volksgemeinschaft

Das Führerprinzip gilt als wesentlicher Grundpfeiler nationalsozialistischer Systeme. Es meinte den Grundsatz der unbedingten Führerautorität Hitlers, und war gleichzeitig eine wichtige Propagandaformel des Diktators, wonach dieser nicht nur militärisch, sondern auch in allen anderen politischen und rechtlichen Gebieten die oberste Befehlsgewalt haben sollte. Die Wirkung des Kultes um Menschen wie Adolf Hitler oder Benito Mussolini in Italien macht deutlich, wie erfolgreich faschistische Systeme sein können, wenn die richtige Formung und Aufrechterhaltung des Personenkultes gegeben ist. Grundsätzlich ist der Faschismus gegen Demokratie und Parlamentarismus gerichtet, denn sämtliche Entscheidungen werden ja von einer Person und allenfalls ihren Beratern, nicht aber von Mehrheiten beschlossen. Die Führergewalt ist umfassend und total, in ihr sind alle Mittel der politischen Gestaltung vereinigt. Sie erstreckt sich auf alle Gebiete des völkischen Lebens und auf alle „Volksgenossen“, die dem Führer zu Treue und Gehorsam verpflichtet sind.

Weil das Ideal des Führers auf die hierarchisch jeweils tiefere Ebene ausstrahlen sollte, wurde dieses diktatorische Prinzip auch bei der Reorganisierung von Betrieben und Unternehmen im Laufe der nationalsozialistischen Gleichschaltung angewendet: Leitende Arbeitsposten in Betrieben etwa wurden zu „Betriebsführern“ umbenannt, Arbeitnehmer bezeichnete man fortan als „Gefolgschaft“. Damit sollte der ideologisch unerwünschte Gegensatz zwischen den Inhabern der Produktionsmittel und den Arbeitern aufgelöst werden.

Eine solche diktatorische Form von Herrschaft, die in alle sozialen Schichten hinein zu wirken strebt und den Anspruch erhebt, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen, bezeichnet man als Totalitarismus. Weil die Führer Deutschlands und Italiens etwa auf die Durchführung von Massenorganisationen pochten und eine Ausgrenzung und Tötung derer betrieben, die sich ihren Herrschaftsansprüchen widersetzten, können die beiden Systeme als Beispiele für totalitaristische Systeme herangezogen werden. Demgegenüber steht die die autoritäre Diktatur, die keine umfassend definierte Ideologie vorweist und weder intensive noch extensive Massenmobilisierung betreibt. Totalitäre Regime wollen ihren Volksgenossen einimpfen, dass Bedürfnisse nur durch die Kraft ihres Führers befriedigt werden können. Deshalb genießt der „Führer“ ein so hohes Ansehen in der Volksgemeinschaft und wird in seinem Amt ständig bestätigt und bejubelt.

Schutzstaffel (SS), Sturmabteilung (SA) und Polizei als Mittel

Ursprünglich als Leibwache Adolf Hitlers gedacht, wurde die SS ab 1929 zu einer Eliteformation innerhalb der sogenannten Sturmabteilung umgebaut, einer paramilitärischen Kampforganisation und Ordnertruppe der NSDAP. Die SA spielte eine wesentliche Rolle beim Aufstieg der Nationalsozialisten. Zum einen schirmte sie Versammlungen der Partei vor möglichen Gegnern ab, zum anderen behinderte sie Zusammenkünfte ihrer Gegner massiv. Die SS wurde nun als Teil der SA zu einer parteiinternen Polizeitruppe ausgebaut.

20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 3: Die Ostfront in den ersten Monaten des Russlandfeldzuges (Juni - Dezember 1941). Hier zum Bildnachweis.
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Abb. 3: Die Ostfront in den ersten Monaten des Russlandfeldzuges (Juni - Dezember 1941). Hier zum Bildnachweis.

Als maßgeblicher Wegbreiter dieser Entwicklung galt der Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, welcher die SS-Führung zu Beginn des Jahres 1929 übernahm. Aufgrund von NS-internen, ideologischen Unterschieden ordneten Hitler und sein enger Vertrauter, Hermann Göring, die Ermordung der SA-Spitze an (Röhm-Putsch), woraufhin die SS eine selbstständige Organisation wurde. Himmler unterstand als Reichsführer der SS direkt dem Führer.

Unter Himmler und ab Beginn des Krieges entwickelte sich die Waffen-SS neben der Wehrmacht zu einer modernen Kampftruppe, deren Truppen mit denen der Wehrmacht an der Front konkurrierten. Während der Besetzung der Ostgebiete sorgte Himmler, der als Reichskommissar für die Festigung des Deutschtums zuständig war, für eine brutale Umsiedlungs- und Germanisierungspolitik. Durch Vernichtung und Terrormaßnahmen gelang es dem Chef der SS, einen perfekt funktionierenden Machtapparat aufzubauen (SS-Staat). Ferner leitete Himmler durch die angeordneten Massenmorde an der „undeutschen“ und jüdischen Bevölkerung die systematische Ermordung der Juden ein.

Wannseekonferenz – „Endlösung der Judenfrage“

Ebenfalls Teil von Hitlers programmatischer Schrift Mein Kampf war der Plan, nach einer bevorstehenden Machtübernahme das Judentum aus dem deutschen „Volkskörper“ zu vertreiben und zu vernichten. Unmittelbar nach der Machtergreifung 1933 rückte dieses Vorhaben auf die politische Agenda und Hitler wiederholte mehrmals, dass dieses Ziel unveränderlich sei. Bereits vor Kriegsausbruch wurden Juden, die meisten von ihnen deutsche Staatsbürger, durch die Nürnberger Rassengesetze, die Judenprogrome vom sowie die Reichskristallnacht (November 1938) maßgeblich schikaniert und diffamiert. Im Zuge der ersten Kriegseinsätze im Osten wie im Westen kam es vermehrt zu brutalem Terror. Die gefürchteten Einsatztruppen der SS pferchten die jüdische Bevölkerung in Ghettos zusammen, gefolgt von unzähligen Schauprozessen und Massenhinrichtungen.

20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 4: Ein Dokument der Wannseekonferenz;
Liste der jüdischen Bevölkerung in Europa.
20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 4: Ein Dokument der Wannseekonferenz;
Liste der jüdischen Bevölkerung in Europa.

Hitler hatte den gesamten Ostfeldzug als „Weltanschauungskrieg“ gegen das „bolschewistische Untermenschentum“ erklärt. Hermann Göring wies Reinhard Heydrich im Auftrag Hitlers an, ein Gesamtkonzept für die Endlösung der Judenfrage auszuarbeiten. Heydrich war Chef des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA)2 und rechte Hand Himmlers. Dieser präsentierte seinen Plan im Januar 1942 auf der Wannseekonferenz. Demnach sollten die von Deutschland besetzten Länder ordentlich „gesäubert werden, und die Juden dabei, soweit kräftig genug, in geeigneter Weise zum Einsatz kommen“. Dies schließe allerdings ein, dass „ein Großteil der Juden bereits durch eine natürliche Verminderung ausfallen würde“. Auch mit dem übrigen, kräftigen und arbeitsfähigen Teil müsse gesondert umgegangen werden, da dieser bei Entlassung in die Freiheit als Keimzelle eines jüdischen Wiederaufbaus anzusehen sei. Auf der Wannsee-Konferenz waren damit die Voraussetzungen für den systematischen Mord an Millionen von Juden geschaffen worden.

2 Seit 1939 die Zusammenlegung von Sicherheitspolizei (Sipo) und Sicherheitsdienst (SD). Die Behörde leitete in der NS-Zeit den größten Teil der deutschen Sicherheitsorgane.

Systematische Vernichtung – Konzentrationslager

Konzentrationslager als Inhaftierungslager bestanden schon seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Sie waren zwar keine Erfindung der Deutschen, wurden jedoch von den NS-Offizieren zur Ausschaltung politischer Gegner perfektioniert, bis ihre Hauptaufgabe letztlich in der Vernichtung des jüdischen Volkes bestand. Ab 1939 wurde das Netz von Konzentrationslagern massiv ausgebaut. Es entstanden zahlreiche neue Lager besonders in den osteuropäischen besetzten Gebieten. Nachdem die Umsiedlung und Ermordung der europäischen Juden auf der Wannseekonferenz festgelegt worden war, gingen die Deportationen im Osten ausschließlich in reine Vernichtungslager, worunter besonders die berüchtigten Orte Treblinka, Majdanek und Auschwitz-Birkenau zu nennen sind.

20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 5: Karte der Vernichtungslager, der meisten großen Konzentrationslager (Arbeits-, Inhaftierungs- und Durchgangslager), der Hauptdeportationsrouten, Ghettos und Orte großer Massaker. Grenzen etwa 1942. Hier zum Bildnachweis.
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Abb. 5: Karte der Vernichtungslager, der meisten großen Konzentrationslager (Arbeits-, Inhaftierungs- und Durchgangslager), der Hauptdeportationsrouten, Ghettos und Orte großer Massaker. Grenzen etwa 1942. Hier zum Bildnachweis.

Die Eröffnung der zweiten Front im Westen

Josef Stalin forderte bereits seit dem deutschen Sturm gegen Osten die Errichtung einer zweiten Front im Westen Europas durch die Allierten. Diese sollte durch eine Invasion in Frankreich erfolgen und einer Entlastung der Roten Armee dienen, welche bis dato allein der Wehrmacht ausgesetzt war. Ende November 1943 kamen die drei alliierten Obebefehlshaber (Churchill, Roosevelt, Stalin) erstmal auf der Konferenz von Teheran zusammen. Hier fiel die Entscheidung für die Eröffnung einer zweiten Front, die tatsächlich mit einer Invasion der Anti-Hitler Allianz in Frankreich erfolgen sollte. Die NS-Parteipropaganda rechnete bereits mit einem solchen Unternehmen der Gegner; in dem dafür angerichteten Atlantikwall, obwohl bis 1944 nur in Teilen fertig gestellt, sah man deutscherseits ein unüberwind-bares Hindernis, welches jegliche Versuche abhalten würde, in das Deutsche Reich einzudringen. Doch die deutsche Generalität versäumte es, die Bunkeranalagen ordentlich zu verwalten und die nötigen Ver-stärkungen zu unternehmen, sodass es den Alliierten mit großer Luft- und Schiffsgeschützunter-stützung gelang, die Bunkerlinie des Atlantikwalls zu durchbrechen, Brückenköpfe zu bilden und schließlich den Vormarsch gegen Osten aufzunehmen. Der Kampf in der Normandie wurde letztlich durch die alliierte Luftüberlegenheit entschieden. Im August 1944 und nach der Überwindung der letzten deutschen Bastion Avranches in Frankreich begann der Sturm der Allierten von Ost und West auf Hitlerdeutschland.

Widerstand und Wendepunkte

Von Anfang an gab es gegen das NS-Regime Widerstand in der verschiedener Form. Dieser begann bereits bei denjenigen, die es begriffen, nicht der Massenbeeinflussung durch Führerkult und Propagandamaschine zu erliegen. Im Politikbetrieb arbeiteten bürgerliche Kräfte im Untergrund und mit oppositionellen Gruppen innerhalb der Wehrmacht zusammen. Besondere Bedeutung kam dem sogenannten Kreisauer Kreis zu, der sich um den Grafen Helmuth James von Moltke mit der politischen und gesellschaftlichen Erneuerung nach dem Sturz der NS-Herrschaft befasste.

Zu Beginn seiner Herrschaft schien es allerdings unmöglich, Hitler aus dem Weg zu räumen. Grund dafür waren seine politischen Erfolge und seine Blitzkriege, welche ihm das Ansehen eines genialen Feldherrn bescherten. Auch wäre es dann schwierig gewesen, das Attentat vor dem Volk als Rettungsaktion vor dem Weg in die Katastrophe zu rechtfertigen. Die Chancen der Oppositionellen stiegen erst mit der Erkenntnis, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war. Spätestens nach dem Stalingrad-Desaster (Winter 1942/43) mehrten sich Stimmen im Volk, die bereit waren, sich gegen den deutschen Diktator zu vereinigen. Der Zusammenschluss junger Menschen in der Weißen Rose endete zwar der Hinrichtung ihrer profiliertesten Mitglieder und Gründer (Geschwister Hans und Sophie Scholl), es sendete jedoch ein wichtiges Zeichen in die Welt hinaus, nämlich dass nicht alle Deutschen mit Nationalsozialisten gleichzusetzen waren.

20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 6: Symbolfiguren des deutschen Widerstands gegen die NS-Diktatur: Helmut Graf James von Moltke, Begründer der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis und der Attentäter des 20. Juli 1944, Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, hier auf einer Briefmarke von 2007.
20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 6: Symbolfiguren des deutschen Widerstands gegen die NS-Diktatur: Helmut Graf James von Moltke, Begründer der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis und der Attentäter des 20. Juli 1944, Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, hier auf einer Briefmarke von 2007.

Bis Kriegsende wurden noch Tausende Widerstandskämpfer exekutiert. Hitler war stets bemüht, die „verräter-rischen Kreise“ hinter den Anschlägen klein zu halten. Sein Überleben begründete er mit der Vorsehung, die ihm vor dem Tod bewahrt habe, damit er seine große deutsche Vision verwirklichen konnte. Allerdings bleibt die Frage, welche Möglichkeiten zur Demokratisierung bei einer Ermordung Hitlers bestanden hätten, da nicht geklärt werden kann, ob die Beseitigung seiner Person vor dem Hintergrund vieler Vertrauter und Befürworter des NS-Regimes ausgereicht hätte.

Ende der NS-Herrschaft und Kapitulation Deutschlands

Seit der Teheran-Konferenz stand das Kriegsziel der Alliierten fest - die bedingungslose Kapitulation Deutschlands. Weil sich die militärische und politische Lage seit dem letzten Zusammentreffen der drei Regierungschefs verändert hatte, in Westeuropa die alliierten Truppen vorstießen und der Krieg im Osten so gut wie gewonnen war, kam es auf der Konferenz von Jalta (Februar 1945) zu einem weiteren Gipfeltreffen der „Großen Drei“. Auf dieser berieten die alliierten Machthaber über die Machtverteilung in Europa nach dem Krieg sowie über die Weiterführung der Kriegshandlungen gegen Japan.

Die Zusammenarbeit der Westmächte entfachte zunächst eine große Widerstandsbereitschaft innerhalb des deutschen Volkes. Weil die Reichspropaganda von einem „Vernichtungskrieg gegen Deutschland“ sprach, wollte man eine Niederlage in jedem Fall vermeiden und begann, sich mit der militärischen Führung zu solidarisieren. Dem Anti-Hitler Lager entzog dies wichtige Kräfte aus den Reihen der höheren Offiziersränge, denn ob nun durch Staatsstreich oder per Kapitulation das Ende herbeigeführt würde: sie hatten keine Hoffnungen, auf einen mäßigen Umgang und günstige Friedensregelungen zu spekulieren.

20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 7: Generaloberst Alfred Jodl (Mitte), zuvor von Karl Dönitz dazu autorisiert, unterzeichnet die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht am 7. Mai 1945.
20. Jahrhundert vor 1945: Nationalsozialismus 2
Abb. 7: Generaloberst Alfred Jodl (Mitte), zuvor von Karl Dönitz dazu autorisiert, unterzeichnet die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht am 7. Mai 1945.

Von Osten wie von Westen waren alliierte Truppen ins Deutsche Reich eingedrungen. Über dem Reichstag wehte die russische Fahne und Hitler hatte sich durch Selbstmord (30. April 1945) seiner Verantwortung entzogen. Nachdem bereits vereinzelte deutsche Truppen kapituliert hatten, versuchte der autorisierte Nachfolger Admiral Karl Dönitz, einen separaten Waffenstillstand mit den Westmächten zu erreichen.

Eine Delegation hatte sich mit der Petition in das Hauptquartier der Alliierten begeben, wurde vom obersten Kommandeur Dwight D. Eisenhower aber zurückgewiesen. Auf eine Gesamtkapitulation zu verzichten war er nicht bereit. Per Funk autorisierte Dönitz daraufhin den Generaloberst Alfred Jodl, Chef des Führungsstabs der Wehrmacht, die bedingungslose Kapitulation zu unterzeichnen. Dies geschah am 7. Mai 1945. Der Tag des Kriegsendes in Europa wird auch als „Tag der Befreiung“ bezeichnet.

Bildnachweise [nach oben]
[1]
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_146-1976-071-36,_Polen,_an_der_Brahe,_deutsche_Panzer.jpg – Unbekannt, CC BY-SA.
[2]
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eastern_Front_1941-06_to_1941-12_de.png – Gdr, CC BY-SA.
[3]
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-J27809,_Heinrich_Himmler_mit_SS-M%C3%A4nnern.jpg – Hermann Ege, CC BY-SA.
[4]
Public Domain.
[5]
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:WW2_Holocaust_Europe_map-de.png – Dna-Dennis, Free Art License.
[6]
Public Domain.
[7]
Public Domain.
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